Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Wie waren die politischen Systeme der beiden deutschen Staaten zur Zeit des Kalten Krieges? Wo waren die Unterschiede? Gab es Gemeinsamkeiten?
Wie wurde die Politik auf beiden Seiten vermittelt?

Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Interessierter » 22. November 2015, 10:18

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Frankfurter Allgemeine Zeitung vom
26. Juni 1998, Feuilleton, Seite 43

Der alte Ungeist lebt - zu diesem Eindruck jedenfalls mußte man kommen, wenn man im Feuilleton der F.A.Z. vom 26. Juni den Artikel "Genosse Alzheimer" las. Am Beispiel der Südthüringer Tageszeitung "Freies Wort" hat der Verfasser, Hans-Joachim Föller, versucht, quasi aus der Praxis heraus zu belegen, daß in den ehemaligen SED-Bezirkszeitungen noch immer die Kader von einst das Sagen haben, Menschen, die die DDR-Vergangenheit schönreden, die "abwiegeln und totschweigen", wo es eigentlich um ehrliche Aufarbeitung gehen sollte.

» Abwiegeln, verzerren, totschweigen: Das „Freie Wort“ in Suhl


Von Hans-Joachim Föller

Wie war es nur möglich? Die Post war abgeschickt worden, aber sie war nicht angekommen. Gerd Schwinger stand vor einem Rätsel. Oder tat er nur so? Dreimal hatte Peter Marx von Deutschland-Radio der Chefredaktion des „Freien Worts“ Pressemappen zur Ankündigung der Sendereihe „Genosse Journalist“ zugesandt. Doch keine einzige davon, so versicherte ihm Chefredakteur Schwinger, sei auf seinem Tisch gelandet.

Diese Geschichte einer unglaublichen Verkettung unglücklicher Umstände aus dem Jahr 1996 erzählte Marx kürzlich im Erfurter Landesamt für Verfassungsschutz am Rande eines Vortrags über die Rolle der Journalisten als staatstreue Diener der DDR. Seit zwei Jahren schon müht sich Marx über dieses Thema eine Debatte anzuregen. Doch sein Wunsch stieß bei vielen ostdeutschen Kollegen bisher auf taube Ohren.

In den ehemals sozialistischen Thüringer Tageszeitungen reagierten
die gelernten " Agitatoren und Propagandisten "(Lenin), die dort
überwiegend die Reaktionsstuben bevölkern, in altbewährter Manier:
abwiegeln, verzerren, totschweigen.


Fragen nach seiner Vergangenheit gegenüber gibt sich der Chefredakteur des „Freien Worts“ aufgeschlossen. Er sei inzwischen mit sich „ins Gericht gegangen“, erklärte Schwinger. Ob er dabei zu einem harten Urteil gekommen ist, sagte er nicht, und es scheint unwahrscheinlich. Verhandlungen, in denen der Angeklagte zugleich der Richter ist, enden in der Regel mit milden Strafen oder Freispruch. Dabei ist Schwingers Aktenlage aufschlußreich.

Noch im Sommer 1989 verteidigte der SED-Genosse eine Grundlage des DDR-Totalitarismus: den Kollektivismus. „Der Weg, der vor 40 Jahren in unserem Land eingeschlagen wurde, war auch ein Schritt vom Ich zum Wir.“ Im trauten Du wandte er sich an die Jugend: „Bei uns ist dein Leben voll von Chancen und Werten, die der Sozialismus dir bietet.“ Und den Staat, in dem Schwinger heute lebt, beschrieb er damals als System, in dem DDR-Bürger „nicht klarkommen“ würden. Sie würden dort „scheitern“, warnte Schwinger einige Wochen bevor dem SED-Staat die Jugend über Ungarn in den Westen davonlief.


» Der alte Geist


An diesem Geist hat sich bislang wenig geändert. Noch immer bestimmen die alten Kader die Tendenz in der Regionalzeitung „Freies Wort“. Zwar wurde in der Umbruchzeit die Chefredaktion abgesetzt, einige besonders exponierte und linientreue Genossen aus der ersten Reihe genommen oder ganz entfernt, doch die Nachrücker waren in den meisten Fällen durch dieselbe sozialistische Schulung im sogenannten Roten Kloster (Sektion Journalistik der Karl-Marx-Universität) in Leipzig gegangen. Einige freie Stellen wurden sogar mit DDR-Elite besetzt: Michael Best, früher ADN, Volkmar Russek, früher Neues Deutschland, Jürgen Schumacher, früher Pressereferent beim Rat des Bezirkes Suhl und damit enger Mitarbeiter des SED-Bezirkschefs Hans Albrecht, der im Juli 1994 vom Bundesgerichtshof als Mitglied des Nationalen Verteidigungsrats der DDR wegen Totschlags in mittelbarer Täterschaft zu fünf Jahren und einem Monat Haft verurteilt wurde.

Best fiel im Frühjahr 1997 dadurch auf, daß er in einem Bericht über eine Podiumsdiskussion mit nostalgisch gestimmten Lehrern über das Thema Vergangenheitsaufarbeitung unter anderem die ehemalige Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld als intolerant - weil dem DDR-Unrecht gegenüber „kompromißlos“ - darstellt. Russek, der Leiter des Sport-Ressorts, bekannte gegenüber Kollegen, daß er weder über Stasi- noch über Doping-Fälle im DDR-Sport recherchieren wolle. Und Schuhmacher brachte „Freies Wort“ in die Schlagzeilen der Thüringer „Bild“-Ausgabe, die den damaligen und inzwischen entlassenen Landeskorrespondenten als besonders fleißigen Stasi-Spitzel mit dem Decknamen „Rudi Rund“ entlarvte.


In diesem Milieu gilt eine engagierte Darstellung staatskriminellen Unrechts der DDR und seiner Vollstrecker als Tabu.
Im redaktionellen Alltag ist Genosse Alzheimer federführend. Dem Sozialismus dienen Ex-Genossen heute nicht durch offene Bekenntnisse zum SED-Staat, sondern versteckt durch Zensur. So besuchte der stellvertretende Chefredakteur Hans Hermann Langguth im September 1997 einen Vortrag des Schriftstellers Joachim Walther zum Thema „Sicherungsbereich Literatur“. In der Pionierarbeit hatte Walther die Überwachung und Lenkung der Schriftsteller der DDR durch die Stasi dargestellt. Kurzum: Er hatte erforscht, wie die Ministerium für Staatssicherheit (MfS) DDR-Literaturgeschichte schrieb. Langguth fand das nicht erwähnenswert, er berichtete darüber mit keiner einzigen Zeile.
Zwei Monate später wandte der Landtagskorrespondent Jens Wenzel das gleiche Verfahren an.

Bei einem Seminar über die ostdeutsche Presse in Neudietendorf bei Arnstadt hatte der Deutschland-Radio-Journalist Marx unter anderem erklärt, daß alle Geschäftsführer der mit dem WAZ-Konzern verbundenen Blätter „Thüringer Allgemeine“, „Thüringische Landeszeitung“ und „Ostthüringer Zeitung“ als Inoffizielle Stasi-Mitarbeiter tätig gewesen seien. Diesmal war Konkurrenz beim Termin. Deshalb schrieb Wenzel einen Artikel, der allerdings war für die Leser irreführend und von Allgemeinplätzen durchsetzt. Die wichtigen Fakten gab er nicht an die Leser weiter.

Wer sich dem Willen zum Verschweigen der Exgenossen nicht fügt, sieht sich rasch zahlreichen Behinderungen ausgesetzt. Ein Redakteur, der den freien Tag der Suhler Lokalchefin Ingrid Ehrhardt dazu nutzte, ehemalige DDR-CDU-Mitglieder daran zu erinnern, daß sie „treue Gefolgsleute von Honecker waren, und zwar freiwillig“, wurde wütend beschimpft: „Ihr Wessis kommt hier her und macht alles platt wie eine Dampfwalze“. Sie als ehemalige SED-Genossen könnten es sich nicht erlauben, solche Menschen zu kritisieren, begründete Ehrhardt. Das gleiche Argument gebrauchte auch Chefredakteur Schwinger bei ähnlicher Gelegenheit. Diesmal ging es um einen CDU-Mann, den Suhler Landtagsabgeordneten Werner Ulbrich. Der Redakteur hatte Ulbrich, der 19 Jahre lang Abteilungsleiter im Rat des Bezirkes Suhl war, als „Mitglied der Ja-Sager-Riege um SED-Bezirkschef Hans Albrecht“ verspottet und damit den entschiedenen Unwillen des Chefredakteurs erregt. Bei ähnlichen Anlässen erteilte Schwinger ein Kommentierverbot, oder schrieb wie während der Abwesenheit eines Redakteurs geschehen, eine den alten Ungeist geißelnde Glosse um. Und der stellvertretende Chefredakteur Langguth gab dem widerspenstigen Redakteur den Hinweis, den PDS-Ehrenvorsitzenden Hans Modrow nicht allzu hart anzufassen: „Wir müssen daran denken, daß wir viele PDS-Wähler unter den Lesern haben.“

Bei der Verschleierung der Gegenwart des Vergangenen wird auf Anweisung von Schwinger auch folgende Methode praktiziert: Als Ende Februar dieses Jahres die Meldung durch Fernsehen und Radio lief, der ehemalige Präsident des „Wasunger Carneval Clubs“, Hartwig Köhler“ sei der Stasi-Spitzel mit dem Decknamen „Harty“ gewesen, entschied sich Chefredakteur Schwinger dafür, die Nachricht lediglich in Lokalteil zu melden. Dies geschah in Absprache mit der Leiterin der Lokalausgabe Schmalkalden-Meiningen, Waltraud Nagel, und zwar auf recht irreführende Weise: Die Nachricht, Köhler sei Inoffizieller Mitarbeiter des MfS gewesen, wurde Köhlers Behauptung, er sei es nicht gewesen gegenübergestellt. Die dpa-Meldung vom selben Tag, die besagte, daß der Nachricht von Köhlers Spitzel-Tätigkeit Aktenfunde und eine Verpflichtungserklärung zugrunde lägen, ließen Schwinger und Nagel unerwähnt. Stattdessen zitierte die Lokal-Chefin den Spitzel, der wie alle Spitzel tausend Eide schwört, er sei es nicht gewesen. Das Nachsehen hatten die Leser. Denn die konnten sich aus den sich widersprechenden Tatsachenbehauptungen kein zutreffenden Bild über die Wirklichkeit machen.
Das „Freie Wort“, das mit einer Auflage 102000 Stück erscheint und zu siebzig Prozent der Süddeutschen Zeitung und zu dreißig Prozent der SPD-Holding Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG) gehört, ist kein Einzelfall. Den Untergang des Arbeiter- und Bauerstaates haben die SED-Bezirkszeitungen auf dem gesamten Gebiet der Ex-DDR zumeist bestens überstanden und kaum an Einfluß verloren. Auf dem weit überwiegenden Teil des ehemaligen Staatsgebietes hält die ehemals „schlagkräftige Waffe in der Auseinandersetzung mit dem Imperialismus“ (Erich Honecker) nach wie vor eine bequeme Monopolstellung. Für die Entwicklung einer demokratischen politischen Kultur in den neuen Ländern birgt dies hohe Risiken.

» Am 7. Oktober 1997 knallten in der Suhler Lokalredaktion
» des „Freien Worts“ übrigens die Sektkorken.

» Anlaß war der „Tag der Republik“.



Der Autor war von Dezember 1993 bis Juni 1997
Redakteur der politischen Nachrichten und der
Lokalredaktion des „Freien Worts“.

Vorausschauend weise ich darauf hin, dass es über den Journalismus 2015 und die angebliche " Lügenpresse " bereits einen Thread gibt.
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Nostalgiker » 22. November 2015, 10:34

Gehen langsam die Themen aus, so dass 17 Jahre alte Kamellen aufgewärmt werden müssen?

Thoth
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Interessierter » 22. November 2015, 10:48

Es ist sicherlich Deiner geschätzten Aufmerksamkeit entgangen, dass hier noch über viel länger zurückliegende Ereignisse geschrieben wird... [grins]
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Interessierter » 22. April 2016, 11:11

In der DDR gab es keinen echten Journalismus

Spätestens ab dem Sommer des Jahres 1989 ist die DDR in Aufruhr. Die Welle der DDR-Flüchtlinge nimmt dramatische Ausmaße an. Ungarn öffnet seine Grenzen. Die westlichen Botschaften des Ostblocks füllen sich mit Ausreisewilligen. Viele kommen mit Kind und Kegel.

Die Parteizeitungen aber machen weiter wie bisher. Kaum eine Ausgabe ohne den Abdruck langer Reden über die unverbrüchliche Freundschaft zur Sowjetunion oder über die DDR als Garant des Weltfriedens. Nach dem Republikgeburtstag brüstet sich der Partei- und Staatschef über zwei Seiten mit den Vorzügen des Sozialismus.

Anfangs verschweigen die DDR-Medien die Fluchtwelle komplett. Dafür hat das Thema in den West-Medien Konjunktur. Als es gar nicht mehr anders geht, wird der Massenexodus gegeißelt als "stabsmäßig organisierte Provokation" der BRD, die sich eine völkerrechtswidrige Obhutspflicht anmaße.

Journalisten sind Teil des Systems


Allerdings muss im Sommer 1989 in den Redaktionen noch niemand gezwungen werden, die Verlautbarungen aus Berlin zu verbreiten. In der DDR gibt es 1989 zwei Fernsehprogramme, fünf Radiostationen und die zentral gelenkte Nachrichtenagentur ADN. Dazu eine überregionale und 15 regionale SED-Zeitungen sowie 18 Zeitungen der sogenannten Blockparteien.

Unabhängige Medien - Fehlanzeige. Journalisten sind Teil des Systems. Entweder sind die Zeitungen "Organ" einer Partei oder sie gehören parteinahen Massenorganisationen wie dem Kulturbund oder dem FDGB. Kontrolle und zentrale Steuerung werden hingenommen.

Wie die Hierarchien der SED sind auch deren Tageszeitungen regional durchgegliedert. Jeder Bezirk hat sein Partei-Organ. In Erfurt ist es "Das Volk" mit 15 Kreisredaktionen. Das Politbüro sitzt quasi mit am Schreibtisch. Der jeweilige Kreisredakteur erhält Richtlinien aus der Kreisleitung, üblicherweise ist er dort auch selbst Mitglied. Für den Chefredakteur ist die Bezirksleitung zuständig.

Wer in der DDR Journalist wird, weiß, was ihn erwartet - die Parteimitgliedschaft eingeschlossen. Bei SED-Zeitungen gibt es für Journalisten keine Freiräume, allenfalls Spielräume. Trotzdem ist der Beruf begehrt. Hunderte bewerben sich jährlich für den Studiengang in Leipzig. Etwa 100 werden nach einem strengen Auswahlverfahren genommen. Die Motivationen sind unterschiedlich - als künftige Parteisoldaten sehen sich die wenigsten.

Es ist die Mischung aus Überzeugung und Anpassung, die das Leben in der DDR möglich und durchaus erträglich macht. Man darf meckern - wenn man weiß, wann man den Mund halten muss. Journalisten verstehen sich besonders gut darauf, die eigene Meinung und das, was sie aufs Papier bringen, voneinander zu trennen. Man kann über alles reden, diskutieren, streiten, selbst in der Redaktion. Lästerhafte, zynische Reden sind Teil des kritischen Selbstverständnisses - nur schreiben darf und wird man es nicht. Gewöhnlich müssen DDR-Journalisten dazu nicht ermahnt werden - sie zensieren sich freiwillig.

http://www.thueringer-allgemeine.de/web ... -546795171
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Nostalgiker » 22. April 2016, 11:31

Und gleich erzählt uns der Märchenonkel das Heutzutage die Medien selbstverständlich völlig Unabhängig seien ...... [laugh]
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon HPA » 22. April 2016, 11:33

Jedenfalls unabhängiger , weitaus unabhängiger als in der Ostzone bis 89
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"Wer seinen Kinderglauben sich bewahrt, in einer reinen, unbefleckten Brust - und gegen das Gelächter einer Welt zu leben wagt, - wie er als Kind geträumt - bis auf den letzten Tag: das ist ein Mann!"(Henning v. Tresckow)

Wenn du lange genug am Fluss sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines Feindes vorbeischwimmen. (Sun Tzu)
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Nostalgiker » 22. April 2016, 11:53

Welcher Ostzone?
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Interessierter » 22. April 2016, 12:27

Neuer Beitragvon Thoth » 22. April 2016, 12:31
Und gleich erzählt uns der Märchenonkel das Heutzutage die Medien selbstverständlich völlig Unabhängig seien ...... [laugh]


Mein Hinweis vom 22.11.2015:
Vorausschauend weise ich darauf hin, dass es über den Journalismus 2015 und die angebliche " Lügenpresse " bereits einen Thread gibt.


Ein wiederholter Versuch von Dir Themen zu zerschießen.
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon steffen52-1 » 22. April 2016, 12:45

Bei gewissen Themen( Asylpolitik, Griechenland,Türkei-Deal, Pegita-Demos) konnte man schon denken, das die heutige Presse von der DDR-Presse gelernt hat! Immer schön den Regierenden zum Maul
schreiben! Erst wo die Meinung des Volkes etwas rauer wurde und es nicht mehr anders ging, lenkte man ein und schrieb auch mal was dagegen! [frown]
Grüsse steffen52-1
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Nostalgiker » 22. April 2016, 13:13

Interessierter du machst dich mit deinem Geeifere schlicht und ergreifend lächerlich.

Jede Meinungsäußerung welche dir ideologisch nicht in den Kram passt wird bei die sofort zum "Themen zerschießen". Warum schreibst das nicht mal zu den blödelnden "Kommentaren" einer Truckerin? Zum Beispiel.

Hier über die "strenge Parteilichkeit" der Journalisten in der DDR herziehen aber selbst eine strickte Parteilichkeit und keinerlei Abweichung von der von dir vorgegebenen "Meinung" einfordern und wer sich nicht daran hält wird von dir angepöbelt und beleidigt.
Da hatten die Journalisten der verflossenen weit mehr Stil, eine Sache welche dir übrigens völlig abgeht.

Pikant ist natürlich das du dich mit "Märchenonkel" angesprochen fühlst. Bist du so von dir eingenommen das du alles auf dich beziehen mußt?
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Interessierter » 22. April 2016, 13:49


Journalisten in der DDR: Der willige Propagandist?


Der Medienwissenschaftler Rüdiger Steinmetz, Professor an der Universität Leipzig, kennt eine von vielen Antwort darauf: „Manche Journalisten haben mit Leib und Seele geschrieben“, sagt er. Dafür hätten sie die Zensur, die Frustration in Kauf genommen. Dass die Medien aus Berlin gelenkt worden, sei jedem bewusst gewesen. „Alle waren eingebunden in die sozialistische Idee.“

Zwar veränderte sich der DDR-Journalismus über die Jahre, aber bestimmte Wahrheiten fanden nicht statt. „Umweltthemen wie das Sterben der Wälder hat man vergebens gesucht“, sagt Steinmetz. Die Medien, die Journalisten waren nicht frei – anders als heute. Zwar gebe es gewisse Zwänge, weil sich die Zeitung verkaufen muss, sagt er. Das sei aber nicht vergleichbar mit einem umfassenden Zensur-System, wie es in der DDR betrieben wurde. „Heute finden sich alle relevanten Informationen und Stimmen in der Zeitung.“

https://freiepressevolontaere.wordpress ... t-sed-ost/

Interessant auch, wie drei " Freie Presse " Redakteure sich an damals erinnern.
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Wosch » 22. April 2016, 20:05

Zum Glück wußte der "Normal-Ossi" was er von den DDR-Medien zu halten hatte und orientiert sich (was die Politik betraf) doch mehr an ARD und ZDF, wenn es irgendwie möglich war. Den täglichen in den Ost-Medien verbreiteten Lügen von Planübererfüllungen, Geschlossenheit der Bevölkerung zu den Beschlüssen der nicht frei gewählten "Betrügerbande" und der schlimmen Polemik gegenüber der BRD wurde doch letztendlich von der Mehrheit keinen Glauben geschenkt. So "doof" waren sie nicht, die Bürger, daß sie nicht merkten wie sie von ihren Journalisten belogen wurden, aber so ist das eben in einer Diktatur, Die Partei hat immer recht und wehe Du glaubst das nicht.
In der Regel waren die Journalisten überwiegend in der SED, dieser Partei dadurch zur Treue und zum Lügen vepflichtet, oder in der "Nationalen Front", teilweise selbst "IM" und waren damit mitverantwortlich für die "Verarschung" der werten Leserschaft.
Alles unterlag der Zensur und wer da nicht mit machte war nicht mehr lange dabei. Man bekam als sozialistischer "Berichterstatter" seine obligatorischen "Auszeichnungen" mit anhängenden Gratifaktionen, die wiederrum die moralischen Bedenken (für das unmoralische Mitwirken an der großen Volksverdummung) erträglich machten.
Nun kann man wieder antworten daß ich keine Ahnung hätte und das ich "Unsinn" schrieb.
Wer es besser weiß, Bitte sehr.
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon steffen52-1 » 22. April 2016, 20:13

Wosch jeder der in einen VEB-Betrieb gearbeitet hatte, wusste doch wie es lief mit der Planerfüllung! Wer von Denen glaubte den der sozialistischen Presse???
Fast Keiner, außer die es glauben wollten oder eben mussten! [mad]
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Rei » 22. April 2016, 21:57

Heute ist es nicht viel anders.Seht Euch den schon etwas älteren Beitrag an.
https://www.youtube.com/watch?v=0_PA7S_ ... MgTE1QvWe2
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon steffen52-1 » 22. April 2016, 22:25

Rei hat geschrieben:Heute ist es nicht viel anders.Seht Euch den schon etwas älteren Beitrag an.
https://www.youtube.com/watch?v=0_PA7S_ ... MgTE1QvWe2
Rei

Meinst Du Reiner, das es einige begreifen werden? Meine einige(einern) User? Wohl kaum, wer auf einer gewissen Linie ist, der wird nur in eine Richtung suchen! Ist wohl eine Art von Krankheit!
Das kann man in jeden Beitrag, vor allem dieses User lesen! Eigentlich kann er einen Leid tun, aber er ist der super schlaue User, der alles von damals weiß, leider nur aus den
Berichten des weiten Netzes, persönlich erlebt leider null! Bin aber froh, auch solche User braucht die Welt! Oder auch nicht! [blush] Sieht nur das was er eben sehen will!
Alles andere ist für ihn nicht relevant! Ich lasse es, bringt nichts, gegen Meinungen zählen für diesen User nicht, er hat recht und der Rest ist blöd oder eben alles , lasse es im Raum stehen! [mundzu]
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Wosch » 22. April 2016, 22:28

Rei hat geschrieben:Heute ist es nicht viel anders.Seht Euch den schon etwas älteren Beitrag an.
https://www.youtube.com/watch?v=0_PA7S_ ... MgTE1QvWe2
Rei




Aber Du darfst zumindest Deine Meinung hier schreiben ohne in den Knast zu kommen, oder?
Ich behaupte einfach mal daß hier, heute und auch nach der Wende in der BRD mit der Wahrheit ehrlicher umgegangen wurde und wird.
Aber ich will Dich gar nicht überzeugen. Wenn Du es meinst, meinen Segen hast Du.

Wosch.
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon steffen52-1 » 22. April 2016, 23:26

Wosch hat geschrieben:
Rei hat geschrieben:Heute ist es nicht viel anders.Seht Euch den schon etwas älteren Beitrag an.
https://www.youtube.com/watch?v=0_PA7S_ ... MgTE1QvWe2
Rei




Aber Du darfst zumindest Deine Meinung hier schreiben ohne in den Knast zu kommen, oder?
Ich behaupte einfach mal daß hier, heute und auch nach der Wende in der BRD mit der Wahrheit ehrlicher umgegangen wurde und wird.
Aber ich will Dich gar nicht überzeugen. Wenn Du es meinst, meinen Segen hast Du.

Wosch.

Wosch, jetzt bist Du aber etwas ungerecht, gegen über von Rei, er hat einfach nur einen Link eingestellt, mehr nicht! Warum antwortest so bösartig! Steht halt da so geschrieben und die
heute Presse schreibt auch schön den Herrschenden zum Mund, nur wenn es nicht anders geht, dann kommt mal was dagegen! Beispiel Köln, Asylanten u.s.w! Nun bleibe mal bitte auf den Teppich und
sehe der Realität so! Gute Nacht! [hallo]
Grüsse steffen52-1
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Interessierter » 23. April 2016, 10:01

Genosse Journalist

Viele Journalisten in der DDR arbeiteten eng mit der Stasi zusammen, horchten die Redaktionen und die Leser aus. Überall aufgearbeitet ist das noch lange nicht, der "Nordkurier" in Neubrandenburg hat es erst jetzt ( 2013 ) gemacht. Doch wie mit den Ergebnissen umgegangen werden soll, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Die Rolle des sozialistischen Journalisten hat bereits Lenin vorgeschrieben: Propagandist, kollektiver Agitator und kollektiver Organisator der Massen. Entsprechend wurden die DDR-Journalisten bis 1989 auch an der Leipziger Universität – Sektion Journalistik – ausgebildet.

Christiane Baumann: "Vorsichtig formuliert würde ich sagen, war eine SED-Zeitung wie die Freie Erde nicht an exaltierten Journalistenpersönlichkeiten interessiert. Das war diszipliniertes Mittelmaß, um es mal ganz direkt zu sagen. Anpassung und Disziplin waren so die gefragten Sachen."

Für Christiane Baumann, Autorin der Zeitungsreihe und des Buches "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser", war die starke Einflussnahme der Partei in Redaktionen, auf Berichte und Themenauswahl keine Überraschung:

"Ich habe jetzt nicht erwartet, dass die Freie Erde ein Hort des Widerspruchs, schon gar nicht des Widerstandes gewesen wäre. Aber es gab offenbar sehr wenig Reibung, sehr wenig Reibung, also anders ausgedrückt, sehr große Anpassung."

Christiane Baumann entdeckte bei ihren Recherchen in der Bundesbehörde für Stasi-Unterlagen Akten von über 40 ehemaligen "Inoffiziellen Mitarbeitern", kurz IMs: fast jeder vierte Journalist der Freien Erde. Sie waren die "Horchposten" der Schnüffelbehörde sowohl nach innen in die Redaktion, als nach außen unter der Leserschaft.

"Aber was dennoch sehr spektakulär ist, ist das die potentielle Leserschaft damals betroffen war in einer Breite, wie man sich das nicht vorstellt. Also, die über 40 IMs, die es beispielsweise Mitte der 80ziger Jahre in der Redaktion der Freien Erde gegeben hat, die haben nur ungefähr zur Hälfte ihre Kollegen beobachtet und bespitzelt. Ein ganz großer Teil dieser inoffiziellen Arbeit war auf die Leserschaft gerichtet. Die SED-Ebenen wollten wissen, was das Volk denkt."

Dazu führten die Schnüffel-Journalisten mal unverfänglich wirkende Gespräche mit Interview-Partnern, mal sortierten sie die Leserbriefe des Nordkuriers danach aus, wer Kritik am Staat übte oder gaben den Tratsch aus der Kantine weiter. Oftmals – aus heutiger Sicht – Banales. Aber keiner der IMs wusste, wie die Staatssicherheit das gelieferte Material verwendete. Der Lohn für die Denunzianten: Geld, Orden oder oftmals einen Anschub für die eigene Karriere.

Die Autorin Baumann fand heraus, dass ehemalige Stasi-Journalisten noch immer aktive Mitarbeiter seiner Redaktion sind. Vor allem die Sportredaktion des Nordkuriers war früher quasi eine Außenstelle der Staatssicherheit, und die Journalisten wurden dafür mit Auslandsreisen in den Westen belohnt.

http://www.deutschlandradiokultur.de/ge ... _id=263739

Diese Journalisten waren schon widerliche Denunzianten, wenn sie Leserbriefe an die Stasi weitergaben oder über den Tratsch in der Kanzine berichteten und vieles mehr.
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Interessierter » 29. April 2016, 10:43

Das „Rote Kloster“ – Die Sektion Journalistik an der Karl-Marx- Universität Leipzig war die Kaderschmiede der DDR-Journalisten

In der DDR gab es an der Karl-Marx-Universität in Leipzig den einzigen universitären Studiengang, um eine Ausbildung zum Journalisten zu absolvieren. Die Fakultät für Journalistik wurde 1954 gegründet und 1968 in „Sektion Journalistik“ umbenannt. Der Volksmund bezeichnete die berüchtigte Kaderschmiede als „Rotes Kloster“. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ordnete die sowjetische Besatzungsmacht die Universitätsstruktur neu und berief an die Spitze des "Institutes für Publizistik und Zeitungswissenschaft", wie es zunächst hieß, den Leipziger Professor Gerhard Menz. Dieser war laut dem 2004 in Münster erschienenen Buch „Die Spirale des Schweigens“ bereits unter den Nazis Schriftleiter des Börsenblatts des deutschen Buchhandels und galt auch den neuen Machthabern als nützlich. Das 1954 entstandene Journalistik-Institut hatte zunächst seinen Sitz in einer Villa in der Tieckstraße in Leipzig, in der Nähe der Galopprennbahn Scheibenholz.

Später zog die Sektion Journalistik in das 1972 fertiggestellte Universitätshochhaus in der Stadtmitte um. Diese zentrale Ausbildungseinrichtung für DDR-Journalisten war wegen der politisch-ideologischen Bedeutsamkeit der direkten Aufsicht der Abteilung „Agitation und Propaganda“ des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) unterstellt. Ungefähr zwei Drittel aller DDR-Journalisten studierten in Leipzig am „Kloster“, der Rest gelangte zumeist über andere politische Studienabschlüsse zum Journalismus. Mehr als 5.000 Absolventen erwarben zwischen 1954 und 1990 ihren akademischen Grad Diplomjournalist am „Kloster“, davon zirka 3.500 im Direktstudium. Pro Jahr wurden im Schnitt um die 120 neue Studenten ausgebildet. Ausgebildet wurden sie von 100 hauptamtlichen Mitarbeitern der Sektion Journalistik (Stand 1989). Lediglich drei davon gehörten 1989 nicht der Staatspartei SED an. Der letzte Direktor vor dem Mauerfall war der Journalist und SED-Kader Professor Gerhard Fuchs, der in den 1960er-Jahren in der Sowjetunion auch die KPdSU-Parteihochschule absolvierte hatte.

Im einstigen Arbeiter- und Bauern-Staat wurden die Medien als "schärfste Waffe der Partei“ angesehen. Die Forderung von Lenin, dem Mitbegründer des wissenschaftlichen Sozialismus, die Partei-Presse müsse als kollektiver Agitator, Propagandist und Organisator fungieren, wurde in der DDR bei der Ausbildung von Journalisten in Leipzig strikt umgesetzt. Das Mitglied des SED-Politbüros Albert Norden definierte 1960 die Hauptaufgabe der DDR- Journalisten so: Es solle der in Bonn herrschende „imperialistisch-militaristische Menschheitsfeind“ ohne Ermüden angegriffen, seine aggressiven Kriegsmachenschaften aufgedeckt und alle seine volks- und völkerfeindlichen Aktionen kühn und überzeugenden an den Pranger gestellt werden.

Nach dem Abitur mussten die angehenden Journalisten ein Volontariat bei einer Zeitung, dem Radio oder Fernsehen absolvieren. Dort dürften schon viele Volontäre für sich realisiert haben, dass es keine Pressefreiheit in der DDR gab.

Im Jahr 1989 gab es in der DDR 39 Tageszeitungen. Die 17 Publikationen der SED stellten mit 9,7 Millionen Exemplaren knapp 65 Prozent der Gesamtauflage. Ein Großteil der DDR- Journalisten, besonders im SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ und in den SED- Bezirkszeitungen, im Zentralorgan der Freien Deutschen Jugend (FDJ) „Junge Welt" oder auch in den Nachrichten- und Politik-Redaktionen von Staats-Fernsehen und Radio haben die Parteilichkeit über die Wahrhaftigkeit gestellt und ihre Leser, Zuschauer und Hörer über die wahren politischen und gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Zustände im In- und Ausland regelrecht bewusst belogen.

Der vollständige Beitrag hier:
http://rotstift.archiv-buergerbewegung. ... s-purschke
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Nostalgiker » 29. April 2016, 10:59

Was unterscheidet eine "Pressefreiheit" welche von den Besitzern der Medien vorgeben wird von einer "Pressefreiheit" welche von einem 'staatlichen Presseamt' vorgeben wird?
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Wosch » 29. April 2016, 11:27

Thoth hat geschrieben:Was unterscheidet eine "Pressefreiheit" welche von den Besitzern der Medien vorgeben wird von einer "Pressefreiheit" welche von einem 'staatlichen Presseamt' vorgeben wird?



Die Art Deiner Fragestellung könnte von Karl Eduard von Schnitzler abgekupfert sein, sie ist eines "gesunden" und "klar" denkenden erwachsenen Menschen unwürdig. Populismus wie zu Ulbricht's Zeiten?
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Nostalgiker » 29. April 2016, 11:58

Wie in einem anderen Thread von einem anderen user sehr treffend bemerkt, du verstehst keine Zusammenhänge, noch bist du in der Lage aus irgendeiner Thematik abstrahierende, grundlegende Erkenntnisse zu gewinnen und darzulegen.
Statt dessen keifst und geiferst du wie weiland Herr Löwenthal ohne Sinn und Verstand gegen alles und jeden was dir nicht in den Kram passt.......

Ne reine Verständigungsfrage an dich, wosch; hältst du dich etwa für einen "gesunden" und "klar" denkenden Mensch? Ne, nicht wirklich oder?
Denn normal sind deine ideologisch gefärbten Hasstiraden nun gerade ......
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Kumpel » 29. April 2016, 12:48

Thoth hat geschrieben:........................
Statt dessen keifst und geiferst du wie weiland Herr Löwenthal ohne Sinn und Verstand gegen alles und jeden was dir nicht in den Kram passt.......

......


Warum wirfst du eigentlich anderen stets das vor was du ständig selber praktizierst? Seltsames Benehmen.
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Nostalgiker » 29. April 2016, 13:09

Kumpel, auch du kannst keine Zusammenhänge herstellen bzw. erkennst sie nicht!

Wenn es dich tröstet, du bist in diesem Forum damit nicht allein [super]
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Kumpel » 29. April 2016, 13:21

Die Hauptsache ist doch mal , das du all die Zusammenhänge erkennst und deine Mitmenschen stets auf ihre Fehlleistungen aufmerksam machst.
Ich erkenne zumindest , dass bei dir offensichtlich ein mentales Ungleichgewicht besteht , und zwar ein erhebliches.
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon HPA » 29. April 2016, 14:15

Kumpel hat geschrieben:
Thoth hat geschrieben:........................
Statt dessen keifst und geiferst du wie weiland Herr Löwenthal ohne Sinn und Verstand gegen alles und jeden was dir nicht in den Kram passt.......

......


Warum wirfst du eigentlich anderen stets das vor was du ständig selber praktizierst? Seltsames Benehmen.


Nicht seltsam. Man nennt das Spiegeln.Das ist ein typisches Symptom von Personen mit den von Dir angesprochenen Defiziten.

Ich kannte mal ein Prachtexemplar dieser Spezies. Vor einigen Monden verblichen.
Bild

"Wer seinen Kinderglauben sich bewahrt, in einer reinen, unbefleckten Brust - und gegen das Gelächter einer Welt zu leben wagt, - wie er als Kind geträumt - bis auf den letzten Tag: das ist ein Mann!"(Henning v. Tresckow)

Wenn du lange genug am Fluss sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines Feindes vorbeischwimmen. (Sun Tzu)
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Danny_1000 » 29. April 2016, 16:07

Wosch hat geschrieben:
Thoth hat geschrieben:Was unterscheidet eine "Pressefreiheit" welche von den Besitzern der Medien vorgeben wird von einer "Pressefreiheit" welche von einem 'staatlichen Presseamt' vorgeben wird?



Die Art Deiner Fragestellung könnte von Karl Eduard von Schnitzler abgekupfert sein, sie ist eines "gesunden" und "klar" denkenden erwachsenen Menschen unwürdig. Populismus wie zu Ulbricht's Zeiten?
Wosch.

Wer hier nun gesund und klar denkend ist, sei mal dahin gestellt.

Fakt ist: Auch heute sind die wichtigsten Medien gelenkt und gesteuert. Es gibt - wenn ich es richtig erinnere - auch nur knapp eine Hand voll großer Medienkonzerne in unsererv Republik. . Darünber hinaus bestimmen die Werbekunden in nicht unerheblichen Maße, was eine Zeitung druckt und was nicht.

Der Springer- Verlag verpflichtet seine Mitarbeiter in den Unternehmensgrundsätzen zum Beispiel zur „Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika“ Das ist nichts anderes als ein Maulkorb für jegliche amerikakritische Berichterstattung. Also ganz so frei und unabhängig sind unsere Medien dann wohl doch nicht.

Allerdings: Wer sich heute nicht nur von Löwenthals- Erben in den Rundfunk- und Fernsehanstalten berieseln lassen will, kann ausweichen. Das Internet bietet nun wahrlich eine Fülle von Alternativen.

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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Transitfahrer » 29. April 2016, 17:30

Danny_1000 hat geschrieben:
Wosch hat geschrieben:
Thoth hat geschrieben:Was unterscheidet eine "Pressefreiheit" welche von den Besitzern der Medien vorgeben wird von einer "Pressefreiheit" welche von einem 'staatlichen Presseamt' vorgeben wird?



Die Art Deiner Fragestellung könnte von Karl Eduard von Schnitzler abgekupfert sein, sie ist eines "gesunden" und "klar" denkenden erwachsenen Menschen unwürdig. Populismus wie zu Ulbricht's Zeiten?
Wosch.

Wer hier nun gesund und klar denkend ist, sei mal dahin gestellt.

Fakt ist: Auch heute sind die wichtigsten Medien gelenkt und gesteuert. Es gibt - wenn ich es richtig erinnere - auch nur knapp eine Hand voll großer Medienkonzerne in unsererv Republik. . Darünber hinaus bestimmen die Werbekunden in nicht unerheblichen Maße, was eine Zeitung druckt und was nicht.

Der Springer- Verlag verpflichtet seine Mitarbeiter in den Unternehmensgrundsätzen zum Beispiel zur „Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika“ Das ist nichts anderes als ein Maulkorb für jegliche amerikakritische Berichterstattung. Also ganz so frei und unabhängig sind unsere Medien dann wohl doch nicht.

Dieser "Grundsatz" wurde nach den Anschlägen vom 11.09. ind die Unternehmensverfassung aufgenommen. Ein Maulkorb ist das nicht. Wer Springerpresse lesen kann, wird durchaus kritische Berichterstattung gegen die USA finden können. Aber wer eine rote Brille trägt, kann das nicht sehen.

Allerdings: Wer sich heute nicht nur von Löwenthals- Erben in den Rundfunk- und Fernsehanstalten berieseln lassen will, kann ausweichen. Das Internet bietet nun wahrlich eine Fülle von Alternativen.

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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Interessierter » 29. April 2016, 17:42

Mein lieber Danny,
da kann ich leider Deine Meinung nicht teilen. Es gibt heute eine Vielfalt von Medien in den unterschiedlichsten Richtungen, die jeder Bürger lesen kann, wenn er sich eine eigene und seiner Meinung nach auch richtige, bilden möchte.

Wenn die Medien sich von unterschiedlichen Leitlinien, Vorgaben der Herausgeber oder Werbekunden leiten lassen, so ist das ein ganz normaler Vorgang. Ein Nachteil ist das aufgrund der Vielfalt, meiner Meinung nach, auf keinen Fall. Ganz nebenbei erwähnt sind die Beiträge von Journalisten auch immer geprägt von der eigenen politischen Gesinnung.

Selbst Russlands Propagandasender - bekannt auch durch seine gefakten Meldungen - wird in unserer Demokratie geduldet.

Deine Einlassungen zu Springer und Löwenthal nehme ich mit einem Schmunzeln zur Kenntnis, denn gerade diese beiden Personen haben unerschütterlich immer wieder die Verbrechen dieser SED - Diktatur angeprangert und letztendlich rechtbehalten, wenn sie nie aufgaben an die Wiedervereinigung unseres Vaterlandes zu glauben. [wink]

Was Dein Hinweis auf das Internet angeht, so solltest Du aber dann auch nicht versäumen, auf die vielen gefakten und anonym eingestellten Beitrage hinweisen und dass jeder dieser Beiträge auch der jeweiligen Denke und politischen Gesinnung des Einstellers entspricht. Allein über das Thema Asylsuchende gibt es zur Zeit 369 verbreitete Gerüchte, die Du dem nachstehenden Link entnehmen kannst. http://hoaxmap.org/

Also richten sich auch im Internet die Beiträge nach der jeweiligen politischen Gesinnung und den Motiven nach denen dort Beiträge eingestellt werden. Also nicht viel anders als bei den Medien.

Die vorstehenden Ausführungen machen meiner Meinung nach deutlich, dass ein Vergleich des DDR - Journalismus, der allein von der SED gesteuert wurde, mit dem heutigen Journalismus, der zwar auch aus verschiedenen Gründen und aus Zwängen der Wirtschaftlichkleit, in den unterschiedlichen Unternehmen gesteuert oder gelenkt wird, völlig absurd ist.

Wo sind denn heute 97% der Journalisten in der Regierungspartei und wo wurde im DDR Journalismus so massiv wie heute die Kanzlerin, die SED kritisiert?
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Re: Journalisten in der DDR und die Genossen Alzheimer

Beitragvon Nostalgiker » 29. April 2016, 17:58

Ist ja schön Interessierter das dir ausversehen die Aussage entschlüpfte das eingestellte Beiträge und Links auch immer der politischen Gesinnung des Einstellers entsprechen .....
damit bestätigst du nur deinen maßlosen Hass auf alles was nach DDR riecht der seine Grundlagen in deinem undifferenzierten und nicht erklärbaren Antikommunismus hat.
Gut zu wissen und gut das es von dir bestätigt wurde.
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