Spaniens Himmel...........

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Beitragvon SCORN » 27. November 2010, 21:45

Spaniens Himmel……..

mich würde mal interessieren wie die werte Forumsgemeinde das enagagement deutscher Staatsbürger im spanischen Bürgerkrieg von 36-39 sieht. Im Jahre 1936 putschte General Franko mit tatkräftiger Unterstützung Hitlers die demokratisch gewählte Volksfrontregierung Spaniens hinweg. Alsbald fanden sich auf der Iberischen Halb Insel Menschen aus aller Herren Länder wieder um sich zu engagieren- auf der einen oder anderen Seite.

Eigentlich lies man die spanische Regierung am langen Arm verhungern, außer Sowjetrussland konnte sich keine Regierung dazu entschließen der rechtmäßigen Regierung Spaniens militärisch zu helfen. Anders sah es auf der anderen Seite aus, mit der Legion Condor half der „GRÖFAZ“ recht effektiv den Putschisten und legte probehalber mal ganze spanische Kleinstädte in Schult und Asche.

Interessant an der ganzen Sache ist, das progressiv denkende Menschen in privater initiative dem spanischen Volk zu Hilfe kamen. Ironie der Geschichte ist das Menschen wie Ernest Hemingway und Erich Mielke auf derselben Seite der Barikade kämpften……..oder ist es gar keine Ironie?

http://www.youtube.com/watch?v=2CZgXSAAhis

gruss SCORN
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Re: Spaniens Himmel...........

Beitragvon Edelknabe » 27. November 2010, 22:20

Scorn, ich steh schon einmal auf der Seite der Barrikade, wo dieser von dir genannte Schriftsteller und Der stand, der doch alle in seinem DDR-Volk liebte.
Hut ab eigentlich vor Denen, die damals auf der Seite der Volksfront standen und für ein wiederrum völlig fremdes Volk gestorben sind.Das muss man erstmal draufhaben. Ich las einmal ein Buch" Der spanische Krieg", ich glaube von diesem Ludwig Renn(eigtl. Arnold Vieth von Golßenau) oder so ähnlich geschrieben, es hatte mir wirklich sehr gut gefallen.

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Re: Spaniens Himmel...........

Beitragvon augenzeuge » 27. November 2010, 22:55

Generell ist das Engagement der deutschen Staatsbürger positiv zu bewerten. Letztlich verfolgten die Kämpfer wie Mielke, Hemmingway oder auch Picasso, Orwell u.a. nicht immer die Politik der UdSSR. Das kam ihnen teuer zu stehen. Der sowjetische Geheimdienst NKWD liquidierte nicht wenige deutsche Kämpfer, die von der vorgegebenen Linie Moskaus abwichen.

Der Mißerfolg gegen die Putschisten wurde jedoch auch durch die Einstellung der UdSSR-Hilfe bereits Anfang 1938 fundamentiert. Und dies, obwohl die internationalen Brigaden noch nicht lang vor Ort waren.
AZ
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Re: Spaniens Himmel...........

Beitragvon SCORN » 27. November 2010, 23:45

augenzeuge hat geschrieben: Der sowjetische Geheimdienst NKWD liquidierte nicht wenige deutsche Kämpfer, die von der vorgegebenen Linie Moskaus abwichen.

Der Mißerfolg gegen die Putschisten wurde jedoch auch durch die Einstellung der UdSSR-Hilfe bereits Anfang 1938 fundamentiert.
AZ


hallo AZ,
meinst du damit dass der nkwd in spanien deutsche interbrigadisten liquidierte? ist mir so nicht bekannt, hast du quellen? fakt ist leider dass im jahr 38 ein grossteil der aus spanien zurückkommandierten sowjetischen offiziere dem wahn stalins zm opfer fielen.
der sieg der putschisten ist weniger auf die einstellung der offiziellen hilfe durch die su nach anderthalb jahren bürgerkrieg zurück zu führen als auf die "neutralität" der anderen europäischen staaten sowie deren dultung hitlers legion condor.

gruss
SCORN
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Re: Spaniens Himmel...........

Beitragvon CaptnDelta » 28. November 2010, 07:15

Hallo SCORn,

SCORN hat geschrieben:meinst du damit dass der nkwd in spanien deutsche interbrigadisten liquidierte? ist mir so nicht bekannt, hast du quellen? fakt ist leider dass im jahr 38 ein grossteil der aus spanien zurückkommandierten sowjetischen offiziere dem wahn stalins zm opfer fielen.

Ja, die gibts, z.B. der nach dem Krieg nach den Kanada/USA uebergelaufene NKWD-Verbindungsoffizier zur spanischen Regierung, Alexander Orlow bestaetigte dies. Bekannte Opfer dieser Liquidationen sind z.B. Kurt Landau, Andre Nin, Jose Robles.

Noch besser: Der NKWD-Agent "Paul Bach" alias "Fritz Leissner" alias Erich Mielke war als Adjudant von "General Gomez" (alias Wilhelm Zaisser) bei diesen Denunziationen/Liquidationen mittendrin, das bestaetigen unabhaengig sowohl Alexander Orlow als auch der Major in der "Karl-Marx-Division" Walter Janka.

O-Ton Janka:
"Waehrend ich an der Front gekaempft und auf Faschisten geschossen habe, hat Mielke im Hinterland gedient und dort auf die (verbuendeten) Trotzkisten und Anarchisten geschossen".

Die Angst Stalin's vor den Gedanken seines in Mexiko im Exil lebenden Wiedersachers Trotzky war sehr gross, und die Ideen Trotzky's fanden in Spanien reichlich Zuspruch, deswegen wurde gegen Abweichler der Linie Stalin's unbarmherzig vorgegangen. Nebenher wurde Mielke auf diese Art auch gleich seinen "Mordskollegen" Erich Ziemer los, welcher an den Attentaten auf die beiden Polizisten in Berlin beteiligt war.

SCORN hat geschrieben:der sieg der putschisten ist weniger auf die einstellung der offiziellen hilfe durch die su nach anderthalb jahren bürgerkrieg zurück zu führen als auf die "neutralität" der anderen europäischen staaten sowie deren dultung hitlers legion condor.
Zu dieser Darstellung wuerde ich jetzt allerdings ein paar gute Quellen moegen.

Sicher war 1936 die englische/franzoesische Appeasement-Politik sowie der nord-amerikanische "Isolationism" noch in vollem Gange (genau das umgekehrte haelt man denen heutzutage entgegen...), auch war die Legion Condor sicher um einiges brutaler und unnachsichtiger als die "Republikaner" und ihre Brigaden, jedoch gabs auch auf der Seite Franco's Freiwillige Brigaden aus Polen oder Italien.

Als Hauptgrund fuer die Niederlage werden jedoch die internen Kaempfe des NKWD gegen die internationalen Brigaden aufgrund befuerchteter oder realer Einfluesse von Trotzkisten und anderweitig-kommunistisch gepraegten Anschauungen gesehen, welche effektiv die Niederlage besiegelten, siehe z.B. POUM, SAP, ILO, oder Andre Nin. Die ploetzliche Aufgabe der Unterstuetzung Stalin's 1938 ergibt sich meiner Meinung nach aus der Annaeherung Stalin's mit Hitler zu dieser Zeit, welche weniger als ein Jahr spaeter in einem beruehmten Pakt aufgehen sollte.

Fuer viele der internationalen Kaempfer war dies der persoenliche Wendepunkt und die Abkehr vom Sozialismus/Kommunismus sowjetischer Praegung, als Beispiel George Orwell, oder John Dos Passos (dessen Freund und Kollege Jose Robels vom NKWD in Spanien ermordet wurde). Fuer Orwell wurde der Spanienkrieg zum Grund, "Farm der Tiere" zu schreiben, der Eber "Napoleon" stellt Stalin dar. Der oben erwaehnte Alexander Orlow beobachtete diese Entwicklung, das einer nach dem anderen seiner in die Sowjetunion zurueckgekehrten Kollegen und Mitkaempfer "verschwandt", weswegen er sich mit seiner Familie nach Kanada absetzte. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, wie sich Stalin die spanischen Goldreserven unter den Nagel riss - welche einen groesseren Wert darstellten als die gesamten Hilfeleistungen der SU in diesem Krieg.

Das beste literarische Werk ueber diese Zeit in Spanien ist nach meiner Meinung Orwell's "Homage to Catalonia" ("Mein Katalonien", in der deutschen Uebersetzung), welches fuer mich eine bessere und differenziertere Darstellung der damaligen Gegebenheiten ergibt als die Lieder von Ernst Busch.

-Th

PS: gibts da eine verlaessliche Quelle das Hemmingway in Spanien tatsaechlich gekaempft hat? Soweit ich weis war er Berichterstatter/Journalist, hat sich jedoch an den Kampfhandlungen nicht beteiligt.

PPS: ich moechte hier nicht so rueberkommen, als wenn es den Idealismus der Spanienkaempfer nicht gegeben haette, eher im Gegenteil: Es wird in ueberall beschrieben das und wie es diesen gab, und sicher hatten diese den "moral high ground". Das Stalin (auch mit Hilfe seines dumpfen Lakaien Mielke) diesen Idealismus fuer seine Zwecke ausnutzte ist fuer mich eine der grossen tragischen Punkte in der Geschichte des "Real-Sozialismus".

PPPS: Ich hab die obigen Zitate (z.B. Janka's) in Buchform (siehe z.B. John Koehler), jedoch heute zu faul zum scannen. Bei Bedarf reich ich das nach ;)
..Totalitarianism does not mean that such regimes in fact exercise total control over their people, it means rather that such control is in their aspiration.
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Re: Spaniens Himmel...........

Beitragvon SCORN » 28. November 2010, 09:21

hallo cptn.
es gibt für mich keinen grund deine darstellung zu bezweifeln. meiner meinung nach ist Stalins wirken nicht das grösste Verbrechen des "Real Sozialismus" sondern das grösste Verbrechen am Sozialismus Versuch überhaupt.

trotzdem bleibt das ehrliche und aufopfernde engagement tausender menschen eine ehrenwerte und erinnerungswürdige sache.
um so tragischer das dies durch stalins politik hintertrieben wurde und so viele menschen sinnlos starben.

gruss
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Re: Spaniens Himmel...........

Beitragvon karl143 » 28. November 2010, 10:08

Zum spanischen Bürgerkrieg. Meine Meinung dazu, kein Land hat eigentlich das Recht in so einem einzugreifen. Wenn Hitler in einen Krieg eintrat, kann man eigentlich erahnen, welchen Zweck dieser Eintritt hatte. Genauso verurteile ich für mich, das mitmischen von kommunistischen Kämpfern. Beide Seiten führten hier mMn einen Stellvertreterkrieg auf Kosten der spanischen Zivilbevölkerung. Wer da auch gekämpft hat, mit Ruhm haben sich beide Seiten nicht bekleckert.
Für Deutschland war es Übungsvorbereitung u. a. im Bereich Logistik für den 2. Weltkrieg.
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Re: Spaniens Himmel...........

Beitragvon CaptnDelta » 30. November 2010, 10:07

SCORN hat geschrieben:trotzdem bleibt das ehrliche und aufopfernde engagement tausender menschen eine ehrenwerte und erinnerungswürdige sache.
um so tragischer das dies durch stalins politik hintertrieben wurde und so viele menschen sinnlos starben.

Hallo SCORN,

da geh' ich 100% mit. Es ist -trotz alledem- fuer mich bewunderungswuerdig, wie viele damalige Spanienkaempfer mit Stolz auf ihre Zeit dort zurueckblickten. Einer unserer Lehrmeister in Chemnitz, SED-Mitglied, war auch dort, und hat uns viel von der damaligen Zeit erzaehlt. Ein interessanter Mensch, er war sich auch nicht zu Schade (wie viele der "echten" Genossen), mir am letzten Tag dort als es "rueber" ging noch alles Gute und viel Glueck zu wuenschen.
"Ein Pfund Jakobs-Kaffee fuer Weihnachten" wuerde er gern haben, hat er mir noch gesagt. Das erste Weihnachten hab' ich's verpennt, das zweite Weihnachten war er dann schon gestorben. Irgendwie schlepp ich das heute noch mit mir 'rum...

-Th
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Re: Spaniens Himmel...........

Beitragvon turtle » 30. November 2010, 13:01

Ich fand sie bewundernswert diese freiwilligen der internationalen Brigaden. Sie haben versucht den Anfängen des Faschismus Einhalt zu bieten. In wem die Stunde schlägt von Ernest Hemingway schön beschrieben.
Von Karl Ernst 1936
1. Spaniens Himmel breitet seine Sterne
Über unsre Schützengraben aus;
Und der Morgen grüßt schon aus der Ferne,
Bald geht es zum neuen Kampf hinaus.

Refrain:
Die Heimat ist weit,
Doch wir sind bereit,
Wir kämpfen und siegen für dich:
Freiheit!

2. Dem Faschisten werden wir nicht weichen,
Schickt er auch die Kugeln hageldicht.
Mit uns stehn Kameraden ohne gleichen
Und ein Rückwärts gibt es für uns nicht.
Refrain:

3. Rührt die Trommel. Fällt die Bajonette.
Vorwärts marsch. Der Sieg ist unser Lohn.
Mit der roten Fahne brecht die Kette.
Auf zum Kampf das Thälmann Bataillon.
Refrain:

Wir sangen es oft in der Schule,

Gruß Peter(turtle)
turtle
 

Re: Spaniens Himmel...........

Beitragvon HPA » 25. Oktober 2016, 20:48

Gucke soeben auf Arte das "Heldenepos" der Internationalen Brigaden - unter anderem mt der sehr zweifelhaften Rolle der Sowjetunion, die sich ihre Waffenhilfe mit dem gesamten Goldschatz der spanischen Republik hat bezahlen lassen


http://www.arte.tv/guide/de/058378-000- ... country=DE
Zuletzt geändert von HPA am 25. Oktober 2016, 20:51, insgesamt 1-mal geändert.
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