DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Wie waren die politischen Systeme der beiden deutschen Staaten zur Zeit des Kalten Krieges? Wo waren die Unterschiede? Gab es Gemeinsamkeiten?
Wie wurde die Politik auf beiden Seiten vermittelt?

DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Interessierter » 16. April 2017, 09:54

Eine Zeitzeugin berichtet:

Die Mauer ist Geschichte, aber ihr Schatten ist noch da. Er liegt über Familien, die einst lernen mussten, mit der deutschen Teilung zu leben.

Die Spuren dieser Zeit sind immer noch präsent

Als die Mauer gebaut wurde, war mein Vater elf, meine Mutter acht. Als meine Uroma in den Westen floh, war sie Mitte 50. Als die Mauer fiel, war ich acht. Jung genug, um mein Leben frei zu gestalten. Anders als meine Eltern.

Mein Vater, der sich weder als Student in Dresden noch als berufstätiger Ingenieur die Kritik am Regime verbieten ließ, verbrachte seine besten Jahre unter permanenter Beobachtung. Meine Mutter erlebte als Lehrerin ideologische Gleichschaltung. Die Spuren dieser Zeit sind in unserer Verwandtschaft noch immer präsent.

Nicht nur, weil unterschiedliche Auffassungen von Recht und Gerechtigkeit die Familie früh entzweiten. Sondern auch, weil ein Staat, in dem Telefone abgehört und Briefe kontrolliert, in dem Kritiker bespitzelt und ausspioniert werden, tiefes Misstrauen sät. Der ideologische Generalverdacht formt die sozialen Beziehungen. Bis heute.

Ich musste einiges geheim halten

Ich habe wenige Erinnerungen an diese Zeit, wenngleich prägende. Nirgends war die Ausgrenzung, die man als Andersdenkender erfuhr, so spürbar wie in der Schule. Die meisten Lehrer standen im Dienst der SED. Wie viele auch für die Stasi gespitzelt haben, ist nicht klar, viele Belastete sind nach 1990 aus dem Schuldienst ausgeschieden.

Alles erfolgte im Sinne der Partei, jede Schulstunde, jedes Beerensammeln im Wald, jeder Kindernachmittag. Wir Kinder dienten als Mittler. Wir wurden ausgehorcht über die Eltern, die Gespräche am Abendbrottisch. Ich musste einiges geheim halten.

Den Hass meines Vaters auf den Staat, die verschlüsselten Telefongespräche mit unseren Verwandten im westlichen Aachen, das Westfernsehen, das wir heimlich sahen. „Das darfst du nicht erzählen“, ist so ein Satz, den ich nie vergessen habe. Wer durch Verstocktheit auffiel, bekam das zu spüren.

Mentaler Mainstream wird zur Gesetzmäßigkeit erhoben

Jeden Montag hieß es: Antreten zum Fahnenappell. Ich versteckte mein Jungpioniertuch immer in der Tasche. Während sich unten die Masse formierte, durchwühlte meine Klassenlehrerin schnaubend meinen Ranzen, immerhin hatte sie Ermahnungen zu fürchten, wenn ihre Klasse zu spät auf dem Hof erschien.

Zur Strafe musste ich nach dem Appell in der Ecke stehen. Ich stand dann vor der Klasse, mit gesenktem Kopf, die Hände auf dem Rücken, Aufblicken war verboten. Manchmal wurde ich aus der Klasse geschickt, ich lief den frisch gebohnerten Flur auf und ab und zählte die Kleiderhaken, wieder und wieder.

Die Schule: An kaum einem anderen Ort werden Differenzen derart in Strukturen gewandelt, mentaler Mainstream zur Gesetzmäßigkeit erhoben. Das war auch im Westen so, in der DDR nur offensichtlicher. Meine Mutter wurde von ihrer Schulleiterin zurechtgewiesen, weil sie es wagte, mit den Kindern nach den Ferien über Sandburgen und Ballspiele zu sprechen statt über die politische Weltlage.

Den vollständigen Beitrag findet man hier:
https://www.welt.de/debatte/article1353 ... n-Ich.html

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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Nostalgiker » 16. April 2017, 10:27

Märchen haben Hochkonjunktur!

In den 80gern Geborene meint das genau in diesen Jahren das "Westfernsehen" sehen geheim gehalten werden mußte wo doch gerade Neubaugebiete zu dieser Zeit mit Kabelanschluß ausgerüstet wurden und da wurden alle terrestisch zu empfangene Fernsehsender eingespeist.

Wenn diese Journalistin in ihrem Kerngebiet 'Naher und Mittlerer Osten' genauso sachkundig recherchiert wie ihre "Erinnerungen" über die DDR sind erklärt das Einiges was die Berichterstattung aus diesem Gebiet betrifft wenn sie darin involviert ist.
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Volker Zottmann » 16. April 2017, 10:53

Auf die Seelenlage der Kinder blickend, ist dieser Artikel vom Wilfried mehr als treffend.
Wer die Doppelzüngigkeit, die unbewusst zu erlernen war, nie benutzte, braucht mir nicht erklären, in welchen Verhältnissen er aufwuchs.
Wo es zu Hause aber nicht so linientreu zu ging, hatten die Kinder schnell das Entscheiden gelernt, wo sie was wem erzählen können und wo eben nicht. Dies genau ist die permanente Unfreiheit gewesen, von der sich ein ganzes Volk befreite.
Das werden aber hier einige Schreiberlinge nie schnallen.

Gruß Volker
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Nostalgiker » 16. April 2017, 11:00

Und die Doppelzüngigkeit, sprich Falschheit in deinem Charakter, hast du erfolgreich in die Gegenwart gerettet Volker Zottmann.

Ja so war das wohl in deinem erzkommunistischen Haushalt, da wurdest du zum Duckmäuser erzogen und zum Lügner das sich die Fachwerksbalken der Quedlinburger Häuser nur so bogen ..... Endlich ist das Geheimnis glüftet warum diese zusammengefallen sind .....

Erzähl einfach deine Schauermärchen Interessierten ......

PS.: der Artikel ist übrigens nicht von 'Wilfried' sondern von einer Journalistin den er mal wieder gefunden hat um sich beim lesen selbigen so richtig schön zu gruseln ......
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Beethoven » 16. April 2017, 14:42

Nee Nostalgiker, der gruselt sich nicht. Eher geht ihm einer ab, so das körperlich noch möglich ist, denke ich.

Was dort geschrieben steht ist echt sowas von Unsinn, dass ich es nicht glauben mag. Selbst in den Haushalten von NVA-Angehörigen und MfS-ern wurde in den 80- er Jahren, ganz offiziell, Sender aus dem Ausland (auch dem Westlichen) empfangen. Ich glaube ich schrieb es schon mal, das dies Mitte der 80-er Jahre, wo die Schreiberin also so drei oder vier Jahre alt war, gestattet wurde. Da brauchte kein Mensch seinen Kindern etwas ins Ohr zu blasen.

Ich denke, die Gute will sich da als Opfer darstellen wie z.B. das auch so gut ein Gunter Emmerich und andere Herrschaften taten, die in der DDR schon so manches Privileg hatten, welches dem normalen Bürger und dazu zähle ich auch die Bediensteten des Staatsapparates, nicht gegeben war. Solche Spinner kann ich gut leiden. [raus]
Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.
Sie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.

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Achte mehr auf Deinen Charakter, als auf Deinen Ruf.
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Interessierter » 16. April 2017, 17:12

Zitat Beethoven:
Nee Nostalgiker, der gruselt sich nicht. Eher geht ihm einer ab, so das körperlich noch möglich ist, denke ich.


Schon erstaunlich welche primitiven, beleidigende Äußerungen dir hier abgehen dürfen. Seltsam, dass so etwas unbeanstandet und ohne Konsequenzen bleibt. [denken]
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Volker Zottmann » 16. April 2017, 17:58

Lieber Wilfried!
Primitiv, ja sogar eklatant beleidigend haben nach dem Einstellen Deines Beitrages wieder zwei User geschrieben. Ohne Beleidigungen geht es bei denen nicht.
Die Berichtende war zwar zum Mauerfall erst acht, doch ist auch sie beim Schreiben dieses Berichtes über ihr Empfinden reif genug gewesen. Sie ist heute eine 35 -jährige Frau.

Die zwei Störenfriede reiben sich nun daran, dass die 5 bis 8-Jährige sehr wohl schon hätte ungestraft westfernsehen dürfen. Das sie es garantiert ab Mitte der 80er konnte, steht außer Frage. Doch verarbeitete sie ja in ihrer Erziehung auch all die Einlassungen ihrer Eltern zu 40 DDR-Jahren.

Mir zeigen die zwei armseligen Wortmeldungen nur, dass Stören deren Hauptargument ist. Denn zu allen anderen genau beschriebenen Einlassungen kein Wort.
Die Frau hat es völlig unaufgeregt auf den Punkt gebracht. Wer solche Details, und seien sie noch so harmlos scheinend, außer Acht lässt, soetwas selbst nie empfand, sollte nicht richten wollen. Er war dann nämlich selbst gehorsamster Diener des Systems. (Bis heute)

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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Dr. 213 » 16. April 2017, 18:04

Sehr interessant. So erklärt sich vielleicht, wie weit sich die Realitätsverweigerung oder Betriebsblindheit der Berliner Führung
bis in das unterste SED- Milieu hinein fortsetzte. Und auch, warum diesem Lebensmodell die Anhänger abhanden gekommen sind.

Das Westfernsehen, nur mal so als Hinweis für die Leser ohne eigene DDR- Erfahrung aus dieser Zeit, wurde nicht etwa aus
einem Anfall von Demokratie heraus ab Ende der 70er in die Ost- Kabelnetzte eingespeist. Das hatte in Wirklichkeit zum einen was
mit Materialknappheit zu tun, weil es eben erheblich mehr Blech, Kupfer, Silber, Zinn und Blei erfordert,
wenn jeder interessierte Haushalt sich seine West- Antennenanlage selber bastelt.

Zum zweiten war man die Diskussionen um das Thema leid. Nach Helsinki ließen sich zunehmend immer weniger DDR- Insassen eine
Bevormundung und Gängelung widerstandslos gefallen. Durch dieses Aufbegehren sind u.a. auch NVA- Haushalte in den Genuss einer
zweiten Informationsquelle gekommen. Allerdings nicht als selbst erkämpftes Recht, sondern quasi als leistungslose Trittbrettfahrer.
Nun braucht auch keiner Jammern, von wegen der selbst gebuddelten Kabelschächte und so, als ihr das gemacht habt, war das Ding
längst ausgefochten und klargemacht, von aufmüpfigen Bürgern die auch den Mumm dazu hatten.

Der Beitrag ganz oben hat sicher einige Ungenauigkeiten und jeder wird Details vielleicht anders erlebt haben.
Die Aussage, man konnte in der DDR seinen Beruf nicht wechseln, müßte man etwas präzisieren.
Im Grunde war es etwas Seltenes, wenn jemand in der DDR seinen Betrieb wechselte. Man konnte aber durchaus kündigen und sich
einen anderen Betrieb suchen. Es gab auch in der DDR Jobanzeigen in den Tageszeitungen und somit wird es auch Wechsel gegeben haben.

Soweit die Theorie. In der Praxis waren Jobwechsel alles andere als einfach und wenn du ideologisch nicht gepaßt hast, oder die Stasi
zufällig im Hintergrund an dir rumzersetzt hat, konnte man sich den Traumjob mal grad abschminken und höchstens unter Hafenarbeiter
und Rangierer bei der Reichsbahn frei auswählen. Ich kenne mich da zufällig besonders gut aus, in 1985 war ich nämlich 8 Monate arbeitslos.
Erst im Westen durfte ich dann nochmal 3 Jahre auf Funkelektroniker lernen und hatte im Anschluß sofort für viele Jahre einen Job.

Die Anhänger der DDR- Verklärerfraktion wollen den Beitrag mal wieder als Märchen darstellen. Ich jedenfalls habe mich da widergefunden
und kann viele Begegebenheiten aus der Erinnerung bestätigen.
Wenn ihr nur immer die Ergebenheitsphrasen gehört habt, und nie kritische Stimmen, so wurdet ihr vielleicht als zu systemnah verortet.
Und das hatte dann eben ganz praktische Folgen. Mit Kindern aus NVA- Haushalten hätte ich z.B. auch keine Mickeymousehefte getauscht.
Nun ist so ein Comicheft ja ansich sehr belanglos und der Nichtkonsum stört ja auch nicht wirklich direkt die Kindesentwicklung.
Aber es erklärt zum Teil herrlich ein Stück weit mit, warum die Realität an euch in vielen Teilen einfach vorbei gegangen ist.
Viele der damals verantwortlichen Genossen können sich bis heute nicht erklären, warum ihre schöne Liebhabrepublik kaputt ging.

Herzlichst
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Edelknabe » 17. April 2017, 16:41

Das war nicht die DDR, das waren die Eltern selber die einer damals Achtjährigen in deren Erinnerung, eben im Heute eine meiner Meinung nach völlig falsche Familienlebe produzierten. Nehmt nur mal dieses:

" Den Hass meines Vaters auf den Staat, die verschlüsselten Telefongespräche mit unseren Verwandten im westlichen Aachen, das Westfernsehen, das wir heimlich sahen. „Das darfst du nicht erzählen“, ist so ein Satz, den ich nie vergessen habe. Wer durch Verstocktheit auffiel, bekam das zu spüren."
Textauszug ende

Eine Achtjährige wird an, in "verschlüsselte Telefongespräche" mit denen drüben eingebunden? Wie genau erfolgte das denn, wie erfolgte sowas praktisch.....eben für eine Achtjährige und deren Kinderdenke? Oder "Das darfst du nicht erzählen", weil, wieder völliger Käse denn wenn du eine Achtjährige nun nicht gerade mit der Nase in die konkrete Sache schiebst, dann erzählt die auch nix, weil wieder Kinder ne ganz andere Auffassungsgabe von bestimmten Dingen im Alltag haben, deren Bewertung somit.

Auch erfasst eine Achtjährige doch nun nicht, ob Vatern zu Vater Staat (hier DDR) ne völlig negative Einstellung hatte, gerade weil Mutter im Schuldienst schon ne ganz andere Sicht auf die Familiensache wirft(Vater Contra, Muttern eventuell Genossin)Da müsste ja Vatern jeden Tag nach Feierabend mit Schnauze im Alltag herumgelaufen sein und sinngemäß immer vor sich hin gemurmelt haben, das die ganze DDR für den Mann wieder sinngemäß Scheiße war.

Mal ne kleine köstliche Erfahrung, weil selber Großvater von einer Neunjährigen. Also wenn du einer Neunjährigen(und das Mädel ist nicht dumm) was ganz konkret verklickern willst, dann musst du schon viel Glück haben, das in dem Alter eigentlich zugehört wird...demzufolge auch registriert, eben das, was du da als Erwachsener....usw...verklickern willst.

Übertragt das mal auf die damaligen Zeiten.....

Rainer-Maria

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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Volker Zottmann » 17. April 2017, 17:00

Rainer-Maria,
bewahr Dir Deinen Glauben und freue Dich, wenn Du selbst so etwas nie erlebt hast.
Wenn 8 Jährige nur Bruchstücke von Unterhaltungen mitbekamen.... und dies vielleicht sogar falsch interpretierten, so bestand schon Gefahr, dass ein IM hellhörig wird.
Ich erinnere mich daran, dass ich stets wegen des Westsehens ein neues "Schweigegelübde" ablegen musste. Schlimmer noch, wenn unser Westbesuch da war. Da hörten die doppelzüngigen Instruktionen gar nicht mehr auf.
Einzelheiten und Beispiele sind unwichtig. Wer diese Verformungen der Gesellschaft nicht mitbekam, diese offen zur Schau gestellte, ständige Verlogenheit, der muss woanders gelebt haben.
Ich erinnere nur mal an die Berliner Großdemo, und Stefan Heyms Worte....

Wenn Du, Lieber Edelknabe diesen Mief nie bemerkt hast, warst Du systemtreu oder naiv genug, um zu Glauben, dass die DDR noch 100 Jahre besteht. (So wie von Honecker ersehnt!)

Gruß Volker
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Edelknabe » 17. April 2017, 17:12

Der war am Schönsten Volker, der dein:

"Rainer-Maria,
bewahr Dir Deinen Glauben und freue Dich, wenn Du selbst so etwas nie erlebt hast."
textauszug ende

Selten so gelacht Volker(sinngemäß), weil selber in dieser DDR gut 37 Jahre gelebt. Und das (wieder sinngemäß)mit Haut und Haar, mit allen Sinnen sozusagen.
Dazu noch in Leipzig, wo der Westbesuch schon durch die Frühjahres und Herbstmesse ne recht regelmäßige Sache war.Was haben deine Eltern da nur gemacht Volker, sie haben wohl deine Kindheit irgendwie vollkommen politisiert? Armer Volker.....aber bedauern tue ich dich nicht.

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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon karnak » 17. April 2017, 17:28

Volker Zottmann hat geschrieben:Rainer-Maria,
bewahr Dir Deinen Glauben und freue Dich, wenn Du selbst so etwas nie erlebt hast.
Wenn 8 Jährige nur Bruchstücke von Unterhaltungen mitbekamen.... und dies vielleicht sogar falsch interpretierten, so bestand schon Gefahr, dass ein IM hellhörig wird.
Ich erinnere mich daran, dass ich stets wegen des Westsehens ein neues "Schweigegelübde" ablegen musste. Schlimmer noch, wenn unser Westbesuch da war. Da hörten die doppelzüngigen Instruktionen gar nicht mehr auf.
Einzelheiten und Beispiele sind unwichtig. Wer diese Verformungen der Gesellschaft nicht mitbekam, diese offen zur Schau gestellte, ständige Verlogenheit, der muss woanders gelebt haben.
Ich erinnere nur mal an die Berliner Großdemo, und Stefan Heyms Worte....

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Es bleibt aber doch wohl festzuhalten, dass Du zu einer ganz anderen Zeit 8 Jahre alt warst als diese Frau. Und das ist doch immer wieder der Knackpunkt. Diese Tatsache zu verwischen und verschiedene Zeiten einfach mal so gleichsetzen, dass ist doch das Problem, dass zu Diskussionen führt. Und dann gibt es solche Zeitzeugen die in einer bestimmten Zeit gelebt haben und Situationen aus einer anderen Zeit in ihren Lebensbericht flechten, dass verwirrt wenigstens, es kann auch verärgern ob der offensichtlichen Geschichtenerzählerei die man mit sehr wahrscheinlich Nichtselbsterlebten einfach mal so aufhübscht.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Volker Zottmann » 17. April 2017, 17:37

karnak hat geschrieben:Es bleibt aber doch wohl festzuhalten, dass Du zu einer ganz anderen Zeit 8 Jahre alt warst als diese Frau. Und das ist doch immer wieder der Knackpunkt. Diese Tatsache zu verwischen und verschiedene Zeiten einfach mal so gleichsetzen, dass ist doch das Problem, dass zu Diskussionen führt. Und dann gibt es solche Zeitzeugen die in einer bestimmten Zeit gelebt haben und Situationen aus einer anderen Zeit in ihren Lebensbericht flechten, dass verwirrt wenigstens, es kann auch verärgern ob der offensichtlichen Geschichtenerzählerei die man mit sehr wahrscheinlich Nichtselbsterlebten einfach mal so aufhübscht.



Das stimmt schon Kristian, nur bin ich auf Edelknabes Äußerungen eingegangen, der ja behauptet, 8-Jährige würden nichts mitbekommen....

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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Edelknabe » 17. April 2017, 17:56

Weiter aus dem Anfangstext mit diesem:

"Wer durch Verstocktheit auffiel, bekam das zu spüren."
textauszug ende

Auch so ein DDR Rundumschlag-Quatsch(ne völlig falsche Negativ-Bewertung) weil, ob damaliges Kind nun einfach nur ne in sich gekehrte Person im Kleinen oder eben sehr Impulsiv im Umgang mit Gleichaltrigen war, dafür konnte ja nun Staat nicht unbedingt was? Und Vater Staat (hier die SED)knechtete Jung/Mädel auch in dieser DDR nicht gerade damit, das Junge/Mädel seine Zunge dahingehend lockerte, nun unbedingt aber auch Alles aus dem Familienalltag aus zu plaudern.

Ohne Mist Männer, das grenzt doch irgend wie schon an Paranoia, wenn ich sowas über den damaligen Alltag lese.

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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Interessierter » 18. April 2017, 08:34

Wenn auch hier, wie immer, User die dem System nahestanden, Details wie das Westfernsehen bestreiten, so ändert das, auch wie immer, überhaupt nichts an der Kernaussage der Zeitzeugin, dass es in der DDR keine Meinungsfreiheit gab.

Auch wenn die fehlende Meinungsfreiheit längst erwiesen ist, wird immer wieder versucht, diese Diktatur schönzureden, in dem man von den eigentlichen Aussagen der unterschiedlichsten Themen ablenkt.
Das Recht auf Meinungsfreiheit

Ein politischer Witz, ein zugespitzter Liedtext, kritische Bemerkungen über die Regierung auf dem Schulhof oder bei der Arbeit – mit ihrer frei geäußerten eigenen Meinung brachten sich in der DDR viele Menschen in Gefahr. Für die Führung der regierenden Partei SED bedeutete Meinungsfreiheit ein Risiko, vor dem es den sozialistischen Staat zu schützen galt. Entsprechend rigoros ließ sie ihre Geheimpolizei gegen die Verbreitung von so genannter "staatsfeindliche Hetze" (Strafgesetzbuch der DDR §104-106) vorgehen.

"Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung [und] […] über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten", heißt es in Artikel 19 der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte von 1948. Dies wurde schon 1789 während der Französischen Revolution in der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte als grundlegender Leitsatz festgeschrieben: "Die freie Mitteilung der Gedanken und Meinungen ist eines der kostbarsten Menschenrechte". Das schließt ein, ohne Angst vor Bestrafung die eigene Regierung kritisieren zu dürfen.

Verfassung als Attrappe

Auch in der DDR-Verfassung war dieses Recht verankert – zumindest auf dem Papier. In Artikel 27 der zuletzt gültigen Verfassung von 1968 hieß es: "(1) Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen Republik hat das Recht, den Grundsätzen dieser Verfassung gemäß seine Meinung frei und öffentlich zu äußern. Dieses Recht wird durch kein Dienst- oder Arbeitsverhältnis beschränkt. Niemand darf benachteiligt werden, wenn er von diesem Recht Gebrauch macht. (2) Die Freiheit der Presse, des Rundfunks und des Fernsehens ist gewährleistet."

In der Realität wurden den Menschen diese Rechte verwehrt. Kritik am politischen System und an den Lebensbedingungen in der DDR konnte als staatsfeindliches Handeln ausgelegt werden. Die Medien bildeten kein Korrektiv, sie waren staatlich gelenkt und kontrolliert, mit besonders staatsnahen Mitarbeitern bestückt und zusätzlich mit Stasi-Spitzeln durchsetzt. Auch Kunst und Kultur waren nicht frei, das konnte jeder in der Verfassung nachlesen: "Die sozialistische Nationalkultur gehört zu den Grundlagen der sozialistischen Gesellschaft" schrieb Artikel 18 vor. Im Gegensatz dazu sei die "imperialistische Unkultur" zu bekämpfen. Das öffnete der Verfolgung von unabhängigen Künstlern Tür und Tor.


http://www.demokratie-statt-diktatur.de ... _node.html
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon karnak » 18. April 2017, 09:07

Interessierter hat geschrieben: so ändert das, auch wie immer, überhaupt nichts an der Kernaussage der Zeitzeugin, dass es in der DDR keine Meinungsfreiheit gab.


[flash] Natürlich nicht, wer hat denn das bestritten, es nerven eben nur die speziellen Zeitzeugen die, aus was für Gründen auch immer, irgendwelche Geschichten aus ihrem Leben erzählen, die sie einfach nur nachplappern aber nicht erlebt haben können, sich bei ihrer Propagandaaktion oder was immer das denn dann sein soll auch noch entsprechend ungeschickt anstellen.
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Interessierter » 18. April 2017, 09:24

Wenn du schreibst, dass sie es so habe nicht erleben können, ist es lediglich eine Behauptung von Dir, oder warst Du Familienmitglied oder bist dabei gewesen?

Anstatt Dich immer wieder an Nebensächlichkeiten hochzuziehen, könntest Du doch wunderbar erklären, warum Du die fehlende Meinungsfreiheit damals nicht bemerkt hast, warum es dich nicht gestört hat, wenn Du das denn damals bemerkt hast und warum du das denn nicht kritisiert hast?

Ich persönlich würde das erheblich interessanter finden, als diese ewige, nicht beweisbare Korinthenkackerei.
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon karnak » 18. April 2017, 09:38

[flash] Ich habe die nicht vorhandene Meinungsfreiheit bemerkt und ich bin ehrlich, es hat mich nicht umgebracht [muede] , die Mangelwirtschaft hat mich da wesentlich mehr genervt, wie so ziemlich jeden in diesem Land und da bin ich eben immer wieder bei den Fleischtöpfen von denen ich behaupte deren Mangelhaftigkeit hat die Massen auf die Straßen gebracht. Die mangelnde Reisefreiheit rechne ich übrigens zu den Fleischtöpfen. Wäre es nur um die mangelnde Meinungsfreiheit gegangen, die Stasi hätte leichtes Spiel gehabt mit den paar "Spinnern" die zur friedlichen Revolution erschienen wären. [grin]
Und natürlich weiß ich, dass die Frau theatralischen Mist erzählt, ich weiß nämlich sehr genau was sie in ihrer Zeit erlebt haben kann und was nicht, um was der Staat und seine Organe Theater veranstaltet hat und um was nicht, es war nämlich auch meine Zeit. Und ich konnte diese Zeit wesentlich besser bewerten und erleben, da ich da schon ein paar Jahre älter war als eine 8 Jährige.
Als ob sich eine 8 Jährige mit solchen Dingen überhaupt beschäftigen würde, als ob man solch einer als Eltern so was überhaupt nahe bringen kann, einfach nur lächerlich. Wenn man schon Angst davor hat, dass es offenbar wird, dass man man Westsender sieht dann lässt man die einfach nicht daran teilhaben, alles andere wäre ein viel zu großes Risiko.
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Interessierter » 18. April 2017, 09:47

Und natürlich weiß ich, dass die Frau theatralischen Mist erzählt, ich weiß nämlich sehr genau was sie in ihrer Zeit erlebt haben kann und was nicht


Das GLAUBST du zu wissen, mehr nicht. Wenn du schon keinen christlichen Glauben hast, möchte ich dir dann diesen nicht rauben....... [wink]
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Dr. 213 » 18. April 2017, 16:02

Einen ganz tollen Synapsenkleber müssen die Tschekisten damals gehabt haben.
Die Verkleideten vorne am Schlagbaum haben bestimmt immer eine Extraportion
zusätzlich gekriegt, nicht das die noch auf dumme Gedanken kommen.

Also wirklich Karnak, was in solchen Familien am Küchentisch besprochen wurde,
die erwiesenermaßen aus Selbstschutz notwendige Erziehung zu Janusköpfen,
das finden von ungefährlichen "Sprachregelungen" ist bestimmt nicht dein Fachgebiet.

Nein, es wäre menschlich nicht in Ordnung, diesen "Glauben" widerspruchslos hinzunehmen.
Das sind wir den Opfern der friedliebenden SED- Diktatur schuldig.

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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon karnak » 18. April 2017, 16:19

Es geht einfach nur um das Wichtigtuerische Geschwatz einer Frau, zum Thema"Janusköpfigkeit", die zum Zeitpunkt des Mauerfalls 8 Jahre alt war. Diese Dinge gar nicht realisiert hätte, die Eltern solches , zumindest im Privatbereich , gar nicht mehr notwendig hatten, außer sie hatten eine Meise in Form eines weitverbreiteten Verfolgungswahnes, denn NIEMAND hat sich mehr dafür interessiert ob ein Kind den oder den Sandmann sieht, ob es die Sesamstraße oder Meister Nadelör bevorzugt . Das zu kontrollieren und zu sanktionieren, es war sowieso nur eine sehr kurze Phase in der Zeit der Existenz der DDR. Wenn man heute auch anderes glauben machen will und das mit solchen Berichten irgendwelcher Quatschköppe und Wichtigtuer beweisen will.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Dr. 213 » 18. April 2017, 16:45

Ende der 70er war das Bekenntnis zum Konsum von Westfernsehen ein dicker fetter Minuspunkt.
Zumindest wenn man in Konflikt kam und vor Gericht dazu von der Richterin befragt wurde.
Diese sozialistische Vorzeigerichterin hat dermaßen auf diesem "Makel" herumgehackt, es war peinlich.
Die beiden Jugendlichen hatten auf einer Baustelle ein Bolzenschussgerät geklaut wimre.
So erlebt ca. 1979 bei einem Gerichtsbesuch in Rostock gegenüber vom OZ- Gebäude.
Es war zur Vorbereitung der Jugendweihe und aus heutiger Sicht ein Vorzeigen der Folterinstrumente.

Für die Endzeit der DDR habe ich keinen richtigen Einblick, da war ich schon getürmt.
Aber ich schätze mal, auch da wurde noch das Westgucken zur Kenntnis genommen und ein Strich gemacht.
So richtig verboten war es ja wohl nie. Wie kann es sein, daß die Kinder trotzdem ausgehorcht wurden (ich auch)
und die Eltern sich beim nächsten Elternabend dafür zusammensch....lassen mußten?

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Zuletzt geändert von Dr. 213 am 18. April 2017, 17:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon karnak » 18. April 2017, 16:57

Ich frage mich eben nur wie man dafür einen "Minuspunkt" bekommen konnte wenn man spätestens ab Ende der Siebziger die Westprogramme zentral in die Neubauwohnungen eingespeist hat,sich über das ganze Land" sozialistische Antennengemeinschaften " verbreiteten, die technischen Voraussetzungen dafür von entsprechenden Handwerksbetrieben geschaffen wurden, diese auch die Wartung dieser Anlagen übernahmen und die angeschlossenen Teilnehmer dafür entsprechende Gebühren an diese zahlten.
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Nostalgiker » 18. April 2017, 17:04

Es war nie Verboten du kluger, allwissender Dottore und DDR Experte, es war allerdings in den Zeiten der 50ger und 60ger Jahre je nach Konfliktlage im Kalten Krieg mal mehr mal weniger verpönt ......
Glaubst du etwa das sich die Leute, wenn denn je verboten gewesen wäre, in der damaligen Zeit sehr sichtbar Westantennen auf's Dach gestellt hätten.

Die ängstlichen Janusköpfe aus Quedlinburg hatten es da komfortabler, sie konnten ihre Antenne unter dem Dach auf dem Dachboden aufhängen. War ja nicht weit bis Torfhaus ......
Falls Nachfragen kommen, ich kenne das aus Halberstadt so.

Und Berufswechsel war in der DDR weder verboten noch verpönt noch wurden demjenigen der die Arbeit wechseln wollte Schwierigkeiten gemacht.
Wer allerdings auf seiner Arbeitsstelle durch Bummelei, dem entfernen von Arbeitsplatz weil es regnete auffiel und flotten Sprüchen auffiel dem konnte der Konsum von Westsendern vor Gericht schon negativ zur Last gelegt werden ....
Nur wieviel Prozent der Bevölkerung standen vor Gericht?

Wie privilegiert war denn der die DDR hassende Ingenieur mit seiner Lehrers-Ehefrau das sie vom privaten Telefon "sprachlich verschlüsselte" Gespräche mit der Westverwandtschaft führen konnten? Oder stellst ein Interessierter sich das so vor das sich die gesamte Familie in eine Telefonzelle im nächsten Postamt quetschte? Es gab nämlich nicht die Möglichkeit der direkten Durchwahl, Gespräche in die BRD mußten beim Fernmeldeamt angemeldet werden und das eben nur über den Apparat in der eigenen Wohnung oder auf der Post.
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Kumpel » 18. April 2017, 17:12

karnak hat geschrieben: ich weiß nämlich sehr genau was sie in ihrer Zeit erlebt haben kann und was nicht,



Eine kühne Behauptung , zumal von einem ehemaligen Stasi. Oder bist du bei den Leuten unter dem Tisch gesessen?
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon karnak » 18. April 2017, 17:17

Nee, aber ich weiß wie das gesellschaftliche Leben in dieser Zeit in diesem Land ablief, was man an Untertanentum eingefordert hat und was nicht. Das Medienverhalten der Eltern über die Kinder auszuspähen und die Eltern danach auf dem Elternabend zur Rede zu stellen gehörte jedenfalls nicht dazu.
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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Dr. 213 » 18. April 2017, 17:25

Also ihr beiden (Nosti und Karnak) seid mir schon zwei richtige Systemkenner.
Wenn ihr euch heute noch etwas anstrengt, vielleicht könntet ihr noch "herausarbeiten"
das dieses Modell DDR bei einer Mehrheit der mit Stubenarrest belegten Insassen
sowas von beliebt war und es am Ende garnicht untergehen konnte.

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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Nostalgiker » 18. April 2017, 17:28

Dr. 213 hat geschrieben:Also ihr beiden (Nosti und Karnak) seid mir schon zwei richtige Systemkenner.
Wenn ihr euch heute noch etwas anstrengt, vielleicht könntet ihr noch "herausarbeiten"
das dieses Modell DDR bei einer Mehrheit der mit Stubenarrest belegten Insassen
sowas von beliebt war und es am Ende garnicht untergehen konnte.

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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon Dr. 213 » 18. April 2017, 17:36

karnak hat geschrieben:Nee, aber ich weiß wie das gesellschaftliche Leben in dieser Zeit in diesem Land ablief, was man an Untertanentum eingefordert hat und was nicht. Das Medienverhalten der Eltern über die Kinder auszuspähen und die Eltern danach auf dem Elternabend zur Rede zu stellen gehörte jedenfalls nicht dazu.


Ohje, armer Karnak. Du standest damals wirklich sehr weit weg von der Realität.
Du kennst dich offenbar nicht besonders gut mit den Nettigkeiten einer real existierenden SED- Diktatur aus.

Dann noch die Defizite bei der Grenzsicherung und im speziellen hier die Praxis abseits jeder Theorie.
Ich denke, bei dir sind besonders viele Ausschleusungen geglückt und die KMHB haben sich bei ihren
Fahrplänen an deinen Dinstplan gehalten (kleiner Scherz)

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Re: DDR hieß auch Entfremdung vom eigenen Ich

Beitragvon karnak » 18. April 2017, 17:41

[grin] Also mich beschleicht das Gefühl auf Grund mangelnder und stichhaltiger Argumente willst Du etwas vorführen.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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