Die dunkle Seite Wiens

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Die dunkle Seite Wiens

Beitragvon Interessierter » 10. März 2020, 09:13

Geschichte, die wehtut

Wien, die Stadt des Walzers, der Kaffeehäuser und Paläste. Wirklich? Zwei österreichische Autoren haben jetzt die dunklen Seiten der Stadt erkundet - und stießen auf Geschichten, die sich nicht für nette Anekdoten eignen.

Am 24. Oktober 1945 sorgte eine Meldung in der "Österreichischen Volksstimme" für Aufregung: Unter der Währinger Straße seien noch immer 17 "Zivilarbeiter" damit beschäftigt, "einen der größten Luftschutzkeller Wiens" zu errichten. Die Arbeiter hätten erklärt, dass sie keine Weisung erhalten haben, ihre Tätigkeit einzustellen. Rund 400 Meter lang solle der Keller werden und zwölf große Räume umfassen.

Ungewöhnlich war seine extrem tiefe Lage: 17 Meter unter der Oberfläche, beginnend auf Höhe des Palais Chotek und endend unter dem Park des Palais Clam-Gallas. Der Verwalter des Anwesens, so schrieb die Zeitung, habe erklärt, mit den Aktivitäten nichts zu tun zu haben. Die Arbeiter gaben an, ihren Auftrag vom Kanalbauamt erhalten zu haben.

Österreichs Hauptstadt Wien ist ein architektonisches Juwel, auch noch nach dem Krieg. Der Glanz der einstigen kaiserlichen Reichsmetropole zieht heute Millionen Besucher an. Sie kommen wegen Musik, Kunst und Kultur und der Schönheit zahlreicher Prachtbauten. Zwei österreichische Autoren haben sich dieser imposanten Stadt nun von einer anderen Seite genähert. Ihre These: Zur Genetik Wiens gehöre auch, "Geschichte, die wehtut" zu verschweigen.

"Dunkles Wien" heißt das Buch, in dem Robert Bouchal und Johannes Sachslehner von "Orten des Schreckens und des Verbrechens" berichten. Sie stiegen dafür in Keller hinab, überwanden Mauern, Zäune und verschlossene Tore. Ihre Recherche galt jener Geschichte, so schreiben die Autoren, die nicht in Museen oder Hörsälen präsentiert werde, sondern "sich im Laufe der Zeit in den Räumen hinter den Fassaden aus Stein und Ziegeln, aus Beton und Glas verdichtet hat". Reportageartig berichten sie von Menschen, deren Schicksal sich in oft tragischer Weise mit diesen Orten verband.

Den längeren, sehr interessanten Beitrag mit 17 Fotos findet man hier:
https://www.spiegel.de/geschichte/wien- ... fb565ea44#
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