DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Es gab zwischen beiden deutschen Staaten große Unterschiede in der Sozialpolitik (welche ja eine der Philosophien des DDR-Sozialismus war). Wo lagen die Unterschiede? Wie effektiv waren beide Sozialsysteme? Was war ungerecht, was war gerecht? Wie ist es im Vergleich zu heute?
Der Bereich für Diskussionen zu den Sozialen Systemen der beiden deutschen Staaten.

Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Jago » 20. August 2015, 20:29

Thoth hat geschrieben:Über die "Beiträge" von Kumpel und Volker Zottmann wurde schallend gelacht und mein zufälliger Mitleser fragte ziemlich entsetzt; die müßten sich mal selber lesen, glauben die etwa das was sie da schreiben?
Augenzeuge, deinen Beitrag bitte in einen verständlichen und nachvollziehbaren Text übertragen, denn genannter Mitleser kann deinen "Gedanken" nicht folgen; ich übrigens auch nicht.


Thoth



was habt ihr denn an . Ich meine jetzt nicht das Radio oder den Fernseher . Ich meine Anziehsachen , das Bonbon angesteckt oder nur in der Hand . Was ist da so lustig an den von dir genannten Beiträgen . Mir ist es einleuchtend


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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Volker Zottmann » 20. August 2015, 21:02

Hallo Jago,
unser Problem ist es sicher nicht, wenn zwei ollen "Proletariern" der intelektuelle Zugang zu unseren Gedanken fehlt. [laugh]

Gruß Volker

PS: So haben alle ihren Spass... Die lachen griesgrämig und wir offenen Herzens!
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon augenzeuge » 20. August 2015, 21:26

Thoth hat geschrieben:... denn genannter Mitleser kann deinen "Gedanken" nicht folgen; ich übrigens auch nicht.
Thoth


[flash] Du bist mir schon ein verunglückter Spaßmacher....aber dein Mitleser passt gut zu dir. [grin]
Machts schön...ihr zwei.
AZ
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon steffen52-1 » 20. August 2015, 21:49

Mal zum Thema Oberschicht in der DDR! Wer ist es gewesen? Als Erstes die Herren Handwerker! Sie haben, durch die Mangelwirtschaft dieses Staates(DDR) gelebt wie die Made im Speck! Als Zweites gewisse Genossen, natürlich nicht das kleine SED-Mitglied, aber ab einen gewissen Posten bekamen sie auch Dinge wo von ein einfacher DDR-Bürger nur träumen konnte, schreibe nicht von Politbüromitgliedern, sondern von Sekretären der Bezirks und Kreisleitungen der SED! Wenn sie gewisse Wünsche hatten, da wurde der erfüllt von seinen Genossen( Untertanen) ! Geld spielt in der DDR eine untergeordnete Rolle, wichtig sind gewisse Verbindungen oder eben eine große Person in der SED-Partei zu sein b.z.w. zu kennen! Wer die kannte oder mit ihnen etwas schmalzen konnte, der bekam Dinge, für die konnte ein normal Bürger der Deutschen Demokratischen Republik nur träumen! Aber wie Meister Thoth schreibt und auch darüber mit seinen Busenfreund lacht, alles nicht wahr! Klar, wer die DDR als super empfand, was soll er anders schreiben!
Eigentlich traurig, wie so Einer, noch die Damalige als die Beste sieht! [peinlich] Wenn sie es so gewesen wäre, würde sie Heute noch leben, aber sie ist es eben nicht gewesen, darum aus und vorbei!!!! [hallo]
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Volker Zottmann » 20. August 2015, 22:05

Steffen,
Deinen ersten Satz müsste ich Dir übel nehmen, wenn Du alle Handwerker meintest, die sich selbständig machten.
Gewiss gab es die von Dir beschriebenen. Einen Leipziger kannte ich auch. Er war jeden Donnerstag schon auf dem Mecklenburger Zeltplatz und brauchte erst montags seine Heimreise antreten. So sah ich es in meinem jährlichen Jahresurlaub ab 1966.
Ich machte mich erst 1985 selbständig. Mit einem kleinen Umlaufmittelkredit. Deshalb entnahm ich im ersten Geschäftsjahr monatlich nur 480 Mark als monatliche Privatentnahme. Bis zur Wende erhöhte die sich natürlich. Doch glaub es bitte, es waren stets nie mehr als 1600.-Mark monatlich.
Auch Westgeld bezahlte mir nie jemand im Harz.
Für mich zahlte sich mein Einsatz erst ab 1991 aus, als ich mit Gebietsschutz Fenster, Tore und Türen der Firmen Hörmann und Versco vertrieb. Da war auf den Messen meine rund 600 Kunden fassende Kartei ausschlaggebend.

Gruß Volker
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon steffen52-1 » 20. August 2015, 22:21

Volker Zottmann hat geschrieben:Steffen,
Deinen ersten Satz müsste ich Dir übel nehmen, wenn Du alle Handwerker meintest, die sich selbständig machten.
Gewiss gab es die von Dir beschriebenen. Einen Leipziger kannte ich auch. Er war jeden Donnerstag schon auf dem Mecklenburger Zeltplatz und brauchte erst montags seine Heimreise antreten. So sah ich es in meinem jährlichen Jahresurlaub ab 1966.
Ich machte mich erst 1985 selbständig. Mit einem kleinen Umlaufmittelkredit. Deshalb entnahm ich im ersten Geschäftsjahr monatlich nur 480 Mark als monatliche Privatentnahme. Bis zur Wende erhöhte die sich natürlich. Doch glaub es bitte, es waren stets nie mehr als 1600.-Mark monatlich.
Auch Westgeld bezahlte mir nie jemand im Harz.
Für mich zahlte sich mein Einsatz erst ab 1991 aus, als ich mit Gebietsschutz Fenster, Tore und Türen der Firmen Hörmann und Versco vertrieb. Da war auf den Messen meine rund 600 Kunden fassende Kartei ausschlaggebend.

Gruß Volker

Volker, warum nimmst Du mir den ersten Satz übel? Es gab genug Handwerker in der DDR, welche D-Mark nahmen! Kenne es aus meiner eigenen Erfahrung, da konnte ich Dinge bei ihm bestellen, die er auch einbaute, wo jeder dachte die gibt es überhaupt nicht in diesen sozialistischen Staat(DDR)! Fliesen für mein Bad, damals, bekam man nach Anmeldung nur so viel, einen 50ziger-DM und der Mitarbeiter brachte so viel wie ich brauchte! [hallo]
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Volker Zottmann » 20. August 2015, 22:33

Steffen,
Konjunktiv beachten. Ich schrieb "müsste"! Ich weiß doch wie Du es gemeint hast und es stimmt doch auch, aber nur teilweise. Ist schon in Ordnung. Das ist wie mit den Brötchen, die waren gut in der DDR, aber doch nie alle!

Diese Scheiß-Handwerksmeister aber auch.... [flash]

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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Jago » 20. August 2015, 22:36

Steffen , auch nicht Selbstständige hielten die Hand auf . So unglaubhaft es klingt aber sogar die Jauchenfahrer waren da mit von der Partie . Im gesamten Kreis Pößnek ein solches Auto . Die Bestellung des Autos erfolgte in der Kneipe in der 2 jeden Tag mittag machten . Also wenn Grube voll in die Kneipe und den Beiden ihre Zeche zahlen , man kannte sich ja gut . Schon war in den nächsten Tage die Grube lehr . Aber es war ja nicht alles schlecht nur was Gutes fällt mir halt nicht ein

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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon steffen52-1 » 20. August 2015, 22:38

Volker Zottmann hat geschrieben:Steffen,
Konjunktiv beachten. Ich schrieb "müsste"! Ich weiß doch wie Du es gemeint hast und es stimmt doch auch, aber nur teilweise. Ist schon in Ordnung. Das ist wie mit den Brötchen, die waren gut in der DDR, aber doch nie alle!

Diese Scheiß-Handwerksmeister aber auch.... [flash]

Gruß in die Dunkelheit, Volker

Na, da sind wir doch auf ein Level! Wünsche eine angenehme Nacht und morgen lesen wir uns wieder! Tschüss!!! [hallo]
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon steffen52-1 » 20. August 2015, 22:45

Jago hat geschrieben:Steffen , auch nicht Selbstständige hielten die Hand auf . So unglaubhaft es klingt aber sogar die Jauchenfahrer waren da mit von der Partie . Im gesamten Kreis Pößnek ein solches Auto . Die Bestellung des Autos erfolgte in der Kneipe in der 2 jeden Tag mittag machten . Also wenn Grube voll in die Kneipe und den Beiden ihre Zeche zahlen , man kannte sich ja gut . Schon war in den nächsten Tage die Grube lehr . Aber es war ja nicht alles schlecht nur was Gutes fällt mir halt nicht ein

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Peter, jeder hatte eine offene Hand und wenn es sich lohnte, ging zu DDR-Zeiten vieles, Heute aber auch! Geld regiert nun mal die Welt Wünsche Dir eine gute Nacht und man ließt sich, altes Haus! [hallo]
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon andr.k » 20. August 2015, 23:08

steffen52-1 hat geschrieben:Mal zum Thema Oberschicht in der DDR! Wer ist es gewesen? Als Erstes die Herren Handwerker! Sie haben, durch die Mangelwirtschaft dieses Staates(DDR) gelebt wie die Made im Speck! Als Zweites gewisse Genossen, natürlich nicht das kleine SED-Mitglied, aber ab einen gewissen Posten bekamen sie auch Dinge wo von ein einfacher DDR-Bürger nur träumen konnte, schreibe nicht von Politbüromitgliedern, sondern von Sekretären der Bezirks und Kreisleitungen der SED! Wenn sie gewisse Wünsche hatten, da wurde der erfüllt von seinen Genossen( Untertanen) ! Geld spielt in der DDR eine untergeordnete Rolle, wichtig sind gewisse Verbindungen oder eben eine große Person in der SED-Partei zu sein b.z.w. zu kennen! Wer die kannte oder mit ihnen etwas schmalzen konnte, der bekam Dinge, für die konnte ein normal Bürger der Deutschen Demokratischen Republik nur träumen! Aber wie Meister Thoth schreibt und auch darüber mit seinen Busenfreund lacht, alles nicht wahr! Klar, wer die DDR als super empfand, was soll er anders schreiben!
Eigentlich traurig, wie so Einer, noch die Damalige als die Beste sieht! [peinlich] Wenn sie es so gewesen wäre, würde sie Heute noch leben, aber sie ist es eben nicht gewesen, darum aus und vorbei!!!! [hallo]
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"Gewisse Wünsche"...
steffen52-1 hat geschrieben:Ganz einfach zu diesen Thema! Habe geheiratet(1988) brauchte einen schönen Brautstrauß, woher und nicht nehmen, ein Schreiben vom Vorsitzenden des Rates des Bezirkes( K-M-Stadt) öffnete mir Türen! Bekam ein Rosenstrauß(nach Wahl) konnte mir in den Gästehaus der SED, Radeberger Bier, Lachsschinken, ungarische Salami, Zunge, Lende, Obst jeder Art u.s w. abholen!


Demnach sind Dir Deine "Wünsche" in der DDR bestens erfüllt ... [grins]

Super.
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Edelknabe » 21. August 2015, 08:22

Ja so war das nun einmal im Sozialismus der fleißigen Handwerker Steffen, denn hättest du damals nen richtig ordentlichen Beruf gelernt brauchtest du heute nicht übers damalige Handwerk herziehen. Aber unser Steffen saß ja lieber Abends breitbeinig auf der Couch und seine Heidi brachte dann das Bier und die Pantoffeln. Zu dem Zeitpunkt, da war fleißiger Handwerker schon auf der zweiten Schicht die sinngemäß goldene Eier legte, sah dadurch seine Kinderlein kaum und die eigene Frau nur am Wochenende früh im Bettchen.

Ab und an unterhalte ich mich mit meiner Ältesten über die damaligen Zeiten. Denn das Mädel sah ihren Vater unter der Woche einfach zu selten, so war ich zwischendrin mal auf einen Kaffee da, dann war Sie bei ner Freundin um die Ecke und Abends eben schon in der Heia. Also wenn ich so zurück denke Männer, was für eine Energie man doch als junges Kerlchen hatte, ich hätte rund um die Uhr arbeiten können denn was da hängen blieb war sinngemäß Sozialismus vom Feinsten.

Deswegen war der Sozialismus doch auch so lebenswert Männer, ohne Mist, denn nur wer sich ordentliche drehte, wer schaffte im Schweiße seines Angesichtes kam dann mit dem eigenen Arsch an die gesellschaftliche Wand, und zwar der voller Lebensqualität....HAAAAAAAAAAAAA

Rainer-Maria und ein Hoch auf das Handwerk, was wohl immer schon goldenen Boden hatte.In jeder Gesellschaftsordnung, Jeder.

Und einen guten Tag allen ins Forum
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Interessierter » 21. August 2015, 09:35

Zitat Edelknabe:
Deswegen war der Sozialismus doch auch so lebenswert Männer, ohne Mist, denn nur wer sich ordentliche drehte, wer schaffte im Schweiße seines Angesichtes kam dann mit dem eigenen Arsch an die gesellschaftliche Wand, und zwar der voller Lebensqualität....HAAAAAAAAAAAAA


Du hast vergessen, dass für Dich auch der permanente Diebstahl von Volkseigentum dazugehörte [flash]

Zum anderen lobst Du hier den Sozialismus wo in der DDR vier- und anderswo sieben Jahrzehnte Unfreiheit, Unrecht und Misswirtschaft durch systemimmanente Ausbeutung regierten, wo es Völkermord und Unterdrückung, wo Verbrechen gegen die Menschlichkeit, gegen Minderheiten, gegen soziale, ökonomische und politische Gruppen stattfanden. Wege des Kommunismus, auf denen mit Menschen experimentiert wurde, die millionenfach deportiert, vertrieben und organisiert dem Hungertod ausgesetzt wurden. Wege, die in Umerziehungslagern, in Zuchthäusern, im kommunistischen Genozid, dem Holodomor, in Konzentrationslagern, in Zwangsarbeit, in Folterzellen, im GULag und in Massengräbern endeten. Wege, auf denen die hinterlassene Blutspur von 94 Millionen umgebrachter Menschen nicht getrocknet ist. Wege zum Kommunismus, die zum Albtraum der Menschheit geworden sind.


So brachte es Waldemar Ritter einmal genau auf den Punkt.
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Edelknabe » 21. August 2015, 12:01

Der war gut Interessierter, deine uralte Leier "Von des Volkes ganz eigenem und sogar selber erwirtschaftetem Eigentum". Also wenn dir sonst nichts mehr einfällt kommt gebetsmühlenartig der uralte Kram. Und was wollte der Herr Ritter gleich nochmal....?

Ich kann mit sowas immer nix anfangen weil, ich schrieb es ja schon mir als damals schaffenden junger Handwerker der Sozialismus einfach keine Steine in den Weg legte. Komisch was, die Arbeit hatte schon nen sehr hohen Stellenwert im System Sozialismus. Und ne Interessierter, das wirst du sowieso nie begreifen, das mit dem doch recht lebenswerten und dazu noch sozialem Sozialismus.

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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Volker Zottmann » 21. August 2015, 12:24

Edelknabe,
sag mir mal, was das mit Sozialismus zu tun hat, wenn man wie Du stets 2 Schichten hintereinander schaffte und dadurch die Familie, seine eigenen Kinder, zumindest wochentags vernachlässigte?
Ich habe auch etliche Jahre die Feierabendarbeit hinten dran gehängt. Das gab etwas Geld als Zubrot, um bauen zu können oder den Urlaub zu finanzieren.

Im Gegensatz zu Dir käme mir aber nie in den Sinn, dass als eine Errungenschaft und Sozialismus verkaufen zu wollen.
Es zeugte eher von einem armseligen System, dass mit normaler Tagesleistung seinen Erbauern keine finanziellen Spielräume ließ, um die Freizeit zu gestalten.

Bei den genannten 10% Oberschicht im "Land der Gleichen", sah das anders aus. Die fühlten sich logisch wohl im Sozialismus.
Bei Dir aber ist irgendwas verkehrt gelaufen, zumindest mit Deiner Wahrnehmung.

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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Edelknabe » 21. August 2015, 12:42

Volker was wolltest du denn mit Geld....im Sozialismus.Und ne,da war jetzt auch ne gehörige Portion Humor dabei. Ich lese immer "finanzielle Spielräume oder Geld für Urlaub oder so?" Ja Mann was hast du denn mit deiner monatlich verdienten Kohle gemacht? Du willst mir doch nicht im Ernst erzählen wollen, das dein Monatslohn und der deiner Frau kein Geld für den Jahresurlaub in der DDR übrig lies?

Dazu noch auf dem kostenlosen Campingplatz wo du immer jährlich hingefahren bist? Das hat doch nix gekostet außer mal im Konsum nebenan einkaufen zu gehen. Dafür musste ich doch nicht nach Feierabend Pfuschen gehen nur um nun ....oder weil irgendwie der Lohn nicht reichte...ne ich glaube es nicht? Das was da Feierabend herüberkam war sinngemäß neben dem Geld sofort auf die Hand ne Menge Sachwerte, Schmeckerchen, Beziehungen weil, das Land der Jäger und Sammler war einfach so aufgebaut.

Aber wem erzähle ich das eigentlich...auch nur einem Handwerker denn das warst du doch.

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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Volker Zottmann » 21. August 2015, 12:58

Rainer, dass will ich gern erläutern:
Als Meister bekam ich anfangs ein Gehalt von 640 Brutto. Meine Frau als Funkmechanikerin erhielt etwa 450 Brutto. Sie hatte stets um die 360 Mark ausgezahlt als Facharbeiterin mit 10. Klasse und Lehre. Das war nicht berauschend, denn wir wohnten nie in Ballungsgebieten, wo finanziell mehr drinnen gewesen wäre.
Dafür wohnten wir mietfrei und hatten stets gute Luft.

Unser erstes Zelt, das Modell "Müggelsee II" kostete runde 1250 Mark. Dann die ganze Ausrüstung.... Später dann mein Clappfix CT6"-W... den gab es nicht umsonst.
Und das der Zeltplatz billig war steht außer Frage. Aber niemals kostenlos. Waren so um 30 Pfennige pro Tag und Person und die 20 bis 50 Mark Bestechungsgeld an die Familie F. die den Zeltplatz leitete. Ohne dies "Beihilfe" wären wir ohne Zeltgenehmigung, die man nicht jedes Jahr erhielt, wieder abgefahren. Der mithelfender Ehemann war zuvor NVA-Offizier. Bald gab es unter diesem dann einen Campingrat mit Campingratten (Räten). Deren Aufgabe war es, ausreisewillige Urlauber regelmäßig zu schikanieren und drangsalieren. In den letzten 2 bis 3 Jahren war das so.

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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Jago » 21. August 2015, 13:45

Volker Zottmann hat geschrieben:Rainer, dass will ich gern erläutern:
Als Meister bekam ich anfangs ein Gehalt von 640 Brutto. Meine Frau als Funkmechanikerin erhielt etwa 450 Brutto. Sie hatte stets um die 360 Mark ausgezahlt als Facharbeiterin mit 10. Klasse und Lehre. Das war nicht berauschend, denn wir wohnten nie in Ballungsgebieten, wo finanziell mehr drinnen gewesen wäre.
Dafür wohnten wir mietfrei und hatten stets gute Luft.

Unser erstes Zelt, das Modell "Müggelsee II" kostete runde 1250 Mark. Dann die ganze Ausrüstung.... Später dann mein Clappfix CT6"-W... den gab es nicht umsonst.
Und das der Zeltplatz billig war steht außer Frage. Aber niemals kostenlos. Waren so um 30 Pfennige pro Tag und Person und die 20 bis 50 Mark Bestechungsgeld an die Familie F. die den Zeltplatz leitete. Ohne dies "Beihilfe" wären wir ohne Zeltgenehmigung, die man nicht jedes Jahr erhielt, wieder abgefahren. Der mithelfender Ehemann war zuvor NVA-Offizier. Bald gab es unter diesem dann einen Campingrat mit Campingratten (Räten). Deren Aufgabe war es, ausreisewillige Urlauber regelmäßig zu schikanieren und drangsalieren. In den letzten 2 bis 3 Jahren war das so.

Gruß Volker




Hört sich realistisch an . Mein Vater war ende der 70 er Jahre Zeltplatzwart . Mir wurde da immer wieder negatives über ihn zugetragen , in Beziehung Platzvergabe . Im Zusammenhang mit meiner Ausreise bekam ich die Information daß er den Job als Platzwart nur bekam weil er sich bereit erklärte IM zu sein . Er erfüllte seine Aufgabe war aber nie SED Mitglied

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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Volker Zottmann » 21. August 2015, 14:20

Jago hat geschrieben:

Hört sich realistisch an . Mein Vater war ende der 70 er Jahre Zeltplatzwart . Mir wurde da immer wieder negatives über ihn zugetragen , in Beziehung Platzvergabe . Im Zusammenhang mit meiner Ausreise bekam ich die Information daß er den Job als Platzwart nur bekam weil er sich bereit erklärte IM zu sein . Er erfüllte seine Aufgabe war aber nie SED Mitglied

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Ist auch realistisch jago,
auch wenn hier immer mal wieder was in Abrede gestellt wird.
Der Platzwart, der "wirkliche", war er. Sie gab den Namen. Er war nach seiner aktiven Zeit völlig freigestellt. War also nur da, um seine "hart" arbeitende Frau zu unterstützen. Der C26 war schon immer auch mit vielen hauptamtlichen Stasimitarbeitern gespickt. Die machten aber immer nur ihren Urlaub. Wir als Camper dort seit 1966, hatten doch einen guten Überblick über Neuzugänge.
Bis Anfang der 80er ging es ohne Platzwart. Da meldete man sich im Bürgermeisteramt Diemitz an. Dann kam der Platzwart und nichts wurde besser. Es ist so, dass dort überwacht und auf Ausreisewillige Doktoren offen von den Zeltplatzratten gehetzt wurde.
Nach der Wende hielten schlagartig alle ihre Schandschnauzen. war schon interessant, das zu verfolgen.

Ein Wessi (Schaumschläger) übernahm und führte den Platz in den Untergang, zu seinem Vorteil.
Als wir Dauercamper einen Verein gründeten und bei Fleeth am Mössensee einen neuen Platz aus dem Nichts schufen, klopfte dieses Wächterehepaar an und wollte bei uns Mitglied werden. Das wurde demokratisch und mit hoher Prozentzahl abgelehnt. Solche dreisten Personen wollten wir nicht mehr unter uns haben.

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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon karnak » 21. August 2015, 14:55

Volker Zottmann hat geschrieben: Deren Aufgabe war es, ausreisewillige Urlauber regelmäßig zu schikanieren und drangsalieren. In den letzten 2 bis 3 Jahren war das so.

Gruß Volker

[flash] Das ist wieder mal einer Deiner Geschichten zu denen ich gerne mehr wissen würde.
Zum Geldverdienen in der DDR,und ich könnte nur aus meiner Zeit berichten,also nicht aus den Sechzigern,sage ich lieber nichts. Zum Einen könnte es in Richtung Beleidigung aufgefasst werden,zum Anderen,mit meinem Stasigehalt habe ich eh schlechte Karten,ehe ich mich vorführen lasse. [grin]
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon augenzeuge » 21. August 2015, 15:15

Edelknabe hat geschrieben:Volker was wolltest du denn mit Geld....im Sozialismus.Und ne,da war jetzt auch ne gehörige Portion Humor dabei.
Rainer-Maria


Ich erinnere mich, dass sehr viele die meisten Wochenenden privat gearbeitet haben. Sie brauchten das Geld, weil es sonst zum Auto, für den Farb TV nicht gereicht hätte.

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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon andr.k » 21. August 2015, 15:48

Volker Zottmann hat geschrieben:Ist auch realistisch jago,
auch wenn hier immer mal wieder was in Abrede gestellt wird.
Der Platzwart, der "wirkliche", war er. Sie gab den Namen. Er war nach seiner aktiven Zeit völlig freigestellt. War also nur da, um seine "hart" arbeitende Frau zu unterstützen. Der C26 war schon immer auch mit vielen hauptamtlichen Stasimitarbeitern gespickt. Die machten aber immer nur ihren Urlaub. Wir als Camper dort seit 1966, hatten doch einen guten Überblick über Neuzugänge.
Bis Anfang der 80er ging es ohne Platzwart. Da meldete man sich im Bürgermeisteramt Diemitz an. Dann kam der Platzwart und nichts wurde besser. Es ist so, dass dort überwacht und auf Ausreisewillige Doktoren offen von den Zeltplatzratten gehetzt wurde.
Nach der Wende hielten schlagartig alle ihre Schandschnauzen. war schon interessant, das zu verfolgen.

Ein Wessi (Schaumschläger) übernahm und führte den Platz in den Untergang, zu seinem Vorteil.
Als wir Dauercamper einen Verein gründeten und bei Fleeth am Mössensee einen neuen Platz aus dem Nichts schufen, klopfte dieses Wächterehepaar an und wollte bei uns Mitglied werden. Das wurde demokratisch und mit hoher Prozentzahl abgelehnt. Solche dreisten Personen wollten wir nicht mehr unter uns haben.

Gruß Volker


Ja was machten die MfS’ler (Schandschnauzen, Zeltplatzratten ) denn nun, Urlaub oder Überwachen und Hetzen? [denken]
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Volker Zottmann » 21. August 2015, 18:42

karnak hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben: Deren Aufgabe war es, ausreisewillige Urlauber regelmäßig zu schikanieren und drangsalieren. In den letzten 2 bis 3 Jahren war das so.

Gruß Volker

[flash] Das ist wieder mal einer Deiner Geschichten zu denen ich gerne mehr wissen würde.
Zum Geldverdienen in der DDR,und ich könnte nur aus meiner Zeit berichten,also nicht aus den Sechzigern,sage ich lieber nichts. Zum Einen könnte es in Richtung Beleidigung aufgefasst werden,zum Anderen,mit meinem Stasigehalt habe ich eh schlechte Karten,ehe ich mich vorführen lasse. [grin]


Das zu erläutern wäre gar nicht nötig, denn das habe ich im Forum schon mal beschrieben:
Für Dich mach ich es aber gerne.
Zwei Hauptamtliche habe ich über viele Jahre dort gesehen, mit einem, dem Michael G., ein Oberstleutnant gar engen urlaubsmäßigen Kontakt. Den interessierte sein Dienst in Berlin dort bestimmt nicht. Ebenso ging es dem zweiten. Der war aus der Bezirksstelle in Magdeburg und war bestimmt sogar auch nur zum Urlaub da.
Der "mitarbeitende" Platzwart, der seine Frau unterstützte, so die offizielle Version, baute in den 1980er dort den Zeltplatzrat auf. Dem gehörten ganz wichtige Gestalten an, die nahmen zumindest sich selbst mehr als wichtig. Einer war Harry... ein ABV aus Neustrelitz. (Der in früheren Jahren dort nackig, auch mal nur mit Koppel und Pistolenhalfter rum lief.) Zeitzeugen gibt es zur Genüge. Dort machten ja keine Blinden Urlaub.
Der Zeltrat kam sehr oft und verlangte selbst von uns jahrelang Bekannten die Ausweise und Zeltgenehmigungen. Hatte man keine, aber zuvor das Ehepaar F. bestochen, erfolgte natürlich kein Nachfragen! Uns zu fragen hatte die Begründung, sich unauffällig einem Arztehepaar zu nähern und zu "überprüfen". Der wirkliche Grund war, denen ihren Urlaub zu vermiesen, denn sie waren Ausreiseantragsteller und wurde viele Male in einem Urlaub überprüft. Sie ließen die Provokationen über sich ergehen und gaben keinen Anlass, dass die Staatsmacht hätte einschreiten können.Warum? Weil sie um einiges intelligenter waren!
Nachdem ich bei wiederholter Kontrolle ausflippte und mir verbat, jeden Tag von den Ratten belästigt zu werden, hatte ich Ruhe. Andere auch. Denn, wenn die ehrlich hätten was kontrollieren wollen, hätten sie lediglich das Buchwerk des Platzwartes einsehen müssen.
Dieses Ehepaar brachte es fertig, über Jahrzehnte gewachsene Strukturen zu zerschlagen, als sie willkürlich verboten, dass Zelte und Wohnwagen nebeneinander stehen. Es gab auf Nachfrage im Bürgermeisteramt und in der zentralen Zeltplatzvermittlung Waren keinerlei Anordnungen für dererlei Unfug.

Und solche miesen Gestalten wollten dann am Mössensee in unseren Verein. Sie erhielten völlig berechtigt die nötige Abfuhr.

Gruß Volker
Zuletzt geändert von Volker Zottmann am 21. August 2015, 18:57, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Spartacus » 21. August 2015, 18:48

Zu dem Zeitpunkt, da war fleißiger Handwerker schon auf der zweiten Schicht die sinngemäß goldene Eier legte, sah dadurch seine Kinderlein kaum und die eigene Frau nur am Wochenende früh im Bettchen.


Und was war daran noch mal schön Rainer ?

Kannst du mir das mal erklären, denn das schnalle ich einfach nicht!

LG

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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon andr.k » 21. August 2015, 20:59

Volker Zottmann hat geschrieben:Ist auch realistisch jago,
auch wenn hier immer mal wieder was in Abrede gestellt wird.
Der Platzwart, der "wirkliche", war er. Sie gab den Namen. Er war nach seiner aktiven Zeit völlig freigestellt. War also nur da, um seine "hart" arbeitende Frau zu unterstützen. Der C26 war schon immer auch mit vielen hauptamtlichen Stasimitarbeitern gespickt. Die machten aber immer nur ihren Urlaub. Wir als Camper dort seit 1966, hatten doch einen guten Überblick über Neuzugänge.
Bis Anfang der 80er ging es ohne Platzwart. Da meldete man sich im Bürgermeisteramt Diemitz an. Dann kam der Platzwart und nichts wurde besser. Es ist so, dass dort überwacht und auf Ausreisewillige Doktoren offen von den Zeltplatzratten gehetzt wurde.
Nach der Wende hielten schlagartig alle ihre Schandschnauzen. war schon interessant, das zu verfolgen.

Ein Wessi (Schaumschläger) übernahm und führte den Platz in den Untergang, zu seinem Vorteil.
Als wir Dauercamper einen Verein gründeten und bei Fleeth am Mössensee einen neuen Platz aus dem Nichts schufen, klopfte dieses Wächterehepaar an und wollte bei uns Mitglied werden. Das wurde demokratisch und mit hoher Prozentzahl abgelehnt. Solche dreisten Personen wollten wir nicht mehr unter uns haben.

Gruß Volker


Auf deiner "Seite" steht diese Version ...

Der Zeltplatz C26 hatte über die Jahre hinweg so einige Verwalter gesehen. In den 1980-er Jahren oblag die Zeltplatzleitung einer Frau X. Ihr Ehemann, ein frühpensionierter hoher NVA-Offizier, mischte immer munter mit. Das war ein widerliches Ehepaar, welches auch wir notgedrungen mindestens 2 Sommer ohne ausgestellte Aufenthaltsgenehmigung bestechen mussten.
Wir fuhren den Zeltplatz auch ohne jede Genehmigung einfach an. Platz war ja immer vorhanden, das wussten wir, denn irgend jemand konnte seinen Urlaub garantiert nicht antreten. Mit Geldscheinen schien dann alles lösbar. Sie sollten nur nicht zu klein sein!
Mann, waren die korrupt. Da tut mir heute noch jeder Schein leid, den die von uns bekamen …
Von Berlinern ließen sich X’s für selbst ausgestellte Genehmigungen, wegen der dortigen besseren Versorgungslage, wöchentlich frisches Obst schenken …
Man hätte die ertränken müssen!

...

Zusätzlich wurde auf dem Platz zur “Sicherheit” noch ab den 80-er Jahren ein Zeltplatz-Rat installiert. Allerdings nicht zur besseren Versorgung der Urlauber, nein, mehr zu deren Überwachung. Das waren “zuverlässige” Dauerzeltler. Meist SED-Genossen. So auch Larry, ein altgedienter Volkspolizist und notgeiler Spanner. Der ist in den Anfangsjahren auch schon mal nackt, nur mit Mütze und Koppel und Pistolenhalfter rumgelaufen. Balla, balla … Der war dumm, aber eigentlich doch harmlos.

Wir kannten ja alle Zeltplatz-Räte. Für uns enthusiastischen Camper waren das jedoch nur die “Zeltplatz-Ratten”.Trotz der ganzen überzogenen staatlichen Kontroll-Struktur veranstalteten diese Idioten dann abends zusätzlich noch diverse Zeltscheinkontrollen, schikanierten mit ihrem Geltungsdrang die Erholungssuchenden.

So kam Larry zwei Tage hintereinander zu uns gelaufen und forderte unsere Zeltgenehmigung zwecks Kontrolle. Beim zweiten Mal weigerten wir uns und schimpften. Da meinte Larry, er käme doch nur so zur Tarnung zu uns, denn in Wirklichkeit wolle er nebenan ein Arzt-Ehepaar, welches einen Ausreiseantrag gestellt hatte, kontrollieren. Woher wusste der das? Perfide, selbst im Urlaub umgab uns das Geflecht der allgegenwärtigen Staatssicherheit.

In den 80-er Jahren merkte man aber auch, das diese Wichtigtuer immer weniger von den Campern beachtet und für voll genommen wurden. Es machte sich immer direkter und hin und wieder auch lautstark Unmut breit. Durch ihr Verhalten beförderten sie direkt den wachsenden Widerstand, ohne es selbst zu begreifen …


Quelle: http://mein-ddr-leben.de/36.html (Auszug)

P.S.: Möge sich jeder selbst eine Meinung dazu bilden. Die Camping "Geschichte" ist hier völlig OT.
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon steffen52-1 » 21. August 2015, 21:24

andr.k hat geschrieben:
steffen52-1 hat geschrieben:Mal zum Thema Oberschicht in der DDR! Wer ist es gewesen? Als Erstes die Herren Handwerker! Sie haben, durch die Mangelwirtschaft dieses Staates(DDR) gelebt wie die Made im Speck! Als Zweites gewisse Genossen, natürlich nicht das kleine SED-Mitglied, aber ab einen gewissen Posten bekamen sie auch Dinge wo von ein einfacher DDR-Bürger nur träumen konnte, schreibe nicht von Politbüromitgliedern, sondern von Sekretären der Bezirks und Kreisleitungen der SED! Wenn sie gewisse Wünsche hatten, da wurde der erfüllt von seinen Genossen( Untertanen) ! Geld spielt in der DDR eine untergeordnete Rolle, wichtig sind gewisse Verbindungen oder eben eine große Person in der SED-Partei zu sein b.z.w. zu kennen! Wer die kannte oder mit ihnen etwas schmalzen konnte, der bekam Dinge, für die konnte ein normal Bürger der Deutschen Demokratischen Republik nur träumen! Aber wie Meister Thoth schreibt und auch darüber mit seinen Busenfreund lacht, alles nicht wahr! Klar, wer die DDR als super empfand, was soll er anders schreiben!
Eigentlich traurig, wie so Einer, noch die Damalige als die Beste sieht! [peinlich] Wenn sie es so gewesen wäre, würde sie Heute noch leben, aber sie ist es eben nicht gewesen, darum aus und vorbei!!!! [hallo]
Grüsse steffen52-1



"Gewisse Wünsche"...
steffen52-1 hat geschrieben:Ganz einfach zu diesen Thema! Habe geheiratet(1988) brauchte einen schönen Brautstrauß, woher und nicht nehmen, ein Schreiben vom Vorsitzenden des Rates des Bezirkes( K-M-Stadt) öffnete mir Türen! Bekam ein Rosenstrauß(nach Wahl) konnte mir in den Gästehaus der SED, Radeberger Bier, Lachsschinken, ungarische Salami, Zunge, Lende, Obst jeder Art u.s w. abholen!

Demnach sind Dir Deine "Wünsche" in der DDR bestens erfüllt

Super.

andr.k, erzähle mir mal was daran falsch war? Wenn man eine Möglichkeit hatte, sich durch die Einöde der DDR , durch gewisse Dinge sich das schlichte Leben in der Damaligen zu verbessern, das hätte doch jeder gemacht, ob nun mit dem Staat einverstanden oder nicht! Jeder ist sich selbst der Nächste und jeder hat versucht das Beste aus dieser sozialistischen Situation zu machen! Wenn man gewisse Kreise( SED-Genossen) benutzen konnte, um das man dieses oder jenes sich besorgen ließ, warum nicht? [crazy] Wer es nicht tat, der ist halt blöd gewesen!!!
Grüsse steffen52-1
steffen52-1
 

Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Volker Zottmann » 21. August 2015, 21:38

Steffen52-1, lass Dich nicht kirre machen.

Das sehe ich genauso. Damals sind wir alle, ob nun gewollt oder ungewollt, mitgeschwommen. Jeder nutzte aus der Not geboren seine Möglichkeiten Vorteile zu ziehen. Lies nur mal, wie ich mir den Chromat-Fernseher ohne allzu langes Warten ins Haus holte. Oder die VVN der Oma benutzend den Trabantauspuff bekam.
Ich reklamiere für mich die Ehrlichkeit, solche Alltagspossen mit aufgeschrieben zu haben.
Warum? Das schrieb ich im Vorwort:
Damit in 100 Jahren, falls wieder mal solch ein Sonderexemplar wie ich es bin, aufkreuzen sollte, dieses was zum Lesen hat und sich ein allumfassendes Bild über meine DDR-Lebensumstände machen kann.
Derjenige wird erkennen, dass eben auch ich trotz der letzten 5 DDR-Jahre in Selbständigkeit nicht zu den privilegierten 10 % gehörte.
Er wird eventuell sich freuend über seinen Vorfahr was erfahren. Ein @andr.k wird den sicher nicht interessieren.
Egal wie viel Genöle jetzt noch abgesondert wird. [grins]

Gruß Volker
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon andr.k » 21. August 2015, 22:18

steffen52-1 hat geschrieben: "Gewisse Wünsche"...

steffen52-1 hat geschrieben:
Ganz einfach zu diesen Thema! Habe geheiratet(1988) brauchte einen schönen Brautstrauß, woher und nicht nehmen, ein Schreiben vom Vorsitzenden des Rates des Bezirkes( K-M-Stadt) öffnete mir Türen! Bekam ein Rosenstrauß(nach Wahl) konnte mir in den Gästehaus der SED, Radeberger Bier, Lachsschinken, ungarische Salami, Zunge, Lende, Obst jeder Art u.s w. abholen!

Demnach sind Dir Deine "Wünsche" in der DDR bestens erfüllt

Super.


andr.k, erzähle mir mal was daran falsch war? Wenn man eine Möglichkeit hatte, sich durch die Einöde der DDR , durch gewisse Dinge sich das schlichte Leben in der Damaligen zu verbessern, das hätte doch jeder gemacht, ob nun mit dem Staat einverstanden oder nicht! Jeder ist sich selbst der Nächste und jeder hat versucht das Beste aus dieser sozialistischen Situation zu machen! Wenn man gewisse Kreise( SED-Genossen) benutzen konnte, um das man dieses oder jenes sich besorgen ließ, warum nicht? [crazy] Wer es nicht tat, der ist halt blöd gewesen!!!
Grüsse steffen52-1


Steffen, ist doch alles super, oder? Ich würde an Deiner Stelle nicht mehr ganz soooo dick auftragen. [denken]
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon andr.k » 21. August 2015, 22:26

Volker Zottmann hat geschrieben:Steffen52-1, lass Dich nicht kirre machen.

Das sehe ich genauso. Damals sind wir alle, ob nun gewollt oder ungewollt, mitgeschwommen. Jeder nutzte aus der Not geboren seine Möglichkeiten Vorteile zu ziehen. Lies nur mal, wie ich mir den Chromat-Fernseher ohne allzu langes Warten ins Haus holte. Oder die VVN der Oma benutzend den Trabantauspuff bekam.
Ich reklamiere für mich die Ehrlichkeit, solche Alltagspossen mit aufgeschrieben zu haben.
Warum? Das schrieb ich im Vorwort:
Damit in 100 Jahren, falls wieder mal solch ein Sonderexemplar wie ich es bin, aufkreuzen sollte, dieses was zum Lesen hat und sich ein allumfassendes Bild über meine DDR-Lebensumstände machen kann.
Derjenige wird erkennen, dass eben auch ich trotz der letzten 5 DDR-Jahre in Selbständigkeit nicht zu den privilegierten 10 % gehörte.
Er wird eventuell sich freuend über seinen Vorfahr was erfahren. Ein @andr.k wird den sicher nicht interessieren.
Egal wie viel Genöle jetzt noch abgesondert wird. [grins]

Gruß Volker


Alles klar, Zottmann, Volker?! Am besten alle widerlichen, schikanierenden, korrupten, Dummen, Schandschnauzen, Idioten, Stasi, VP und "Ratten" ertränken. Für einen Zottmann, der 15 Jahre mit seinem Parteibuch sich alle Errungenschaften der untergegangenen DDR gesichert hat, eine völlig logische Antwort.

P.S.: Oh Herr lass .... [grin]
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Re: DDR: Zehn Prozent der Konteninhaber besaßen 60 Prozent der Geldvermögen

Beitragvon Jago » 21. August 2015, 22:35

andr.k , wenn dir die meisten Beiträge von Usern so auf den Senkel gehen dann gebe doch einfach nicht mehr deinen Senf dazu . Ist doch nicht alles für dich alleine bestimmt . Andere interressiert es vielleicht mehr als dich oder willst du sticheln

gruß Jago
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