So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Es gab zwischen beiden deutschen Staaten große Unterschiede in der Sozialpolitik (welche ja eine der Philosophien des DDR-Sozialismus war). Wo lagen die Unterschiede? Wie effektiv waren beide Sozialsysteme? Was war ungerecht, was war gerecht? Wie ist es im Vergleich zu heute?
Der Bereich für Diskussionen zu den Sozialen Systemen der beiden deutschen Staaten.

So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon augenzeuge » 19. Januar 2018, 16:12

Ein Tondokument aus dem Jahr 1988 mit teilweise irren Aussagen zur DDR....

Zwar war die Freiheit an den bundesdeutschen Hochschulen am Anfang verwirrend, aber die Veranstaltungen lagen auf hohem wissenschaftlichen Niveau. In der DDR fühlten sich die Germanistinnen unterfordert und fanden den Unterricht sogar „kindlich“ in seiner antikapitalistischen Propaganda.

Große materielle Unterschiede konnten sie übrigens nicht feststellen. Wie wir im Westen hatten die Britinnen Geschichten von langen Schlagen vor leeren Geschäften in Ostdeutschland gehört und waren dementsprechend überrascht, als sie davon nichts sahen. Sie fanden zwar die Menschen in der BRD materialistischer (wenn sie das in den 1980ern schon feststellten, was würden sie heute sagen?), die Lebensqualität in der DDR aber etwas höher. [shocked] Dort waren die Restaurants besser und für Durchschnittsbürger zugänglich. Selbst Studenten kochten nicht selbst, sondern gingen essen.


Der Deutschlandfunk interviewte im letzten vollständigen Jahr der deutschen Teilung britische Germanistik-Studentinnen, die Auslandssemester in der BRD und der DDR verbracht hatten, teilweise alternativ, teilweise kumulativ, und so von beiden deutschen Staaten aus erster Hand berichten und vergleichen konnten.

Am Ende noch ein überraschender Moment (ab Minute 42:25). Die Interviewerin fragt die Studentinnen, die beide deutsche Staaten kennengelernt haben, wo sie lieber arbeiten würden, ...aber das verrate ich mal nicht. [grins]

https://www.freitag.de/autoren/moser/hu ... betrachtet

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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon Beethoven » 19. Januar 2018, 17:01

Na, da ist doch die Meinung der Mädels recht eindeutig [grins]
Und die waren nicht bloß "Durchreisende" sondern eben länger in der DDR.
Aber als Ausländer wurden sie wohl auch anders behandelt.

freundlichst
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon augenzeuge » 19. Januar 2018, 17:04

Beethoven hat geschrieben:Aber als Ausländer wurden sie wohl auch anders behandelt.
freundlichst


Ganz sicher, und als Westliche sowieso.
Ich war mal 1981 dabei, als eine DGB Gruppe auf Betriebsführung war. Denen wurde ein Bild gezeigt, ein Essen serviert, das war schon außergewöhnlich.
Das normale Bild bekamen die erst von unsereins vermittelt. [grin]

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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon Teresa » 20. Januar 2018, 12:46

augenzeuge hat geschrieben:
Beethoven hat geschrieben:Aber als Ausländer wurden sie wohl auch anders behandelt.
freundlichst


Ganz sicher, und als Westliche sowieso.
Ich war mal 1981 dabei, als eine DGB Gruppe auf Betriebsführung war. Denen wurde ein Bild gezeigt, ein Essen serviert, das war schon außergewöhnlich.
Das normale Bild bekamen die erst von unsereins vermittelt. [grin]

AZ


Aber wie hat man sich denn als DDR Bürger dabei gefühlt, wenn man solche Verhaltensweisen mitbekam. Und welche Gedanken kamen gegenüber diesen westlichen Besuchern auf...?? Ich stell mir das unglaublich schwierig vor..

Liebe Grüße

Teresa
Zuletzt geändert von Teresa am 20. Januar 2018, 12:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon Kumpel » 20. Januar 2018, 14:40

Beethoven hat geschrieben:Na, da ist doch die Meinung der Mädels recht eindeutig [grins]



Von der Bekundung bis zur tatsächlichen Umsetzung ist es ja bekanntlich oft noch ein weiter Weg.
Der Zustrom von begeisterten Neubürgern in die DDR hielt sich dann doch arg in Grenzen und nicht selten folgte bei den "Eingewanderten" bald herbe Enttäuschung.
Selbst ehemalige zurück gekehrte Spione der Stasi konnten sich mit den paradiesischen Zuständen in der DDR nicht recht arrangieren.
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon augenzeuge » 20. Januar 2018, 14:53

Teresa hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
Beethoven hat geschrieben:Aber als Ausländer wurden sie wohl auch anders behandelt.
freundlichst


Ganz sicher, und als Westliche sowieso.
Ich war mal 1981 dabei, als eine DGB Gruppe auf Betriebsführung war. Denen wurde ein Bild gezeigt, ein Essen serviert, das war schon außergewöhnlich.
Das normale Bild bekamen die erst von unsereins vermittelt.

AZ


Aber wie hat man sich denn als DDR Bürger dabei gefühlt, wenn man solche Verhaltensweisen mitbekam. Und welche Gedanken kamen gegenüber diesen westlichen Besuchern auf...?? Ich stell mir das unglaublich schwierig vor..

Liebe Grüße

Teresa


Hallo Teresa,
an dieser Stelle auch von mir ein verspätetes Willkommen. Viel Spaß! [hallo]

Schwierig war es nicht, man war daran gewöhnt. Oft fühlte man sich als Bürger zweiter Klasse, der allerdings bestimmte innerdeutsche Erfahrungen gesammelt hatte, über die der westliche Bürger dann staunte.
In diesem Fall war es ganz anders. Denn zwei Tage vorher hatte ich zufällig jene Besucher in der Disco kennengelernt. Wir hatten uns schon ausgetauscht, ich wusste auch, dass sie in einen Betrieb kommen sollten, aber keiner wusste in welchen.

Das wiederum brachte mich dann in eine prekäre Lage, zeigten sie doch beim Besuch, dass sie diesen 17 jährigen Azubi im Blaumann sehr gut kannten. [blush]
Im Gespräch mit Verantwortlichen durfte ich mich rechtfertigen.
Ich wollte dort mein Abi machen, und leider war es so, dass solche offenen Kontakte da eher kontraproduktiv waren. Gaben sich doch am Tage die Lehrer dort die größte Mühe uns als sozialistische Kader zu erziehen. Es war ne Ausbildung mit Abi, da war klar, dass man in der Regel mal studieren sollte...

Die "besondere Bewirtung" machte nun auf die Westdeutschen keinen Eindruck mehr. Ebenso wenig der Betrieb mit den tlw. 50-60 Jahre alten Maschinen... Sie kannten von mir alle sozialistischen Probleme. [grin]

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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon Teresa » 20. Januar 2018, 15:09

augenzeuge hat geschrieben:Hallo Teresa,
an dieser Stelle auch von mir ein verspätetes Willkommen. Viel Spaß! [hallo]

Schwierig war es nicht, man war daran gewöhnt. Oft fühlte man sich als Bürger zweiter Klasse, der allerdings bestimmte innerdeutsche Erfahrungen gesammelt hatte, über die der westliche Bürger dann staunte.
In diesem Fall war es ganz anders. Denn zwei Tage vorher hatte ich zufällig jene Besucher in der Disco kennengelernt. Wir hatten uns schon ausgetauscht, ich wusste auch, dass sie in einen Betrieb kommen sollten, aber keiner wusste in welchen.

Das wiederum brachte mich dann in eine prekäre Lage, zeigten sie doch beim Besuch, dass sie diesen 17 jährigen Azubi im Blaumann sehr gut kannten. [blush]
Im Gespräch mit Verantwortlichen durfte ich mich rechtfertigen.
Ich wollte dort mein Abi machen, und leider war es so, dass solche offenen Kontakte da eher kontraproduktiv waren. Gaben sich doch am Tage die Lehrer dort die größte Mühe uns als sozialistische Kader zu erziehen. Es war ne Ausbildung mit Abi, da war klar, dass man in der Regel mal studieren sollte...

Die "besondere Bewirtung" machte nun auf die Westdeutschen keinen Eindruck mehr. Ebenso wenig der Betrieb mit den tlw. 50-60 Jahre alten Maschinen... Sie kannten von mir alle sozialistischen Probleme. [grin]

AZ


Hallo lieber Augenzeuge,

vielen Dank, für die Willkommensgrüße.

Bitte entschuldige, wenn ich so naiv daher komme, aber es ist so sehr schwer nachzuvollziehen diese ständige Vorsicht etc, da irgendwelche Sanktionen drohten.
Vielen lieben Dank, für deine ausführliche Antwort.

Liebe Grüße


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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon karnak » 20. Januar 2018, 15:11

Genauso, man war daran gewöhnt und hatte man es nicht so mit der"Gewöhnung " und man maulte rum wurde Dir in der aller größten Not erklärt, wenn Du zu Hause Besuch erwartest machst du ja auch noch mal sauber und bringst für deine Gäste das Beste auf den Tisch. Was ja auch nicht ganz falsch ist, aber es ist eben wie mit der Frage ob man nicht für den Weltfrieden ist, was willst Du dagegen sagen. [flash]
Sowas ist schwierig zu verstehen wenn man nicht lange Zeit in einer Diktatur gelebt hat.
Was allerdings die"ständige Vorsicht mit der Angst vor Sanktionen" angeht, dass ist in jedem Fall zu relativieren, nicht die These von den grauen Mäusen wie bei Doktor Schiwago die vor Angst mit gesenktem Kopf durch die Gegend und zur Arbeit marschiert sind. So "konsequent " in ihrem diktatorischen Gebaren war diese politische Diktatur nicht. Aber auch das ist schwer zu verstehen wenn man das Ganze selbst nicht erlebt hat und nur die"Doktor Schiwago Geschichten" als Beschreibung zur Verfügung gestellt bekommt.
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon Spartacus » 20. Januar 2018, 15:29

Was allerdings die"ständige Vorsicht mit der Angst vor Sanktionen" angeht, dass ist in jedem Fall zu relativieren


Na ja, wenn du mit einem Aufnäher " Schwerter zu Pflugscharen " durch die Gegend gelaufen wärst, dann hättest du deine Meinung auch sehr schnell relativiert. [flash]

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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon Teresa » 20. Januar 2018, 15:53

Na ja, also ich denke, jetzt bewegen wir uns ja doch in Extremen. Dass nicht mit Sanktionen zu rechnen war für jedes kleine bisschen, ist mir dann doch bewusst. Aber bei den erwähnten Ereignissen war die Befürchtung ja nun mal da... @karnak

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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon Kumpel » 20. Januar 2018, 15:57

Diese "ständige" Vorsicht hatte doch nahezu jeder DDR Bürger bereits mit der Muttermilch ein gesogen um zu wissen wo man Dieses oder Jenes sagen konnte
ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Schere im Kopf könnte man auch dazu sagen.
Die Art der Konsequenzen waren ja durchaus vielfältig und mitunter sehr subtil.
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon karnak » 20. Januar 2018, 15:58

Ja sicher, es gab so ein paar Dinge, eigentlich völlig nebensächlich, aber natürlich auch irgendwann benutzt um zu provozieren, was zur Folge hatte , dass man es dem Klassenfeind zugeordnet hat ohne auch nur irgendwie zu differenzen , völlig lächerlich und im Vorgehen auch noch unklug, damit konnte man natürlich in den Fettnapf treten. Das wusste man als"gelernter DDR-Bürger " auch ganz genau, man wollte den Ärger bekommen wenn man den Aufnäher trug, aus den unterschiedlichsten Gründen, die wenigsten waren pazifische, wenn das heute auch heute nicht mehr so gewesen sein soll.
Von solchen Dingen rede ich nicht, als gelernter DDR-Bürger wusste man einfach was an Maulerei geht und das war nicht mal unbedingt wenig, und was man besser bleiben lässt wenn man den Ärger nicht zwingend will ubd das mit einem durchaus privaten Kalkül.
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon Kumpel » 20. Januar 2018, 16:04

karnak hat geschrieben:Ja sicher, es gab so ein paar Dinge, eigentlich völlig nebensächlich, .................



Findest du?
Die Reaktion des Staates auf viele dieser "Nebensächlichkeiten" war doch absolut logisch und nachvollziehbar in dieser Diktatur.
Die Zügel locker lassen hätte einem Autoritätsverlust erzeugt und die Unzufriedenen verleitet immer weiter zu gehen.
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon karnak » 20. Januar 2018, 16:06

Teresa hat geschrieben:Na ja, also ich denke, jetzt bewegen wir uns ja doch in Extremen. Dass nicht mit Sanktionen zu rechnen war für jedes kleine bisschen, ist mir dann doch bewusst. Aber bei den erwähnten Ereignissen war die Befürchtung ja nun mal da... @karnak

Teresa

Wollte das Ganze nur auf ein gerüttelt Maß von damaliger Realität bringen, durchaus nicht negieren.
Ach so, und Du hast es bei mir mit einem Ex-Stasi zu tun, kannst als von mir nicht ganz so viel Schreckensmeldungen erwarten was diese DDR angeht. Das nur bevor Du das von jemanden anderen erfährst. [flash]
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon karnak » 20. Januar 2018, 16:09

Kumpel hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Ja sicher, es gab so ein paar Dinge, eigentlich völlig nebensächlich, .................



Findest du?
Die Reaktion des Staates auf viele dieser "Nebensächlichkeiten" war doch absolut logisch und nachvollziehbar in dieser Diktatur.
Die Zügel locker lassen hätte einem Autoritätsverlust erzeugt und die Unzufriedenen verleitet immer weiter zu gehen.

Das meinte man wohl so, man hätte es sicher cleverer anstellen können, aber mit den Erich Mielkes war das nun mal nicht zumachen, sie hatten das Sagen und waren gefangen in ihrem Weltbild, geht den Menschen wie den Leuten und das zieht sich durch die Zeit. [grin]
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon Interessierter » 20. Januar 2018, 16:30

Zitat karnak:
man wollte den Ärger bekommen wenn man den Aufnäher trug, aus den unterschiedlichsten Gründen, die wenigsten waren pazifische, wenn das heute auch heute nicht mehr so gewesen sein soll.


Da kann ich dir wirklich nicht widersprechen. Pazifische Gründe hatten die jungen Leute mit ihren Schwerter zu Pflugscharen - Aufklebern wirklich nicht. Jedoch nicht realisierbare Träume von Fernreisen über den Pazifik sicherlich. [laugh]

Also deine Standhaftigkeit mit Verharmlosungen und Schönrederei auch nach fast 30 Jahren, kann man dir nun wirklich nicht absprechen.

Wenn Du vorgibst als Stasimann die Gründe der jungen Leute zu kennen, dann haben diese sie dir persönlich ganz sicher nicht anvertraut. Daher finde ich deine Aussage einfach grotesk und sie entbehrt nicht einer gewissen Komik... [flash]
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon Spartacus » 20. Januar 2018, 16:40

karnak hat geschrieben: um zu provozieren, was zur Folge hatte ,


Darauf habe ich gewartet, denn ich wollte schon schreiben, komme mir aber nicht mit " provozieren ".

Wollte aber mal sehen, wie du reagierst. [flash]

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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon karnak » 20. Januar 2018, 16:51

Ich kenne die Gründe der Menschen nicht aus meiner Rolle als Stasimann, dass stand mir nicht auf der Stirn geschrieben, zu solchen Experten gehörte ich nie, ich kenne die Gründe weil ich als Bürger unter Bürgern lange Zeit in diesem Land verbracht habe. Das die Vorstellung, ein Otto - Normalo Stasi lebte völlig abgehoben, gemieden und isoliert vom Rest der Bevölkerung, ohne Kenntnis der gesellschaftlichen Realitäten völliger Unsinn ist habe ich schon des öfteren erläutert.
Und warum hat man denn dann den Aufnäher getragen, wenn nicht mit dem Wissen und damit mit dem Willen sich mit irgendeinem Ordnungshüter anzulegen?
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon karnak » 20. Januar 2018, 17:02

Interessierter hat geschrieben:
Da kann ich dir wirklich nicht widersprechen. Pazifische Gründe hatten die jungen Leute mit ihren Schwerter zu Pflugscharen - Aufklebern wirklich nicht. Jedoch nicht realisierbare Träume von Fernreisen über den Pazifik sicherlich. [laugh]


Also ging es doch um die schnöden Fleischtöpfe? Die elektronisch verursachte Fehlschreibung mal außer Acht gelassen. [grin]
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon Spartacus » 20. Januar 2018, 17:14

Und warum hat man denn dann den Aufnäher getragen, wenn nicht mit dem Wissen und damit mit dem Willen sich mit irgendeinem Ordnungshüter anzulegen?


Vielleicht - denkbar wäre es ja - um ganz einfach seine Meinung kund zu tun. [grins]

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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon karnak » 20. Januar 2018, 17:40

[grin] Aber auch nur vielleicht, dass es Wahrheit und in Mehrheit anders, etwas anderes war warum man diesen Aufnäher trug weißt Du natürlich genauso wie ich.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon pentium » 20. Januar 2018, 17:45

karnak hat geschrieben:[grin] Aber auch nur vielleicht, dass es Wahrheit und in Mehrheit anders, etwas anderes war warum man diesen Aufnäher trug weißt Du natürlich genauso wie ich.


Und was sagten die britischen Besucher aus der Überschrift zu diesem Aufnäher?

...
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon Teresa » 20. Januar 2018, 17:46

karnak hat geschrieben:
Teresa hat geschrieben:Na ja, also ich denke, jetzt bewegen wir uns ja doch in Extremen. Dass nicht mit Sanktionen zu rechnen war für jedes kleine bisschen, ist mir dann doch bewusst. Aber bei den erwähnten Ereignissen war die Befürchtung ja nun mal da... @karnak

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Wollte das Ganze nur auf ein gerüttelt Maß von damaliger Realität bringen, durchaus nicht negieren.
Ach so, und Du hast es bei mir mit einem Ex-Stasi zu tun, kannst als von mir nicht ganz so viel Schreckensmeldungen erwarten was diese DDR angeht. Das nur bevor Du das von jemanden anderen erfährst. [flash]


@Karnak
Ich erwarte weder Schreckensmeldungen noch Verherrlichungen... Die Realität wäre ganz nett [wink] Aber, ich kann auch nachvollziehen, dass es schwierig ist, gegen etwas zu sein, wofür man mehr oder weniger gelebt hat. Ich wollte letztendlich mit meinem Beitrag eingangs nur zum Ausdruck bringen, dass es wohl nicht einfach war, sobald etwas westliches dazu kam....

Liebe Grüße
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon karnak » 20. Januar 2018, 18:03

Teresa hat geschrieben: Aber, ich kann auch nachvollziehen, dass es schwierig ist, gegen etwas zu sein, wofür man mehr oder weniger gelebt hat.

Ist sicher was dran. Will man den alten Kram auseinander dröseln muss man einen Weg finden der zu einem passt. Due Gefahr zum ideologischen Eifererer zu verkommen ist dann aber nun mal immens.
Und von mir erfährst Du immer die Realitäten so wie ich sie erlebt habe, ob Du mir das abnimmst ist eine andere Frage.
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon augenzeuge » 20. Januar 2018, 18:03

Teresa hat geschrieben:Ich wollte letztendlich mit meinem Beitrag eingangs nur zum Ausdruck bringen, dass es wohl nicht einfach war, sobald etwas westliches dazu kam....

Liebe Grüße
Teresa


Und das war umso "problematischer" , je weiter oben man auf der "Sicherheitsleiter" der DDR stand. Und Karnak als Mit-Überwacher der Güst Drewitz weiß das auch. Er hätte sich mit dir nicht so ungezwungen privat treffen dürfen, wie jemand, der nicht beim MfS war.

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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon Teresa » 20. Januar 2018, 18:07

augenzeuge hat geschrieben:
Teresa hat geschrieben:Ich wollte letztendlich mit meinem Beitrag eingangs nur zum Ausdruck bringen, dass es wohl nicht einfach war, sobald etwas westliches dazu kam....

Liebe Grüße
Teresa


Und das war umso "problematischer" , je weiter oben man auf der "Sicherheitsleiter" der DDR stand. Und Karnak als Mit-Überwacher der Güst Drewitz weiß das auch. Er hätte sich mit dir nicht so ungezwungen privat treffen dürfen, wie jemand, der nicht beim MfS war.

AZ


... und das meinte ich, Danke.

Teresa
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon karnak » 20. Januar 2018, 18:08

So war die Welt nun mal in dieser Zeit und man meinte Gründe dafür zu haben, ein VS oder BND -Mann mit Freundin in der DDR wäre auch nicht so der Hit für die Behörden gewesen. [flash]
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon Teresa » 20. Januar 2018, 18:11

karnak hat geschrieben:
Teresa hat geschrieben: Aber, ich kann auch nachvollziehen, dass es schwierig ist, gegen etwas zu sein, wofür man mehr oder weniger gelebt hat.

Ist sicher was dran. Will man den alten Kram auseinander dröseln muss man einen Weg finden der zu einem passt. Due Gefahr zum ideologischen Eifererer zu verkommen ist dann aber nun mal immens.
Und von mir erfährst Du immer die Realitäten so wie ich sie erlebt habe, ob Du mir das abnimmst ist eine andere Frage.



Lieber Karnak,

ich gehe doch mal davon aus, dass du die Realitäten so preisgibst und dafür danke ich dir, denn nur so bringt der Austausch etwas.

Teresa
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon karnak » 20. Januar 2018, 18:18

Sehe ich genauso, leider ist das Ansinnen ein hartes Brot, einer wie ich muss dafür ein Haufen Prügel einstecken. [wink]
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Re: So sahen britische Besucher 1988 die beiden deutschen Staaten

Beitragvon Spartacus » 20. Januar 2018, 18:34

karnak hat geschrieben:Sehe ich genauso, leider ist das Ansinnen ein hartes Brot, einer wie ich muss dafür ein Haufen Prügel einstecken. [wink]


Na übertreibe mal nicht so Kristian, du wirst doch hier eher gehätschelt und getätschelt. [flash]

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