Oschersleben und das MfS

Alles zum Thema Geheimdienste und Sicherheit in der DDR und in der BRD

Oschersleben und das MfS

Neuer Beitragvon Interessierter » 27. Februar 2018, 14:16

Oschersleben. Unter dem Thema " Stasi früher und heute – War doch alles nicht so schlimm ?", hatten die Organisatoren am Donnerstagabend zum 9. Oschersleber Werkstattgespräch in die Matthias-Claudius-Haus-Stifung eingeladen. " Wie ist es einem selbst ergangen ?", stellte zu Beginn seines Referates Konrad Felber, Leiter der Außenstelle Dresden der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, die eine Frage, die die Besucher in der Mensa der Claudius-Haus-Stiftung nur für sie selbst beantworten konnten. " Das Thema lässt Raum für vielerlei Betrachtung ", entschuldigte sich Felber gleich zu Beginn, an diesem Abend nicht alle Facetten der Stasi-Spitzelei am eigenen Volk beleuchten zu können.

Felber, Mitbegründer des Neuen Forums und Abgeordneter der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR und später kurzzeitig des Bundestags, bezeichnete es als Fehler des Runden Tisches, erlaubt zu haben, dass sich die Abteilung HVA ( Auslandsaufklärung ) der Stasi selbst auflösen durfte. " Da gingen wichtige Informationen verloren, die uns heute fehlen ", bedauerte er.

Auf den früheren Kreis Oschersleben bezogen sagte Stasi-Aufklärer Felber, dass die Kreisdienststelle für Staatssicherheit in den Jahren vor der Wende 1989 von Oberstleutnant Alois Niepel befehligt wurde. In der Oschersleber Dienststelle habe es 43 hauptamtliche Mitarbeiter und 443 Inoffizielle Mitarbeiter gegeben. Zielobjekte ihrer Spitzelarbeit waren vor allem der Grenzbereich zur BRD, die Pumpenfabrik Oschersleben, die Montanwachsfabrik Völpke, das Elektromotorenwerk Oschersleben, das Armaturenwerk Hötensleben, der Tagebau Harbke / Helmstedt, die Zeugen Jehovas und das Volkspolizei-Kreisamt. " Da hat wohl ein Genosse dem anderen nicht getraut ", veranschaulichte Felber die Überwachungsmanie der Staatssicherheitsleute. Allein 1983 habe es 2359 Treffen mit den Inoffiziellen Mitarbeitern mit ihren Führungsoffizieren gegeben. Es seien etwa 5000 schriftliche Spitzelberichte entstanden. Von den 279 Metern an Akten, die aus der Kreisdienststelle der Staatssicherheit Oschersleben nach der Auflösung der Stasi gerettet werden konnten, seien nach Felbers Worten 97 Prozent erschlossen.

" Von der Staatssicherheit geht heute keine Gefahr mehr für die Gesellschaft aus ", antwortete Konrad Felber nach seinem Vortrag auf eine Zuschauerfrage. Jedoch haben sich nach seiner Einschätzung " alte Stasi-Seilschaften in dem neuen System bestens organisiert ". Wobei es mehr die hauptamtlichen Mitarbeiter gewesen seien, die ihre Kontakte genutzt hätten, um in die Wirtschaft einzusteigen. Die meisten der Inoffiziellen Mitarbeiter würden bis heute ihre Stasi-Dienste verschweigen.

https://www.volksstimme.de/nachrichten/ ... liche.html

Diese Zahlen lesend, fragt man sich, ob die Genossen eigentlich sich selbst getraut haben? [denken]
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Re: Oschersleben und das MfS

Neuer Beitragvon Merkur » 27. Februar 2018, 15:10

Die KD Oschersleben erinnert mich immer an die OPK "Schäfer" und an den OV "Eveline". Die OPK-Person "Schäfer", tätig im Braunkohlewerk Harbke, verschwand im Herbst 1982 spurlos. Durch umfangreiche operative Ermittlungen konnte im Juli 1983 sein Leichnam, vergraben in der Nähe eines Flusses gefunden werden. Als Täter konnten zwei Personen aus dem Umfeld von "Schäfer" ermittelt werden. Diese wollten mit ihm zusammen eine Gebrauchtwagen in Magdeburg kaufen, lockten das Opfer in ihr Auto und erdrosselten es von hinten. Das Geld des Opfers teilten sie sich. Einer der Täter wurde in der DDR verurteilt. Der andere Täter, dem die Luft in der DDR zu heiß wurde, flüchtete in den Westen. Hier wurde er als Flüchtling zunächst gefeiert, bis die Helmstedter Kripo erfuhr, mit wem sie es zu tun hatte. In der Bundesrepublik beging er ein weiteres Tötungsdelikt und sitzt noch heute in einer JVA ein.
Schade, dass Herr Felber diese Schwerpunktvoränge der KD Oschersleben nicht erwähnt hat. Hat er vermutlich vergessen. [wink]
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Oschersleben und das MfS

Neuer Beitragvon HPA » 27. Februar 2018, 15:38

Schwerpunktvoränge


Da muss ja im Bereich dieser KD nach Deiner Darstellung Mord und Totschlag an der Tagesordnung gewesen sein, dass man für solche "Schwerpunktvorgänge" (RS Korrektur von mir) 43 hauptamtliche und 443 nebenberufliche Stasi-Schnüffler benötigte [grins]

Die Schwerpunkte dürften auch angesichts der Grenznähe doch wohl etwas woanders gelegen haben. [flash]
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Re: Oschersleben und das MfS

Neuer Beitragvon Merkur » 27. Februar 2018, 17:33

HPA hat geschrieben:Die Schwerpunkte dürften auch angesichts der Grenznähe doch wohl etwas woanders gelegen haben.


Zumindest im Jahresarbeitsplan der KD als solcher ausgewiesen. Von daher wird es wohl so gewesen sein.
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Re: Oschersleben und das MfS

Neuer Beitragvon HPA » 27. Februar 2018, 17:40

Genau. Nämlich bereits im Vorfeld zu verhindern, dass der eine oder andere, der des Lebens in der größten DDR der Welt überdrüssig war, Kurs West bsp durch den Tagebau stiften ging...gell, oder?
HPA
 

Re: Oschersleben und das MfS

Neuer Beitragvon Merkur » 27. Februar 2018, 17:49

HPA hat geschrieben:Genau. Nämlich bereits im Vorfeld zu verhindern, dass der eine oder andere, der des Lebens in der größten DDR der Welt überdrüssig war, Kurs West bsp durch den Tagebau stiften ging...gell, oder?


Nein, Auffinden der OPK-Person "Schäfer" und Verdichtung/Klärung von Ausgangshinweisen in Richtung Paragraph 112 StGB.
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Re: Oschersleben und das MfS

Neuer Beitragvon HPA » 27. Februar 2018, 18:25

Du möchtest also damit aussagen, dass sich damit eine gesamte KD samt 443 IM beschäftigt hat?Das ganze Jahr? [flash]
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Re: Oschersleben und das MfS

Neuer Beitragvon Merkur » 27. Februar 2018, 18:26

HPA hat geschrieben:Du möchtest also damit aussagen, dass sich damit eine gesamte KD samt 443 IM beschäftigt hat?Das ganze Jahr? [flash]


Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Ich sprach von einer OPK und einem OV und bezeichnete diese gemäß Jahresarbeitsplan der KD als darin ausgewiesene Schwerpunktvorgänge.
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Oschersleben und das MfS

Neuer Beitragvon Interessierter » 27. Februar 2018, 19:45

Wer lesen kann erkennt klar, dass du wieder einmal versuchst, mit einer aufgeklärten Straftat die Stasi mitsamt ihrer großen Anzahl an IM als menschen- und bürgerfreundlich darzustellen. Als Autor von Büchern sind solche Verklärungsversuche dir sich nicht förderlich. In der von dir kürzlich zitierten " Jungen Welt " wäre dir der Beifall der Leser aber sicher..... [grin]
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Re: Oschersleben und das MfS

Neuer Beitragvon Merkur » 27. Februar 2018, 19:55

Interessierter hat geschrieben:Wer lesen kann erkennt klar, dass du wieder einmal versuchst


Ich versuche mal garnichts. Ich berichte im Gegensatz zu Dir, der einen uralten Artikel reinkopiert,lediglich über zwei durch mich ausgewertete Vorgänge dieser Diensteinheit, die in "Deinem" Artikel keine Erwähnung fanden und die ich aufgrund ihrer Spezifik für bedeutsam halte.
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Oschersleben und das MfS

Neuer Beitragvon Interessierter » 27. Februar 2018, 20:05

Das ist so dreist, da kann ich nur.... [laugh] Vielleicht schreibst du ja einmal ein Märchenbuch.
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Re: Oschersleben und das MfS

Neuer Beitragvon augenzeuge » 27. Februar 2018, 22:24

Interessierter hat geschrieben:" Von der Staatssicherheit geht heute keine Gefahr mehr für die Gesellschaft aus ", antwortete Konrad Felber nach seinem Vortrag auf eine Zuschauerfrage.


Meinte der das ernst? Der Zuschauer.... [flash]
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Re: Oschersleben und das MfS

Neuer Beitragvon karnak » 28. Februar 2018, 12:21

Interessierter hat geschrieben:Wer lesen kann erkennt klar, dass du wieder einmal versuchst, mit einer aufgeklärten Straftat die Stasi mitsamt ihrer großen Anzahl an IM als menschen- und bürgerfreundlich darzustellen. Als Autor von Büchern sind solche Verklärungsversuche dir sich nicht förderlich. In der von dir kürzlich zitierten " Jungen Welt " wäre dir der Beifall der Leser aber sicher..... [grin]

Nee, dass versucht er nicht, zumindest nur sehr bedingt. Was er macht, , dass das nicht gefällt , ich kann das schon verstehen [grin] , ein Mindestmaß an seriöser Bewertung historischer Geschehnisse auf Grundlage der Faktenlage. Das das einigen Wurbelköppen und Spezialenthüllern nicht gefällt, mir ist das schon klar, nützt aber nichts. [hallo]
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Re: Oschersleben und das MfS

Neuer Beitragvon HPA » 28. Februar 2018, 12:28

I
Merkur hat geschrieben:
Interessierter hat geschrieben:Wer lesen kann erkennt klar, dass du wieder einmal versuchst


Ich versuche mal garnichts. Ich berichte im Gegensatz zu Dir, der einen uralten Artikel reinkopiert,lediglich über zwei durch mich ausgewertete Vorgänge dieser Diensteinheit, die in "Deinem" Artikel keine Erwähnung fanden und die ich aufgrund ihrer Spezifik für bedeutsam halte.


Du kannst ja mal quantitative Aussagen dazu machen, mit was sich speziell diese KD so das ganze jahr über beschäftigt hat.

Im Speziellem operative Vorgänge. Den SÜ Kram mal beiseite gelassen.

Ich geh mal davon aus , dass Du das entsprechende Material vorliegen hast.
HPA
 

Re: Oschersleben und das MfS

Neuer Beitragvon Merkur » 28. Februar 2018, 12:58

HPA hat geschrieben:Ich geh mal davon aus , dass Du das entsprechende Material vorliegen hast.


Da liegst Du leider falsch.
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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