Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Wie entwickelte sich die Wirtschaft der DDR, wie die der Bundesrepublik während der Teilung Deutschlands. Welche Anzeichen gab es für die Entwicklung? Was waren die Ursachen?
Hier der Bereich für alle wirtschaftlichen Themen.

Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Interessierter » 26. April 2013, 10:21

Die Mangelwirtschaft erwies sich nicht - wie erwartet - als ein Nachkkriegsproblem, sondern begleitete die DDR ein Lebenlang.
Sie war ganz offensichtlich an die Planwirtschaft gebunden.
In der späteren Bundesrepublik verschwand der Mangel an Gütern bereits mit der Währungsreform 1948 und der damit verbundenen Einführung der freien Marktwirtschaft.


Wie drückte sich dieser systemtypische Mangel eigentlich aus?
In der DDR war der Zulieferer von Material und Halbfabrikaten der " König " der Wirtschaft. Die Enderzeuger mußten lange Wartezeiten in Kauf nehmen, ehe sie die benötigten Güter erhielten.
Die Enderzeuger standen beim Zulieferer gewissermaßen " Schlange ".

Daher mußten die Enderzeuger auch oft auf andere, minderwertigere Komponenten zurückgreifen. Die Folgen im Bereich des Mangels im Bereich der Produktion führte immer wieder zu Produktionsstockungen. Für diese " Warte- und Stillstandszeiten " wurde dem Arbeitnehmer der Durchschnittslohn gezahlt.
Diese Stockungen führten oft zum Frust der Beschäftigten und auch zum Rückgang der Arbeitsproduktivität. Der Versuch diesen Mangel zu überwinden erforderte viel Improvisation.
Die Güte der Produkte aus der DDR erreichte 1983 lediglich 53% der BRD Produkte.

Ursache dieser Mangelwirtschaft waren oft die fehlende Ehrlichkeit und das Augenmaß bei Erstellung der Pläne. Die Möglichkeit fehlende Materialien über den Außenhandel in der Sowjetunion oder anderer RGW - Staaten zu beziehen, waren beschränkt, da deren Wirtschaften ebenfalls unter Materialknappheiten litten.

Ausführliches über diese systembedingte Mangelwirtschaft in der DDR kann man ab Seite 41 hier finden:

http://www.thueringen.de/imperia/md/con ... er_ddr.pdf

Die Verteidiger und Rufer nach dieser Planwirtschaft, können sich ja nun gerne hier einmal äußern. Aber bitte nicht so lapidar einfach nur ihre Hoffnung zum Ausdruck bringen, daß es ja vielleicht eines Tages wieder eine Planwirtschaft gäbe, sondern mit konkreten Vorstellungen.

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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon zonenhasser » 26. April 2013, 12:29

Interessierter hat geschrieben:In der DDR war der Zulieferer von Material und Halbfabrikaten der " König " der Wirtschaft. Die Enderzeuger mußten lange Wartezeiten in Kauf nehmen, ehe sie die benötigten Güter erhielten.
Die Enderzeuger standen beim Zulieferer gewissermaßen " Schlange ".
Die Zulieferer hatten unter dem Mangel genauso zu leiden, bekamen viel zu geringe Kapazitäten für Investitionen etc..
Interessierter hat geschrieben:Ursache dieser Mangelwirtschaft waren oft die fehlende Ehrlichkeit und das Augenmaß bei Erstellung der Pläne.
Ursache war die Planwirtschaft selbst. Und die Kommandostruktur ("feudale Strukturen" - Rudolf Bahro), die z. B. dazu führte, daß moderne Pkw-Entwicklungen in der Schublade verschwanden. Daß es z. B. nur schwer Ersatzteile für Pkw gab, lag u. a. daran, daß jeder zu Hause welche auf Vorrat hortete und daß schrottreife Autos wieder aufgebaut wurden, weil es neue nur mit langen Wartezeiten gab. Die überlangen Wartezeiten resultierten wieder daraus, daß jedes Familienmitglied eine Anmeldung hatte.
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 26. April 2013, 12:50

Die knapp 75 Seiten lesen sich vor allem witzig. Wahrscheinlich aus sehr gutem Grund verschweigt der schriftstellernde Wirtschaftshistoriker seine Primärquellen, wahrscheinlich hat er überhaupt keine und hat versucht durch "hörengesagtes" irgendwas zusammenzuschustern. Selbst Sekundärquellen gibt es so gut wie keine, wenn ich mal von der dürftigen und einseitigen Auswahl der "weiterführenden" Literatur absehe.

Nach dem ersten Überfliegen sind mir ein paar gravierende Fehler aufgefallen, er versucht das Pferd von der falschen Seite her aufzuzäumen und scheitert damit. Gut um das zu Erkennen mußte man schon in wirtschaftsplanerische Prozesse der DDR involviert gewesen sein ......
Erscheinungen können zum Teil auf bestimmte Ursachen und Fehlentwicklungen hinweisen aber Erscheinungen sind nie die Ursache und das genau versucht er mit dieser Schrift zu verkaufen.

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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon zonenhasser » 26. April 2013, 13:18

Thoth hat geschrieben: Gut um das zu Erkennen mußte man schon in wirtschaftsplanerische Prozesse der DDR involviert gewesen sein ......
Daß das System nicht funktionierte, konnte jeder sehen. Es gibt unzählige Literatur zu dem Thema. Von Dir leider nichts Erhellendes.
Die “Rote Fahne” schrieb noch “wir werden siegen”, da hatte ich mein Geld schon in der Schweiz.
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 26. April 2013, 13:25

zonenhasser hat geschrieben:
Thoth hat geschrieben: Gut um das zu Erkennen mußte man schon in wirtschaftsplanerische Prozesse der DDR involviert gewesen sein ......
Daß das System nicht funktionierte, konnte jeder sehen. Es gibt unzählige Literatur zu dem Thema. Von Dir leider nichts Erhellendes.


Kann es sein, dass man den realen Blick verlor, wenn man wirklich in wirtschaftsplanerischen Prozessen verstrickt war?
AZ
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Neun » 26. April 2013, 14:10

zonenhasser hat geschrieben:
Thoth hat geschrieben: Gut um das zu Erkennen mußte man schon in wirtschaftsplanerische Prozesse der DDR involviert gewesen sein ......
Daß das System nicht funktionierte, konnte jeder sehen. Es gibt unzählige Literatur zu dem Thema. Von Dir leider nichts Erhellendes.


Von Dir als Fachmann kommt aber leider außer Plattitüden auch nichts substanzielles zum Thema, dabei solltest gerade Du es besser können.
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 26. April 2013, 14:46

In Morgenrot, OT von Quedlinburg gab es seit jeher ein Frauengefängnis. Als in den 50er Jahren ein Erweiterungsbau erstellt wurde, erzählt man sich [wink] , übernahm den aber dann das Volksgut, da derzeit weder Türen noch Riegel noch Vorhängeschlösser zu bekommen waren.
Daneben stand dann ein Transparent: "Rinderoffenstall - von der SU lernen heißt siegen lernen!".
Etwas später starben die Kühe wegen Durchzug... [laugh]

Aber noch ein Gedanke zur Mangelwirtschaft: Wie wäre die Westgrenze ohne den Streckmetallzaun vom "Klassenfeind" gesichert worden?

Und noch was Wahres:
Über all die Baustellenjahre wurde in der DDR gesoffen. Bier und Zeit fanden wir Bauarbeiter immer. In den 70er Jahren sammelten wir alle Kronverschlüsse. Die wurden breitgeklopft und ein Nagel durchgetrieben. So behalfen wir uns, wenn es keine Plattennägel für die HWL (Holzwolleleichtbau) -Platten gab. Not machte immer erfinderisch.
Ein Kollege von mir nahm jeden Tag eine Aktentasche Leunit mit seinem Motorrad mit nach Hause. Mit gleichem Anteil Sägespänen naß vermischt, stellte er so täglich Steine für einen Anbau her.

Gruß Volker
Zuletzt geändert von Volker Zottmann am 26. April 2013, 15:07, insgesamt 6-mal geändert.
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 26. April 2013, 14:49

augenzeuge hat geschrieben:
zonenhasser hat geschrieben:
Thoth hat geschrieben: Gut um das zu Erkennen mußte man schon in wirtschaftsplanerische Prozesse der DDR involviert gewesen sein ......
Daß das System nicht funktionierte, konnte jeder sehen. Es gibt unzählige Literatur zu dem Thema. Von Dir leider nichts Erhellendes.


Kann es sein, dass man den realen Blick verlor, wenn man wirklich in wirtschaftsplanerischen Prozessen verstrickt war?
AZ


Diese Formulierung!!! [grins] Geht's noch 'ne Spur süffisanter?
Genau diese Arroganz der angeblich alles Wissenden verleidet es den in Prozesse" verstrickten" 'man's' hier eventuell das eine oder andere erhellende Wort zu schreiben .....

Ich teile da mein Wissen über damalige Prozesse, meine heutigen Erkenntnisse und Haltung dazu mit den Denen die wirkliches und wahrhaftiges Interesse daran haben etwas über Abläufe, Grundlagen, damalige Voraussetzungen, Zwänge etc. zu erfahren und nicht mit Leutchen welche nur ihren Vorurteilen weiter Nahrung geben wollen und nicht bereit sind mal die ideologischen Scheuklappen abzulegen.

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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon zonenhasser » 26. April 2013, 15:24

@Toth, bei der Produktion heißer Luft hast Du den "Gegenplan" noch übererfüllt.
Neun hat geschrieben:Von Dir als Fachmann kommt aber leider außer Plattitüden auch nichts substanzielles zum Thema, dabei solltest gerade Du es besser können.
Soll ich jetzt seitenlang des Istzustand 1989 der DDR-Wirtschaft referieren? Das ist alles altbekannt.
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Transitfahrer » 26. April 2013, 16:24

Thoth hat geschrieben:Die knapp 75 Seiten lesen sich vor allem witzig. Wahrscheinlich aus sehr gutem Grund verschweigt der schriftstellernde Wirtschaftshistoriker seine Primärquellen, wahrscheinlich hat er überhaupt keine und hat versucht durch "hörengesagtes" irgendwas zusammenzuschustern. Selbst Sekundärquellen gibt es so gut wie keine, wenn ich mal von der dürftigen und einseitigen Auswahl der "weiterführenden" Literatur absehe.

Nach dem ersten Überfliegen sind mir ein paar gravierende Fehler aufgefallen, er versucht das Pferd von der falschen Seite her aufzuzäumen und scheitert damit. Gut um das zu Erkennen mußte man schon in wirtschaftsplanerische Prozesse der DDR involviert gewesen sein ......
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Ach so, der Autor hat keine Ahnung von DDR-Wirtschaft?

Zitat:
Roesler, Jörg (geb. 25.11.1940) - Prof. Dr. sc. oec., 1959 bis 1964 Studium der Wirtschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin, Assistent bzw. Oberassistent am Institut für Wirtschaftsgeschichte der Humboldt-Universität, 1968 Promotion, 1975 Habilitation, 1983 Professur. 1974 bis 1991 Bereichs- bzw. Abteilungsleiter am Institut für Wirtschaftsgeschichte der Akademie der Wissenschaften der Deutschen Demokratischen Republik. 1992 Gastprofessur an der McGill-University in Montreal, 1994/95 in Toronto, Kanada. Bis 1995 wiss. Mitarbeiter des Zentrums für Zeithistorische Studien, Potsdam. Danach arbeitslos. Ab 1999 selbständig. Vorlesungen im Fach Volkswirtschaft an der Universität der Künste, Berlin-Charlottenburg. 2006 Gastprofessur an der Portland State University/USA (Sommersemester). Mitglied der Leibniz-Sozietät.
Zitat ende.

Ich überzeugt das dieser Mann mehr Ahnung von der Materie hat als Du. [zunge]
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 26. April 2013, 16:40

Transitfahrer hat geschrieben:

Ich überzeugt das dieser Mann mehr Ahnung von der Materie hat als Du. [zunge]


@Transitfahrer, Dir ist doch bestimmt noch bekannt wie das mit der "Überzeugung" war und wie es damit endete.......

Thoth
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Rupert Hübelbauer » 26. April 2013, 17:07

Eigentlich dachte ich, das Thema Mangelwirtschaft ist abgehakt. Daher will ich jetzt auch nicht die ganze Arbeit von Herrn Rösler durchlesen. Hier im Forum, so mein Eindruck, sind sich ohnehin im Großen und Ganzen Freund und Feind einig, dass es Mangelwirtschaft gab. Mangelwirtschaft, die zwar niemanden nicht wirklich elendig verhungern ließ, aber es gab sie mehr oder weniger - örtlich und zeitlich verschieden. Meinst Du nicht auch Thoth?

MfG
rupert
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Transitfahrer » 26. April 2013, 17:13

Thoth hat geschrieben:
Transitfahrer hat geschrieben:

Ich überzeugt das dieser Mann mehr Ahnung von der Materie hat als Du. [zunge]


@Transitfahrer, Dir ist doch bestimmt noch bekannt wie das mit der "Überzeugung" war und wie es damit endete.......

Thoth


Das lese ich ja fast täglich in Deinen Beiträgen. [shocked]
Übrigens kommen mir die Kommentare und Beiträge von einigen Miigliedern hier vor als säßen Sie immer noch im Vernehmungszimmer. Immer bemüht
den Thread in andere (Ihre) Bahnen zu lenken. Und wenn es eng wird, durchs Schlupfloch zu entwischen.
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Edelknabe » 26. April 2013, 17:31

Ich glaube bei solchen DDR-Themen wird es Interessierter immer richtig warm am Rücken auf seine älteren Tage. Siehe so Hohn und Spott dem Sozialismus, das liebt er besonders. Na wers braucht, nur zu.

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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 26. April 2013, 17:33

Rupert Hübelbauer hat geschrieben:Eigentlich dachte ich, das Thema Mangelwirtschaft ist abgehakt. Daher will ich jetzt auch nicht die ganze Arbeit von Herrn Rösler durchlesen. Hier im Forum, so mein Eindruck, sind sich ohnehin im Großen und Ganzen Freund und Feind einig, dass es Mangelwirtschaft gab. Mangelwirtschaft, die zwar niemanden nicht wirklich elendig verhungern ließ, aber es gab sie mehr oder weniger - örtlich und zeitlich verschieden. Meinst Du nicht auch Thoth?

MfG
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Es ist auch eine Frage der Definition, was verstehe ich unter Mangel.
Wirtschaftliche Kapazitäten sind nirgends grenzenlos und wenn ich mir ganz pragmatisch zum Beispiel den Ausstattungsgrad der Haushalte mit technischen Konsumgütern 1989 in der DDR ansehe, klar das muß einfach Mangel sein.

Aber wie bereits geschrieben, ich finde es müßig detaillierter auf das Thema einzugehen.
Noch ein paar Jahre weiter und die DDR Wirtschaft war; so ist es gewollt; im kollektiven Bewußtsein ein einziger Trümmerhaufen, die Landschaft komplett verrottet, die Menschen abgehärmt und nicht nur vom Mangel, nein auch von Mangelkrankheiten gezeichnet .......
Natürlich war die DDR selber schuld, sie schloss sich selbst vom Welthandel aus, setzte sich auf Embargolisten etc. ..... das habense nun davon, warum waren sie auch darauf erpicht autark zu sein und alles selber zu schnitzen ......

Thoth

PS.: Planung plant weder noch weckt sie Bedürfnisse, geplant werden Bedarfe ......
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 26. April 2013, 17:39

Transitfahrer hat geschrieben:


Übrigens kommen mir die Kommentare und Beiträge von einigen Miigliedern hier vor als säßen Sie immer noch im Vernehmungszimmer.


Köstlich dieser Fauxpas, freud'sche Verhaspler oder einfach diese Konkretheit einer unkonkreten, offen gelassene Aussage........

Thoth

PS.: @Transitfahrer, damit Du verstehst was ich meine in einem Vernehmungszimmer sitzen in der Regel immer zwei Personen .......
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Transitfahrer » 26. April 2013, 18:07

Thoth hat geschrieben:
Transitfahrer hat geschrieben:


Übrigens kommen mir die Kommentare und Beiträge von einigen Miigliedern hier vor als säßen Sie immer noch im Vernehmungszimmer.


Köstlich dieser Fauxpas, freud'sche Verhaspler oder einfach diese Konkretheit einer unkonkreten, offen gelassene Aussage........

Thoth

PS.: @Transitfahrer, damit Du verstehst was ich meine in einem Vernehmungszimmer sitzen in der Regel immer zwei Personen .......


Oh, da hat mich der überaus Weise Thoth aber erwischt. Respekt [super] Mit ein klein wenig Phantasie weis jeder was gemeint ist. Und wieder am lenken, was?
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Verfasser » 26. April 2013, 20:12

Thoth hat geschrieben:PS.: Planung plant weder noch weckt sie Bedürfnisse, geplant werden Bedarfe ......

Das Orwell-1984-Kommunismus-System hat das Ziel, die Seelen der Menschen zu verbrennen, aus ihnen seelenlose Hüllen zu machen ("Auschwitz in den Seelen" Jürgen Fuchs). Die Menschen lassen sich so leichter regieren. Wo kommen wir denn hin, wenn die Hüllen auch noch irgendwelche fragwürdigen Bedürfnisse anmelden? Man legt den Bedarf der Hüllen einfach fest, plant ihn, und nach dem Plan haben die Hüllen sich gefälligst zu richten. Das ist Kommunismus, den wir alle wollen? Sie doch auch, Thoth, oder nicht?

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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon inel » 26. April 2013, 21:02

Transitfahrer hat geschrieben:
Thoth hat geschrieben:Die knapp 75 Seiten lesen sich vor allem witzig. Wahrscheinlich aus sehr gutem Grund verschweigt der schriftstellernde Wirtschaftshistoriker seine Primärquellen, wahrscheinlich hat er überhaupt keine und hat versucht durch "hörengesagtes" irgendwas zusammenzuschustern. Selbst Sekundärquellen gibt es so gut wie keine, wenn ich mal von der dürftigen und einseitigen Auswahl der "weiterführenden" Literatur absehe.

Nach dem ersten Überfliegen sind mir ein paar gravierende Fehler aufgefallen, er versucht das Pferd von der falschen Seite her aufzuzäumen und scheitert damit. Gut um das zu Erkennen mußte man schon in wirtschaftsplanerische Prozesse der DDR involviert gewesen sein ......
Erscheinungen können zum Teil auf bestimmte Ursachen und Fehlentwicklungen hinweisen aber Erscheinungen sind nie die Ursache und das genau versucht er mit dieser Schrift zu verkaufen.

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Ach so, der Autor hat keine Ahnung von DDR-Wirtschaft?

Zitat:
Roesler, Jörg (geb. 25.11.1940) - Prof. Dr. sc. oec., 1959 bis 1964 Studium der Wirtschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin, Assistent bzw. Oberassistent am Institut für Wirtschaftsgeschichte der Humboldt-Universität, 1968 Promotion, 1975 Habilitation, 1983 Professur. 1974 bis 1991 Bereichs- bzw. Abteilungsleiter am Institut für Wirtschaftsgeschichte der Akademie der Wissenschaften der Deutschen Demokratischen Republik. 1992 Gastprofessur an der McGill-University in Montreal, 1994/95 in Toronto, Kanada. Bis 1995 wiss. Mitarbeiter des Zentrums für Zeithistorische Studien, Potsdam. Danach arbeitslos. Ab 1999 selbständig. Vorlesungen im Fach Volkswirtschaft an der Universität der Künste, Berlin-Charlottenburg. 2006 Gastprofessur an der Portland State University/USA (Sommersemester). Mitglied der Leibniz-Sozietät.
Zitat ende.

Ich überzeugt das dieser Mann mehr Ahnung von der Materie hat als Du. [zunge]


Völlig unqualifiziert......nach der Meinung vieler hier........(ich schmeis mich gerade weg vor lachen)...... der hat ja nie als Arbeiter oder Bauer malocht....
fehlender Stallgeruch heist sowas....
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Rupert Hübelbauer » 26. April 2013, 22:02

Thoth hat geschrieben:Aber wie bereits geschrieben, ich finde es müßig detaillierter auf das Thema einzugehen.
Noch ein paar Jahre weiter und die DDR Wirtschaft war; so ist es gewollt; im kollektiven Bewußtsein ein einziger Trümmerhaufen, die Landschaft komplett verrottet, die Menschen abgehärmt und nicht nur vom Mangel, nein auch von Mangelkrankheiten gezeichnet .......
Natürlich war die DDR selber schuld, sie schloss sich selbst vom Welthandel aus, setzte sich auf Embargolisten etc. ..... das habense nun davon, warum waren sie auch darauf erpicht autark zu sein und alles selber zu schnitzen ......

Jo mei, es wird so vieles gewollt. Überzeichnungen sind in der freien Welt bei manchen sehr beliebt. Oder?
Speziell vor Wahlen reizen oppositionelle Parteien das voll aus. Und wenn die Abgewählten in Opposition sind, machen sie es – manchmal zum spei Übel werden - auch nicht besser. In den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts war die Welt so verderbt und die Landschaft so verrottet, dass allen Ernstes viele schlussfolgerten, es sei schon 5 Minuten nach 12. Das Jahr 2000 würden wir nicht mehr erleben. Wem juckt`s noch? Naja, manch Grüne vielleicht, die hören das weniger gerne. Aufarbeitung ist halt nichtso einfach. [grin] Ein Lernprozess, der auch mir nicht erspart blieb.
Vielleicht hinkt ja der Vergleich ........
Rupert Hübelbauer
 

Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Edelknabe » 27. April 2013, 08:19

Ich überlege gerade, wie man an das Thema ernsthaft herangehen könnte? Zumal, die heutige Wegwerfgesellschaft isses ja nun auch nicht gerade...das Gelbe vom Ei? Wenn man es vielleicht so angehen könnte, das die kleine DDR ja uns Brüder und Schwestern West konsumistisch mit durchgeschleppt hatte mit dem vielen Export an hochwertigen Konsumgütern, vielleicht wäre das ein ...sagen wir ein Teil-Versuch der Aufarbeitung? Was meint ihr?

Und dann die ganzen Embargolisten(wurde hier glaube auch schon angssprochen) siehe wenn ich von verschiedenen Sachen die meiner kleinen Wirtschaft guttuenwürden voll brutal abgeschnitten werde, dann muss ich eben Schalkolowskie oder wie der Mann hieß in die Spur schicken so das der Gute mit seinen Männern von den Ausenhandelsbuden Verschachtel und Co.was hinterherum besorgt?
Ich schrieb ja schonmal den schönen Vergleich mit den Biersorten, dem Bierangebot heute:"So ein Wahnsinn Mensch, was will ich denn mit 399 und mehr Biersorten? Zumal Bier ist Bier das Gesöff, spätestens wenn du die dritte Flasche drin hast schmeckt das Zeugs doch alles gleich?"

Sowas von viel, viel Zuviel von dem Gerstensaft, das muss mal einer richtig gut begründen. Mann früher Leute in der DDR , da hatte Einen das noch richtig gefreut, mal ne gute Sorte , entweder nen Kasten oder paar gute Flaschen erstanden zu haben aber heute geht weg, sowas von langweilig, ich probier doch nicht 399 Sorten durch nur um zu schmecken, wo nun das beste Gesöff drinsteckt, ich bin doch nicht verrückt...oder doch?

Und Interessierter "alter DDR-Hasser", na wirds schon wärmer am Rücken? Wusst ichs doch, des Rainer Textcreme hilft immer, die musst du dir nur richtig dick draufschmieren auf die Lenden, dann klappt das auch mit der Linderung deiner ideologischen Kolonialherrenschmerzen.

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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 27. April 2013, 09:19

Edelknabe hat geschrieben: Wusst ichs doch, des Rainer Textcreme hilft immer, die musst du dir nur richtig dick draufschmieren auf die Lenden, dann klappt das auch mit der Linderung deiner ideologischen Kolonialherrenschmerzen.


[laugh] Dr. Edelknabe hilft bei ideologischen Differenzen einfach und schnell. [flash]

Edelknabe hat geschrieben:...das die kleine DDR ja uns Brüder und Schwestern West konsumistisch mit durchgeschleppt hatte mit dem vielen Export an hochwertigen Konsumgütern...


Durchgeschleppt ist ein Witz. [grins] Trotzdem, das war schon ein kleines Wunder. Trotz Embargo half die kleine DDR dem Westen mit hochwertigen Konsumgütern aus....obwohl es ihr wirtschaftlich immer schlechter ging. Mancher weiß gar nicht, was man ihr zu verdanken hat. [denken]

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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Interessierter » 27. April 2013, 09:27

Edelknabe irgendwie mußt Du Dich mit Deiner Themenwahl vertan haben, denn das Thema ist hier nicht " Die unnötige Vielzahl der Biersorten ".
Aber schön für Dich, daß Du nun gleich zum zweiten Mal in diesem Thread Deine mir unterstellten Empfindungen loswerden konntest. [laugh]

Viele Deiner von Dir so geliebten russischen Soldaten, staunten damals ungläubig, daß Wasser aus einer Leitung und einem Wasserhahn aus der Wand kam, da sie es aus ihrer Heimat nicht kannten und bewunderten natürlich Dich, der so etwas einbauen und auch sogar noch reparieren konnte.
Das fehlt Dir natürlich heute sehr und daher bringe ich auch Deinen daraus resultierenden Frustausbrüchen mein Verständnis und tief empfundenes Mitgefühl entgegen.

Da selbst die Anzahl der Bewunderer Deiner mehrteiligen, märchenhaften Geschichten überschaubar ist, solltest Du vielleicht beim Austragen der Tageszeitungen gleich eine Kopie Deiner Geschichten, den Muldentaler Bürgern in den Kasten werfen.

Ich wünsche Dir dabei von ganzem Herzen viel Erfolg und bedenke bitte, es ist noch keine Meister vom Himmel gefallen, auch nicht ins schöne Muldental.

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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Edelknabe » 27. April 2013, 11:14

Na mal ernsthaft jetzt, der Spässchen ist mittlerweile genug getextet worden. Ich denke mir so, habe ja die DDR erlebt(auch zur Leipziger Messe, war da Stammbesucher)die Wirtschaft der DDR in ganz speziellen Zweigen war schon ...ja, war auch Weltmarktführend. Was spezielles fällt mir auf die Schnelle nicht ein...halt, vielleicht doch, der größte Eimerkettenbagger der Welt, " Es 3150" aus dem VEB Schwermaschinenbau Georgi Dimitrof, Magdeburg, den hatte Keiner besser formuliert, den stellte nur diese kleine DDR her.

Und da gab es noch viel, viel mehr, was da in dem kleinen Land produziert wurde, auch die Damastbettwäsche im Schichtbetrieb durch weibliche Strafgefangene, die dann in den Export gen unserer Brüdern und Schwestern West ging. Warum hatte ich nun die Leipziger Messe erwähnt? Ja richtig, weil ich da immer so das dumme Gefühl hatte, da war die Deutsche Einheit schon vollzogen, zumindest in den Messeständen Ost zu West und umgekehrt.

Es war doch eine wahre Freude, wie unsere adrett gekleideten Genossen der X-Außenhandelsfirmen aber auch Alles, was da so in dieser kleinen DDR hergestellt wurde für gute Valuta per Vertrag gen kapitalistisches Ausland feilboten und ihre Wirtschaftsfreunde Ausland mit Freude in die dargebotene Hand per Handschlag und kleiner Verköstigungsrunde mit dem süffigen Bols einschlugen.

Ja, und der traurige aber deswegen noch lange nicht schlechtere Rest von dem ganzen Exportkram, somit dem (sagen wir die II. bis II.Wahl) Rest blieb wohl...ne besser formuliert wurde für gut befunden, im eigenen Lande DDR zu verbleiben und weil das nun nicht gerade die Menge(ausreichende) war, da begann doch im Volke der DDR-Bürger die große Lauferei, auch Schlangesteherei, halt das Nutzen des sehr großen Beziehungsgeflechtes, um doch an das Objekt der Begierde heranzukommen, es sicher Nachhause zu tragen.

Derlei Probleme hatte der Landsmann West, die Frau nicht denn es gab(eben auch mit im Felde der Importländer der BRD) diese kleine DDR, den "deutschen Bruder Ost" ähnlich heute China, Indien und die ganzen Billigherstellerländer mit allerdings dem kleinen aber wichtigen Unterschied zur DDR, dem heutigen spottbillig bis menschenunwürdigen Lohnsklavenstandart.

Na und so verkauften unsere teuren feinen Genossen fast Alles "was bei Drei nicht auf dem eigenen DDR-Baume war" und ...na und was da so im Lande blieb, darüber schrieb ich ja schon.

Ist das ein Anfang zur Diskussion? Er ist es siehe also Demut Bruder und Schwester West, viel Demut und Nachdenken, auch mal an die alten Zeiten der Messebesuche im Frühjahr und Herbst in Leipzig und wohl nicht nur da, ob nun als Aussteller/Geschäftspartner der DDR oder doch nur Besucher bei Bruder und Schwester Ost. Und dann kommen wir auch dahin, das Alles(siehe dazu die schöne Überschrift) im richtigen , im fairen Lichte zu sehen.

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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Sirius » 27. April 2013, 15:35

Edelknabe hat geschrieben:Na mal ernsthaft jetzt, der Spässchen ist mittlerweile genug getextet worden. Ich denke mir so, habe ja die DDR erlebt(auch zur Leipziger Messe, war da Stammbesucher)die Wirtschaft der DDR in ganz speziellen Zweigen war schon ...ja, war auch Weltmarktführend. Was spezielles fällt mir auf die Schnelle nicht ein...halt, vielleicht doch, der größte Eimerkettenbagger der Welt, " Es 3150" aus dem VEB Schwermaschinenbau Georgi Dimitrof, Magdeburg, den hatte Keiner besser formuliert, den stellte nur diese kleine DDR her.

Und da gab es noch viel, viel mehr, was da in dem kleinen Land produziert wurde, auch die Damastbettwäsche im Schichtbetrieb durch weibliche Strafgefangene, die dann in den Export gen unserer Brüdern und Schwestern West ging. Warum hatte ich nun die Leipziger Messe erwähnt? Ja richtig, weil ich da immer so das dumme Gefühl hatte, da war die Deutsche Einheit schon vollzogen, zumindest in den Messeständen Ost zu West und umgekehrt.

Es war doch eine wahre Freude, wie unsere adrett gekleideten Genossen der X-Außenhandelsfirmen aber auch Alles, was da so in dieser kleinen DDR hergestellt wurde für gute Valuta per Vertrag gen kapitalistisches Ausland feilboten und ihre Wirtschaftsfreunde Ausland mit Freude in die dargebotene Hand per Handschlag und kleiner Verköstigungsrunde mit dem süffigen Bols einschlugen.



Wie oft stand auf dieser Exportware "Made in GDR"?
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Transitfahrer » 27. April 2013, 16:20

Sirius hat geschrieben:
Edelknabe hat geschrieben:Na mal ernsthaft jetzt, der Spässchen ist mittlerweile genug getextet worden. Ich denke mir so, habe ja die DDR erlebt(auch zur Leipziger Messe, war da Stammbesucher)die Wirtschaft der DDR in ganz speziellen Zweigen war schon ...ja, war auch Weltmarktführend. Was spezielles fällt mir auf die Schnelle nicht ein...halt, vielleicht doch, der größte Eimerkettenbagger der Welt, " Es 3150" aus dem VEB Schwermaschinenbau Georgi Dimitrof, Magdeburg, den hatte Keiner besser formuliert, den stellte nur diese kleine DDR her.

Und da gab es noch viel, viel mehr, was da in dem kleinen Land produziert wurde, auch die Damastbettwäsche im Schichtbetrieb durch weibliche Strafgefangene, die dann in den Export gen unserer Brüdern und Schwestern West ging. Warum hatte ich nun die Leipziger Messe erwähnt? Ja richtig, weil ich da immer so das dumme Gefühl hatte, da war die Deutsche Einheit schon vollzogen, zumindest in den Messeständen Ost zu West und umgekehrt.

Es war doch eine wahre Freude, wie unsere adrett gekleideten Genossen der X-Außenhandelsfirmen aber auch Alles, was da so in dieser kleinen DDR hergestellt wurde für gute Valuta per Vertrag gen kapitalistisches Ausland feilboten und ihre Wirtschaftsfreunde Ausland mit Freude in die dargebotene Hand per Handschlag und kleiner Verköstigungsrunde mit dem süffigen Bols einschlugen.



Wie oft stand auf dieser Exportware "Made in GDR"?


Gar nicht. Es ging ja fast alles als Billigware in die Versandhäuser.
Und der Grund, der vor allen die Westdeutschen Firmen bewog in der DDR produzieren zu lassen, war nicht nur der Preis sondern auch die nicht unerheblichen Steuervorteile im innerdeutschen Handel.
Steuervorteile
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Interessierter » 27. April 2013, 17:23

Da hast Du völlig Recht, Transitfahrer. Unternehmer konnten für Waren, die sie aus der DDR bezogen, wohl um 11% oder 5,5% ihre Steuerschuld kürzen. Da die DDR nicht als Ausland galt, ging man davon aus, daß die Waren in der DDR schon mit deutschen Steuern belastet werden. Es ähnelte daher einem fiktiven Vorsteuerabzug.

Für die westdeutschen Unternehmer war das aber auch ein Bestandteil ihrer Kalkulation.Er konnte damit DDR - Waren billiger anbieten und damit aber auch manchen Qualitätsmangel abgelten. Viele Waren- und Versandhäuser hätten ohne diese Steuervergünstigung gleichartige Waren aber dann lieber aus Taiwan, Korea oder anderen Billiglohnländer bezogen.

Bezüglich der Frage, wie denn überhaupt das Steuersystem in der DDR aussah, werde ich einen gesonderten Thread eröffnen.

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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Interessierter » 7. Mai 2013, 10:31

Die damalige Sowjetunion und die Länder der Ostblockstaaten folgtem dem Modell und der Theorie einer Zentralverwaltungswirtschaft nach Karl Marx und Friedrich Engels, die sich zum Ziel gesetzt hatten, das kapitalistische System zu überwinden.

Die sozialistische Planwirtschaft versucht die Anarchie der gesellschaftlichen Produktion durch eine planmäßig bewußte Organisation zu ersetzen:
Durch die zentrale Planung erhält jeder Sektor und jeder Betrieb der Volkswirtschaft genau den Anteil an der Gesamtarbeit, der vom Standpunkt einer optimalen Güterversorgung notwendig ist. Weil alle Mitglieder der Gesellschaft Eigentümer der Produktionsmittel sind und damit Gleichheit in bezug auf die Stellung zu den Produktionsmitteln gewährleistet ist, soll es in der Planwirtschaft keine Ausbeutung des Menschen durch die Klasse der Vermögenden mehr geben können.

Das Modell der sozialistischen Planwirtschaft und die prognostizierten Vorteile konnten jedoch in der Praxis aufgrund der vielen unüberwindbaren Probleme bis heute nicht umgesetzt werden.

Überall dort, wo die sozialistischen Ordnungsmerkmale durchgesetzt wurden, zeigte sich bis heute ein unübersehbarer Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Im Vergleich zur freien Marktwirtschaft hat die sozialistische Planwirtschaft und Wirtschaftsordnung gerade in der ehemaligen DDR keinen höheren Wohlstand und keine vergleichbaren Freiheitsrechte hervorgebracht.
Der Anspruch, die volkswirtschaftlichen Prozesse bewußt und zielgerecht zu planen, führt notwendigerweise zu einer zentralen staatlichen Planungsbehörde, bei der ökonomische und politische Macht zusammengeballt sind. Der großen Mehrheit der Gesellschaftsmitglieder verbleiben dabei nur minimale Entscheidungsspielräume.

Daher genügt es nicht, wie Friedrich Engels glaubte, einfach zu wissen „wieviel Arbeit jeder Gebrauchsgegenstand zu seiner Herstellung bedarf“, um danach den Volkswirtschaftsplan aufzustellen. Die zentrale Programmierung der Verhaltensweisen in der Planwirtschaft haben als Nachteile zur Folge, daß sie zur Einengung persönlicher Freiräume und zur Unterwerfung des Einzelnen unter den Willen der zentralen Leitung führen. In so einem System wären Menschen erforderlich, die ihr Leben einzig und allein an den staatlichen Wirtschaftsplänen ausrichten, die ja gesellschaftliche Interessen widerspiegeln. Diese Menschen dürften nur von sozialen Tugenden geleitet werden. Besitz- und soziales Aufstiegsstreben, Egoismus, Neid und sonstige allzu bekannte menschlichen Schwächen müßten ihnen fremd sein.

Aber leider sieht die Wirklichkeit heute anders aus, weil die (meisten) Menschen zum Egoismus neigen. Wegen der fehlenden Anreize mußte deshalb das wirtschaftliche Verhalten den Menschen zentral vom Staat befohlen werden, und wegen der Ineffizienz der Güterproduktion mußte die Regierung Gewalt einsetzen, um den politischen Protest der Bevölkerung besser einzudämmen.

Ein ökonomisches Wirtschaftssystem kann jedoch nur dann Erfolg haben, wenn es auf einem realistischen Menschenbild basiert. Ein Wunschtraum wie in der sozialistischen Planwirtschaft des Kommunismus ist zum Scheitern verurteilt.

Wie die Geschichte gezeigt hat, passen die Spielregeln der freien Marktwirtschaft viel besser zur industriellen Massenproduktion und ermöglichen eine weitaus bessere Entfaltung der Produktivkräfte als die Regeln der kommunistischen Wirtschaftsordnung mit ihrer zentralen Planwirtschaft.

Deshalb sind die meisten ehemals kommunistisch regierten Länder mit Planwirtschaft heute dabei, ihre zentral gelenkten Planwirtschaften mit Staatseigentum in Marktwirtschaften mit überwiegendem Privateigentum umzuwandeln.

http://www.treffpunkt-umweltethik.de/sy ... schaft.htm

Eine Einschätzung die ich in vollem Umfang teilen kann.

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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Verfasser » 12. Mai 2013, 09:52

Thoth hat geschrieben:Aber wie bereits geschrieben, ich finde es müßig detaillierter auf das Thema einzugehen.
Noch ein paar Jahre weiter und die DDR Wirtschaft war; so ist es gewollt; im kollektiven Bewußtsein ein einziger Trümmerhaufen, die Landschaft komplett verrottet, die Menschen abgehärmt und nicht nur vom Mangel, nein auch von Mangelkrankheiten gezeichnet .......
Natürlich war die DDR selber schuld, sie schloss sich selbst vom Welthandel aus, setzte sich auf Embargolisten etc. ..... das habense nun davon, warum waren sie auch darauf erpicht autark zu sein und alles selber zu schnitzen ......

so ist es gewollt... Nein. Das SED-Orwell-System hat es so gewollt:

Verfasser hat geschrieben:Das Bildungssystem in der ehemaligen DDR

war vom Ansatz her nicht schlecht, aber ineffizient, kostete dem Staat im Verhältnis zum Nutzen zu viel Geld. Das Wissen der Ausgebildeten wurde zu wenig genutzt, weil die Wirtschaft zu bürokratisch war, weil die Besetzung von leitenden Stellen nicht vom Können, sondern vom Parteibuch abhängig war. Elitenförderung war ebenfalls vom Parteibuch abhängig. Das Prinzip der Leistung wurde nicht genügend berücksichtigt. Wer als Katholik die Jugendweihe (Schwur auf den Staat), oder Kriegsspielzeug in Kindergärten, vormilitärische Ausbildung und Wehrkundeunterricht in der Schule ablehne, hatte Schwierigkeiten, später einen Studienplatz zu bekommen, auch wenn er beste schulische Leistungen zeigte. Niemand konnte seines Postens enthoben werden, wenn er seinen Job schlecht machte, außer aus politischen Gründen. Die Bildung wirkte sich nicht gewinnbringend für die Gesellschaft aus. Viele studierten und weigerten sich, Leitungsfunktionen zu übernehmen, weil sie sich den Stress mit der Partei nicht antun wollten. Alles lief nach Plan. Neue Ideen von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Wirtschaftlern konnten nicht schnell genug bzw. gar nicht umgesetzt werden. Es herrschte zu wenig Freiheit durch die Planwirtschaft und die Vorgaben der Partei. Das fing schon mit der Beschaffung des Materials an, das fehlte. Der Zugang zur internationalen Wissenschaft war versperrt. Internationale Fachbücher fehlten. Experten durften nicht Tagungen im westlichen Ausland besuchen, es durfte nur ein linientreuer Parteigenosse fahren, der gewöhnlich weniger Ahnung von der Materie hatte. "Von der Sowjetunion lernen, heißt Siegen lernen", war die Parole. Von ihr kam aber nicht der wissenschaftlich-technische Fortschritt, weil das System genauso bürokratisch war. Der Begriff "Lyssenkoismus" gilt als Schlagwort für die Unterordnung wissenschaftlicher Erkenntnis unter die Wunschvorstellungen der Politik. Als Videomessingenieur weiß ich, dass wir bei der Einführung des Farbfernsehens gezwungen waren, SECAM-Coder von der SU zu kaufen. Sie hatten die Größe eines Kleiderschrankes und waren technisch unbrauchbar. Die Westgeräte waren ein Zoll hoch und mussten dann später nachbestellt werden. Im eigenen Versuchslabor haben wir den SED-Funktionären vorgeführt, dass das PAL-System besser ist, wir durften es aus politischen Gründen aber nicht einführen, weil der Westen für uns tabu war. Das führte zur Unzufriedenheit. Die Menschen erwarteten mehr, wollten sich von der Partei nicht für dumm verkaufen lassen. So war es überall. Was dann auch zum wirtschaftlichen und moralischen Untergang der DDR führte.

aus: Stellungnahme zu den Äußerungen von Sahra Wagenknecht

Verfasser K.
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Re: Mangel an Wirtschaftsgütern und die Mangelwirtschaft in der DDR

Beitragvon Interessierter » 27. Mai 2013, 15:29

Da fällt mir gerade das Erlebnis mit unserem Besuch aus Rostock vor einigen Jahrzehnten ein. Bei der Besichtigung meiner Heimatstadt mit dem Besuch gingen wir auch einmal in ein Kaufhaus. Irgendwann bat er mich das Kaufhaus zu verlassen, mit der Begründung es sei für ihn unfaßbar, was es in der BRD im Vergleich zur DDR alles zu kaufen gäbe und das man ihm immerfort erzählt habe, wie schlecht es den Arbeitnehmern doch hier gehen würde.

Auf meine Frage womit ich ihm eine Freude machen könne, erwähnte er einen Kreuzwagenheber, der ihm für seinen Pkw fehlen würde. Als ich vor einen Autozubehörgeschäft anhielt, fragte er ganz erstaunt ob ich den denn dort sofort mitnehmen könnte. Mir fehlten damals einfach die Worte.

Soweit diese Episode zur Mangelwirtschaft in der DDR.

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