Werner Stiller

Wie waren die politischen Systeme der beiden deutschen Staaten zur Zeit des Kalten Krieges? Wo waren die Unterschiede? Gab es Gemeinsamkeiten?
Wie wurde die Politik auf beiden Seiten vermittelt?

Der Agent - Ein Doppelleben zwischen Stasi und BND

Beitragvon SkinnyTrucky » 22. Dezember 2015, 23:01

Die Doku gibt es jetzt auch bei YouTube....

Der Agent - Ein Doppelleben zwischen Stasi und BND




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Re: Werner Stiller

Beitragvon augenzeuge » 22. Dezember 2015, 23:05

Immer wieder schön. Aber wie hatten den Film schon, oder irre ich mich? [denken]
AZ
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Re: Werner Stiller

Beitragvon SkinnyTrucky » 22. Dezember 2015, 23:08

augenzeuge hat geschrieben:Immer wieder schön. Aber wie hatten den Film schon, oder irre ich mich? [denken]
AZ


Ja, hatten wir schon, nur hatte ich da einen Link gesetzt zu Mediathek und da wird er wohl nicht mehr abrufbar sein ud darum nun eben bei YouTube....darum....


groetjes

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Re: Werner Stiller

Beitragvon Rei » 23. Dezember 2015, 18:45

SkinnyTrucky hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Immer wieder schön. Aber wie hatten den Film schon, oder irre ich mich? [denken]
AZ


Ja, hatten wir schon, nur hatte ich da einen Link gesetzt zu Mediathek und da wird er wohl nicht mehr abrufbar sein ud darum nun eben bei YouTube....darum....


groetjes

Mara

schon wieder
[denken]
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Re: Werner Stiller

Beitragvon Spartacus » 23. Dezember 2015, 18:56

Nörgel nett rum Rei, denke mal zurück ans DDR - Programm. [flash]

LG

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Re: Werner Stiller

Beitragvon tom-jericho » 24. Dezember 2015, 11:56

Spartacus hat geschrieben:Nörgel nett rum Rei, denke mal zurück ans DDR - Programm. [flash]

LG

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War etwa der Stiller der Achim Detjen aus dem unsichtbaren Visier? [wink]
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Re: Werner Stiller

Beitragvon Interessierter » 3. Juni 2016, 11:31

Vor 10 Jahren gab es zu Stiller auch den nachstehenden Bericht mit Aussagen von Stillers Tochter und der Tochter des Agenten Glocke, den Stillers Aussagen ins Gefängnis brachten.

Verschlußsache Werner Stiller - Viele offene Fragen


In einem der spektakulärsten deutsch-deutschen Spionagefälle bleiben auch fast 30 Jahre später viele Fragen offen

Der Name Stiller wurde zum Mythos. Ein kommunistischer Geheimdienstler, der in voller Überzeugung und trotz hohem Risiko zum Gegner überläuft, der Dutzende von Spionen im Westen enttarnt und den westlichen Diensten eine tiefen Blick ins Innere des DDR-Geheimdienstes ermöglicht – konnte es einen besseren Beweis für die Überlegenheit des Westens geben? Die dunklen Seiten des Falles passen dazu nicht. Sie werden fortgesetzt ausgeblendet. Zum Beispiel die Umstände des Übertrittes.

Er wäre fast mißlungen, weil der BND bei der Ausschleusung Fehler machte. Den Überläufer hätte das wahrscheinlich das Leben gekostet. Stiller: "Ich hatte einen nachgemachten DDR-Reisepaß, der mich berechtigte, nach Hamburg zu fahren zu irgendsoeinem Institut, weiß ich nicht mehr. Der Fluchtweg sollte von Magdeburg aus mit dem Zug nach Hannover gehen. Der BND hätte mich in Hannover erwartet. Abends um zehn fuhr der Zug, und aus reiner Dummheit guck ich noch mal in den Paß rein, da steht drin: Augenfarbe blau. Ich dachte, oh, das wird aber gut, damit kommst du nie durch die DDR-Grenze. Und da hab ich die ganzen Pläne umgeschmissen, und das, wie ich heute sagen muß, hat mir wahrscheinlich das Leben gerettet." Denn geschnappte Verräter wurden damals in der DDR noch hingerichtet. Stiller verließ die DDR in Eigenregie. Als offizieller Mitarbeiter des MfS passierte er am späten Abend des 18. Januar 1979 den Grenzübergang Friedrichstraße in Berlin und stellte sich in Westberlin der Polizei.

Dem BND warf er später Schlamperei vor: "Als ich die Akte gelesen hab, hat‘s mich gefröstelt. ... Ich hab ein sagenhaftes Glück gehabt. Da war viel Schlamperei dabei von Seiten des MfS, viel Schlamperei von Seiten des BND." Schlamperei auf Seiten des Bundesnachrichtendienstes?

Weiter geht es hier:
http://www.horch-und-guck.info/hug/arch ... -55/05507/
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Re: Werner Stiller

Beitragvon Interessierter » 26. Mai 2017, 11:17

Vor 6 Jahren schrieb " Die Welt " einen Bericht über Stiller und fügte 20 Fotos über Honecker bei:

Als der BND die Stasi besiegte

In der Regel obsiegte im Kalten Krieg der DDR- über den bundesdeutschen Geheimdienst. 1979 allerdings gelang den BND ein Coup, als Stasi-Mann Werner Stiller ("der Schakal") in den Westen über.

In der Ministersuite sollen die Wände gewackelt haben. Stasi-Chef Erich Mielke bekam einen Tobsuchtsanfall, als er in der dritten Januarwoche 1979 erfuhr, dass nicht nur ein aussichtsreicher Nachwuchs-Agent seiner Elitetruppe Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) in den Westen geflohen war, sondern dass er auch Geheimreferate des „Genossen Minister“ mitgenommen hatte.

Selbst HVA-Chef Markus Wolf, der Vorgesetzte des Doppelagenten, musste fast 20 Jahre später einräumen: "Das war zwar nicht für mich, aber für Mielke der schwerste Schlag. Meine sofortige Meldung gab ihm genügend Zeit, sich seelisch darauf vorzubereiten, dass seine Reden demnächst im Westen veröffentlicht würden.“


Die „Affäre Stiller“ war der größte Erfolg des BND und die schwerste Niederlage der Stasi im deutsch-deutschen Geheimdienstkrieg. Durch ihn flogen laut einer MfS-Übersicht 56 Spitzel im Westen auf, wurden verhaftet oder mussten schnellstmöglich abgezogen werden.

Weiter geht es hier:
https://www.welt.de/channels-extern/ipa ... iegte.html

Ein Vorgang über den sehr viel berichtet wurde. Die ganz Wahrheit wird man aber evtl. erst dann erfahren, wenn westliche Geheimdienste ihre Archive öffnen.
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Top Spione Werner Stiller, der Überläufer

Beitragvon SkinnyTrucky » 27. Juli 2017, 23:59

Ich glaube, den Film hatten wir hier noch nicht.....

Top Spione Werner Stiller, der Überläufer

Peter Adler reportage + dokumentation auf YouTube hat geschrieben:Werner Stiller, Offizier der »Hauptverwaltung Aufklärung« und als Doppelagent zugleich in Diensten des BND, wechselte am 19. Januar 1979 die Fronten. Er brachte bei seinem Übergang in den Westen einen ganzen Koffer voller Geheimdokumente mit.






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Re: Werner Stiller

Beitragvon augenzeuge » 28. Juli 2017, 21:47

[super]
Danke.

AZ
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Re: Werner Stiller

Beitragvon augenzeuge » 29. Juli 2017, 09:40

Der Film ist von 1994 und man sieht alte "Bekannte" wieder. Viele von ihnen leben schon nicht mehr.
So sind die Aussagen des Herrn Günther Kratsch zu Stiller und Mielke schon ziemlich informativ.

Hier ein weiteres Interview:

Das glaub ich gern:
Werner Stiller: War man erst mal im Geheimdienstapparat, wurde man kaum noch kontrolliert. Deshalb war man als MfS-Offizier freier als jeder andere DDR-Bürger.


Eine echte Verlockung:
Werner Stiller: Während meines Physikstudiums in Leipzig wurde ich von einem Stasimitarbeiter in ein Café bestellt. Obwohl es früher Vormittag war, trank der Mann vier Weinbrand. Beim fünften fragte er, ob ich bei ihnen mitmachen wolle. Wenn ja, könne ich unter Umständen für ein Semester nach Rom oder London gehen. Für einen eingemauerten 23-Jährigen war das eine fast unwiderstehliche Verlockung.


Krasse Wahrheiten:
In die SED bin ich bloß noch eingetreten, weil es mit mir vorangehen sollte. Um an den real existierenden Sozialismus zu glauben, waren die Lügen zu offensichtlich. Ich hatte in meinem Heimatort beobachtet, wie man bei Wahlen unserer Nachbarin, die kaum bei Bewusstsein war, die Hand führte, damit sie ihr Kreuz ja bei der Nationalen Front macht.

Werner Stiller: Ein guter Agent muss multiperspektivisch denken, und das können Frauen weit besser. Sie beobachten genauer, können sich besser in andere hineindenken und sind bei Einsätzen wesentlich abgebrühter und ausgekochter.


Ich bin in sechster Ehe mit einer ungarischen Fitnesstrainerin verheiratet.
Welt am Sonntag: Sie sind 63. Wie alt ist Ihre Frau? Werner Stiller: 22.


https://www.welt.de/print/wams/kultur/a ... Leben.html
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