Deutsche in der Fremdenlegion

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Re: Deutsche in der Fremdenlegion

Beitragvon Edelknabe » 1. Januar 2011, 15:31

Stephan, ein guter Buchtipp dazu und natürlich wirst du das Buch nur noch im Antiquariat finden: " Kaspar Schmalenbach/ Flucht ins Leben/Erlebnisberichte aus Vietnam...die Erinnerungen eines ehemaligen Legionärs der französischen Fremdenlegion, gedruckt im Verlag Neues Leben 1954".
Viel Glück beim Suchen.

Rainer-Maria
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Re: Deutsche in der Fremdenlegion

Beitragvon Edelknabe » 1. Januar 2011, 22:03

Stephan, gleich noch ein Text hinterher, aus einem alten Forum und ich hoffe Wolfgang B. wird mir nicht böse sein, das ich ihn, seinen Text über seinen Vater hier verwende/einstelle.

Hallo Rainer-Maria, und alle miteinander,

möchte Dir hier mal Deine Frage zu meinem Vater (Indochina) beantworten, in aller Kürze versteht sich, denn ich könnte mittlerweile einen Roman darüber schreiben.

Mein alter Herr war von August 1950 bis Oktober 1954 in der Fremdenlegion. Er hatte sich wie üblich für 5 Jahre verpflichtet, wurde jedoch vorzeitig als "Invalide" ausgemustert. Die Verwundung durch Mörsersplitter zog er sich allerdings schon im September 1953 zu, was in aber nicht darin hinderte bis zum bitteren Ende (Mai 54) in Indochina seinen A... hinzuhalten. Er hat's überlebt, um eine Deiner Fragen zu beantworten. Musste ja schließlich 1957 noch seinen "Erben" zeugen. Ach nee, gezeugt hat er mich ja schon 1956, war ja noch ne Zeit in der Pelle.

- Also, Unterschrift August 1950 in Marseille, vorher natürlich angeworben in der französischen Zone.
- 08. September 1950 bis 16. Januar 1951 in Algerien.
- Vier Wochen Überfahrt mit der Pasteur (ehemals Bremen) von Oran nach Saigon.
- Ab April 1951 in Hoa Binh (Tonkin)
- Am 13.12.1951 - Porté disparu au Combat du Col de Lang. Auf deutsch: Vermisst im Kampf am Col de Lang. Die I°CIE des I/5°R.E.I. war auf der R.C.4 (Route Coloniale 4) nach Langson als Eskorte unterwegs, geriet in einen Hinterhalt der Vietminh. Mit Hilfe zweier "Sherman-Spähpanzer" konnte sich ein kleiner Teil der Kompanie nach hinten durchschlagen. Etwa 40 Legionäre, darunter mein Vater, blieben verschwunden. Bei diesem Gemetzel wurde übrigens der beste Freund meines Vaters, Willy Holtz vom eigenen Panzer zermalmt. Willi B. war Gefangener der Vietminh und verbrachte die nächsten Wochen im Dschungel, ständig mit kleinen Trupps der Vietminh unterwegs.
- Am 02.02.1952 - Libéré par les rebelles. Der Legionär Willi B. wurde einfach freigelassen, oder besser gesagt, im Dschungel ausgesetzt. Nachdem er geschworen hatte, nie mehr die Waffe gegen die sozialistischen Waffenbrüder zu erheben, durfte er sich zu den eigenen Leuten durschlagen.
- Normalerweise oder wie üblich, wäre er jetzt von der Legion nach Afrika zurück geschickt worden. Falls er den Vietminh nochmals in die Hände fiele, wäre er ansonsten zu Tode gefoltert (Beispiele gibt's genug) worden. Mein Alter blieb aber in Vietnam (3 1/2 Jahre!), er war ein echt harter Brocken. Zunächst erholte er sich im Hauptquartier in Saigon, hatte dort auch eine hübsche, um nicht zu sagen wunderschöne "Braut".
- Im April 1952 wurde er zur 13°D.B.L.E. versetzt und nahm an mehreren Operationen wie etwa "Mouette" oder "Brouchet" teil. Dabei wurde er, wie schon erwähnt im Oktober 1953 bei Phung Cing in Nordvietnam verwundet.
- Doch schon im November 1953 war Caporal Willi B. in Dien Bien Phu. - Dazu stell ich noch ein Bild ein. Mein Vater war mit der 3/13°D.B.L.E. auf der Stellung "Beatrice". Von etwa 450 Mann des 3/13°D.B.L.E. blieben am Ende nicht einmal 80 Mann übrig. Ich habe einige dieser Überlebenden, wie auch einige andere Weggefährten, Kameraden und Freunde meines Vaters kennen lernen dürfen. Alleine mit den Erinnerungen dieser Männer könnte ich ein Buch schreiben, was ich vielleicht auch mal mache

- Der Angriff der Vietminh auf Dien Bien Phu hatte zur Folge, dass die Stellung "Beatrice" schon in der ersten Nacht nicht mehr existierte. Schon hier wurden zahlreiche Gefangene gemacht, die nach dem "Waffenstillstand" im Mai 54 unter erbärmlichen Umständen in Straflager verbracht wurden. Einer davon war ein Freund meines Vaters, Karl Sch. aus Frankfurt/M., ein anderer Sergant E.B. aus Stuttgart, hat mir über den Kampf und die Gefangenschaft berichtet. Die Gefangenschaft, Rainer-Maria, dauerte übrigens etwa 6 Monate ab D.B.P., war aber mörderisch. Zurück zu Beatrice, wo die wenigen Überlebenden versuchten sich ins Zentrum von D.B.P. zu retten. Wenigen, auch meinem Vater, gelang es tatsächlich. Aber schon am nächsten Tag mussten sie den Eingeschlossenen von "Huguette" zu Hilfe eilen. Dieses Unternehmen endete mit dem abermaligen Rückzug ins Zentrum, nur waren die Überlebenden von Beatrice noch weiter dezimiert worden. Am Ende wurden die Reste des 3/13°D.B.L.E. nochmals mit anderen "zusammengewürfelten Haufen" losgeschickt um "Isabelle", die letzte Stellung zu entsetzen, auch dieses Unternehmen scheiterte kläglich. Wie gesagt, am Ende kehrten weniger als 80 Legionäre des 3/13°D.B.L.E. in die Heimat zurück.
- Mein Vater wurde mit einem der letzten "Verwundetentransporte" aus Dien Bien Phu ausgeflogen. Er war psychisch und pysisch am Ende, schlicht kampfunfähig.
- Am 23. Mai 1954 (Kapitulation 8.5.54) trat er von Cap St.Jacques (Hanoi) die Rückfahrt nach Algerien an.
- In Algerien blieb er noch bis zum 5. Oktober 1954, dann begann seine "Heimreise"

Am 31. Oktober 1954 bekam er auf Vermittlung der französischen Fremdenlegion (Offenburg) eine Wohnung und Arbeit (bei den franz. Besatzern) in Freiburg. Und Rainer-Maria, im gleichen Monat kam sein Bruder Helmut (der mit den Mädchen), der im August 1950 meinen Vater am Niederrhein aus den Augen verlor, ebenfalls nach Freiburg. Zuvor hatten sie höchstwahrscheinlich versucht nach Ziesar, also in die DDR zurück zu gelangen. Da fehlen mir aber noch einige Beweise.

Caporal Willi B. erhielt übrigens u.a. diese Auszeichnungen:

- Médaille des blesses.
- Médaille coloniale ...Extrême Orient
- Médaille commémorative ...campagne d'Indochine
- Croix de guerre des TOE avec étoile des bronze
- Croix de guerre des TOE avec palme
- Médaille militaire



So, kürzer ging's nicht!






Grüsse aus Freiburg im Breisgau,
Wolfgang
----------------------------------------
Das utopische Prinzip Hoffnung wird erst
wahr, wenn sich Wolf und Schaf in Liebe
vereinen.
----------------------------------------
>> http://wobaco.npage.de <<
>> http://familienbande.de.to <<

Wie am Anfang geschrieben, entschuldige Wolfgang aber ich fand, dein Text ist zu interessant, um nur in einem Grenzforum zu verweilen.

Ein ehrliches Danke vom Rainer-Maria
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Re: Deutsche in der Fremdenlegion

Beitragvon ex-maja64 » 1. Januar 2011, 22:22

Na Rainer wenn das mal keinen Ärger gibt [shocked], du kannst nicht einfach so von irgendwoher Texte einkopieren, dazu gibt es in allen Foren Regeln.
Bei Bildern mag das etwas anders sein, da gibt man zumindest die Quelle mit an.Meine vom Eisenacher Treffen, sollen ja angeblich sich auf deiner Festplatte befinden,ich frage mich nur wie kamen sie dahin, ich hatte noch nie eine eMail Adresse von dir, aber egal du sollst sie haben.
Das wollte ich nur mal so anmerken.


Mario, der sich heute mal die Mühe gemacht hat herauszufinden, wie man in seine Bilder Wasserzeichen einbringt und das auch begriffen hat und bei zukünftigen Bildern machen wird. Zumal auch mir hier schon unterstellt wurde, ich hätte von jemand anderen Bilder eingestellt.
Aber wie erwähnt bei Texten ist die Sache noch sensibler.


Bild
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Re: Deutsche in der Fremdenlegion

Beitragvon Edelknabe » 1. Januar 2011, 23:29

Wenn Mario, und ich hoffe, ich kann dich noch ...nein besser, wir sind noch Freunde, so hoffe ich doch aller Unstimmigkeiten, also ich hoffe, der Wolfgang wird mir nicht gleich mit dem Rechtsanwalt kommen? Ich bin weiterhin ganz unschuldig, nicht "Kalt wie Hundeschnauze",wie einmal von einer/meiner Muse betitelt, die du doch gut kennst...und schmunzel, es ist Kerstin, deine geliebte sächsische Braut aus meiner Heimatstadt Leipzig.

Rainer-Maria, der doch den Klartext über Alles liebt.
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Re: Deutsche in der Fremdenlegion

Beitragvon ex-maja64 » 1. Januar 2011, 23:38

Edelknabe hat geschrieben:.... also ich hoffe, der Wolfgang wird mir nicht gleich mit dem Rechtsanwalt kommen?


Der Wolfgang sicher nicht, aber vielleicht der kleine dicke Nero aus der Wetterau mit seiner Hydra. [grins]
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Re: Deutsche in der Fremdenlegion

Beitragvon karl143 » 2. Januar 2011, 00:21

Mario, ist zwar OT aber mal ganz kurz: Du kannst soviel Wasserzeichen einsetzen wie du willst. Du erschwerst dem Bilderdieb nur die Arbeit, verhindern kannst du den Diebstahl nicht. Es gibt nun leider mal keinen Schutz im Netz, und wenn ich einen Screenshot mache um an ein Bild zu kommen. Außerdem greift hier das deutsche Bild- und Urheberrecht nicht, da wir uns auf einem US-Amerikanischen Server befinden. Zu den Fotos: Entweder man akzeptiert zähneknirschend das ab und zu Fotos mißbraucht werden, ansonsten darf man keine einstellen. Und jedes Foto hier aus der Bildergalerie kopier ich dir mit einem Rechtsklick auf der Maus auf die Festplatte. So einfach ist das.
karl143
 

Re: Deutsche in der Fremdenlegion

Beitragvon ex-maja64 » 2. Januar 2011, 00:29

@karl nun bin ich schon ein bißchen überrascht, das mit den Bildern ist mir schon klar, wenn auch vom Edelknaben hier nur die Thumbshots eingestellt wurden.
Aber ich dachte das Einstellen seines obigen Beitrages macht Euch etwas Bauchschmerzen, nun gut, wenn ihr keine habt, ich schon mal gleich gar nicht.

Mario Bild
Zuletzt geändert von ex-maja64 am 2. Januar 2011, 00:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Deutsche in der Fremdenlegion

Beitragvon karl143 » 2. Januar 2011, 00:32

Mario,
meine Antwort bezog sich nur auf die Bilder und deine Mitteilung mit den Wasserzeichen. Den Beitrag habe ich mir nicht durchgelesen. Er ist mir ehrlich gesagt, um diese Zeit jetzt auch zu lang. Heute ist auch noch ein Tag..... [hallo]
karl143
 

Re: Deutsche in der Fremdenlegion

Beitragvon S51 » 2. Januar 2011, 04:18

Thomas Bindig hat geschrieben:Hallo zusammen,
Es gibt ja welche die in der Fremdenlegion gedient haben.
...Mich würde es sehr Interessieren ein bisschen mehr von wem zu erfahren der bei
der Fremdenlegion gedient hat.
...Stephan


Hallo Stephan,

1995 wurde mir ein Angebot für einen Contract gemacht. Doch war es mir zu wenig Sold, auch hatte ich bessere Angebote.
Folgendes wirst du kennen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Fremdenlegion

http://www.legion-recrute.com/de/

Bitte nie vergessen, Werbung ist immer auch ein bischen ehrlicher als ehrlich. Zu beachten ist hier auch das Wehrpflichtgesetz, siehe hier:
http://bundesrecht.juris.de/wehrpflg/__8.html
und das StAG
http://www.gesetze-im-internet.de/rustag/__28.html

Alles mal ausgehend davon, dass der Interessent ein Deutscher ist. In Österreich beilspielsweise gelten noch ganz andere Regeln, macht man sich sogar strafbar.
Ganz nebenbei und ich bitte darum, nicht falsch zu verstehen: Wehrdienst in irgendeiner Form in fremden Armeen, sei es nun die Französische oder spanische Legion oder irgendeine andere Truppe kann den, der sich dort beteiligt, immer mal vor die Frage stellen, was er macht, wenn er gegen seine eigenen Landsleute kämpfen muss. Das liegt nun mal in der Natur der Sache. Und dann hat Derjenige in der Regel nicht die Möglichkeit zu sagen, er wolle nicht schießen...
1982-1985 UaZ, GK Nord, GR 20, 2. und 7. GK, GF und GAK, VPI Bln-Lichtenberg, K III
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