Wie die Regierung die Alten gegen die Jungen ausspieltNach einem Jahr Corona-Pandemie lautet meine Bilanz: Niemandem hat unsere Regierung mehr zugemutet als den Kindern. Für niemanden hat unsere Regierung weniger getan als für die Kinder. Nichts versteht unsere Regierung weniger, als was gerade in unseren Kindern vor sich geht.
Soziale Kontakte von Kindern, Freunde zu treffen, mit ihnen zu spielen – das ist kein extravaganter Luxus, keine egoistische Rücksichtslosigkeit. Das ist, was unsere Kinder glücklich macht, aufblühen lässt und gesund hält. Aber auf ihre Gesundheit wird kaum Rücksicht genommen.
Statt sich darauf zu konzentrieren, das wirklich Menschenmögliche zu tun, um unsere Altenheime und Alten zu schützen (nicht abzuschotten), isoliert unsere Regierung unsere Kinder, als wäre die Schließung von Kitas, Schulen und Sportvereinen der effektivste Schutz der Altenheime. Anstatt die Alten vor Corona und die Kinder vor der Vereinsamung zu schützen, hat die Regierung die Ältesten und Jüngsten gegeneinander ausgespielt.
Das Ergebnis: Verheerende Sterbezahlen in den Altenheimen, bedrückende Depression in den Kinderzimmern. Eine Strategie kann kaum mehr scheitern.
Unzählige Male haben wir von Bundeskanzlerin, Gesundheitsminister, Ministerpräsidenten gehört, dass unser höchstes Ziel ist, die Triage zu verhindern, die Auswahl unter Corona-Patienten. Inzwischen aber hören wir von Triage in Kinder- und Jugendpsychiatrien. Kinder im Grundschulalter, die von Selbstmord sprechen, die so nicht mehr weiterleben wollen, müssen abgewiesen werden, weil es inzwischen zu viele sind.
Wir hören von Kindern, deren blaue Flecken keinem mehr auffallen, weil sie nicht mehr auf Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter treffen. Wir hören von Kindern, die mit der Flüchtlingskrise zu uns kamen und nun wieder ihr Deutsch vergessen, weil zu Hause nicht deutsch gesprochen wird.
https://www.bild.de/politik/inland/poli ... .bild.html