Die Topspione der DDR und BRD

Alles zum Thema Geheimdienste und Sicherheit in der DDR und in der BRD

Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon augenzeuge » 14. März 2013, 17:33

Janko hat geschrieben: Auch durch nachträgliche krampfhafte Versuche eine "Entzauberung" von G. herbeizuführen wird nicht gelingen.


Manchmal hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. So auch hier. Auch wenn G. ganz nach vorn kam, ohne Zweifel, eine tolle Leistung, waren die Folgen nach seinem Abgang überhaupt nicht im Interesse des MfS, ganz im Gegenteil. Wer heute etwas anderes erzählt, ist womöglich immer noch verzaubert... [wink]
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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon Alfred » 14. März 2013, 17:42

AZ,

richtig, Herr Ehmke ist gemeint.

Hier ist das Buch zu finden:

http://www.ebay.de/itm/Signiert-Gunter- ... 53f4e944dc
Schade das Nostalgiker gesperrt wurde ..... Meine Texte dürfen nur mit meiner schriftlichen Genehmigung weitere Verwendung finden
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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon augenzeuge » 14. März 2013, 17:49

Ist übrigens bekannt, dass die HVA selbst den letzten entscheidenden Teil dazu beigetragen hat, dass G. aufflog?
Ein Funkspruch aus Ostberlin war nur schwach verschlüsselt worden....

AZ
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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon Alfred » 14. März 2013, 17:55

Ist doch ein alter Hut.

Dazu ist auch einiges im Buch zu finden.
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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon Janko » 14. März 2013, 18:16

@Augenzeuge...von welcher Seite soll denn das Pferd nun noch aufgezäumt werden ?

Das war mein Satz....Das Kapitel G. war und ist abgeschlossen. Es ist analysiert, be-und ausgewertet.
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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon augenzeuge » 14. März 2013, 19:32

Alfred hat geschrieben:Ist doch ein alter Hut.


Klar, für dich, aber auch für andere?

Ansonsten, es kommt schon mal vor, dass einer etwas schreibt, was der andere schon weiß....

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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon augenzeuge » 14. März 2013, 19:39

Stasi-Forscher Müller-Enbergs im Gespräch mit dem General-Anzeiger:

(In der Normannenstraße wurden tatsächlich Schulnoten für die Lieferungen der Agenten verteilt, als handelte es sich um die Beurteilung von Klassenarbeiten. )

Darin beschreibt Müller-Enbergs auch ein Agentenpaar namens "IM Bob" und "IM Petra", das in der SPD-Parteizentrale der Bundeshauptstadt Bonn ungemein fleißig war: 951 hochbrisante Informationen lieferte das Agentenpärchen nach Ost-Berlin, von denen die Stasi-Führung außerordentlich viele mit den Noten gut oder sehr gut bewertete.

"Dagegen war der Kanzler-Spion Günter Guillaume ein kleiner Fisch", versichert Stasi-Forscher Müller-Enbergs, "Guillaume lieferte nur 45 Informationen und erhielt nie die Note 1."

Auch nachzulesen in "Hauptverwaltung A; Aufgaben-Strukturen-Quellen". 356 Seiten, 5 Euro. Zu beziehen bei: BStU, Postfach 218, 10106 Berlin,

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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon Janko » 14. März 2013, 20:03

@AZ , die Nachfrage sei mir gestattet, bekommst Vermittlungsprovision ?

Mal zu deiner Horizonterweiterung, G. befand sich 18 Jahre im "Operationsgebiet". Was dir dein Stasi-Forscher da versichert und ist soweit entfernt wie der Eisbär von der Eisbude.
Reagiere nur noch wenn ein "absoluter Knaller" ins Speil kommt.
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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon augenzeuge » 14. März 2013, 22:04

Janko hat geschrieben: Was dir dein Stasi-Forscher da versichert und ist soweit entfernt wie der Eisbär von der Eisbude.


Ich dachte mir schon, dass dir das nicht gefällt....Janko. Mein Stasi-Forscher ist das leider nicht, obwohl ich den Mann sehr gut finde- wenn ich seine bisherigen "Infos" so betrachte. Seine kompromisslose und aufrichtige Art finden auch nicht wenige gut, die mal beim MfS waren. Ok, du nun nicht, macht nix. Ist ja auch nicht so einfach, wenn ein "Außenstehender" manchmal mehr weiß.

Wenn du die Dinge besser beurteilen kannst, dann wäre M.-E. sicher froh, dich als ergänzenden Zeitzeugen zu gewinnen. Möglicherweise musst du aber auch noch dazulernen. Vielleicht liest du dann zuerst das oben vorgeschlagene Werk von ihm. Solltest du "Knaller" finden, darfst du auch hier im Forum drüber herziehen.

In dem Sinne....lesen bildet. Auch wenn es ein Buch von Müller-Enbergs ist.

Übrigens, dein Hinweis mit dem Eis hat mich gleich animiert, eins zu essen..... [wink]

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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon Volker Zottmann » 14. März 2013, 22:16

Ich war ja nun kein Spion, aber es amüsiert mich, wenn ich lesen kann, wie hier wenige Besessene noch etwas bewahren wollen, was nicht mehr da ist.

Gruß aus den Bergen.... [flash]
http://baupionier.zottmann.org/
http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon Janko » 14. März 2013, 22:20

Endlich mal einer der Klartext schreibt und die Sache auf den Punkt bringt........

Nur das hab ich schon 18:28 Uhr gemacht....Das Kapitel G. war und ist abgeschlossen. Es ist analysiert, be-und ausgewertet.

Zu spät @VZ
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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon Interessierter » 13. August 2013, 13:08

08.04.13
Stasi-Topagent
Was Kanzlerspion Guillaume wirklich verriet

Wegen Günter Guillaume musste der erste SPD-Bundeskanzler 1974 zurücktreten. Eine neue Studie analysiert, welche Geheimnisse der eingeschleuste Spitzel tatsächlich nach Ost-Berlin weitergab.


Gute Spione agieren im Verborgenen. Idealerweise für immer, mindestens aber zu ihren Lebzeiten. Wer also Geheimnisse verrät und dabei öffentlich entlarvt wird, ist sicher kein guter Spion. Allerdings können beide Seiten ein großes Interesse haben, auch so jemandem als "Topagenten" darzustellen.

Das zeigt, am Beispiel des berühmt-berüchtigten Stasi-Spions im Bundeskanzleramt, der Historiker Eckard Michels in seinem neuen Buch "Guillaume, der Spion", der ersten kritischen Biografie des berühmtesten je enttarnten MfS-Offiziers im Westen. Demnach betrafen Guillaumes Berichte fast ausschließlich Themen aus seinem direkten Arbeitsgebiet. Informationen über die neue Ostpolitik der Regierung Brandt dagegen konnte der Agent nicht liefern.

Da stand Guillaumes letzte und wichtigste Beförderung allerdings noch bevor: Nach der Bundestagswahl 1972 rückte er ins persönliche Büro von Willy Brandt im Kanzleramt auf, als Referent für Parteifragen.

Doch Michels kann gut begründen, warum der Agent auch in dieser Vertrauensstellung vergleichsweise wenig brisantes Material in die Hände bekam: Seine für die Außen- und Sicherheitspolitik zuständigen Referentenkollegen achteten genau auf ihre vertraulichen Unterlagen.

Der ganze Beitrag hier:
http://www.welt.de/geschichte/article11 ... rriet.html
Was du hast, können viele haben. . . doch was du bist , kann keiner sein.
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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon augenzeuge » 20. Januar 2018, 22:57

LEBEN IM FALSCHEN DEUTSCHLAND

Spion-Sohn Thomas Raufeisen berichtet Bissendorfer Oberschülern

Thomas Raufeisen wurde als 16-Jähriger in die DDR entführt und dort fünfeinhalb Jahre lang gegen seinen Willen festgehalten. Weil sein Vater als kurz vor der Enttarnung stehender DDR-Spion das so für die Familie bestimmt hatte. In der Oberschule am Sonnensee in Bissendorf berichtete das Opfer des DDR-Regimes den Schülern aus seinem Leben.

Es ist eine spannende und zugleich tragische deutsch-deutsche Geschichte, die die Zehntklässler zu hören bekamen. Sie waren gut vorbereitet auf den Vortrag des heute 55-Jährigen. Denn im August 2017 führte sie die Jahrgangsfahrt nach Berlin und dort unter anderem auch in die Gedenkstätte des ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnisses Hohenschönhausen. Dort hatten sie, ohne das damals schon zu wissen, einen der Leidensorte Raufeisens kennengelernt.


Fragen der Schüler drehten sich darum, ob er anfangs in Hannover schon etwas von der Geheimdiensttätigkeit des Vaters mitbekommen habe, was die Mutter zu welchem Zeitpunkt gewusst habe, ob sie sich der Entführung durch den Vater nicht habe entgegenstellen können, und schließlich auch, wodurch der Vater selbst die Überzeugung verlor, dass die DDR das bessere Deutschland verkörpere.

Das Letzte wäre sehr interessant....

https://www.noz.de/lokales/bissendorf/a ... rschuelern

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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon HPA » 21. Januar 2018, 11:08

Selbst der Guillaume Sohn Pierre verließ ja noch kurz vor Toresschluss samt Familie das "Arbeiter und Bauern Paradis " wieder gen Westen
Bild
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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon augenzeuge » 4. Dezember 2019, 19:51

Ein Mossad Offizier zu Markus Wolf:
Wäre ihr Vater nach Palästina ausgewandert und nicht zu diesem dummen Stalin gerannt, dann wären Sie heute der pensionierte Chef des Mossad.


Die DDR soll Kontakte mit Organisationen gepflegt haben, welche Terrorakte gegen jüdische und israelische Ziele verübt haben.

Man kann dies nicht ganz von der Hand weisen. Natürlich war die DDR nicht Zentrum des internationalen Terrorismus. Die für solche Kontakte verantwortliche Dienststelle im Ministerium für Staatssicherheit lag anderswo und handelte aus dem Motiv heraus, den Terrorismus von der DDR fernzuhalten. Die Kontakte müssen aber heute so gesehen werden, dass damit faktisch terroristische Aktionen vom Territorium der DDR aus geduldet wurden. Mein Dienst und ich selbst sind fest von der Bedingung ausgegangen, dass das Gebiet der DDR für terroristische Handlungen nicht benutzt werden darf. Es bleibt unter dem Strich aber Verantwortung und Schuld dafür, etwas geduldet zu haben, was zu solchen Handlungen führte.

1990/91, nach der Wende erwogen Sie nach Israel zu gehen.

Na ja, es war damals ja noch nicht abzusehen, dass die Vereinigung für mich so relativ glimpflich ausgehen würde, wie das tatsächlich nun geschehen ist. Und so suchte ich nach Möglichkeiten, für einige Zeit dieser Bedrohung auszuweichen. Moskau war für mich kein gewünschtes Ziel. Dann kam die amerikanische Offerte, von der ich im vornherein der Meinung war, dass da der Preis für mich zu hoch war. Dann lernte ich den Rabbiner Zwi Weinman, mit dem ich bis heute eine enge Beziehung habe, kennen und erhielt von Yedioth Ahronot eine Einladung und dachte mir, warum nicht?

1996 sind Sie dann doch zu einem Besuch nach Israel gekommen.

Es war für mich sehr eindrucksvoll. Ich war natürlich auch voller Spannung. Nach dem, was man mir besonders auch in Amerika vorgehalten hat wegen der Tätigkeit des Nachrichtendienstes und der Kontakte zur PLO, musste ich damit rechnen, angegriffen zu werden. Dazu kam aber auch einfach das Interesse für das Land meiner Vorväter. Ich muss sagen, es war eine sehr inhaltsreiche und eine sehr angenehme Reise. Zunächst einmal wurde ich von allen Gesprächspartnern, darunter den ehemaligen Chefs aller drei wichtigen israelischen Dienste, mit großem Respekt behandelt. Wir haben sehr vernünftig ohne große Vorbehalte miteinander Gespräche geführt. Ich hatte ohnehin keine, aber ich hätte ja Vorbehalte mir gegenüber erwarten können. Dann kam der Besuch Jerusalems mit allem, was mit Jerusalem für Juden, aber nicht nur für Juden verbunden ist, die Stätten, von denen man viel gehört hat. Das selbst zu erleben ist natürlich etwas anderes, auch wenn man von so einem angesehenen orthodoxen Rabbiner wie Rabbiner Weinman geführt wird, der versucht hat, meiner Frau und mir das alles nahezubringen. Das war alles schon ein großes Erlebnis.

http://www.hagalil.com/schweiz/rundscha ... t/wolf.htm

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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon zonenhasser » 4. Dezember 2019, 22:24

Wolf wurde 1997 leztinstanzlich wegen Freiheitsberaubung, Nötigung und Körperverletzung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und 50.000 DM Geldstrafe verurteilt. Ein gewöhnlicher Krimineller.
Die “Rote Fahne” schrieb noch “wir werden siegen”, da hatte ich mein Geld schon in der Schweiz.
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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon augenzeuge » 4. Dezember 2019, 22:30

Schuldeingeständnis
Mein Dienst und ich selbst sind fest von der Bedingung ausgegangen, dass das Gebiet der DDR für terroristische Handlungen nicht benutzt werden darf. Es bleibt unter dem Strich aber Verantwortung und Schuld dafür, etwas geduldet zu haben, was zu solchen Handlungen führte.


Nicht nur geduldet, gefördert.

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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon Interessierter » 24. September 2020, 11:14

Stasimediathek: Spionageprozess gegen Elli Barczatis und Karl Laurenz

Am 23. September 1955 fand vor dem Obersten Gericht der DDR in Berlin ein Geheimprozess gegen Elli Barczatis und Karl Laurenz wegen Spionage für die Organisation Gehlen statt. Er war einer von mehreren Prozessen gegen tatsächliche oder vermeintliche Agentinnen und Agenten des westdeutschen Nachrichtendienstes in den 50er Jahren.

Elli Barczatis wurde Anfang der 50er Jahre ohne ihr Wissen zur Informantin für die Organisation Gehlen, die Vorläuferin des Bundesnachrichtendienstes (BND). Der westdeutsche Geheimdienst nutzte sie als Quelle in Ost-Berlin, ohne sie offiziell in diese Tätigkeit einzuweihen. Von April 1950 bis Januar 1953 war Barczatis die Chefsekretärin des Ministerpräsidenten der DDR, Otto Grotewohl. Kurz zuvor ging sie eine Liebesbeziehung mit dem Journalisten und Übersetzer Karl Laurenz ein, der nach seinem Bruch mit der SED und den daraus resultierenden beruflichen Schwierigkeiten für die Organisation Gehlen spionierte. Unter dem Vorwand, Material für seine journalistische Arbeit zu sammeln, ließ er sich von Barczatis mit internen Informationen aus dem Büro des Ministerpräsidenten versorgen. Auch wenn eine direkte Anwerbung Barczatis’ als Agentin nie stattfand, lag das Interesse der Organisation Gehlen von Beginn an auf Grotewohls Sekretärin.

Anfang 1951 wurde das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) durch den Tipp einer ehemaligen Kollegin von Barczatis, die als Geheime Informatorin (GI) für das MfS arbeitete, auf die beiden aufmerksam. Nach ersten Ermittlungen eröffnete die Stasi am 26. Juni 1951 wegen Spionageverdachts den Gruppenvorgang "Sylvester" gegen Barczatis und Laurenz. Diese Vorgehensweise war üblich, wenn sich ein Verdacht gegen mehrere Personen wegen "feindlicher Tätigkeit" erhärtete. In der Folgezeit unternahm die Stasi in enger Zusammenarbeit mit der sowjetischen Geheimpolizei weitere Schritte gegen Barczatis und Laurenz. Dazu gehörten Observierungen, Telefonüberwachungen und Briefkontrollen. Im Januar 1953 wurde Barczatis zu einem Parteilehrgang nach Potsdam delegiert. Danach erhielt sie zwar wieder eine Anstellung in der Regierungskanzlei, jedoch nicht mehr als persönliche Sekretärin Grotewohls, sondern in der Eingabenbearbeitung. Vermutlich veranlasste das MfS diese Versetzung, da es bereits seit 1953 von der Weitergabe interner Informationen aus dem Büro des Ministerpräsidenten an die Organisation Gehlen durch Barczatis bzw. Laurenz wusste. Am 4. März 1955 wurden die beiden verhaftet. Die Festnahme fiel in die Endphase der "Konzentrierten Schläge", die die Stasi im Zuge des Aufstandes vom 17. Juni 1953 durchgeführt hatte. Dabei handelte es sich um einen Strategiewechsel des MfS bei der Verfolgung tatsächlicher oder vermeintlicher Agentinnen und Agenten westlicher Geheimdienste, insbesondere der Organisation Gehlen.

Am 23. September 1955 kam es vor dem 1. Strafsenat des Obersten Gerichts der DDR in Berlin-Mitte zum Prozess wegen Spionagetätigkeit. Er dauerte insgesamt fast 15 Stunden, wovon circa fünf als Tonbandaufnahmen im Archiv des BStU überliefert sind. Generalstaatsanwalt Ernst Melsheimer war für die Anklage zuständig. Obwohl Barczatis spätestens nach dem Ende ihrer Tätigkeit für Grotewohl 1953 nur noch wenige nachrichtendienstlich verwertbare Berichte an Laurenz lieferte, verurteilte das Gericht beide Angeklagten zum Tode. Am 23. November 1955 wurden sie in der Untersuchungshaftanstalt I in Dresden durch das Fallbeil hingerichtet.


Verwandte Audio - Dokumente der Schlussworte der Angeklagten, das Plädoyer des Staatsanwaltes und die Anklageschrift findet man im nachstehenden Link:
https://www.stasi-mediathek.de/themen/p ... Barczatis/

Eine betrachtenswerte Dokumentation.
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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon HPA » 24. September 2020, 12:12

Ein Nazirichter fällte Todesurteile in der DDR.
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Re: Die Topspione der DDR und BRD

Beitragvon augenzeuge » 24. September 2020, 16:38

HPA hat geschrieben:Ein Nazirichter fällte Todesurteile in der DDR.


Hatte Melsheimer die „Treuemedaille des Führers" beim Eintritt in die KPD versteckt?

Brutal zu richten hatte er unter Hitler nicht mehr geschafft, die DDR ermöglichte es ihm sofort.

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