Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Alles was das Militär betrifft, Armeen, Technik u.s.w. und militärgeschichtliche Themen

Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Edelknabe » 5. Juni 2010, 19:39

Sehr schöne Texte, Karl und Hans-Peter und ich werde doch nicht gleich umfallen, ob der Alpträume, der eigenen Alpträume.Sie zeigen mir doch sehr schön, das es da Sachen gibt, die verarbeitet werden müssen, da muss ich also durch, ohne mich gleich auf die berühmte Couch legen zu müssen.
Nochmal zum Eid, dies wollte ich noch einflechten. Für mich hätte es keinen Eides bedurft, er war also überhaupt nicht wichtig, wenn es im Kalten Krieg zum Ernstfall gekommen wäre, denn ich hatte etwas zu verlieren und war kein "Habenichts" mehr, der doch vor lauter Nasenpopeln nicht so recht wusste, für was er überhaupt auf unserem schönen Planeten weilt.
Er war eigentlich überflüssig und ich würde auch meinen, wir waren doch nun keine Sekte, wo der Guru seine Jünger auf eine bestimmte Sache einschwört und sie noch am Ende so dumm sind, den Schlaftrunk mit dem bitteren Mandelgeschmack zu trinken. Nein, wir in der DDR waren anders.Ist ja auch wieder vermessen...das Wir, na gut, war ich eben anders.

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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon augenzeuge » 14. Juli 2011, 20:16

Heinz Kube gehörte 1961 zu den "Kampfgruppen der Arbeiterklasse", blockierte das Brandenburger Tor – und macht sich bis heute deshalb Vorwürfe.

Teils pflaumengroß sind die Blasen an Zehen und Hacken, die aufplatzen, als die Männer der Kampfgruppe sich ihre Stiefel von den Füßen streifen dürfen - erstmals nach zehn Tagen Einsatz. Seit dem 13. August 1961 sind sie fast ununterbrochen im Dienst, ständig in Alarmbereitschaft. Maximal drei Stunden Schlaf auf dem Saalboden des Roten Rathauses oder in den Kassenhäuschen des Walter-Ulbricht-Stadions in der Chausseestraße werden ihnen zugebilligt.
"Wir waren permanent auf den Beinen. In den ersten drei Tagen bekamen wir kaum etwas zu essen. Ich litt ständig unter Schlafentzug."

Das Fatale: Am 12. August hat sich die gesamte Familie getroffen. Es wurde gefeiert – im Ostteil der Stadt. Nun sind die Grenzen dicht. Kubes Schwester und das Kind können – anders als ihr West-Berliner Ehemann - nicht in die eigene Wohnung zurück. Kube kann nicht helfen. Er fühlt sich als "Grenzzaun" missbraucht.

Kubes Einheit muss Posten in der Charlottenstraße beziehen – nur wenige Meter entfernt vom Westsektor. "Plötzlich drängt sich ein vielleicht fünfjähriger Junge durch unsere Reihen, schiebt uns beiseite, läuft in Richtung Westen. Der Mutter bleibt nur der Anblick unserer aufgereihten Rücken. Trotz ihrer Rufe pariert der Junge nicht, läuft einfach weiter. Niemand von uns hat gewagt sich zu rühren, als der Kleine aufs Niemandsland zugelaufen ist."

Als der Kommandeur der Kampfgruppe die ängstlichen Rufe der Mutter nicht mehr ignorieren kann, gestattet er ihr den Zutritt. Der Junge soll aus dem Sperrgebiet. "Als sie ihren Sohn - mitten zwischen Ost und West - erreicht hat, nimmt sie das Kind an die Hand, winkt uns zu, lächelt und gibt mit dem Junior Fersengeld in Richtung Westen." Wochen später hört Kube, dass die Aktion nicht folgenlos geblieben ist: "Der Kommandeur, der der Mutter erlaubte, ihrem Sohn nachzulaufen, wurde wegen des damit ermöglichten Grenzdurchbruchs bestraft."
Der ganze Artikel: http://www.welt.de/kultur/history/artic ... uerfe.html
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Edelknabe » 15. Juli 2011, 12:32

Was du immer ausgräbst Jörg, also manchmal denke ich, ich müsste gleich in die Kirche gehen und den lieben Herrgott um Verzeihung bitten, nur weil ich einmal Grenzsoldat der DDR war. Ist der alte Mann blöde(entschuldigt, ich fand kein anderes passenderes Wort)da in deinem Link..."er macht sich heute noch Vorwürfe, weil er da mal und weil er da nicht...damals an der Mauer?"
So was gibts aber offenbar auch, sonst stände es nicht in dem Link.Sieht eigentlich so angenehm aus wie Dieter...der alte Mann aber kommt mit seiner Vergangenheit nicht zurecht? Als wenn es nichts wichtigeres gäbe als die längst abgelegte Vergangenheit da an der Mauer, ich fasse es nicht.
Aber meine Meinung ist eben nur eine von vielen Usern...nur die musste hier mal raus, auch wenn der alte Mann, der Heinz Kube hätte mein Schwiegervater sein können nur der war nicht so blöd, der hatte sofort nach seinem Rausschmiss aus der Trapo(Dank des neuen Staates BRD)nie mehr von seiner damaligen Arbeit was wissen wollen.

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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Interessierter » 27. März 2014, 12:31

In Sachen Kampfgruppen der DDR weiss Josef Budek auch etwas zu berichten:

Legende vom Mauerbau

Anfang der 80er war ich in Köpenick bei einer Familie zu Besuch. Nach dem Essen und dem dritten oder vierten Wodka belegte mich der Mann mit seinen Jugenderinnerungen. Seine Augen strahlten, als er mir erzählte, wie er und seine Genossen der Betriebskampfgruppe irgend eines VEB am 13.August von der Partei zum Brandenburger Tor befohlen wurden, um die Straße freizuräumen.
"Mit dem Gewehrkolben in die Kniekehlen und dann nach hinten durchgereicht zur Weiterbehandlung! Nachher hat uns in der Einsatzzentrale in der Keibelstraße hinterm Polizeipräsidium der Erich die Hand gedrückt und uns wieder rausgeschickt. Auf uns konnte er sich verlassen!"
Er schwelgte in seinen Erinnerungen. Sein Motiv? Er hatte irgendeine Parteifunktion und konnte nicht ertragen, daß täglich welche vor ihm und seinen Genossen flohen, daß sie ihm kein Wort glaubten, daß sie seinen Sozialismus nicht haben wollten!
Ich mußte mich zusammenreißen, um weiter zuzuhören, denn solche offenen Worte bekam man ja nicht alle Tage geboten.


Weiter hier :
http://www.josefbudek.de/uddr/11fra.html
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 27. März 2014, 12:45

Da arbeitet aber Einer schön mit einer Internetseite sein Trauma DDR, welches wohl in persönlichem Unverständnis bestand, ab.
Vom "Fan der Einheitspartei" zum Gegner weil er nicht so gehätschelt wurde wie es ihm "zustand". Bemerkenswert.

Thoth
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon zoll » 25. April 2016, 15:15

Ich lese heute erst etwas von diesem Thema, das schon vor einigen Jahren aufgemacht wurde.
In den ersten Wochen nach dem Mauerbau las man in einigen Zeitungen, ich zum ersten Mal, von den Betriebskampfgruppen die den Mauerbau abgesichert haben. Ich glaube die hatten noch als Bewaffnung diese MP mit dem Trommelmagazin. Die Presse schrieb dazu, dass in den Magazinen keine Munition gewesen sei. Für mich war das unvorstellbar und ich hielt es für eine Falschmeldung.
Hier gibt es sicher jemand, der bei solche BKG war und näheres über einen Einsatz im Jahr 1961 berichten kann, vielleicht auch nur vom hörensagen.
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Beethoven » 26. April 2016, 13:26

Zum Zeitpunkt des Baus des "Antifaschistischen Schutzwalls" [wink], war ich noch nicht mal in der Schule.
Jedoch kann ich mir nicht vorstellen, dass die Angehörigen der KGdAK, im August 61, nur Luft in den Trommeln hatten.

In diesem Sinne - Waffen schützen uns – vor allem vor dem Wohlstand, den wir ohne sie haben könnten. Erhard Horst Bellermann
Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Klaus » 22. Juli 2018, 16:59

als sozusagen " Neuer " möchte ich zur Thematik Kamfgruppe , in der ich auch so ungefähr 10 Jahre war folgendes bemerken ( aus meiner Sicht ) :

erstmal waren wir da alles Freiwillige ( im Zeitraum 1975 - 1985 )
ich war drin weil mir unser Parteisekretär ( ich war aber kein SED-Mitglied) zugesichert hatte (in Absprache mit dem WKK ) das ich dann nicht zur NVA-Reserve eingezogen werde - was tatsächlich auch nicht passierte
dann war es - wie einer meiner Vorschreiber schon schilderte - ein gemütlicher Haufen der sich von April bis September einmal monatlich (dann immer an einem Freitag von 12:00h bis ca. 22:00 h) nach Einkleidung im Werk und Waffenempfang im VPKA im Gelände traf und dort sowas ähnliches wie eine militärische Ausbildung absolvierte
auch das war mehr oder weniger freiwillig, wer nicht mitmachen wollte wartete am W 50 bis es zurück zum VPKA ging und die Waffen wieder abgegeben wurden
hinterher fand regelmässig die "Auswertung" in einer Kneipe statt wo die Rechnung vom Parteisekretär bezahlt wurde (der hat das wohl dann im Betrieb wiederbekommen)

einmal im Jahr war Politschulung, da haben wir nur im Werk gesessen und uns einige Vorträge von SED - Mitgliedern angehört
auch einmal im Jahr war Schiessen angesagt, da ging es dann mit dem W50 auf einem VP - Schießstand und dort wurde dann mit AK, LMG und SMG (vom SPW aus) sowie RPG7 geschossen

als es dann so ca. 1986 mit der Ausrüstung der KG mit Schlagstöcken losging habe ich "gekündigt" , ein Gespräch mit dem Parteisekretär sollte mich wieder auf Linie bringen hat aber auch nichts genutzt
Nachteile hat mir meine "Kündigung" aber auch nicht gebracht

zumindestens kann ich mir nicht vorstellen das die KG eine militärische Kampfkraft hatte
das damalige Durchschnittsalter meiner Mitkämpfer würde ich so auf ungefähr 40 Jahre schätzen
das mag in grösseren Betrieben wie Leuna oder Schwarze Pumpe anders gewesen sein kann ich mir jedoch nicht so recht vorstellen

wir waren eine Hundertschaft , zusammengewürfelt aus mehreren Betrieben und es war auch die einzige aus unserem Kreis ( ca. 40.000 Einwohner )

einen schönen Sonntagabend noch
Gruß Klaus
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Klaus » 22. Juli 2018, 17:12

zoll hat geschrieben:Ich lese heute erst etwas von diesem Thema, das schon vor einigen Jahren aufgemacht wurde.
In den ersten Wochen nach dem Mauerbau las man in einigen Zeitungen, ich zum ersten Mal, von den Betriebskampfgruppen die den Mauerbau abgesichert haben. Ich glaube die hatten noch als Bewaffnung diese MP mit dem Trommelmagazin. Die Presse schrieb dazu, dass in den Magazinen keine Munition gewesen sei. Für mich war das unvorstellbar und ich hielt es für eine Falschmeldung.


ich kenne zwar niemanden der damals dabei war aber ich kann mir auch nicht vorstellen das die keine Munition am Mann hatten
die damals eingesetzte MP hiess PPSch 41 ( Schpagin ) und hatte das Kaliber 7,62 x 25 TT
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 22. Juli 2018, 18:48

Die Feierabendkrieger der Kampfgruppen waren oft aus dem Grund dort, den @Klaus (Hallo erst mal...) angibt. Nämlich weiteren Einberufungen zur Reserve zu entgehen.
Noch ein Grund, den ich von meinem dort mitmachenden Kollegen erfuhr war, dass denen allen für später mal 100.-Mark der DDR-Zusatzrente versprochen wurden.
Da könnte ich mich natürlich heute krank lachen, dass dessen Erwartungen nun gar nicht erfüllt wurden.

Nachdem ich 1974 meinen Doppel-Meisterabschluss in der Tasche, aber immer noch keine Planstelle hatte, wurde ich auch genötigt, zu diesen Säbelrasslern zu gehen. Wie ich das abbog, ist hier hinlänglich bekannt...
(Falls jetzt @andr.k wieder auf einen fahrenden Zug springen will, sollte er lieber gleich den Friseur seines Vertrauens aufsuchen.) [wink]

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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Klaus » 22. Juli 2018, 19:26

also mir hat niemand die 100 Ostmark versprochen
und es gab immer wieder mal eine Auszeichnung wo teilweise bis zu 50 Mark mit dranhingen und da hat man sich schonmal Mühe gemacht wobei die gemeinsam versoffen wurden
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 22. Juli 2018, 21:12

Klaus hat geschrieben:also mir hat niemand die 100 Ostmark versprochen
und es gab immer wieder mal eine Auszeichnung wo teilweise bis zu 50 Mark mit dranhingen und da hat man sich schonmal Mühe gemacht wobei die gemeinsam versoffen wurden


Nach meinem Kenntnisstand war die 100.-Mark-Kampfgruppenzusatzrente fest gesetzlich verankert. Ich hörte das von meinem Kollegen schon vor 1985, denn dann hatte ich als Selbständiger zu ihm keinen Kontakt mehr.

Gruß Volker

PS: Auch Wikipedia gibt Auskunft: Als Anerkennung für den ansonsten unbezahlten Dienst gab es ab einer fünfundzwanzigjährigen Zugehörigkeit einen Zuschlag zur Altersrente von monatlich 100 DDR-Mark. Diese Regelung wurde 1990 gestrichen
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Klaus » 22. Juli 2018, 21:44

stimmt, aber erst ab 25 Jahren mitfeiern ...
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Beethoven » 23. Juli 2018, 15:14

Ich war nie bei den KG d. AK, hatte aber mal eine gemeinsam Übung mit den älteren Herren.

Ich schrieb dies auch schon mal im Netz - muss irgendwo rum geistern.


Eine Einstzgruppe der Fallschirmjäger sollte als Gegner handeln für die Kampfkräfte der KG d. AK, Sicher wisst Ihr ja, dass sich die KG d. AK in Sicherungskräfte und Kampfkräfte unterteilten.

Sie hatten die Aufgabe Diversanten (die Gruppe Fallschirmjäger) aufzuspüren.
Wir, ich war damsl blutjunger Leutnant, bezogen eine Basis in ein Wald und tarnten uns ordentlich ab. Die herren der KG wußten welches Gebiet sie durchkämmen sollten und kamen in breiter Front auf uns zu und zwar in zwei Linien. Machten normalen Krach und bewegten sich wie die Elefanten durch den Wald. Sie fanden uns nicht. Als die Truppe 10 Minuten weg war, glaubten wir, das war es gewesen und kamen aus unseren Verstecken. reckten die Glieder und freuten uns, dass wir die Herren so veräppelt haben.


Denkste [flash]

Ein paar der Herren schlichen hinter den Reihen "Elefanten" hinter her und bewegten sich ganz vorzüglich von deckung zu Deckung und spürten uns auf, waren wir doch wie die Truthähne im Wald. Über Funk gaben sie unsere Entdeckung an die Linien weiter ohne das wir das bemerkten. Die Herren in den Linien kreisten uns nun, auf leisen Sohlen ein und plötzlich lagen wir im Feuer der Herren. Als der Platzpatronendampf verzogen war, waren wir so zu sagen "vernichtet". Damit hatten wir ehrlich nicht gerechnet.
Dere Abend war dann so, wie hier bereits beschrieben. Gemeinsam mit den alten herren wurde gegrillt und Bier getrunken.

Für mich und meine Jäger eine Lehre und eine schöne Erinnerung. Seit dem hatten die Männer der KG d. AK meinen absoluten Respekt.
Richtig, sie schoben Bäuche vor sich her waren aber gewitzt und hauten uns in die Pfanne.


Freundlichst
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 23. Juli 2018, 15:31

Ihr müsst ja wirklich "Elitekrieger" gewesen sein, wenn Euch Bäuche schiebende Rentner einfingen.
Der letzte DDR-Mythos ist am zerbröseln. [laugh]

Gruß Volker
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Klaus » 23. Juli 2018, 16:17

Beethoven hat geschrieben:Ich schrieb dies auch schon mal im Netz - muss irgendwo rum geistern.
Eine Einstzgruppe der Fallschirmjäger


ähmmm, etwa im NVA - Forum ... [wink]
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Beethoven » 23. Juli 2018, 16:44

Volker Zottmann hat geschrieben:Ihr müsst ja wirklich "Elitekrieger" gewesen sein, wenn Euch Bäuche schiebende Rentner einfingen.
Der letzte DDR-Mythos ist am zerbröseln. [laugh]

Gruß Volker


Tja mein Guter, ich kann eben meine Fehler lachen.

Aber selbst Du solltest wissen, dass es in der NVA keine Elite gab. Wir haben uns nie als solche bezeichnet. Das waren andere [laugh]
Das ändert aber nichts daran, dass man die Herren der KG d. AK nicht unterschätzen sollte, so wie wir dies eben damals leider taten und
"klong", lag das Kind im Brunnen. Recht ist uns geschehen.

Freundlichst
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 23. Juli 2018, 17:20

Beethoven hat geschrieben:
Aber selbst Du solltest wissen, dass es in der NVA keine Elite gab. Wir haben uns nie als solche bezeichnet. Das waren andere [laugh]

Freundlichst


In dem Punkt möchte ich Dir getrost beipflichten. Ich habe nur Kasper und Emporkömmlinge so wahrgenommen, die sich als Elite fühlten. Am besten während meines 1 -wöchigen Tribühnen-Wachdienstes zu sehen. Als dort Offiziere vor unseren Augen den Stechschritt mit Säbel und manche mit Dolch versuchten. Alles um einem noch "wichtigeren" Kasper die Ehre zu erweisen. Die NVA waren 18 Monate ununterbrochenes Kaspertheater voller Gemeinheiten und Entwürdigungen in meinem Leben. Schade um jede verplemperte Minute.

Gruß Volker
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Spartacus » 23. Juli 2018, 17:32

Die Mitgliedschaft meines alten Herrn in der KG hat bei unserem Hausbau ungemein geholfen. [flash]

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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon augenzeuge » 23. Juli 2018, 17:35

Spartacus hat geschrieben:Die Mitgliedschaft meines alten Herrn in der KG hat bei unserem Hausbau ungemein geholfen. [flash]

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Hausbau? Dachte du hast so eine tolle Vermieterin.... [blush]
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Spartacus » 24. Juli 2018, 17:24

augenzeuge hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben:Die Mitgliedschaft meines alten Herrn in der KG hat bei unserem Hausbau ungemein geholfen. [flash]

Sparta


Hausbau? Dachte du hast so eine tolle Vermieterin.... [blush]
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Hausbau meiner Eltern 1978, mein alter Herr in der Kampfgruppe, W 50, Bagger, was das Herz begehrt, für lau.

Alles klar...?

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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon augenzeuge » 24. Juli 2018, 17:40

Okay. Ein Hausbau in der DDR wäre auch ein Thema.
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 24. Juli 2018, 17:42

Mein letzter Technischer Direktor im VEB hatte das auch Sparta, ohne in der KG gewesen zu sein, dann noch allen Erdaushub umsonst abgefahren, der liegt heute noch auf dem Betriebsacker... Kies umsonst bei der Rückfahrt geklaut... und letztlich beim Betonklau erwischt worden. Dafür schrieben wir mit dem Prokuristen die Rechnung... was hat der gespuckt. Gerüst bekam er umsonst und obendrein noch 10000.- Ostmark laut Kollektivvertrag für Hausbauer ausgezahlt.
Auch das war DDR-Hausbau, und Karnak liest nun noch eine seltsame Anekdote, die nur gelogen sein kann. [grins]
Wer herkommt, dem zeig ich das Haus und die Erddreckhaufen von 1984. Da der Betrieb treuhänderisch abgewickelt wurde und dann dem einstigen Besitzer zurückgegeben wurde, kann man das noch nacherleben. Denn erholt hat der ältere Herr sich von der DDR-Diktatur nie wieder, im wirtschaftlichen Sinne.

Dem Technischen verdanke ich übrigens indirekt meine Selbständigkeit: Ich wollte nie wieder solchen miesen Chef haben...

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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon Spartacus » 26. Juli 2018, 17:20

augenzeuge hat geschrieben:Okay. Ein Hausbau in der DDR wäre auch ein Thema.
AZ


Haben wir doch schon, ich habe sogar ein paar neue Fotos eingestellt, nur wo?

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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon pentium » 26. Juli 2018, 20:03

augenzeuge hat geschrieben:Okay. Ein Hausbau in der DDR wäre auch ein Thema.
AZ


Das Thema gibt es schon...
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon augenzeuge » 26. Juli 2018, 21:41

pentium hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Okay. Ein Hausbau in der DDR wäre auch ein Thema.
AZ


Das Thema gibt es schon...


Ja, hier:
viewtopic.php?f=163&t=6305&start=0
AZ
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Re: Die Kampfgruppen - die "Feierabendkrieger" der DDR

Beitragvon pentium » 26. Juli 2018, 21:50

augenzeuge hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Okay. Ein Hausbau in der DDR wäre auch ein Thema.
AZ


Das Thema gibt es schon...


Ja, hier:
viewtopic.php?f=163&t=6305&start=0
AZ


Danke, dann können ja unsere Häuslebauer dort weiter berichten...
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