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Eisenhuettenstadt - Ein Fall fuer Guenter Mittag

BeitragVerfasst: 29. April 2010, 04:44
von Berliner
Dieser Clip erzaehlt von einer Entscheidung des Politbueros 1988, die den Bau einer Warmbandanlage in Eisenhuettenstadt stoppte.

Diese Entscheidung erwies sich nach der Wende als sehr ungluecklich, wenn es um die Zukuenft des Industriestandortes ging.

Hat jemand zu diesem Vorfall nahere Kenntnisse?

Danke! [hallo]
Berliner


Re: Eisenhuettenstadt - Ein Fall fuer Guenter Mittag

BeitragVerfasst: 17. Juli 2010, 00:28
von Berliner
hier ein Clip, der mit diesem Thema zu tun hat.

Berliner [hallo]


Quelle: Die Geschichte der Treuhandanstalt 1990-1994 (Teil 1)

Re: Eisenhuettenstadt - Ein Fall fuer Guenter Mittag

BeitragVerfasst: 1. April 2015, 20:14
von pentium
Ein Blick zurück im MDR

Arbeitsleben in Eisenhüttenstadt

In der sozialistischen Musterstadt Eisenhüttenstadt dominiert das Eisenhüttenkombinat Ost das Leben der Menschen. Einst hatte es auch eine bedeutende soziale Funktion in der Stadt.

Ein Propagandafilm des DDR-Fernsehens aus dem Jahr 1988 zeigt ein buntes, belebtes Eisenhüttenstadt: Das "Fest der Metallurgen" ist in vollem Gange, eine Kapelle spielt Blasmusik, junge Leute beklatschen die Hochseilnummer einer Motorradartistik-Truppe, ein Clown unterhält kleine und große Kinder. Familie Nagel ist mittendrin: Vater Klaus erklärt seiner Frau und den beiden Kindern am ausgestellten Modell die Funktionsweise einer Walzstraße. Der 35-jährige Metallurge arbeitet im Eisenhüttenkombinat Ost (EKO) als Schichtleiter.

Man ist geneigt der sonoren Stimme des Sprechers Glauben zu schenken: "Die ganze Stadt ist auf den Beinen und feiert mit." Feierlich geehrt werden an diesem Tag die Veteranen des Eisenhüttenkombinat Ost: Arbeiterinnen und Arbeiter, die in den 50er-Jahren – als die Stadt noch nach Stalin benannt war – den Aufbau des Werkes und der Stadt mitgestaltet haben.

http://www.mdr.de/damals/eisenhuettenstadt102.html

mfg
pentium

Re: Eisenhuettenstadt - Ein Fall fuer Guenter Mittag

BeitragVerfasst: 2. April 2015, 07:21
von Interessierter
Ein interessanter Bericht über Eisenhüttenstadt und seine arbeitslos gewordenen Bürger. Wobei sich gleichzeitig aber auch die Frage stellt, wie es ohne die Wende und mit der ebenfalls in Zahlungsschwierigkeiten steckenden SU, dort ausgesehen hätte.

Eisenhüttenstadt - Neue Stadt an der Oder

BeitragVerfasst: 2. März 2016, 20:44
von SkinnyTrucky
Eisenhüttenstadt - Neue Stadt an der Oder

chronoshistory auf YouTube hat geschrieben:Ein Bericht aus der TV-Reihe "Ost und West".
Eisenhüttenstadt, Eisenhüttenkombinat Ost, Eisenerzeuger, Stadt aus der Retorte, Stadt nach Plan in einem Staat in dem der Plan regiert,
00:34 Stadtgrundrisse Eisenhüttenstadt, Anschluss an Oder und Oder-Spree-Kanal, an Eisenbahnen, DDR damals stark industrialisiert, aber keine Stahl- und Eisenerzeugung, Mitteldeutschland
02:20 Abhängigkeit von Westdeutschland. Abgeschnitten von natürlichen Rohstoffzulieferung. Da keine nennenswerten Rohstoffquellen, daher in Verbindung mit Volkspolen und Sowjetunion, Beschluss auf dem 3.Parteitag der sozialistischen Einheitspartei 1950,
04:16 Inbetriebnahme des Werkes innerhalb von einem Jahr und drei Tage, Hochofen, Ministerpräsident Grotewohl, Planwirtschaft, Pioniere in der Einöde
04:48 ehemaliges Heidegebiet, erste sozialistische Stadt Deutschlands, Stalinstadt, Ausdruck der neuen sozialistischen Gesellschaftsordnung, Produktionsgenossenschaft, nationales Aufbauwerk, Werkstätige der DDR,
06:00 Stadt der deutsch-sowjetischen Freundschaft, ohne eigene Rohstoffbasis, teure Produktion wegen hohen Transportkosten, Kriwoi rog, Rohstoff aus Kriwoirog und Kattowitz, Komikon, politischer Standort, Abhängigkeit von der Sowjetunion,
06:58 Jung sind die Herzen in Stalinstadt, August 1960 10-Jahresfeier in Stalinstadt, 14.11.1961 Eisenhüttenstadt, stalinistische Wirtschaftsimperium, Crutschchow, metallurgische Industrie
10:02 Verpflichtung mit dem Komikon, Industrialisierung, Novaruta, kocice, stalivarosz, dimitrovgrad, eindrucksvolle Steigerungsraten, Roheisen, Paradestück des mitteldeutschen Regimes, Patenschaft mit Brawley
12:15 Übersiedlung nach Eisenhüttenstadt, aus dem Chemiebezirk Halle, moderne Wohnungen, hoher Komfort, Gespräche mit Bewohnern, Alltag in Eisenhüttenstadt, was sind die Anreize und Motive für den Zuzug nach Eisenhüttenstadt? Arbeiterwohngenossenschaft, AWG, sehr günstige Wohnungen, niedrige Mieten, höhere Löhne
19:37 junge Stadt, sehr viele Kinder, da viele junge Leute angeworben wurden
22:42 berufstätige Mütter, Aufbauplan, Stadtbaugeschichte, monumentalen Stil der stalinistischen Ära, Krankenhaus Poliklinik Eisenhüttenstadt, Zuordnung im Plan, nach Bedeutung der Gebäude, Milchbar und Hotel Lunik an Leninallee, Strasse des Konsomoll, Kulturhaus wurde nicht gebaut, Club am Anger, sozialistischer Lebensstil, sozialistische Gesellschaft im Wohnblock, sozialistisches System der politischen Hausgemeinschaft, Neues Deutschland
28:10 spärliches Nachtleben, gesellschaftliche Tätigkeit, gesellschaftliches Engagement in der DDR, Bezirksperspektivplan, FdJ, gesellschaftliche Aufgaben, Jugendweihe, Arbeiter- und Bauernstaat,
32:06 „Brüder zur Sonne, zur Freiheit", Arbeiterkampflied
33:28 Industriepanorama, keine Kirchtürme, Marienkirche in Fürstenberg, Fürstenberg eingemeindet
35:53 Eisenkombinat wird ausgebaut, Kaltwalzwerk, 29.08.1968 automatisierte Walzstrasse, 180km, sozialistische Planwirtschaft, eigener Stahl für die DDR, Hüttenfest





Mara

Re: Eisenhuettenstadt - Ein Fall fuer Guenter Mittag

BeitragVerfasst: 3. Juni 2019, 10:54
von Interessierter
Der Sozialismus, wie er vom Reißbrett kam

Eigentlich sollte sie die erste sozialistische deutsche Stadt und nach Karl Marx benannt werden. Doch dann starb Stalin. Jetzt wird Eisenhüttenstadt 60. ( in 2010 )

Kirchen waren nicht vorgesehen. Natürlich nicht, denn wozu brauchte der „Neue Mensch“ schon, was Karl Marx einst „Opium des Volkes“ genannt hatte? „Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks“, lautete sein Credo. Also stand außer Frage, dass die Wohnsiedlungen rund um das erste Großstahlwerk der jungen DDR keine Gotteshäuser brauchen würden. Vor genau 60 Jahren wurde im Südosten der DDR, direkt an der Oder, symbolisch der Grundstein für die „erste sozialistische Stadt Deutschlands“ gelegt. Das heutige Eisenhüttenstadt feiert das mit einem großen Stadtfest.

Benannt werden sollte die neue Sieldung für zehntausende Arbeiter nach dem Philosophen des Kommunismus. So jedenfalls hatte es das Politbüro des ZK der SED beschlossen, am 3. Februar 1953; vollzogen werden sollte die Namensverleihung an die Rohbaustadt am 14. März, dem 80. Todestag von Marx. Doch dann starb, nur eine Woche vor der bereits eifrig vorbereiteten Stadttaufe, Josef Stalin, der leibhaftige Gottvater des sowjetischen Blocks. SED-Chef Walter Ulbricht reagierte schnell und bestimmte, dass die Siedlungen rund um das Eisenhüttenkombinat Ost (EKO) fortan Stalinstadt heißen sollte; statt dessen kam das sächsische Chemnitz zu der Ehre, seinen historischen Namen zu verlieren und bis 1990 Karl-Marx-Stadt zu heißen.

Mit dem Bericht und 12 Fotos geht es hier weiter:
https://www.welt.de/kultur/history/arti ... t-kam.html