Die rechtsradikale Szene in der DDR

Wie waren die politischen Systeme der beiden deutschen Staaten zur Zeit des Kalten Krieges? Wo waren die Unterschiede? Gab es Gemeinsamkeiten?
Wie wurde die Politik auf beiden Seiten vermittelt?

Die rechtsradikale Szene in der DDR

Beitragvon Interessierter » 26. August 2020, 07:44

" Wir machen weiter! Wir sind Rebellen und dienen einer gerechten Sache. Skins voran. Wir sind Elite. Terror gegen Terror. Die Rache ist unser, denn Rache ist gerecht. Wir stehen wie ein Bollwerk, wie eine eiserne Wand schaffen wir es. Alle zusammen. Mann für Mann. ... So wie sie gegen uns sind dürfen sie nichts anderes erwarten, als das Blut fließt. Ihres und Unseres. ... Wir sind die Götter. Und wer nicht mit uns ist, ist gegen uns. Immer mehr werden sich zusammenraffen. Sie werden uns einsperren, sie werden uns zermürben, aber kapitulieren werden wir nicht und wenn es Rückschläge gibt, für uns ist es das Stahlbad das die starken zurückläßt und die schwachen vernichtet. Übrig bleibt der kern."

Bemerkenswert an diesem Text sind nicht allein sein Inhalt und seine eigenwillige Rechtschreibung. Es handelt sich um Teile eines Kassibers, der von einem 23-jährigen Nazi-Skinhead aus dem Gefängnis an seinen "Gauleiter" geschmuggelt werden sollte. In Ost-Berlin, Hauptstadt der DDR. Er stammt aus dem Herbst 1988.

Das war zu einer Zeit, als Neo-Faschismus und Rechtsradikalismus in der DDR offiziell nicht existierten, als die bloße Existenz der DDR schon der Beweis für den zutiefst anti-faschistischen Charakter der DDR-Gesellschaft war. Seitdem sind die Dinge weiter in Bewegung gekommen. Die rechte und rechtsradikale Szene in der DDR hat seit der "Wende" in der DDR und der Öffnung der Grenze einen bemerkenswerten Aufschwung genommen. Sie reicht von unorganisierter Ausländerfeindlichkeit über Parteien wie die REPublikaner bis hin zu bewaffneten Faschistengruppen. Diese Entwicklung wird durch Hilfe aus dem Westen gefördert, aber sie ist in der DDR selbst entstanden und hat sich seit Anfang der achtziger Jahre entwickelt.

Den vollständigen Beitrag von Jochen Hippler kann man hier lesen:
http://www.jochenhippler.de/html/rechts ... _1990.html

Ein lesenswerter Bericht mit Details über Skinheads, Faschos und Neofaschisten in der DDR.

Zur Person

PD Dr. Jochen Hippler

Politikwissenschaftler und Friedensforscher.
Seit Mai 2019 Länderdirektor der Friedrich-Ebert-Stiftung in Islamabad/Pakistan.
Von 2000 bis April 2019 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg-Essen.

Diplom Sozialwissenschaften 1980, Promotion 1986 in Politikwissenschaften. 2007 Habilitation in Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag von 1985–1990 und 1998/1999.

1993 bis 1995 Direktor des Transnational Institute (TNI) in Amsterdam
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Was du hast, können viele haben. . . doch was du bist , kann keiner sein.
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