Der sowjetische Geheimdienstbevollmächtigte und die Stasi

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Der sowjetische Geheimdienstbevollmächtigte und die Stasi

Beitragvon Interessierter » 23. Dezember 2020, 10:08

Das MfS entstand unter der Ägide der sowjetischen Staatssicherheit (MGB) und fungierte in den ersten Jahren weithin als ihr Hilfsorgan. 1958 gewann es größere Eigenständigkeit, blieb aber in vielfältiger Weise von den Vorgaben des KGB, der Nachfolgeorganisation des MGB, abhängig.

Unmittelbar nach der Besetzung Ostdeutschlands begannen die Sowjets mit dem Aufbau nachrichtendienstlicher Strukturen in ihrer Zone und schufen sehr bald auch besondere Strukturen innerhalb der deutschen Polizei mit geheimpolizeilichen Hilfsaufgaben. Hieraus entstand in der Folgezeit ein Sonderbereich der Kriminalpolizei, der für politische und NS-Delikte zuständig war und zu Jahresbeginn 1947 unter der Bezeichnung K 5 vereinheitlicht wurde.

Auf Drängen der SED-Führung beschloss Stalin im Dezember 1948 gegen den Willen der sowjetischen Staatssicherheit die Gründung einer eigenen deutschen Staatssicherheit, die im Laufe des Jahres 1949 nach dem sowjetischen Vorbild aufgebaut wurde und nach der Gründung der DDR mit der Bezeichnung "Hauptverwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft" zunächst unter dem Dach des Innenministeriums arbeitete.

Dies geschah unter strengster Kontrolle des MGB, der in alle wichtigen Struktureinheiten des im Februar 1950 gegründeten MfS eigene Instrukteure bzw. Berater. sowjetische abkommandierte, die dort faktisch Weisungs- und Vetorechte besaßen.

Die Durchführung eigener Operationen und die Anleitung des MfS waren in den ersten Jahren der DDR als Aufgabenbereiche im Karlshorster MGB-Apparat nicht scharf voneinander getrennt. Das MfS fungierte noch weitgehend als Hilfsorgan des MGB, dessen Ostberliner Bevollmächtigter gleichzeitig oberster Chefberater der DDR-Staatssicherheit war. Im Frühjahr 1953 umfasste der MGB-Apparat in der DDR gut 2.200 Mitarbeiter.

In der Amtszeit Wilhelm Zaissers bis 1953 besaßen die sowjetischen Berater in der strukturell noch schwachen DDR-Staatssicherheit die uneingeschränkte operative Federführung und übernahmen die Bearbeitung der bedeutsameren Vorgänge häufig selbst. Nach Stalins Tod im Jahr 1953 betrieb Berija dann die Reduzierung des sowjetischen Geheimdienstapparates in Deutschland und beabsichtigte auch, die Weisungsbefugnisse der Berater abzuschaffen.

https://www.bstu.de/mfs-lexikon/detail/ ... s-mfs-zum/

Interessante Ausführungen über die Anfangszeit der Geheimdienste.
Was du hast, können viele haben. . . doch was du bist , kann keiner sein.
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