DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Fussball, Sommer und Wintersport, eben alles zum Thema Sport

DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon augenzeuge » 14. September 2010, 19:09

Doping. Es passierte überall. In Ost und West. Aber in der DDR meinte man bisher, dass die Erfolge auf dem besseren Sportlerausbildungssystem basierten und Doping damit kaum etwas zu tun hatte. Nun, auch diese Lüge ist nicht mehr haltbar....

Thomas Köhler,früherer Vizepräsident des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB), hat fast 20 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung sein Gewissen erleichtert und als erster ehemaliger DDR-Sportfunktionär Doping von Minderjährigen zugegeben.

Der heute 70-Jährige berichtet von systematischem Staatsdoping.
Köhler: „Wenn Sportler bereits ab dem 16. Lebensjahr beteiligt wurden, geschah das vor allem unter Beachtung ihres biologischen Reifegrades und in besonderer Verantwortung und Kontrolle ihrer Sportärzte.“ Zynischer geht es kaum.

Der Sprecher des Dopingopfer-Hilfe-Vereins, Uwe Trömer, hat Aussagen des früheren Sportfunktionärs Thomas Köhler über das Dopingsystem der DDR als „unverschämte Lüge“ bezeichnet. „Herr Köhler schreibt, es habe Minderjährigendoping erst ab 16 Jahren, es habe keine schweren Nebenwirkungen gegeben und die DDR habe das Doping unter Kontrolle gehabt“, sagte Trömer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Das Gegenteil war der Fall.....Ich kann beweisen, dass es anders war. Die Akten sind vorhanden und bekannt.“

Zusammenfassung der Aussagen ehemaliger DDR-Athleten:
92 Prozent der früheren Hochleistungssportler Skeletterkrankungen an, 52 Prozent haben Probleme mit dem Bewegungsapparat beim Stehen, 38 Prozent der Opfer sind psychisch labil und in Gefahr, sich selbst zu schädigen bis hin zum Selbstmord. Die Hälfte der Befragten wurde nach eigenen Angaben vor dem 14. Lebensjahr zum ersten Mal gedopt.

Die frühere Jenaer Sprinterin Ines Geipel:"Die Dopingopfer sterben weg, Herr Köhler aber sitzt mit guter Rente in seiner chicen 10.000-Ostmark-Villa und promotet nun mit dieser Lüge sein Buch.“

Ohne Kommentar!
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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon karl143 » 14. September 2010, 20:15

Naja, der Köhler schreibt jetzt über Dinge, die schon länger bekannt sind, und auch bewiesen sind. Siehe die Verfahren, welche Dopingopfer angestrengt haben. Neu ist vielleicht, das selbst ein ehemaliger Funktionär jetzt offen zugibt, das flächenmäßig und sogar bei Jugendlichen Dopingmittel eingesetzt wurden. Und das alles nur, um den Staat DDR in ein gutes LIcht zu rücken. Es ist wirklich widerwärtig was den Menschen angetan wurde. Aber leider hat sich der jetzige bundesdeutsche Sport damit arrangiert. Wenn ich an die ganzen ehemaligen DDR Trainer denke, von deren Vergangenheit man weiß, und die noch heute bei den Verbänden aktiv sind. Einfach schlimm für die Opfer.
karl143
 

Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon Edelknabe » 28. September 2011, 18:31

Wie schrieb ich vor kurzem in einem Fred sinngemäß: " Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die westdeutschen Wasserleichen Auftrieb erhalten."
Hier kommt die Erste.

Gefunden in der Leipziger Volkszeitung vom 27.09.2011 unter Studie/Doping-Forschung subventioniert

Berlin (dpa). Zur Wahrung der Chancengleichheit mit dem Ostblock-Sport hat es laut einer Studie in der Bundesrepublik in den siebziger und achtziger Jahren "staatlich subventionierte Anabolika-Forschungen" und ein "systematisches Doping" gegeben. Dies sagt Gieselher Spitzer(Humboldt-Universität) gestern bei der Vorstellung der Studie "Doping in Deutschland". Das 1970 gegründete Bundesinstitut für Sportwissenschaft habe "Forschungen mit Anabolika, Testosteron und anderen für Dopingzwecke geeigneten Substanzen" koordiniert.
Die Studie stützt sich auf Archivdokumente und auf Aussagen von Zeitzeugen.

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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon augenzeuge » 28. September 2011, 18:36

Rainer, hast du das nicht gelesen? [hallo]
viewtopic.php?f=37&t=1100&p=37083#p37083
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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon Edelknabe » 28. September 2011, 18:50

Bin ich Moses Jörg? Und ich lese schon viel hier im Forum aber nun gerade deinen Beitrag....oh Frau wo ist die Peitsche, ich muss mich geiseln gehen für diese Nachlässigkeit und ne, ist kein Spassthema.

Rainer-Maria trotzdem Danke für den Hinweis, du bist der Beste...nach mir.
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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon Nostalgiker » 28. September 2011, 19:10

wie heißt ein gängiger Werbeslogan? Spiegelleser wissen mehr!
Hier ein Artikel aus dem aktuellen Heft zum Thema. ...staatlich geförderte Dopingforschung in Westdeutschland Leider nur der Anfang des Artikels, Ihr sollt euch das Heft kaufen. [mad]
Ich habe es. [freu]

Gruß
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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon Interessierter » 28. September 2011, 22:42

Nostalgiker hat geschrieben:wie heißt ein gängiger Werbeslogan? Spiegelleser wissen mehr!
Hier ein Artikel aus dem aktuellen Heft zum Thema. ...staatlich geförderte Dopingforschung in Westdeutschland Leider nur der Anfang des Artikels, Ihr sollt euch das Heft kaufen. [mad]
Ich habe es. [freu]

Gruß
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Das Thema ist hier aber die DDR und Minderjährige und dazu kann ich in dem zitierten Beitrag nichts finden.


[flash]
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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon Nostalgiker » 28. September 2011, 23:30

Interessierter, entschuldige Vielmaß.
Das Thema ist hier aber die DDR schreibst Du.
warum so bescheiden?
Ist das Thema nicht einzig und allein immer nur die DDR, egal welches Thema?
In der DDR gab es Täter und Opfer, in der Bundesrepublik Ahnungslose.
Hast schon recht über Ahnungslose braucht man sich nicht auszutauschen und was haben Ahnungslose schon "aufzuarbeiten" wenn sie ahnungslos sind.

Gruß
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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon augenzeuge » 29. September 2011, 07:48

Nostalgiker hat geschrieben:In der DDR gab es Täter und Opfer, in der Bundesrepublik Ahnungslose.
Gruß
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Alle Gruppen gab es und gibt es überall. Ganz schlimm sind jeweils die willentlich ahnungslos Bleibenden, die selbst meinen Wissend zu sein.
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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon Interessierter » 29. September 2011, 08:43

Nostalgiker hat geschrieben:Interessierter, entschuldige Vielmaß.
Das Thema ist hier aber die DDR schreibst Du.
warum so bescheiden?
Ist das Thema nicht einzig und allein immer nur die DDR, egal welches Thema?
In der DDR gab es Täter und Opfer, in der Bundesrepublik Ahnungslose.
Hast schon recht über Ahnungslose braucht man sich nicht auszutauschen und was haben Ahnungslose schon "aufzuarbeiten" wenn sie ahnungslos sind.

Gruß
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Nostalgiker, sei doch bitte einfach so freundlich und nehme zur Kenntnis, daß ich Doping weltweit verurteile und selbstverständlich auch in der damaligen BRD.
Da gäbe es für mich auch nichts abzustreiten oder schönzureden oder gar zu argumentieren, daß es so etwas in der DDR auch gegeben hätte.
Derartig hilfose Rechtfertigungsversuche erinnern mich immer an die Schulzeit, als Hans bei einem Streich erwischt wurde, dieser sagte: " Aber Fritz hat das auch gemacht " .

[flash]
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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon Nostalgiker » 29. September 2011, 10:55

Interessierter,
ich habe weder etwas abgestritten noch Rechtvertigungsversuche gestartet.

Es ist für mich nur eigenartig das Paralell zum von mir erwähnten Spiegelartikel mit ziemlich viel medialen Getöse verkündet wird "Ost Funktionär gesteht endlich Doping".
Das mit dem Doping ist nun seit 20 allgemein bekannt.

Über eventuelle Langzeitfolgen wurde damals, Ost wie West, nicht großartig nachgedacht. Es ging darum den Gegner zu schlagen und das mit allen Mitteln die Erlaubt und besonders mit denen die nicht erlaubt sind.
Es ist im Nachhinein sehr erstaunlich wieviel Energie in die Entwicklung von immer "besseren" Mitteln gesteckt wurde die nicht oder nur sehr schwer nachweisbar sind.

Das auch diese Mittel Jugendlichen verabreicht wurden ist nicht zu entschuldigen, auch nicht damit die Anderen hätten ja auch.

Nur und das ist das fatale an der ganzen Sache, ging es im Sport und das große Ganze, Glanz und Ruhm, darum zu zeigen wer das bessere System hat um seine Athleten siegen zu lassen.

Es geht nicht darum das Hans etwas macht was Fritz auch macht.
Der Krieg der Systeme, auch kalter Krieg genannt, machte selbst vor dem Sport nicht halt und wie ich schon sagte schien den Verantwortlichen jedes Mittel recht. Moralische Verantwortung? Im Nachhinein vielleicht? Wo ich davon Überzeugt war das Richtige und das Beste zu machen?
Nein, die Einsicht unnmoralisch gehandelt zu haben, kann ich von einen amoralischem Menschen in der Regel nicht erwarten.

Trotzdem möchte ich anmerken das entweder nicht alle Sportler in der DDR gedopt haben oder unwissentlich gedopt wurden und wenn gedopt wurde nicht alle Schäden davongetragen haben
Denn auch die Pharmaindustrie welche diese Mittel herstellt, sie fallen nicht vom Himmel, trifft eine Schuld da Untersuchungen zu Langzeitwirkungen nicht gemacht worden. So scheint es jedenfalls.

Übrigens habe ich letztens gelesen das Birgit Fischer, ihres Zeichens die Weltbeste Kanutin(eigentlich Kajak) aller Zeiten, es mit knapp 50 Jahren nochmals wissen möchte und wieder ins Kajak gestiegen ist mit dem Ziel sich für Olympia 2012 zu Qualifizieren und dort vielleicht eine Medaille zu erringen.
Beweisen "muß" sie niemandem irgendwas.

Eine absolute Ausnahmeathletin.
Meine Meinung hätte sie jemals gedopt würde sie sich Heutzutage sowas nicht antun.

Gruß
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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon augenzeuge » 5. Dezember 2011, 19:17

30 Jahre ist es her, dass der DDR-Turner Ralf-Peter Hemmann in Moskau Weltmeister am Sprung wurde. Der Titel ging in die Turngeschichte ein und das, obwohl er laut Aussagen des Moskauer Labors positiv auf ein Anabolikum getestet wurde. Hemmann wurde aus dem Turnen entfernt, behielt seinen Titel und fragt sich bis heute, was denn damals wirklich passiert ist.
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1620354/
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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon augenzeuge » 10. Juli 2015, 21:36

Cornelia Reihhelm, ehemalige Ruderin, wurde schon im Alter von 13 Jahren in der DDR unwissentlich gedopt. Sie soll nun eine staatliche Rente bekommen.

Die 4. Kammer des Sozialgerichts Magdeburg sprach ihr am Freitag einen Grad der Schädigungsfolgen (GdS) von 60 zu; ihr Anspruch beginnt rückwirkend im Juli 2007. Dies ist das erste Urteil für ein Doping-Opfer, seit die ehemalige Kanutin Kerstin Spiegelberg im vergangenen Jahr in Berlin einen befristeten Anspruch auf Opferrente durchsetzte.

Cornelia Reichhelm hat erst lange nach dem Fall der Mauer durch die Auswertung von Krankenakten und Protokollen der Stasi rekonstruieren können, dass sie als Kind und Jugendliche in der Ruder-Abteilung des SC Dynamo (Ost-)Berlin unwissentlich gedopt worden und ihr unter anderem die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls verheimlicht worden war.

http://www.faz.net/aktuell/sport/sportp ... 96018.html

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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon Interessierter » 11. Juli 2015, 06:13

Für den Fall, dass das Landesamt Revision einlegt, kündigte sie Strafantrag vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Den Haag an.


Wieso ist das eigentlich nicht längst durch die zuständige Staatsanwaltschaft geschehen?
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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon Spartacus » 11. Juli 2015, 14:04

Na Gott sei Dank stellen sich nun mal die Gerichte auf die Seite der Opfer.

Das Gericht hob damit einen Bescheid des Landesamtes für Gesundheit und Soziales Berlin auf, welches den Zusammenhang von Doping und schwerer Schädigungen der Wirbelsäule durch Überlastung bestritt.


Hier liegt das Problem, denn ehem. politischen Häftlinge geht es nicht anders, da sie in der Beweispflicht
sind, genau wie die ehem. Sportler, die schon als Kinder missbraucht wurden.

LG

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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon Edelknabe » 11. Juli 2015, 18:54

Entschuldigt mal aber wie verbinde ich denn das:

"Bandscheibenvorfall wurde verheimlicht
Cornelia Reichhelm hat erst lange nach dem Fall der Mauer durch die Auswertung von Krankenakten und Protokollen der Stasi rekonstruieren können, dass sie als Kind und Jugendliche in der Ruder-Abteilung des SC Dynamo (Ost-)Berlin unwissentlich gedopt worden und ihr unter anderem die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls verheimlicht worden war."
Textauszug ende

Also Doping geht doch in Ordnung nur kam nun der Bandscheibenvorfall durch die Pillen oder bissel zu viel sportliche Anstrengung oder....durch was denn nun? Gehe ich mal so in meine Ferienarbeit(so 12-15 Jahre jung) zurück war da kein Erwachsener der meinte..."Junge, hebe das mal besser nicht an weil, das könnte unter Garantie deine Bandscheibe schädigen"

Und ne, heute grüßt mich doch meine Bandscheibe, und zwar bei jeden Mörtelsack a.40kg aus dem Baumarkt. Also 25kg machen auch schon leichte Beschwerden?

Rainer-Maria die Cornelia köstlich ne, das Mädel braucht wohl noch ne Aufstockung zur gewöhnlichen Rente....so nehme ich mal gut an. Also da beantrage ich doch auch gleich....wo kann man da ...gleich nochmal den Antrag wegen "Kinderverachtender" DDR-Ferienarbeit einreichen?
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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon Spartacus » 12. Juli 2015, 12:21

Rainer das Mädel wurde mit 13 Jahren gedopt, ohne das sie einen blassen Schimmer hatte.
Denk mal an deine Töchter und dann schalte mal dein Gehirn ein. Wer war also schuld, das
Mädel vielleicht? Und Rente, braucht sie dann wohl nicht, der ging es ja so gut in der DDR.

Schau dir mal Gerd Bonk an, der mit 63 Jahren ins Koma fiel und dann elendiglich verreckt ist.
Der war mal mein großes Vorbild und du findest so was lustig.

Ich nicht!

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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon Edelknabe » 12. Juli 2015, 17:29

Besser lesen Spartacus,denn ich finde hier überhaupt nichts lustig. Ich schrieb vom Bandscheibenvorfall und das ich das Doping nicht in Frage stelle.Nur kam der BSVFall nun durch einfach zu viel Sport oder gar die Pillen? Nichts anderes fragte ich?

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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon augenzeuge » 12. Juli 2015, 17:53

Edelknabe hat geschrieben:Nur kam der BSVFall nun durch einfach zu viel Sport oder gar die Pillen? Nichts anderes fragte ich?

Rainer-Maria


Das ist überhaupt nicht die Frage und völlig egal. Die Gewichte wurden ihr ja auch vorgegeben. Die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls wurde gestellt und verheimlicht!!
Wenn die Ärzte ihr absichtlich etwas vorlügen, damit sie ggf. nicht selbst ihr Verhalten ändert, dann ist es doch ne eindeutige "Sauerei" im Namen des so humanen Sozialismus, oder?
Darum geht es.
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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon Edelknabe » 12. Juli 2015, 18:11

Ohne hier den Krümmel suchen zu wollen. Ich lese bei anderen Fällen, das Jugendliche gnadenlos aussortiert wurden, wenn ihre Leistung nicht mehr den Anforderungen der Sportschulen entsprachen. Ich lese bei Cornelia verschwiegener Bandscheibenvorfall. Nur war denn damit überhaupt noch Hochleistung als Ruderer möglich? Das irritiert mich etwas und ja, die Frau klagt durch alle Instanzen,denn erst wurde ja Anders entschieden. Und ich verstehe das auch, ihr Dranbleiben gerade weil es um monatliches Geld im Alter geht.

Rainer-Maria also "Kinderarbeit", der war gut im Link, deswegen brachte ich ja das eigene Beispiel mit der Ferienarbeit.
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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon augenzeuge » 4. August 2015, 07:32

Ex DDR Leichtathlet Stephan Gaßmann

Ein Trainer und zwei Funktionäre baten ihn in der Mittagspause ins Zimmer, saßen ihm, zunächst freundlich, gegenüber. „Sie sagten, dass ich meinem Leistungsniveau entsprechend an Wettkämpfen im Ausland, auch im kapitalistischen, teilnehmen solle“, erinnert sich Gaßmann. Aber das gehe natürlich nur mit ganz spezieller medizinischer Unterstützung unter ärztlicher Kontrolle. Der junge Athlet unterbrach die Funktionäre: „Ich mache kein Doping.“

Die Mienen verfinsterten sich. Woher er denn diesen Ausdruck habe, fragte man ihn. Er schaue zum Beispiel ZDF-Sportstudio und andere Beiträge zu diesem Thema und wisse doch, was los sei, medizinische Unterstützung ist doch nichts anderes als Doping, erwiderte er.

Das Trio ließ den Sportler abtreten: eine Nacht Bedenkzeit. „Das waren Stunden mit viel Tränen, viel Angst“, so Gaßmann. Er blieb am Tag darauf bei seiner Entscheidung. Daraufhin sagte ihm mit scharf-ironischem Unterton ein Funktionär: „So, da haben wir einen feinen Platz bei der Armee für Sie.“

Gaßmann durfte ab sofort nicht mehr mit den anderen trainieren. Und auch nichts dazu sagen. „Ich hatte Schweigepflicht.“

http://www.thueringer-allgemeine.de/web ... e-45608961

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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon Interessierter » 4. August 2015, 09:33

Einfach widerlich wie dieses SED Regime in Gesundheit und alle Bereiche des Lebens von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eingriff.
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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon Rei » 4. August 2015, 21:22

Interessierter hat geschrieben:Einfach widerlich wie dieses SED Regime in Gesundheit und alle Bereiche des Lebens von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eingriff.


Ach die böse widerliche DDR und was war mit Doping in der BRD ?
Wenn Du mal etwas im Internet suchst,dann wirst Du Beiträge finden,denn dort nehmen sich beide Staaten nicht viel.
Das dazu.
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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon augenzeuge » 4. August 2015, 21:29

Rei hat geschrieben:
Interessierter hat geschrieben:Einfach widerlich wie dieses SED Regime in Gesundheit und alle Bereiche des Lebens von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eingriff.


Ach die böse widerliche DDR und was war mit Doping in der BRD ?
Wenn Du mal etwas im Internet suchst,dann wirst Du Beiträge finden,denn dort nehmen sich beide Staaten nicht viel.
Das dazu.


Ein ganz großer Unterschied liegt auf der Hand....

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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon Volker Zottmann » 4. August 2015, 21:30

Doch @Rei,
Ich haben nie gehört, dass bei allem westdeutschen Doping unwissend Kinder und Jugendliche "gefüttert" wurden.
Vielleicht mag es anders gewesen sein, doch gehört habe ich das nie.

Ich weiß aber, dass an der DHfK in Leipzig Jugendliche unter Anderem zu Spitzenruderern ausgebildet, getrimmt worden. Ich weiß, dass Derjenige, der das Pensum aus gesundheitlichen Gründen nicht packte, sogar mitten im Schuljahr die Schule rücksichtslos wieder wechseln musste/sollte. Und zum Frühstück gab´s nicht nur Müsli!

Gruß Volker
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http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon augenzeuge » 22. August 2015, 21:13

Der Doping-Experte Werner Franke hat schwere Vorwürfe gegen Ärzte ehemaliger DDR-Turnerinnen erhoben. Sie sollen den Mädchen nach Ende der Sport-Karriere Wachstumshormone von Leichen gespritzt haben.

Der Heidelberger Molekularbiologe und Dopingexperte Werner Franke hat bei der Staatsanwaltschaft in Berlin Sportmediziner der ehemaligen DDR wegen des Verdachts der Körperverletzung angezeigt. Die Ärzte sollen, so berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", Turnerinnen im Teenageralter zunächst durch die Gabe von Anabolika klein gehalten und sie dann nach Karriereende mit einem Wachstumshormon aus Leichen wieder gestreckt haben.

http://www.welt.de/sport/leichtathletik ... haben.html

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Re: DDR-Funktionär gibt Doping von Minderjährigen zu

Beitragvon Interessierter » 30. August 2015, 11:51

Wie im Beitrag der " Welt " zu lesen, ist ausführlich im Spiegel das Nachstehende zu lesen:

FRANKENSTEINS LABOR

Sportmediziner der DDR hielten Turnerinnen mit Anabolika klein.
Nach dem Karriereende der jungen Frauen spritzten Ärzte ihnen Wachstumshormon, das Leichen entnommen wurde.
Viele der Athletinnen sind heute invalide.


Die Berlinerin Heike M. Ist jetzt 52 Jahre alt. Sie erzählt in einem ruhigen Ton von ihrem Leben als Turnerin, von den 7 Stunden Training jeden Tag, nur am Sonntag war frei.

Heike M. Bleibt sachlich, selbst wenn sie über die Qualen berichtet, die sie in der Turnhalle ertragen musste: „ Seit der siebten Klasse war ich an keinem Tag mehr schmerzfrei „. Und über die vielen Spritzen: Die Ärzte hätten ihr selbst während der Wettkämpfe Injektionen gesetzt.

Mit 16 Jahren musste sie ihre Karriere beenden – aus gesundheitlichen Gründen. Ihr Körper könne die „ erheblichen Wirbelsäulenbelastungen im Leistungsturnen „ nicht mehr aushalten, schrieb ein Gutachter.

Das Leiden war mit dem Rücktritt der Heike M. Nicht zu Ende. Es sollte erst richtig beginnen.
Heute hat sie die Krankenakte eines Bauarbeiters: eine ausgedehnte Degeneration der Hals- und Lendenwirbel, einen Ausriss der Trizepssehne, eine Verknöcherung des Ellenbogens, Entzündungen im Hüftgelenk, anfallartige Kopfschmerzen, Schmerzen in den Schultern und vielen anderen Muskelregionen, Depressionen.

Die ostdeutschen Ärzte spielten offenbar Frankenstein mit Turnerinnen wei Heike M. Zunächst bekamen sie anabole Steroide.Die vermännlichenden Hormone sollten die Mädchen klein halten und belastbarer machen. Später als sie nicht mehr als Spitzenturnerinnen einsetzbar waren, erhielten sie Wachstumshormon.

Hergestellt aus männlichen Leichen – damit sollten die Teenager auf ihre normale Größe zurückgespritzt werden.

Die Manipulation des Wachstums gehören zu den unmenschlichen Belastungen, denen Spitzenturnerinnen ausgesetzt werden.

Gudrun Fröhner lange Jahre Turnverbandsärztin in der DDR, hat 1998 vor Gericht den Einsatz von Steroiden zugeben müssen.

Quelle: Printausgabe des Spiegel Nr.35
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