DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Alles zum Thema Geheimdienste und Sicherheit in der DDR und in der BRD

DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon Interessierter » 12. August 2017, 09:55

Zwischen staatlicher Öffentlichkeitsarbeit und operativer Absicherung

Es ist bekannt, dass der Arm der Stasi bis in die DDR-Zeitungsredaktionen reichte, aber was der Geheimdienst in den Redaktionen genau suchte, ist kaum erforscht worden. Der Beitrag von Anke Fiedler schließt diese Lücke. Sie untersucht die Rolle von inoffiziellen Mitarbeitern bei der Presse, aber auch den Einfluss des MfS auf Zeitungsinhalte.

Abteilung Agitation und Bereich 6

In der Zentrale des MfS gab es eine eigens für die Pressearbeit eingesetzte Abteilung Agitation (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen ZK-Abteilung), die in der Zeit zwischen Juli 1954 und März 1955 geplant, und schließlich im Sommer desselben Jahres als eigenständige Abteilung im damaligen Staatssekretariat für Staatssicherheit (SfS) eingerichtet wurde.[7] Begründung für diese Maßnahme war, dass die Agitationsarbeit des Geheimdienstes bis dato nur "wenig organisiert" und "häufig sporadisch" erfolgte.[8] Die Abteilung blieb auch nach der (Rück-)Umwandlung des SfS in das Ministerium für Staatssicherheit im November 1955 bestehen. Aus einem Stellenplanentwurf von Oktober 1957 geht nicht nur hervor, dass rund 50 Mitarbeiter zu diesem Zeitpunkt dort beschäftigt waren, sondern dass die Abteilung auch mit der ZK-Abteilung für Agitation, der Agitationskommission und dem Presseamt beim Vorsitzenden des Ministerrates zusammenarbeitete.[9] Später kamen weitere Arbeitskontakte hinzu: zum Beispiel zur Westkommission des Politbüros, zu anderen Ministerien sowie zum Ausschuss für Deutsche Einheit.[10] Im Jahr 1957 übernahm Günter Halle die Leitung der Abteilung, der sie innerhalb eines Jahrzehnts auf knapp 60 Mitarbeiter ausbaute - damit war sie fast genauso groß wie die Schwesterabteilung im Zentralkomitee.[11]


Ratgeber und Vorzensor


Seit den frühesten 1960er Jahren unterhielt die Abteilung Agitation des MfS offizielle Verbindungen zu den Chefredaktionen und Verlagen in Berlin, unter anderem zum ND, zur Berliner Zeitung, BZ am Abend, Jungen Welt, Wochenpost, Freien Welt, Tribüne, zu den Leitungen der beiden Staatlichen Komitees für Rundfunk und Fernsehen und zur Nachrichtenagentur Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst (ADN).[14] Die überlieferten Akten verdeutlichen, dass das Ministerium vor allem als Zulieferer und Vorzensor auftrat. Besonders üppig fällt das Aktenmaterial aus zu Artikeln für das SED-Zentralorgan Neues Deutschland (ND), die Wochenpost, die Armeerundschau oder sogar für die Jugendzeitschrift Trommel, die meist zu Jubiläen des Ministeriums, zu Geburtstagen von "Tschekisten" oder ähnlichen Anlässen von der MfS-Abteilung Agitation angefertigt wurden, häufig auch im Namen von Erich Mielke. Leitartikel - etwa für DynamoSport, das offizielle Magazin der Sportvereinigung Dynamo - schrieb Mielke als 1. Vorsitzender des Clubs manchmal auch selbst, zum 20. Jahrestag der DDR oder zum Ansporn der Sportler im neuen Jahr.[15]


Inoffizielle Mitarbeiter in den Redaktionen


Schon vor dem Bau der Berliner Mauer arbeiteten Journalisten als inoffizielle Mitarbeiter für die Staatssicherheit. Unter den 130 Mitarbeitern des FDJ-Zentralorgans Junge Welt, die sich auf 15 Abteilungen und technische Bereiche verteilten, kooperierten im letzten Jahrzehnt der DDR zum Beispiel nur zwischen acht und zehn Redakteure mit dem Ministerium für Staatssicherheit.[29]

Politisch-operative Absicherung der Redaktionen

Die Akten der Stasiunterlagenbehörde aus drei Jahrzehnten machen deutlich, dass sämtliche Informationen über das Berufs- und Privatleben von Journalisten gesammelt wurden: Hinweise auf Alkoholismus, Eheprobleme, Gehälter, Personalwechsel, Kontakte in den Westen und natürlich auch die politische Zuverlässigkeit der Kader.

Zur Absicherung der Redaktions-, Verlags- und Druckereigebäude gehörte auch die Verfolgung von Drohanrufen, Bombendrohungen und sogenannten "Sabotageakten".[32] Dieser Bereich lag schwerpunktmäßig bei der Abteilung XX der Staatssicherheit. Im Mai 1965 ging das MfS zum Beispiel dem "hakenkreuzähnlichen Gebilde" auf Ulbrichts Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold in einem Rasterbild im Neuen Deutschland nach. Mit großem Aufwand wurde ein Rasternegativ erstellt, um am Ende festzustellen, dass das Hakenkreuz "produktionsbedingt zufällig entstanden" war.[33] Im Juni 1975 wurde im Zeitungskopf der Jungen Welt das Datum 17. Juni 1953 gesetzt. Der Fehler wurde zwar noch rechtzeitig bemerkt, die Stasi leitete trotzdem Ermittlungen ein.[34]

Überprüfung von Leserbriefen

Noch mehr Energie steckte der Geheimdienst in die Auswertung von Leserbriefen. Hans-Dieter Schütt, Chefredakteur der Jungen Welt (1984-1989), berichtet in seiner Autobiografie, dass ein MfS-Mitarbeiter in den 1980er Jahren regelmäßig bei ihm vorbeikam, um die Säcke mit der Leserpost abzuholen.[35] Was mit Leserbriefschreibern passieren konnte, die sich kritisch über den Staat und die Partei äußerten, zeigt ein fast vollständig bei der Stasiunterlagenbehörde abgelegter Operativer Vorgang über den Magdeburger Prokuristen Rudolph Winkler, der wegen mehrerer anonymer Leserbriefe an die Volksstimme (SED-Bezirksorgan Magdeburg) und das Neue Deutschland von der Stasi verfolgt und schließlich 1966 zu mehreren Jahren Haft verurteilt wurde.[36]

Im Juli 1983 fahndete der Geheimdienst nach einem "pseudonymen Drohbriefschreiber", der von Rostock aus vier Postkarten und einen Drohbrief verschickt hatte. "Der Täter bezieht sich auf verbreitete Gerüchte über die Delegierung von Fußballspielern des FC Hansa Rostock nach Berlin und Magdeburg laut Beschluß des DFV [Deutscher Fußball-Verband] der DDR." Bei Verwirklichung der Delegierungen drohe er mit "Flugblattaktionen und Protesten", teilte das MfS mit und forderte alle 1.437 Leserbriefe von der Jungen Welt an, die im Rahmen eines Leserinterviews mit Dieter Fuchs, Chefverbandstrainer und stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Fußball Verbandes, an die Zeitung geschickt worden waren.[38]

Verdächtige hand- und maschinengeschriebene Briefe speicherte das MfS in einer Schriftenvergleichsdatei ein, ganz gleich ob die Anschreiben anonymisiert waren oder einen Absender trugen.[39] An dieser Stelle muss offen bleiben, was mit den einzelnen Leserbriefschreibern passierte, die Kritik am System übten. Wie im Fall von Rudolph Winkler müsste erst Antrag auf Zugang zu den personenbezogenen Akten gestellt werden.[40] Gesichert kann nur gesagt werden, dass die Stasi die Leserbriefe häufig im Zusammenhang mit Personenermittlungen und Operativen Vorgängen auswertete und ablegte.[41]

Fazit

Das Ministerium für Staatssicherheit war Teil der staatlichen Öffentlichkeitsarbeit in der DDR. Über die hauseigene Abteilung Agitation, ab 1985 über die Pressestelle, lenkte die Stasi die Berichterstattung in den Bereichen, für die das MfS im engeren oder weiteren Sinne zuständig war: vor allem auf militärischem und geheimdienstlichen Gebiet. In dieser Aufgabe unterschied sich die Stasi kaum von anderen Ministerien und staatlichen Stellen des Landes.[42] Im Vordergrund stand stets, den Interessen der SED-Führung nicht zu schaden. So wurden Informationen unterdrückt, die als "staatsgefährdend" eingestuft wurden (etwa Meldungen über Flugzeugentführungen). Auf der anderen Seite wurden solche Nachrichten als besonders positiv herausgestellt, die den Interessen förderlich schienen (zum Beispiel Jubiläen, "MfS-Helden"). Meldungen, die für die Staatssicherheit von herausgehobener Bedeutung waren, schrieb Minister Erich Mielke zum Teil selbst.

Die staatliche Öffentlichkeitsarbeit beinhaltete aber nicht nur die Versorgung der Presse mit Informationen. Häufig waren es die Redakteure selbst, die sich an das MfS wandten, wenn sie sich unsicher waren, wie ein Ereignis "richtig" gedeutet werden musste oder wie die offizielle Lesart lautete. In dieser Funktion kam das MfS zwar einer Art Vorzensor gleich; die Redakteure konnten sich durch die eingebaute Rückversicherungsschleife aber auch gegen potenzielle Rügen wappnen. Die Verantwortung wurde auf eine höhere Instanz "abgewälzt".

Unabhängig von der staatlichen Öffentlichkeitsarbeit hatte der Geheimdienst aber noch eine weitere Aufgabe, in der er sich von anderen Ministerien unterschied: die operative Absicherung der Redaktionsstuben. Journalisten wurden gezielt observiert, zum Teil auch als inoffizielle Mitarbeiter geworben, um einen reibungslosen Ablauf in der Pressearbeit zu gewährleisten. Gesammelt wurde buchstäblich alles, was die Staatssicherheit in die Finger bekommen konnte: von privaten Informationen bis hin zu beruflichen Auseinandersetzungen oder Problemen in der Redaktion. Allerdings, und auch das zeigen die gesichteten Akten, nahm das MfS über seine inoffiziellen Mitarbeiter keinerlei Einfluss auf Zeitungsinhalte. Vielmehr dienten die IMs in den Redaktionen als Garanten des Systems - Störenfriede innerhalb und außerhalb der Redaktion, etwa Kontaktpersonen im Umfeld der Journalisten oder kritische Leserbriefschreiber, konnten mit ihrer Hilfe blockiert, identifiziert oder sogar ausgeschaltet werden.

Der vollständige Beitrag hier:
http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschi ... sicherheit

Anmerken möchte ich noch, dass man in Räumen ehemaliger DDR - Zeitungen, wie JW oder ND, häufig selbsternannte " Aufarbeitungskümmerer " sieht, die dort beispielsweise andächtig den Worten ehemaliger " DDR - Größen " lauschen, die als Totschläger zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden..... [laugh]
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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon Merkur » 12. August 2017, 10:06

Interessierter hat geschrieben:Anmerken möchte ich noch, dass man in Räumen ehemaliger DDR - Zeitungen, wie JW oder ND, häufig selbsternannte " Aufarbeitungskümmerer " sieht


Ich möchte anmerken, dass Du in diesen Räumen noch nie jemanden gesehen hast. [flash]
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon andr.k » 12. August 2017, 10:12

[laugh] [flash]
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.
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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon augenzeuge » 12. August 2017, 10:17

Merkur hat geschrieben:
Interessierter hat geschrieben:Anmerken möchte ich noch, dass man in Räumen ehemaliger DDR - Zeitungen, wie JW oder ND, häufig selbsternannte " Aufarbeitungskümmerer " sieht


Ich möchte anmerken, dass Du in diesen Räumen noch nie jemanden gesehen hast. [flash]


Sicher? Heute muss man zum Glück nicht immer selbst vor Ort sein, um über dortige Personen des Aufarbeitungsgeschehens informiert zu sein. [grins]

AZ
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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon Dr. 213 » 12. August 2017, 13:26

Wenn die EX- Stasis und sonstige Büttel der SED- Diktatur sich an den hartnäckigen Kümmerern reiben,
so empfinde ich das als Qualitätsbeweis. Sie werden also die die Finger schon in die richtigen Wunden gelegt haben.

Danke und bitte weiter so Vera Lengsfeld, Katrin Sass, Mario Röllig, Hartmut Richter und die vielen Anderen !

Herzlichst
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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon karnak » 12. August 2017, 14:04

Also was mich angeht, ich habe immer mal wieder mit beiden Truppenteilen ein Problem wenn der Unsinn über den Rand schwappt. [flash]
Ich war ja nun schon bei solchen Veranstaltungen in diesen Räumen, natürlich sitzen da komische Typen in den Zuhörerreihen, manche haben sogar ihren fettesten Orden am Rever. [flash] Ich würde bei ihnen schon drei Meilen gegen den Wind riechen, dass sie zu meinen alten Chefs gehörten. Von der Sorte die mir schon damals erklärten wie man es richtig anstellt aber die Praxis nur aus ihren Diskussionsrunden an der JHS kannten, die konnten damals schon nerven wenn man ein paar Jahre an der Basis hinter sich hatte. Jetzt sitzen sie nur noch dort und lechzen nach Salbe für ihre Wunden, wer die liefert bekommt Beifall. Und es gibt natürlich auch die"Störer" ,dass sind die die Du magst [flash] , Leute einfach ohne Niveau, Krakeelbrüder denen nicht klar zu sein scheint ,dass sie mit ihrem Rumgebrülle den geschulten Stasimännern natürlich alle Möglichkeiten geben sie vorzuführen. Hass ist eben kein guter Ratgeber und festhalten an alten Überzeugungen auf Teufel komm raus auf der anderen Seite einfach dümmlich, beide sind in ihrem Kampf manchmal einfach nur lächerlich und peinlich.
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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon Kumpel » 12. August 2017, 14:52

karnak hat geschrieben:Also was mich angeht, ich habe immer mal wieder mit beiden Truppenteilen ein Problem wenn der Unsinn über den Rand schwappt. [flash]



Das darfst du dann gerne in dein Kissen ningeln. [hallo]
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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon karnak » 12. August 2017, 15:10

[flash] so einfach kann ich es Euch einfach nicht machen.
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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon Merkur » 12. August 2017, 15:21

karnak hat geschrieben: manche haben sogar ihren fettesten Orden am Rever. [flash]


Hör auf mit dem Mist. Das glaubt nachher noch Einer.
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon pentium » 12. August 2017, 15:26

Seltsam, ich dachte es geht um DDR-Zeitungen und die Staatssicherheit. Aber ich sehe, wieder einmal....

...
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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon karnak » 12. August 2017, 15:37

[flash] Ich kann es nicht ändern, ich war beim Grossmann seiner Buchvorstellung da rannten zwei solche Experten rum. Ein flächendeckendes Tragen der Ordensspange, dass habe ich nicht behauptet. Und zu ändern ist auch nicht, die Zuhörerreihen in Erinnerung, meine bevorzugte Gesellschaft ist es nicht mehr, natürlich kann das auch nur ein Eindruck sein, geboren aus alten Erinnerungen dass will ich nicht bestreiten. Aber es gab da eine Wortmeldung, nach Aufforderung vom Generaloberst [flash] , da musste ich schon etwas grinsen, eigentlich hätte es mich eher schütteln müssen wenn es mich noch betreffen würde was es nicht mehr tut und ich würde in solchen Quatsch auch nicht mehr involviert sein wollen.
Aber es gab ja auch schon einen CDU-Fraktionsvorsitzenden in Brandenburg der ist in Häftlingsklamotten zur Sitzung gekommen. Für solchen Zirkus bin ich nun mal nicht zu haben, aber natürlich ist alles Geschmackssache. [flash]
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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon Wosch » 12. August 2017, 16:57

karnak hat geschrieben:[flash]
. Für solchen Zirkus bin ich nun mal nicht zu haben, aber natürlich ist alles Geschmackssache. [flash]




Und Weil Du nun bei den Geschmacksachen angekommen bist werde Ich ja nicht vom Thema abkommen, wenn ich jetzt schreibe dass Du auch nicht nach meinem Geschmack durch's Forum stiefelst.
Grundsaetzlich hat das weniger mit Deiner Taetigkeit als MfS-Mitarbeiter zu tun, sondern mit Deiner "angeblichen" veraenderten Einstellung zu Deinen ehemaliges Vorgesetzten, den dauernden Hinweisen auf Deine Wandlung ( was Recht und Unrecht in der DDR betrifft), Deinen stetigen Versuchen andere Zeitzeugen beim Luegen zu erwischen, Deinem unflaetigen Benehmen anderen Usern gegenueber und Deine ewigen Beteuerungen fuer Dein nach der Wende arbeitsmaessig "anstaendig" gefuehrtes Leben.
Ausserdem machst Du Dich des oefteren ueber Sachen lustig wenn' nicht angebracht ist.

Nach dem etliche Lobhudeleien zu Deiner Person hier eingestellt wurden, nehme bitte die meine hier zur Kenntnis, obwohl Ich davon ausgehe dass sie Dich nicht ueberraschen wird.

Wosch.
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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon karnak » 12. August 2017, 17:05

Wie das Wort schon sagt, jeder hat so seinen Geschmack, mir gefällt meiner und ich lasse Dir Deinen. Ob nun Lobhudelei oder Fundamentalkritik, für mich ist sowas zweitrangig, eher nebensächlich, ich stelle hier meine Aufassungen ein oder beschreibe Situationen oder Abläufe, nehme andere Meinungen dazu entgegen und erlaube mir die von anderen zu bewerten, wenn es recht ist. [grin]
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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon SkinnyTrucky » 31. August 2017, 19:58

Naja Wolfgang, ich hab den Kristian ja nun in real life erlebt....ich glaub ihm seine Wandlung auch ohne die ständigen Hinweise seinerseits dadrauf....Kristian würde garantiert nicht mehr wieder losschlagen, wenn es mal wieder anders kommen würde....der will nur noch so schnell wie möglich ab in die Toscana....

....es macht schon Spass sich mit ihm zu unterhalten....seine ehemaligen Kollegen kommen da oft nicht gut bei weg, die über und über ihn schon gleich garnicht....

....nee, also hier meint es einer ehrlich....den Eindruck hatte ich die ganze Zeit und es gab keinen Moment, der mich daran zweifeln liess....und naja, ich hab mich ja auch mit seiner Frau unterhalten.... [wink]

Nee joh, der hat schon die Wende vollzogen....und die Sacherhalte, die es hier im Forum noch zu klären gibt, da ist er doch wohl mit der Kompetenz aus seiner damaligen Perspektive eine nicht zu verzichtene Grösse hier.... [super]


groetjes

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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon steffen52 » 31. August 2017, 20:31

SkinnyTrucky hat geschrieben:Naja Wolfgang, ich hab den Kristian ja nun in real life erlebt....ich glaub ihm seine Wandlung auch ohne die ständigen Hinweise seinerseits dadrauf....Kristian würde garantiert nicht mehr wieder losschlagen, wenn es mal wieder anders kommen würde....der will nur noch so schnell wie möglich ab in die Toscana....

....es macht schon Spass sich mit ihm zu unterhalten....seine ehemaligen Kollegen kommen da oft nicht gut bei weg, die über und über ihn schon gleich garnicht....

....nee, also hier meint es einer ehrlich....den Eindruck hatte ich die ganze Zeit und es gab keinen Moment, der mich daran zweifeln liess....und naja, ich hab mich ja auch mit seiner Frau unterhalten.... [wink]

Nee joh, der hat schon die Wende vollzogen....und die Sacherhalte, die es hier im Forum noch zu klären gibt, da ist er doch wohl mit der Kompetenz aus seiner damaligen Perspektive eine nicht zu verzichtene Grösse hier.... [super]


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Hast mich zwar nicht angesprochen, aber da ich karnak und Frau auch persönlich kennen gelernt habe, muss ich sagen, Mara, das er mit seiner damaligen Zeit abgeschlossen hat ist
schon richtig, aber wen ihn jemand was erzählt, siehe hier im Forum, was nicht in seinen Visier passt, dann kann er schon etwas ausrasten. Also andere Meinungen zu akzeptieren ist
nun auch nicht sein Ding. Er kennt es so und Pasta. Alles andere ist Geschwätz und nicht wahr. [frown]
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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon SkinnyTrucky » 31. August 2017, 20:49

Na Steffen, italienisch musste aber noch üben, was....Pasta sind Nudelgerichte und Basta ist ein entgültiger Begriff.... [wink]

Nun ja, ausrasten würd ich jetzt nicht grade sagen, denn seine Klarstellungskanonaden sind schon immer gut untermauert und viele seiner Ansichten sind halt seiner damaligen Position geschuldet, das hat ihn halt geprägt....er kann aber gut zuhören und ich hatte nun nicht grad den Eindruck, das er andere Meinungen nicht akzeptiert auch wenn er einen ganz speziellen Drang besitzt da halt seine eigene Perspektive gegenüber zu stellen....da muss man halt mit umgehen können....


groetjes

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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon steffen52 » 31. August 2017, 21:22

SkinnyTrucky hat geschrieben:Na Steffen, italienisch musste aber noch üben, was....Pasta sind Nudelgerichte und Basta ist ein entgültiger Begriff.... [wink]

Nun ja, ausrasten würd ich jetzt nicht grade sagen, denn seine Klarstellungskanonaden sind schon immer gut untermauert und viele seiner Ansichten sind halt seiner damaligen Position geschuldet, das hat ihn halt geprägt....er kann aber gut zuhören und ich hatte nun nicht grad den Eindruck, das er andere Meinungen nicht akzeptiert auch wenn er einen ganz speziellen Drang besitzt da halt seine eigene Perspektive gegenüber zu stellen....da muss man halt mit umgehen können....


groetjes

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So sind eben halt die verschiedenen Ansichten zu einer Person, um es richtig zu schreiben, Basta, Mara! [hallo]
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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon Interessierter » 1. September 2017, 10:41

denn seine Klarstellungskanonaden sind schon immer gut untermauert


Tut mir leid, die Erfahrung mit seinem Bestreiten der Aussagen von Zeitzeugen, ungeprüft, besserwisserisch und rechthaberisch, beweist er permanent, dass er Dinge einfach bestreitet, nur weil er sie nicht erlebt hat, bzw. nicht kennt. Vielleicht die Reste üblichen Stasiverhaltens?

Er hat sich zweifelsfrei " gut eingerichtet " im System des ehemaligen Klassenfeindes, weil er erkannt hat, dass die freiheitliche bundesrepublikanische Demokratie die bessere Staatsform ist, als die der SED - Diktatur. Deren willfähriger Diener er aber ohne die
Wende, heute noch wäre.... [denken]

Was natürlich nicht ausschließt einen geselligen Abend mit ihm verbringen zu können.
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Re: DDR-Zeitungen und Staatssicherheit

Beitragvon Interessierter » 3. Dezember 2017, 14:55

Stasi in der Redaktion

Die RUNDSCHAU und ihre Mitarbeiter standen zu DDR-Zeiten unter intensiver Beobachtung und ständiger Kontrolle der Stasi. Auf dem Höhepunkt der Überwachung in den 70er-Jahren gab es bis zu 20 Inoffizielle Mitarbeiter (IM) im Verlag. Dies belegt eine im Auftrag der RUNDSCHAU erstellte wissenschaftliche Studie zum Einfluss des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) auf die Zeitung.


Massenmedien waren in der DDR ein wesentliches Machtinstrument der SED. Die inhaltlich-ideologische Anleitung und Kontrolle lag bei der Partei. Aufgabe des MfS war die Sicherung und Durchsetzung der Vorgaben der SED. Entstand hierzu eine Diskrepanz waren „Abwehr- und Strafverfolgungsmaßnahmen“ einzuleiten, so eine Dienstanweisung der Stasi aus dem Jahr 1969. Hierzu setzte das MfS vor allem auf die Überwachung und Bespitzelung des beruflichen und privaten Umfeldes der Journalisten, die für Massenmedien arbeiteten. Wie dies bei der RUNDSCHAU konkret aussah, haben die beiden Wissenschaftler Prof. Dr. Michael Heghmanns und Prof. Dr. Wolff Heintschel von Heinegg in ihrer Studie „Der Staatssicherheitsdienst in der Lausitzer Rundschau“ untersucht.

Ausforschung des Privatlebens

Die Stasi forderte von ihren IM in der RUNDSCHAU nicht nur Einschätzungen über politische Einstellungen und Zuverlässigkeit von Kollegen ab, sondern interessierte sich auch detailliert für deren Privatleben. Die Studie nennt unzählige Beispiele, in denen IM über Alkoholkonsum, Besitz von Westgeld, dekadente Kleidung, Affären, Paketlieferungen aus dem Westen, private Anschaffungen und Westkontakte akribisch berichtet haben. Einige IM-Berichte haben nach Einschätzung der Gutachter „stark denunzierenden“ Charakter. So berichtete 1970 eine Fotografin, die von der Stasi unter dem Decknamen „Karl“ registriert war, über eine Volontärin, die „Orgien mit vier Männern“ feiere und eine andere Mitarbeiterin, die selbst vom MfS angeworben worden sei und ihr ihre Skrupel anvertraut habe, über Kollegen zu berichten.

Zahlreiche IM lieferten zusätzlich oder ausschließlich Informationen, die nichts mit Mitarbeitern der RUNDSCHAU zu tun hatten. Sie waren offensichtlich ausgewählt worden, weil sie wegen ihrer beruflichen Tätigkeit mit vielen Personen in der Region zusammenkamen. In diesen Fällen standen insbesondere Westkontakte, Westgeld, politische Einstellungen, Kritik an der SED und Anzeichen für eine mögliche Republikflucht im Mittelpunkt des Interesses der Stasi. In einem Fall ging es Mitte der 70er-Jahre um die „Zerschlagung einer Konzentration dekadenter und negativer Jugendlicher“ . Der „Anführer“ wurde nach Aktenlage inhaftiert.

Verweigerung der Mitarbeit

Neben den Beschäftigten, die sich bereitwillig zu Spitzeldiensten verpflichteten, liefern die Studie und die ihr zu Grunde liegenden Akten aber auch Hinweise auf RUNDSCHAU-Redakteure, die eine Mitarbeit grundsätzlich oder zumindest Spitzeldienste abgelehnt haben und zu vereinbarten konspirativen Treffen mehrfach nicht erschienen sind. In solchen Fällen wurden die Akten mit Hinweisen wie „entspricht nicht den Grundanforderungen“ oder „IM lehnt unter Angabe fadenscheiniger Gründe eine weitere Zusammenarbeit mit dem MfS ab“ geschlossen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Mitarbeiter deswegen ihren Arbeitsplatz verloren haben.

Ein „Sonderfall“

Von allen IM, die in der Studie aufgeführt sind, arbeitet heute nur noch Gabriela Böttcher in der Redaktion der RUNDSCHAU. Sie ist nach Einschätzung der Gutachter ein „Sonderfall“ , da sie von der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) als IMS „Erna“ geführt wurde. Die Auslandsspionage der Stasi hatte Ende der 80er-Jahre versucht, durch sie detaillierte Kenntnisse über einen westdeutschen DDR-Besucher zu erlangen. Die Chefredaktion prüfte diesen Fall unmittelbar nach Bekanntwerden im Sommer dieses Jahres sehr intensiv nach Aktenlage und in mehreren persönlichen Gesprächen mit Gabriela Böttcher. Sie hat schwere Fehler bei ihren Kontakten mit der Stasi eingestanden. Unter Berücksichtigung aller Umstände wurde ihr Fall von der Chefredaktion nicht als schwer wiegend bewertet. Deshalb kann sie als Redakteurin weiter im Haus arbeiten, wurde aber als Leiterin der Lokalredaktion Senftenberg abgelöst.

Kontakte selbst offenbart

Der frühere Leiter der Lokalredaktion Hoyerswerda, Tilo Winkler, hatte im April 2003 von sich aus Kontakte zum MfS offenbart. Tilo Winkler wurde daraufhin von seiner Führungsaufgabe entbunden. Ende der 80er-Jahre hatte das MfS nach seinen Angaben während des Wehrdienstes von ihm Informationen zu Kameraden und Stimmungen in seiner Kaserne abgefordert. Anfragen bei der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes ergaben jedoch, dass keinerlei Unterlagen zu seiner Person vorliegen, weshalb er auch nicht in der Studie genannt wird. Tilo Winkler, der ebenfalls Fehler im Umgang mit der Stasi eingeräumt hat, kann aus Sicht der Chefredaktion weiter als Redakteur ohne Leitungsfunktion für die RUNDSCHAU arbeiten.

Trennung in drei Fällen

In drei Fällen hat sich die RUNDSCHAU unmittelbar nach Bekanntwerden der IM-Tätigkeit und intensiver Prüfung von Redakteuren getrennt. In einem Fall hatte ein Mitarbeiter vor seiner Zugehörigkeit zur RUNDSCHAU, aber bereits als Journalist, einen prominenten Cottbuser Künstler bespitzelt. Er informierte die Stasi über dessen finanzielle Verhältnisse, seine sexuellen Vorlieben, regimekritische Einstellungen und einen geplanten Wahlboykott. In den beiden anderen Fällen hatten die Redakteure detaillierte Angaben zum Berufs- und Privatleben von Kollegen gemacht sowie Einschätzungen über deren Zuverlässigkeit abgegeben. Auch hier fanden sich Berichte mit stark denunzierendem Charakter. Alle anderen, die als IM bei der Stasi geführt wurden, waren bereits zur Wende nicht mehr im Haus, schieden danach aus Altersgründen aus oder haben die Redaktion aus anderen Gründen verlassen.

https://www.lr-online.de/nachrichten/st ... id-3429560
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