Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Alles was das Militär betrifft, Armeen, Technik u.s.w. und militärgeschichtliche Themen

Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon augenzeuge » 13. April 2011, 20:21

Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nichtgebrauch dahinschwindet. Keiner darf für sich den Besitz der Wahrheit beanspruchen, sonst wäre er unfähig zu Kompromiß und überhaupt zu Zusammenleben.
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Re: Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon ex-maja64 » 13. April 2011, 21:13

augenzeuge hat geschrieben:Vielleicht ist es von Interesse: [denken]

http://www.n-tv.de/politik/Deutsche-im- ... 78481.html

AZ



Eher nicht.
Als DDR-Bürger mit guter Allgemeinbildung (und die ganz ohne Rechenschieber [grins] ), hat man sich auch darüber schon belesen.

Ein Foto zu diesem Thema von zurückliegenden Grenzexkursionen befindet sich auch noch in meinem Bestand. [wink]
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Re: Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon icke46 » 13. April 2011, 21:17

ex-maja64 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Vielleicht ist es von Interesse: [denken]

http://www.n-tv.de/politik/Deutsche-im- ... 78481.html

AZ



Eher nicht.
Als DDR-Bürger mit guter Allgemeinbildung (und die ganz ohne Rechenschieber [grins] ), hat man sich auch darüber schon belesen.

Ein Foto zu diesem Thema von zurückliegenden Grenzexkursionen befindet sich auch noch in meinem Bestand. [wink]
Heldrasteintreffen 028.JPG



Mario


Ohne nun hier wieder als Besserwisser rüberzukommen [mundzu] :

Zwischen Steuben und dem amerikanischen Bürgerkrieg liegen immerhin 100 Jahre -
nicht viel, aber immerhin [wink] .

Gruss

icke
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Re: Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon ex-maja64 » 13. April 2011, 21:33

Stimmt natürlich icke [peinlich] .
Aber die deutschen Einwanderer spielten auch schon im Unabhänigkeitskrieg eine führende Rolle.
Und ich hätte doch vom Bürgerkrieg auch kein Bild in meiner Galerie, zumindest was auf ihn bezogen ist.
Vielleicht war ja ein Steuben im Bürgerkrieg aktiv. [laugh]

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Re: Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon augenzeuge » 13. April 2011, 21:35

icke46 hat geschrieben:Zwischen Steuben und dem amerikanischen Bürgerkrieg liegen immerhin 100 Jahre -
nicht viel, aber immerhin [wink] .
icke


Das kann einem geübten DDR-Bürger schon mal mit dem Rechenschieber passieren, Icke.... [grins]

Scheinbar ist es doch notwendig, das Wissen wieder aufzufrischen. Fand ich ja auch. Immerhin kämpften sie auf der richtigen Seite. [super]

AZ
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Re: Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon Thomas 1948 » 13. April 2011, 22:02

von Steuben ist wahrscheinlich nicht geadelt worden
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Re: Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon Edelknabe » 14. April 2011, 06:28

Ich bin da nicht so geschichtlich bewandert Jörg, aber wer war denn damals die falsche Seite und warum haben nun ausgerechnet die Deutschen ...auf der richtigen Seite gekämpft?
Wenn ich heute mal die Zeit habe, wälze ich einmal meine Wälzer...muss mich da erstmal belesen. Also waren damals schon die Amis des Deutschen Freund? War das nicht ein Völkermischmasch...aus Italienern, Deutschen, Russen...usw...diese Amis und nur die Indianer die wahren Herren des Landes?
Aber wie geschrieben mit dem belesen.Muss da in der Schule nie dagewesen sein im Gegensatz zum Mario..."der hatte bestimmt immer Einsen und war der Liebling der Lehrerin, weil er wie ein kleiner Araber aussah?" Zumal, viele ostdeutsche Frauen standen wirklich auf Ausländer...entschuldige Mario und mit viel Humor sehen.

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Re: Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon augenzeuge » 14. April 2011, 07:47

Edelknabe hat geschrieben:Ich bin da nicht so geschichtlich bewandert Jörg, aber wer war denn damals die falsche Seite und warum haben nun ausgerechnet die Deutschen ...auf der richtigen Seite gekämpft?

Ganz grob. Sie kämpften für die Nordstaaten - für die Abschaffung der Sklaverei.

Zumal, viele ostdeutsche Frauen standen wirklich auf Ausländer...entschuldige Mario und mit viel Humor sehen.
Rainer-Maria


Oder war es doch nur die Brieftasche, auf die sie standen?

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Re: Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon nightfire64 » 14. April 2011, 17:44

Ich musste bei diesem Thema irgendwie sofort an "Fackeln im Sturm" denken, seufz! Bild
LG Kerstin [smile]
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Re: Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon Edelknabe » 14. April 2011, 18:02

Jörg,die Brieftasche mit der harten DM...die hatten die Ausländer....auch noch in der Hose,neben den anderen harten Sachen da kannst du Recht haben. Und Kerstin, ich schwärme gleich mit bei "Fackeln im Sturm". Meine Freundin war Kerstie Ally und der Fiesling, dieser Haudrauf mit seiner zarten Frau, die der Patrick Swayze so geliebt hatte.
Ich kann mir nur nie Namen merken aber habe sie alle, die Teile noch auf Video und Weihnachten werden sie abgefackelt...ach Quatsch...nein, sie werden im Sturm abgespielt.

Rainer-Maria ein Filmfan durch und durch.
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Re: Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon nightfire64 » 14. April 2011, 18:24

Edelknabe hat geschrieben: Und Kerstin, ich schwärme gleich mit bei "Fackeln im Sturm". Meine Freundin war Kerstie Ally und der Fiesling, dieser Haudrauf mit seiner zarten Frau, die der Patrick Swayze so geliebt hatte.
Ich kann mir nur nie Namen merken aber habe sie alle, die Teile noch auf Video und Weihnachten werden sie abgefackelt...ach Quatsch...nein, sie werden im Sturm abgespielt.

Rainer-Maria ein Filmfan durch und durch.



Lieber Rainer, ich kenne sie alle noch, hier ein paar Namen für dich. [hallo]

Kirsti Alley - Virgilia Hazard Grady , David Carradine - Justin LaMotte , Lesley-Anne Down - Madeline Fabray , Patrick Swayze - Orry Main , James Read - George Hazard

"Vom Winde verweht" war aber auch allerliebst. Wie die gute Scarlett, die Zeit für sich genutzt hat und Tara dann doch gerettet hat und nach dem Krieg wieder aufgebaut hat.

LG Kerstin [smile]
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Re: Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon Edelknabe » 14. April 2011, 19:11

Kerstin es gibt so viele gute Filme über den amerikanischen Bürgerkrieg, da fällt mir auf die Schnelle noch "Der letzte Mohikaner" mit Daniel Day-Lewis und Madeleine Stowe ein. Aber ich glaube, der spielte etwas eher in der Zeit...wie geschrieben, ich muss mich da noch belesen.
Wir müssten wirklich einmal den schon vorhandenen Filmfred beleben.

Rainer-Maria
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Re: Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon ex-maja64 » 15. April 2011, 20:14

thomas lindner hat geschrieben:von Steuben ist wahrscheinlich nicht geadelt worden
Thomas



Thomas, warum sollte er geadelt worden sein? Er wurde ja schon als Adeliger geboren. Hier ein Auszug aus Wikipedia:" Friedrich Wilhelm von Steuben wurde am 17. September 1730 in der Festung Magdeburg als Sohn des preußischen Ingenieurhauptmanns Wilhelm Augustin von Steuben geboren."

Hier der Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_ ... on_Steuben

Gruß vom Rennsteig, an den Fuß der Wartburg [hallo]
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Re: Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon Thomas 1948 » 16. April 2011, 16:22

Das von Steuben vom Adel stammt, habe ich gestern auch gelesen, aber stimmt das auch? Ich weiß nur das er als Bürgerlicher aufs Schiff gestiegen ist und als Adliger mit von und Titel Baron wieder abgestiegen ist. Ist schon lange her......
Habt ihr wirklich Interesse an den Bürgerkrieg und welche Rolle die Deutschen gespielt haben? Vor meinem letzten Umzug hätte ich helfen können hatte ja hunderte alte Zeitungen gesammelt aber dann alle weggeworfen, habe nur noch ca 200 von 1875 und 1877, könnte ich mal nachsehen dauert aber lange..........
Sammle ja selber Romanhefte über den Wilden Westen, besitze ca 2000Stück oder habe die gelesen und schon wieder getauscht, brauche also den Autor und den Titel,dann kann ich nachsehen.
Kleiner Tipp, habe gestern im Görlitzer Anzeiger 1868 gefunden daß General Schurz (Deutscher) 3 Stunden bei Bismark war.
Thomas [hallo]
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Re: Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon pentium » 23. Februar 2014, 17:37

Edelknabe hat geschrieben:Kerstin es gibt so viele gute Filme über den amerikanischen Bürgerkrieg, da fällt mir auf die Schnelle noch "Der letzte Mohikaner" mit Daniel Day-Lewis und Madeleine Stowe ein. Aber ich glaube, der spielte etwas eher in der Zeit...wie geschrieben, ich muss mich da noch belesen.
Wir müssten wirklich einmal den schon vorhandenen Filmfred beleben.

Rainer-Maria


Was man so alles in den Tiefen dieses Forums findet!!!! Einfach köstlich! Aber man kann das mit dem letzten Mohikaner so einfach nicht stehen lassen!
Der letzte Mohikaner ist ein 1826 erstmals erschienener historischer Roman des amerikanischen Schriftstellers James Fenimore Cooper (1789–1851), dessen Handlung zur Zeit des Siebenjährigen Krieges in Nordamerika angesiedelt ist. Rainer-Maria.
Siebenjähriger Krieg (1756–1763)
Der Sezessionskrieg oder Amerikanische Bürgerkrieg war der von 1861 bis 1865!
Ich will jetzt nicht nach deinen vielen guten Filmen fragen, Rainer-Maria! Ich mache es kurz, eine kleine Auswahl!

Die Geburt einer Nation (Birth Of A Nation, R: David W. Griffith, USA 1915) mit Lillian Gish, Mae Marsh, Henry B. Walthall

Fackeln im Sturm (North and South, Miniserie, 1985–1986) (Darstellung der Schlachten von Bull Run I, Antietam, Wilderness und Petersburg III) mit Patrick Swayze, James Read, Kirstie Alley

Gettysburg (Gettysburg, R: Ronald F. Maxwell, USA 1993) mit Tom Berenger, Jeff Daniels, Martin Sheen, Stephen Lang

Glory (Glory, R: Edward Zwick, USA 1989) mit Matthew Broderick, Cary Elwes, Morgan Freeman, Denzel Washington

Die Unbesiegten (The Undefeated, R: Andrew V. McLaglen, USA 1969) mit John Wayne, Rock Hudson, Antonio Aguilar

Vom Winde verweht (Gone With The Wind, R: Victor Fleming, USA 1939) mit Vivien Leigh, Clark Gable, Olivia de Havilland

Wer mit dem Teufel reitet (Ride with the Devil, R: Ang Lee, USA 1999) mit Tobey Maguire, Skeet Ulrich, James Caviezel

Zwei glorreiche Halunken (The Good, the Bad and the Ugly, R: Sergio Leone, ITA/ ESP 1966) (New-Mexico-Feldzug) mit Clint Eastwood, Lee Van Cleef, Eli Wallach, John Bartha

Gut, das waren die Filme. Ehe jetzt jemand berechtigt fragt: Was hat das mit dem Thema zu tun? Pentium.
Es tangiert das Thema peripher.
Nun haben wir ja schon einen Thread über die Deutschen Auswanderer in den USA. Hier könnte man sich auf die Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg konzentrieren.


Gleich zu Kriegsbeginn strömten Deutsche zu den Fahnen der USA und bildeten ein Regiment in Missouri und das 8. New Yorker Infanterie-Regiment, das lange Zeit unter dem Namen »German Rifles« bekannt war. Das erste Kavallerie-Freiwilligenregiment, die Erste New Yorker oder »Lincoln«-Kavallerie, war auf Betreiben deutscher Politiker, besonders Carl Schurz, aufgestellt worden.

Insgesamt stellten die deutschen Gemeinden komplette Regimenter: zehn Regimenter in New York, sechs in Missouri, fünf in Pennsylvania, vier in Wisconsin und drei in Illinois. Deutsche waren kompanieweise oder als Einzelgruppen in zahlreichen anderen Regimentern vertreten. So zur Hälfte z. B. in dem berühmten 82. Illinois-Regiment.
Einiges statistisches Durcheinander bereitet auch die Tatsache, daß Niederländer, Polen, Österreicher und Schweizer oft als Deutsche gerechnet werden. Eine deutsch-polnische Brigade kämpfte im XI. Korps der Potomac-Armee, das fast gänzlich aus Deutschen bestand, und an allen wichtigen Kämpfen im Osten mit schweren Verlusten teilnahm.

Es gab aber auch einen Schweizerisch-Deutschen Verband, der die rote Fahne mit dem weißen Kreuz in die Schlacht trug. Ein ganz besonderes Kennzeichen führte das 42. Pennsylvania-Regiment an der Mütze - einen Hirschschwanz. Die Einheit, aus Holzfällern und Waldläufern zusammengesetzt, hatte bald den Beinamen »bucktails«und war für ihre Schießkünste berühmt. Die Freiwilligen brachten zuerst ihre eigenen Gewehre mit, wurden später aber als Scharfschützen auch mit Sharps- und Spencergewehren ausgestattet. Neueinwanderer waren nicht nur in den Mannschaften, sondern auch in den Generalsrängen vertreten:
Unter den Brigadegenerälen waren: neun Deutsche, vier Iren, zwei Franzosen, je ein Russe, Pole, Ungar und Spanier.

Importierte Offiziere sollten nach Meinung der Regierung in Washington den Ausbildungsstand der Unionsarmeen heben, und die Botschafter in Europa waren stets bemüht, deutsche und andere Offiziere anzuwerben. Französische, britische und preußische Adlige folgten dem Ruf, integre Persönlichkeiten genauso wie Abenteurer und Glücksritter. Zu den ersten gehörten der preußische Offizier Prinz Felix von Salm-Salm, und ein Nachfahre jenes berühmten Steuben, der Baron Otto von Steuben, der bei Spotsylvania fiel. Die Unionsarmeen weisen insgesamt 57 adlige deutsche Offiziere auf.

Quelle:
Wilhelm Kaufmann 1911, Die Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Später vielleicht mehr!
mfg
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PS. Sorry Rainer-Maria. Das mit dem letzten Mohikaner. Ich konnte nicht anders, man hat mich dazu gezwungen...die Stimmen haben es mir...
Mir geht es aber gut!
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Re: Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon Sirius » 23. Februar 2014, 20:12

pentium hat geschrieben:
Gettysburg (Gettysburg, R: Ronald F. Maxwell, USA 1993) mit Tom Berenger, Jeff Daniels, Martin Sheen, Stephen Lang



Mit einer Länge von über 4 Stunden ist das wohl der längste Film zum Thema Sezessionskrieg, in dem es um die größte und wichtigste Schlacht geht - was die Zahl der beteiligten Soldaten und Opfer betrifft. Im Sommer 1863 führte die Konföderierten-Armee einen Feldzug, in dem es ihr gelang, am weitesten nach Norden vorzudringen. Sie gelangte bis nach Harrisburg in Pennsylvania. Während dieses Feldzugs traf der Norden bei Gettysburg auf den Süden. Aus dieser Begegnung entwickelte sich so etwas wie eine Entscheidungsschlacht des Bürgerkriegs. Der Süden verlor mit dieser Schlacht seine Offensivkraft, es gelang ihm nie mehr, in den Norden vorzudringen. Der Krieg dauerte danach dennoch fast zwei Jahre. Aus strategischer Sicht könnte man Gettysburg deshalb grob mit Stalingrad vergleichen.

Nach dem Film "Gettysburg" wurde später das Prequel "Gods and Generals" gedreht, in dem es um die Ereignisse in den Jahren bis zu Gettysburg geht. In diesem Film "God and Generals" gibt es die Figur "Johann August Heinrich Heros von Borcke". Es gab nicht viele Deutsche, die auf der Seite des aristokratisch geprägten Südens kämpften, da die meisten Deutschen mit dem "freieren" Norden sympathisierten. Von Borcke war der wohl berühmteste Deutsche der konföderierten Armee. Skurill war seine Verletzung, an der er wahrscheinlich erst 32 Jahre später starb .

...Borcke wurde 1855 preußischer Kavallerie-Offizier, diente bei den Garde-Kürassieren und bis 1862 im 2. Brandenburgischen Dragoner-Regiment. Finanzielle Schwierigkeiten zwangen ihn jedoch, den Dienst zu quittieren, woraufhin er 1862 nach Amerika auswanderte, wo er im Mai in Charleston (South Carolina) eintraf und bald in die Südstaaten-Armee eintrat.

Zunächst diente er im Rang eines Majors als Stabschef und rechte Hand des berühmten Kavallerieführers der Nord-Virginia-Armee, des Reitergenerals James Ewell Brown Stuart, mit dem er bald eng befreundet war. Unter dessen Kommando nahm Borcke, der „Giant dressed in gray“ (wegen seiner Körpergröße von fast 2 m und seiner grauen Felduniform „Riese in Grau“ genannt), an großen Schlachten der Südstaaten-Kavallerie teil, wie z. B. in der Schlacht bei Brandy Station (9. Juni 1863). Nur zehn Tage später wurde er am 19. Juni 1863 in der Schlacht bei Middleburg (Virginia) schwer verwundet: Eine Kugel trat in seinen Hals ein, prallte an den Knochen ab und fiel durch die Luftröhre in seine Lunge, wo sie blieb und über die folgenden Jahre eine schleichende Bleivergiftung verursachte.

Diese Verwundung zwang Borcke, den aktiven Dienst zu quittieren. Dennoch wurde er am 20. Dezember 1864 zum Lieutenant Colonel im Adjutant-General's Department in der „Provisional Army of the Confederate States of America“ befördert und 1864–1865 auf eine diplomatische Mission der konföderierten Regierung nach England geschickt.

Borcke war in der konföderierten Armee sehr bekannt und wurde wegen seiner Tapferkeit und Kühnheit verehrt. Er gilt als der bedeutendste deutsche Offizier in der konföderierten Armee und als einer der glänzendsten Reiterführer. Er führte im Kampf u.a. einen preußischen Kürassierpallasch Modell 1816 mit sich, der ihm den Beinamen Preuße mit dem langen Schwert eintrug. Diese Blankwaffe hängt im Capitol (Parlamentssitz) zu Richmond (Virginia). Nach seinem Ausscheiden würdigte ihn der Südstaaten-Congress in einer Resolution ausdrücklich: „... that the thanks of Congress are due, and the same hereby tendered to Major Heros von Borcke for his selfsacrificing service to our Confederacy, and for his distinguished services in support of our cause.“

Der Name von Borcke genießt in den Südstaaten unverändert hohes Ansehen. So war seine Person, dargestellt vom US-Schauspieler Matt Lindquist, noch im Jahr 2003 eine der Figuren im US-Film Gods and Generals von Ronald F. Maxwell (Drehbuch und Regie).

Im Jahr 1866 nach Deutschland zurückgekehrt, diente er sofort im Preußisch-Österreichischen Krieg wiederum in der preußischen Armee (als Major bei den 3. Dragonern), wo er an der Schlacht von Königgrätz und am Vormarsch nach Böhmen teilnahm[1], dann aber wegen seiner alten Verwundung den Dienst quittierte. Im selben Jahr schrieb er seine Erinnerungen an den Amerikanischen Bürgerkrieg (englische Erstausgabe 1866).

Erst nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst heiratete er 1867 und lebte anschließend bis 1879 auf den Gütern seines Vaters in Pommern. Nach dessen Tod zog er auf sein eigenes Gut Giesenbrügge im Landkreis Soldin, wo er auch begraben ist. Auf seinem Gut soll er regelmäßig die Flagge der Konföderierten gehisst haben.

1884 reiste Borcke nochmals in die USA, um alte Kriegskameraden zu besuchen. Zurück in Deutschland veröffentlichte er nur wenige Jahre vor seinem Tod noch einige Bücher.

Bezüglich der Objektivität seiner Berichte wird er allerdings auch in den USA gelegentlich als „der Baron Münchhausen der Konföderierten“ („the Baron Munchhausen of the Confederacy“) bezeichnet. Einer dieser Kritiker umschreibt dies sehr wohlwollend: „Von Borcke's memoirs are set apart from other such documents by their author's unabashed enthusiasm for the art of civilized warfare, and by his uniquely European, and aristocratic, outlook on the American Civil War.“ Douglas Southall Freeman übte zwar eine ähnliche Kritik, hob aber die Nützlichkeit der Memoiren für die Interpretation der Kampagnen von Jeb Stuart hervor und lobte Borckes Geschichte der Reiterschlacht von Brandy Station.

http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Aug ... von_Borcke
Ignoriertes Mitglied: Interessierter/AkkuGK1

Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.
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Re: Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon pentium » 23. Februar 2014, 20:49

Johann A. W a g e n e r
Oberst der konföderierten, wesentlich aus Deutschen bestehenden Artillerie in Charleston, S. C. Wurde Brigadegeneral. Später Bürgermeister von Charleston. 1824 bei Bremerhaven geboren. Er kommandierte in Charleston, als diese Brutstätte der Rebellion von dem deutschen General Schimmelfennig eingenommen wurde. Ein Deutscher mußte die Rebellenfahne einziehen und ein anderer Deutscher hißte die Sterne und Streifen. Wageners beste Tat ist die Verteidigung des Forts Walker, welches er erbaut hatte (November 1861). Zwei seiner Söhne, der jüngste erst 15 Jahre alt, kämpften hier unter dem Vater. Die Hälfte der Besatzung wurde getötet oder verwundet.

Quelle:
Wilhelm Kaufmann 1911, Die Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

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PS. Nicht wundern über die Ausdrucksweise ist teilweise dem Orginal entnommen. Siehe Brutstätte der Rebellion
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Re: Die Rolle der Deutschen im amerikanischen Bürgerkrieg

Beitragvon pentium » 20. Mai 2014, 17:05

artillerie_12.jpg


The German Light Artillery

Im Dezember 1860 rekrutierten Charlestons deutschstämmige Bürger die German Light Artillery.

http://www.nps.gov/civilwar/search-regi ... CSCBACHCAL

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