Historische Ereignisse

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 30. Januar 2016, 15:36

30. Januar 1933
Mit der sogenannten „Machtergreifung“, der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler des Deutschen Reiches durch Reichspräsident Paul von Hindenburg, endet die Weimarer Republik. Vizekanzler wird Franz von Papen.

Als Adolf Hitler am 30. Januar 1933 im Hotel Kaiserhof vor seine Anhänger trat, soll er Tränen in den Augen gehabt haben: Er war Regierungschef. Er werde sich die Macht nicht mehr wegnehmen lassen, rief er aus. 25 000 uniformierte Anhänger feierten am Abend die Machtübernahme mit einem gewaltigen Fackelzug durch das politische Zentrum Berlins.

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 29. Februar 2016, 16:41

1216 – Engelbert von Berg wird zum Erz­bischof von Köln gewählt.

Engelbert I. von Köln

Engelbert wurde 1185 oder 1186 als Sohn des Grafen Engelbert I. von Berg und dessen zweiter Frau Margarete von Geldern auf Schloss Burg geboren. Er war entweder der jüngste oder einer der jüngeren Söhne. Sein älterer Bruder übernahm als Graf Adolf III. von Berg die weltlichen Güter der damaligen Grafschaft Berg.

Ab 1198 ist Engelbert als Propst von St. Georg in Köln belegt. Von 1199 bis 1216 war er Dompropst zu Köln. Auf Drängen seines Vetters, des Erzbischofs Adolf I. von Altena, gewählt, kam es zu einer Doppelwahl. Mit seinem Gegner, dem späteren Erzbischof Dietrich I. von Hengebach, prozessierte er nun vier Jahre vor der Kurie und reiste hierfür auch zweimal nach Rom. Schließlich kassierte der Papst beide Wahlen und ordnete eine Neuwahl an, aus welcher Engelbert als einhellig gewählter hervorging. Als Dompropst vertrat er die Partei des später abgesetzten Erzbischofs Adolf I. von Altena, dem er auch Güter des Kölner Domstifts zuschanzte. 1203 wurde er zum Bischof von Münster gewählt, allerdings lehnte er, weil er nicht das erforderliche Alter von 30 Jahren hatte, die Wahl ab. 1206 wurde er wegen seiner Unterstützung für seinen Onkel, Erzbischof Adolf I. von Altena, und wegen der von ihm begangenen Verwüstungen im Erzbistum Köln von Papst Innozenz III. gebannt, exkommuniziert und als Dompropst abgesetzt, 1208 aber begnadigt. Letztlich blieb Engelbert der realistische Politiker und kam zu einem guten Einvernehmen mit den Gegnern seines Vetters. Seit 1210 auch Propst von St. Severin zu Köln, verhielt er sich in den kommenden Jahren politisch neutral und legte sich während des deutschen Thronstreits weder auf die staufische noch auf die welfische Seite fest. Im Jahr 1212 nahm er 60 Tage, gemeinsam mit seinem gräflichen Bruder, am Albigenserkreuzzug teil.

Seine politisch neutrale Position ermöglichte ihm schließlich am 29. Februar 1216 die Wahl zum Erzbischof von Köln, wofür man zuvor wohl die Zustimmung des Papstes, wie auch die König Friedrich II. eingeholt hatte. 1217 durch den Erzbischof Dietrich von Trier zum Bischof geweiht, kam es erstaunlicherweise zu keinem Protest der Missachtung des Weiherechtes. Die Bischöfe von Münster, Lüttich und Osnabrück fungierten als Mitkonsekratoren. Papst Honorius III. übersandte Engelbert 1218 das erzbischöfliche Pallium, nachdem er zuvor die dem Domkapitel zugefügten Schäden beglichen hatte.

Im Jahre 1218 starb sein Bruder, Graf Adolf III. von Berg, ohne männlichen Nachkommen. Herzog Walram IV. von Limburg hielt sich in der Grafschaft Berg für erbberechtigt, da sein Sohn Heinrich (später Herzog Heinrich IV. von Limburg) mit Irmgard von Berg, der einzigen Tochter Adolfs von Berg, verheiratet war. Obwohl auch nach damaligem Recht die Tochter seines Bruders erbberechtigt war, stritt Engelbert um die Erbschaft seines Bruders. Er gewann den Streit nicht in einem gerichtlichen Verfahren, sondern in zwei Fehden durch Gewalt, obwohl sich der Herzog von Limburg mit dem Herzog von Kleve verbündete, gegen die Engelbert 1217 wiederum ein Bündnis mit Brabant einging. Im Jahr 1220 wurde Frieden geschlossen und Walram III. von Limburg durch eine Jahresrente abgefunden, solange Engelbert I. von Köln die Grafschaft Berg verwaltete. Nach dem Tod des Erzbischofs ging die Grafschaft Berg auf Heinrich von Limburg über.

Engelbert stand in enger Verbindung zu Kaiser Friedrich II. 1220 wurde er von Friedrich II. zum Reichsprovisor (Reichsverweser) und Vormund des Sohnes Heinrich ernannt, den Engelbert im Jahr 1222 in Aachen zum König Heinrich VII. krönte. Engelbert behielt diese Ämter bis zu seinem Tod und war damit die politisch einflussreichste Person des Reiches. Bestätigt wird dies durch die 1220 erlassene Confoederatio cum principibus ecclesiasticis, an deren Abfassung Engelbert als „Gubernator Regni Teutonici“ federführenden Anteil hatte und in deren Folge fast alle vorherigen Königsrechte („Regalien“) wie etwa Markt-, Münz- und Befestigungsrecht auf die erstmals so genannten Landesherren übergingen. Engelbert hatte damit wie sein Onkel und Amtsvorgänger Adolf I. von Altena starken Anteil an der Ausprägung des kurfürstlichen Wahl-Königtums sowie der territorialen Landesherrschaft in Deutschland.

Engelberts Anteil am Landesausbau kommt durch die Rechtsbewidmung bzw. Stadtrechtsverleihung für mindestens 11, wahrscheinlich 13 Stadtburgen zum Ausdruck, darunter Wipperfürth, Attendorn, Brilon, Siegen, Werl und Herford. Er gilt als eigentlicher Begründer des erzkölnischen Territoriums zwischen Maas und Weser („Herzogtum Westfalen“).

Am 7. November 1225 wurde Engelbert auf der Rückreise von Soest über Schwelm, wo er die Kirche weihen wollte, nach Köln in einem Hohlweg im heutigen Gevelsberg überfallen und ermordet. Den Überfall von über 20 bewaffneten Komplizen leitete sein Neffe zweiten Grades, der Graf Friedrich von Isenberg (fälschlich auch als Isenburger bezeichnet). Die Geschichtswissenschaft geht heute davon aus, dass Engelberts Tod nicht geplant war, sondern er entsprechend den Gepflogenheiten der Zeit hätte gefangengenommen werden sollen.[1]

Als Drahtzieher hinter dem Überfall werden Walram IV. von Limburg und andere Grafen vermutet. Ein Hinweis auf die Beteiligung Walrams ist die Einnahme einer kurkölnischen Burg durch ein limburgisches Heer zwei Tage nach Engelberts Tod, für deren Planung und Vorbereitung deutlich mehr als zwei Tage erforderlich gewesen sein dürften. Graf Friedrich II. und andere Adelige in Westfalen und im Rheinland standen in Opposition zu Engelbert, der seine Macht weiter ausbauen wollte und deshalb u.a. Anspruch auf einige lukrative Vogteien erhob, die bis dahin den genannten Adeligen gehört hatten. Die Einwohner der Stadt Soest nutzten die Gelegenheit und entfestigten unmittelbar nach Engelberts Ermordung die bischöfliche Zwingburg im Stadtgebiet, das bischöfliche Palatium.

Der Versuch, Engelberts Leiche auf den Stammsitz Schloss Burg zu bringen, scheiterte, da dem Leichenzug der Zutritt verwehrt wurde. Sein Leichnam wurde nach Köln verbracht, durch Kochen wurden die Knochen vom Fleisch gelöst, das Fleisch im Turm des alten Doms zu Köln bestattet, sein Herz bei den von den Bergischen Grafen angesiedelten Zisterziensermönchen im Altenberger Dom. Die Knochen wurden nach mittelalterlichem Rechtsbrauch zur Klageerhebung benötigt und deshalb in einen Schrein gelegt, um sie vorzeigen zu können.

Am 14. November 1226 wurde Friedrich von Isenberg nach seiner Rückkehr von einer Rom-Reise, wo er offenbar erfolgreich[2] versucht hatte, den Papst von seiner Unschuld zu überzeugen, in Lüttich ergriffen. Er wurde von dem Grafen von Geldern ausgeliefert und anschließend in Köln gerädert. Seine Besitzungen Nienbrügge, Befestigungsanlagen um die Siedlung, Burg und Brücke sowie die Burg Isenberg bei Hattingen wurden durch den Grafen Adolf I. von der Mark geschleift. Die Bürger von Nienbrügge wurden von Adolf zwischen Lippe und Ahse auf dem „Ham“ angesiedelt, wo er am Aschermittwoch 1226 die Stadt Hamm gründete.

Mit Engelberts I. gewaltsamem Tod endete auch die von ihm im Jahre 1218 begonnene Umbauphase von Schloss Burg an der Wupper, wo ihm zu Ehren 1929 ein Reiterstandbild des Bildhauers Paul Wynand errichtet wurde. Im Rittersaal der Burg ist die Ermordung in einem Wandgemälde von Claus Meyer (1856–1919) dargestellt.

Seine Gebeine werden heute in einem barocken Schrein, den Erzbischof Ferdinand von Bayern fertigen ließ, in der Schatzkammer des Kölner Doms aufbewahrt. Das separat bestattete „Herz des Heiligen“ wird als Reliquie heute in einem modernen Reliquiar im Altenberger Dom aufbewahrt und gezeigt. Eine Fingerreliquie befindet sich in der katholischen Pfarrkirche St. Engelbert in Solingen-Mitte. Ein Teil des Unterarmes wird in der früheren St.-Engelbert-Pfarrgemeinde in Gevelsberg aufbewahrt. Im Domschatz zu Essen ist ein Engelbert-Reliquiar erhalten, das dem Essener Damenstift gehörte. Obwohl er bald eine volkstümliche Verehrung als Heiliger erfuhr, wurde er nie offiziell heiliggesprochen. Sein Nachfolger Heinrich von Müllenark beauftragte den Mönch Caesarius von Heisterbach, eine Hagiographie zu verfassen, wahrscheinlich um die Heiligsprechung vorzubereiten. Nicht zuletzt durch die von Heisterbach verbreiteten Wundergeschichten wurde am Ort der Tat das Kloster Gevelsberg gegründet. Dieses wurde ein Zentrum der Verehrung Engelberts.

Eine Gedenktafel für ihn fand Aufnahme in die Walhalla bei Regensburg. Im Rahmen der Neukonzeption des Skulpturenprogramms des Kölner Rathausturms in den 1980er Jahren wurde Engelbert von Köln durch eine Figur von Titus Reinarz im vierten Obergeschoss auf der Westseite des Turmes geehrt.[3]

Gerichtsmediziner untersuchten im Jahr 1978 seine Gebeine und konnten fast 50 Verletzungen durch Hiebe und Stiche unterschiedlicher Waffen millimetergenau nachweisen. Die hohe Zahl der tiefen Verletzungen wird als Zeichen heftiger Gegenwehr Engelberts und panischer Reaktion der Angreifer interpretiert, da bereits wenige dieser Hiebe sicher tödlich gewesen sind. Seine Körpergröße betrug 1,80 m.

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 9. März 2016, 16:12

9.März

1152: Nur drei Wochen nach dem Tod seines Onkels Konrad III. wird der Herzog von Schwaben Friedrich III. aus dem Hause der Staufer als Friedrich I. in Aachen zum römisch-deutschen König gekrönt.

Bereits zwei Wochen nach dem Tod Konrads wählten die Fürsten seinen Neffen Herzog Friedrich III. von Schwaben, den Sohn des Thronkandidaten von 1125, zum neuen König. Otto von Freising zeichnet das Bild einer einmütigen Königserhebung und zwangsläufigen Nachfolge Friedrichs. Friedrich sei gewählt worden, da er den beiden verfeindeten Familien der Heinrici de Gueibelinga (Heinriche von Waiblingen) und der Guelfi de Aldorfio (Welfen von Altdorf) angehöre; er sei damit der „Eckstein“ (angularis lapis) der Versöhnung geworden.

Tatsächlich dürfte es jedoch intensive Verhandlungen, Zugeständnisse und Absprachen zwischen Friedrich und den Großen vor der Frankfurter Wahl vom 4. März 1152 gegeben haben. Als Herzog von Schwaben musste Barbarossa seine Erhöhung zum König seinen Standesgenossen hinnehmbar machen. Die Unterstützung Heinrichs des Löwen gewann er wohl durch die Zusage, ihm das Herzogtum Bayern zurückzugeben. Auf Konrads letztem Hoftag gelang es Barbarossa, sich die Unterstützung des Bamberger Bischofs Eberhard II. zu sichern. Eberhard hoffte dadurch Bambergs kirchenrechtliche Stellung gegenüber Mainzer Ansprüchen zu wahren. Welf VI. versprach sich vom künftigen König, seinem Neffen, die Sicherung seiner herzoglichen Stellung. Sie wurde durch die Einsetzung als Herzog von Spoleto, Markgraf der Toskana und Fürst von Sardinien noch im selben Jahr gefestigt. Durch die Wahl wurde Konrads minderjähriger Königssohn Friedrich bei der Königswahl übergangen – der erste Fall dieser Art bei Königswahlen. Vor diesem Hintergrund bemerkte Otto von Freising in seinem Bericht über die Frankfurter Königswahl von 1152 ausdrücklich, dass die Wahl des Königs ein besonderer Vorzug des römisch-deutschen Reichs sei.

Friedrich wurde am 9. März 1152 von Erzbischof Arnold von Köln in der Aachener Münsterkirche Karls des Großen gekrönt. Während der Zeremonie warf sich ein Ministeriale, dem Barbarossa aufgrund schwerer Vergehen die Gunst entzogen hatte, dem frisch gesalbten König in aller Öffentlichkeit vor die Füße. Der Ministeriale wollte dadurch die Wiederaufnahme in die Huld des Herrschers erreichen. Er wurde jedoch von Friedrich mit der Begründung abgewiesen, dass er ihn nicht aus Hass, sondern aus Gerechtigkeitsgründen von seiner Huld ausgeschlossen habe (non ex odio, sed iustitie intuitu illum a gratia sua exclusum fuisse).

Die Entscheidung überraschte die meisten der Anwesenden und erhielt ihren Respekt. Die Reaktion Barbarossas wird von der modernen Forschung als Ausdruck des Wandels bei der Einschätzung der Frage gewertet, welche Tugenden von einem Herrscher erwartet wurden. Waren in ottonisch-salischer Zeit Milde und Barmherzigkeit mit ihren demonstrativen Ausdrucksformen wie Tränen und Friedenskuss Werte, an denen königliches Handeln gemessen wurde, so war nun der rigor iustitiae (Strenge der Gerechtigkeit) zum Maßstab für die Bewertung des Herrschers geworden. Verzeihung und Wiedereinsetzung wurden unter Barbarossa nicht mehr in dem bis dahin üblichen Maß gewährt. Nach der Frankfurter Königswahl wurde Barbarossa auf seinem traditionellen Königsumritt durchs Reich von Heinrich dem Löwen, Albrecht dem Bären, Welf VI. und Bischof Anselm von Havelberg begleitet.

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon Volker Zottmann » 10. März 2016, 17:50

Historisch ist auch die EZB-Entscheidung, die Zinsen abzuschaffen. Ich fühle mich wie im Orient... Hier mal ein Kommentar von
Anton Börner, Präsident des Exportverbandes BGA

"Das ist eine gute Nachricht für die Börsianer und für die Schuldenländer im Süden. Für die deutsche Bevölkerung ist das katastrophal. Die Sparer werden enteignet. Das ist eine gigantische Umverteilung von Norden nach Süden. Politisch birgt das einen großen Sprengsatz, wenn man das mit der Flüchtlingskrise zusammentut. Das ist brandgefährlich.

Im Ergebnis wird das nichts bringen. Man lullt die Schuldenstaaten ein. Sie machen keine Reformen, die Produktivität steigt nicht. Nord und Süd driften so noch weiter auseinander. Die deutschen Exporteure können vielleicht kurzfristig ein bisschen profitieren, weil der Euro weiter geschwächt wird. Auf der anderen Seite ist es aber schlecht für die Importeure."


http://www.wiwo.de/politik/europa/ezb-s ... 79790.html

Gruß Volker
http://baupionier.zottmann.org/
http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 12. März 2016, 18:05

12. März 1893
Der deutsche Reichstag beschließt das Gesetz betreffend die Einführung einer einheitlichen Zeitbestimmung, mit dem ab 1. April in Deutschland einheitlich die Mitteleuropäische Zeit eingeführt wird.

Mit dem Gesetz betreffend die Einführung einer einheitlichen Zeitbestimmung vom 12. März 1893 (RGBl. S. 93) ist für das Deutsche Reich ab dem 1. April 1893 die mittlere Sonnenzeit des fünfzehnten Längengrades östlich von Greenwich als gesetzliche Uhrzeit festgelegt worden.

Vor der Vereinheitlichung der Zeitbestimmung hatte in jedem Ort die jeweilige Ortszeit gegolten, die sich nach dem Sonnenstand richtete, aber das Aufkommen des reichsweiten Eisenbahnverkehrs machte zur Erstellung von Fahrplänen eine Vereinheitlichung der Zeit notwendig. So orientierten sich beispielsweise in Preußen die Bahnen seit 1848 im dienstlichen Betrieb nach der Berliner Zeit.

Die Eisenbahnen in Nordamerika, die inzwischen quer über den Kontinent verkehrten, führten 1883 zu von den Eisenbahnverwaltungen verwendeten Zeitzonen.[3] Diese unterschieden sich durch Stundenschritte, was einer Längendifferenz von 15° entspricht, und gründeten auf dem Meridian von Greenwich, der erst im nächsten Jahr auf der Meridiankonferenz von Washington 1884 als internationaler Bezugsmeridian vereinbart wurde. Darauf hin wurden wie in Nordamerika Zeitzonen überall auf der Erde eingerichtet, deren Bezugsmeridian sich – vom Greenwich-Meridian ausgehend – in Schritten von 15° Differenz ändert. Für das Deutsche Reich bot sich die Zeit des 15. östlichen Längengrads an, weil er das Reichsgebiet ungefähr in der Mitte teilte.

Am 1. Juni 1891 führten die deutschen und die österreichisch-ungarischen Eisenbahnverwaltungen die Zeit des 15. Längengrads für den inneren dienstlichen Verkehr und die Dienstfahrpläne unter der Bezeichnung mitteleuropäische Eisenbahn-Zeit (M. E. Z.) ein.[4][5] 1892 wurde diese Zeit in einzelnen Staaten des Deutschen Reichs (Königreich Bayern, Großherzogtum Baden, Königreich Württemberg) eingeführt und schließlich zum 1. April 1893 für das gesamte Deutsche Reich als Mitteleuropäische Zeit gesetzlich festgelegt.

Am 1. Juni 1894 schließlich wurde die mitteleuropäische Zeit auch in der Schweiz eingeführt, die Uhren wurden dabei um eine halbe Stunde vorgerückt. Die Einführung fand dabei aufgrund kantonaler Beschlüsse statt.[6]

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 15. März 2016, 13:18

Am Morgen des 15. März des Jahres 44 v. Chr. wurde Gaius Julius Cäsar, Diktator auf Lebenszeit und allmächtiger Herr über Rom, von etwa 20 Mitgliedern des Senats erstochen. Kurz darauf brach ein Bürgerkrieg aus, der 14 Jahre lang dauerte, das Gros der römischen Aristokratie hinwegraffte und dem Weltreich eine neue Ordnung bescherte: eine Militärmonarchie, die sich als Kaisertum in republikanischen Formen verstellte.

http://www.welt.de/geschichte/article15 ... rdung.html

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 7. Mai 2016, 14:27

7.Mai 1241:

König Wenzel von Böhmen unterzeichnet auf dem Königstein die Oberlausitzer Grenzurkunde, mit der die Grenzen zwischen der zum Königreich Böhmen gehörenden Oberlausitz und den Besitzungen des Bischofs von Meißen definiert werden. Viele der Oberlausitzer Orte, die im Zuge des hochmittelalterlichen Landesausbaus gegründet worden sind, werden hier erstmals schriftlich erwähnt.

Oberlausitzer Grenzurkunde

Der Gau der sorbischen Milzener, die spätere Oberlausitz, war seit dem 10. Jahrhundert Expansionsziel der angrenzenden Länder. Das Gebiet war zuerst vom deutschen König abhängig, dann kurze Zeit polnisch, später wechselte der Besitz mehrfach zwischen den böhmischen Königen und den Markgrafen von Meißen, ehe das Land Budissin, wie die Oberlausitz damals hieß, 1158 für mehr als 450 Jahre ein Nebenland des Königreichs Böhmen wurde. Schon seit Anfang des 11. Jahrhunderts hatte aber auch das Hochstift Meißen durch verschiedene Schenkungen Besitzungen in der Oberlausitz erlangt, vor allem um Stolpen, Bischofswerda und Göda. Sowohl die Meißner Bischöfe als auch die Könige von Böhmen holten seit der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts verstärkt Kolonisten ins Land, ließen die Wälder roden und neue Dörfer anlegen. Die meisten Ortsgründungen der Oberlausitz gehen auf die Jahrzehnte zwischen 1150 und 1240 zurück. Um 1220 war das zur Besiedlung geeignete Land weitgehend verteilt und zwischen den Gefolgsleuten des Königs und des Bischofs entstanden zahlreiche Grenzstreitigkeiten. Eine genaue Festlegung, welche Gebiete zu Böhmen gehörten und welche dem Meißner Hochstift, war notwendig geworden.

1213 und erneut 1223 wurde die Grenze in mehreren Abschnitten von einer Kommission, die aus ortskundigen Gefolgsleuten des Königs und des Bischofs bestand, beritten, vermessen und festgelegt. Ihre Ergebnisse legten die zwölf Kommissare in einem Protokoll vor. Dieses enthielt rund 100 Geländemerkmale, die den Verlauf der Grenze festlegten. Am häufigsten werden Wasserläufe genannt, die die Grenzlinie über eine längere Strecke eindeutig definieren können. An zweiter Stelle folgen Berge und Hügel.

Die Grenze folgte von der Elbe kommend dem Sebnitzbach aufwärts, ging dann bei Sebnitz nach Norden Richtung Langburkersdorf, wandte sich von dort nordwestlich nach Frankenthal, wo sie ein Stück der Schwarzen Röder folgte. Die Grenze verlief dann weiter über den Keulenberg hinweg nach Pulsnitz. Von da an bildete das gleichnamige Flüsschen bis zu seiner Mündung in die Schwarze Elster die Grenzmarkierung.

Der Burgward von Doberschau mit den Dörfern Schwarznaußlitz, Singwitz, Blumenthal, Obergurig und Mönchswalde gehörte dem Bistum Meißen, war aber von böhmischem Gebiet umschlossen. Auch die meißnische Enklave Bischdorf östlich von Löbau wird in der Grenzurkunde erwähnt.

Die Urkunde

1228 wurde ein Entwurf der Grenzurkunde ausgefertigt, den König Ottokar und sein Sohn und Mitkönig Wenzel aus unbekannten Gründen aber nicht unterzeichneten. Wenzel war zu jener Zeit übrigens dux budissinensis, also mit der Verwaltung der Oberlausitz betraut.

Am 7. Mai 1241 wurde die Oberlausitzer Grenzurkunde von König Wenzel auf der Burg Königstein an der Elbe unterzeichnet. Es wurden sogleich mehrere Exemplare dieses wichtigen Dokuments ausgefertigt. Inhaltlich gab es zum Entwurf von 1228 keine wesentlichen Unterschiede. Als Zeugen fungierten neben anderen Adligen Angehörige der Kommission, die die Vermessung fast 20 Jahre vorher vorgenommen hatte.

Der Name der Urkunde ist nicht zeitgenössisch, denn als sie ausgestellt wurde, existierte der Landesname Oberlausitz noch gar nicht. Von der Oberlausitzer Grenzurkunde ist erst in neuzeitlichen Publikationen die Rede. In der Urkunde selbst werden die alten slawischen Gaue Milska[1], Dacena[2] (beide böhmisch) und Nisani (meißnisch) gegeneinander abgegrenzt.

Durch Besitzwechsel vieler Orte änderte sich die böhmisch-meißnische Grenze im Spätmittelalter mehrfach. Nur der nördliche Teil der Grenzlinie, etwa ab dem Keulenberg, blieb rund 400 Jahre bestehen, bis das Markgraftum Oberlausitz 1635 unter die Herrschaft der sächsischen Kurfürsten kam.

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Die Oberlausitzer Grenzurkunde liegt in vier Exemplaren im Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden.

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 28. Mai 2016, 17:31

27. Mai 1941

Vor 75 Jahren versinkt Hitlers Vorzeige-Schlachtschiff in den Tiefen des Atlantiks. Über 2000 Deutsche ertrinken. Die Royal Navy reklamiert den Sieg über die „Bismarck“ für sich. Zu Unrecht. Der wahre Grund liegt außerhalb unserer heutigen Vorstellungswelt.

Mehr dazu mit Bildern:
http://www.faz.net/aktuell/politik/schl ... 49297.html

Wiki schreibt dazu:
Nach einem ca. 90-minütigen Gefecht war die Bismarck von den britischen Einheiten zusammengeschossen worden. Die schwere Artillerie hatte bereits nach etwa einer Stunde das Feuer aufgrund Munitionsmangel eingestellt. Das gleiche passierte auch mit der Mittelartillerie, die ca. 10-20 Minuten später aufhörte zu schießen. Von den alliierten Schlachtschiffen wurden über 700 Granaten der Hauptartillerie auf die Bismarck abgeschossen, wobei die Kampfentfernung teilweise weniger als 3.000 m betrug. Davon drangen anscheinend nur vier Granaten durch die Gürtelpanzerung der Bismarck, ohne dort kritische Schäden zu verursachen. Die Artillerieleitstände der Bismarck waren bereits früh in diesem Gefecht durch gegnerische Treffer ausgefallen, so dass sie selbst nur wenige schwere Treffer erzielen konnte. Lediglich ein Treffer durch eine 15-cm-Granate sorgte für eine Störung in der Kommunikation zwischen dem Artillerieleitstand und den vorderen Geschütztürmen der King George V., sodass diese zeitweise das Feuer einstellen mussten.

Die britischen Schlachtschiffe mussten sich wegen ihrer zur Neige gehenden Brennstoffvorräte von der noch schwimmenden Bismarck zurückziehen. Die Bismarck war zu diesem Zeitpunkt nur noch ein Wrack, mit zerschossenem Oberdeck, dessen Geschütze entweder zerstört waren oder keine Munition mehr hatten. Sie sollte von der Dorsetshire durch Torpedos auf eine Nahdistanz von nur 2.000 m zum Sinken gebracht werden. Der Kreuzer schoss erst zwei Torpedos in die Steuerbordseite, ohne dass eine Wirkung erkennbar war. Anschließend wechselte er auf die Backbordseite und schoss um 10:36 Uhr auch in diese einen 53 cm-Torpedo.

Nach dem letzten Torpedotreffer der Dorsetshire begann die Bismarck nach Backbord langsam zu krängen, weshalb dieser dritte Torpedotreffer manchmal als Auslöser des Sinkvorgangs angesehen wird. Etwa zur gleichen Zeit zeigten jedoch auch die mutmaßlichen Maßnahmen zur Selbstversenkung, wie gezündete Sprengladungen und das Öffnen der Bodenventile, Wirkung. Das Sinken selber, so die Berichte der wenigen Überlebenden im Wasser, ging dann erstaunlich schnell: die nun stark auf Backbordseite hängende Bismarck begann sich demnach schnell zu drehen, um dann kieloben schnell zu sinken. Nach dieser Drehung um 180° fielen die vier nur durch ihr Eigengewicht von ca. 1.000 t gehaltenen 38-cm-Türme aus ihren Barbetten und sanken getrennt vom Schiffsrumpf zum Meeresboden.

Die Bismarck sank etwa um 10:40 Uhr. Die Dorsetshire und der Zerstörer Maori retteten 110 Mann. Von der Besatzung der Bismarck – 2.221 Mann einschließlich Flottenstab und Prisenkommando – blieben wegen eines von einem Schiff gemeldeten U-Boot-Alarms 400 bis 500 Überlebende im Wasser zurück. Am Abend fand das deutsche U-Boot U 74 drei Männer und nahm sie an Bord. Daraufhin suchten sechs U-Boote noch vier Tage nach Überlebenden, fanden jedoch nur Trümmer und einige Leichen. Am 29. Mai konnte ein Wetterbeobachtungsschiff, der Trawler Sachsenwald, noch zwei weitere Überlebende retten.[16] Somit überlebten nur 115 Männer den Untergang der Bismarck. Außerdem soll der Zerstörer Cossack die Bordkatze der Bismarck gerettet haben, die angeblich später noch zwei weitere Schiffsuntergänge überlebte, doch handelt es sich dabei wahrscheinlich um eine Legende.

Die Überlebenden erklärten Jahre später, ihnen sei der Befehl erteilt worden, das Schiff wegen der bevorstehenden Selbstversenkung zu verlassen. Auch deuten die Hinweise direkt am Wrack darauf hin, dass das Schiff von seiner Mannschaft versenkt wurde. Bei einem Tiefseetauchgang zum Wrack entstandene Bilder konnten am Torpedoschott keinen Schaden lokalisieren und zeigen, dass nur drei oder vier Projektile die Seitenpanzerung des Rumpfes oberhalb der Wasserlinie durchdringen konnten, da die britischen Schiffe direktes Feuer aus kurzer Distanz auf die Seitenpanzerung schossen.

An der Jagd waren insgesamt acht Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer, zwei Flugzeugträger, vier schwere und sieben leichte Kreuzer, 21 Zerstörer und sechs U-Boote sowie mehrere landgestützte Flugzeuge beteiligt. An dem Endgefecht beteiligten sich seitens der Royal Navy die Schlachtschiffe Rodney und King George V und die Schweren Kreuzer Norfolk und Dorsetshire.

In seinem späteren Abschlussbericht über die Versenkung der Bismarck schrieb der britische Admiral Tovey:

“The Bismarck had put up a most gallant fight against impossible odds worthy of the old days of the Imperial German Navy, and she went down with her colours flying.”

„Die Bismarck hat gegen eine riesige Übermacht einen äußerst tapferen Kampf geführt, würdig der vergangenen Tage der Kaiserlich Deutschen Marine, und ist mit wehender Flagge untergegangen.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Bismarck_ ... f,_1939%29

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 11. Juni 2016, 16:28

11. Juni 1854
Das Lied Die Wacht am Rhein von Max Schneckenburger wird mit der Musik von Karl Wilhelm anlässlich der Silberhochzeit des preußischen Prinzen Wilhelm, des späteren Kaisers Wilhelm I., uraufgeführt.

Historisches Hörbeispiel
http://ingeb.org/refer/esbraust.MP3

Die Wacht am Rhein
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Wacht_am_Rhein

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Immer zu zweit sie sind. Keiner mehr, keiner weniger. Ein Meister und ein Schüler.
(Yoda)

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 13. Juni 2016, 08:43

13. Juni 1886
Der wenige Tage zuvor entmündigte Ludwig II. von Bayern und der Psychiater Bernhard von Gudden werden tot im Würmsee, dem heutigen Starn­berger See, aufgefunden.

Dazu ein Kalenderblatt vom DF

Psychiater von König Ludwig II.Täter, Opfer oder Kollateralschaden?

Vor 130 Jahren ertrank der Psychiater Bernhard von Gudden zusammen mit König Ludwig II. im Starnberger See. Er war einer der Gutachter, die eben diesen König zuvor für verrückt erklärt hatten. Um den Tod des Bayernkönigs ranken sich seit jeher Gerüchte - und auch die Rolle des prominenten Psychiaters bleibt nebulös.


Der Tod des bayrischen König Ludwigs II. im Starnberger See gibt bis heute Rätsel auf. Für viele Anhänger des Märchenkönigs war es ein politisches Mordkomplott, so wird es auch seit 130 Jahren im volkstümlichen "König-Ludwig-Lied" kolportiert.

Eine Schlüsselrolle bei den Ereignissen des Jahres 1886 spielt der Psychiater Bernhard von Gudden, ein für seine Zeit äußerst fortschrittlicher Vertreter seiner Zunft: Er empört sich über die unmenschlichen Zustände und brutalen Behandlungsmethoden in den damals sogenannten Irrenanstalten. Als er selbst Direktor einer solchen Einrichtung wird, verfügt er sogleich:

"Dem Pflegepersonal ist es verboten, den Kranken zu irgendetwas zu zwingen, ausgenommen in Fällen dringender Nothwer."

Gudden wird 1873 zum Professor an der Universität München und Direktor der Oberbayerischen Kreisirrenanstalt berufen, zwei Jahre später erhebt ihn Ludwig II. sogar in den Adelsstand.

Gutachten zum Geisteszustand des Königs

Kein Wunder also, dass sich das bayrische Kabinett im März 1886 an eben diesen prominenten Psychiater des Landes mit einem heiklen Auftrag wendet: Bernhard von Gudden soll den Geisteszustand des Königs untersuchen. Man will Ludwig für regierungsunfähig erklären, weil sein exzentrisches Gebaren und vor allem seine Schlösserbauten nicht mehr nur öffentliches Aufsehen erregen, sondern die Staatsfinanzen zu ruinieren drohen. Von Gudden erstellt das gewünschte Gutachten – vom Schreibtisch aus. Ausgerechnet dieser Arzt, der seine Patienten immer ernst genommen und menschlich behandelt hat, verlässt sich bei einer so schwerwiegenden Entscheidung auf Presseberichte über plötzliche Wutanfälle Ludwigs oder Beobachtungen der Dienerschaft, etwa

"über die ekelerregende Art des Speisens Seiner Majestät."

Am 8. Juni 1886 stellt von Gudden gemeinsam mit drei weiteren Universitätslehrern fest:

"Seine Majestät sind in sehr weit vorgeschrittenem Grade seelengestört, und zwar leiden Allerhöchstdieselben an jener Form von Geisteskrankheit, die den Irrenärzten aus Erfahrung wohl bekannt mit dem Namen Paranoia bezeichnet wird."

Damit ist der Bayernkönig faktisch entmündigt. Sein Onkel, Prinz Luitpold, übernimmt die Regierungsgeschäfte. Ludwig II. wird in Gewahrsam genommen und von Neuschwanstein nach Schloss Berg gebracht.

Von Gudden wird zum "Königsmörder"

Hier ist der Psychiater Bernhard von Gudden nun bei ihm. Auch bei jenem verhängnisvollen Spaziergang am Abend des 13. Juni 1886, als die beiden allein, ohne Pfleger oder Wachen, zum Starnberger See gehen – und nicht mehr zurückkommen.

"Seine Majestät hat sich in seiner Geisteszerrüttung selbst in den See gestürzt."

So wird es im Sterberegister vermerkt. Und über Bernhard von Gudden berichtet einer, der die aus dem See geborgenen Leichen gesehen hat:

"Ich sah die fürchterlichen Strangulationsmarken an seinem breiten Hals. Er war von seinem König erwürgt worden."

Aber es gibt viele Ungereimtheiten in dem Fall. So hat man zum Beispiel bei Ludwig kein Wasser in der Lunge gefunden. Doch während sich um den Tod des Märchenkönigs schnell Legenden und verklärende Mythen ranken, gerät der Psychiater im Volksmund bald zum Königsmörder.

Heute werden die wissenschaftlichen Leistungen Bernhard von Guddens und vor allem seine Bemühungen um eine humanere Psychiatrie zwar gewürdigt. Aber sein Gutachten über die "Verrücktheit" Ludwigs II. wird kritisch gesehen. 2003 stellt der renommierte Psychiater Heinz Häfner nach einer neuen Prüfung der historischen Akten sogar fest:

"Es sind keine belastbaren Hinweise auf eine ernste psychische Störung des Königs gefunden worden."

Ein vermutlich politisch motiviertes Gutachten also, das noch eine weitere tragische Konsequenz hat: Vorausgesetzt, man folgt der Selbstmord- und nicht der Mordkomplotttheorie, verkannte der Psychiater auch, in welchem seelischen Ausnahmezustand Ludwig II. sich an diesem Junitag befand – ein tödlicher Irrtum für Bernhard von Gudden.

http://www.deutschlandfunk.de/psychiate ... _id=356963
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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 4. Juli 2016, 19:47

Heute vor 62 Jahren am 4. Juli 1954

„Sechs Minuten noch im Wankdorf-Stadion in Bern, keiner wankt, der Regen prasselt unaufhörlich hernieder, es ist schwer, aber die Zuschauer, sie harren nicht [sic!] aus. Wie könnten sie auch – eine Fußball-Weltmeisterschaft ist alle vier Jahre und wann sieht man ein solches Endspiel, so ausgeglichen, so packend. Jetzt Deutschland am linken Flügel durch Schäfer. Schäfers Zuspiel zu Morlock wird von den Ungarn abgewehrt – und Bozsik, immer wieder Bozsik, der rechte Läufer der Ungarn am Ball. Er hat den Ball – verloren diesmal, gegen Schäfer. Schäfer nach innen geflankt. Kopfball – abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor!“

Auch die Worte, die er unmittelbar nach dem Schlusspfiff mit sich überschlagender Stimme ins Mikrofon schrie, ja regelrecht weinte, sind legendär:

„Aus,aus,aus,-- aus !! -- Das Spiel ist aus ! -- Deutschland ist Weltmeister …“

Auszug aus:
https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Z ... _(Reporter)

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 13. Juli 2016, 14:43

13. Juli 1524
Thomas Müntzer hält seine Fürstenpredigt vor dem späteren sächsischen Kurfürsten Johann und dessen Sohn Johann Friedrich, in der er soziale Missstände anprangert und die Einführung der Reformation fordert.


Die kleine Stadt Allstedt im Süden des Landes Sachsen-Anhalts war die Wirkungsstätte des Theologen und Reformators Thomas Müntzer. Am 13. Juli 1524 hielt er dort vor Herzog Johann dem Beständigen und dessen Sohn Johann Friedrich die Predigt „Auslegung des andern Unterschieds Danielis des Propheten“. Als Fürstenpredigt ist sie in die Geschichte eingegangen. In jener Predigt mahnte Müntzer, der die Apokalypse nahen sah, die Fürsten, sich ihrer Verantwortung für den Schutz der „wahren“ christlichen Gemeinde zu stellen.
Thomas Müntzer wurde um 1489 in Stolberg im Harz geboren. Er erhielt eine humanistische Bildung und wurde 1513 in der Diözese Halberstedt zum Priester geweiht. Zunächst wirkte er in Braunschweig an der Michaeliskirche, später als Präfekt im Kanonissenstift Frose bei Schersleben. Schon früh geriet er in Distanz zu seiner Kirche, zwischen 1517 und 1519 war er häufig in Wittenberg, wo Martin Luther Theologie lehrte. Dieser empfahl Müntzer auf eine Pfarrstelle in Zwickau. Von dort wurde er 1521 vertrieben und ging nach Prag. Dort verfasste er das Prager Manifest, das erstmals Grundzüge seiner Theologie, die von einer großen Endzeiterwartung geprägt war.

Nach verschiedenen Stationen kam er nach Allstedt an die Johanneskirche. Dort heiratete er die ehemalige Nonne Ottilie von Gersen. Müntzers Auffassungen unterschieden sich zunehmend von denen Luthers radikal. Er war überzeugt, dass das Vertrauen in das durch Christus geschenkte Heil noch nicht wirklicher Glaube sei; der müsse in einem inneren Leidensprozess zustande kommen, indem der Mensch die Passion Christi nachvollziehe. Der Glaube an die Wirksamkeit der Sakramente in der traditionellen Kirche sei ebenso falsch wie die Betonung der Bibel durch Luther: Das Endgericht und die unmittelbar folgende Herrschaft Christi, so meinte er, stünden unmittelbar bevor.

In Allstedt hielt er den ersten Gottesdienst in deutscher Sprache. Er hoffte nun auf Unterstützung des Fürsten für die notwendige Reingung der Kirche, wozu die Anwendung „des Schwerts“ nötig sei.


Im Schloss dort – der Raum ist heute noch zu besichtigen – hielt er die „Fürstenpredigt“. Darin forderte er die Fürsten auf, der Sache der Reformation in seinem Sinne keinen Widerstand zu leisten, und griff zugleich die sozialen Missstände scharf an. Die Willkür der weltlichen und geistlichen Obrigkeit prangerte an und deren mangelnde Reformtätigkeit. Die Konsequenz war, dass er wieder seine Stellung verlor.

Im August 1524 floh er schließlich von Allstedt nach Mühlhausen. Müntzer wurde auf die aufständischen Bauern im süddeutschen Raum aufmerksam. Diese Bewegung strahlte auch nach Thüringen aus. Er reiste durch die aufständischen Gebiete und wurde in seiner Auffassung bestärkt, dass kirchliche wie weltliche Obrigkeit die einfachen Leute nur vom Glauben abhielten. Die Bauern, so war überzeugt, seien das Werkzeug zur für ihn notwendigen apokalyptischen Reinigung seien. Ihr Aufstand schaffe die Voraussetzung für eine Welt, in der die rechte Verkündigung stattfinden könne. Müntzer bestärkte die Bauern, Gottes Gericht zu vollstrecken: „Dran, solange das Feuer heiß ist. Lasset euer Schwert nicht kalt werden!“
In Mühlhausen schlug er sich auf die Seite der Aufständigen und Bauern und wurde zu deren Leitfigur im Bauernkrieg in Thüringen. Den herannahenden Fürstenheeren zog er zusammen mit 300 Anhängern entgegen nach Frankenhausen in Thüringen, wo sie zusammen mit den Bauernheeren die Entscheidungsschlacht führten. Die Schlacht bei Frankenhausen am 15. Mai 1525 endete in einer völligen Niederlage der von Müntzer zusammengerufenen Bauernhaufen. Er wurde gefangen genommen und in der Festung Heldrungen auf Befehl Graf Ernsts II. von Mansfeld im Beisein des Herzogs Georg des Bärtigen gefoltert. Am 27. Mai wurde er vor den Toren der Stadt Mühlhausen enthauptet, sein Leib aufgespießt, sein Kopf auf einen Pfahl gesteckt.

https://r2017.org/neuigkeiten/beitrag/v ... -muentzer/
https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrstenpredigt
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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon augenzeuge » 13. Juli 2016, 18:37

Die wechselnden Grenzen in 1000 Jahren in Europa
https://www.facebook.com/TribesPeople/v ... 653124505/

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 27. Juli 2016, 12:14

27.7.1945: "Befehl 17" der sowjetischen Militärverwaltung

Alles, was nach 1945 in Deutschland geschieht, hat seinen Ursprung im Krieg und in der Art, wie er geführt worden war. Das barbarische Vorgehen Hitlers und seines Anhangs ruft unter seinen Gegnern Reaktionen hervor, die zunächst vor allem im Zeichen von Vergeltung, Wiedergutmachung und Entmachtung stehen.

Gerade die Westmächte sehen in der deutschen Geschichte von Friedrich dem Großen bis zu Hitler eine einzige Linie des gewalttätigen Imperialismus. In der Absicht, diesen deutschen Imperialismus ein für allemal zu beseitigen, denken die Sieger an die Entmündigung der Deutschen und daran, ihr Land in ein politisches und ökonomisches Vakuum zu verwandeln. Gesetze und Verordnungen, gelesen aus der Zeitung der Alliierten Militärregierung:

Zitat: "Bekanntmachung an die Zivilbevölkerung: Ansammlungen von mehr als fünf Personen in der Öffentlichkeit oder in Privatwohnungen zur Diskussionszwecken sind verboten. Das Abhalten von Gottesdiensten ist erlaubt. Das Freilassen von Tauben ist untersagt. Das öffentliche Spielen oder Singen der Nationalhymne und anderer patriotischer Lieder ist verboten. Alle Zivilpersonen über zwölf Jahre müssen ihren Personalausweis bei sich tragen."

Trotz aller Restriktionen geht der Alltag und die Politik im Frühjahr und Sommer 1945 weiter. Als "Alliierter Kontrollrat" der so genannten Viermächteerklärung vom 5. Juni 1945 richten die vier Siegermächte USA, Frankreich, England und die Sowjetunion ohne großes Federlesen Besatzungszonen ein, quer über die deutschen Ländergrenzen und in Österreich. In der Regel dort, wo die Armeen am Ende des Krieges stehen blieben.

Eine Ausnahme macht in Deutschland die amerikanische Zone, von der das ursprünglich amerikanisch besetzte Thüringen im Juli 1945 an die Sowjets abgegeben wird. Die Grenzen Deutschlands verschieben sich.

Die Abtretung ungefähr eines Viertels des Deutschen Reiches wird auf der Konferenz von Potsdam, zu der sich die Großen Drei - Churchill, Truman und Stalin - im Juli 1945 einfinden, um über das besetzte Deutschland zu befinden, insoweit bestätigt, als die deutschen Gebiete östlich von Oder und Neiße den Polen sowie ein Teil Ostpreußens der Sowjetunion zur Verwaltung übergeben wird.

Das Schicksal Nachkriegsdeutschlands steht nun in vollständiger Abhängigkeit vom Verhältnis der Siegermächte untereinander. Die Besatzungszonen sind eingerichtet: die Russen im Osten, die Briten im Nordwesten, die Franzosen im Südwesten, die Amerikaner im Süden und alle vier in der ehemaligen Reichshauptstadt Berlin.

Doch keine alliierte Macht geht so durchdacht an die Okkupation wie die Sowjetunion. Ihr erstes Ziel: die Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands, KPD; das Datum der Zulassung: 10. Juni 1945.

Zitat: "Auf dem Territorium der sowjetischen Okkupationszone in Deutschland ist die Bildung und Tätigkeit aller antifaschistischen Parteien zu erlauben, die sich die endgültige Ausrottung der Überreste des Faschismus und die Festigung der Grundlage der Demokratie und der bürgerlichen Freiheiten in Deutschland und die Entwicklung der Initiative und Selbstbetätigung der breiten Massen der Bevölkerung in dieser Richtung zum Ziel setzen."

Obwohl in den anderen drei Besatzungszonen Parteien erst viele Monate später zugelassen werden, ist eine politische Neuordnung Deutschlands notwendig. Städte und Kommunen benötigen dringend eine Neugestaltung. Dabei gibt es für die Besatzungszonen unterschiedliche Ziele.

Während die Sowjets auf eine straffe Organisation antifaschistischer Machart setzt, die Briten und Amerikaner auf einen breiten Demokratisierungsprozess hoffen und keine machtpolitischen Interessen verfolgen, geht es den Franzosen darum, aus ihrer Zone ein von ihren Interessen abhängiges Vorfeld ihres eigenes Landes zu machen. Ähnlich wie die Sowjets verfolgen sie das Ziel, ihre Zone abzutrennen und einzuverleiben.

Doch dafür ist eine deutliche Eingrenzung der Länder notwendig. In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) ist man am schnellsten zu einer politischen Neuordnung gekommen. Wenige Wochen nach Kriegsende installieren die Sowjets fünf Neue Länder: Mecklenburg, Sachsen, Thüringen, Sachsen Anhalt und Brandenburg.

Am 27. Juli 1945 werden hier durch den Befehl 17 der Sowjetischen Militäradministration Zentralverwaltungen eingerichtet - die Grundlage für ein neues, staatliche und vor allem antifaschistisches Regime: Gut vier Jahre später, am 7. Oktober 1949, wird die Deutsche Demokratische Republik, kurz DDR, gegründet.

Autorin: Doris Bulau

Quelle: Kalenderblatt DW

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 12. August 2016, 20:01

1961: Der Ministerrat der DDR beschließt die Einrichtung von Sperren und kontrollierten Grenzübergängen zu Westdeutschland.

Oder wie der Tagesspiegel schreibt:
Vor 55 Jahren begann der Bau der Berliner Mauer. Kaum bekannte Bilder des US-Fotografen Gus Schuettler gewähren neue Blicke auf die dramatischen Tage.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/berli ... 07052.html

An diesem Sonnabend jährt sich der Mauerbau vom 13. August 1961 zum 55. Mal. Der Tagesspiegel zeigt aus diesem Anlass einige des Berlin-Bilder US-Fotografen, die bislang nur die „Stars and Stripes“-Leser zu sehen bekamen. Aufnahmen wie die aus dem September 1961, als Ost-Berliner von ihren Wohnungsfenstern aus zusehen mussten, wie die Mauer vor ihren Häusern immer höher wuchs.

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon augenzeuge » 12. August 2016, 21:39

Als Ergänzung aus einem ähnlichen Forum.
http://histomil.com/viewtopic.php?t=13400&start=90

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 30. August 2016, 14:21

Deutsche Bücherei zu Leipzig: Prachtbau fürs Gedächtnis der Nation vor 100 Jahren eröffnet

Nach der Grundsteinlegung im Juli 1914 wurde das Gebäude der damaligen Deutschen Bücherei bereits am 2. September 1916 feierlich eingeweiht. Das repräsentative Gebäude mit der eindrucksvoll geschwungenen Hauptfassade ist nach den Entwürfen von Oskar Pusch errichtet worden. Schon damals plante man etwa alle 20 Jahre eine Erweiterung des Gründungsbaus.

http://www.dnb.de/DE/Home/home_node.html

Noch ein kleiner Link:
https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_B%C3%BCcherei

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 11. September 2016, 14:45

Prinz Eugen, der edle Ritter,
wollt' dem Kaiser wied'rum kriegen
Stadt und Festung Belgerad.
Er ließ schlagen einen Brukken,
daß man kunnt' hinüber rukken
mit d'r Armee wohl in die Stadt.

11.September 1697 türkische Niederlage in der Schlacht von Zenta

In der Schlacht bei Zenta errangen die kaiserlichen Truppen unter dem Oberbefehl von Prinz Eugen von Savoyen bei Zenta an der Theiß am 11. September 1697 einen bedeutenden Sieg über die Osmanen. Dieser Sieg führte schließlich zum Frieden von Karlowitz, der den Großen Türkenkrieg (1683–1699) beendete.

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 30. September 2016, 16:42

30. September
1946: Im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher beginnt die Urteilsverkündung. Sie wird am folgenden Tag fortgesetzt.

https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BCrn ... verbrecher

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 24. Oktober 2016, 09:59

24. Oktober

1795: Preußen tritt dem von Russland und Österreich am 3. Januar geschlossenen Vertrag zur Dritten Polnischen Teilung bei. Dieser beendet die Existenz des Königreichs Polen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Teilungen ... ilung_1795

Im Ergebnis der Teilungen war einer der größten Staaten Europas von der Landkarte getilgt. Die Angaben über die Größe und Einwohnerzahl schwanken sehr stark, weshalb eine genaue Quantifizierung der Verluste des polnischen Staates respektive der Gewinne der Teilungsmächte nur schwer möglich ist. Basierend auf den Angaben von Roos[42] profitierte Russland rein quantitativ am meisten von den Teilungen: Mit 62,8 Prozent des Territoriums erhielt das Zarenreich rund drei Mal so viel wie Preußen mit 18,7 Prozent oder Österreich mit 18,5 Prozent. Fast jeder zweite Einwohner Polens, insgesamt etwa 47,3 Prozent, lebte nach der Teilung in russischen Gebieten. Österreich hatte der Fläche nach den geringsten Zuwachs, jedoch handelte es sich bei dem neu geschaffenen Königreich Galizien und Lodomerien um eine dicht besiedelte Region, weshalb mit 31,5 Prozent fast ein Drittel der polnischen Bevölkerung zur Habsburgermonarchie geschlagen wurde. Preußen hatte eine etwas größere Fläche als Österreich erhalten, die allerdings nur 21,2 Prozent der Bevölkerung bewohnten...

In der Stadt Thorn und ihrer Nähe kann man heute noch die Reste der früheren preußisch-russischen Grenze sehen. Es ist eine 3–4 m breite Erdabsenkung mit zwei hohen Wällen auf beiden Seiten.

Als Dreikaisereck wird die Stelle bei Myslowitz bezeichnet, an der von 1846 an bis 1915 die Grenzen von Preußen, Österreich und Russland zusammenstießen.

In einem Dorf namens Prehoryłe im Kreis Hrubieszów, etwa 100 m von der ukrainischen Grenze, steht ein Wegkreuz, dessen unterer, langer Arm ein alter österreichischer Grenzpfosten gewesen ist. Im untersten Bereich ist das Wort „Teschen“ sichtbar, der Name der heutigen Stadt Cieszyn, wo die Grenzpfosten hergestellt wurden. Der Fluss Bug, der heute die polnisch-ukrainische Grenze bildet, war nach der dritten Teilung Polens der Grenzfluss zwischen Österreich und Russland.

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 25. Oktober 2016, 17:19

25. Oktober 1956:
Adolf Hitler wird vom Amtsgericht Berchtesgaden amtlich für tot erklärt.

Am 25. Oktober 1956 - wurde Adolf Hitler vom Amtsgericht Berchtesgaden endlich offiziell für tot erklärt. Bei dem vier Jahre dauernden Verfahren ging es in erster Linie um die Frage: Wer ist Hitlers Erbe? Thomas Grasberger hat nach den Antworten gesucht.

http://www.br.de/radio/bayern2/bayern/l ... er100.html

Erst nach vier Jahren, als die Beweisaufnahmen beendet und alle noch lebenden Personen aus Hitlers Umgebung vernommen waren, konnte das Amtsgericht Berchtesgaden am 25. Oktober 1956 das Toderklärungsverfahren abschließen.

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 26. Oktober 2016, 16:15

26. Oktober 1946
In der Maximilians-Universität zu München wird die Verfassung des Freistaates Bayern von der Landesversammlung mit großer Mehrheit angenommen und unterzeichnet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Verfassun ... tes_Bayern

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 21. November 2016, 09:42

21. November 1916: Kaiser Franz Joseph von Österreich stirbt


Heute vor 100 Jahren starb Franz Joseph I., Kaiser von Österreich-Ungarn - und mit ihm auch sein riesiger Vielvölkerstaat. Das Ende des Ersten Weltkriegs, den der greise Monarch mitverschuldet hatte, erlebte er nicht mehr. Geblieben ist der Nimbus des einsamen aber gütigen, um seine Untertanen besorgten Herrschers.

"Vor- und Zuname: S. M. Kaiser Franz Joseph I.. Berufszweig und Berufsstellung: Kaiser von Österreich, König von Ungarn etcetera. Glaubensbekenntnis: römisch-katholisch. Stand: Verwitwet. Unmittelbare Todesursache: Herzschwäche nach Lungen- und Rippenfellentzündung. Gestorben: 21.11.1916 um 9 Uhr 5 abends."

So lautete der offizielle Totenschein eines Kaisers, ausgestellt noch am Abend seines Todes im 87. Lebensjahr. Neun Tage später, am 30. November 1916, zog der Trauerzug durch die Wiener Innenstadt. Der spätere Bundeskanzler der österreichischen Republik, Bruno Kreisky, hatte als fünfjähriger Knabe den "Trauerkondukt" erlebt, wie man in Österreich einen Trauerzug nennt:

"Als der Trauerkondukt endlich herankam, schien es mir, als fülle sich die ganze Welt mit Schwarz. Es war eine einzige Demonstration der Schwärze und in den Gesichtern der Menschen waren Schmerz und Sorge zu lesen; was mochte jetzt werden?"

Der Schriftsteller Joseph Roth, der sich in seinen Romanen intensiv mit dem Kaiser auseinandersetzen sollte, stand als Soldat ebenfalls am Rand des Zuges. Für die "Wiener Sonntags- und Montagszeitung" schilderte er 1935 seine Gefühle: "Wem weinte ich damals nach? — Gewiß dem Kaiser Franz Joseph: aber auch meiner eigenen Kindheit, meiner eigenen Jugend. Und obwohl ich damals noch so jung war, schien es mir, daß es beinahe unschicklich sei, später zu sterben als der Kaiser, dessen Glanz meine Jugend erleuchtet und dessen Leid meine Jugend verdüstert hatten. Damals fühlte ich, daß ich ein Österreicher bin."

Das Leben von Franz Joseph war nicht arm an persönlicher Tragik. Sein Bruder Maximilian etwa, kurzzeitig Kaiser von Mexiko, wurde 1867 von Revolutionären erschossen. Die unglückliche Ehe mit Kaiserin Elisabeth, der Selbstmord ihres Sohnes Rudolf Anfang 1889 und schließlich die Ermordung Elisabeths durch einen italienischen Anarchisten neuneinhalb Jahre später – es waren solche Ereignisse, die den Nimbus des einsamen aber gütigen, um seine Untertanen besorgten Herrschers prägten. Hörbar auch in einer Tonaufnahme, auf der Franz Joseph Ende 1915 mit sanfter Stimme den Militär-Witwen- und Waisenfonds lobt:

"Ich begleite das Wirken des österreichischen Militär-Witwen- und Waisenfonds mit meinen herzlichsten Wünschen. Möge seinen edlen Bestrebungen zum Wohle der Hinterbliebenen meiner braven Krieger voller Erfolg beschieden werden."

Kurz nach der bürgerlich-demokratischen Revolutionsbewegung des Jahres 1848, die auch Österreich ergriffen hatte, bestieg der erst 18-jährige Franz Joseph aus dem Hause Habsburg-Lothringen den Kaiserthron. Zugleich war er König von Böhmen und Apostolischer König von Ungarn – und damit Herrscher über ein riesiges, zentraleuropäisches Reich, in seiner Größe und komplexen Vielfalt kaum regierbar.

Dennoch folgte eine unvorstellbar lang anhaltende Regierungszeit von 68 Jahren.
"Kunst des Fort- und Durchwurstelns"

Möglich war sie letztlich nur, weil dem frühen autokratischen Führungsstil des jungen Franz Joseph – dem verhassten "Säbelregiment" – nach den ersten verlorenen Kriegen ab den späten 1850er-Jahren eine Politik des Ausgleichs und der Zugeständnisse folgte. Kritiker nannten diesen Stil bald abfällig die "Kunst des Fort- und Durchwurstelns", ohne Visionen und schlecht ergänzt durch eine für jede Einflüsterung offene und schließlich in die Isolation führende Außenpolitik.

Und doch war mit dem Hinscheiden des greisen Monarchen gleichsam das letzte Band gerissen, das den Vielvölkerstaat zusammenhielt. In seinem Roman "Radetzkymarsch" lässt Joseph Roth den alten Alchimisten und Freund der Familie Trotha, Graf Wojciech Chojnicki, die bittere Wahrheit aussprechen:

"Die Völker gehn nicht mehr in die Kirchen. Sie gehn in nationale Vereine. Keine andere Majestät in Europa aber ist so abhängig von der Gnade Gottes. Der deutsche Kaiser regiert, wenn Gott ihn verläßt, immer noch; eventuell von der Gnade der Nation. Der Kaiser von Österreich-Ungarn darf nicht von Gott verlassen werden. Nun aber hat ihn Gott verlassen!"

Gemünzt waren diese Worte auf den Beginn des Weltkrieges – an dessen Auslösung der alte Kaiser großen Anteil hatte. Und vielleicht war es das größte Glück seines Lebens, dass er dessen Ende nicht mehr erleben musste.

http://www.deutschlandfunk.de/vor-100-j ... _id=371906


weitere Links zum Thema:
https://www.wien.info/de/sightseeing/se ... anz-joseph
http://www.habsburger.net/de/personen/h ... z-joseph-i

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 14. Dezember 2016, 16:22

Amundsens Fram-Expedition

Am 14. Dezember ist der 105. Jahrestag von Roald Amundsens Südpol-Expedition.

Die Gruppe um Amundsen hatte am 14. Dezember 1911 nach knapp zwei Monaten auf Skiern quer durch die Antarktis den Pol erreicht. Dabei gewannen die Norweger einen Wettlauf gegen die Expedition des Briten Robert F. Scott. Der Marineoffizier erreichte das Ziel fünf Wochen später und starb mit vier Weggefährten auf dem Rückweg.


http://www.augsburger-allgemeine.de/dig ... 71987.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Amundsens_Fram-Expedition

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Re: Historische Ereignisse

Beitragvon pentium » 10. Mai 2018, 15:15

Gedenken an Dreißigjährigen Krieg beginnt mit Orgelkonzert

Vor 400 Jahren begann der Dreißigjährige Krieg - aus diesem Anlass hat die Stadt Magdeburg eine Gedenkdekade ins Leben gerufen. Bis zum 26. Mai werden unter dem Titel «Vergegenwärtigen» Konzerte, Vorträge, Lesungen und Führungen angeboten, wie die Stadt mitteilte. Die Veranstaltungen sollen an den Beginn des Krieges und die verheerenden Folgen für Magdeburg erinnern. Zum Auftakt am Donnerstagabend gibt es ein Orgelkonzert im Dom (19.30 Uhr).
https://www.welt.de/regionales/sachsen- ... nzert.html

Was sich am 20. Mai 1631 in Magdeburg abspielte gehört zu den dunkelsten Kapiteln des Dreißigjährigen Krieges und der Menschheitsgeschichte. Das als Magdeburger Hochzeit in die Geschichte eingegangene Ereignis kostete etwa 25.000 Menschen das Leben.
https://www.xn--dreissigjhriger-krieg-e ... eburg.html

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