Eile tat not: „Genossen vordergründig gehen lassen. Unverzüglich! Jetzt kann man sich Arbeitsstelle noch aussuchen! (den letzten beißen die Hunde).“ Dies notierte ein Führungsoffizier des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) am 16. 11. 1989. Das Dienstbuch des Mannes aus Mielkes Hauptabteilung XVIII (Wirtschaft und Handel) gehört zu erst jetzt aufgetauchten Geheimdokumenten.
Die Papiere belegen: Die Stasi wußte schon vor der Wende genau über die Wirtschaftskatastrophe der DDR Bescheid. Zügig entwickelte sie Konzepte, mit ihren Leuten „Schlüsselpositionen in der Volkswirtschaft“ unter „veränderten politischen Bedingungen“ zu besetzen. Manfred Kittlaus, Ermittler von DDR-Regierungskriminalität: „Da wurde der Grundstein des heutigen Seilschaften-Unwesens gelegt.“
Die Order kurz nach der Wende: Vor allem in Banken, Handel und Versorgung, Gesundheitswesen und Justiz, so das Mielke-Ministerium, sollten sich die StasiGenossen bewerben. Dabei unterstütze der Staatssekretär für Löhne und Arbeit den Transfer. Er wies die DDRArbeitsämter an, ausscheidenden MfS-Mitarbeitern vorrangig Stellen anzubieten. Für diese, so ein weiteres Stasi-Papier, seien „kurzzeitige legendierte Nachweise von zivilen Arbeitsstellen zu schaffen, um bei Bewerbungen nicht als Angehörige des MfS in Erscheinung treten zu müssen“.
Mit MfS-Geldern, so wurde im November 1989 sicherheitshalber beschlossen, seien „volkswirtschaftliche Einrichtungen“ wie VEB für MfSGenossen zu gründen. Chef-Ermittler Kittlaus: „Diese Planungen sind weitgehend verwirklicht worden.“
Unter Hans Modrows Wirtschaftsministerin Christa Luft entstanden ab Februar 1990 neue Gesellschaften: die Wachschutzfirma Alwas, Padare (Papier- und Datenträger-Recycling) und die Projekt-Bau-GmbH. Ex-DDR-Betriebe wurden umfunktioniert: Wie die Tape, die seltsamerweise in den Inventarbesitz der Intertechna kam, die sich zu DDRZeiten um Embargo-Güter gekümmert hatte.
Grund des Aktionismus: Als DDR-Regierungschef Modrow im Januar 1990 dem Runden Tisch erklärte, der volkswirtschaftliche Kassensturz sei noch nicht möglich, besaß die Stasi längst alle Daten. Generalleutnant Alfred Kleine, Leiter der Hauptabteilung XVIII, hatte die Genossen bereits im Oktober 1989 detailliert über das Wirtschaftsdesaster informiert.
In allen sensiblen Industriebereichen seien 60 Prozent der Anlagen verschlissen, so Kleine in seinem Referat. Die Kraftwerke seien total veraltet und führten zu erheblichen Umweltschäden. Die Elektronikproduktion sei technologisch zurückgeblieben und viel zu teuer. Ein großer Teil der landwirtschaftlichen Technik sei Schrott.
500 Milliarden Mark konstatierte Kleine als dringenden Investitionsbedarf, also in „der Höhe von zwei jährlichen Nationaleinkommen“. Kleine: „Niemand hat ein Zaubermittel, die Probleme von heute auf morgen zu bewältigen.“ Zudem, notierte ein Offizier, würden „Arbeitskräfte in erheblichen Größenordnungen freigesetzt“.
Das MfS folgerte: „Es werden weniger die Geheimdienste, sondern vielmehr die Konzerne sein, die uns auszuhebeln versuchen.“
Wie viele MfS-Millionen an die Getreuen flossen, ist bis heute unklar. Spitzel und Offiziere wurden mit bis zu 150 000 Mark (West) abgefunden. Das fiel durch hohe Barabhebungen derart auf, daß der MfS-Finanzchef, Generalmajor Hennig, die Genossen anwies, die Beträge unbar zu überweisen, damit sie „in den zivilen Sparkassen nicht auffallen“ oder ihr Geld gar verlieren.
https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 47833.html
Stellt sich mir die Frage, ob diese Vorgehensweise auch für Teile der NVA und VP so gehandhabt wurde?
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Denn die Funktionsweise des RWA72 ist er immer noch schuldig! Keine Sorge Karnak, ich kenn sie ![Hallo [hallo]](./images/smilies/hallo.gif)
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Also mit dem RWA 72 bist Du wohl einem ähnlichen Wahn verfallen wie der Interessierte mit den in Drewitz Entlassenen vor meiner Zeit.
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