„Unerwarteter Tod“ eines Nordhäuser Stasi-Offiziers

Alles zum Thema Geheimdienste und Sicherheit in der DDR und in der BRD

„Unerwarteter Tod“ eines Nordhäuser Stasi-Offiziers

Neuer Beitragvon Interessierter » 25. September 2019, 08:34

Studierter Kleinbürger, nicht Tschekist

Der Nordhäuser Karl-Otto Scharbert, der am 24. Dezember 1935 im Sudetenland geboren wurde und am 15. Mai 1987 in Hönow bei Berlin starb, konnte sich des Doktortitels der Juristischen Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit der ehemaligen DDR in Golm bei Potsdam rühmen. Im Alter von 51 Jahren ereilte ihn als Dozent der Partei-Hochschule für Ökonomie „Bruno Leuschner“ in Berlin-Karlshorst ein „unerwarteter Tod“...

In der Danksagung der Witwe am 3. Juli 1987, ebenfalls im ND, dankt sie „allen Genossen und Freunden, die ihre hohe Wertschätzung und enge Verbundenheit mit ihrem Kampfgefährten, Genossen Prof. Dr. sc. Karl-Otto Scharbert, zum Ausdruck brachten“. Vor dem Wechsel an die Ökonomie-Hochschule leitete er am Institut in Golm die Abteilung „Operative Psychologie“, die dem Stasi-Chef Erich Mielke direkt unterstand. Scharbert hatte sie in den sechziger Jahren „gegen erheblichen Widerstand alter Tschekisten“ aufgebaut, die statt „reiner Theorie“ eine „verstärkte Nutzanwendung“ forderten.


Nach dem Abschied aus Golm sei er „in die innere Emigration gegangen“. Im Freundeskreis hieß es, er habe Zweifel an der SED-Politik geäußert. Er ließ sich
vom Ministerium für Staatssicherheit zum Innenministerium versetzen und nahm eine Professur für Arbeitswissenschaften an der Partei-Hochschule an. Seine Kritiker schmähten: „Genosse Scharbert ist sehr von sich eingenommen.“ Weiter: „Sein Auftreten ist oft nicht das eines klassenmäßigen Tschekisten, sondern eines studierten Kleinbürgers.“

Scharbert war bis zu seinem frühen Tod ein erfolgreicher Marathon-Läufer. Nach dem Wechsel nach Berlin blieb er im Training und nahm weiter an Marathon-Läufen teil. Unbegreiflich für seine Angehörigen erlag er nach Auskunft der Ärzte im DDR-Regierungskrankenhaus Potsdam einem „nicht therapierbaren Herzversagen“. Fragen nach dem Warum blieben unbeantwortet.

Zur Promotion hatte der „Offizier im besonderen Einsatz“ eine Arbeit mit dem Titel vorgelegt: „Die verbrecherischen Grenzüberschreitungen Jugendlicher und Heranwachsender in ihren Erscheinungsformen sowie in ihrer sozialen und psychischen Determiniertheit.“ Der Stasi-Major schrieb auch an der Gemeinschaftsarbeit mit „Die Gewinnung inoffizieller Mitarbeiter und ihre psychologischen Bedingungen“, wobei die Beiträge der beiden anderen Autoren mit summa cum laude bewertet wurden.

Tatsächlich hatten sie ein niedriges wissenschaftliches Niveau. Deshalb wird die Gültigkeit dieser akademischen Grade seither angezweifelt. Als würdig einer Doktorarbeit galt damals auch „Die Wirksamkeit moralischer Funktionen im Verhalten der Bürger der DDR zur inoffiziellen Zusammenarbeit mit den Organen des MfS.“ Einige Historiker sehen in Stasi-Papieren „Anleitungen zu Mord, Entführungen und Erpressung“.

Mit Rechtswissenschaft im engeren Sinne hatte die MfS-interne Ausbildung nur entfernt zu tun. In der BStU-Publikation wird belegt, wie das Stasi-Institut in großer Zahl juristische Doktortitel verlieh, um dem ganzen einen wissenschaftlichen Anschein zu geben. In Kollektiv-Dissertationen mit ambitionierten Nachwuchskadern kamen hohe Funktionäre bis hin zum stellvertretenden MfS-Minister Gerhard Neiber zu akademischen Ehren. Allerdings hielt Mielke nichts davon und untersagte 1981 das Führen von Doktortiteln im dienstlichen Verkehr.

https://www.nnz-online.de/news/news_lan ... tNr=226900
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Re: „Unerwarteter Tod“ eines Nordhäuser Stasi-Offiziers

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 25. September 2019, 12:27

Sehr schlecht recherchiert.
Wie viele Regierungen gab es gleich in DDR?
Gab es in jedem Bezirk der DDR ein Regierungskrankenhaus?

Die Hochschule für Ökonomie „Bruno Leuschner“ in Berlin-Karlshorst war also eine "Partei" Hochschule? Wie Neu und Aufregend.
Bisher dachte ich die Partei-Hochschule lag in Berlin Mitte und hieß "Karl Marx" .......

Dank dem Interessierten lernt man immer noch dazu. [flash]
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

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Re: „Unerwarteter Tod“ eines Nordhäuser Stasi-Offiziers

Neuer Beitragvon Kumpel » 25. September 2019, 12:34

Na ja , ging ja mehr um Doktor Stasi und nicht um Regierungskrankenhäuser.
Aber wenn's sonst nix auszusetzen gibt ist ja gut.
Kumpel
 

Re: „Unerwarteter Tod“ eines Nordhäuser Stasi-Offiziers

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 25. September 2019, 14:23

Es gab keinen Doktor Stasi .....
Entweder Unwissen oder sehr schlechtes Deutsch oder beides.
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Re: „Unerwarteter Tod“ eines Nordhäuser Stasi-Offiziers

Neuer Beitragvon Interessierter » 25. September 2019, 14:46

Nostalgiker » 25. Sep 2019, 13:27
Sehr schlecht recherchiert.


Und was ändert das am Inhalt der Aussage dieses Beitrages?

Die Position des Korinthenkackers ist hier schon vergeben... [laugh]
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Re: „Unerwarteter Tod“ eines Nordhäuser Stasi-Offiziers

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 25. September 2019, 15:03

Der von dir eingestellte Artikel hat eine Aussage Interessierter?
Bist du dir sicher?

Und wenn dem Leser schlampig recherchierte "Fakten" ins Auge springen kann ruhig davon ausgegangen werden das mit "Aussagen" welche nämlich auf diesen "Fakten" fußen nicht weit her sein kann,
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Re: „Unerwarteter Tod“ eines Nordhäuser Stasi-Offiziers

Neuer Beitragvon augenzeuge » 25. September 2019, 15:19

Es gab 3 Regierungskrankenhäuser in der DDR.

Ein ständiger Beauftragter des Ministeriums für Staatssicherheit sorgte für die nötigen Informationen über die einzelnen Angestellten. Jeder kannte ihn, fast keiner wusste seinen Namen. In allen Abteilungen und Stationen saßen Spitzel. Ein besonders sensibler Bereich war das Laboratorium, weil dort alle Befunde und Diagnosen zusammenliefen.

Trotz sorgfältiger Bewachung und verschwiegener Mitarbeiter fühlten sich die Spitzenfunktionäre der SED im Regierungskrankenhaus nicht sicher. Deshalb wurde für die Mitglieder des Politbüros – des eigentlichen Machtzentrums der DDR – eine eigene Station mit zwei Appartements geschaffen, die Station 3 A. Für sie galten besondere Sicherheitsbestimmungen. Sie bot Wohn- und Schlafgelegenheiten für die Personenschützer. Zugang hatte nur ausgesuchtes Pflegepersonal. Die Krankenzimmer durften nur in Begleitung eines Stasi-Mannes betreten werden.

[flash]
https://de.wikipedia.org/wiki/Regierung ... us_der_DDR
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Re: „Unerwarteter Tod“ eines Nordhäuser Stasi-Offiziers

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 25. September 2019, 16:11

Meine Frage war nach dem "Regierungskrankenhaus in Potsdam" und den Link den du mir sensationeller weise präsentierst hatte ich bereits vor meiner Frage durchgelesen.

Was da mit den "Drei" Krankenhäusern beschrieben ist ist die organisatorische Aufteilung des Krankenhauses an sich. es sind nie eigenständige Einheiten gewesen.

Wenn du so willst war in der Johannesstr. in Mitte, hinter dem Hotel Johanneshof auch ein Krankenhaus welches im Volksmund als "Regierungskrankenhaus" firmierte obwohl es keins war. es war ein Krankenhaus für besondere Kranke eben, genauso ie dad Hotel eines für besondere Gäste war ......
Beide Häuser gibt es nicht mehr.
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Re: „Unerwarteter Tod“ eines Nordhäuser Stasi-Offiziers

Neuer Beitragvon augenzeuge » 25. September 2019, 16:12

den du mir sensationeller weise präsentierst

Woran machst du das fest? [shocked] Wie hätte ich es tun sollen?

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Re: „Unerwarteter Tod“ eines Nordhäuser Stasi-Offiziers

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 25. September 2019, 16:33

Insgesamt den Link lesen und kombinieren. Du weißt und merkst doch immer alles. Jedenfalls behauptest du es.

Außerdem ist das sowas von uninteressant.
Es ging mir nur um die äußerst schlampige Recherche. selbst wenn du herausfindest das es in Potsdam kein Regierungskrankenhaus gab, wie kommt dann dieser Schreiberling dazu genau das zu behaupten?
Ansonsten waren da noch viel mehr sachliche Fehler im Artikel drin. Aber es ist müßig darüber zu reden.

Es gibt hier ja User die darüber begeistert sind das ihr Leben in der DDR madig gemacht und durch den Dreck gezogen wird.
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