SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Ari@D187 » 19. Oktober 2018, 18:04

Laut Politbarometer sackt die SPD von 17 auf nur noch 14 %.
Mal sehen, wie lange da noch ohne Personalmassnahmen zugesehen wird.

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Zicke » 21. Oktober 2018, 13:53

Absturz in den Umfragen
Oppermann ruft SPD zur Schärfung ihres linken Profils auf


Angesichts des Umfragetiefs der Sozialdemokraten ruft Bundestagsvizepräsident Oppermann seine Partei auf, mehr an die Menschen im Niedriglohnsektor zu denken. Die SPD müsse einen Mindestlohn von zwölf Euro pro Stunde fordern. Derzeit liegt der Mindestlohn bei 8,84 Euro.

Zudem forderte Oppermann gleiche Löhne in Ost wie West. „Wieso gibt es nach fast 30 Jahren deutscher Einheit immer noch ein Lohngefälle zwischen Ost- und Westdeutschland?“ Natürlich seien dafür die Tarifparteien zuständig. „Aber viele Menschen fühlen sich in ihrer Lebensleistung abgewertet. Wir müssen die Lohnlücke schließen“, so Oppermann.
https://www.welt.de/politik/deutschland ... s-auf.html?
z

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Interessierter » 21. Oktober 2018, 14:17

Zudem forderte Oppermann gleiche Löhne in Ost wie West. „Wieso gibt es nach fast 30 Jahren deutscher Einheit immer noch ein Lohngefälle zwischen Ost- und Westdeutschland?“


Warum fällt Oppermann das erst nach fast 30 Jahren auf? Das hätte er sich besser selbst fragen sollen... [flash]
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Grenzwolf62 » 21. Oktober 2018, 14:41

Wie lange ist die Truppe jetzt schon der Bierholer der Union, 9 Jahre?
Auf einmal wollen die ihr linkes Profil schärfen, lächerlich.
Die SPD könnte die erste Partei sein die sich radikal neu aufstellt, also alle rigoros weg die am Sinkflug beteiligt waren, ganz neues Personal aus der zweiten und dritten Reihe ran und dann geordneter Rückzug aus der Groko, Neuwahlen nächsten Herbst wären nicht schlecht, so können sich alle erst mal neu aufstellen, wenn sie wollen, und sich dann dem Wähler anbieten.
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon pentium » 24. Oktober 2018, 11:54

Sawsan Chebli: Willy würde Rolex tragen
https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/ ... ultur-stil

Die Sozialdemokratin Sawsan Chebli hat sich 2014 mit einer Rolex-Uhr fotografieren lassen – kurz nachdem sie zur Vize-Sprecherin des Auswärtigen Amtes ernannt worden war. Nun haben Missgünstige das Foto gefunden und verbreiten im Internet allerlei Argumente, warum Chebli – als Sozialdemokratin und Frau, gerne aber auch als "Politversagerin" und "schariahörige Islamistenfreundin" – sich keinen mittleren vierstelligen Eurowert ans Handgelenk hängen sollte. Chebli verwies in einem wütenden Antwort-Tweet auf ihre Herkunft: "Wer von Euch Hatern hat mit 12 Geschwistern in 2 Zimmern gewohnt, auf dem Boden geschlafen&gegessen, am Wochenende Holz gehackt, weil Kohle zu teuer war? Wer musste Monate für Holzbuntstifte warten? Mir sagt keiner, was Armut ist." Mittlerweile hat sie ihren Facebook-Account deaktiviert.


Eine solche Debatte ist auch nur in Deutschland möglich. Ausnahme: Klaus Ernst und sein alter Porsche.

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon zonenhasser » 24. Oktober 2018, 13:14

pentium hat geschrieben:Eine solche Debatte ist auch nur in Deutschland möglich. Ausnahme: Klaus Ernst und sein alter Porsche.
...

Bild
© Martin Schauerte

Richtig. Musste Frau Chebli nun mit ihrer Kindheit in ärmlichen Verhältnissen kontern?
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon pentium » 24. Oktober 2018, 14:48

Eine Rolex ist auch eine Top-Geldanlage, wenn Du sie pfleglich behandelst, verliert sie kaum an Wert oder steigert sich. Also für Qualität. Also etwas, dass man sich von Politikern wünscht. Ein qualitativ schlechter BER bringt uns auch nicht weiter.

Noch mehr Neiddebattenbeiträge?
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Ari@D187 » 24. Oktober 2018, 16:49

Vielleicht hat sie die Uhr ja auch gebraucht gekauft. Zu ihr würde eine elegantere Uhr sicher besser passen.

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Spartacus » 24. Oktober 2018, 17:27

Hat sie wirklich so schmale Handgelenke?

Gut kann sein, oder es ist keine Rolex Oyster Lady Date, wobei hier die Betonung auf Lady liegt. Nun wie auch immer, eine Rolex ist immer
eine gute Geldanlage, von daher hat die gute Frau nichts falsch gemacht. Und das Aussehen so einer Uhr ist halt Geschmackssache, Ari.

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Zicke » 30. Oktober 2018, 20:43

„Kühnert soll die Partei führen“
- SPD-Fraktionschef Horst Arnold fordert Nahles‘ Ablösung

https://www.merkur.de/politik/kuehnert- ... 12053.html

*Das was die Arbeiterpartei jetzt am dringendsten braucht, ist ein Kind, ohne Ausbildung, ohne Studium, das noch nie einer richtigen Arbeit nachgegangen ist*.
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Volker Zottmann » 30. Oktober 2018, 22:16

pentium hat geschrieben:Eine Rolex ist auch eine Top-Geldanlage, wenn Du sie pfleglich behandelst, verliert sie kaum an Wert oder steigert sich. Also für Qualität. Also etwas, dass man sich von Politikern wünscht. Ein qualitativ schlechter BER bringt uns auch nicht weiter.

Noch mehr Neiddebattenbeiträge?

Vor 3 Jahren etwa habe ich mir fast die gleiche Uhr gekauft, dem Aussehen nach zumindest. 29,99 € bei Aldi am Wühltisch und die läuft immer noch, wenn ich auch laufe. Sonst geht die nur. [laugh]

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Spartacus » 31. Oktober 2018, 18:23

Sah die ungefähr so aus, Volker?

Bild

Dann hast du Dir immerhin 29.970,01 Euro gespart. [flash]

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Bahndamm 68 » 2. November 2018, 21:41

Warum-SPD-nicht-sterben-darf-Schlechte-Zeiten-Nahles-Schulz-Gabriel-Merkel-Zum-Lachen.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Ari@D187 » 3. November 2018, 20:57

Andrea Nahles:
Wenn jemand meint, es besser zu können, soll er sich melden

-> Link

Klingt (immer noch) mehr nach einer Klassensprecherin (3. Klasse) als nach einer Parteivorsitzenden. [shocked]

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Grenzwolf62 » 3. November 2018, 21:03

5%-Nahles.
[super]
Ich denke mal da würden sich locker 50 Mann melden können.
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Spartacus » 4. November 2018, 17:17

Ari@D187 hat geschrieben:Andrea Nahles:
Wenn jemand meint, es besser zu können, soll er sich melden

-> Link

Klingt (immer noch) mehr nach einer Klassensprecherin (3. Klasse) als nach einer Parteivorsitzenden. [shocked]

Ari


Oder doch mehr Sandkasten Niveau?

Wenn die SPD mal aus dem Bundestag fliegt, was macht die Nahles als Ungelernte dann eigentlich?

Um einen Facharbeiterabschluss hinzubekommen ist sie wohl schon zu alt, also wird es wohl Hartz IV werden. [flash]

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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Volker Zottmann » 4. November 2018, 17:26

Ganz so Sparta, ist es ja nun doch nicht.
Ich habe mal Wikipedia bemüht:
Nahles studierte 20 Semester neuere und ältere Germanistik sowie Politikwissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn. Ihre Magisterarbeit aus dem Jahr 1999 mit dem Titel Funktion von Katastrophen im Serien-Liebesroman reichte sie bei Jürgen Fohrmann ein.[6] Während ihres Studiums war sie Mitarbeiterin eines Bundestagsabgeordneten. Als Literaturwissenschaftlerin wurde sie 2004 Doktorandin am Germanistischen Seminar, der Arbeitstitel ihrer geplanten Doktorarbeit lautete Walter Scotts Einfluss auf die Entwicklung des historischen Romans in Deutschland. Mit ihrem Wiedereinzug in den Bundestag 2005 stellte Nahles die Arbeit an ihrer Promotion ein.

Wenn die SPD einpackt, kramt sie also ihre angefangene Doktorarbeit wieder aus. [laugh]

Gruß Volker
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon zonenhasser » 4. November 2018, 18:12

Volker Zottmann hat geschrieben:Nahles studierte 20 Semester
[bravo]
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon HPA » 4. November 2018, 20:59

Bei meiner Holden promovieren diejenigen ,welche es drauf haben, bereits während des Studiums. Gut , Regelstudienzeit 12 Semester...
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon zoll » 11. November 2018, 13:44

Ich war einmal von Andrea Nahles überzeugt. Ihren politischen Werdegang habe ich lange verfolgt. In der seriösen Presse wurde sie einmal als echte Sozialdemokratin bezeichnet.
Ich bin enttäuscht. [raus]
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon Interessierter » 16. November 2018, 11:25

Wofür gibt es die SPD?
Ein Gastbeitrag von Karl Adam

Dr. Karl Adam, Historiker und Politologe, arbeitet als Portfolio Projektmanager bei einem Industrieunternehmen in Göttingen. Zuvor war er als Geschäftsführer der SPD Hamburg-Mitte und als Unternehmensberater in London tätig. Er bloggt regelmäßig unter https://imgegenlicht. wordpress.com.

Der Zustand der SPD gibt Anlass, erneut über die historische Funktion der Partei nachzudenken. Wer sich mit der Geschichte der Sozialdemokratie beschäftigt, wird schnell merken, dass viele der aktuellen Probleme, Widersprüche und innerparteilichen Konflikte keineswegs neu, sondern vielmehr altvertraut sind.


Vom Umfallen

Als Wegscheide in der Geschichte der SPD gilt das Godesberger Programm vom November 1959 mit seinem Abschied vom Marxismus, seinem Anerkennen des Wettbewerbsgedankens und seiner zumindest stillschweigenden Aufgabe des Opponierens gegen die Westintegration. Wenig bekannt ist dagegen der „Deutschlandplan“ vom März 1959, der ebenso wie Godesberg und die nachfolgende „Politik der Gemeinsamkeit“ mit CDU/CSU maßgeblich von Herbert Wehner vorgetragen wurde. Der Deutschlandplan sah vor, in Mitteleuropa eine entmilitarisierte und atomwaffenfreie „Entspannungszone“ einzurichten, die von den USA und der Sowjetunion abgesichert werden sollte. In drei Stufen sollte dann die Wiedervereinigung Deutschlands vorangetrieben werden. Dazu sollte im ersten Schritt eine von Bundesrepublik und DDR paritätisch besetzte „Gesamtdeutsche Konferenz“ die weiteren Schritte vorbereiten. Ein Jahr später wurde der Plan zugunsten der Anerkennung des Unionskurses aufgegeben. Die Engländer sprechen von einem klassischen „U-Turn“.

Bundeskanzler Helmut Schmidt versprach 1976 eine Rentenerhöhung um zehn Prozent, falls die SPD die Wahl gewinnt. Tatsächlich wurde sie zunächst um ein halbes Jahr verschoben und fiel am Ende deutlich geringer aus. Weitere Beispiele für ein „Umfallen“ gibt es bis in die jüngste Vergangenheit: Unvergessen der Wahlkampf 2005, als die SPD gegen die geplante Mehrwertsteuererhöhung um zwei Prozent mit der Parole „Merkelsteuer – das wird teuer!“ anging – nur um dann in der Koalition mit CDU/CSU eine Erhöhung um sogar drei Prozent mitzutragen.

Vom Kompromiss


Souverän platziert sich die Partei immer wieder zwischen allen Stühlen. Und die Fragen, die sich in dieser Lage jeweils stellen, sind erstaunlich ähnlich: Revolution oder Reform? Reine Lehre oder Kompromiss? Regieren oder Opponieren? Mitgestalten oder außen vor bleiben? Vom bewussten Nichtregieren, um nicht noch mehr enttäuschte Wählerinnen und Wähler an die KPD zu verlieren Mitte der 1920er Jahre bis hin zu Franz Münteferings „Opposition ist Mist“ (2004). Vom Vorwurf der Linken, durch das „Mitmachen“ weiterreichende Fortschritte hin zu einer gerechteren Gesellschaft zu verhindern, den Kapitalismus im Gegenteil dadurch noch zu stärken und zu konservieren, bis hin zur Gegenrede, dass die Gesellschaft eben durch dieses beharrliche Bohren dicker Bretter in kleinen Schritten gerechter wird und der Kapitalismus dergestalt gezähmt und entschärft wird, denn: Die von Marx prognostizierte Massenverelendung hat nicht stattgefunden. Und wenn dann jeweils mitregiert wird: Welcher Anlass ist groß genug, um eine Koalition platzen zu lassen? Wäre das nicht unverantwortlich? Fahnenflucht?

Den vollständigen, längeren Beitrag findet man hier:
https://starke-meinungen.de/blog/2018/1 ... #more-7679
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Re: SPD - Das Ende einer Volkspartei?

Beitragvon zonenhasser » 16. November 2018, 13:42

Das große Pathos, das Martin Schulz vor einem Jahr an den Tag legte, als es darum ging, mal wieder „in die Bresche“ zu springen, steht im angenehmen Gegensatz zur Ego-Shooter-Rhetorik eines Christian Lindner (FDP), wonach es besser sei, „nicht zu regieren, als falsch zu regieren“.
[super]

Am besten steht der "alten Tante SPD" in der heutigen Zeit die Rolle als "Betriebsrat der Bundesrepublik". Zum Agieren und Regieren ist sie zu schwach.
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