von Bahndamm 68 » 1. Juli 2021, 19:10
Ich bin nun wirklich kein Militarist. Gestern ist die letzte Truppe aus Afghanistan in Wunstorf angetreten.
Ich habe es mir angeschaut.
Sollte es eine militärische Zeremonie, eine ganz normale Begrüßung sein?
Ich habe Verständnis, von der Front endlich wieder zu Haus angekommen zu sein. Die lange Flugzeit, die mit Sicherheit keine Erholung war, hat ihr Übriges dazu gegeben.
Vielleicht muss ich die Paraden in Moskau, in Peking und die Verabschiedung der Russen in Karlshorst Anfang der 90-ziger Jahre in meinem Kopf ausschalten.
Gab es da eine militärische Ordnung?
Ob große oder kleinere Soldaten, alles durcheinander. Schon allein die Kopfbedeckung unterschiedliche Farben (ausgewaschen zum Teil). Gehört nicht zu einer Begrüßung oder Verabschiedung eine Pistole für Offiziere und für Soldaten ein Gewehr dazu?
Ich habe den Fernseher eingeschaltet, da liefen gerade die 3 Soldaten, einer als Fahnenträger, vor die Truppe. Von Gleichschritt habe ich eine andere Vorstellung.
Kopf hoch, Brust raus in Gleichschritt Marsch, manomano, das steckt noch in den Gliedern.
Dann zum Teil die Frisuren einzelner Soldaten. Spätestens am dritten Tag meiner Einberufung sind, nicht bei mir, ich war vorher noch beim Verschönerungsrat, Tränen geflossen über einen militärischen Kurzhaarschnitt. Das dies notwendig wurde, haben wir dann in der Grundausbildung auch verstanden.
Der Kommandeur Brigadegeneral Ansgar Meyer, ein Vorbild als Stabsoffizier? Für mich ein angehender Rentner oder Pensionär.
Die Abmeldung der Truppe mit Schnüffeltuch bei einem Abstand ca. 2 m und von der Truppe gute 50 m Entfernung. Was sollte dieses Theater?
Die Truppe selbst bei der Ansprache stand in Reih und Glied, aber im Bereich des Flugzeuges, da stand der Rest gelangweilt herum.
Nein, Freude und Anerkennung, da habe ich eine andere Vorstellung.
20 Jahre Auslandseinsatz, ein Erfolg?
Ja, aber wo war die Verteidigungsministerin? Sie glänzte durch Abwesenheit. Gott sei Dank sind auch die gefallenen Soldaten bedacht. Schöner und Anerkennungswert wäre hier mit einer Schweigeminute in Friedenszeiten angebracht gewesen.
Als heutiger Außenstehender mit alten Ansichten, sage ich, die Mission am Hindukusch, sie ist politisch gescheitert. Wenn die ausgebildeten Afghanen heute schon zu den Taliban überlaufen, wird dies damit untermauert. Für Soldaten, die dort gewesen sind und jetzt wieder nach Hause gekommen sind, hat es sich finanziell gelohnt.
Mein Fazit:
Ein Staat braucht eine Armee. Aufgrund unserer Vergangenheit sollten wir uns jedoch an Auslandseinsätzen nicht beteiligen. Wie hatte Peter Struck, als Verteidigungsminister den Einsatz begründet. „Der Schutz der Bundesrepublik beginnt am Hindukusch“. Nun ist die Mission zu Ende, man hat nur Kosten und gefallene Soldaten verursacht.
VG Bahndamm 68
Wer die Vergangenheit nicht kennt,
kann die Gegenwart nicht begreifen
und die Zukunft nicht gestalten.