Zahlensender auf Kurzwelle

Sender, Sendungen, eben allgemeine TV und Radio Themen

Zahlensender auf Kurzwelle

Beitragvon pentium » 30. August 2014, 12:57

Wer Geheimdienste live erleben will, muss nur das Radio einschalten: Auf Kurzwelle sind verschlüsselte Botschaften an Agenten zu hören. Funk-Amateure fangen den Spuk im Äther auf.

Zitat:
Jochen Schäfer, 30, wusste genau, auf welcher Frequenz er lauern musste: 4270 Kilohertz. Punkt 22.00 Uhr am ersten Donnerstag im November empfing er das Signal aus der Schattenwelt - den Ton H in drei aufsteigenden Oktaven. Dann meldete sich eine mechanische Frauenstimme: "Achtung, Achtung". Monoton folgten Zahlen in Fünfergruppen: "7 0 2 4 0 - 2 8 2 1 1 - ..." Nach einigen Minuten verabschiedete sich die Unbekannte mit "Ende, Ende".
...
Selten gerät das geheime Radionetz in den Blick der Öffentlichkeit: 1988 enttarnte die britische Spionageabwehr einen Kunsthändler in London, der einen falschen niederländischen Pass auf den Namen "Erwin van Haarlem" besaß, als Informanten des tschechoslowakischen Dienstes StB. Mit seinem Küchenradio hatte van Haarlem im Verlauf von 13 Jahren 200 Zahlenbotschaften von einem Prager Sender empfangen. Entziffert hatte er sie mit Codes, die in ausgehöhlten Seifenstücken versteckt waren...]

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-25834624.html

Die Enthüllungen des US Geheimdienst Agenten Edward Snowden zeigen: Der US Geheimdienst ist bei allen Email- und Telefonunterhalten mit dabei. In der Welt der Geheimdienste gibt es aber auch die kleine Dimension: Agenten benutzen nach wie vor Kurzwellensender und Zeugnis davon sind die mysteriösen Zahlensender, die auch heute noch zu hören sind.

http://www.digitalbrainstorming.ch/webl ... ender.html

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Re: Zahlensender auf Kurzwelle

Beitragvon Dille » 30. August 2014, 17:27

@Pentium -- ich habe sie oft gehört, ich war durch meine Auslandsaufenthalte viel auf Kurzwelle unterwegs und erinnere mich an dieses "Achtung, Achtung, ich rufe...." und von den Zahlengruppen ist mir diese "fünnef" besonders im Gedächtnis geblieben. Beileibe nicht nur der tschechische Geheimdienst, sondern sehr viel auf Deutsch, ich nehme mal an, DDR- Deutsch. (und natürlich ging da auch einiges in West- Ost Richtung, hab' ich doch 1971 nicht schlecht gestaunt, was man mir z.B. so aus meinem alten DDR- Betrieb an Details erzählen konnte....)

Gruß, Dille
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Re: Zahlensender auf Kurzwelle

Beitragvon pentium » 30. August 2014, 17:38

Hier ein weiterer Beitrag zu Thema:

Achtung!
1234567890
Geheimdienstfunk auf Kurzwelle

http://www.addx.org/textarchiv/02-15-26-28.pdf

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Re: Zahlensender auf Kurzwelle

Beitragvon augenzeuge » 30. August 2014, 18:03

Das müsste ja Toms Spezialstrecke sein.... [wink]
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Re: Zahlensender auf Kurzwelle

Beitragvon Dr. 213 » 30. August 2014, 21:47

Ja dann mal los. Das Thema interessiert mich.
Ich bin auch ein halbes Jahr nach meiner Flucht Funkamateur mit Lizenz geworden.
Und nein, ich war kein Perspektivagent oder so etwas wo es hätte nützlich sein können.
Es entsprach einfach meinen Neigungen und Fähigkeiten und paßte beruflich auch wunderbar.


Spannend ist das Thema auf jeden Fall.
Das interessante ist der praktisch unknackbare Schutz gegen fremde Entschlüsselung der Nachrichten an sich.
Weil die Ziffern mit einem jeweis nur einmal verwendetem Schlüssel ge XOR t werden.
Der Nachteil ist allerdings, dass der Agent immer genug Vorrat an Schlüsselstreifen haben mußte.

Schlampig ausgeführt konnte der Gegner aber trotzdem Hinweise aus diesen Sendungen gewinnen.
Wenn nämlich die Empfängernummern am Beginn der Sendung unzureichend verschlüsselt wurden.
Oder diese Nummern zu selten gewechselt wurden. Der BND soll da zu leichtsinnig gewesen sein.
Im Fall Stiller konnte die Stasi- Funkabwehr nur alleine durch die Empfängernummer in Verbindung
mit der Häufigkeit und Länge der Nachrichten einiges herauslesen. Den Inhalt der Nachricht aber nicht.
Sie lügen, sie lügen und wir müssen uns barmherzig zeigen, denen gegenüber, die lügen. (Colonel Kurtz)
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Re: Zahlensender auf Kurzwelle

Beitragvon vs1400 » 30. August 2014, 22:13

Dr. 213 hat geschrieben:Ja dann mal los. Das Thema interessiert mich.
Ich bin auch ein halbes Jahr nach meiner Flucht Funkamateur mit Lizenz geworden.
Und nein, ich war kein Perspektivagent oder so etwas wo es hätte nützlich sein können.
Es entsprach einfach meinen Neigungen und Fähigkeiten und paßte beruflich auch wunderbar.


Spannend ist das Thema auf jeden Fall.
Das interessante ist der praktisch unknackbare Schutz gegen fremde Entschlüsselung der Nachrichten an sich.
Weil die Ziffern mit einem jeweis nur einmal verwendetem Schlüssel ge XOR t werden.
Der Nachteil ist allerdings, dass der Agent immer genug Vorrat an Schlüsselstreifen haben mußte.

Schlampig ausgeführt konnte der Gegner aber trotzdem Hinweise aus diesen Sendungen gewinnen.
Wenn nämlich die Empfängernummern am Beginn der Sendung unzureichend verschlüsselt wurden.
Oder diese Nummern zu selten gewechselt wurden. Der BND soll da zu leichtsinnig gewesen sein.
Im Fall Stiller konnte die Stasi- Funkabwehr nur alleine durch die Empfängernummer in Verbindung
mit der Häufigkeit und Länge der Nachrichten einiges herauslesen. Den Inhalt der Nachricht aber nicht.


moin Dr. 213,
könntest du diesbezüglich etwas mehr ins detail gehen?

thx vorab und
gruß vs [hallo]
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Re: Zahlensender auf Kurzwelle

Beitragvon vs1400 » 30. August 2014, 22:15

augenzeuge hat geschrieben:Das müsste ja Toms Spezialstrecke sein.... [wink]
AZ


warum müsste?Bild

gruß vs [hallo]
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Re: Zahlensender auf Kurzwelle

Beitragvon augenzeuge » 30. August 2014, 22:20

vs1400 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Das müsste ja Toms Spezialstrecke sein.... [wink]
AZ


warum müsste?Bild


Nun beschwer dich doch nicht gleich über jede rhetorische Frage. Ich wundere mich nur, dass er hier noch nichts geschrieben hat, wo er doch sonst kaum zu zügeln ist.
Darf ich das noch? [blush]
AZ
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Re: Zahlensender auf Kurzwelle

Beitragvon icke46 » 30. August 2014, 22:27

Mich würde ja mal das von Dille angesprochene "fünnef" in den Zahlenkolonnen interessieren - ich habe sowas ja in jungen Jahren auch auf Kurzwelle gehört [wink] .
Normalerweise ist doch sowas nur angebracht, um Verwechslungen auszuschliessen, wie zum Beispiel mit den Monaten Juni und Juli - die werden ja im fernmündlichen Verkehr zur Verdeutlichung Juno und Julei genannt. Aber wieso fünnef [flash] ?

An alle Spione im Forum - outet euch [grins] .

Gruss

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Re: Zahlensender auf Kurzwelle

Beitragvon vs1400 » 30. August 2014, 22:31

augenzeuge hat geschrieben:
vs1400 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Das müsste ja Toms Spezialstrecke sein.... [wink]
AZ


warum müsste?Bild


Nun beschwer dich doch nicht gleich über jede rhetorische Frage. Ich wundere mich nur, dass er hier noch nichts geschrieben hat, wo er doch sonst kaum zu zügeln ist.
Darf ich das noch? [blush]
AZ


ich hab von dir gelernt az,
anbei erwähnt,
erwartetest du doch nen gang zurück zu schalten. [smile] [denken]

gruß vs [hallo] letzter "cocktail" 1 humalog und 8 levemir ... [wink]
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Re: Zahlensender auf Kurzwelle

Beitragvon vs1400 » 30. August 2014, 23:50

icke46 hat geschrieben:Mich würde ja mal das von Dille angesprochene "fünnef" in den Zahlenkolonnen interessieren - ich habe sowas ja in jungen Jahren auch auf Kurzwelle gehört [wink] .
Normalerweise ist doch sowas nur angebracht, um Verwechslungen auszuschliessen, wie zum Beispiel mit den Monaten Juni und Juli - die werden ja im fernmündlichen Verkehr zur Verdeutlichung Juno und Julei genannt. Aber wieso fünnef [flash] ?

An alle Spione im Forum - outet euch [grins] .

Gruss

icke


ist nur ne schlichte vermutung meinerseits, icke,
doch eben auch ne erfahrung aus meiner gt zeit. an der knollenburg perleberg "vertraute" man mir nen Tornisterfunkgerät R-109Man und damit konnte man auch mit sprechfunk übertragen.
am kanten dann wurde eben auch, nach postentabelle, verschlüsselt benachrichtigt. doch wir kamen ja aus allen ecken der kleinsten ddr der welt
und hatten trotz allem unterschiedliche dialekte.
dialektisch kann ne fünf nun eben schon echt mal etwas anders empfangen werden,
wobei zb. ne fünnef, auch mit dialekt, ne fünnef bleibt. [wink]

ich würde jedoch gern an Tom übergeben,
er kann dazu "bestimmt" mehr sagen.

gruß vs [hallo]
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Re: Zahlensender auf Kurzwelle

Beitragvon pentium » 31. August 2014, 15:59



Radiofeature: "Achtung: Fünnef, zwo, null, null, Trennung..." Geheimdienste auf Sendung

Textquelle: Deutschlandfunk

Original Entschlüsselungsanleitung für einen Zahlensender: http://www.simonmason.karoo.net/page527.htm

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Re: Zahlensender auf Kurzwelle

Beitragvon SCORN » 1. September 2014, 04:02

Dille hat geschrieben:........ sondern sehr viel auf Deutsch, ich nehme mal an, DDR- Deutsch.

Gruß, Dille


DDR-Deutsch? [grins] ich denke du meinst saechsisch! nein, das war es nicht! bis etwa mitte der sechziger sprach tatsaechlich eine vertrauenswuerdige dame vom DDR-Rundfung die fuenfergruppen, in hochdeutsch, in den aether. spaeter wurde sie durch eine maschine ersetzt. in den 80igern war es dann ein digitalisierter sprachcomputer!

wen es interessiert, im NVA-Forum wird darauf eingegangen: http://www.nva-forum.de/nva-board/index ... =11728&hl=
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Re: Zahlensender auf Kurzwelle

Beitragvon pentium » 1. September 2014, 12:57

Scorn, der Link zum NVA Forum ist aber nur für registrierte Nutzer!?

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Re: Zahlensender auf Kurzwelle

Beitragvon SCORN » 1. September 2014, 14:04

pentium hat geschrieben:Scorn, der Link zum NVA Forum ist aber nur für registrierte Nutzer!?

mfg
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sorry, schon moeglich! einige aus diesem forum sind dort auch angemeldet! um welche fragen geht es konkret, vielleicht kann ich helfen, hatte mich mal mit dem thema beschaeftigt!

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Re: Zahlensender auf Kurzwelle

Beitragvon pentium » 1. September 2014, 14:55

War nur eine Feststellung, Scorn. Ich habe damit keine Probleme.

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Re: Zahlensender auf Kurzwelle

Beitragvon pentium » 17. Mai 2015, 15:20

Passt eigentlich nicht so richtig zum Thema oder vielleicht doch?
Jedenfalls eine interessante Webseite

http://www.militaermuseum-anhalt.de/ind ... &Itemid=67

Funksendestelle Scheuder in der NVA-Militäraufklärung

Die Funksendestelle Scheuder wurde durch den Bereich Aufklärung (BA) in Berlin und das Funkaufklärungsregiment-2 (FuAR-2) - ab 1989 Zentraler Funkdienst (ZFD) - in Dessau gemeinsam genutzt.

Sie trug die Bezeichnung Betriebsstelle-4 (Bst-4).

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