karnak » 30. Sep 2019, 12:32
![Grinsen [grin]](./images/smilies/evilgrins.gif)
Das MfS als Institution ist in diesem zwischenmenschlichen Zusammenhang völlig unwichtig.
Es geht lediglich darum, dass ich mich vor meinem Kind nicht für mein geführtes Leben rechtfertigen muß, dazu ist sie in keiner Weise legitimiert, zumindest sehe ich das so und das hätte sie zu akzeptieren. Aber wie gesagt, auf diese Idee käme sie nicht, weil sie eben keine Meise hat.
Die Enkel und die StasiImmer mehr junge Menschen interessieren sich für die DDR-Vergangenheit ihrer Angehörigen. Stellt jetzt die Enkelgeneration die Fragen, die sich die Älteren nicht zu stellen trauen?Ausgerechnet mit dem nahenden Ende seines Lebens könnte für Paula eine neue Phase davon beginnen, sich mit ihrem Vater zu beschäftigen. Denn wenn Paula erfahren sollte, dass er verstorben ist, will sie einen sogenannten "Antrag zu nahen Angehörigen" bei der Stasi-Unterlagenbehörde stellen. Sie sagt: "Ich will ihn durch die Akten noch einmal neu kennenlernen."
Paula ist mit diesem Wunsch, aus den Stasi-Akten der Eltern mehr zu erfahren, nicht allein. Laut der Behörde haben 2017 4400 Menschen die Stasiakten von nahen Angehörigen angefordert. 2018 waren es 4500. Und wenn man die Zahlen, die für dieses Jahr bisher bekannt sind, hochrechnet, könnten bis Ende 2019 mehr als 5000 dieser Anträge bei der Stasi-Unterlagenbehörde eingegangen sein. Es wären so viele wie noch nie.
Aber warum interessieren sich die Jüngeren ausgerechnet für das, was sie nur noch aus den Geschichtsbüchern kennen?"Die Enkelgeneration stellt jetzt die Fragen, die sich die Älteren nicht zu stellen trauen", sagt Roland Jahn, der seit 2011 Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen ist. Zwar erfasst die Stasi-Unterlagenbehörde nicht explizit, ob die Antragsteller Söhne, Enkelinnen oder Ehepartner sind. Auch das Alter wird nicht ermittelt. Dennoch merkt Jahn, dass sich etwas verändert hat. Von seinen Mitarbeitern höre er immer wieder, dass es zunehmend Jüngere sind, die das Recht in Anspruch nehmen.Es scheint so, als werde nun das Interesse einer Generation von Nachgeborenen geweckt, die ganz neue Motivationen hat. Anders als für die Bespitzelten, geht es für die Enkel nicht mehr nur um das eigene Leben, sondern um die Geschichte der Angehörigen. "Die Enkelgeneration ist unbefangener", sagt Roland Jahn. Und das hat mitunter auch eine indirekte Wirkung: "Die Ermunterung der Enkelgeneration animiert auch die Eltern und Großeltern zur Ansicht", sagt Jahn. "Ältere Menschen kommen zu uns, weil sie im Dialog mit den Enkeln dazu motiviert wurden."
Für manche, die rund um 1990 geboren sind, fängt die Auseinandersetzung jetzt erst an. Nun, da die Großeltern und Eltern nicht mehr leben und nicht mehr selbst suchen wollen oder können, nehmen die Jüngeren die Sache selbst in die Hand. Ihre Gründe sind so vielfältig, wie die Rollen ihrer Eltern und Großeltern in der DDR waren.
https://www.sueddeutsche.de/leben/nachw ... -1.4673558@ karnak: Da hätten, deiner Ansicht nach, aber sehr viele eine Meise.