Vier-Tage-Woche machbar und sinnvoll?

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Vier-Tage-Woche machbar und sinnvoll?

Beitragvon Interessierter » 10. August 2020, 09:39

Eine kürzere Arbeitszeit sorgt für bessere Gesundheit, mehr Glück, weniger Stress, höhere Produktivität, faire Verteilung von Arbeit und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein Gastbeitrag von Katja Kipping.

Nur noch vier Tage arbeiten – dieser Vorschlag von mir klingt provokativ, geradezu utopisch. Kein Wunder, dass er überall so kontrovers diskutiert wird. Und natürlich ist es gut, einen Vorschlag, der das Potential hat, das Arbeitsleben tiefgreifend zu verändern, ausführlich zu besprechen. Daher möchte ich gerne auf einiges eingehen, was dazu geäußert worden ist.

Die Vier-Tage-Woche kommt nicht von heute auf morgen. Das von mir vorgeschlagene Modell wäre ein Anreiz für Betriebe, einen ersten Schritt zu gehen. Kein Betrieb würde gezwungen, an der Pilotphase mit der staatlichen Förderung der Arbeitszeitverkürzung teilzunehmen. Die Kosten für die Staatskasse würden daher sicher nicht die astronomischen Höhen erreichen, die von einigen ins Feld geführt werden.

Von Kapitalseite gibt es trotzdem gerne Kritik. Das war aber auch schon so, als die Beschäftigten in den 50er und 60er Jahren für die Fünf-Tage-Woche kämpften. Der prophezeite wirtschaftliche Schaden blieb aus. 1994 rettete VW durch die Vier-Tage-Woche 30 000 Arbeitsplätze. Die Vereinbarung blieb über zehn Jahre in Kraft. Es ist also kein Zufall, dieses Thema in der Corona-Krise anzusprechen. In einer Zeit, in der viele Betriebe in Kurzarbeit sind, von Insolvenz bedroht oder Stellenstreichungen ankündigen.

Weiter geht es hier:
https://www.fr.de/meinung/gastbeitraege ... 18175.html

Ich selbst habe als Lehrling noch die Sechs - Tage - Woche erlebt und kann mich noch gut an das Gezeter, die Panikmache der Arbeitgeber erinnern und vermute, dass es heute nicht anders sein würde.... [wink]
Interessierter
 

Re: Vier-Tage-Woche machbar und sinnvoll?

Beitragvon Volker Zottmann » 10. August 2020, 11:47

4 Tage arbeiten und dann 2 Tage frei, dann 2 Tage arbeiten und 6 Tage frei.
So sah bei 12 Stundenschichten des 14-Tage-Rhythmus bei meinem Cousin in der Computerzentrale der Stadt Calgary aus. Sie arbeiteten also nur noch 36 Std. pro Woche, oder auf 14 Tage gesehen, 72.
Enorme Freizeit und gleichzeitig garantiert das System so rollend, dass jeder immer mal auch an den Wochenenden zu Hause ist oder eben arbeitet. Da wird keiner mit benachteiligt, noch bevorzugt.

Warum sollte das zum Beispiel in Verwaltungen nicht funktionieren? Es ist ja bereits erprobt.


Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Vier-Tage-Woche machbar und sinnvoll?

Beitragvon Bahndamm 68 » 10. August 2020, 15:01

Wenn dadurch die Arbeitslosenzahl mächtig reduziert wird, könnte ich mir als Rentner dies vorstellen.
Ansonsten würde ich bei der Fünf-Tage Arbeitswoche bleiben. Wenn es dann eine tarifliche Regelung gibt, könnte ich mir auch den Sonntag als Arbeitstag vorstellen.
Wenn sich dadurch jedoch die Kriminalität erhöht, insbesondere bei Jugendlichen durch zu viele Freizeit, dann ein rigoroses „NEIN“.
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Re: Vier-Tage-Woche machbar und sinnvoll?

Beitragvon augenzeuge » 11. August 2020, 15:06

Telefónica Deutschland schafft Präsenzpflicht für Mitarbeiter ab

Die Corona-Krise sorgt hinsichtlich der Arbeitsorganisation für ein Umdenken. So will der Mobilfunkanbieter Telefónica Deutschland mit der Marke O2 die Präsenzpflicht seiner Angestellten völlig abschaffen. Die Beschäftigten sollen künftig weitgehend eigenständig entscheiden, wo und wann sie arbeiten, wie Personalchefin Nicole Gerhardt den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland sagte.

"Viele - auch mich - hat es überrascht, wie reibungslos die Arbeit im Homeoffice funktioniert. Dadurch ist ein Durchbruch gelungen."

Meetings sollen bei dem Unternehmen künftig grundsätzlich virtuell stattfinden, Dienstreisen um 70 Prozent reduziert werden. Dabei steht nach Angaben der Managerin nicht primär eine Kostensenkung im Fokus. Telefónica gehe es um mehr Produktivität und auch um Klimaschutz. Ein Teil der Einsparungen solle an die Beschäftigten zurückzugeben werden.


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