Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Wie entwickelte sich die Wirtschaft der DDR, wie die der Bundesrepublik während der Teilung Deutschlands. Welche Anzeichen gab es für die Entwicklung? Was waren die Ursachen?
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Jago » 9. November 2015, 18:30

Edelknabe hat geschrieben:Ja Jago, es tut mir nicht leid, aber dir scheint zum Thema auch nur Schwachsinn einzufallen. Ich weiß doch wir lieben uns Beide nicht gerade nur ein Zeitungszusteller stellt einfach keine Pornoliteratur zu....sondern eher Tageszeitungen.

Rainer-Maria


@Edelknabe

Ach Rainer , für Liebe unter Männern hat doch bestimmt jeder eine eigene Meinung . Feinde hier im Forum sind wir wohl eher nicht , denke ich jedenfalls . Warum auch ? Nur wir fahren auf verschiedenen Gleisen wenn es um die " Ehemalige " geht . Deine Erlebnisse in dieser Republik decken sich mit meinen ganz und gar nicht . Da kann ich die Füße nicht still halten . Möchte dich da aber nicht beleidigen sondern müßte vielleicht öfter einen Smilie einsetzen . Das hätte z.b. bei meinem Mist von austragen von Pornoliteratur passieren müssen . Ja , Rainer zum Thema selber weis ich nicht was ich dazu noch nicht gesagt habe . Ich bin halt die letzten Jahre bis ich diesen kuscheligen Staat den Rücken kehren durfte nur noch mit dickem Hals rumgelaufen . Überall mußte man jemanden kennen der einem wohlgesind war um das gerade Gesuchte zu bekommen . Ich konnte halt nicht nach Berlin fahren wenn mir zum Beispiel der Mixer kaputt ging oder was Anderes gefehlt hat . Na gut Rainer , wir geben halt unsere Meinung zum besten . Du deine und ich meine . Ich denke verfeinden wollen wir uns deswegen nicht ?

mit Gruß

Jago
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Spartacus » 9. November 2015, 18:47

Wernesgrüner Export Bier und Radeberger Export Bier, war wie eine zweite Währung. Nur schwer zu bekommen
und als Tauschware Gold wert.

Meine Mutter arbeitete in einem Großbüro und war für die Verteilung von Lampen in den Handel zuständig.
Wenn da neue Ware kam, wurde vorab eifrig telefoniert und die schönsten Stücke zur Seite gelegt. Die haben
nie den Handel gesehen, insbesondere schöne Außenbeleuchtung für Häuser gingen unter dem Tisch weg wie
warme Semmeln und Muttern hat sich da manchmal dumm und dämlich verdient. Zum Handelspreis eingekauft
und für das 10fache verkauft. Auch teilweise gegen DM natürlich.

Ja, man konnte gut leben in der DDR, wenn man an den richtigen Hebeln saß. [grins]

Muttern hatte ihren "Lampenladen" und Vatern seine "Trabbidämpfer".

Kein Wunder das sie ihr 1976 gebautes Haus kurz vor der Wende restlos abgezahlt hatten.

LG

Sparta
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denn es gibt ja noch zum Glück, als Beruf die Politik.
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Edelknabe » 9. November 2015, 19:47

Geht doch alles in Ordnung Jago nur verdammt nochmal..."konntest du nicht einfach nach Berlin zum Einkaufen fahren, damals, in dieser DDR" Oder eben nur nach Leipzig, dir, Euch mal einen vollen Tag gönnen? Warst du Schichtarbeiter....oder warum nur?

Rainer-Maria zumal, Reichsbahn hat nix gekostet, Benzin na gut und Autos waren halt nicht so schnell und zuverlässig wie Heute ....nur verdammt nochmal ....?
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon steffen52-1 » 9. November 2015, 20:00

Sage mal Rainer-Maria, ließt Du auch mal das Thema? Was soll das: Ich fahre nach Berlin und dann komme ich voll bepackt wieder! In den anderen Teilen der ach so schönen DDR, Dein Spruch, gab es wohl auch Menschen, welche nicht nur Konsum oder HO- Brot u.s.w. wollten! Dazu kommt ja auch noch, das die Berliner die Schnauze voll hatten, von den einkaufenden Provinzlern!! Also immer schön bei der Realität bleiben, auch wen es Dir schwer fällt!! [super]
Grüsse steffen52-1
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 9. November 2015, 20:06

Ich bin sogar mehrmals bis Karstädt gefahren, vollbepackt mit Geld und Naturalien.
Die Rundtour rund 480 km. Nur für Fliesen, 3. Wahl bis Ausschuss! Das war doch nicht normal!

Wenn ich dann die Fliesen hatte, gab es doch keinen Grund zu behaupten, dass wir eine gute oder stabile Versorgung hatten.
Das ist der springende Punkt, den unser Edelknabe nicht begreift oder besser gesagt ausblendet, weil sein Paradies sonst Kratzer bekäme.

Gruß Volker
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon steffen52-1 » 9. November 2015, 20:14

Volker Zottmann hat geschrieben:Ich bin sogar mehrmals bis Karstädt gefahren, vollbepackt mit Geld und Naturalien.
Die Rundtour rund 480 km. Nur für Fliesen, 3. Wahl bis Ausschuss! Das war doch nicht normal!

Wenn ich dann die Fliesen hatte, gab es doch keinen Grund zu behaupten, dass wir eine gute oder stabile Versorgung hatten.
Das ist der springende Punkt, den unser Edelknabe nicht begreift oder besser gesagt ausblendet, weil sein Paradies sonst Kratzer bekäme.

Gruß Volker

Volker, es könnte ja sein, was wir nicht wissen, das er auf einer bestimmte Insel in der DDR war! Wo alles da gewesen ist(Insel Vilm) und da war vielleicht der Rainer-Maria zugange!! [laugh]
Grüsse steffen52-1
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Wosch » 9. November 2015, 20:18

[quote="Volker Zottmann"]Ich bin sogar mehrmals bis Karstädt gefahren, vollbepackt mit Geld und Naturalien.
Die Rundtour rund 480 km. Nur für Fliesen, 3. Wahl bis Ausschuss! Das war doch nicht normal!

Wenn ich dann die Fliesen hatte, gab es doch keinen Grund zu behaupten, dass wir eine gute oder stabile Versorgung hatten.
Das ist der springende Punkt, den unser Edelknabe nicht begreift oder besser gesagt ausblendet, weil sein Paradies sonst Kratzer bekäme.

Gruß Volker[/quote

Sag mal Volker, hattest Du etwa keinen "Genex-Katalog"!
Boizenburger Fliesen gab es da doch immer.

Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]
Ich bin stolz darauf, noch nie den "Melde-Button" benutzt zu haben!
Mecklenburger sind nicht nachtragend, aber vergessen tun sie auch nicht!
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 9. November 2015, 20:19

Ich fragte ihn ja mal, weil er nie über den Tellerrand schaute, obs vielleicht daran lag, dass er im Tagebaurestloch lebte, dort wo er die Flüchtlingsstadt für seine schwarzen Jünglinge bauen will... [laugh]

Ins Muldental zog es ihn ja erst nach der Wende. Der Horizont ist da aber logischer Weise auch niedriger und dichter ran. [flash]
Er sollte mal über meinen blauen Geistesblitz nachdenken...

Gruß Volker
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Edelknabe » 9. November 2015, 20:21

Ja Volker und nach Leipzig in die Messestadt bist du wohl auch nur bis auf den Hauptbahnhof gekommen...."nur bis auf unseren damaligen Bahnhof? "Das hatte ich doch mal richtig gelesen...Oder? Nur komisch, heute scheint Dir zur Welterkundung wahrlich kein Weg zu weit zu sein?

Und steffen besser, mach besser ein großes HAMMMMMMMMMMMM
Mich (uns) hat nicht ein Berliner schräg angemacht, nur weil wir bei Denen einkaufen waren....und entschuldige,also den kann ich mir jetzt nicht verkneifen, du wohl damaliges Karl-Marx Städter ...irgend wie recht menschenscheues Provinzei?

Und nimm besser gleich den Pentium mit, das ist doch genau so Einer.....aus deiner Stadt.

Rainer-Maria und ja lach nur Volker, lach nur.....kam nur bis auf den Bahnhof...HAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAaaaaa
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 9. November 2015, 20:22

Wosch hat geschrieben:
Sag mal Volker, hattest Du etwa keinen "Genex-Katalog"!
Boizenburger Fliesen gab es da doch immer.

Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]


Na klar Wosch, sogar 2 verschiedene und meine Fliesen brachte unser Dr. D. aus Neuenstein mit. Waren bescheidene 12 qm, samt Fugenzement.
Die Fuhren die ich ab 1985 machte, wohlgemerkt auch mit kräftiger Bestechung, waren für meine Kunden.

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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 9. November 2015, 20:30

Ach Rainerle, Rainerle, wie oft denn noch? [sick]
Die ganze DDR war mein zu Hause!
Nägel und Haken aus Rostock, Teppich aus dem heutigen Chemnitz, Trabant aus Halle von der VVN, Bretter aus der Harzgeröder Drogerie gegen eine Forstheizung....
Ersatzteile Auto aus dem Fachmarkt Magdeburg und Neustrelitz und mit Hilfe von Genschers Neffen in Halle.. Zement ab Werk in Bernburg...
Ich bin wohl rumgekommen. Ach, mein Betonmischer mit Freigabeschein aus Leipzig und unsere Nähmaschine direkt vom Messestand am letzten Tag, fehlte noch.


Das war nicht normal! Wosch schrieb schon, dass es alles gab in der DDR. Nur nie genug und immer gerade dort, wo man selbst nicht war. Sozialistische Sauwirtschaft eben. Aber bejubele sie ruhig weiter!

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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon steffen52-1 » 9. November 2015, 20:38

Bin vielleicht mehr in Berlin( 1 mal die Woche, dienstlich) als Du Rainer-Maria gewesen! Sage mal, was nimmst Du, um alles von damals mit der rosroten Brille zu sehen? Nicht das Du von gewissen Usern( anderes Forum) beeinflusst wirst! Aber ich würde sagen : Weiter machen, den etwas lustig muss ja das Thema sein!!! [laugh] Noch mal zu K-M-Stadt, nur da gelebt paar Jahre, geboren in Chemnitz und nun lebe ich wieder in Chemnitz, klaro !!
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 10. November 2015, 13:04

Wer erinnert sich von den gelernten Ossis noch an die DDR-Fischstäbchen, analog einer geschnittenen Pressspanplatte, nur eben aus Fischmehl gepresst?
Im Prinzip wurden gemahlene nahrhafte Abfälle verpresst. Fischmehl ging ja ansonsten vorrangig in die Tierproduktion als Futter.
Gekauft wurden die Stäbchen doch kaum, aber oft in Betrieben und Schulen "verfüttert"

Ich mache auch gerade nicht die DDR schlecht, Sie war so, wie geschildert.
Ich möchte nur mal in Leuten wie unserem Zeitungsjungen die Erinnerungen wachrütteln.... [grin]

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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 23. November 2015, 11:52

Quedlinburger Bote von Oktober 1990:
Seite 3: Dort findet sich eine Leserzuschrift, die deren Ansinnen zur Wende beschreibt....

Ehemalige Quedlinburger wollten die Stadt mit frischem Obst und Gemüse versorgen.... Doch auf dem Amt saß noch eine Frau Zelas, die meinte, dass wir gut versorgt wären. Sie meinte, die 40t Gemüse pro Monat für den ganzen Kreis (!) reichen, es gäbe keinerlei Bedarf. Altes Denken, dass faule Weißkohlköpfe zur Versorgung reichten, mussten mühselig beseitigt werden. Heute lacht die ganze Facebook-Gemeinde über deren Schwachsinn, vor 25 Jahren abgesondert. Wer wundert sich da noch, dass es Unmut gab, dass sich in der DDR von selbst NIE was geändert hätte.
Unfähige hatten das Sagen!

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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon AkkuGK1 » 23. November 2015, 16:11

die Versorgung war miserabel und volle Katastrophe. Ich kann mich noch an eine Warteschlange vor dem Fahrradgeschäft 1988 erinnern. Da fing auch einer an: JA DIE FIDSCHIES KAUFEN UNS ALLE FAHRRÄDER WEG!!! Darauf hin ich: Jede Industrienation würde sich den Arsch abfreuen, wenn man den Export steigern kann, nur wir sind zu blöde ausreichend Fahrräder herzustellen. - tja das Gesicht von dem Hirni - unbezahlbar.
Ich bin zu schön, als das man auf mich wütend sein könnte!*

*aus Mr. Sunshine
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Interessierter » 8. September 2016, 11:18

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Gab es denn diese MIFA Klappräder nur bei Genex?
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 8. September 2016, 11:27

Die Mifa-Klappfahrräder gab es auch im regulären Handel, ebenso Damen-und Herrenräder von Mifa und von Diamant. Aber nicht eine einzige Sorte in ausreichender Stückzahl.
Mir etwas Glück, gingst Du in den Laden und hast sofort eins bekommen. Ein Anderer wartete aber Monate lang. Das DDR-Leben bestand aus Zufällen und Warteschlangen.

Gruß Volker
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Jago » 8. September 2016, 11:43

Warum hießen denn die Dinger " Klappräder " Man sagte weil es manchmal klappt daß de eins griegst [laugh]

grüße jago
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Interessierter » 8. April 2017, 11:07

Über Raritäten in der Versorgung der DDR
Ein Bericht von Dr. Klaus-Dieter Schmidt, Leipzig

Dass die DDR die Gesellschaft des verwalteten Mangels war, ist ja nun historisch verbürgt und kann als gesicherte Tatsache gelten. Jeder war also bemüht, dieser Mangelgesellschaft ein Schnippchen zu schlagen. Dazu wurden die vielfältigsten Methoden entwickelt.
Dazu gehörten:

das Motto: „Beziehungen schaden nur dem, der keine hat!“
der Stammtisch in der Kneipe für die Vorbereitung von Warentransaktionen und Handwerkerdienstleistungen,
häufige Dienstreisen nach Berlin und
die Bezahlung mit Westgeld, Forumschecks (1) oder so genannten „blauen Fliesen“ (2), glücklich, wer darüber verfügen konnte.


Im Frühjahr 1981 lernte ich ( der Autor ) noch zwei weitere Möglichkeiten kennen und schätzen.

Von November 1980 bis Juli 1984 war mein Arbeitsplatz in einer Baracke auf dem Gelände der Technischen Messe in Leipzig untergebracht. Das Messegelände beherbergte damals außer Ausstellungsflächen Büros mehrerer Betriebe und Institutionen, in meinem Fall eine Industriezweigleitung. Außerhalb der Messe hatten wir einen normalen Ausweis, vermittels dessen wir das Messegelände betreten konnten. In der Zeit von 2 Wochen vor Messebeginn bis 1 Woche nach Messeende durfte man außerhalb der offiziellen Messeöffnungszeiten nur mit einem Ausstellerausweis auf das Messegelände.

Und gerade der Ausstellerausweis hatte es in sich. Mit ihm durften wir auch alle Einrichtungen und Verkaufsstellen des Ausstellerservices betreten und dort gegen Mark der DDR einkaufen.

In den Einrichtungen des Ausstellerservice, die es in mehreren Messehallen gab, konnte man alles erwerben, was es sonst in der DDR nicht gab, und was es aber doch gab.

Dazu gehörten hauptsächlich Konserven wie Echtes Leipziger Allerlei, ein Mischgemüse mit Spargelstücken und echten Morcheln, Spargel in der Dose, Ungarisches Letscho, marinierte Paprika oder Apfelpaprika, gute Halberstädter Würstchen, Prager Schinken, Pfirsichhälften in der Dose, Ölsardinen, Thunfisch, gefragte Weinsorten wie der bulgarische Rosenthaler Kardarker und vieles andere mehr. Einen Teil der Konserven habe ich nie im allgemeinen Handel und auch nicht im Delikatladen (3) gesehen. Hier konnte man sich nun für ein halbes Jahr eindecken, und nach diesem halben Jahr fand ja eine neue Messe statt.

Manche betrieben diesen Einkauf nun so intensiv, dass man meinen musste, sie würden die ganze Familie, die Hausgemeinschaft, das Wohnviertel und die UNO gleich mitversorgen. Besonders eifrig war da unsere Sachbearbeiterin für den Umweltschutz. Man sah auch die verschiedenen Garderobenfrauen und Toilettenfrauen, die für die Messe eine befristete Arbeit hatten, an den Tagen vor dem Tag der Messeeröffnung von früh 8 Uhr bis mittags 12 Uhr von Shop zu Shop ziehen. Sie wussten am besten, was es wann und wo gab. Ich gestehe auch, dass ich ein Fach meines Aktenschrankes voll von diesen Köstlichkeiten hatte, die ich dann schrittweise, wenn wir wieder mit unseren Autos in das Messegelände hineinfahren durften, mit nach Hause genommen habe.

Die zweite Beschaffungsaktion, die immer im April stattfand, galt Heringen. Heringe waren in der DDR ebenfalls ein ganz rarer Artikel. Matjes-Heringe gab es überhaupt nicht. Wenn man Glück und Beziehungen zu einem Fischladen hatte, erhielt man gelegentlich Salzheringe und Bismarck-Heringe. Das Essen in der Betriebsküche war, stand einmal „Marinierter Hering“ auf dem Speiseplan, meistens marinierte Schildmakrele. In dieser Situation nahm ich meine Arbeit auf der Technischen Messe auf.

Weiter mit der Heringsstory geht es hier:
http://research.uni-leipzig.de/fernstud ... /zz165.htm
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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