Zwangsadoptionen in der DDR

Es gab zwischen beiden deutschen Staaten große Unterschiede in der Sozialpolitik (welche ja eine der Philosophien des DDR-Sozialismus war). Wo lagen die Unterschiede? Wie effektiv waren beide Sozialsysteme? Was war ungerecht, was war gerecht? Wie ist es im Vergleich zu heute?
Der Bereich für Diskussionen zu den Sozialen Systemen der beiden deutschen Staaten.

Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon manudave » 11. Juni 2010, 21:35

Ihre Kinder zu „gesunden, lebensfrohen und tüchtigen Menschen, zu aktiven Erbauern des Sozialismus“ zu erziehen. Das wurde als wichtigste Funktion der Familie angesehen. Aufgabe der Eltern war es, ihren Kindern den Zugang zur sozialistischen Gesellschaft sowohl praktisch als auch geistig zu eröffnen und sie zu „sozialistischen Persönlichkeiten heranzubilden, die eine hohe Allgemeinbildung besitzen, gute Staatsbürger sind und Charaktereigenschaften ausweisen, die sie befähigen, ein glückliches Leben als Mitgestalter der sozialistischen Menschengemeinschaft zu führen“

Vor dem Hintergrund, dass man hinsichtlich des Erziehungszieles von einer Interessenidentität bei Familie und Gesellschaft, hatte der Gesetzgeber auch in dieser Norm festgelegt, dass neben den Eltern die gesamte sozialistische Gesellschaft an der Kindererziehung mitzuwirken hatte.

Die Beteiligung der Gesellschaft an der Kindererziehung wurde daher nicht als Eingriff, sondern als notwendige Unterstützung und Ergänzung gewertet, die dem Wesen der sozialistischen Gesellschaft immanent sei.

http://zwangsadoptierte-kinder.de/
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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon Berliner » 13. Juni 2010, 05:08

diese Clips stellte ich schon mal woanders rein. Hier sind sie wieder, zum Thema "Zwangsadoptionen in der DDR".

Berliner [hallo]

DDR ZWANGSADOPTION - "Trennung von Staats wegen"

"Zwischen 1950 und 1990 gab es circa 75.000 Adoptionen in der DDR. Die meisten dienten sicher dem Wohl der Kinder, doch gibt es eine nicht unerhebliche Anzahl von Fällen, in denen Eltern das Erziehungsrecht aberkannt wurde, um sie gesellschaftlich oder politisch zu maßregeln. Eltern in der DDR hatten laut dem Familiengesetzbuch die Pflicht, ihre Kinder „zur sozialistischen Einstellung zum Leben und zur Arbeit zu erziehen. Kamen sie dieser Aufgabe nach Ansicht der Behörden nicht nach, konnte der Staat eingreifen. Wie viele Familien oder auch Geschwister durch das DDR-Regime auseinandergerissen wurden, lässt sich heute nur mutmaßen"

Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=_AsX3dwj ... 1&index=15

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Talent kann es nicht - nichts ist verbreiteter als erfolglose Maenner mit Talent.
Genie kann es nicht - unbelohntes Genie ist nahezu ein Sprichwort.
Ausbildung kann es nicht - Die Welt ist voll von ausgebildeten Obdachlosen.


Beharrlichkeit und Ausdauer alleine sind allmaechtig.


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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon Mike59 » 14. Juni 2010, 14:42

[quote="Berliner"]diese Clips stellte ich schon mal woanders rein. Hier sind sie wieder, zum Thema "Zwangsadoptionen in der DDR".

Berliner [hallo]


-----------
Stimmt und das Ergebnis nach Offenlegung der Wahrheit über dieses Thema auch. Ich verstehe nicht was ihr mit solchen Beiträgen erreichen wollt, Ich hatte es im "Altem Forum" zu einer ähnlichen Vorgehensweise auch schon geschrieben. Einen Knochen kann man auskochen so oft mann will, aber nur beim ersten mal bekommt man eine schmackhafte Brühe. Alles danach wird fade und trüb.

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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 14. Juni 2010, 15:35

Mike59 hat geschrieben:Ich verstehe nicht was ihr mit solchen Beiträgen erreichen wollt, Ich hatte es im "Altem Forum" zu einer ähnlichen Vorgehensweise auch schon geschrieben. Einen Knochen kann man auskochen so oft mann will, aber nur beim ersten mal bekommt man eine schmackhafte Brühe. Alles danach wird fade und trüb.

Mike59



Hallo Mike,

natürlich gab bzw. gibt es im anderen Forum Themen, die ausgiebig diskutiert worden sind. Na und? Wenn wir jedes Mal abwägen sollten, ob ein Thread dort schon erschöpfend diskutiert wurde oder nicht, dann wären wir von diesem Forum anhängig. Aber genau das sind wir zum Glück nicht.

Auch dieses sehr schlimme Thema gehört der Vollständigkeit in unser Forum, schon allein deshalb, weil wir Leute hier haben, die sich drüben bisher nicht angemeldet hatten.

Um es mit deinen Worten zu sagen: Wir kochen aus diesem Knochen hier das erste Mal eine Brühe. Alles andere zählt nicht. Und wer diese Brühe löffelt oder ablehnt ist die Entscheidung jedes Einzelnen selbst. Auch der Geschmack ist relativ.

Du kannst hier gern einen Thread wieder reinbringen, der deiner Meinung nach drüben nicht ausdiskutiert wurde, oder auch nur deshalb, um erneut darauf aufmerksam zu machen.

Gruß, AZ [wink]
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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon Mike59 » 14. Juni 2010, 16:46

@ AZ es geht nicht darum ob eine Thema hüben oder drüben schon ein mal ausgiebig durchgekaut wurde, ich glaube zu erinnern, inklusive deiner Person.
Wenn ein Neuzugang dazu offen Fragen aufwirft erscheint es schon etwas anders wie wenn ein alter Forumshase diesen Tread wieder eröffnet. Dies hat dann doch mehr den Anschein, dass er endlich die Antworten lesen möchte die ihm nach seiner Fasson gefallen. [mundzu]

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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 14. Juni 2010, 20:19

Mike59 hat geschrieben:@ AZ es geht nicht darum ob eine Thema hüben oder drüben schon ein mal ausgiebig durchgekaut wurde, ich glaube zu erinnern, inklusive deiner Person.
Wenn ein Neuzugang dazu offen Fragen aufwirft erscheint es schon etwas anders wie wenn ein alter Forumshase diesen Tread wieder eröffnet. Dies hat dann doch mehr den Anschein, dass er endlich die Antworten lesen möchte die ihm nach seiner Fasson gefallen. [mundzu]

Mike59



Ja sicher hatte ich mich drüben beteiligt, bis einer kam und sagte das alles nur erfunden wär...... [mad]

Schade, wenn du es insgesamt so siehst. Aber ich versichere dir, das ist garantiert nicht gewollt, und nötig haben wir das ganz sicher nicht. [smile]

AZ
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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 1. Dezember 2012, 00:09

Quelle: BStU, MfS, ZAIG 3723, Bl. 1–4 (10. Expl.).
Verteiler: Axen, Krenz, Sieber/Mahlow – MfS: Neiber, Großmann, Leiter ZKG, Leiter HA IX, Carlsohn, ZAIG/1, Ablage.9. Dezember 1988

Information Nr. 532/88 über das Ergebnis der Prüfung des Anliegens des Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Dänemarks, Genossen O. Sohn, bezüglich einer Veröffentlichung in der dänischen Zeitschrift »Aktuelt« unter der Überschrift »Sie haben mein Kind gestohlen«

Die Anfrage des Vorsitzenden der KP Dänemarks Ole Sohn an die SED-Führung bezog sich auf die Vorgänge um Gisela Mauritz, über die in »Aktuelt« ein Artikel erschienen war. Sie war bei einem Fluchtversuch, bei dem sie ihren Sohn Alexander mitgenommen hatte, verhaftet worden. Die DDR-Justiz verurteilte sie zu über vier Jahren Gefängnis und zum Entzug des Sorgerechtes. Ihr Sohn wurde von einer Ostberliner Familie adoptiert.

Der MfS-Bericht beschreibt die Geschichte von Fluchtversuch, Verurteilung, Zwangsadoption und die Bemühungen der Mutter um Alexander bis hin zu ihrer Ausreise in die Bundesrepublik im Juli 1988 im Überblick. Am Ende des Schriftstückes positioniert sich die Staatssicherheit noch einmal deutlich: Es gäbe »keinerlei Veranlassung«, die Adoption rückgängig zu machen.

AZ
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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon inel » 1. Dezember 2012, 00:15

einmal das Buch "Entrissen" von Katrin Behr lesen..
wer damit durch ist, der ist geneigt, den dafür Verantwortlichen, allen voran Frau Honecker, an einer dunklenen Mauerecke aufzulauern, mit so einem Draht mit zwei holzpflöcken in der hand.......
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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 1. Dezember 2012, 00:45

inel hat geschrieben:einmal das Buch "Entrissen" von Katrin Behr lesen..
wer damit durch ist, der ist geneigt, den dafür Verantwortlichen, allen voran Frau Honecker, an einer dunklenen Mauerecke aufzulauern, mit so einem Draht mit zwei holzpflöcken in der hand.......


Zu viele dumme Horrorfilme gesehen?

Bei allen Verständnis zum Buch, Dichtung und Wahrheit klaffen auch hier ein wenig auseinander....

Auch wenn es weh tut, in der DDR gab es auch asoziale Mütter/Väter/Eltern....., diejenigen die ihr Gehirn nicht vollständig weg gesoffen haben schwimmen jetzt auf der Welle....
Ich kenne solche Fälle sehr direkt, und die angeblichen "Mütter"(auch Väter), einfach nur Abschaum.....
Aber Heute sind sie alle Verfolgte des Systems.....

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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon Neun » 1. Dezember 2012, 00:45

Bei allen mir bisher bekannten Fällen ist noch nicht einer dabei gewesen, bei dem ich die Rechtsauffassung vertreten würde es handele sich bei ihm um eine Zwangsadoption.
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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon inel » 1. Dezember 2012, 00:57

Thoth hat geschrieben:
inel hat geschrieben:einmal das Buch "Entrissen" von Katrin Behr lesen..
wer damit durch ist, der ist geneigt, den dafür Verantwortlichen, allen voran Frau Honecker, an einer dunklenen Mauerecke aufzulauern, mit so einem Draht mit zwei holzpflöcken in der hand.......


Zu viele dumme Horrorfilme gesehen?

Bei allen Verständnis zum Buch, Dichtung und Wahrheit klaffen auch hier ein wenig auseinander....

Auch wenn es weh tut, in der DDR gab es auch asoziale Mütter/Väter/Eltern....., diejenigen die ihr Gehirn nicht vollständig weg gesoffen haben schwimmen jetzt auf der Welle....
Ich kenne solche Fälle sehr direkt, und die angeblichen "Mütter"(auch Väter), einfach nur Abschaum.....
Aber Heute sind sie alle Verfolgte des Systems.....

Thoth


Ich sprach von einem konkreten Buch und desen Inhalt....Mit Horrorfilmen hat das tatsächlich etwas zu tun....und zwar weil Frau Behr auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter auf dieselbe Sachbearbeiterin im Jugendamt in Gera nach der Wende gestossen ist, die auch schon 1972 bei der Trennung von Mutter und Kindern zuständig war....

Das solche Leute überhaupt noch in den Spiegel sehen können...
inel
 

Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 1. Dezember 2012, 01:02

inel hat geschrieben:
Thoth hat geschrieben:
inel hat geschrieben:einmal das Buch "Entrissen" von Katrin Behr lesen..
wer damit durch ist, der ist geneigt, den dafür Verantwortlichen, allen voran Frau Honecker, an einer dunklenen Mauerecke aufzulauern, mit so einem Draht mit zwei holzpflöcken in der hand.......


Zu viele dumme Horrorfilme gesehen?

Bei allen Verständnis zum Buch, Dichtung und Wahrheit klaffen auch hier ein wenig auseinander....

Auch wenn es weh tut, in der DDR gab es auch asoziale Mütter/Väter/Eltern....., diejenigen die ihr Gehirn nicht vollständig weg gesoffen haben schwimmen jetzt auf der Welle....
Ich kenne solche Fälle sehr direkt, und die angeblichen "Mütter"(auch Väter), einfach nur Abschaum.....
Aber Heute sind sie alle Verfolgte des Systems.....

Thoth


Ich sprach von einem konkreten Buch und desen Inhalt....Mit Horrorfilmen hat das tatsächlich etwas zu tun....und zwar weil Frau Behr auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter auf dieselbe Sachbearbeiterin im Jugendamt in Gera nach der Wende gestossen ist, die auch schon 1972 bei der Trennung von Mutter und Kindern zuständig war....

Das solche Leute überhaupt noch in den Spiegel sehen können...


Wahrscheinlich hast Du das Buch nicht richtig gelesen, deshalb erübrigt sich ein weiterer Austausch darüber.

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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon inel » 1. Dezember 2012, 01:02

Genau so wird das wohl sein.
inel
 

Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 1. Dezember 2012, 01:16

inel hat geschrieben:Genau so wird das wohl sein.


Nicht "genauso", viel, viel schlimmer .....
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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon inel » 1. Dezember 2012, 01:17

Meinungen darf man ja hier kund tun, ohne ende...
inel
 

Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 1. Dezember 2012, 01:22

inel hat geschrieben:Meinungen darf man ja hier kund tun, ohne ende...


Meinungen????? Echt????
Was hast Du geraucht, eingeworfen, getrunken .......

Hier zählt nur eins,
Finde es heraus und Du wirst glücklich ....., ohne "Hilfsmittel" .....
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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon inel » 1. Dezember 2012, 01:24

Thoth hat geschrieben:
inel hat geschrieben:Meinungen darf man ja hier kund tun, ohne ende...


Meinungen????? Echt????
Was hast Du geraucht, eingeworfen, getrunken .......

Hier zählt nur eins,
Finde es heraus und Du wirst glücklich ....., ohne "Hilfsmittel" .....


Du hast sie nicht mehr alle, kann das sein?
inel
 

Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 1. Dezember 2012, 11:03

Neun hat geschrieben:Bei allen mir bisher bekannten Fällen ist noch nicht einer dabei gewesen, bei dem ich die Rechtsauffassung vertreten würde es handele sich bei ihm um eine Zwangsadoption.


Dann ist der Fall Mauritz der erste Fall? Immerhin bestätigt das MfS die Adoption. Und auch Kommunisten anderer Länder scheinen hier eine unzulässige Zwangsadoption zu vermuten...

Oder anders gefragt, war die sog. Straftat hier ausreichend, diese Adoption durchzuführen? Wann ist sie das überhaupt?

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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Dezember 2012, 11:16

Kinder wurden ja nicht nur "Asozialen" weggenommen.
Oft waren es unbescholtene anständige Bürger, die lediglich regulär mit ihrer Familie von A nach B wollten, und die man nicht ließ. Sie wurden dadurch erst zur "Straftat" Republikflucht veranlasst.
Ob sie aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen aus der DDR wollten, müsste doch völlig nebensächlich sein. Zumindest waren es bei weitem nicht alles Rabeneltern, denen die Kinder widerrechtlich entrissen wurden.
Wäre es ums Kindeswohl gegangen, hätten diese Kinder zumindest weiter zu ihren Eltern gehört.
Es wurde aber in Berlin festgelegt, was gut und böse sein soll. Auch eine blauhaarige Margot hatte kein Recht, sich als Göttin aufzuplustern.

Gruß Volker
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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon lethale iniectio » 1. Dezember 2012, 11:32

Na allerliebst, da fallen mir doch gleich wieder die kuscheligen Eltern meiner kleinen Schulkameradin ein!!

Zu DDR Zeiten ihre kleine Tochter halbtot geschlagen im Suff und jetzt sitzt die ehrenwerte Frau Mutter im Fernsehen... bei dem Thema Kindesentzug und lamentiert!!

So wird überprüft, ob die geschilderten Tatsachen auch wirklich der Wahrheit entsprechen!!! [wut]

Ob ihre Tochter sich darüber freut und ihre Mutter vielleicht gar als Opfer sieht??? [mad]

Ich hoffe sie hat die Sendung nie gesehen!

Kerstin [denken]
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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 1. Dezember 2012, 11:36

lethale iniectio hat geschrieben: So wird überprüft, ob die geschilderten Tatsachen auch wirklich der Wahrheit entsprechen!!! [wut]


Unabhängig vom Fall ist das immer zu tun.
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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 7. Januar 2014, 17:39

„Eltern haben gar kein Recht, etwas zu erfahren.“ Die Praxis gilt bis heute: Weil die Unterhändler des Einigungsvertrags die Zwangsadoptierten schlicht vergessen hatten.

In ihrem Büro in der ehemaligen Stasi-Zentrale Berlin-Lichtenberg betreibt Katrin Behr eine Art Minibehörde: Deutschlands einzige Beratungsstelle für die Opfer staatlich erzwungener Familientrennungen in der DDR, finanziert vom Berliner Landesbeauftragten für Stasi-Unterlagen.

Wer glaubt, 23 Jahre nach dem Ende des Oststaates wären die meisten Verletzungen verheilt, der kann sich hier in den kleinen Zimmerchen der alten Stasi-Festung vom Gegenteil überzeugen. „Am Anfang“, sagt Behr, „kannte ich noch jeden einzelnen Suchantrag auswendig.

Jetzt sind es 1433 Suchanzeigen von Eltern und mittlerweile erwachsenen Kindern, die sich bisher an das Büro wandten.

Ein Beispiel:

Das Vergehen von Behrs Mutter bestand darin, dass sie als Alleinerziehende mit zwei Kindern ab und zu nicht an ihrem Arbeitsplatz in einer HO-Gaststätte erschien, wenn eins ihrer Kinder krank wurde. Außerdem redete sie einmal davon, dass sie am liebsten in den Westen abhauen würde. Das genügte, um sie wegen „Gefährdung der öffentlichen Ordnung durch asoziales Verhalten“ ins Gefängnis und ihre beiden Kinder ins Heim zu stecken. DDR-Funktionäre sprachen gern von „unseren Menschen“ und dem „Erziehungsauftrag des Staates“. Und sie meinten es auch so.

Während ihr Bruder im Heim blieb, gab die Jugendhilfeabteilung der Stadt Gera das Mädchen zur Adoption frei. Dabei wurde, wie es in den Akten heißt, „auf die Einwilligung der Mutter verzichtet“. Katrins neue Mutter, eine Parteisekretärin, übernahm den Auftrag, das Kind perfekt nach den Vorstellungen der staatlichen Stellen zu formen. Es sollte 19 Jahre dauern, bis sie ihre Mutter wiedersah.
http://www.focus.de/politik/deutschland ... 05977.html

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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon Spartacus » 7. Januar 2014, 18:49

augenzeuge hat geschrieben:„Eltern haben gar kein Recht, etwas zu erfahren.“ Die Praxis gilt bis heute: Weil die Unterhändler des Einigungsvertrags die Zwangsadoptierten schlicht vergessen hatten.


AZ


Nicht nur das und glaubst Du wirklich, das so etwas schlicht vergessen wurde?
Mittlerweile hat sich nämlich bei mir - nach all den Jahren - der Verdacht eingeschlichen, das hier und nicht nur hier,
mit Vorsatz gehandelt wurde.

LG

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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 7. Januar 2014, 18:56

Spartacus hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:„Eltern haben gar kein Recht, etwas zu erfahren.“ Die Praxis gilt bis heute: Weil die Unterhändler des Einigungsvertrags die Zwangsadoptierten schlicht vergessen hatten.


AZ


Nicht nur das und glaubst Du wirklich, das so etwas schlicht vergessen wurde?
Mittlerweile hat sich nämlich bei mir - nach all den Jahren - der Verdacht eingeschlichen, das hier und nicht nur hier,
mit Vorsatz gehandelt wurde.

LG

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Sparta, wer soll hierzu eine überzeugende Antwort geben können? Wenn du den Verdacht hast, sollte man fragen, wem nützte es damals wirklich?
In der Schnelligkeit der damaligen Zeit mussten doch auch Fehler passieren. Und was die Zwangsadoptionen betrifft- wer wusste damals gut Bescheid? Die Vertragsgestalter doch kaum, oder? Auch das haben wir erst aus vielen Akten erfahren. Übrigens, noch heute gibt es Leute, die zweifeln trotz der Aktenlage weiter die Zwangsadoptionen an.
AZ
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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon Spartacus » 7. Januar 2014, 19:04

augenzeuge hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:„Eltern haben gar kein Recht, etwas zu erfahren.“ Die Praxis gilt bis heute: Weil die Unterhändler des Einigungsvertrags die Zwangsadoptierten schlicht vergessen hatten.


AZ


Nicht nur das und glaubst Du wirklich, das so etwas schlicht vergessen wurde?
Mittlerweile hat sich nämlich bei mir - nach all den Jahren - der Verdacht eingeschlichen, das hier und nicht nur hier,
mit Vorsatz gehandelt wurde.

LG

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Sparta, wer soll hierzu eine überzeugende Antwort geben können?
AZ


Modrow und Konsorten, denn keiner kann mir "heute" erzählen, das die damals niemals nicht von nichts gewußt haben.
Beweisen? Die Zeit wird es - wie immer - ans Licht bringen.

LG

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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 7. Januar 2014, 20:29

Schon unter Modrow hätte die blaue Margot in Beugehaft gehört, bis ihr alle Namen wieder eingefallen wären.

Gruß Volker
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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon karnak » 8. Januar 2014, 11:08

Ich denke das Thema und eine Aufklärung von Einzelschicksalen dürfte schon deswegen schwierig werden,weil die Definition für eine Zwangsadoption schwierig werden dürfte,was ist das eigentlich,sag doch mal einer.Wenn Eltern einer Adoption nicht zustimmen,ist das in jedem Fall eine Zwangsadoption?Wenn ja,gibt es die auch heute noch.Und ich frage mich in dem, wie in einigen anderen Fällen,wo soll eigentlich der Grund für solches Tun gelegen haben,pure Boshaftigkeit des Systemes,mit der Zielstellung einem vermeintlichen Gegner einen zusätzlichen,aber eigentlich unnützen,zusätzlichen Genickschlag zu verpassen?Oder nur fanatische Boshaftigkeit von einzelnen führenden Vertretern des Systemes,ausgeführt durch willfährige Diener des Systemes?Denn irgendeinen Nutzen hat das System oder deren Vertreter aus solchem Tun nicht gezogen,wenn man eine vermutete Rachebefriedigung mal ausnimmt.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon Neun » 8. Januar 2014, 11:39

Volker Zottmann hat geschrieben:Schon unter Modrow hätte die blaue Margot in Beugehaft gehört, bis ihr alle Namen wieder eingefallen wären.

Gruß Volker


Zusammen mit Helmut? Dem fallen ja auch gewisse Namen bis heute nicht ein.
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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 8. Januar 2014, 13:16

Neun hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:Schon unter Modrow hätte die blaue Margot in Beugehaft gehört, bis ihr alle Namen wieder eingefallen wären.

Gruß Volker


Zusammen mit Helmut? Dem fallen ja auch gewisse Namen bis heute nicht ein.


Warum nicht? "Seltsame" Verhaltensweisen der Politkaste waren nie nur ostdeutsches Problem. Bei Kohl geht es jedoch "nur" um Geld.
Bei Honecker aber um zerstörte Familien, also auch Kidnapping und Menschenhandel. Da waren die Rumänen konsequenter...

Gruß Volker
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Re: Zwangsadoptionen in der DDR

Beitragvon karnak » 8. Januar 2014, 15:44

Volker Zottmann hat geschrieben: Da waren die Rumänen konsequenter...


Lass mal lieber gut sein,machst nur eine Büchse der Pandora auf mit solchen Quatsch.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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