Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Wie entwickelte sich die Wirtschaft der DDR, wie die der Bundesrepublik während der Teilung Deutschlands. Welche Anzeichen gab es für die Entwicklung? Was waren die Ursachen?
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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon karnak » 19. Mai 2017, 15:53

augenzeuge hat geschrieben:Und so schlimm war sie 1989 nicht, dass dem Volk die Luft abgeschnürt wurde.

[grin] Das habe ich bis jetzt aber immer anders gelesen. Lass Dir das noch mal vom Volker Zottmann erklären.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon Kumpel » 19. Mai 2017, 15:55

Von 1953 haben die Genossen schon gelernt.
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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon karnak » 19. Mai 2017, 15:58

Kumpel hat geschrieben:Von 1953 haben die Genossen schon gelernt.

Und was wäre daran so schlimm?
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon augenzeuge » 19. Mai 2017, 15:58

karnak hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Und so schlimm war sie 1989 nicht, dass dem Volk die Luft abgeschnürt wurde.

[grin] Das habe ich bis jetzt aber immer anders gelesen. Lass Dir das noch mal vom Volker Zottmann erklären.


Dann hast du das noch nie richtig verstanden. [grin] Niemand hat auch nur ein Spruchband in 10/89 getragen, wo es um die Wirtschaftsproblematik ging.

Bitte: Ich will das bestehende Wirtschaftsproblem nicht klein reden, aber die Ursache für die "Konterrevolution" [laugh] , hoffe, jetzt bist du wieder wach, war es nicht.

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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon Sirius » 19. Mai 2017, 16:20

Kumpel hat geschrieben:Mit der miesen wirtschaftlichen Lage hatte man sich doch im großen ganzen arrangiert. Viele klauten in den VEBs was sie kriegen konnten und der Mangel erschloss manch einem
ganz großartige Verdienstmöglichkeiten. Von der Schwarzarbeit und Gipsmaskenproduktion bis zur Gurkenzucht und dem Drechseln der geschmacklosesten Gegenstände.
Alles wurde den Anbietern aus den Händen gerissen.

Du meinst u.a. die "Muldentaler Vorkommnisse"? Ja, stimmt. Der Herr schreibt ja immer, er war ganz zufrieden. Er konnte ja auch nicht zu den Demonstrationen kommen, hatte keine Zeit dafür, war völlig ausgelastet mit den "Geschäften". Er war aber - meiner bescheidenen Meinung nach - auch völlig unpolitisch, ihm gingen auch freie Wahlen und Meinungsfreiheit völlig am Allerwertesten vorbei. Er wollte weder die DM noch freie Wahlen. Also ein Neutrum.
Zuletzt geändert von Sirius am 19. Mai 2017, 16:32, insgesamt 1-mal geändert.
Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.
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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon karnak » 19. Mai 2017, 16:54

augenzeuge hat geschrieben:
Bitte: Ich will das bestehende Wirtschaftsproblem nicht klein reden, aber die Ursache für die "Konterrevolution" [laugh] , hoffe, jetzt bist du wieder wach, war es nicht.

AZ

[grin] Weist doch, dass wir uns da nicht einig werden, natürlich waren die Wirtschaftsprobleme die Ursache für die "Konterrevolution", zumindest zu 95%. Davon mal abgesehen, dass es ohne diese Probleme die ganzen "Misslichkeiten des Sozialismus " gar nicht hätte geben müssen und auch nicht gegeben hätte und damit der Drang zur Konterrevolution hinfällig gewesen wäre. Hätte der Sozialismus ökonomisch dicke dagestanden, es hätten sich eher für den Kapitalismus Probleme aufgetan. Das wusste übrigens schon der Marx, dass die Ökonomie letztlich das entscheidende Kriterium für den Sieg der neuen über die alte Gesellschaft ist.
solltest Du feststellen, dass der Kahn hier vom Kurs abweicht, 8 Meter Wellen, jetzt wird es nichts mit Tanger und wir fahren was weiß ich wo hin um dort erstmal unterzukommen. Hauptsache der Suff geht uns nicht aus. [flash]
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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon Kumpel » 19. Mai 2017, 17:11

karnak hat geschrieben:..............natürlich waren die Wirtschaftsprobleme die Ursache für die "Konterrevolution", zumindest zu 95%.



Es ist durchaus nachvollziehbar , dass ein Ehemaliger die Gründe des Scheiterns der DDR auf wirtschaftliche Gründe reduzieren möchte.
Zu erst einmal wollte eine Mehrheit der Bevölkerung dieses System nicht und daher war es auch zum Scheitern verurteilt , einen objektiven Blick auf die jeweiligen Gründe
der Ablehnung hatten die Ehemaligen wegen ihrer beruflichen Tätigkeit in der DDR und ihrem sozialen Umfeld ,außer denjenigen die sich mit der Repression zu befassen hatten ja ohnehin oftmals nicht.
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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon karnak » 19. Mai 2017, 20:31

Und warum um Himmelswillen sind in den Einkaufsstrassen so viel mehr unterwegs zum Shopping als zu den Wahlurnen wenn sie es können und nun dürfen nachdem sie es so herbeigesehnt haben, warum interessiert sich das Volk so viel mehr für das Privatleben von Fürst Strullermann dem V.,die neuesten Modetrends oder die neuesten Innovationen der Automobilindustrie, als für die brennenden Probleme dieser Welt? [wink]
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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon Wosch » 19. Mai 2017, 20:46

karnak hat geschrieben:Und warum um Himmelswillen sind in den Einkaufsstrassen so viel mehr unterwegs zum Shopping als zu den Wahlurnen wenn sie es können und nun dürfen nachdem sie es so herbeigesehnt haben ? [wink]



Na weil es hier wirklich FREIE WAHLEN sind und Du nicht gezwungen wirst 'nen Zettel zu falten.
Aber gerade die Flüchtlinge aus Deinem "Traumland" haben sich an den Wahlen bei Deinem ehemaligen Klassenfeind überproportional beteiligt, darauf würde ich wetten.


Wosch.
Ich bin stolz darauf, noch nie den "Melde-Button" benutzt zu haben!
Mecklenburger sind nicht nachtragend, aber vergessen tun sie auch nicht!
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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon karnak » 19. Mai 2017, 21:17

Aha, dann weiß ich ja jetzt Bescheid. [flash]
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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon Dr. 213 » 19. Mai 2017, 21:59

Oh Kumpel, Gipsmaskenproduktion war aber ein recht anstrengendes Geschäft.
Ewig hielten die Formen auch nicht, man war ständig auf Cenusil- Hamstertour.

Ich habe mich lieber im Schwarzmarkt am Berliner Ostbahnhof als Händler betätigt.
Das es da diesen Jugoslawen gab, der Quarzuhren in großen Mengen privat "importierte"
erfuhr ich erst vor einigen Jahren. Quarzuhren und Walkmanns waren auch nicht so mein Ding.
Da mußte man im Einkauf viel Geld vorstrecken, das war dann doch eine Nummer zu groß für den Doc.

Ich verlegte mich lieber auf Spiegel- Sonnenbrillen und Modeschmuck aus falschem Silberdraht.
Das ging weg wie warme Semmeln, weil das angehende Arbeiterparadis es einfach nicht auf die Reihe
gebracht hat, da ein anständiges Angebot zu machen. Das Zeug kauften wir von polnischen
Zwischenhändlern, keine Ahnung wo die es kauften. Aber sie waren immer korrekte Partner.

Das ganze war der Ausgleich für die katastrophale zentralistische Planung, die dem einfachen Arbeiter
nur gerade die notwendigsten Freuden zugestand, damit dieser brav jeden Morgen in den VEB rennt,
oder auf seiner LPG in Bauernhand für Schalk und Koko die Billigschnitzel für den Klassenfeind produziert.
Selber wurde er billigst abgespeist, mit irgendeinem Fleisch und passend dazu den strohigen Cuba- Orangen.
Wenn der sich mal was Anständiges gönnen wollte, wurde er in Deli und Ex richtig kapitalistisch abgezockt.

Es steckt überhaupt kein Mythos dahinter, es ist in der Geschichte mehrfach in der Praxis bewiesen worden,
daß die Roten es einfach nicht können. Die "übererfüllten" Pläne waren nur Fake und Propaganda.

Gruß
Dr. 213
Sie lügen, sie lügen und wir müssen uns barmherzig zeigen, denen gegenüber, die lügen. (Colonel Kurtz)
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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon Volker Zottmann » 20. Mai 2017, 08:57

Zustimmend und genüsslich lese ich Dich Dr.213! [super]
So war es.
Ich bin immer wieder bei meines kanadischen Onkels Satz:
Mit dem Sozialismus wird das nie was, weil Kommunisten nicht rechen können!"
Recht hat er gehabt. Und planen konnten die auch nie. Denn sonst hätte ja irgendwann mal eine Planvorlage stimmen müssen. Das Einzige, was sie im Zusammenspiel mit dem Zoll/der Stasi konnten, war wegnehmen und teilen! (Unter sich natürlich)

Gruß Volker
http://baupionier.zottmann.org/
http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon HPA » 20. Mai 2017, 09:16

Das Einzige, was sie im Zusammenspiel mit dem Zoll/der Stasi konnten, war wegnehmen und teilen! (Unter sich natürlich)


Und sich selbst beim " Klassenfeind" noch mit allerlei Annehmlichkeiten eindecken.

Wie ich schon schrieb, Venezuela ist ein sehr aktuelles Beispiel.
Bild

Wenn du lange genug am Fluss sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines Feindes vorbeischwimmen. (Sun Tzu)
Wer zu einer Schießerei geht, sollte nicht mit einem Messer antan­zen .

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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon Edelknabe » 21. Mai 2017, 16:24

Siehe uns Sirius mit diesem:

"Du meinst u.a. die "Muldentaler Vorkommnisse"? Ja, stimmt. Der Herr schreibt ja immer, er war ganz zufrieden. Er konnte ja auch nicht zu den Demonstrationen kommen, hatte keine Zeit dafür, war völlig ausgelastet mit den "Geschäften". Er war aber - meiner bescheidenen Meinung nach - auch völlig unpolitisch, ihm gingen auch freie Wahlen und Meinungsfreiheit völlig am Allerwertesten vorbei. Er wollte weder die DM noch freie Wahlen. Also ein Neutrum."
textauszug ende

Verändern würde "der Herr" gerne das mit die "Muldentaler Verhältnisse", weil, da zog der Herr erst später, nach der Jahrtausendwende hin. Und dann das mit die "Geschäfte"auch, weil wieder, das war fast jeden Abend/die Wochenenden ordentliche Arbeit, noch recht schweißtreibend dazu. Und ja, das Material dazu steuerte nicht immer der Kunde bei.Das kleine Glück war also immer....ne, ich sag es mal so "es beschütze somit die Tüchtigen". Völlig unpolitisch kommt gut hin, gerade weil die DDR so eine gesellschaftlich ordentliche Ordnung hatte(im ganz normalen Alltag eben), zu was brauchtest du da eigentlich noch Politik eben im Sozialismus.

Und das Sirius gefiel "dem Herren", damit kam "Herr" wunderbar zurecht, so war der Junge von klein auf aufgewachsen,mit ner ordentlichen soliden Ordnung, und so lebt älterer Mann im jetzt und heute noch.

Das mit der Wende, schrieb "der Herr" schon öfters, das waren wirklich und ehrlich sinngemäß die Bananen. Ja, ohne Mist. Später erst haben wohl viele registriert, das ob ich jetzt jeden Tag Bananen zu kaufen bekomme, dann die Dinger esse oder eben nicht das eigentlich völlig schnuppe ist. Nur, da hatte sie schon die Gesellschaft wieder sinngemäß überrannt,eben mit ihrer dann bundesdeutschen gesellschaftlichen Unordnung.

Denn im Heute Sirius gibts sinngemäß keine gesellschaftliche Ordnung mehr. Was man heute irgend wie als Ordnung bezeichnet ist ein krampfhaftes Gebilde, ein völliges Durcheinander, man kann das wirklich schlecht beschreiben. Und dieser ganze soziale Dreck den der gelernte DDR Bürger eigentlich gar nicht kannte, der von Ihm gut ferngehalten wurde, von seinem Alltag, der trifft im Heute manches Menschenkind mit voller Wucht.
Aber wir werden OT.

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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon Huf » 19. Juni 2017, 19:59

@RMR, was ich Dir schon lange mal zu Planungen in der Wirtschaft schreiben wollte:

Erst einmal ist da ein Unternehmer, der bestimmt, wohin die Reise geht.
Er orientiert sich am Absatz und der weiteren möglichen Nachfrage seiner Produkte.
Demzufolge legt er Produktionszahlen fest, investiert bei steigender Nachfrage in Neue Anlagen, oder muss Anlagen langsamer laufen lassen, als er will. Die Nachfrage der Abnehmer bestimmt das Geschäft.

Wird ein Träumer wie Du beim Beklauen von Betriebsanlagen oder Rohmaterial erwischt, erfolgen kriminalpolizeiliche, rechtliche und arbeitsrechtliche Konsequenzen.

Jedenfalls trägt jeder Unternehmer das Risiko seines Betriebes allein!

Du, als selbst benannter Dieb am Volkseigentum der ehem. DDR würdest heute für Deine Schandtaten büßen müssen.

Damals musstest Du es nicht, aber Du DDR-Verliebter, Du hast einen nicht unbescheidenen Anteil am Niedergang der DDR...Deshalb brauchst Du heute nicht jammern oder anderswo die Keule der gesellschaftlichen Gerechtigkeit schwingen!

Solche Atzen wie Du würden auch heute noch den privaten Unternehmer beklauen, und im Nudel-Forum das Hohelied auf den Sozialismus a la DDR bejubeln... [flash]

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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon Spartacus » 21. Juni 2017, 18:11

Jedenfalls trägt jeder Unternehmer das Risiko seines Betriebes allein!


Es sei denn es ist eine Bank.

Neuerdings sind da aber auch schon Fluglinien im Gespräch. [mad]

Und wenn ein Beamter Millionen in den Sand setzt, interessiert das auch keine Sau.

LG

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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon Huf » 21. Juni 2017, 19:30

@Sparta, warum diese Ablenkung...?

Ich beschrieb Prinzipien in einem heutigen privatwirtschaftlichen Betrieb... Und bitte keine Gefälligkeitsaussagen in die "falsche Richtung"... [wink]

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Re: Mythos und Realität der jährlichen Plandiskussion

Beitragvon Spartacus » 22. Juni 2017, 17:54

falsche Richtung


Ich denke, ich bin eigentlich ziemlich neutral, bemühe mich jedenfalls darum. [smile]

LG

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