10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Diskussionen über die Schlagzeilen in den Medien

10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon pentium » 30. April 2017, 10:42

Der Bundesinnenminister hat 10 Thesen zur deutschen Leitkultur aufgestellt:
Bundesinnenminister : „Wir sind nicht Burka“
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 94266.html

Hat natürlich nichts mit den bevorstehenden Wahlen zu tun.

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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon pentium » 30. April 2017, 11:02

Eine Meinung aus Schweden

Man hat alles gemacht wovon Linke und Grüne hier bei uns träumen.
Sofortiger und unreglementierter zugang zu Arbeits und Wohnungsmarkt.
Sofortige und vollständige Nutzung sämtlicher Sozialsystem und vor allem des Gesundheitswesens.
Gegenleistung dafür: Keine

In der Folge lebten die Zuwanderer ihre archaische Kultur genauso weiter wie zuvor, sie bleiben unter sich, lernten die Sprache der neuen Heimat nicht.
Dafür scheinen sie die aufnehmende, freundliche Gesellschaft als Ressource zu betrachten aus der so viel herauszuholen sei wie möglich.

Im Ergebniss erkennt man z.B. Schweden nicht wieder.

Überdies, und das kann man jedes mal wieder feststellen, betreffen diese speziellen Probleme auch dort nur eine einzige Art von Zuwanderern: nämliche solche aus muslimischen Ländern.

Mit Menschen die aus allen Winkeln der Welt nach Skandinavien kommen gibt es dagegen nur marginale Schwierigkeiten.
Und genau wie bei uns wurde diese Tatsache totgeschwiegen, eigene Bürger als Nazis tituliert, halt all das was jetzt bei uns auch so läuft.

Integration ist vor allem die Aufgabe des Einwanderers. Das ist seine wichtigste Aufgabe! Dafür sollte er am meisten Energie aufbringen!
Die aufnehmende Gesellschaft kann das unterstützen. Die Initiative muss aber auf jeden Fall vom Einwanderer ausgehen, sonst wird das nichts.


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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 30. April 2017, 13:15

Guter Beitrag pentium!
Ich frage mich immer wieder, warum wir alles immer erst einmal falsch machen müssen.
Warum schreibt die Bundesregierung nicht 1:1 das Einwanderungsgesetz von Kanada ab. Das ist schon fertig, erprobt in vielen Jahren und funktioniert. Das gilt genauso auch für aufgenommene Kriegsflüchtlinge. Wer schon im Vorfeld der Anfrage zur vorläufigen Einwanderung nicht spurt, bleibt außen vor.
Derjenige, der rein ins Land darf, hat seine Einwandererauflagen abzuarbeiten. Nach einem Punktesystem. Wer das nicht schafft, weil er beispielsweise die Sprache nicht erlernt, wird wieder ausgewiesen und der sitzt dann auch im Flieger.

Gruß Volker
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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon augenzeuge » 30. April 2017, 18:22

Volker Zottmann hat geschrieben: und der sitzt dann auch im Flieger.
Gruß Volker


Wie machen die das nur? Warum kann Kanada einen Marokkaner abschieben, und uns ist das nicht möglich?

Theoretisch müssten wir dann nur eine Antonow An-124 mit Zwischenlandung in Gedser nach Marokko fliegen lassen.... und schon wären alle weg. [laugh]
AZ
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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 30. April 2017, 21:24

augenzeuge hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben: und der sitzt dann auch im Flieger.
Gruß Volker


Wie machen die das nur? Warum kann Kanada einen Marokkaner abschieben, und uns ist das nicht möglich?

Theoretisch müssten wir dann nur eine Antonow An-124 mit Zwischenlandung in Gedser nach Marokko fliegen lassen.... und schon wären alle weg. [laugh]
AZ


Vielleicht habe ich auch eine lange Leitung... Aber was soll der Flieger in Gedser?
Und warum Kanada das kann, ist simpel erklärt:
Die lassen wegen ihrer Einwanderungsgesetze nur Leute rein, die auch Papiere haben. (Mag wenige Ausnahmen geben, wenn wirkliche politische Flüchtlinge einreisen dürfen, das weiß ich aber nicht.) Auf jeden Fall fielen dort niemals und zu keiner Zeit unkontrolliert Horden von Menschen im Millionenbereich ein.
Unsere heutigen Probleme sind ja trotz damaliger berechtigter Hilfsbereitschaft allesamt hausgemacht.

Gruß Volker
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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon augenzeuge » 30. April 2017, 21:29

Volker Zottmann hat geschrieben:Vielleicht habe ich auch eine lange Leitung... Aber was soll der Flieger in Gedser?

Gruß Volker


Entschuldige....ich habe Gedser mit Gander verwechselt. Bitte frag nicht warum..... [flash]
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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon augenzeuge » 30. April 2017, 21:32

Und Canada nimmt 300.000 Migranten auf.

2017 sollen nach Angaben des Ministers mehr Migranten aufgenommen werden, die aus wirtschaftlichen Gründen kommen, und dafür weniger Flüchtlinge, die in erster Linie Schutz suchen. Parallel soll indes der Familiennachzug für Flüchtlinge in Kanada ausgeweitet werden: 2017 sollen 84.000 Angehörige von Flüchtlingen nachkommen können.

http://www.n-tv.de/politik/Kanada-nimmt ... 76946.html

Erstaunlich, oder?

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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 1. Mai 2017, 09:00

augenzeuge hat geschrieben:Und Canada nimmt 300.000 Migranten auf.

2017 sollen nach Angaben des Ministers mehr Migranten aufgenommen werden, die aus wirtschaftlichen Gründen kommen, und dafür weniger Flüchtlinge, die in erster Linie Schutz suchen. Parallel soll indes der Familiennachzug für Flüchtlinge in Kanada ausgeweitet werden: 2017 sollen 84.000 Angehörige von Flüchtlingen nachkommen können.

http://www.n-tv.de/politik/Kanada-nimmt ... 76946.html

Erstaunlich, oder?

AZ


Nicht erstaunlich, weil dort leicht verkraftbar.
Diese Wirtschaftsflüchtlinge (nach dem 2. Weltkrieg waren es viele Deutsche) wollen in aller Regel auch arbeiten. Spätestens nach 14 Tagen haben die irgendwo ein Eizelquartier. Meist als Untermieter im Souterrain der Einfamilienhäuser.
Und entscheidend ist, dass sie binnen allerkürzester Zeit arbeiten dürfen und müssen. Denn die Wohlfahrt fährt dort auf schmaler Flamme. Selbst ist der Mann!
Letztendlich besteht Canada ja nur aus Einwanderern, die First-Nation mal ausklammernd.

Gruß Volker
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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon augenzeuge » 1. Mai 2017, 11:13

Volker Zottmann hat geschrieben:Nicht erstaunlich, weil dort leicht verkraftbar.
Gruß Volker


Darum geht es mir weniger. Eher um den Umstand, dass dort die schlecht Ausgebildeten eine Zukunft haben. Und wie sich das Volk dort verhält.
Gibt es dort auch eine Presse, welche jede Straftat dieser Leute polemisiert? Wenn die dort nach 14 Tagen ein Quartier bei Untermietern haben, so zeigt das eine völlig andere Denk- und Handlungsweise. In Sachsen ist das doch undenkbar. Steffen52 würde nie auch nur einen aufnehmen. Und ich weiß, er denkt dort nicht allein so.

Hier akzeptiert man doch (in bestimmten Regionen) überhaupt keine Flüchtlinge, egal aus welchen Gründen die kommen. Hier regt man sich über 2000 Flüchtlinge in einer Stadt auf, weil sie angeblich nicht integrierbar sind. Obwohl sie das wären! Auch wenn Kanada ein großes Land ist, integrieren muss man sich dort ebenso.

Ein aus Pakistan Zugewanderter sagt: "Die Beamten in den Behörden seien alle sehr hilfsbereit und herzlich gewesen. Schon am Flughafen bei der Einreise bekam er Termine, um seine Sozialversicherungsnummer, die Krankenversicherung und einen kanadischen Führerschein zu beantragen. In den 21 Jahren, die er jetzt schon da ist, habe er sich nie als Fremder oder Muslim ausgegrenzt gefühlt."

Allen Kanadiern steht eine kostenlose medizinische Versorgung zu. Ausgenommen sind nur zahnärztliche Leistungen. Für Medikamente, die vom Arzt verschrieben werden, brauchen Patienten über 65 Jahre und Empfänger von Sozialhilfe nichts zu zahlen. In Kanada gibt es zudem ein umfassendes Netz an Sozialleistungen wie Altersversorgung, Sonderleistungen für Familien, Arbeitslosenversicherung und Sozialhilfe.


Wie bei uns der Umgang mit echten Fachkräften aussieht, kann man hier nachlesen:
Was an der deutschen Einwanderungspolitik bisher falsch läuft, zeigt der Fall von Hasnaa Fatehi. Die 35-jährige Marokkanerin spricht vier Sprachen fließend, im Oktober 2009 verlieh ihr die Frankfurter Universität den Doktortitel in Biologie. Schon das wäre fast gescheitert, weil die Ausländerbehörde sie zwei Wochen vor der Verteidigung ihrer Doktorarbeit des Landes verweisen wollte. Die Uni verhinderte das, einen Job bekam sie trotzdem nicht: 100 Bewerbungen, zwei Vorstellungsgespräche. „Den Firmen war es offenbar zu lästig, für mich eine Arbeitserlaubnis zu beantragen. Die haben lieber einen Deutschen eingestellt.“ Obwohl Fatehi gern in Deutschland geblieben wäre, gab sie nach acht Monaten entnervt auf.


Wie sieht die Abschiebepraxis in Kanada wirklich aus? Wo sind die Unterschiede zu uns? Das zu klären, wäre auch wichtig. Die Asylgesetze sind nicht so unterschiedlich, bis auf die Sozialhilfe.

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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 1. Mai 2017, 13:10

Ich habe in Sommerville im Okanagantal, Zwischen den Rocky Mountains und Vancouver gelegen, mit einer gebürtigen Ukrainerin gesprochen.
Just an diesem Tag bekam sie ihre Einbürgerung und wir alle feierten gemeinsam bei unseren dort lebenden guten Bekannten.
Etliche Tests und Fragen hatte sie über sich ergehen zu lassen und die Jahre im Vorfeld auch gut englisch gelernt. Ohne die Einbürgerung, sie ist also nun Canadierin, hätte sie mit Aufenthaltstitel weiter dort leben können. Diese Titel sind aber immer nur auf wenige Jahre befristet. Müssen dann verlängert werden. Werden sie abgelehnt, droht baldige Heimreise. Sie hat nun volle Rechtssicherheit und ist obendrein mit einem gebürtigen Deutschen Schneidermeister verheiratet..

Als mein Onkel mit Frau und Sohn 1955 auswanderte, hatte er das volle Rückreisegeld notariell zu hinterlegen. Hätte seine Einbürgerung nicht funktioniert, oder wäre er straffällig geworden, wäre er auf seine Kosten ausgewiesen worden. Das geht auch sehr schnell, da ja ein Herkunftsland bekannt ist.
Da Canada keine Menschen ohne genauen Herkunftsnachweis aufnimmt, gibt es beim Ausweisen auch keine Probleme. Komisch ist auch, dass von den dort um Asyl bittenden keiner seine Papiere auf der Flucht "verloren" hat. (Wenige Ausnahmen mag es geben.)

Wenn nun die FDP diese Gesetze in etwa für Deutschland einführen möchte, wäre Deutschland auf dem richtigen Weg. Die FDP sind aber nur eine Handvoll.

Gruß Volker
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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon pentium » 1. Mai 2017, 15:28

Ein kleiner Beitrag zum eigentlichen Thema:

Innenminister de Maizière will eine Debatte über eine deutsche Leitkultur anstoßen. Die Grüne Jugend macht da nicht mit: Nationalstolz hierzulande hält sie „niemals“ für möglich – und das Leistungsprinzip mache krank.
https://www.welt.de/politik/deutschland ... iktiv.html

Der Nachwuchs der Volkserzieher (Grüne Jugend)...

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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon Spartacus » 1. Mai 2017, 15:45

Nationalstolz hierzulande hält sie „niemals“ für möglich


Solche Sätze machen mich immer wieder sprach und hilflos.

Wenn das unsere Jugend sein soll, na dann ....... Gute Nacht.

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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon steffen52 » 1. Mai 2017, 15:56

Spartacus hat geschrieben:
Nationalstolz hierzulande hält sie „niemals“ für möglich


Solche Sätze machen mich immer wieder sprach und hilflos.

Wenn das unsere Jugend sein soll, na dann ....... Gute Nacht.

Sparta

Aber Sparta, ich lese die grüne Jugend macht da nicht mit! Von denen ist man ja nun schon alles mögliche gewöhnt.
Aber es ist zum Glück nur ein geringer Teil unserer Jugend. [hallo]
Gruß steffen52
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Friedrich Schiller
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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon pentium » 2. Mai 2017, 10:17

Leitkultur-Debatte: „Wer sich nicht integrieren will, muss unser Land verlassen“


Mit seinem Vorstoß zu einer deutschen Leitkultur hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière heftige Kritik hervorgerufen. Vor allem SPD und Grüne wettern dagegen. Der CSU reichen die bloßen Ideen dagegen nicht aus.

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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 2. Mai 2017, 10:25

Mir persönlich würde eine Deutsche Kultur als Name völlig reichen. Warum "Leitkultur"?
"Deutschland Deutschland über alles" war vorgestern! Im eigenen Land aber kann nur unser Kultur gelten.
Einwanderer haben unsere Kultur zu respektieren. Sie wird auch niemand stören, wenn sie ihre Sitten weiter leben, solange kein deutsches Recht verletzt wird.

Gruß Volker
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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon augenzeuge » 2. Mai 2017, 15:10

Volker Zottmann hat geschrieben:Einwanderer haben unsere Kultur zu respektieren. Sie wird auch niemand stören, wenn sie ihre Sitten weiter leben, solange kein deutsches Recht verletzt wird.
Gruß Volker


[super]
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(Obwohl dein 2. Satz in bestimmten Regionen vermutlich keine Gültigkeit finden wird.....)
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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon Spartacus » 2. Mai 2017, 17:29

Warum "Leitkultur"?


Na denk mal nach Volker?

Da es nun mal mittlerweile viele Kulturen bei uns gibt, ist der Begriff schon in Ordnung. [hallo]

Das Gebabbel von de Maizière ist doch nur Wahlkampf, sehr schlecht gemacht noch dazu. War ja klar, dass er von den üblichen verdächtigen gleich in die ganzzzz
pösse rechte Ecke gedrückt wird.

Herrlich, dieses Kasperltheater. [flash]

Ich hoffe nun wieder auf die FDP, denn das sitzt die Intelligenz.

LG

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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon augenzeuge » 2. Mai 2017, 18:12

Spartacus hat geschrieben:Ich hoffe nun wieder auf die FDP, denn das sitzt die Intelligenz.
Sparta


Das ist eben der Punkt, von dem ich noch nicht überzeugt bin. Lindner ist gut, ohne Frage, aber hat er genug intelligente Leute hinter sich?
Als er im Parteitag eingriff, hatte ich eher nicht dieses Gefühl.
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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon Spartacus » 2. Mai 2017, 18:14

augenzeuge hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben:Ich hoffe nun wieder auf die FDP, denn das sitzt die Intelligenz.
Sparta


Das ist eben der Punkt, von dem ich noch nicht überzeugt bin. Lindner ist gut, ohne Frage, aber hat er genug intelligente Leute hinter sich?
Als er im Parteitag eingriff, hatte ich eher nicht dieses Gefühl.
AZ


Muss man dann halt sehen AZ, meine Stimme haben sie. Ist für mich die einzige Alternative. [hallo]

LG

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Re: 10 Thesen zur deutschen Leitkultur

Neuer Beitragvon Interessierter » 3. Mai 2017, 09:24

Ein erinnerungskultureller Schwächeanfall – Die Patriotismus-„Probleme“ des Thomas de Maizière

Der Bundesinnenminister hat in der „BILD am Sonntag“ einen Zehn-Punkte-Katalog zum Thema „Leitkultur“ veröffentlicht. Sein Essay konstruiert deutsche Identität als Gegenentwurf zu plumpen Islam-Klischees. Doch der eigentliche Sündenfall ist seine relativierende Sicht auf die NS-Vergangenheit.

Er wollte doch nur eine „Debatte“ in Gang bringen. So begründet Thomas de Maizière seine zehn Thesen zur deutschen „Leitkultur“, die er am Sonntag doppelseitig in der BamS ausbreitete. Doch leider erzeugte sein bizarrer Identitäts-Katechismus in erster Linie Spott – und scharfe Kritik, die mit ebenso scharfen Gegenangriffen gekontert wurde: „Nicht, was Thomas de Maizière gesagt hat, ist ein Skandal, sondern, das, was jetzt daraus gemacht wird“, erklärte CDU-Vize Julia Klöckner. Damit könnte der letzte Akt des Dramoletts beginnen: Nochmaliger Aufzug des Chors der Empörten, Finale Furioso, und dann Bühne frei für die nächste Wahlkampf-Posse.

Doch es gibt tatsächlich Diskussionsbedarf. Denn was der Bundesinnenminister vorgelegt hat, ist skandalös.


Der Text ist nicht nur nationalüberheblich in seiner Konstruktion deutscher Tugenden, die „uns von anderen unterscheide(n)“, und latent islamfeindlich in dem Sinne, dass das Deutsche unschwer erkennbar in Abgrenzung von einer einzigen Kultur bzw. Religion definiert wird, wenn es heißt: „Wir sind nicht Burka.“ „Wir geben uns zur Begrüßung die Hand.“ Oder: „Wir verknüpfen Vorstellungen von Ehre nicht mit Gewalt“. All das bietet Angriffsfläche, denn es bekräftigt längst bestehende Ressentiments und fragwürdige „Gehört nicht zu Deutschland“-Konzepte wie sie die Rechtsaußen-Konkurrenten von der AfD propagieren. Der Flirt mit populistischen Islam-Klischees ist keinesfalls neu im Repertoire der etablierten Parteien – genauso wenig wie die krypto-identitäre „Leitkultur“-Debatte, die alle Jahre wieder von den Toten aufersteht.

Nein, neu und fassungslos machend ist die nonchalante Art und Weise, wie der Bundesinnenminister seine normativen Identitäts-Entwürfe mit beschönigendem Geschichtsrelativismus verbindet – so augenfällig, dass es schwerlich als stilistischer „Unfall“ durchgehen kann.

Raunende Platzhalterrhetorik statt plastisches Erinnern

De Maizière schreibt blumig, ja: richtiggehend lyrisch über die identitätsstiftende Prägekraft der deutschen Vergangenheit. Doch kann er sich im Parlando-Fieber weder zu einer expliziten Erwähnung der Nazi-Zeit noch zu einer Nennung des Begriffs „Holocaust“ (o. Ä.) durchringen. Stattdessen erschöpft sich das Erinnern in einem schwammigen „Bekenntnis“ zu deutschen „Geschichte mit all ihren Höhen und Tiefen“, gefolgt von einem bach- und goethegesättigten Hohelied auf die deutsche „Kulturnation“, das sich zu der Behauptung versteigt: „Kaum ein Land ist so geprägt von Kultur und Philosophie wie Deutschland.“

Das ist befremdlich und klingt verdächtig nach AfD, die die angebliche Fixierung auf die „Zeit des Nationalsozialismus“ zugunsten einer „erweiterten Geschichtsbetrachtung“ einschließlich der „positiven, identitätsstiftenden“ Vergangenheits- „Aspekte“ aufbrechen will. So steht es im Grundsatzprogramm der Partei und so wird es von AfD-Politikern wie Jörg Meuthen oder Alexander Gauland immer wieder mantrahaft eingeklagt.

Das Perfide dieser vermeintlich harmlosen Forderung liegt darin, dass der Fokus auf das monumentale Ganze die Wahrnehmung verzerrt – genauso wie das Verwenden von möglichst banalen und abstrakten Platzhaltern für die Gräuel der NS-Zeit. Das zeigt sich mustergültig in der AfD-Formel von den „zwölf Jahren“, die den Nationalsozialismus und seine Verbrechen sowohl quantitativ als auch qualitativ verharmlost, jedes Mal, wenn ein AfD-Politiker die Chiffre scheinbeiläufig in die Öffentlichkeit trägt. Die NS-Diktatur wird mithilfe dieses „Framings“ zur Episode geschrumpft und zugleich entpersonalisiert und entdramatisiert. Die Schuld der Täter und das unermessliche Leid der Opfer verlieren ihre Gestalt und degenerieren zu einem aus allen Kausalzusammenhängen herausgelösten Raunen im Hintergrund.

Mehr hier:
https://starke-meinungen.de/blog/2017/0 ... #more-6953

Ein völlig überflüssiges Thema, das nur aus Wahlkampfgründen eröffnet wurde.
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