Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Alles was das Militär betrifft, Armeen, Technik u.s.w. und militärgeschichtliche Themen

Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Edelknabe » 15. Oktober 2011, 21:24

Auch so ein Thema was es wert ist, betrachtet zu werden.Schade das ich meinen Vater noch zu Lebzeiten nicht mehr über seine Meinung zur Fahnenflucht eigener Kameraden befragen konnte, gerade weil er ein wirklich begnadeter Erzähler über seine Soldatenzeit an der Ostfront und der nachfolgenden Kriegsgefangenschaft war.
Auch bin ich noch auf der Suche nach interessanten Artikeln und bitteschön, es kann losgehen.

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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon augenzeuge » 16. Oktober 2011, 11:26

Es gab lange keine klare Richtung, einige Urteile von NS-Richtern gegenüber Deserteuren wurden im Nachhinein aufgehoben, andere wiederum nicht.
Immerhin äußerte man zunehmend Verständnis für Deserteure. Erste Deserteurdenkmäler entstanden in den 80er Jahren in der BRD.
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Merkur » 23. Oktober 2011, 09:01

ABV hat geschrieben: Ich finde es schon sehr merkwürdig, dass diese Menschen erst sehr spät rehabilitiert wurden.
Gruß an alle
Uwe


Ich finde es überhaupt nicht merkwürdig Uwe. Die Globke-, Gehlen-, Heusinger-, Speidel-, Filbinger- Generation hatte eine andere Sichtweise auf die Wehrmachtsdeserteure.
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon augenzeuge » 23. Oktober 2011, 11:04

Merkur hat geschrieben:
ABV hat geschrieben: Ich finde es schon sehr merkwürdig, dass diese Menschen erst sehr spät rehabilitiert wurden.
Gruß an alle
Uwe


Ich finde es überhaupt nicht merkwürdig Uwe. Die Globke-, Gehlen-, Heusinger-, Speidel-, Filbinger- Generation hatte eine andere Sichtweise auf die Wehrmachtsdeserteure.


Merkur, ich weiß nicht, ob die Sichtweise der Genannten hier ausschlaggebend war. Es traf nicht nur Deserteure aus der Nazizeit. Die BRD erkannte auch in der Regel die Fahnenfluchturteile der DDR bei geflüchteten NVA-Soldaten an. Schon unglaublich, könnte man denken. Übrigens, wieviel desertierte NVA-Soldaten incl. GT gab es überhaupt? Und wie betrachtest du einen geflüchteten NVA-Soldaten heute?

Erst 2002 wurden alle Urteile gegen fahnenflüchtige Wehrmachtssoldaten aufgehoben.
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Sirius » 23. Oktober 2011, 11:08

ABV hat geschrieben:Eigentlich dürfte es doch in dieser Angelegenheit überhaupt keine Probleme geben. Nazideutschland hatte einen verbrecherischen Angriffskrieg vom Zaum gebrochen, der allen Konventionen widersprach. Da kann es ja wohl kaum Unrecht sein, wenn man sich als Soldat seiner "Pflicht" entzieht und desertiert. Zu mal es viel mehr Mut und Überwindung gekostet haben muss zu desertieren, schon im Hinblick auf die möglichen Folgen für die Familie, als brav für " Führer, Volk und Vaterland" ins " Gras zu beißen". Ich finde es schon sehr merkwürdig, dass diese Menschen erst sehr spät rehabilitiert wurden.

Gruß an alle
Uwe [hallo] [hallo]


Die zögerliche Haltung hat einen Grund. Jeder Staat ist sich bewusst, dass sich eines Tages auch seine eigenen Soldaten in einem Krieg darauf berufen könnten, und man kann im Prinzip bei jedem Krieg einen berechtigten Grund für Desertion finden. "Politische" Motive oder "Widerstand gegen Angriffskriege" als Motivation für Desertion und Fahnenflucht in Vorgängerstaaten oder den heutigen Staaten werden wohl von den meisten Staaten nie anerkant werden. Jeder der größeren Staaten USA, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Sowjetunion/Russland, China, Japan u.s.w., aber auch kleinerer Staaten haben in ihrer Geschichte schon Angriffskriege geführt, müssten also Deserteure aus diesen Kriegen rehabilitieren - das war aber IMHO so gut wie noch nie der Fall. Zum Beispiel werden US-Deserteure aus den Golfkriegen der USA, z.B. der Angriffskrieg 2003, nach wie vor nicht anerkannt und rehabilitiert. Auch sowjetische Deserteure, die über die innerdeutsche Grenze flüchten konnten, oder russischen Deserteuren nach 1990 wurde es bei der Anerkennung als Asylbewerber in der BRD sehr schwer gemacht. Sie wären wohl nur dann anerkannt worden, wenn ihnen zu Hause die Todesstrafe gedroht hätte. Längere Gefängnisstrafen, die russischen Deserteuren drohten, waren kein Abschiebehindernis für die BRD.

Es gibt in der Geschichte natürlich Beispiele, wo die spezielle politische Situation eine Rolle spielte und in der desertierte Soldaten von einem anderen Staat nicht abgeschoben wurden, z.B. desertierte Soldaten der DDR-Grenztruppen. Oder fahnenflüchtige Bundeswehrsoldaten in Westberlin. Ich kannte auch den Fall eines vor dem Wehrdienst desertierten französischen Soldaten aus den siebziger Jahren, der unbehelligt in Deutschland lebte.

So sehr man in den jeweiligen Fällen die persönliche Motivation verstehen kann, werden Deserteure wohl in den meisten Staaten nie rehabilitiert werden.
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Edelknabe » 23. Oktober 2011, 11:43

Ich denke man sollte schon unterscheiden zwischen Kriegsfall und Friedenszeit was das Desertieren betrifft, das muss ich jetzt mal auf Sirius seinen Text einflechten. Mal sehen ob ich noch die alte zerflederte Zeitschrift finde wo mein Vater als Soldat abgebildet ist(sie hieß glaube ich Frontberichterstatter...oder so ähnlich ?) und wie die damalige Darstellung des Feindes, des Russen, des "Untermenschen"darin erfolgte, was eben für den jungen Wehrmachtssoldaten von vornherein schon logischerweise ausschloss, nun unbedingt "zum mit dem großen Messer im Gesicht dargestellten Brutalo Untermenschen Bolschewik" gegenüber im Schützengraben überzulaufen.
Wirkungsvolle Propaganda war zu der Zeit keine leere Worthülse, denn sie zog sich wie ein roter Faden durch dieses Dritte Reich wie wohl auch später in etwas abgeschwächter Form durch die DDR.
Denn sowas sollte man schon berücksichten, so wie auch ich als junger Grenzsoldat in Friedenszeit oder der Zeit des gerade dahinfleuchenden Kalten Krieges Ende der 70er Jahre den "Klassenfeind" gesehen habe und der Kerl war mir wirklich und ehrlich sowas von unsymphatisch wie mein unfähiger Hauptmann der es einfach nicht schaffte, Urlaubsansprüche seiner eigenen Untergebenen, seiner Soldaten durchzusetzen.
Nur zu der Zeit ging es nicht mehr um Leben und Tod, eher um gegenseitiges Taxieren auf manchmal doch wenige Meter Entfernung.Obwohl der BGS/ZGD auch nur aussah wie Du und Ich.

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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Zicke » 23. Oktober 2011, 12:19

Edelknabe hat geschrieben:so wie auch ich als junger Grenzsoldat in Friedenszeit


nur haben wir bis Heute keinen Friedenvertrag nur einen ZWEI-PLUS-VIER
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Interessierter » 23. Oktober 2011, 12:59

ich persönlich denke, daß die meisten Deserteure aus Gewissensgründen so gehandelt haben und damit in Konflikt mit ihrem abgelegten Gelöbnis kamen.
Ob nun der eine die Kriegsgreuel nicht mehr ertragen konnte oder der andere es seelisch nicht verkraften konnte, vielleicht irgendwann seinen eigenen Landsleuten in den Rücken schießen zu müssen, spielt keine Rolle und daher ist es völlig unerheblich ob Krieg oder Frieden herrscht.

Wenn wir Menschen viel mehr nach unserem Gewissen entscheiden würden, sehe die Welt heute viel besser aus. Auch manche Forenbeiträge sähen dann sicher anders aus, wobei ich mich gerne mit einschließe.
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Edelknabe » 23. Oktober 2011, 19:28

"Gelöbnis" darüber schrieb ich hier in irgendeinem Fred auch schon einmal Interessierter. Was war denn bitteschön ein Gelöbnis?
Das rasselte man bei der Vereidigung nach der Ausbildung zusammen mit den Umstehenden herunter während man noch nicht einmal bei der ganzen Prozedur den Wortlaut überhaupt erfasste. Denn am anderen Ende von dem riesigen Apellplatz, da stand die eigene Frau, die Freundin, die Geschwister, die Eltern, vielleicht die Freunde und die waren alle Male aber auch voll wichtiger wie der lange Spruch.
Gut, ich kann hier nicht für den ganzen Rest der Grenztruppe sprechen aber zumindest mir ging es damals so.
Sag mal muss ich dich jetzt einmal wie so ein alter preußischer General fragen:"Hammse denn überhaupt jedient Mann?"

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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon augenzeuge » 23. Oktober 2011, 21:21

Edelknabe hat geschrieben:Was war denn bitteschön ein Gelöbnis?


Folgende Frage richte ich, als jemand der immer seinem Gewissen gedient hat, mal an dich: [wink]
Edelknabe hat geschrieben: Sag mal muss ich dich jetzt einmal wie so ein alter preußischer General fragen:"Hammse denn überhaupt jedient Mann?"

[flash]
Hier ein Beispiel für dich:
http://www.nva-flieger.de/_tl/index.php ... -1990.html
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon ex-maja64 » 23. Oktober 2011, 21:50

Interessierter hat geschrieben:Ob nun der eine die Kriegsgreuel nicht mehr ertragen konnte oder der andere es seelisch nicht verkraften konnte, vielleicht irgendwann seinen eigenen Landsleuten in den Rücken schießen zu müssen, spielt keine Rolle und daher ist es völlig unerheblich ob Krieg oder Frieden herrscht.



@Interessierter, du scheinst dich ja auszukennen.
Was mich betrifft, ich möchte nicht über die Motive von Wehrmachtsdeserteuren urteilen. Es war eine Zeit, die ich nicht erlebte.
Was fahnenflüchtige Grenzer betrifft so möchte ich nur sagen, in den seltensten Fällen war da ein "Gewissenkonflikt,seinen eigenen Landsleuten in den Rücken schießen zu müssen" der Beweggrund.
Es waren oftmals ganz einfach menschliche bzw. zwischenmenschliche Probleme, die zu so einen Schritt führten.
Im Nachhinein kommt es natürlich immer gut, wenn man für einen solchen Schritt "Gewissenskonflikte" angibt.

Der Edelknabe schrieb es ja schonmal hier, ihr Westgermanen werdet uns nie verstehen.

Für mich gab es auch noch was anderes wie meine "persönliche Freiheit" und zwar eine Verantwortung gegenüber meiner Familie, meinem persönlichen Umfeld .

Dem ganz "gemeinen" Grenzsoldat bewegte nur eins, seine 18 Monate abzureissen ohne große Vorkommnisse und nicht einen Tag länger "dienen" zu müssen.

Interessierter hat geschrieben: Auch manche Forenbeiträge sähen dann sicher anders aus, wobei ich mich gerne mit einschließe.[/b]


Stimmt mich ein wenig zuversichtlich [wink] .



Mario
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon vs1400 » 24. Oktober 2011, 00:14

Zicke hat geschrieben:
Edelknabe hat geschrieben:so wie auch ich als junger Grenzsoldat in Friedenszeit


nur haben wir bis Heute keinen Friedenvertrag nur einen ZWEI-PLUS-VIER


hm, genau dass vergessen aber viele.

gruß vs
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Edelknabe » 24. Oktober 2011, 05:18

Na was für Texte Jörg, in dem so unterschiedlichen Gelöbnis/Fahneneid über den Zeitraum der Existenz der DDR. Ich las da auch nichts von wie Mario sinngemäß formulierte der eigenen Familie und auch da muss ich ihm beipflichten, damals gings überhaupt nicht ums Gewissen, das war mir so sowas von Scheisegal(entschuldigt), es ging einzig und allein darum die langen 18 Monate möglichst unbeschadet zu überstehen.
Und genau die Probleme ...viel zu wenig Urlaub und viel zu lange Zeiträume zwischen KU (Kurzurlaub) und VKU (Verlängerter Kurzurlaub), EK-Bewegung oder Druck von Vorgesetzten, Stress im Grenzdienst und eventuelle Scheidungsabsichten der eigenen Frau, Briefe von Freundin oder Verlobter das da auf einmal ein Anderer deine Stelle im Bett einnahm...genau diese Probleme ließen junge Kerle manchmal durchdrehen und dann passierte es schon mal, das der Westen auf einmal schöner wurde wie die eigenen Heimat.
"Gewissen" was war denn ein Gewissen Interessierter, mit solchem Untertanenquatsch seit ihr im Westen vieleicht aufgewachsen aber doch nicht wir in der DDR? Ihr verwechselt das vielleicht immer mit der Moral oder der Skrupellosigkeit, denn da sah es schon anders aus. Ich hatte zum Beispiel nie Skrupel das Volkseigentum auch als mein Eigentum zu sehen denn ich war ein Mann aus dem Volke und das stand mir logischerweise zu denn sonst hätte man es besser umbenennen müssen und nicht ausgerechnet Volkseigentum und wer einfach zu blöd dazu war, den Moralischen heraushängen zu lassen und vielleicht noch Gewissenbisse dabei bekommen hatte...mensch, der hätte besser nicht in dieser DDR gelebt, so einfach war das und so sehe ich das noch heute.
Alles Geschichte, schöne Geschichte und es geht schon wieder leicht weg vom Thema...ich werde mich bessern.

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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Sirius » 24. Oktober 2011, 06:33

Zicke hat geschrieben:
Edelknabe hat geschrieben:so wie auch ich als junger Grenzsoldat in Friedenszeit


nur haben wir bis Heute keinen Friedenvertrag nur einen ZWEI-PLUS-VIER


Einen Friedensvertrag wird es vermutlich nicht mehr geben, da dies dann für Deutschland möglicherweise Reparationsforderungen zur Folge hätte. Und die heutige Generation ist für diesen Krieg auch nicht mehr verantwortlich. Der zwei-plus-vier-Vertrag ist so eine Art Ersatz für einen Friedensvertrag ohne die angesprochenen Folgen.
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Interessierter » 24. Oktober 2011, 08:13

Zitat Edelknabe:
"Gewissen" was war denn ein Gewissen Interessierter, mit solchem Untertanenquatsch seit ihr im Westen vieleicht aufgewachsen aber doch nicht wir in der DDR? Ihr verwechselt das vielleicht immer mit der Moral oder der Skrupellosigkeit, denn da sah es schon anders aus. Ich hatte zum Beispiel nie Skrupel das Volkseigentum auch als mein Eigentum zu sehen denn ich war ein Mann aus dem Volke und das stand mir logischerweise zu denn sonst hätte man es besser umbenennen müssen und nicht ausgerechnet Volkseigentum und wer einfach zu blöd dazu war, den Moralischen heraushängen zu lassen und vielleicht noch Gewissenbisse dabei bekommen hatte...mensch, der hätte besser nicht in dieser DDR gelebt, so einfach war das und so sehe ich das noch heute.


@ Edelknabe:
Interessanter Beitrag, den ich nicht kommentieren möchte. Er spricht für sich.
Aber schön zu wissen, daß Du in der DDR nur klarkommen konntest weil Du keine Skrupel und Moral kanntest.

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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Edelknabe » 24. Oktober 2011, 17:45

Du musst Rainer-Marias Texte bitte immer mit Humor sehen Interessierter. Denn es hätte damals auch ganz anders kommen können und ich hätte mich vielleicht heute ebenfalls in die Reihe der dann im DDR-Knast geschundenen Adams einreihen können. Es kam aber nicht so, das Glück war mir einfach hold und das war gut so.
Der Staat DDR ist auch lange Geschichte, der kommt einfach nicht wieder und der fordert von mir auch im Nachhinein nicht sein Volkseigentum zurück. Sozusagen alles verjährt und wir können uns heute hinstellen und wunderbar komische Geschichten erzählen denn wir haben es ja erlebt.
Ich wäre bestimmt auch der Letzte, der heute heulen würde, wenn mich damals die harte Hand der DDR-Gesetze in die Pflicht genommen hätte, nein, ich hätte mir gesagt."War doch vollkommen zu Recht und warum warst du auch so blöd dich erwischen zu lassen". Damit hätte ich dann leben müssen und ich denke einmal, ich wäre gut damit heute zurecht bekommen, also mein Humor wäre mir schon geblieben und ein Trauma ...ne ne aber doch nicht mit meines Vaters Sohn.
Und das schrieb ich auch schon hundertfach, ich trat diesen Staat nicht hinterhältig und egoistisch in die Kniekehlen wie viele Andere, ich achtete ihn und er dieser Staat DDR hatte ganz einfach meine Loyalität, vielleicht übte er deswegen Nachsicht mit mir?

Sirius und die Reperationszahlungen bei Friedensvertrag, da blicke ich nicht ganz durch? Reperationszahlungen von wem an wem, etwa der BRD an die Russen oder wen? Denn die DDR hatte doch 40 Jahre gelöhnt und das für den Westen gleich mit oder liege ich da irgendwie falsch?

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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon augenzeuge » 24. Oktober 2011, 18:02

Edelknabe hat geschrieben:....ich trat diesen Staat nicht hinterhältig und egoistisch in die Kniekehlen wie viele Andere....


Das sollte man anders sehen. Mit deinem fehlendem Straf- und Unrechtsbewusstsein und dem falsch verstandenem "Volkseigentum" erkennst du das nur nicht. Stell dir mal vor, jeder hätte sich so verhalten wie du und dem Staat das genommen, was eigentlich Anderen zugedacht war. Es war einzig und allein egoistisch...dein Verhalten, und es war auch ein Sandkorn in der "Sanddüne des Untergangs", was du bewegt hast.

Nicht hinterhältig und egoistisch war doch eigentlich derjenige, der z.B. offen einen Ausreiseantrag stellte, das staatliche Mobbing jahrelang ertrug und dann ehrlichen Herzens, ohne Schulden, gehen durfte, oder? [denken]
AZ


Edelknabe hat geschrieben: Denn die DDR hatte doch 40 Jahre gelöhnt und das für den Westen gleich mit oder liege ich da irgendwie falsch?
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Ja, das hättest du den Russen 1989 so sagen müssen.... [flash]
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Edelknabe » 24. Oktober 2011, 18:41

Ich weiß Jörg, ich bin uneinsichtig, das war ich schon immer. Was ich wollte bekam ich, selbst meine Frau. Sie meinte einmal so wunderbar sinngemäß treffend über unseren glaube ich ersten Abend Januar 1974 in einem Leipziger Restaurant:" Du hast geredet und geredet, mich regelrecht verliebt zugequatscht und doch war das schön, das war mir überhaupt nicht unangenehm" und siehst du Jörg, mit dieser Frau bin ich heute noch zusammen.
Ich glaube fast, das mit der DDR war auch Liebe auf den ersten Blick, die musste ebenfalls mein "Gequatsche" aushalten.

Rainer-Maria und warum sollte ich...ist doch sowieso alles Geschichte.
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Sirius » 25. Oktober 2011, 09:00

Edelknabe hat geschrieben:
Sirius und die Reperationszahlungen bei Friedensvertrag, da blicke ich nicht ganz durch? Reperationszahlungen von wem an wem, etwa der BRD an die Russen oder wen? Denn die DDR hatte doch 40 Jahre gelöhnt und das für den Westen gleich mit oder liege ich da irgendwie falsch?

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Nein, da liegst Du nicht falsch. Reparationsforderungen wären eher nicht von den vier Siegermächten gekommen, sondern von weiteren Kriegsteilnehmern wie Jugoslawien, Griechenland u.s.w..
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon CaptnDelta » 6. Dezember 2011, 10:16

Zicke hat geschrieben:
Edelknabe hat geschrieben:so wie auch ich als junger Grenzsoldat in Friedenszeit

nur haben wir bis Heute keinen Friedenvertrag nur einen ZWEI-PLUS-VIER

Nur wuerde ich (als Deutscher) mal nicht so sehr darauf pochen, das koennte sehr teuer werden. Fuer 2+4 gab's 'nen Grund (und dafuer koennte man sich bei Gelegenheit mal bei Genscher bedanken, der das ganze in einem ueberschaubaren Rahmen hielt), und von den "4" werden keine weiteren Ansprueche kommen.
Allerdings duerfte man sich bei manchem der momentanen Pleitestaaten in Europa durchaus ein paar Brownie-Punkte sammeln, wenn man mit einem "Wir wollen einen 'echten' Friedensvertrag"-Plakat ueber den Marktplatz laeuft.

-Th
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Edelknabe » 6. Dezember 2011, 17:22

Ich schau da rein wie ein Schwein ins Uhrwerk, was bedeutet überhaupt so ein 2 plus wieviel Vertrag für Deutschland? Nimmt da einer 2 Bierflaschen und dann nochmal 4 Bierflaschen und will die alleine trinken?
Und was hat das mit den Wehrmachtsdeserteuren zu tun, die doch kein leichtes Los im direkten Nachfolgestaat des Dritten Reiches zu ziehen hatten, weil sie wohl Verräter an der Sache, am Vaterland waren?

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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Ari@D187 » 15. März 2012, 21:37

augenzeuge hat geschrieben:Es gab lange keine klare Richtung, einige Urteile von NS-Richtern gegenüber Deserteuren wurden im Nachhinein aufgehoben, andere wiederum nicht.
Immerhin äußerte man zunehmend Verständnis für Deserteure. Erste Deserteurdenkmäler entstanden in den 80er Jahren in der BRD.
AZ

Deserteurdenkmale...hatte es erst für einen Scherz gehalten, aber da scheint es tatsächlich einige zu geben...

augenzeuge hat geschrieben:[...] Die BRD erkannte auch in der Regel die Fahnenfluchturteile der DDR bei geflüchteten NVA-Soldaten an. [...]

Wie ist das genau zu verstehen, Augenzeuge?

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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon augenzeuge » 15. März 2012, 22:03

Ari@D187 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Es gab lange keine klare Richtung, einige Urteile von NS-Richtern gegenüber Deserteuren wurden im Nachhinein aufgehoben, andere wiederum nicht.
Immerhin äußerte man zunehmend Verständnis für Deserteure. Erste Deserteurdenkmäler entstanden in den 80er Jahren in der BRD.
AZ

Deserteurdenkmale...hatte es erst für einen Scherz gehalten, aber da scheint es tatsächlich einige zu geben...

augenzeuge hat geschrieben:[...] Die BRD erkannte auch in der Regel die Fahnenfluchturteile der DDR bei geflüchteten NVA-Soldaten an. [...]

Wie ist das genau zu verstehen, Augenzeuge?

Ari


Damit meine ich, dass die "einfache" Fahnenfluchtverurteilung der DDR grundsätzlich von der BRD anerkannt und nicht als politische Verfolgung automatisch gewertet wird.

Erklärung des Bundesverfassungsgerichtes:
Nach dem Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetz (StrRehaG) sind strafrechtliche Entscheidungen eines DDR-Gerichts für rechtsstaatswidrig zu erklären und aufzuheben (Rehabilitierung), soweit sie mit wesentlichen Grundsätzen einer freiheitlichen rechtsstaatlichen Ordnung unvereinbar sind. Dies gilt insbesondere für Verurteilungen, die der politischen Verfolgung gedient haben.
In einem Katalog sind die Vorschriften aufgeführt, bei denen in der Regel davon auszugehen ist, daß auf ihnen beruhende Verurteilungen rechtsstaatswidrig waren (z.B. staatsfeindliche Hetze, ungesetzlicher Grenzübertritt, Wehrdienstentzug und Wehrdienstverweigerung). Der Tatbestand der Fahnenflucht ist in diesen Katalog nicht aufgenommen. Rehabilitierung wegen einer solchen Verurteilung kann also nur erlangt werden, wenn im Einzelfall Umstände für eine politische Verfolgung nachgewiesen werden.
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Ari@D187 » 15. März 2012, 22:19

augenzeuge hat geschrieben: [...]Der Tatbestand der Fahnenflucht ist in diesen Katalog nicht aufgenommen. Rehabilitierung wegen einer solchen Verurteilung kann also nur erlangt werden, wenn im Einzelfall Umstände für eine politische Verfolgung nachgewiesen werden.
AZ

Vielen Dank erstmal für die Erläuterung! Als Nichtjurist verstehe ich das so, daß ein fahnenflüchtiger DDR-Soldat nicht rehabilitiert wurde, da (meist) keine politische Verfolgung vorlag. Er wurde also in der Bundesrepublik strafrechtlich verfolgt bzw. verurteilt?

Stehe immer noch auf dem Schlauch, entschuldige... [hallo]

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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon SkinnyTrucky » 15. März 2012, 23:10

Wie unwichtig ob man mal wegen Fahnenflucht aus der DDR verurteilt wurde....falls das mal als Belastung in irgendeinem Dokument auftauchen sollte, dann hätte das Gegenüber wohl so ziemlich immer Verständnis dafür und würde demjenigen auf die Schulter klopfen und sagen: hasse juht jemaacht Jung.... [muede]

groetjes

Mara, nicht verurteilt wegen dem begangenem Deliktes....
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon S51 » 16. März 2012, 00:44

Ari@D187 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben: [...]Der Tatbestand der Fahnenflucht ist in diesen Katalog nicht aufgenommen. Rehabilitierung wegen einer solchen Verurteilung kann also nur erlangt werden, wenn im Einzelfall Umstände für eine politische Verfolgung nachgewiesen werden.
AZ

Vielen Dank erstmal für die Erläuterung! Als Nichtjurist verstehe ich das so, daß ein fahnenflüchtiger DDR-Soldat nicht rehabilitiert wurde, da (meist) keine politische Verfolgung vorlag. Er wurde also in der Bundesrepublik strafrechtlich verfolgt bzw. verurteilt?

Stehe immer noch auf dem Schlauch, entschuldige... [hallo]

Ari


Er hat zwar pauschal keine Rehabilitierung zu erwarten wenn er hierfür in der DDR verurteilt wurde. Im Einzelfall jedoch schon. Einzelfälle können zum Beispiel Fahnenfluchten aus den Reihen der Grenztruppen sein. Eine strafrechtliche Verfolgung in der BRD (Fahndung, Festnahme, Haftbefehl, U-Haft, Urteil, ggf. Haft) gab es meines Wissens jedoch nie und in keinem Fall. Da die betreffende Person nicht aus der Bundeswehr oder einer gleichgestellten Einheit fahnenflüchtig wurde, hat sie in der Bundesrepublik auch keinen Straftatbestand nur wegen der Flucht an sich erfüllt.
Das galt umgekehrt auch.
Maximal wäre eine Zurückweisung oder Abschiebung denkbar gewesen. Da in der Regel Fahnenflüchtige bei der jeweils anderen Seite aber willkommene Informationsträger waren...
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon S51 » 16. März 2012, 00:53

SkinnyTrucky hat geschrieben:...Fahnenflucht aus der DDR verurteilt wurde....falls das mal als Belastung in irgendeinem Dokument auftauchen sollte, dann hätte das Gegenüber wohl so ziemlich immer Verständnis dafür und würde demjenigen auf die Schulter klopfen und sagen: hasse juht jemaacht Jung.... ...


Das kann ich mir nicht so recht vorstellen dass dies noch irgendwo auftauchen könnte wo man es vorweisen müsste. Jedenfalls nicht im Strafregister denn die Verjährungsfristen sind lange überschritten. Na gut, im erweiterten Auszug vielleicht.
Ansonsten ist das mit dem "auf die Schulter klopfen" relativ. Wüßte doch jemand, der diese Unterlagen sieht, dass vor ihm schon mal jemand von dieser Person "verraten" und vielleicht "verkauft" wurde.
Da jedoch gibt es ziemlich gehässige Regeln gerade in Gewerben, die mit Sicherheit oder der Betreuung von Menschen in der einen oder anderen Form zu tun haben. Das könnte schon auf die Füße fallen, freilich ohne dass dies dann jemals als Grund zugegeben würde.
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Berliner » 16. März 2012, 02:54

Hier ein interessantes Video dazu: "Ich bin kein Verbrecher" – Die Deserteure der NVA

Berliner [hallo]
Nichts auf dieser Welt kann die Beharrlichkeit ersetzen.
Talent kann es nicht - nichts ist verbreiteter als erfolglose Maenner mit Talent.
Genie kann es nicht - unbelohntes Genie ist nahezu ein Sprichwort.
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Beharrlichkeit und Ausdauer alleine sind allmaechtig.


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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon Wolle76 » 2. Mai 2012, 18:40

Am allerschlimmsten sind die sogannten Seydlitz trupen gewesen. Graf Heinrich von Einsiedel ist noch hute bei den ehem. jagdfliegern Persona non grata da er mit seinem Flugzeug desertierte. Ich habe für diese Leute gar kein verständnis, das sind auch keine Wiederstandskämpfer .

Zum Thema Ehrung und Denkmaler für die Deserteure : Pfui !

genauso wie herr Staufenberg.Der hätte doch wenn er weiter Frontoffizier geblieben wäre und wenn der Krieg anders fortgegtangen wäre doch weiterhin Hitler zu gejubelt. Der hätte doch weiterhin keine Beförderung und keine Auszeichnung abgelehnt.
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„Den Charakter eines Volkes erkennt man daran, wie es seine Soldaten nach einem verlorenen Krieg behandelt. “

Leopold von Ranke
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Re: Vom Umgang der Bundesrepublik 1945-89 mit Wehrmachtsdeserteuren

Beitragvon SkinnyTrucky » 1. Juli 2012, 17:18

Wolle76 hat geschrieben:genauso wie herr Staufenberg.Der hätte doch wenn er weiter Frontoffizier geblieben wäre und wenn der Krieg anders fortgegtangen wäre doch weiterhin Hitler zu gejubelt. Der hätte doch weiterhin keine Beförderung und keine Auszeichnung abgelehnt.


Hat er aber nich....ich denk mal, nur das zählt....alles andere ist spekulativ, denn wir wissen allemal, welchen Mitmachzwang man ausgesetzt war in Diktaturen....

....ich bin selbst Deserteur und ich denke, das jeder der merkt, das er im falschen System dient, dieses System schwächt mit dem desertieren....und da muss man nicht auf den Deserteur rumhacken, nein man muss dann schauen was am System falsch ist....

Mara
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
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