Hälfte der Deutschen für Schlussstrich unter NS-Vergangenheit

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Hälfte der Deutschen für Schlussstrich unter NS-Vergangenheit

Beitragvon pentium » 28. April 2020, 17:50

Hälfte der Deutschen für Schlussstrich unter NS-Vergangenheit

Gut die Hälfte der Deutschen (53 Prozent) spricht sich „voll und ganz“ oder „eher“ dafür aus, einen „Schlussstrich“ unter die NS-Vergangenheit zu ziehen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Forschungsinstituts Policy Matters im Auftrag der Wochenzeitung „Die Zeit“. Insgesamt liefert die Umfrage ein eher ambivalentes Bild.


https://www.oldenburger-onlinezeitung.d ... 40548.html

Der Schlussstrich-Forderung stehen demnach 77 Prozent Zustimmung zu Erinnern und Gedenken entgegen („Es ist für uns Deutsche Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Geschichte des Nationalsozialismus und der Holocaust nicht vergessen werden“). Ebenfalls 77 Prozent bekennen sich zu der Aussage, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus angesichts jüngster Entwicklungen „heute so wichtig wie eh und je“ sei. Eine knappe Mehrheit indes spricht die Masse der Deutschen im Nachhinein von Schuld frei. Der Aussage „Es waren nur einige Verbrecher, die den Krieg angezettelt und die Juden umgebracht haben“ stimmen 53 Prozent der Befragten „voll und ganz“ oder „eher“ zu. Die Umfrage wurde im Januar 2020 bei 1.044 Frauen und Männer ab 14 Jahren erhoben.
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Hälfte der Deutschen für Schlussstrich unter NS-Vergangenheit

Beitragvon augenzeuge » 28. April 2020, 17:50

Das ist auch irgendwie verständlich.
AZ
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Re: Hälfte der Deutschen für Schlussstrich unter NS-Vergangenheit

Beitragvon Volker Zottmann » 28. April 2020, 19:02

Da wäre ich auch dafür.
Ich führe noch eine reiche Korrespondenz mit Frau ..... aus Berlin, die sich im hohen Alter immer noch wegen des Lebens ihres Vaters während der NS-Zeit mit selbst ernannten Historikern rumschlägt, und einfach nicht zur Ruhe kommt.
Ich schreibe und telefoniere mit einer österreichischen Historikerin bei Mauthausen/Österreich, die wegen der damaligen Zeit heute noch Widerstand in der Dorfbevölkerung angrenzender Orte findet.
Alle damals Agierenden sind inzwischen tot oder strafunmündig wegen des hohen Alters.
Was wollte heute die polnische Familie meiner Frau schon noch ausrichten gegen die sowjetischen Katyn-Mörderbanden?

In Frankreich verdammt heute auch keiner mehr die Zeit, als Napoleon mordend durch Europa zog.

Den Nachgeborenen müssen die Gedenkstätten zur Mahnung erhalten werden. Anderes bringt aber heute nichts mehr.
Wenn man nicht mal die Stasitäter von vor 30 Jahren belangt, ist es doch illusorisch 75 Jahre zurück strafen zu wollen.

Gruß Volker
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Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
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Re: Hälfte der Deutschen für Schlussstrich unter NS-Vergangenheit

Beitragvon Beethoven » 29. April 2020, 07:52

Na, ob das klappt? Ich denke eher nicht.

Und wie viele sprechen sich dafür aus, die damalige DDR und dessen System, was nicht annähernd so schlimm und schon gar nicht so mörderisch und kriegstreibend war, wie das Naziregime, aus dem permanenten Focus der Presse, Funk und dem TV zu entlassen?

Freundlichst
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Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.
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Re: Hälfte der Deutschen für Schlussstrich unter NS-Vergangenheit

Beitragvon Kumpel » 29. April 2020, 08:16

Beethoven hat geschrieben:
Und wie viele sprechen sich dafür aus, die damalige DDR und dessen System, was nicht annähernd so schlimm und schon gar nicht so mörderisch und kriegstreibend war, wie das Naziregime, aus dem permanenten Focus der Presse, Funk und dem TV zu entlassen?



Da muss ein Politbürobeschluss her , oder so was ähnliches. [flash]
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Re: Hälfte der Deutschen für Schlussstrich unter NS-Vergangenheit

Beitragvon HPA » 29. April 2020, 22:33

Es gibt keinen einzigen Grund, einen "Schlussstrich" unter beide deutsche Diktaturen des 20.Jahrhunderts zu ziehen.
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