Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon SCORN » 18. August 2021, 00:53

Nach britischen Medienbrichten haben die Taliban in Kandahar mit öffentlichen Hinrichtung von NATO Helfern begonnen.

Steinmeier spricht von Zäsur welche die Geopolitische Lage in der Welt verändert.
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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Harsberg » 18. August 2021, 01:14

Peter Scholl-Latour hat 2014 als Sachverständiger im Bundestagsausschuss für Auswärtiges erklärt, dass die Absichten dort zum Scheitern verurteilt sind. Afghanistan sei verloren.
Das meinte er, weil er das Land bereiste und mit verschiedensten Interessen-Vertretern vor Ort sprach.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article126495424/Scholl-Latour-erklaert-Afghanistan-fuer-verloren.html

Seine erste Analyse hatte er bereits 2002 als Buch veröffentlicht, also schon weit früher:

https://www.buecher.de/shop/politik--zeitgeschichte/kampf-dem-terror-kampf-dem-islam/scholl-latour-peter/products_products/detail/prod_id/12514998/

Und während Reporter von CNN, RT, Al Jazeera und viele andere live aus Kabul berichten, setzten die deutschen Journalisten ihre "Berichte" zum Beispiel aus Neu Delhi ab .........

Und die vom amerikanischen und europäischen Militär ausgebildete afghanische Armee steckte beim Vormarsch der Taliban den Kopf, einschließlich ihrer Kommandeure, in den Sand und überließen den Angreifern mit wehenden Fahnen ihr Land.
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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Sperrbrecher » 18. August 2021, 06:41

karnak hat geschrieben:Heute abend ist wieder Seniorenschießen, ein bisschen üben kann sicher nicht schaden.

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Pessimisten lernen Arabisch.
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In der DDR wussten 90% der Bevölkerung, dass sie verarscht werden.
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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Sperrbrecher » 18. August 2021, 06:55

HPA hat geschrieben:Und noch was: vor 3-4 wochen wäre noch Zeit gewesen die Ortskräfte zu evakuieren-.

Ja aber die Ausstellung der Visa für diese Ortskräfte erfordert eben leider so viel Zeit, sodas sie nicht schneller das Land in Richtung Europa/Deutschland verlassen können (so der Herr Außenminister Maas im TV)

Andere Flüchtlinge reisen klugerweise gleich ohne Pass und Visum nach Deutschland
ein, aber diejenigen die für die Deutschen gearbeitet haben müssen natürlich erst das komplizierte und zeitaufwendige Visumsverfahren absolvieren.
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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon augenzeuge » 18. August 2021, 07:41

Ich denke, aktuell gilt es:
Die USA führen mit den radikalislamischen Taliban in Afghanistan aktuell Gespräche über einen Zugang von ausreisewilligen Zivilistinnen und Zivilisten zum Flughafen der Hauptstadt Kabul. Die Taliban hätten zugesagt, dass Zivilist:innen eine „sichere Durchfahrt“ zum Flughafen gewährt werden solle, sagte der nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, am Dienstag (17.08.2021) im Weißen Haus. An dieser Zusage würden die Islamisten auch gemessen.


Idiotisch oder mutig?
21-jähriger Tourist erlebt Kabul-Eroberung
https://www.n-tv.de/panorama/21-jaehrig ... 48024.html
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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Werner Thal » 18. August 2021, 07:46

Zumindest ziemlich naiv. Typisch für ihn, plötzlich begann er um Hilfe zu winseln, obwohl er wissen
sollte, auf was für einen Adventure-Trip er sich eingelassen hatte.

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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon augenzeuge » 18. August 2021, 07:54

Werner Thal hat geschrieben:Zumindest ziemlich naiv. Typisch für ihn, plötzlich begann er um Hilfe zu winseln, obwohl er wissen
sollte, auf was für einen Adventure-Trip er sich eingelassen hatte.

W. T.


Unklar blieb, ob er einen Covid-Test für die Einreise machen musste..... [flash]
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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Werner Thal » 18. August 2021, 10:18

Bericht der "New YorkTimes"

US-Geheimdienste warnten frühzeitig vor Taliban-Übernahme

US-Präsident Joe Biden hatte noch vor wenigen Wochen behauptet, dass eine rasche Niederlage der
afghanischen Regierung gegen die Taliban unwahrscheinlich sei. Laut einem Zeitungsbericht hätte er
es besser wissen müssen.

https://www.spiegel.de/ausland/afghanis ... 48afbfb53a

W. T.
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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon HPA » 18. August 2021, 11:29

Werner Thal hat geschrieben:Bericht der "New YorkTimes"

US-Geheimdienste warnten frühzeitig vor Taliban-Übernahme

US-Präsident Joe Biden hatte noch vor wenigen Wochen behauptet, dass eine rasche Niederlage der
afghanischen Regierung gegen die Taliban unwahrscheinlich sei. Laut einem Zeitungsbericht hätte er
es besser wissen müssen.

https://www.spiegel.de/ausland/afghanis ... 48afbfb53a

W. T.


Tja, wollte keiner wahr haben von diesen "Entscheidern"

wie schreibt man bei mena watch so schön:

[b]Die Beziehungen zwischen Taliban und Al-Qaida sind so fest wie eh und je – die Vorstellung, dass die Verhandlungen in Doha eine jahrzehntealte Verbindung, die mit einem religiösen Treueschwur besiegelt wurde, auflösen würde, war absurd und Politiker, die daran glaubten, ließen sich für dumm verkaufen. (…) [/b]


Der "Dealmaker" hätte sich mal schlau machen sollen was Steinzeitislamisten von "Verträgen" halten, welche sie mit den Kuffar abschließen... [flash]
HPA
 

Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon HPA » 18. August 2021, 11:57

Im Dschalalabad haben Taliban sich fröhlich dabei gefilmt, wie sie öffentlich gefangengenommene afghanische Männer und Frauen zusammenschlagen und dann lynchen, die für westliche Medien gearbeitet haben sollen.
Ich werde die Videos davon nicht posten, da zu grausam.
HPA
 

Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon augenzeuge » 18. August 2021, 13:06

Neue Allianz gegen die Taliban formiert sich, Saleh erklärt sich zum Präsidenten

Laut BBC-Korrespondentin Yalda Hakim und "Washington-Post"-Reporter Ezzatullah Mehrdad traf sich der geflohene Vizepräsident Amrullah Saleh Anfang der Woche mit Milizenführer Ahmad Massoud in der Provinz Pandschir, um über eine neue Anti-Taliban-Koalition zu beraten. Ahmad Massoud ist Sohn und Nachfolger von Ahmad Schah Massoud, der in den 90er Jahren Kopf des Widerstandes gegen die Taliban war und bis 2001 einen erbitterten Guerillakrieg gegen die Islamisten führte.

Bereits kurz nach seiner Flucht aus Kabul meldete sich der Politiker bei Twitter zu Wort. "Ich werde nicht die Millionen Menschen im Stich lassen, die auf mich gehört haben. Ich werde niemals mit den Taliban unter einem Dach leben. Niemals." Am Dienstag rief Saleh die Bevölkerung auf, sich "dem Widerstand anzuschließen". Gleichzeitig erklärte er sich zum "legitimen geschäftsführenden Präsidenten" des Landes.


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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Zicke » 18. August 2021, 13:46

Wer hatte Möglichkeit und Mittel, um sofort zu handeln?

Die Beantwortung dieser Fragen ist denkbar einfach, auch wenn Kanzlerin Angela Merkel gerade versucht, die Schuld auf Außenminister Heiko Maas zu schieben und Kanzlerkandidat Armin Laschet in einem Brief um Unterstützung für die Gescheiterten aus der CDU wirbt:

Erstens, Angela Merkel hätte einfach entscheiden können, deutsche Staatsbürger unverzüglich aus der Lebensgefahr zu retten. Sie hätte sich dafür aber um das Thema kümmern müssen.

Zweitens, Annegret Kramp-Karrenbauer hätte (in Absprache mit der Kanzlerin) einfach befehlen können, deutsche Kräfte nach Kabul zu schicken, um all jene zu retten, die diesem Land tapfer gedient haben. Dafür hätte sie aber „tapfer“ genug sein müssen, eine Entscheidung zu treffen, die (wie zum Beispiel die Stürmung der entführten „Landshut“) Risiken mit sich gebracht hätte.

Risiken für sich selbst wollten Kanzlerin und Verteidigungsministerin nicht. Deswegen entschieden sie sich lieber für deutlich erhöhte Risiken für unsere Landsleute in Kabul und für unsere Soldaten, die diesen Wahnsinn jetzt ausbaden müssen.

Wir haben es bei der Flut gesehen, wir erleben es nun wieder: Das Wort Zuständigkeit hat im morastigen Mittelmaß der Merkel-Regierung die Worte Verantwortung und Verantwortlichkeit abgelöst. Das sehr deutsche Wort Zuständigkeit ist für Deutsche lebensgefährlich geworden.

https://www.bild.de/politik/inland/poli ... .bild.html
Menschen, die keinen Arsch in der Hose haben, müssen nicht zwangsläufig schlank sein.

Meine Rechtschreibfehler könnt Ihr Samstags ab 17 Uhr bei Rewe gegen eine lecker Senfgurke tauschen.
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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon SCORN » 18. August 2021, 15:37

Laut Reuters und anderen Agenturen haben die Taliban begonnen alle Waffen von Zivilisten und bisherigen Behörden einzusammeln. Privater Waffenbestz ist jetzt nicht mehr nötig da die Taliban die Sicherheit gewährleisten und die Sharia durchsetzen.

Bewaffnete und damit Bürger die sich wehren können sind nicht im Sinne der Taliban. Die Sharia lässt sich leichter bei unbewaffneter und wehrloser Bevölkerung anwenden.
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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Ari@D187 » 18. August 2021, 15:44

Zicke hat geschrieben:Wer hatte Möglichkeit und Mittel, um sofort zu handeln?

Die Beantwortung dieser Fragen ist denkbar einfach, auch wenn Kanzlerin Angela Merkel gerade versucht, die Schuld auf Außenminister Heiko Maas zu schieben und Kanzlerkandidat Armin Laschet in einem Brief um Unterstützung für die Gescheiterten aus der CDU wirbt:

Erstens, Angela Merkel hätte einfach entscheiden können, deutsche Staatsbürger unverzüglich aus der Lebensgefahr zu retten. Sie hätte sich dafür aber um das Thema kümmern müssen.

Zweitens, Annegret Kramp-Karrenbauer hätte (in Absprache mit der Kanzlerin) einfach befehlen können, deutsche Kräfte nach Kabul zu schicken, um all jene zu retten, die diesem Land tapfer gedient haben. Dafür hätte sie aber „tapfer“ genug sein müssen, eine Entscheidung zu treffen, die (wie zum Beispiel die Stürmung der entführten „Landshut“) Risiken mit sich gebracht hätte.
[...]
https://www.bild.de/politik/inland/poli ... .bild.html

Ich würde da schon Außenminister Heiko Maas als ersten in der Reihe sehen. Nach den Antworten gestern, muss man ihn wohl Mister "wie andere Partnerstaaten vor Ort auch" nennen.



Dazu passend auch folgender Artikel:

Die Umstände sind kühl betrachtet für die Verteidigungsministerin und den Außenminister günstig. Wenn alle sich irren, muss der Einzelne keine Verantwortung übernehmen.

-> Link

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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon augenzeuge » 18. August 2021, 15:50

Der Publizist Jürgen Todenhöfer hält nach dem faktischen Machtwechsel in Afghanistan Verhandlungen mit den militant-islamistischen Taliban für notwendig. "Ja, natürlich", sagt Todenhöfer im Deutschlandfunk auf eine entsprechende Frage. Jetzt sei die Stunde der Diplomatie. Deutschland mit seiner traditionellen Freundschaft zu dem Land sei besonders gefragt. "Jetzt brauchen wir kluge Diplomatie." Todenhöfer begrüßt, dass der deutsche Botschafter in Afghanistan, Markus Potzel, im Golf-Emirat Katar mit Taliban-Vertretern sprechen will. Er fügt aber hinzu: "Er müsste nach Kabul."

[flash]
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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Danny_1000 » 18. August 2021, 17:37

Mit Afghanistan hat sich der Westen unendlich auf ganzer Linie blamiert. Die Chinesen haben schon einen Fuss in der Tür und ich glaube, sie gehen es klüger an als wir.
Was in den ...Westmedien nicht berichtet wird, daß China mit seinem Seidenstraßen - Projekt in Afghanistan nicht nur Infrastruktur (Straßen, Eisenbahnen, Handymasten, Internet) bauen wird. China hat sich - nicht ganz uneigennützig - auch für 99 Jahre den Zugriff auf die unendlichen Erzvorkommen im Norden von Afghanistan gesichert: Seltene Erden, aber auch Unmengen von Uranerz finden sich dort.

Und nachdem Trump, darüber völlig außer sich, spontan den Abzug befohlen hat und damit den Kollaps der Regierung ausgelöst hat, liegt es nun an den Taliban, den Vertrag mit China aufzukündigen oder zu bestätigen. Quelle: Telepolis
Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben
dafür einsetzen, dass du es sagen darfst !
(Evelyn Beatrice Hall 1868; † nach 1939)
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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Ari@D187 » 18. August 2021, 17:53

augenzeuge hat geschrieben:
Der Publizist Jürgen Todenhöfer hält nach dem faktischen Machtwechsel in Afghanistan Verhandlungen mit den militant-islamistischen Taliban für notwendig. "Ja, natürlich", sagt Todenhöfer im Deutschlandfunk auf eine entsprechende Frage. Jetzt sei die Stunde der Diplomatie. Deutschland mit seiner traditionellen Freundschaft zu dem Land sei besonders gefragt. "Jetzt brauchen wir kluge Diplomatie." Todenhöfer begrüßt, dass der deutsche Botschafter in Afghanistan, Markus Potzel, im Golf-Emirat Katar mit Taliban-Vertretern sprechen will. Er fügt aber hinzu: "Er müsste nach Kabul."

[flash]
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Bundesregierung will in Doha mit Taliban verhandeln

-> Link

Was wäre denn Dein Vorschlag zum Umgang mit den Taliban?

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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Kumpel » 18. August 2021, 18:02

Mit Afghanistan hat sich der Westen unendlich auf ganzer Linie blamiert. Die Chinesen haben schon einen Fuss in der Tür und ich glaube, sie gehen es klüger an als wir.


Ganz risikolos ist die Sache für die Chinesen auch nicht , bleibt abzuwarten ob in Afghanistan einigermaßen stabile Verhältnisse einziehen , ohne die gibt es kaum Chancen auf erfolgreiche Investitionen.
Dann haben die Chinesen den unschlagbaren Vorteil , sich nicht darum kümmern zu müssen wenn nach Scharia Recht Hände abgehakt oder Steinigungen durchgeführt werden.
Für Geschäfte mit den Taliban sicherlich vorteilhaft.
Kumpel
 

Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Werner Thal » 18. August 2021, 18:35

augenzeuge hat geschrieben:
Der Publizist Jürgen Todenhöfer hält nach dem faktischen Machtwechsel in Afghanistan Verhandlungen mit den militant-islamistischen Taliban für notwendig. "Ja, natürlich", sagt Todenhöfer im Deutschlandfunk auf eine entsprechende Frage. Jetzt sei die Stunde der Diplomatie. Deutschland mit seiner traditionellen Freundschaft zu dem Land sei besonders gefragt. "Jetzt brauchen wir kluge Diplomatie." Todenhöfer begrüßt, dass der deutsche Botschafter in Afghanistan, Markus Potzel, im Golf-Emirat Katar mit Taliban-Vertretern sprechen will. Er fügt aber hinzu: "Er müsste nach Kabul."

[flash]
AZ


Das Gespräch heute im Dlf zwischen 8 Uhr und 8:30 Uhr mit Jürgen Todenhöfer hatte ich mir angehört. Mein Gott war der
Dlf- Moderator Philipp May aufgeregt und ungehobelt. Und unhöflich dazu, Todenhöfer mehrfach ins Wort zu fallen.
Dem Moderator halte ich zu Gute, dass er möglicherweise mit dem falschen Bein aufgestanden war und eh einen
rabenschwarzen Tag erwischt hat.

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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Interessierter » 18. August 2021, 19:56

Wenn man Interviews betrachtet, ist es da ungewöhnlich, dass man den Interviewten ins Wort fällt? Und wenn man sich intensiv mit Todenhöfer befasst hat, dann sollte es nicht verwundern. So jedenfalls meine Meinung.
Interessierter
 

Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Volker Zottmann » 18. August 2021, 20:25

Interessierter hat geschrieben:Wenn man Interviews betrachtet, ist es da ungewöhnlich, dass man den Interviewten ins Wort fällt? Und wenn man sich intensiv mit Todenhöfer befasst hat, dann sollte es nicht verwundern. So jedenfalls meine Meinung.

Wer sich über einen May aufregt hat sicher noch nie Lanz gesehen.
Nicht eine seiner Sendungen, wo er nicht permanent den Gesprächspartnern in die Parade fährt, oder Fragen an sie stellt, um sie dann selbst zu beantworten.
Das ist inzwischen normaler Interwiev-Alltag.
Nicht alle lassen den Gesprächspartner in Ruhe ausreden, so wie wir es tun... (sollten) [laugh]

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Werner Thal » 18. August 2021, 20:33

Volker Zottmann hat geschrieben:
Interessierter hat geschrieben:Wenn man Interviews betrachtet, ist es da ungewöhnlich, dass man den Interviewten ins Wort fällt? Und wenn man sich intensiv mit Todenhöfer befasst hat, dann sollte es nicht verwundern. So jedenfalls meine Meinung.

Wer sich über einen May aufregt hat sicher noch nie Lanz gesehen.
Nicht eine seiner Sendungen, wo er nicht permanent den Gesprächspartnern in die Parade fährt, oder Fragen an sie stellt, um sie dann selbst zu beantworten.
Das ist inzwischen normaler Interwiev-Alltag.
Nicht alle lassen den Gesprächspartner in Ruhe ausreden, so wie wir es tun... (sollten) [laugh]

Gruß Volker


Lanz schaue ich mir grundsätzlich nicht an, kann den Moderator also auch nicht beurteilen.
Das Dlf-Telefoninterview fiel m. M. heute Morgen aus dem Rahmen, von dem, was sonst üblich ist.
Aber noch einmal, auch ein Moderator hat mal einen Tag zum Vergessen.

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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Volker Zottmann » 18. August 2021, 20:36

Alles klar, Werner! [hallo]

Gruß Volker
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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Ari@D187 » 18. August 2021, 21:05

Das Interview ist noch in der Mediathek des DLF verfügbar. Sehr interessante Standpunkte, welche erfrischend von der vorherrschenden Scheuklappenblickrichtung abweichen, welche letztlich in diesem Desaster mündeten.

Was dort gerade so krachend scheiterte, ist/war übrigens der erste NATO-Bündnisfall der Geschichte.

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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Ari@D187 » 18. August 2021, 21:08

Hier mal Aussagen zu der Rückholung der Ortskräfte. Man beachte das Datum 10.07.2021:
-> Video ab 3:25 min

Sollte es bis zur Bundestagswahl keinen einzigen Rücktritt geben, wäre das der nächste Skandal.

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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon augenzeuge » 19. August 2021, 06:46

Ari@D187 hat geschrieben:Hier mal Aussagen zu der Rückholung der Ortskräfte. Man beachte das Datum 10.07.2021:
-> Video ab 3:25 min

Sollte es bis zur Bundestagswahl keinen einzigen Rücktritt geben, wäre das der nächste Skandal.

Ari


Sehe ich nicht so. Was soll das denn nützen?

Ein Rücktritt für Dinge, die keiner erkannt hat?

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Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Kumpel » 19. August 2021, 07:12

augenzeuge hat geschrieben:Sehe ich nicht so. Was soll das denn nützen?

Ein Rücktritt für Dinge, die keiner erkannt hat?

AZ


Na ja , es stellt sich dabei schon die Frage weshalb niemand gewusst haben will , wie die Realitäten in Afghanistan tatsächlich aussehen.
Das ist das gleiche desaströse Bild wie im Vorfeld der Flüchtlingskrise , als auch niemand bemerkt haben will , dass sich da aufgrund der prekären Situation in den Lagern große Flüchtlingsströme in Richtung Europa bilden mit entsprechender Sogwirkung. Fragt man sich wozu die hoch bezahlten Experten da auf ihren Posten sitzen.
Hätte man damals mit ein paar hundert Millionen vor Ort geholfen wäre es womöglich nicht zu diesem massiven unkontrollierbaren Zustrom gekommen.
Kumpel
 

Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Interessierter » 19. August 2021, 07:43

Wenn man weltweit mitsamt den Geheimdiensten ahnungslos war, war es auch die Deutschen Dienste. Woher sollten dann weltweit die Regierungen, also auch die Deutschlands, entsprechende Informationen haben?

Und warum sollten, der Logik folgend, dann deutsche Politiker zurücktreten? Wenn überhaupt, müßten da nicht eher Köpfe beim BND rollen anstatt dieses traurige Ereignis für Wahlkampfgetöse zu missbrauchen?
Interessierter
 

Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Kumpel » 19. August 2021, 07:50

Ob die Geheimdienste tatsächlich so ahnungslos waren wäre erst einmal abzuklären , denn wenn nicht und das liegt durchaus im Bereich des Möglichen stellen sich noch ganz andere Fragen.
Denn dann darf man davon ausgehen , dass die Bevölkerung jahrelang an der Nase herum geführt wurde was die Sinnhaftigkeit des Afghanistan Einsatzes angeht , in dem deutsche Soldaten ihr Leben verloren und Milliarden an Steuergeldern verbrannt wurden.
Schwer vermittelbar , das nach 20 Jahren Einsatz und Milliarden an Geld sich alles in Luft auflösen kann und niemand will irgend etwas bemerkt haben.
Kumpel
 

Re: Der Westen kapituliert-Afghanistan Thread

Beitragvon Interessierter » 19. August 2021, 08:00

Moin Kumpel,
deine Vermutung bezüglich eines verschwiegenen Sinnes des Afghanistaneinsatzes macht mich neugierig. Welchen geheimen Sinn soll der so lange andauernde Einsatz denn gehabt haben?

[hallo]
Interessierter
 

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