BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon karl143 » 11. August 2010, 12:20

Eingesetzte Technik bei der brit. Militärverbindungsmission in Potsdam

Technik war entscheidend für den Erfolg bei den Aufgaben der britischen Militärverbindungsmission, offizieller Name: BRIXMIS. Stationierungsort war Potsdam. In der DDR war vor allem die Stasi sofort hinter dem Fahrzeug der BRIXMIS sowie diese das Gelände ihrer Mission verlassen hatten und auf Erkundungstour gingen. Mit den technischen Hilfen war wechselseitig ein Spiel entstanden, welches mit immer neuer Technik den Gegner vor Problemen stellte. Das Problem der DDR waren aber die fehlenden Devisen, und davor war die Stasi auch nicht immer geschützt. Lt. VS GVS MfS 0012-359/89 vom 14.4.1989 zur techn. Ausrüstung des an der politischen Überwachung beteiligten Arbgeitsgebietes (AG) I der Kriminalpolizei: "Dem AG I stehen im langjährigen Mittel ca. 10,0 TDM an Valuta Haushaltsmitteln zur Verfügung. Sie werden vorranging für die Beschaffung spezieller, im SW nicht realisierbarer Technik (Fotoausrüstung, Kleinsttonbandgeräte, Reparatur vorhandener NSW Technik) sowie zur Beschaffung notwendiger Verbrauchsmaterialien eingesetzt. An operativer Technik verfügt das AG I über Kleinsttonbandgeräte vom Typ Olympus, die 1986 - 1989 zugeführt und in den Dienststellen differenziert bis in das VPKA zum Einsatz gebracht wurden. Der Einsatz dieser 580 Geräte hat sich bewährt. Diese Verschlußsache zeigt das Problem welches durch die Überwachung entstand und die Schwierigkeiten des arbeitens unter schlechten technischen Voraussetzungen.

Demgegenüber konnten die westl. Militärmissionen in der DDR aus dem Vollen schöpfen. In den ersten Jahren werden Kfz. der Marke Landrover benutzt, später wird dieser vom Range Rover ersetzt. Nachteil bei diesem Fahrzeug. Es verfügt über einen ungemütlichen Innenraum, ist im Winter zugig und der Wagen ist kalt. Dann werden die BRIXMIS erst mit dem Opel Admiral und später mit dem Opel Senator 2,8 l ausgerüstet. Es bleiben keine Wünsche offen. Vor dem ersten Einsatz werden die Fahrzeuge ersteinmal in GB hergerichtet und für den Alltagseinsatz vorbereitet. Die Federn werden verstärkt. Der Wagen bekommt einen "Ferguoson-Allradantrieb und um den Motor herum werden über 500 kg Stahlplatten eingebaut, um die Maschine vor Geschossen zu schützen. Anschließend werden die Fahrzeuge matt- olivgrün gespritzt, um jegliche Reflexionen zu verhindern. Die gesamte Innenausstattung wird durch Sitze, Amaturenbrett usw. in schwarz ersetzt. Das Schwarz besitzt eine stumpfe Farbe, sodaß auch bei Sonneneinstrahlung keine Reflexionen auftreten. Sämtliche Fenster bekommen abgedunkelte Scheiben, die ein hineinschauen erschweren, bzw. unmöglich machen. Der Tank wir auf 180 Liter vergrößert was dem Fahrzeug eine Reichweite von 1300 km ermöglicht. Ein elektrischer Kühlschrank, großer Wasserbehälter, eine elektrische Handwinde zum bergen des Fahrzeuges, Innenraumspots für das Kartenstudium und zusätzliche Infrarotscheinwerfer komplettieren die Ausrüstung. Der Clou sind auf der Stoßstange angebrachte zusätzliche Scheinwerfer. Sie besitzen den gleichen Abstand wie Lampen bei einem Trabant und täuschen beim Einsatz den von vorne kommenden vor, einem Trabant zu begegnen. Außerdem konnte die Kennzeichenbeleuchtung abgeschaltet werden.

An Technik wurde mitgeführt:

Nikon F3 mit Motorantrieb und einem Schutz von Kevlar

Objektive 85 mm, 180mm, 500mm Spiegel und 1 000mm Spiegel, dazu Zwischenringe, welche die Brennweite verdoppeln konnten

Nikon F4 Automatic mit Zoom Objektiv 85 - 150mm

Filme von 100 - 400 ASA (die 400 ASA Filme konnten up-rated werden und besaßen dann ca. 6.400 ASA für Aufnahmen in der Nacht

Infrarotkamera

Videokamera

Im Fahrzeug wurde an Bekleidung mitgeführt: (für die gesamte Besatzung)


Goretex Oberbekleidung
Moon Boots als Überstiefel
Handschuhe und Hüte
Kanadische Parkas
Schlafsäcke aus Goretex, Einmann Zelte sowie jede Menge Unterbekleidung in Himalaya Qualität

Kartenausrüstung

Je eine Mappe für jeden Soldaten
1:500.000 sowjetischen PRA WGF Karte ausgestellt von GSSD
PRA Karte 1:500.000 BAOR
Streifen Karte - bestehend aus elf Bücher von 1:50.000 OS Karten ausgeschnitten und eingefügt. Der Streifenkarte war das wichtigste Hilfsmittel für die Navigation bis zum Ziel.
Zielkarten 1:25 000
Detailkarten 1:10 000
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karl143
 

Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon Merkur » 11. August 2010, 13:08

karl143 hat geschrieben: Eingesetzte Technik bei der brit. Militärmission in Potsdam

Technik war entscheidend für den Erfolg bei den Aufgaben der britischen Militärmission, offizieller Name: BRIXMIS. Stationierungsort war Potsdam. In der DDR war vor allem die Stasi sofort hinter dem Fahrzeug der BRIXMIS sowie diese das Gelände ihrer Mission verlassen hatten und auf Erkundungstour gingen. Mit den technischen Hilfen war wechselseitig ein Spiel entstanden, welches mit immer neuer Technik den Gegner vor Problemen stellte. Das Problem der DDR waren aber die fehlenden Devisen, und davor war die Stasi auch nicht immer geschützt. Lt. VS GVS MfS 0012-359/89 vom 14.4.1989 zur techn. Ausrüstung des an der politischen Überwachung beteiligten Arbgeitsgebietes (AG) I der Kriminalpolizei: "Dem AG I stehen im langjährigen Mittel ca. 10,0 TDM an Valuta Haushaltsmitteln zur Verfügung. Sie werden vorranging für die Beschaffung spezieller, im SW nicht realisierbarer Technik (Fotoausrüstung, Kleinsttonbandgeräte, Reparatur vorhandener NSW Technik) sowie zur Beschaffung notwendiger Verbrauchsmaterialien eingesetzt. An operativer Technik verfügt das AG I über Kleinsttonbandgeräte vom Typ Olympus, die 1986 - 1989 zugeführt und in den Dienststellen differenziert bis in das VPKA zum Einsatz gebracht wurden. Der Einsatz dieser 580 Geräte hat sich bewährt. Diese Verschlußsache zeigt das Problem welches durch die Überwachung entstand und die Schwierigkeiten des arbeitens unter schlechten technischen Voraussetzungen.



Hallo Karl,

schön, dass Du den Oberstleutnant Horn mit einem Ausriss seiner Einschätzung vom 14.04.1989 bedacht hast, nur erschliesst sich mir der Zusammenhang zwischen den Valutamitteln des AG I der K und der für die Sicherung der MVM federführend verantwortlichen HA VIII/5 bzw. den Abteilungen VIII der BV nicht.
K I hatte eigentlich kaum Berührungspunkte zur MVM-Problematik, daher finde ich Dein Argumentation irreführend. Wie sieht es denn mit der Technik der themenverantwortlichen Linie VIII aus ? Welche technischen Mittel mussten nicht aus dem NSW beschafft werden bzw. wurden vom OTS entwickelt ?
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon karl143 » 11. August 2010, 13:34

Hallo Merkur,
meine Ausführungen bezüglich der Mittel sollten nur die Problematik der finanziellen Mittel aufzeigen, um eine Aufklärung auf Augenhöhe zu gewährleisten.
Die Gegenüberstellung war nicht irgendwie abwertend aufgeführt, aber es ist nu mal Fakt, das viele techn. Mittel aus dem NSW beschafft werden mußten.
Und das wurde im Laufe der Zeit durch die wirtschaftliche Lage immer schwieriger. Auch die Stasi hatte da nicht den Zugriff den sich sicher viele wünschten.
Demgegenüber habe ich nur mit der Aufstellung versucht, darzustellen, das Geld nicht das Problem bei der Ausrüstung der BRIXMIS war, und diesen Mitarbeitern alles zur Verfügung stand, was technisch auf dem Markt war. Ich wollte hier auch keinen Abriss über die Technik der Stasi bringen, diese Themen hatten wir schon genug, mir ging es eher um die Ausstattung der britischen Militärmission.
karl143
 

Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon Merkur » 11. August 2010, 14:25

karl143 hat geschrieben:Hallo Merkur,
meine Ausführungen bezüglich der Mittel sollten nur die Problematik der finanziellen Mittel aufzeigen, um eine Aufklärung auf Augenhöhe zu gewährleisten.
Die Gegenüberstellung war nicht irgendwie abwertend aufgeführt, aber es ist nu mal Fakt, das viele techn. Mittel aus dem NSW beschafft werden mußten.
Und das wurde im Laufe der Zeit durch die wirtschaftliche Lage immer schwieriger. Auch die Stasi hatte da nicht den Zugriff den sich sicher viele wünschten.
Demgegenüber habe ich nur mit der Aufstellung versucht, darzustellen, das Geld nicht das Problem bei der Ausrüstung der BRIXMIS war, und diesen Mitarbeitern alles zur Verfügung stand, was technisch auf dem Markt war. Ich wollte hier auch keinen Abriss über die Technik der Stasi bringen, diese Themen hatten wir schon genug, mir ging es eher um die Ausstattung der britischen Militärmission.


Nun Karl, den Vergleich betrachte ich nicht als abwertend, er passt nur nicht zur Thematik. Aufklärung der MVM auf Augenhöhe war nicht Arbeitsgegenstand von K I. Genau so sehe ich die Reduzierung von K I auf die "politische Überwachung" als eine einseitige Betrachtungsweise. Welche Bereiche der VP bzw. des MdI waren denn nicht an der "politischen Überwachung" beteiligt ? Aber das ist ein anderes Thema.
Insgesamt musste sich das MfS, was seine operative Technik betraf, nicht hinter der anderer Nachrichtendienste verstecken. Ich denke, dass Technik zur Überwachung der MVM auch nicht das große Problem war bzw., dass diese den Anforderungen genügte. Im wesentlichen kam es auf leistungsfähige Fahrzeuge und stabile Funkverbindungen an. Bereits in den 70er Jahren verfügte die VIII/5 über eine Reihe unterschiedlicher Kfz, auch aus westlicher Produktion, mit entsprechenden UKW-Sprechfunkanlagen. Auch leistungsfähige Film- und Fototechnik war vorhanden.
Die Funkleitstelle verfügte über zwei durch Leistungsstufen verstärkte Sender, die im Rundstrahl- und Richtantennenbetrieb geschaltet, die Verbindung zu den operierenden Beobachtergruppen gewährleistete.
Wichtiger als die Technik war m. E. allerdings ein gut ausgebautes und funktionierendes Melde- und Stützpunksystem. Das Begann mit der Aufnahme der Fahrzeuge am Kontrollpunkt "Brücke der Einheit" bzw. beim Verlassen der Missionen in Neufahrland bzw. Potsdam und erstreckte sich sich auf das Territorium der Bezirke und Kreise.
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon Luchs » 11. August 2010, 15:33

Sehr interessanter Beitrag, Karl-Heinz. Ich hatte gleich mal gegooglet und dieses .pdf-Dokument: http://www.alt-opel.org/clubzeitung05/Senator-Allrad.pdf und diesen Abschnitt aus dem Buch "Studien zur internationalen Geschichte - Großbritanien und die DDR 1955 - 1973": http://books.google.de/books?id=WsIXVY8Q7tIC&pg=PA19&lpg=PA19&dq=brixmis&source=bl&ots=YLE1qJyXVh&sig=puVePIj441sMNbKfxZzKRdqw-Ak&hl=de&ei=hK1iTNiFI4iW4Ab9uPXNCg&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=15&ved=0CFUQ6AEwDg#v=onepage&q=brixmis&f=false gefunden.
Viele Grüße [hallo]
Micha
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon Berliner » 22. Oktober 2010, 03:05

Hallo Karl, Danke fuer diesen Beitrag. [rose]

hier ein paar ergaenzende Links:
BRIXMIS Association
Die Offizielle Homepage der 248 GSU 2 RMP
Mission der britischen Kommandanten zu den Sowjet-Kräften in Deutschland (BRIXMIS)

Hier einige Clips aus dem Film Operationsgebiet DDR - Spione aus dem Westen, Schwerpunkt "BRIXMIS".

Duane [hallo]








Nichts auf dieser Welt kann die Beharrlichkeit ersetzen.
Talent kann es nicht - nichts ist verbreiteter als erfolglose Maenner mit Talent.
Genie kann es nicht - unbelohntes Genie ist nahezu ein Sprichwort.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon CaptnDelta » 22. Oktober 2010, 06:52

Merkur hat geschrieben:Insgesamt musste sich das MfS, was seine operative Technik betraf, nicht hinter der anderer Nachrichtendienste verstecken. Ich denke, dass Technik zur Überwachung der MVM auch nicht das große Problem war bzw., dass diese den Anforderungen genügte. Im wesentlichen kam es auf leistungsfähige Fahrzeuge und stabile Funkverbindungen an. Bereits in den 70er Jahren verfügte die VIII/5 über eine Reihe unterschiedlicher Kfz, auch aus westlicher Produktion, mit entsprechenden UKW-Sprechfunkanlagen. Auch leistungsfähige Film- und Fototechnik war vorhanden.
Die Funkleitstelle verfügte über zwei durch Leistungsstufen verstärkte Sender, die im Rundstrahl- und Richtantennenbetrieb geschaltet, die Verbindung zu den operierenden Beobachtergruppen gewährleistete.
Wichtiger als die Technik war m. E. allerdings ein gut ausgebautes und funktionierendes Melde- und Stützpunksystem. Das Begann mit der Aufnahme der Fahrzeuge am Kontrollpunkt "Brücke der Einheit" bzw. beim Verlassen der Missionen in Neufahrland bzw. Potsdam und erstreckte sich sich auf das Territorium der Bezirke und Kreise.

Im seinem Buch "Potsdam Mission" beschreibt der Autor Lt. Holbrook, das die MfS'ler (von ihnen "Narks" genannt) fahrzeugmaessig keine Chance hatten, d.h. man war die Beschatter innerhalb von ein paar Minuten, nachdem man das "Potsdam House" verlassen hatte los.
Die "Empfangnahme" an der Glienicker Bruecke spielte dabei eine geringe Rolle, da man sowieso erst in das Haus der Verbindungsmission (die "Villa Sigismund") fuhr, um da die "Kiste" mit Verpflegung in Empfang zu nehmen. Da man wusste das das gesamte ostdeutsche Personal der Villa Sigismund fuer die Stasi arbeitete, blieben die tour-officers in Westberlin, und trafen sich nur in der USMLM in Potsdam, um von dort aus ihre Fahrten zu starten (von daher war's egal ob man an der Glienicker Bruecke empfangen wurde).

Fuer die MSMLM-Fahrer war es eher ein Wettbewerb, ihre MfS-Verfolger innerhalb kuerzester Zeit zu "verlassen". Auf den Touren in Richtung Sueden war der Autobahnabzweig nach Dresden spaetestens der Punkt, an dem man sich vom MfS-Wartburg "verabschiedete", der hatte da wohl wenig dagegenzuhalten.
Holbrook beschreibt auch die recht gute Hilfe der ostdeutschen Bevoelkerung auf ihren Missionen. Z.B. wurde er auf einer mehrtaegigen Mission, bei welcher sie sich im Wald versteckt hielten, von einem Bewohner verdeckt angesprochen (und mitgeteilt das Carter die Wahl zum Praesidenten gewonnen hatte). Ein ander mal wurden sie, nachdem das Fahrzeug defekt war, von einem ostdeutschen Restaurantbesitzer "versteckt", bis ein Hilfsfahrzeug eintraf. Ein weiteres mal half ein sowjetischer Faehnrich, das Fahrzeug wieder flottzumachen. Er bat, in Wuensdorf von der "Hilfestellung" nichts zu berichten. Es gab Kontakte auf Autobahnrastplaetzen, etc....

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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon karl143 » 23. Oktober 2010, 00:07

@ Merkur,
das Problem waren ja nicht nur die Unterschiede in den Fahrzeugen. Über die Fahrzeuge und den techn. Aufwand der Brixmis hatte ich ja schon im Eröffnungsbeitrag geschrieben. Es trat auch der Vorsprung des Westens bei der Elektronic zutage. Die DDR hingegen mußte um einigermaßen mitzuhalten, im Westen viel Geld für Ersatzteile oder Neuanschaffungen ausgeben. Die Überwachung auf den Fahrten, wenn die Ladas abgehängt waren, war keinesfalls lückenlos. Dies bezog sich nur auf öffentliche Stellen wie VP, Transportpolizei oder Bedienstete des Staates. Von Zivilisten wurden die wenigsten Fahrten gemeldet und der Lehrfilm wo die Kinder einen Wagen einer westl. MM im Wald entdecken, entsprang mehr dem Wunschdenken des MfS.

Sogar bei den sowjetischen Freunden ist das MfS des öfteren abgeblitzt, wenn sie um mehr Rechte beim Umgang mit den MM baten. Die Sowjets selber befürchteten dann ihrerseits eine starke Beeinträchtigung ihrer eigenen Arbeit in der Bundesrepublik. Es muß dem MfS sehr weh getan zu haben, wie Soldaten in Uniform von den drei Westmächten öffentlich in der DDR herumfuhren, durch Straßen liefen und Leute ansprachen. Das waren Stiche ins Herz des Kommunismus, wie der Leiter der Brixmis auf einer Weihnachtsfeier 1973 sagte.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon CaptnDelta » 24. Oktober 2010, 04:46

Auf der britischen Brixmis-Webseite http://www.brixmis.co.uk/ findet sich eine Praesentation zum Abschluss der Taetigkeit der Mission. Da diese Praesentation in Java ausgefuehrt ist, sind die Ladezeiten recht lange, auf aelteren Rechnern besteht die Moeglichkeit, das diese Praesentation nicht laeuft. Von daher moechte ich hier einige der Slides 'reinstellen (ist nicht vollstaendig).

Bild
Als Uebersicht, der Personalbestand der Brixmis

Bild
Im Vergleich dazu, die anderen westlichen Missionen. Aus historischen Gruenden war die britische Mission die groesste der 3 Westalliierten

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Das erste Gebaeude, welches 1958 durch ostdeutsche "Rowdies" beschaedigt wurde. Die Sowjetischen Streitkraefte zahlten 1200Pfund, und gaben Brixmis ein neues Haus. Zu diesen Attacken gibts auch noch ein paar andere Dokumente im Web, muss mal suchen.

Bild
Das neue Haus der Mission in Potsdam. Es wurde 1890 von einer juedischen Familie erbaut, und es wird vermutet das es bis zum zweiten Weltkrieg in Privatbesitz war

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Die drei Mission-Chief's der westlichen Alliierten

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Die Aufteilung der DDR unter den drei Missionen. Dabei wird zwischen Boden- und Luftbeobachtung unterschieden. Die Gebiete wurde ca. alle 3 Wochen durchrotiert.

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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon CaptnDelta » 24. Oktober 2010, 04:56

Weiter gehts (Quelle):

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Die Touren starteten an der Glienicker Bruecke, hier von der DDR-Seite.

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Fuer die Beobachtung der Landstreitkraefte getarntes Fahrzeug

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Luftbeobachtung musste etwas offener erfolgen...

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Die Tarnung erfolgte auch je nach den jahreszeitlichen Gegebenheiten [flash]

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Die Luftbeobachtung ("Oberon") wurde mittels "Chipmunk" durchgefuehrt

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Aufklaerungsergebnisse von "Oberon"

-Th
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon CaptnDelta » 24. Oktober 2010, 05:11

3te Runde (Quelle):

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Der Fahrzeugpark 1989

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Opel Senator im Gelaende

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ditto Mercedes G. Wie man feststellte, war man mit den Opel's etwas weniger dem rabiaten Verhalten der oestlichen "Kollegen" ausgesetzt, der Mercedes wurde bei weitem haerter angegangen.

Bild
Im inneren des Fahrzeuges. Die Aufgabenteilung wie folgt: der Officer war fuer Fotographie und Navigation zustaendig, NCO fuer Erkennung und Protokollierung, Fahrer fuer Sicherheit. Es war allgemein annerkannt, das der Fahrer die wichtigste Aufgabe hatte.

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Abendessen im Auto

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Schlafen im Freien. Nur der Fahrer schlief im Fahrzeug

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... mitte der 80er verbesserten sich die Uebernachtungsverhaeltnisse etwas

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Es galt festgefahrene Fahrzeuge zu befreien, entweder mit Handwinde...

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... oder mit Anbauwinde

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Wenn gar nix mehr ging kam der hauseigene Abschleppdienst

-Th
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon CaptnDelta » 24. Oktober 2010, 05:22

Numero quattro (Quelle):

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Die Permanent Restricted Area's (PRA - Dauerhaft gesperrte Gebiete) mussten von der sowjetischen Mission schriftlich bekannt gegeben werden, und mussten eindeutig auf einer (offiziellen) Karte eingetragen sein. Diese Gebiete wurden respektiert.

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Manchmal wurde die Karte neu gezeichnet. Dabei kam es vor, das voerher gesperrte Gebiete geoeffnet wurden

Bild
Es gab zeitlich beschraenkte Sperrgebiete. Diese wurden bekannt gegeben, und waren meist nur ein paar Tage aktiv

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Lokale Garnisonen stellten oft ihre eigenen Sperrschilder auf. Da diese nicht offiziell bekannt gegeben waren, wurden diese Zeichen freudig ignoriert (Die Schilder waren begehrte Trophaen der Tour-Officers)

Bild
Auch gab es Schilder von ostdeutscher Seite, welche natuerlich aufgrund mangelnder Autoritaet ueber Missionsangehoerige ignoriert wurden

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Auch die DDR-Grenzschilder wurden ignoriert, obwohl man sicher sein konnte, von der Grenzpolizei mit besonderer Beachtung bedacht zu werden

-Th
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon CaptnDelta » 24. Oktober 2010, 05:49

Runde V (Quelle), hier wirds interessant [wink] :

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Ueberwachung durch die Stasi (genannt 'Narks')

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Noch einmal Ueberwachung durch die Stasi. "Normalerweise waren die nicht sehr einfallsreich und zurueckhaltend"
(Th: Junge, Junge, die Verfolger haben aber im Fach "Konspiration" geschlafen, oder? Kennzeichen und Gesichter drauf... [shocked] )

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Fallensteller unterwegs. Fallen wurden vor allem den Luftbeobachter-Teams gestellt, nachdem diese weniger Moeglichkeiten der Tarnung hatten. Es gab spezielle Sowjet-Einsatzkraefte, welche zusammen mit Stasi-Kraften diese Fallen stellten, um die Beobachtungsteams im richtigen Moment zu ueberraschen

Bild
VoPo Fahrzeug. Keine der ostdeutschen Organe hatten Befugnisse gegenueber den Missionen.

Bild
Festgesetzt: Die vorgehenden Stufen hatten oft einen Grad von physischer Gefaehrdung. Agressive Verfolgungsfahrten, Crash, Rammversuche und geladene Schusswaffen. Wenn man festgesetzt wurde, dann versuchte die Tour-Crew die Situation zu entschaerfen, indem man ruhig eine Tasse Kaffee trank, waehrend man auf den sowjetischen Kommandanten wartete.

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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon CaptnDelta » 24. Oktober 2010, 06:02

Number Six (Quelle):

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Versuchtes Rammen des Tour-Opels von einem BMP1 bei Vinzelberg 1988.

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Gerammt. Dieser Mercedes G wurde so stark gerammt das der Reservereifen "explodierte"

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Ernsthaft gerammt. Sogar der Chef der Mission war vor den Ramm-Manoevern nicht immun.

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Bewaffnete Waechter: Es war allen BRIXMIS Angehoerigen klar, das man von sowjetischen Waechtern beschossen werden konnte

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Einschuesse nachdem man von sowj. Waechtern beschossen wurde.

-Th
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon CaptnDelta » 24. Oktober 2010, 06:15

Nummer 7 (Quelle):

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Beobachtungen: Wie in diesem Falle, wurde sehr viel sowj. Militaergeraet mit der Reichsbahn befoerdert

(Th: kennt jemand zufaellig diesen Bahnhof? )

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Bunker waren gefaehrlich, weil man auf Waechter treffen konnte. Trotzdem gab es oft gute Observationsergebnisse, wie in diesem Falle eine noch nicht installierte Filteranlage

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Improvisation: Ein Apfel dient zur Ermittlung des Kalibers der Bordkanone des neuen BMP2

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Sowjetische Verkehrsregler waren praesent, wenn eine Militaertransport vorbeikam.

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Die Fahrschulen fuer Neuankoemmlinge brachten regelmaessig grosse Kolonnen von Militaerfahrzeugen auf die Strasse. Diese Kolonne wird von hinten aufgezeichnet, wobei der NCO die Fahrzeugmarkierungen aufnimmt.

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Tarpology ("Planenlesen"). Neues Geraet und zeitweilige "Imports" wurden waehrend des Transports mit Planen abgedeckt. Die Tour-Leute mussten deswegen "Planenlesen" (Tarpology) koennen.

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Manchmal fand man auch Waffen, die eigentlich nicht da sein haetten duerfen...

Bild
Nachtfotographie

-Th
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon CaptnDelta » 24. Oktober 2010, 06:17

Ok, soviel mal zu dieser Praesentation. Nur noch eine, letzte Slide:

Bild

-Th
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon karl143 » 24. Oktober 2010, 10:01

CaptnDelta hat geschrieben:Numero quattro (Quelle):

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Die Permanent Restricted Area's (PRA - Dauerhaft gesperrte Gebiete) mussten von der sowjetischen Mission schriftlich bekannt gegeben werden, und mussten eindeutig auf einer (offiziellen) Karte eingetragen sein. Diese Gebiete wurden respektiert.



Diese Gebiete wurden von den westl. MM eben nicht respektiert. Allein 1979 notiert die Stasi allein 230 Verletzungen durch die USMLM, 374 durch die Brixmis und 176 durch die MMFL. Auch wenn diese Statistik der Stasi nicht objektiv sein muß, bei der Anzahl und Menge werden auch einige "echte" Verletzungen der Sperrgebiete dabei gewesen sein. Außerdem bestand kein Grund diese Zahlen zu frisieren, das sie nur für den eigenen Gebrauch bestimmt waren. (Zahlen aus "Spione in Uniform" Seite 137.

Die Sowjets handeln auch nicht anders. Allein 1984 unternehmen sie in der Bundesrepublik von ihren drei MM aus 2477 Erkundungsfahrten und verletzten dabei 98 Mal die Sperrgebiete. Von Jan. bis März 1985 sind es elf Verletzungen bei rund 400 Fahrten (Quelle wie oben, Seite 219). Die Sperrgebiete waren außerdem durch Beschilderung als solche gekennzeichnet. In irgendeinem Buch oder Forum habe ich gelesen, das sich Angehörige einer westl. MM damit rühmten, diese Schilder vor dem Befahren einfach abgebaut zu haben. Im Falle einer Festsetzung hätten sie dann auf das fehlende Schild verwiesen.

Insgesamt war innerhalb der DDR ein Gebiet von ca. einem Drittel als dauerhaftes Sperrgebiet ausgewiesen. Je nach mitlitärischer Lage und z. B. Manövern kamen dann noch weitere Gebiete für einen vorher festgelegten Zeitraum hinzu.
karl143
 

Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon CaptnDelta » 27. Oktober 2010, 12:29

Hallo Karl,


Laut Holbrooks Buch ueber die USMLM's (welche auch Brixmis erwaehnt) wurden PRA's und TRA's ab den 70er Jahren durchaus ernst genommen (auch wenn dies vorher nicht immer der Fall war). Der folgende Buchauszug beschreibt das:

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Bild

Wie in der Praesentation oben beschrieben, waren 'Mission Restriced Signs' (MRS), also die oben erwaehnten Schilder lokaler sowjetischer Kommandeure, nicht in die "offizielle" Karte eingetragen, und wurden deswegen ignoriert. Dies geschah natuerlich auch fuer Schilder, die von ostdeutscher Seite aufgestellt worden waren. Im Gegenteil, diese Schilder waren fuer die Tour-Officers wie Hinweiszeichen, das dort etwas interessantes sein musste.

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Des weiteren waren diese Schilder gern gesehene Souvenirs, und wurden gerne mal mitgehen gelassen. Zur 200-Jahr-Feier am 4ten Juli 1976 nahmen auch die Sowjets in der amerikanischen Mission teil.
Von den Gastgebern der USMLM wurde Kuchen serviert, welcher auf (mit Folie ausgelegten) geklauten MRS-Schildern serviert wurde [shocked]

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Kuchen zur 200 Jahr-Feier, auf von den Sowjets geklauten Schildern serviert.

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MRS-Schild fuer den Beistelltisch des Autors wird demontiert

Ich glaube das in deinem Buch warscheinlich nicht zwischen PRA/TRA's sowie MRS/sonstiges unterschieden wird. Da werden alle Verletzungen (im MfS / DDR Sinne) aufgezaehlt, egal ob legal im Sinne der MVM-Vereinbarung oder nicht.

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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon augenzeuge » 27. Oktober 2010, 16:21

CaptnDelta hat geschrieben:
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Auch die DDR-Grenzschilder wurden ignoriert, obwohl man sicher sein konnte, von der Grenzpolizei mit besonderer Beachtung bedacht zu werden

-Th



Mal ne Frage. Konnten sich die Missionsangehörigen im Grenzgebiet bewegen? Oder galt das als gesperrtes Gebiet auch für sie?

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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon karl143 » 27. Oktober 2010, 21:08

Also zumindest auf westlicher Seite war das Grenzgebiet Sperrzone. Ich nehme mal an, in der DDR wird dies genauso gewesen sein. Südlich Helmstedt wurde in der ersten Hälfte der 70er Jahre nämlich mal ein Kfz. der SMM direkt im Grenzgebiet angetroffen. Kann dazu aber auch nicht mehr sagen, weiß von dem Vorfall nur vom Hörensagen.
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon Thunderhorse » 27. Oktober 2010, 22:18

Für die westlichen MVMs war das Grenzgebiet an der Staatsgrenze der DDR zur BRD und um West-Berlin durchgängig als Sperrgebiet ausgewiesen.
Im Bereich zur VR Polen nur in kleinen Teilbereichen. Zur CSSR, nach der letzten Ausführung der Sperrgebeitskarte der GSFG, keine Beschränkungen.
Das Foto mit dem Schild Staatsgrenze dürfte an der Grenze zur CSSR entstanden sein.

Im Bereich von BAOR (Britische Zone) und US-Army (US-Zone) waren nur Teilbereiche an der Grenze zur DDR als Sperrgebiet für SOXMIS ausgewiesen.

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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon CaptnDelta » 27. Oktober 2010, 23:08

Thunderhorse hat geschrieben: Zur CSSR, nach der letzten Ausführung der Sperrgebeitskarte der GSFG, keine Beschränkungen.

Hallo Thunderhorse,

gibt's so eine Sperrgebietskarte, in der Aufloesung wie von den MVM-Angehoerigen verwendet, irgendwo im Web? Mich wuerde da Sachsen, insbesondere der Raum Dresden und das Erzgebirge, interessieren.

Danke,
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon karl143 » 28. Oktober 2010, 07:35

CD,
im Netz ist da leider nicht allzuviel zu finden. Ich habe noch was älteres was aber ziemlich grob die Sperrgebiete zeigt.
Eine Seite mit Karten über einen Zeitraum von ca. 10 Jahren findest du hier. Die Qualität, bzw. die Detailgenauigkeit läßt leider zu wünschen übrig.

http://www.usmlm.org/home/PRA.htm
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon CaptnDelta » 28. Oktober 2010, 10:13

Danke Karl,

Den link hatte ich schon mal gespeichert, nur noch nicht gepostet. Danke dafuer. ich dachte an eine Karte mit etwas besserer Aufloesung, in der man Ortschaften, groessere Einrichtungen/Gebaude und Strassen erkennen kann.

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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon Thunderhorse » 28. Oktober 2010, 12:05

CaptnDelta hat geschrieben:Danke Karl,

Den link hatte ich schon mal gespeichert, nur noch nicht gepostet. Danke dafuer. ich dachte an eine Karte mit etwas besserer Aufloesung, in der man Ortschaften, groessere Einrichtungen/Gebaude und Strassen erkennen kann.

-Th



Wenns zeitlich heute paßt, werde ich mal von meinen Karten den Bereich Sachsen scannen.

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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon Thunderhorse » 28. Oktober 2010, 16:17

Thunderhorse hat geschrieben:
CaptnDelta hat geschrieben:Danke Karl,

Den link hatte ich schon mal gespeichert, nur noch nicht gepostet. Danke dafuer. ich dachte an eine Karte mit etwas besserer Aufloesung, in der man Ortschaften, groessere Einrichtungen/Gebaude und Strassen erkennen kann.

-Th



Wenns zeitlich heute paßt, werde ich mal von meinen Karten den Bereich Sachsen scannen.

TH



Welcher Bereich genau?
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon CaptnDelta » 28. Oktober 2010, 19:17

Thunderhorse hat geschrieben:
Thunderhorse hat geschrieben:
CaptnDelta hat geschrieben:Danke Karl,
Den link hatte ich schon mal gespeichert, nur noch nicht gepostet. Danke dafuer. ich dachte an eine Karte mit etwas besserer Aufloesung, in der man Ortschaften, groessere Einrichtungen/Gebaude und Strassen erkennen kann.
-Th

Wenns zeitlich heute paßt, werde ich mal von meinen Karten den Bereich Sachsen scannen.
TH

Welcher Bereich genau?
TH

In erster Linie die Gegend um Dresden (also Klotzsche, Wilder Mann), und was man heute den "Erzgebirgskreis" (ERZ) nennt, also Annaberg, Aue, Stollberg, Thum, Geyer, Ehrenfriedersdorf, etc.

Danke!
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon Thunderhorse » 28. Oktober 2010, 20:11

Erzgebirge; Annaberg-Buchholz und Umgebung
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon Thunderhorse » 28. Oktober 2010, 20:16

Um Dresden rum:
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Re: BRIXMIS - Die Arbeit der englischen Militärmission

Beitragvon CaptnDelta » 28. Oktober 2010, 22:02

Danke, Thunderhorse, fuer die Ausschnitte.

Die Karte von Dresden ist schon mal sehr informativ.

Thunderhorse hat geschrieben:Bild
Erzgebirge; Annaberg-Buchholz und Umgebung

Aus welchem Jahr ist den diese Karte? Die ist leider auf der linken Seite grade abgeschnitten wo's ungefaehr interessant werden koennte. Was mich hier interessieren wuerde: ist das Gebiet der Wismut AG (also der Uranbergbau) um Aue, Johangeorgenstadt und Ehrenfriedersdorf keine PRA gewesen? Hat sich dies ueber die Jahre geaendert?

Danke,
-Th

PS: Witzig, die Namen der Heimatorte auf Russisch zu lesen. Und das mit dem Lesen haut sogar noch einigermassen hin... [flash]
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