Der einsame Tod von DDR-Star Stübner

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Der einsame Tod von DDR-Star Stübner

Beitragvon Interessierter » 27. Juni 2019, 13:46

Er spielte gegen die ganz Großen, glänzte gegen Platini, Giresse, Scifo und Prosinecki.
Jörg Stübner († 53) war eines der besten Fußball-Talente des Ostens, wurde in den 80er-Jahren in der DDR gefeiert wie ein Popstar.

Anders als seine Dresdner Teamkollegen Ulf Kirsten (53) und Matthias Sammer (51) schaffte er es nicht, Karriere im vereinigten Deutschland zu machen.


Am Montag starb der frühere Fußballstar von Dynamo Dresden einsam. Seine Mutter fand ihn leblos in ihrer Wohnung im 10. Stock eines Plattenbaus in Dresden-Prohlis. Die Todesursache ist noch unklar.

Der Ex-Nationalspieler (47 Länderspiele) galt als depressiv, ein Sozialfall. Selbstmord schließt die Polizei jedoch aus.

Sprecher Stefan Grohme (37): „Derzeit gibt es keine Hinweise, dass es sich bei dem Todesfall um einen Suizid handelt.“

Wahrscheinlich war sein Herz nach jahrelangem Alkohol- und Medikamentenkonsum einfach zu geschwächt. Und dazu kam noch die Hitze. Ex-Mitspieler Ralf Minge (58): „Der Verlust von ,Stübs‘ macht mich tief traurig.“

Kumpel Ulf Kirsten: „Das Schicksal von ihm hat viele Fans über Jahre begleitet und niemanden unberührt gelassen. Ein trauriger Tag für uns alle!“

Sein Absturz vom Star zum Sozialfall begann mit dem Mauerfall. Kirsten und Sammer bekamen Angebote von Topklubs, Stübner nur von Unterhaching. Und dort sollte er ein Probetraining absolvieren, das er ablehnte.

1995 nach dem Ende der Beziehung zu seiner großen Liebe Katja verlor er völlig den Halt: „Ich kam in einen Teufelskreis von Alkohol und Tabletten, habe mein Leben weggeworfen.“
Er versuchte ein neues Leben auf Gran Canaria, arbeitete für einen Hungerlohn als Erntehelfer.

„Nach der Wende bin ich mit dem Druck meines Namens und meinen Berührungsängsten nicht zurechtgekommen“, sagte er 2004 zu BILD.

2018 wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er einen Nachbarn mit einer Gaspistole bedroht hatte.

Zuletzt gab es jedoch Hoffnung, dass er zurück ins Leben findet. Er saß bei Dynamo-Heimspielen auf der Tribüne, sollte in der Nachwuchsschule des Klubs mitarbeiten.

Seine Dämonen aber waren offensichtlich stärker.

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Re: Der einsame Tod von DDR-Star Stübner

Beitragvon Harsberg » 28. Juni 2019, 05:58

Stübner nur von Unterhaching. Und dort sollte er ein Probetraining absolvieren, das er ablehnte.


Da frage ich mich, war es Überheblichkeit oder Dummheit.
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