West-Ost-Technoligietransfer im Kalten Krieg

Alles zum Thema Geheimdienste und Sicherheit in der DDR und in der BRD

West-Ost-Technoligietransfer im Kalten Krieg

Beitragvon Werner Thal » 31. August 2020, 09:28

"Wann hört ihr endlich auf zu klauen!"

West-Ost-Technologietransfer im Kalten Krieg Von Frank Dittmann

Am 14. August 1989, kurz vor der politischen Wende in der DDR, inszenierte sich die Partei-
und Staatsführung mit der Übergabe eines ersten Labormusters des 32-Bit-Mikroprozessors U80701
an Erich Honecker (links). Es handelte sich dabei um den Nachbau des MicroVAX 78032 von
Digital Equipment Corporation (DEC). In der Mitte ist Wolfgang Biermann zu sehen, der als
Generaldirektor des VEB Carl Zeiss Jena die Entwicklung der Mikroelektronik massiv vorantrieb.


Mitte der 1980er Jahre schlug eine Entdeckung in einem Labor des Kombinats Mikroelektronik Erfurt
beim Ministerium für Staatssicherheit der DDR (Mus) ein wie eine Bombe. Auf einem Mikroprozessor
der amerikanischen Firma Digital Corporation wurde eine kurze Mitteilung gefunden, als man den Chip
analysierte. Die Schrift befand sich auf einer Metallisierungsebene, die zur Verbindung der einzelnen
Bauelemente in einem integrierten Schaltkreis dient. Da diese Ebene nicht oben ansteht, konnte den
Text nur finden, wer den Schaltkreis Schicht für Schicht abtrug, um die Herstellungstechnologie nach-
zuvollziehen. In einem sehr holprigen Russisch wurde dort das Ende der Technologiespionage gefordert:
"Wann hört ihr endlich auf zu klauen!" Diese Entdeckung zeigte, dass im Westen bekannt war, dass
sich östliche Geheimdienste Rüstungsgüter und Hightechprodukte des Klassenfeindes beschafften, um sie
zu analysieren und nachzubauen.

Zur Wirtschaftsspionage der DDR
Neben der Bearbeitung der klassischen Geheimdienstfelder gehörte das Ausspähen von wissenschaftlichen
und technischen Geheimnissen von Anfang an zu den Aufgaben der Staatssicherheit. Bereits bei der
Gründung der Vorgängerinstitution, des Außenpolitischen Nachrichtendienstes der DDR (APN) im Jahre 1951,
war die Wirtschaftsspionage ein fester Bestandteil des Aufgabenspektrums. Aus dem APN ging 1956 die
Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) hervor. Mit dem Sektor Wissenschaft und Technik (SWT) entstand 1970
eine eigenständige Organisationseinheit zur Aufklärung des Hightechbereichs im Westen. 1989 soll das Personal
fast 500 Personen umfasst haben. Eng verbunden mit dem SWT war der bis 1989 von Alexander Schalk-
Golodkowski geleitete Bereich Kommerzielle Koordinierung (KoKo).
Im Westen blieben diese Aktivitäten lange unerkannt. Erst nachdem Werner Stiller im Januar 1979 übergelaufen
war, erhielt man tiefe Einblicke. Bis heute ist dessen Flucht aus der DDR als eine der spektakulärsten Spionage-
Affären im Kalten Krieg. Stiller war Diplom-Physiker und hatte seit 1972 in der SWT gearbeitet, wo er für die
Aufklärung der bundesdeutschen Nukleartechnik zuständig war.

...und hier geht es weiter:

http://www.deutsches-museum.de/fileadmi ... nn_web.pdf

W. T.
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Re: West-Ost-Technoligietransfer im Kalten Krieg

Beitragvon Volker Zottmann » 31. August 2020, 09:37

Trotz Klau waren es DDR-Totgeburten, die wie auch die "Neuentwicklung" das Wartburg Milliarden verschlang.
Ob Mittag wirklich so helle war, wie er immer gelobpreist wurde?

Gruß Volker
http://baupionier.zottmann.org/
http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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