DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Es gab zwischen beiden deutschen Staaten große Unterschiede in der Sozialpolitik (welche ja eine der Philosophien des DDR-Sozialismus war). Wo lagen die Unterschiede? Wie effektiv waren beide Sozialsysteme? Was war ungerecht, was war gerecht? Wie ist es im Vergleich zu heute?
Der Bereich für Diskussionen zu den Sozialen Systemen der beiden deutschen Staaten.

Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon steffen52-1 » 24. August 2015, 18:43

pentium hat geschrieben:Ein herrlicher Laberthread!
Ich habe noch ein herrliches Rezept für Pfannenkuchen!

mfg
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Steffen Du gönnst einen aber auch gar nichts! [frown] Hast ja recht, hat nichts mit dem Thema zu tun, ja wir alten Männer schweifen eben gern mal ab vom Thema!!!! [hallo]
Grüsse steffen52-1
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Nostalgiker » 24. August 2015, 18:47

Pfannkuchen!!!! und Frauen gingen bereits mit 60 in Rente.
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

Eindeutigkeit der Absicht wurde bei ihm zur Zweideutigkeit des Handelns
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Edelknabe » 24. August 2015, 19:24

Wollen wir das nicht mal ausgliedern unter "Alte Männerträume"? So ab meinem Text mit der Altersbescheidenheit? Wo ist eigentlich der Pentium, pennt der Kerl oder arbeitet Abends gar noch als Spülkraft beim Griechen?

Rainer-Maria
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Dr. 213 » 24. August 2015, 19:32

Edelknabe hat geschrieben:Du verwechselst da etwas Volker. Die DDR war kein Land wo grenzenloser Konsum ähnlich heute herrschte.Man kann das somit nicht vergleichen, gar gleichstellen...damals und heute.

Rainer-Maria denn heute Volker bin ich mit sowas von Geld sowas von satt....ich nenne es mal treffender gelangweilt. Doch damals war jedes kleine Erfolgserlebnis in der (Konsum) Beschaffung so ne Art kleiner Glücksmoment.Und da spielte eher die Beziehung zum "Objekt der Begierde" statt Geld ne Rolle.

Ich schrieb das sinngemäß schon mal. Was will ich denn heute mit 33000 Biersorten? Und ne, das ist ja ganz toll aber damals war der Kasten Radeberger, Wernesgrüner, Schwedenquell so ne Art Gold.


Ach, das war ja eines der Probleme an dieser DDR.

Ich denke, der Wunsch nach Konsum war schon vorhanden. In den wenigen Jahren der DDR konnte man da keinen Unterschied herbei erziehen.
So Anfang der 80er tauchten im Kaufhaus japanische Radio/ Fernsehkombinationen auf. Für so um 10000 Mark Ost wimre.
Die lagen wie Blei im Regal. Ebenso die Walkmänner. Weil es verdammt viel Geld war.
Mit Geld hätte man einiges bewegt. Du hättest auf dem Automarkt einen Neuwagen sofort haben können, nur mal so als Beispiel.

Ich träume mich mal so 30 Jahre zurück und male mir aus, was mir damals materiell Spass gemacht hätte:
- Ein eigenes Auto, etwa ein schicker Polski Fiat.
- Für den Spass noch eine JAWA- Sport dazu.
- Wassergrundstück mit Badesteg und Motorboot im Schuppen an der Warnow.
- Telefon zu Hause. (ok, das hatten wir tatsächlich)
- einen voll ausgetatteten Heimwerkerkeller.
- genug Geld für den EX und genug richtiges Geld für den Intershop.

Geld ist nie zu wenig und nie zuviel. Eine absolut menschliche Ansicht.
Da steckt immer noch das Kriegskind, oder der Jäger- und Sammler in uns Menschen.
Um es auf den Punkt zu bringen, auch in der DDR jagte man den Scheinchen hinterher.

Und da wo Konsum in der DDR möglich war, hat es ja auch prima funktioniert.
Im Ex, im Intershop oder denke nur an die ganze GENEX- Veranstaltung für die Kaste der Bessergestellten.

Herzlichst
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon pentium » 24. August 2015, 19:36

Edelknabe hat geschrieben:Wollen wir das nicht mal ausgliedern unter "Alte Männerträume"? So ab meinem Text mit der Altersbescheidenheit? Wo ist eigentlich der Pentium, pennt der Kerl oder arbeitet Abends gar noch als Spülkraft beim Griechen?

Rainer-Maria


Nein Rainer-Maria, nicht noch ein Thema aus dem Hause Edelknabe, dass dann nach kurzer Zeit versandet...weil sein Schöpfer sich vom Acker macht und in dem Thema nie wieder gesehen wurde...! Nein, ich penne nicht, ich brauche auch nicht beim Griechen zu spülen....

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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Wosch » 24. August 2015, 19:37

Jago hat geschrieben:ich bin mit 58 in Vorruhestand gegangen . Dank der IG Krawall konnte jeder das Ding unterschreiben ob er wollte oder nicht . Wer nicht wollte , wurde der Arbeitsvertrag auf halbe Tage runtergesetzt . Die ich gekannt habe , sind alle zuhause geblieben . Finanziell ergab das keinen Unterschied . Für mich galt das Motto " Wer weis wie hoch die Lebenserwartung ist ". Wieviele buckeln wie die Ochsen und liegen dann in der Kiste , meißtens für die Kinder Enkelkinder

gruß Jago




Zu mir hatte mal ein Doktor vor längerer Zeit gesagt: "Sie werden hundert Jahre alt", damit gebe ich mich für´s Erste schon mal zufrieden.

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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Nostalgiker » 24. August 2015, 21:29

Wosch hat geschrieben:
Zu mir hatte mal ein Doktor vor längerer Zeit gesagt: "Sie werden hundert Jahre alt", damit gebe ich mich für´s Erste schon mal zufrieden.

Schönen Gruß aus Kassel.
Wosch. [hallo]



Es bleibt einen aber auch wirklich nichts erspart ....... [denken]
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon augenzeuge » 24. August 2015, 21:34

Thoth hat geschrieben:
Wosch hat geschrieben:
Zu mir hatte mal ein Doktor vor längerer Zeit gesagt: "Sie werden hundert Jahre alt", damit gebe ich mich für´s Erste schon mal zufrieden.

Schönen Gruß aus Kassel.
Wosch. [hallo]



Es bleibt einen aber auch wirklich nichts erspart ....... [denken]


Du musst aufpassen. Wenn du so weiter machst wird das nix mit 80.... [angst]

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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Edelknabe » 25. August 2015, 16:40

Unser Pentium mit:

"Nein Rainer-Maria, nicht noch ein Thema aus dem Hause Edelknabe, dass dann nach kurzer Zeit versandet...weil sein Schöpfer sich vom Acker macht und in dem Thema nie wieder gesehen wurde...! Nein, ich penne nicht, ich brauche auch nicht beim Griechen zu spülen...."
Textauszug ende

Nur mal in die Runde angemerkt. Der Rainer muss als Frederöffner nicht ständig den Fred begleiten, gar noch ständig kommentieren. Dies können andere User fortsetzen oder besser formuliert, es ist ja gerade für die Vielzahl an Meinungen gedacht. Ich schlage deswegen vor, neue Überschrift so "Der Ruhestand, seine Theorie(die Vorstellung davon) und die dann Praxis"

Wenn du dich verweigerst(das mal bissel zusammen zu fassen und neu zu bringen)" großer erhabener Pentium" auch gut, dann mach ich den Fred übermorgen auf. Nur schade um die Texte so Jago und Volker und meine Wenigkeit ...die bisher dafür getextet wurden. Sinn verstanden Meckerheini? Ich denke schon.

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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Interessierter » 6. September 2015, 11:56

Dazu passt auch dieser Beitrag aus dem Jahre 2010

Auch wenn die DDR in der Erinnerung vieler Ostdeutscher als die "gleichere" Gesellschaft gilt, war seinerzeit der Unmut in der Bevölkerung über die tatsächliche soziale Ungleichheit gerade am Vorabend des Mauerfalls groß. Verdruss entzündete sich an den Privilegien von Staats- und Parteifunktionären sowie an den Problemen einfacher Arbeiter und Angestellter bei der Bewältigung des Alltags. Allerdings waren beispielsweise die Lohn- bzw. Gehaltsunterschiede zwischen Facharbeitern und leitenden Angestellten so gering, dass die DDR insgesamt als eine Gesellschaft erschien, in der alle auf ähnlichem Niveau lebten, es also weder krasse Armut noch überbordenden privaten Reichtum gab. Die soziale Sicherheit in der DDR wies jedoch einen Januskopf auf: Nivellierte Zuteilung von Lebensgütern und sozialer Versorgung durch den Staat war zwar an Stelle des Risikos getreten, sozial "abzurutschen". Allgegenwärtige staatliche Vorleistung reduzierte aber andererseits auch die Aussicht auf individuelle Selbstentfaltung durch Fleiß und Leistung.

Berufliche Chancengleichheit für alle Bevölkerungsschichten gab es im Spätstadium des Realsozialismus nur auf dem Papier. De facto vererbten auch in der DDR Eltern zunehmend ihre gesellschaftliche Position an ihre Kinder, was zu einer Erstarrung sozialer Durchlässigkeit führte. Der Anteil der Personen aus einer Arbeiterfamilie bei den Leitungskadern – dem Führungspersonal im Staatsapparat und in der Wirtschaft – sank von anfänglichen 64 Prozent in der ältesten Geburtskohorte auf ca. 50 Prozent in der jüngsten Geburtskohorte. Im Gegensatz dazu stieg der Anteil der Personen mit einer sozialen Herkunft aus der Intelligenz – also der privilegierten Bildungsschicht – von 4 Prozent auf 16 Prozent. Diese Statistik, die in der DDR nie veröffentlicht wurde, zeigt, dass die offiziell propagierte Egalitätsnorm zunehmend unterlaufen wurde. Es ist anzunehmen, dass die Angabe zur sozialen Herkunft aus der Arbeiterklasse oftmals gefälscht wurde. Außerdem wurden gemäß der Vorgaben der SED auch Parteifunktionäre und Angehörige des Sicherheitsapparates in Statistiken als "Arbeiter" geführt. Ob nun "Arbeiterherkunft" oder "bürgerliches" Elternhaus: Erfolgreiche Karrieren konnten ohnehin nur loyale Anhänger des SED-Regimes machen.

Weiter mit dem Beitrag und Grafiken geht es hier:
http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-e ... echtigkeit
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Edelknabe » 6. September 2015, 12:22

Der war gut Interessierter, der aus dem Link:

"Allgegenwärtige staatliche Vorleistung reduzierte aber andererseits auch die Aussicht auf individuelle Selbstentfaltung durch Fleiß und Leistung."
Textauszug ende

Denn kannst du voll auf Heute übertragen, der passt köstlich auf den ganzen Sozialkram der BRD. Äh Interessierter, also "Allgegenwärtig" ich weiß nicht so recht, denn tagtäglich bis aufs die Wochenenden Arbeiten musste man schon alleine, auch im Alltag holte Staat mir nicht die Kohlen aus dem Keller oder besorgte Alles Notwendige. Vergiss also ganz schnell solchen Käse von Rundumschlag, das der Ossi zu 100% vom Staat gehätschelt wurde.

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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Volker Zottmann » 6. September 2015, 22:27

Ja Wilfried, es war so, dass bei der Benennung der sozialen Herkunft schon gefälscht wurde.
Als noch lange nicht abzusehen war, wie ich mich schulisch entwickeln werde, wurde wie bei allen Kindern jährlich dieser soziale familiäre Status stets auf Neue abgefragt.
Auch ich hatte jedes Jahr Auskunft über den sozialen Stand meiner Eltern Auskunft zu geben und wurde von meiner Mutter angehalten, "Arbeiter" anzugeben. Meine Eltern waren jedoch immer schon Angestellte und später meine Mutter gar Angehörige der Intelligenz.
Es hinderte sie aber nicht, von mir zu verlangen, in der Schule diese Lüge aufzutischen.
Warum wohl? Falls ich hätte je studieren wollen, wäre es als Arbeiterkind leichter gewesen, einen Studienplatz zugeteilt zu bekommen.
(Ich habe diesen Fakt bereits vor 5 Jahren auch in meiner Lebensgeschichte dokumentiert.)

Dort wurde uns Kindern schon die verlogene Doppelzüngigkeit ungewollt und unbewusst vermittelt. Es war ja keineswegs so, dass nur ich in der Schule zu lügen hatte. Absurdistan wäre der ehrlichere Name für unser "Paradies" gewesen.

Gruß Volker
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon andr.k » 6. September 2015, 23:01

Volker Zottmann hat geschrieben:Ja Wilfried, es war so

[flash]

Dein "Wilfried" hat leider nur ein "LINK" eingestellt. Wie immer kommt nix vom "Interessierten"...

außer
Interessierter hat geschrieben:Dazu passt auch dieser Beitrag aus dem Jahre 2010


Das ist wieder "Niveau" aus der Spekulatius-Backstube. [super]
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Edelknabe » 7. September 2015, 07:08

Siehe unser Volker mit:

"Auch ich hatte jedes Jahr Auskunft über den sozialen Stand meiner Eltern Auskunft zu geben und wurde von meiner Mutter angehalten, "Arbeiter" anzugeben. Meine Eltern waren jedoch immer schon Angestellte und später meine Mutter gar Angehörige der Intelligenz.
Es hinderte sie aber nicht, von mir zu verlangen, in der Schule diese Lüge aufzutischen. "
Textauszug ende

Und mit dieser kindlichen Lüge Volker bist du durchgekommen, In der DDR Provinz, wo Jeder Jeden kannte, im "Überwachungsstaat DDR", so würde es unser Interessierter jetzt betiteln? Unglaublich sowas, du willst uns doch veräppeln Mann? Wo deine Klassenlehrerin nur zum Direktor gehen brauchte, dort kurz Unterlagen raus über die Familie Zottmann, wieder kurz geblättert und da hätte genau der Betrieb deiner Eltern gestanden, mit der Tätigkeit was Sie da machten.

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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Kumpel » 7. September 2015, 09:58

Wenn ich mich recht erinnere fanden diese Befragungen nach der Beschäftigung der Eltern jedes Schuljahr am Anfang statt und das Ergebnis trug eine Lehrer im Klassenbuch ein.
Da waren die Eltern von Volker schon sehr weitsichtig wenn sie ihm auftrugen stets Arbeiter anzugeben und ich wüsste nicht,das es weitere Unterlagen in der Schule über die Familien gab.
In meiner Klasse wurden zwei Schülerinnen an die EOS weitergeleitet und keine der beiden konnte proletarische Wurzeln nachweisen.
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Volker Zottmann » 7. September 2015, 12:12

Edelknabe hat geschrieben:Siehe unser Volker mit:

"Auch ich hatte jedes Jahr Auskunft über den sozialen Stand meiner Eltern Auskunft zu geben und wurde von meiner Mutter angehalten, "Arbeiter" anzugeben. Meine Eltern waren jedoch immer schon Angestellte und später meine Mutter gar Angehörige der Intelligenz.
Es hinderte sie aber nicht, von mir zu verlangen, in der Schule diese Lüge aufzutischen. "
Textauszug ende

Und mit dieser kindlichen Lüge Volker bist du durchgekommen, In der DDR Provinz, wo Jeder Jeden kannte, im "Überwachungsstaat DDR", so würde es unser Interessierter jetzt betiteln? Unglaublich sowas, du willst uns doch veräppeln Mann? Wo deine Klassenlehrerin nur zum Direktor gehen brauchte, dort kurz Unterlagen raus über die Familie Zottmann, wieder kurz geblättert und da hätte genau der Betrieb deiner Eltern gestanden, mit der Tätigkeit was Sie da machten.

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Rainer, Deine Frage ist ganz logisch, ebenso die Schlussfolgerung.
Diese Lüge war nicht kindlich Rainer, die wurde mir von meiner Mutter abverlangt, das ist das Verrückte.
Meine "Klassenlehrerin" hieß Herr Henkel. [wink] Der kannte meine Mutter von Jugend an. Beide waren nämlich gemeinsam in der Antifa-Jugend nach dem Krieg. Der Maurer Kurt wurde Neulehrer und dann mein Klassenlehrer. Natürlich wusste der, dass gelogen wurde. Ebenso Direktor Keller, falls er je auf diese Listen schielte. Er war auch mit uns direkt bekannt.
Ich habe dies auch schon in meinem Memoiren ausführlich beschrieben, weil ich es eben als Kind schon für völlig hirnrissig hielt, gerade an solchen banalen Stellen zu schwindeln.http://mein-ddr-leben.de/12.html
Solche "Lappalien" sind ein Grund, warum Teile meiner Verwandtschaft mir heute verübeln, solche damaligen Begebenheiten bekannt zu machen. Es hat aber immer einen Grund gehabt, dass ich eben solche Nebensächlichkeiten für die Nachwelt festhalte. Sie dokumentieren nämlich gelebten verlogenen DDR-Alltag. Sie belegen ausführlich, warum ich so wurde wie ich wurde, was diese "Erziehung" bewirkte, wann mein Denken warum einsetzte. Wann ich mich damit bereits befasste, befassen musste. Ähnliches taten mit dem Berichten mal Politiker-Kinder, so der Sohn vom Krenz, so auch die Tochter vom Mittag. Ich war zumindest auch Funktionärskind.
Es dokumentiert in aller Ausführlichkeit, wie mein Kinder-und Jugendleben beeinflusst wurde. Ich habe die DDR pappesatt gehabt!

Deshalb mag heute manch einer ungläubig den Kopf schütteln. So erlebte ich es eben. Wohl jedem, der mit weniger schizophrenen Lügen aufwuchs.

Gruß Volker
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon karnak » 7. September 2015, 14:07

Interessierter hat geschrieben: Ob nun "Arbeiterherkunft" oder "bürgerliches" Elternhaus: Erfolgreiche Karrieren konnten ohnehin nur loyale Anhänger des SED-Regimes machen. [/b]


Sozusagen wie Frau Merkel, oder hat die in der Schule immer gelogen und so hat keiner erfahren,dass sie aus einer Pfarrerfamilie stammt? [flash]
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon karnak » 7. September 2015, 14:25

Volker Zottmann hat geschrieben:Ja Wilfried, es war so, dass bei der Benennung der sozialen Herkunft schon gefälscht wurde.
Als noch lange nicht abzusehen war, wie ich mich schulisch entwickeln werde, wurde wie bei allen Kindern jährlich dieser soziale familiäre Status stets auf Neue abgefragt.
Auch ich hatte jedes Jahr Auskunft über den sozialen Stand meiner Eltern Auskunft zu geben und wurde von meiner Mutter angehalten, "Arbeiter" anzugeben. Meine Eltern waren jedoch immer schon Angestellte und später meine Mutter gar Angehörige der Intelligenz.
Es hinderte sie aber nicht, von mir zu verlangen, in der Schule diese Lüge aufzutischen.
Warum wohl? Falls ich hätte je studieren wollen, wäre es als Arbeiterkind leichter gewesen, einen Studienplatz zugeteilt zu bekommen.
(Ich habe diesen Fakt bereits vor 5 Jahren auch in meiner Lebensgeschichte dokumentiert.)

Dort wurde uns Kindern schon die verlogene Doppelzüngigkeit ungewollt und unbewusst vermittelt. Es war ja keineswegs so, dass nur ich in der Schule zu lügen hatte. Absurdistan wäre der ehrlichere Name für unser "Paradies" gewesen.

Gruß Volker

[flash] Also Deine Geschichten immer.
Soll also heißen, wenn Deine Mutter später sogar Angehörige der Intelligenz wurde,ist als ein "verdienstvoller" Angehöriger der Arbeiterklasse zum Studium geschickt, also delegiert worden, so nannte man das ja damals,hat sie unter Umständen ihrem Nachwuchs einen schlechten Dienst erwiesen , weil dieser es dann als Nachwuchs der Intelligenz schwerer hatten ebenfalls zu studieren, wenn er das wollte?
Du musst doch wissen, dass diese Geschichte mit der Zugehörigkeit zu einer Klasse, die natürlich Käse war, ihre Ursachen in den Anfängen und den Denken aus Vor-DDR-Zeit hatte und dass das alles später nur noch ein statistischer Wert war, überhaupt nicht Ausschlaggebend war ob jemand zu einem Studium geschickt, also delegiert wurde oder nicht. Es war in der DDR allgemein üblich in irgendwelche Fragebögen oder Personalakten Arbeiterklasse, Genossenschaftsbauer, Angestellter oder Angehöriger der Intelligenz als soziale Herkunft einzutragen, dass war ein rein statistischer Wert, hatte auf den beruflichen oder Bildungsweg des Betreffenden überhaupt keinen Einfluss. Da war eher dass entscheidend was in dem, vom Wilfried eingestellten Link benannt wurde, muss ich einem der vielen Schwätzer die der Wilfried hier ins Feld führt durchaus mal recht geben.
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Dille » 7. September 2015, 14:48

karnak hat geschrieben: .....das war ein rein statistischer Wert, hatte auf den beruflichen oder Bildungsweg des Betreffenden überhaupt keinen Einfluss.


Na ja @Karnak, gaaaanz so war es ja nun doch nicht -- noch zum Anfang meiner Studienzeit (1965) wurde beispielsweise beim Stipendium zwischen "Arbeiterkindern" und "Angestelltenkindern" (und "Intelligenz" sowieso) unterschieden. Mein Vater als Buchhalter bei der KWV war "Angestellter" mit irgendwas unter 500,- M Gehalt, ein "Arbeiter" hatte da durchaus mehr.
Wirkliches Ärgernis war aber, daß Funktionäre eben auch als "Arbeiter" galten, da sie ja mal z.B. Dachdeckergehilfen waren. So waren deren Kinder nun automatisch "Arbeiterkinder" mit mehr Stipendium.

Gruß, Dille
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Kumpel » 7. September 2015, 15:11

"Wirkliches Ärgernis war aber, daß Funktionäre eben auch als "Arbeiter" galten, da sie ja mal z.B. Dachdeckergehilfen waren. So waren deren Kinder nun automatisch "Arbeiterkinder" mit mehr Stipendium."

Das waren die Parteiarbeiter.
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon karnak » 7. September 2015, 15:12

Dille hat geschrieben:
karnak hat geschrieben: .....das war ein rein statistischer Wert, hatte auf den beruflichen oder Bildungsweg des Betreffenden überhaupt keinen Einfluss.


Na ja @Karnak, gaaaanz so war es ja nun doch nicht -- noch zum Anfang meiner Studienzeit (1965) wurde beispielsweise beim Stipendium zwischen "Arbeiterkindern" und "Angestelltenkindern" (und "Intelligenz" sowieso) unterschieden. Mein Vater als Buchhalter bei der KWV war "Angestellter" mit irgendwas unter 500,- M Gehalt, ein "Arbeiter" hatte da durchaus mehr.
Wirkliches Ärgernis war aber, daß Funktionäre eben auch als "Arbeiter" galten, da sie ja mal z.B. Dachdeckergehilfen waren. So waren deren Kinder nun automatisch "Arbeiterkinder" mit mehr Stipendium.

Gruß, Dille

Ich weiß nun nicht wie es 65 war,sicher noch etwas"strammer" und Du meinst wirklich Stipendium wurde in der Höhe nach der sozialen Herkunft gezahlt? Ich weiß es nicht so genau.Wäre interessant zu wissen.
Und natürlich hätte das nichts damit zu tun nach welchen Kriterien man zum Studium zugelassen wurde oder nicht.
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon karnak » 7. September 2015, 15:15

Kumpel hat geschrieben:"Wirkliches Ärgernis war aber, daß Funktionäre eben auch als "Arbeiter" galten, da sie ja mal z.B. Dachdeckergehilfen waren. So waren deren Kinder nun automatisch "Arbeiterkinder" mit mehr Stipendium."

Das waren die Parteiarbeiter.

Es ging bei dieser "Bewertung" immer um die soziale Herkunft,nicht was man war.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Dille » 7. September 2015, 15:35

karnak hat geschrieben:....und Du meinst wirklich Stipendium wurde in der Höhe nach der sozialen Herkunft gezahlt? Ich weiß es nicht so genau.Wäre interessant zu wissen.


....und ich war sogar DABEI !! Aber ohne Spaß mal -- wir hatten das Thema schon mal, und "uns @Thoth " hatte das auch bezweifelt, hat dann aber in seinem Fundus gekramt und irgendwelche Richtlinien rausgekramt, die das bestätigten, es waren wohl 130,- M zu 180,- M (ohne Gewähr).

karnak hat geschrieben:Und natürlich hätte das nichts damit zu tun nach welchen Kriterien man zum Studium zugelassen wurde oder nicht.


Eine so gekrampfte Aussage bin ich von Dir gar nicht gewöhnt. Zuerst einmal war die DDR der selbsternannte Staat der gleichen Bildungschancen -- und selbstverständlich spielt es dabei auch eine Rolle, wie das Elternhaus finanziell mit dem studierenden Kind zurecht kommt, also nicht "zugelassen", sondern "selbstbeschränkt". Auch wieder aus meiner Familie : meine Schwester hatte Abitur, konnte aber aufgrund der finanziellen Situation unserer Familie nicht studieren -- so war es damals eben, wenn einer, dann der Sohn.
Meine Schwester hat dann das Beste draus gemacht und ist in West- Berlin zur Techniker Abendschule gegangen (Beuth Schule, gibt's heute noch), hat also als Laborkraft in der Akademie der Wissenschaften in Adlershof gearbeitet, und ist abends mehrmals in der Woche nach West- Berlin gefahren zur Technikerschule.
Übrigens alles kostenlos und ohne Verpflichtung, nach Abschluß hat sie weiterhin in Ost- Berlin gearbeitet, der Abschluß wurde in Ost- Berlin anerkannt (auch, weil es kein vergleichbares Angebot gab). So waren sie eben, die Finstermänner in West- Berlin. Selbstverständlich warben dann auch Schering und andere West- Firmen um die Absolventen -- aber die West- Berliner Schule hat die Ost- Berliner Absolventen beschworen, doch ihre Kenntnisse dort einzubringen, wo sie bisher auch gearbeitet hatten ! (soviel zum Thema "Abwerbung").

@Pentium scheint im Urlaub zu sein, aber vorauseilend fühle ich mich schon mal gerügt für die Themenabweichung.

Gruß, Dille
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Volker Zottmann » 7. September 2015, 15:41

karnak hat geschrieben: [flash] Also Deine Geschichten immer.


So sind nun mal wahre Geschichten. Für mich aber war maßgeblicher, dass ich zum Lügen aufgefordert wurde, bei anderen Lügen aber von der gleichen Person, nämlich meiner Mutter bestraft wurde. Das war alles Anfang der 1960er. Diese Doppelzüngigkeit und das Erkennen dieser, war es, was mein Gerechtigkeitsempfinden förderte.

Gruß Volker
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon karnak » 7. September 2015, 15:48

Volker Zottmann hat geschrieben:
karnak hat geschrieben: [flash] Also Deine Geschichten immer.


So sind nun mal wahre Geschichten. Für mich aber war maßgeblicher, dass ich zum Lügen aufgefordert wurde, bei anderen Lügen aber von der gleichen Person, nämlich meiner Mutter bestraft wurde. Diese Doppelzüngigkeit und das Erkennen dieser, war es, was mein Gerechtigkeitsempfinden förderte.

Gruß Volker

Da sage ich einfach mal,in dem Fall hat sich Deine Mutter zu einer völlig sinnlosen und lächerlichen Lüge genötigt. Warum ich das meine habe ich erläutert.
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Volker Zottmann » 7. September 2015, 15:54

Stimmt! [grins]
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon karnak » 7. September 2015, 15:59

Dille hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:....und Du meinst wirklich Stipendium wurde in der Höhe nach der sozialen Herkunft gezahlt? Ich weiß es nicht so genau.Wäre interessant zu wissen.


....und ich war sogar DABEI !! Aber ohne Spaß mal -- wir hatten das Thema schon mal, und "uns @Thoth " hatte das auch bezweifelt, hat dann aber in seinem Fundus gekramt und irgendwelche Richtlinien rausgekramt, die das bestätigten, es waren wohl 130,- M zu 180,- M (ohne Gewähr).

karnak hat geschrieben:Und natürlich hätte das nichts damit zu tun nach welchen Kriterien man zum Studium zugelassen wurde oder nicht.


Eine so gekrampfte Aussage bin ich von Dir gar nicht gewöhnt. Zuerst einmal war die DDR der selbsternannte Staat der gleichen Bildungschancen -- und selbstverständlich spielt es dabei auch eine Rolle, wie das Elternhaus finanziell mit dem studierenden Kind zurecht kommt, also nicht "zugelassen", sondern "selbstbeschränkt". Auch wieder aus meiner Familie : meine Schwester hatte Abitur, konnte aber aufgrund der finanziellen Situation unserer Familie nicht studieren -- so war es damals eben, wenn einer, dann der Sohn.
Meine Schwester hat dann das Beste draus gemacht und ist in West- Berlin zur Techniker Abendschule gegangen (Beuth Schule, gibt's heute noch), hat also als Laborkraft in der Akademie der Wissenschaften in Adlershof gearbeitet, und ist abends mehrmals in der Woche nach West- Berlin gefahren zur Technikerschule.
Übrigens alles kostenlos und ohne Verpflichtung, nach Abschluß hat sie weiterhin in Ost- Berlin gearbeitet, der Abschluß wurde in Ost- Berlin anerkannt (auch, weil es kein vergleichbares Angebot gab). So waren sie eben, die Finstermänner in West- Berlin. Selbstverständlich warben dann auch Schering und andere West- Firmen um die Absolventen -- aber die West- Berliner Schule hat die Ost- Berliner Absolventen beschworen, doch ihre Kenntnisse dort einzubringen, wo sie bisher auch gearbeitet hatten ! (soviel zum Thema "Abwerbung").

@Pentium scheint im Urlaub zu sein, aber vorauseilend fühle ich mich schon mal gerügt für die Themenabweichung.

Gruß, Dille

Wie gesagt, 1965, da kann ich nicht mitreden, ich rede von meiner Zeit und da spielte nach meiner Meinung nach der Geldbeutel der Eltern für ein Studium keine Rolle mehr, die ideologische Ausrichtung, die"Weltanschauung der Arbeiterklasse",der"gefestigte Klassenstandpunkt" allerdings schon, wie sollte das auch anders gewesen sein, in einer politischen Diktatur. Zur Not und mehr und mehr reichte allerdings das Heucheln in dieser Hinsicht auch. [grin]
Was das Stipendium angeht, hätte denn der Sohn eines MfS-Mediziners dann weniger Stipendium bekommen?
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon karnak » 7. September 2015, 16:49

Tut mir nun leid.
Anordnung über die Gewährung von Stipendien an Direktstudenten vom 28.08.75
" Stipendien werden nach sozialen Gesichtspunkten und nach Leistung gewährt.
Das Grundstipendium wird grundsätzlich in Abhängigkeit vom Einkommen der Eltern bzw.des Ehegatten bzw.des Studenten und der von ihm zu versorgenden Kindern gewährt.
Der Entzug des Grundstipendiums aus erzieherischen Gründen ist nicht statthaft."
Von einem Unterschied hinsichtlich der Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Klasse steht da nichts.
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon augenzeuge » 7. September 2015, 16:58

karnak hat geschrieben: Stipendien werden nach sozialen Gesichtspunkten und nach Leistung gewährt.


[flash] Viel wichtiger war die geäußerte politische Einstellung. Stand 1983!

Wir hatten einen in der Abiklasse, der kam mit Mühe nur durch, wollte aber Berufsoffizier werden. Mit 4,3 bekam der ein Studium, Papa war ja schon Offizier.... [muede]
Ein anderer fiel mit Friedenslosungen auf und bekam mit 3,0 Durchschnitt kein Studium.
AZ
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon karnak » 7. September 2015, 17:06

karnak hat geschrieben:Wie gesagt, 1965, da kann ich nicht mitreden, ich rede von meiner Zeit und da spielte nach meiner Meinung nach der Geldbeutel der Eltern für ein Studium keine Rolle mehr, die ideologische Ausrichtung, die"Weltanschauung der Arbeiterklasse",der"gefestigte Klassenstandpunkt" allerdings schon, wie sollte das auch anders gewesen sein, in einer politischen Diktatur. Zur Not und mehr und mehr reichte allerdings das Heucheln in dieser Hinsicht auch. [grin]
Was das Stipendium angeht, hätte denn der Sohn eines MfS-Mediziners dann weniger Stipendium bekommen?

Das will ich gar nicht bestreiten, deswegen habe ich das geschrieben. Es ging um das Stipendium zahlen nach sozialer Herkunft und das scheint nicht so gewesen zu sein wie hier behauptet.
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