Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Wie waren die politischen Systeme der beiden deutschen Staaten zur Zeit des Kalten Krieges? Wo waren die Unterschiede? Gab es Gemeinsamkeiten?
Wie wurde die Politik auf beiden Seiten vermittelt?

Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon Interessierter » 9. Dezember 2016, 15:39

Wussten Sie schon...?

...dass Honecker Hund "Klecksi" angeblich dem BerlinerTierpark zum Einschläfern übergab, weil der Hund extrem bissig war? Das berichtet Günter Schabowski. Im Tierpark sei der Hund aber neu trainiert worden, weil lediglich Erziehungsmängel die Ursache gewesen seien. Beim nächsten Geburtstagsempfang Honeckers habe der Direktor dem SED-Chef mitgeteilt, dass der Hund nun keine Verhaltensmängel mehr habe - Honeckers Gesicht habe sich versteinert, und er habe den Direktor wortlos stehen gelassen. Der hatte zwei Fehler begangen: Erstens den Auftrag nicht ausgeführt und zweitens Honecker ein Fehlurteil unterstellt. "Klecksis" weiteres Schicksal bleibt aber unklar...

...dass angeblich alle zwei Tage eine Gärtnerin frisch geschnittenen blauen Rittersporn in eine Bodenvase in Honeckers Haus in Wandlitz stellen musste?

...dass angeblich in Honeckers Haus in Dölln ein Blumen-Stilleben von Walter Womacka hing?

... mit wem Honecker grundsätzlich einen Tag am Wochenende verbrachte? Mit "Wirtschafts-Boss" Günter Mittag. Alexander Schalck-Golodkowski erinnert sich, dass er immer einen Tag am Wochenende mit seiner Frau zu Mittags in die Schorfheide fahren musste - ob am Sonnabend oder am Sonntag, hing davon ab, wann Honecker zu Mittag wollte. Dann waren Schalck-Golodkowskis am anderen Tag dran...

...dass Honecker außer Soft-Pornos auch gerne James Bond, Action- und Kriminalfilme anschaute? In den Ferien und am Wochenende waren es auch mal zwei Filme pro Tag. Die Videos wurden in West-Berlin über die KoKo gekauft. Die Bestellungen wurden eher verschämt geäußert: In Katalogen westlicher Videotheken kreuzte Honecker das Gewünschte an, reichte sie an Günter Mittag weiter - und der leitete Kataloge oder Ausschnitte kommentarlos an Alexander Schalck-Golodkowski weiter.

...dass allein die Energiekosten für das "Objekt Wildfang" zwischen 1982 und 1988 597.000 DDR-Mark betrugen? Diese Summe stellte das Energiekombinat dem Staatshaushalt in Rechnung

...dass es eine zweite Meinung zum Thema "Honeckers Hund" gibt? Während sich der eine seiner Leibwächter an ein Tier namens "Klecksi" erinnert, spricht Bernd Brückner in der "BZ" von einem Cockerspaniel namens "Flex", auch "der Schrecken von Wandlitz" genannt, weil er komplett unerzogen gewesen sei und sogar sein Herrchen Honecker in die Wade biss. Aber Honecker sei tierlieb gewesen: Wegen des Hundes durfte in der Waldsiedlung Wandlitz im Winter kein Salz gestreut werden (um die Pfoten zu schonen...).

...dass der ehemalige Verwaltungschef der "Waldsiedlung Wandlitz", Gerd Schmidt, über Honeckers sagt, sie hätten die Arbeit der Hausangestellten mit "Distanz und zeitweise einer Zukenntnisnahme" bedacht? (Das ist nicht so übel, wenn man bedenkt, dass Gerd Schmidt über Familie Stoph aussagt, sie hätte "mit absoluter Arroganz, krankhaft übersteigerter Kritikasterei, ohne jegliches Verständnis" re(a)giert.)

...dass Honecker mehrere "Freizeitobjekte" zur Verfügung standen? 1."Objekt Drewitz" (Kreis Malchow): Gebäude, das hauptsächlich für zwei Tage jedes Jahr im September von ihm zur Jagd genutzt wurde, ansonsten wurde es 1987-1989 jedes Jahr im Juni für 3 Wochen für seinen Familienurlaub verwendet. (Ab dem Juni 2000 wird es als Hotelanlage "Naturpark-Residenz" genutzt werden.) 2. "Objekt Gästehaus Groß-Dölln" (Kreis Bernau) an der B109 am Ende der Schorfheide, in Groß Schönebeck - wurde hauptsächlich zu Kurzurlauben und oft an Feiertagen (Weihnachten, Neujahr, Ostern) von Honecker genutzt; 3. "Objekt Wildfang" (Kreis Bernau): Nach Angaben des ehemaligen Verwaltungschefs von Wandlitz, Gerd Schmidt, war die alte Försterei am Pinnowsee das von Honecker am liebsten und oft genutzte "Objekt". Fast jedes Wochenende und auch einen Nachmittag pro Woche sei er dort zur Jagd gegangen.

...dass der Thriller "Der Gaukler" von Harry Thürk Honecker gefallen haben muss? Jedenfalls sorgte er Ende der 70er Jahre dafür, dass das Buch schnellstmöglich auch in der DDR zu kaufen war. (Kein Wunder, das Buch ist "politisch korrekt": Ein Sowjetliterat namens Wetrow wird von der CIA systematisch zum Regimekritiker aufgebaut...)

...dass Honeckers Lieblingslied ("Das Lied vom kleinen Trompeter") folgende Kernzeile enthält:"Von unseren Kameraden war keiner so lieb und so gut, wie unser kleiner Trompeter, ein lustiges Rotgardistenblut".

...wie Honecker an eine ansprechende Auswahl von Fernseh-Programmen kam? Er hatte sich in Wandlitz zwei japanische Parabol-Spiegel installieren lassen, zum Fernseh-Empfang via Satellit.

...dass Honecker in der Schule nach eigenen Angaben am liebsten Gesang, Geschichte und Rechnen mochte, Schreiben aber weniger? Gar nicht gemocht habe er den Religionsunterricht. Beim Lernen habe er ansonsten "keine Schwierigkeiten" gehabt, seine Zeugnisse seien "normal" gewesen. Honecker: "Es war kein großes Streben nach oben."

...dass Honecker eine große Sammlung von (westlichen) Soft-Porno-Videos besaß, zum Beispiel "Black Manuela", "Emmanuelle" und "Lady Diamond"?

...dass Honecker nach eigenen Angaben nach dem Abendbrot meist "etwas ferngesehen" hat und dann schlafen ging?

...dass nach Einschätzung von Herrmann (Staatssekretär) Honecker Kunstwerken "manchmal" habe etwas abgewinnen können, Kunst aber eher nicht sein Metier gewesen sei? Ansonsten habe er gelesen, Filme gesehen und sei gelegentlich ins Theater gegangen. Besonders gut gefiel ihm ein Film über Thälmann.

https://meike-wulf.homepage.t-online.de ... izeit.html

Schon erstaunlich was für eine extrem kostspielige Freizeitgestaltung so ein Staatsratsvorsitzender sich leisten durfte ! [grins]
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon Beethoven » 11. Dezember 2016, 07:56

Na ja, für einen Staatschef sind das alles nun wirklich keine "großen Dinger", eher Lappalien.

Softpornos und Aktionsfilme schauen sich vermutlich 90 % aller Männer an die einen TV-Gerät oder Computer haben oder gar Härteres.

Die Sache mit seinen Hunden ist eher uninteressant. Genauso wie seine Jagdleidenschaft, derer viele Menschen, die sich as leisten können, frönen.
Auch seine Gästehäuser sind doch eher bescheiden gegenüber anderen Staats- und Parteichefs dieser Welt. Camp David ist vermutlich teurer als alle Gästehäuser und Datschen der Politprominenz der ehemaligen DDR. Und was die Bundesrepublik da so hat, ist ja nicht bekannt, wird aber auch nicht ohne sein.

Gruß
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon augenzeuge » 11. Dezember 2016, 11:14

Beethoven hat geschrieben:Softpornos und Aktionsfilme schauen sich vermutlich 90 % aller Männer an
Gruß


Damals sahen sich das 90% der DDR Männer ganz sicher nicht an. [wink]
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon Nostalgiker » 11. Dezember 2016, 11:20

Woher willst du das so genau wissen Augenzeuge?
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon augenzeuge » 11. Dezember 2016, 11:26

Nostalgiker hat geschrieben:Woher willst du das so genau wissen Augenzeuge?


Haha, weil 90% weder ein Abspielgerät, noch einen Film hatten. Dank Karnaks Kollegen und ihrem wachem Blick. [grins]
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon Nostalgiker » 11. Dezember 2016, 11:41

Videorecorder konnten ganz offiziell in die DDR eingeführt werden bzw. gab es auch im Intershop zu kaufen.
Wie sonst wäre mein Kumpel 1984 an seinen Recorder gekommen? Meinst du etwas das seine Oma im im BH versteckt aus Westberlin einschmuggelte?
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon augenzeuge » 11. Dezember 2016, 15:25

[muede]Lass es. Du wirst hier keinen vermitteln können, dass 1985 10 %einen Videorecorder hatten.
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon Nostalgiker » 11. Dezember 2016, 15:48

Augenzeuge, genau das liebe ich so an Dir.
Du unterstellst einfach einfach Dinge welche Du a) nicht beweisen kannst und b) auch nicht widerlegen kannst, weil sie Dir nicht in Dein Weltbild passen.
Sag doch einfach das Du es aus Deinem Umfeld absolut nicht kennst. Du kanntest keinen der einen Videorecorder zu DDR Zeiten hatte und du kanntest keinen der Jemanden kannte der jemanden kannte der Einen hatte..
Auch du behauptest, nur wider besseren Wissens, das angeblich 90% der Haushalte in der DDR gegen Ende der 80ger Jahre keinen Videorecorde gehabt hätten. Woher weißt Du das oder ist das mal wieder eine Deiner Annahmen?

Wie hältst Du es dann mit dem Besitz von Camcordern zu dieser Zeit?
Auch da habe ich, allerdings 1989 im Sommer, durchaus DDR Bürger kennengelernt die solch ein Ding besaßen und es auch benutzt haben. Im Urlaub und es waren die Menschen aus der gebeutelten Kaste der armen Handwerker .......

Womit hast Du ein generelles Problem? Etwa damit das alles was Du selber nicht kennengelernt hast deshalb auch nicht existierte?

Ich kannte Mitte der 80ger genau 5 Leute die einen Videorecorder besaßen und logischerweise hatten sie auch mit Filmen bespielte Kassetten. Ich berichtete an anderer Stelle bereits davon.
Nimm es doch einfach mal zur Kenntnis das nicht alle in der DDR gelitten haben, das sie sich menschenunwürdig behandelt fühlten, eingesperrt und damit unfrei. Sie jeden Tag durch ein Jammertal der Eniedrigung schritten und dabei flächendeckend von der Stasi beobachtet.

Es war mir durchaus bewußt das ich mich nicht immer auf dem Feld der Legalität bewegte wenn ich Platten, Bücher, Zeitungen und Videos tauschte bzw. auch teilweise beschaffte.
Falls Du natürlich nur die hier vorherrschenden Jammergegeschichten als die einzige "Reale" Schilderung der DDR und des Lebens in ihr akzeptierst dann schreibe es auch so.

Wie es scheint bist auch Du nicht daran interessiert Dein Wissen über die DDR zu erweitern sondern eher Deine vorhandenen Vorurteile und Vorbehalte weiter zu zementieren.


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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon Volker Zottmann » 11. Dezember 2016, 16:34

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, gab es 1989 keine Videorecorder in 10% der Haushalte.
Selbst wenn der Eine oder Andere einen über die Grenze schleppte. Die Zollgebühr dürfte so exorbitant gewesen sein, wie die Preise von den japanischen Geräten die es in begrenzter Stückzahl zwischen 8000 und 12000 Ostmark gab. So ein kleiner Haufen Blech und Plastik war also genauso teuer wie ein Trabant.
Und nun will uns @Nostalgiker hier den allgemeinen Volkswohlstand in der untergehenden Ostzone verkaufen? [flash]
Na dann such mal Gläubige!

Gruß Volker
Zuletzt geändert von Volker Zottmann am 11. Dezember 2016, 16:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon karnak » 11. Dezember 2016, 16:46

Also in der Wendezeit oder kurz davor wurden in der DDR die ersten Videorecorder verkauft.Ein Militärkollege von mir hat sich so ein Ding angeschafft und war darauf stolz wie ein Spanier, Kostenpunkt 8000 DDR Mark.
Zu Zeiten der "richtigen"DDR , und das war sie 1985 in jedem Fall noch, dürfte ein Videorecorder in der DDR ein absoluter Exot gewesen sein, eine Einfuhr, wenn überhaupt möglich, schwierig. 1985 waren die Dinger übrigens auch in der Bundesrepublik erst 7 Millionen Mal verkauft, werden da auch noch nicht so billig gewesen sein. Also wird man sie in Größenordnungen als Geschenk für die Brüder und Schwestern nicht unbedingt ausgewählt haben.
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon Spartacus » 11. Dezember 2016, 17:08

1985 waren die Dinger übrigens auch in der Bundesrepublik erst 7 Millionen Mal verkauft, werden da auch noch nicht so billig gewesen sein.


Das ist der Knackpunkt, denn ich kann mich genau daran erinnern, das so ein Ding 1984 stolze 2.500 DM kostete. Also weit mehr, als ein Durchschnittslohn und es mag
ja reiche Verwandte geben haben, aber das wäre dann schon sehr großzügig gewesen.

Das schließt aber natürlich nicht aus, dass einige wenige so ein Ding hatten.

LG

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denn es gibt ja noch zum Glück, als Beruf die Politik.
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon pentium » 11. Dezember 2016, 17:15

Jedenfalls ist eine Nebelkerze Namens Videorekorder gezündet wurden, welche das eigentliche Thema herrlich schön einnebelt und bestimmt die nächsten zwanzig bis vierzig weitere Postings wieder einmal um das Thema "Videorekorder in der DDR ja oder nein" gehen...

Weiter machen!

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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon Interessierter » 11. Dezember 2016, 17:26

1987 gab es ca 200.000 bis 250.000 Videorekorder in der DDR. Bis zur Wende war es nur einer kleinen, privilegierten Schicht möglich, einen Videorekorder im Privathaushalt zu nutzen. [grins]

Quelle:
https://books.google.de/books?id=W2iEBw ... er&f=false
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon karnak » 11. Dezember 2016, 17:32

Ich hätte nicht gedacht, dass die Zahl so hoch war. Konnte man vielleicht doch 5 kennen die so ein Gerät besaßen, wenn man sich in den richtigen Kreisen bewegte. [flash]
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon pentium » 11. Dezember 2016, 17:41

Eine kleine Zwischenfrage aus dem Nebel, was sollte man eigentlich und viel wichtiger wie im DDR-Fernsehen aufnehmen, wenn man schon so eine Kiste hatte? Jedenfalls kenne ich keinen DDR-Fernseher der damals schon einen Scart-Anschluss hatte. Ebenfalls sollte man Pal und Secam beachten.
Zusatzfrage zu den 200.000 bis 250.000 Videorekorder in der DDR, wie und wer hat die eigentlich gezählt?

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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon karnak » 11. Dezember 2016, 17:52

Wer sie gezählt hat weiß ich nicht, aber 87 bekam man ja schon die Westfernseher, im Intershop wahrscheinlich sowieso. Und wer solch spendable Westverwandte hatte, wird vielleicht noch ein Fernseher drin gewesen sein.
Wobei mir die Zahl auch hochvorkommt, wollte nur nicht wieder anzweifeln. [grin]
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon Zicke » 11. Dezember 2016, 17:53

color-vision RC 9140

Einleitung der Bedienungsanleitung: „Das tragbare Farbfernsehgerät color-vision RC 9140 bietet Ihnen eine Fülle von hohen Gebrauchswerteigenschaften wie z.B. Einsatz eines Kabeltuners, digitales Abstimm- und Anzeigesystem mit Mikrocomputer, scharfe Farbwiedergabe durch Flankenversteilerung, 29 Programmspeicher, Euro-AV-Anschluss für Videogeräte und Heimcomputer und Abschaltautomatik bei Sendeschluss. …“ Der „RC 9140“ wurde 1988 als tragbarer Ableger des großen „Color 40“ entwickelt und im VEB Robotron-Elektronik Radeberg bis 1990 produziert. Der Grundaufbau des Gerätes entspricht hierbei wohl weitestgehend dem schon zuvor produzierten „RC 6073“. Statt der spannungsgesteuerten Frequenzabstimmung ohne Fernbedienung oder mit der DDR-Fernbedienung „Selectron“ kam hier jedoch erstmals das „Digitale Abstimm- und Anzeigesystem“ (DAAS) in Philips-Lizenz zum Einsatz. Dieses ermöglicht die digitale Speicherung von 29 Programmen sowie der Lautstärke- und Bildparameter. Die entsprechenden Daten werden auf einem RAM-Speicher hinterlegt, der jedoch noch einen zusätzlichen Stützakku benötigt. Der Kabeltuner empfängt in 83 Kanälen das VHF-Band 1 und 3, sowie das UHF-Band 4 und 5. Das Gerät verfügt über einen Decoder für die westeuropäische PAL-Norm sowie auch für die in Frankreich und Osteuropa übliche SECAM-Norm. Das Bild wird von der Farb-Bildröhre „A38NCR00X05“ mit einer Diagonale vom 38cm wiedergegeben, die Monoendstufe ist mit dem IC-Verstärker A211D bestückt und als Lautsprecher kam der sehr kompakte und trotzdem leistungsstarke L 1716 mit 10 VA und 4Ω zum Einsatz. Das Gerät verfügt neben dem 75Ω-Antenneneingang über eine zum Lieferumfang gehörige aufgesteckte Doppelteleskopantenne, einen SCART-Anschluss und eine Diodenbuchse mit Aufnahmeausgang, jedoch ohne Wiedergabeeingang. Außerdem existiert bereits ein Steckplatz für eine Videotextplatine. Die Bedienung der Grundfunktionen Programmfortschaltung, Sendersuchlauf, Farbe, Helligkeit, Kontrast und Lautstärke kann direkt am Gerät erfolgen. Zur kompletten Bedienung wird die im VEB Keramische Werke Hermsdorf produziert und zum Lieferumfang gehörige IR-Fernbedienung „RCS 9085“ benötigt. Das gewählte Programm wird permanent über ein zweistelliges 7-Segment-LED-Display angezeigt. Außerdem lässt sich an der Front noch ein Kopfhörer anschließen. Der „color-vision RC 9140“ war somit der bestausgestattete tragbare DDR-Fernseher, auch wenn sich ein 38cm-Bilddiagonale in einem 14,5 kg schweren Gerät gegenüber heutigen Flatscreens natürlich gewaltig relativieren. Mit den zu dieser Zeit üblichen Geräten aus bundesdeutscher Produktion konnte der „RC 9140“ aber durchaus mithalten. Leider bleiben auch diesem Gerät die typischen Standardfehler nicht erspart. Die häufigste Fehlerquelle ist hierbei wohl der leichtgängige Netzschalter mit Wischkontakt und der schon in anderen RFT-Fernsehern verbaute Zeilentrafo „ÜHA 108“. Dieser ist vergossen und platzt gerade beim Betrieb in sehr kalten Räumen gerne auf. Er lässt sich jedoch noch relativ einfach wechseln. Originalersatz gibt es z.B. unter rft-ersatzteile.de oder beim Pollin-Versand. Eine weitere Fehlerquelle, die auch bei funktionstüchtigen Geräten vorsorglich gewechselt werden sollte, ist der Stützakku des Abstimmsystems. Dieser ist fast immer ausgelaufen und zerstört hierdurch die Leiterbahnen der Platine. Er lässt sich jedoch problemlos durch einen kostengünstigen 1,2V-Knopfzellen-Akku mit Lötfahnen und geringer Kapazität ersetzen. Insgesamt gesehen ist der „RC 9130“ aber trotzdem ein zuverlässiges RFT-Gerät, das aufgrund seiner kompakten Abmessung, der guten Bildqualität und der mittlerweile recht wenigen noch existierenden DDR-Fernseher auf jeden Fall erhaltenswert ist.

http://images.google.de/imgres?imgurl=h ... 5&biw=1600
z

Doch wenn ich all jene, die mir nicht in den Kram passen, deren Ansichten vielleicht irgendwie rechts sind, weiterhin Nazis nenne, dann ist das nicht nur faktisch falsch. Ich schmälere damit letztendlich auch das Andenken an die Opfer des NS-Regimes.

Lena Seiferlin, Autorin
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon karnak » 11. Dezember 2016, 18:06

Den Tragbaren hatten wir uns angeschafft, kostete 3000 Mark ohne Fernbedienung, mit Fernbedienung 500 mehr, die habe ich mir erspart, war mir zu teuer. Ich hatte in Drewitz eine abgebrochene ausziehbare Autoantenne gefunden, die hatte ich neben der Couch liegen und habe damit die Sender gewechselt [flash] . Für Lautstärke war die Frau verantwortlich. [flash]
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon AkkuGK1 » 11. Dezember 2016, 19:01

pentium hat geschrieben:Eine kleine Zwischenfrage aus dem Nebel, was sollte man eigentlich und viel wichtiger wie im DDR-Fernsehen aufnehmen, wenn man schon so eine Kiste hatte? Jedenfalls kenne ich keinen DDR-Fernseher der damals schon einen Scart-Anschluss hatte. Ebenfalls sollte man Pal und Secam beachten.
Zusatzfrage zu den 200.000 bis 250.000 Videorekorder in der DDR, wie und wer hat die eigentlich gezählt?

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Omg, du hast ja wirklich keinen blassen, die VCRs hatten einen eingebauten Tuner, das Videosignal konnte auch per Antennensignal weitergegeben werden, da war kein SCART notwendig. AV Anschlüsse gab es kurz vor der Wende.

Mal zu den Softpornos, das gab es sogar im DDR Fernsehen, Erotisches zur Nacht lief da zum Beispiel, gibts jetzt auch auf DVD...
Ich bin zu schön, als das man auf mich wütend sein könnte!*

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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon augenzeuge » 11. Dezember 2016, 19:08

Nostalgiker hat geschrieben:Ich kannte Mitte der 80ger genau 5 Leute die einen Videorecorder besaßen und logischerweise hatten sie auch mit Filmen bespielte Kassetten.
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Nun gehe ich mal davon aus, dass du dich damals nicht im Keller versteckt hast. [grins] 5 Leute kanntest du also. Kann ich mal hochrechnen? Du stimmst mir sicher zu, dass du deutlich mehr als 50 Leute damals kanntest.Sicher weitaus mehr... Bei mir war das nicht anders. Aber ich gönne dir ein paar mehr, weil du älter warst. Nur ich hatte nicht einen, der so ein Teil besaß. Also 0 Prozent. Nun schrieb ich von keinen 10%.... Damit hast du meine Aussage selbst zementiert, ohne es zu wollen. Danke! Übrigens, mit politischer Anschauung hat das alles nichts zu tun. Nur mit Fakten, welche man im Leben unweigerlich erkannte. Meistens jedenfalls.

AZ

P.S. Akku, jetzt musste ich lachen, was du als Softporno bezeichnet hast. [laugh]
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon pentium » 11. Dezember 2016, 19:11

AkkuGK1 hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:Eine kleine Zwischenfrage aus dem Nebel, was sollte man eigentlich und viel wichtiger wie im DDR-Fernsehen aufnehmen, wenn man schon so eine Kiste hatte? Jedenfalls kenne ich keinen DDR-Fernseher der damals schon einen Scart-Anschluss hatte. Ebenfalls sollte man Pal und Secam beachten.
Zusatzfrage zu den 200.000 bis 250.000 Videorekorder in der DDR, wie und wer hat die eigentlich gezählt?

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Omg, du hast ja wirklich keinen blassen, die VCRs hatten einen eingebauten Tuner, das Videosignal konnte auch per Antennensignal weitergegeben werden, da war kein SCART notwendig. AV Anschlüsse gab es kurz vor der Wende.

Mal zu den Softpornos, das gab es sogar im DDR Fernsehen, Erotisches zur Nacht lief da zum Beispiel, gibts jetzt auch auf DVD...


Danke Herr Superschlau! Wir reden aber nicht von kurz vor der Wende, wann das auch immer sein sollte!
Und erotisches zur Nacht als Softporno...

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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon steffen52 » 11. Dezember 2016, 19:37

Erotisches zur Nacht(DDR-Fernsehen)! Ein Softporno? Aber Hallo die Waldfee. [laugh] Was manche so unter Softporno verstehen, das ist
sehr erstaunlich! [shocked]
Gruß steffen52
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon Volker Zottmann » 11. Dezember 2016, 22:11

steffen52 hat geschrieben:Erotisches zur Nacht(DDR-Fernsehen)! Ein Softporno? Aber Hallo die Waldfee. [laugh] Was manche so unter Softporno verstehen, das ist
sehr erstaunlich! [shocked]
Gruß steffen52



Diese ersten amourösen Schmusefilme zur Mitternacht waren für die meisten von uns zuvor aber fast so unvorstellbar wie der Fall der Mauer oder die baldige Wiedervereinigung.
Hat der Adamek damals sicher so eingerichtet, weil Erichs Pornos schon ausgenuddelt waren. Und welche junge Frau wollte den ollen nackigen Wolf Kaiser samt seinem Gehänge schon sehen.... Da musste was passieren! [laugh]

Gruß Volker
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon AkkuGK1 » 11. Dezember 2016, 23:42

na ich weis ja nicht was ihr unter Softporno versteht... denkt mal 35 Jahre zurück! Mal ein wenig Brust und Keule ;) pentetration ist da bis heute nicht zu sehen. Ein erigiertes Glied ist sogar bis heute im freien TV tabu - wenn ich mich nicht irre...

Na aber auf jeden Fall besser als 3 Lederhosen in St. Tropez...

kam da nicht noch Anfang 89 auf SAT1 mitten in der Nacht etwas? [cool]
Ich bin zu schön, als das man auf mich wütend sein könnte!*

*aus Mr. Sunshine
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon EMW-Mitarbeiter » 12. Dezember 2016, 02:14

augenzeuge hat geschrieben:
Nostalgiker hat geschrieben:Woher willst du das so genau wissen Augenzeuge?


Haha, weil 90% weder ein Abspielgerät, noch einen Film hatten. Dank Karnaks Kollegen und ihrem wachem Blick. [grins]
AZ

Oha, beides lief auch im TV und im Kino. Zudem lud man sich in früheren Zeiten auch mal zum Fernsehen ein. Und erotisches gabs auch in Literatur- und sogar in - Naturform!
Und als Super-8 Film kursierte da auch so einiges.
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon EMW-Mitarbeiter » 12. Dezember 2016, 02:27

pentium hat geschrieben:Eine kleine Zwischenfrage aus dem Nebel, was sollte man eigentlich und viel wichtiger wie im DDR-Fernsehen aufnehmen, wenn man schon so eine Kiste hatte? Jedenfalls kenne ich keinen DDR-Fernseher der damals schon einen Scart-Anschluss hatte. Ebenfalls sollte man Pal und Secam beachten.
Zusatzfrage zu den 200.000 bis 250.000 Videorekorder in der DDR, wie und wer hat die eigentlich gezählt?

pentium

Oha........
SCART ist unnötig, da reicht ein Antenneneingang am TV, da die meisten Recorder einen RF-Modulator haben.
Abgesehen davon waren einige TV-Geräte von RFT durchaus mit einem SCART-Anschluss ausgrüstet oder nachraüstbar. Mein Gerät aus 1988 hat Stereo (echtes 2-Wege-System, SCART und Videotext) und läuft noch immer. PAL konnten bis auf wenige DDR-Geräte auch alle Typen so ab 1978. Und auch das waren nachrüstbar. Denn einige Geräte gingen ja in den Westen, manche sogar exklusiv. Scart setze sich auch im Westen erst so um 1984 durch.

Andererseits konnten viele Videorekorder PAL in SECAM in S/W abspielen oder , so ab 1984 auch komplett wandeln. Es gab auch Geräte für PAL, SECAM und NTSC.

Bezahlt hat die der Käufer. Die meisten Geräte kamen auf "Flohmärkten" unter die Leute. Teilweise für mehr als 10000 Ocken. Und die gingen wie geschnitten Brot.
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon Kumpel » 12. Dezember 2016, 07:58

augenzeuge hat geschrieben:
Nostalgiker hat geschrieben:Ich kannte Mitte der 80ger genau 5 Leute die einen Videorecorder besaßen und logischerweise hatten sie auch mit Filmen bespielte Kassetten.
Nostalgiker


Nun gehe ich mal davon aus, dass du dich damals nicht im Keller versteckt hast. [grins] 5 Leute kanntest du also. Kann ich mal hochrechnen? Du stimmst mir sicher zu, dass du deutlich mehr als 50 Leute damals kanntest.Sicher weitaus mehr... Bei mir war das nicht anders. Aber ich gönne dir ein paar mehr, weil du älter warst. Nur ich hatte nicht einen, der so ein Teil besaß. Also 0 Prozent. Nun schrieb ich von keinen 10%.... Damit hast du meine Aussage selbst zementiert, ohne es zu wollen. Danke! Übrigens, mit politischer Anschauung hat das alles nichts zu tun. Nur mit Fakten, welche man im Leben unweigerlich erkannte. Meistens jedenfalls.

AZ




Ist doch durchaus möglich , dass sich Nosti in Kreisen bewegte in denen es bereits um 1985 zum guten Ton gehörte einen Videorekorder der selbst im Westen noch ein Luxusartikel war zu besitzen.
Schließlich bezog er Reisetaschenweise die gefragtesten Schallplatten ohne Umwege direkt aus Hamburg.
Für unsereiner in der tristen Provinz der Zone war es bereits eine mittlere Sensation wenn der Bruder eines Kumpels der als Vollmatrose bei der DSR beschäftigt war mal eine Led Zeppelin LP aus seinem Seesack zog und uns unwürdigen nach langem Betteln und für eventuelle Schäden Gewalt androhend ein paar Stunden überließ um den Inhalt auf eine leiernde Orwokassette eines Stern Rekorders zu überspielen.
Zuletzt geändert von Kumpel am 12. Dezember 2016, 08:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon Beethoven » 12. Dezember 2016, 08:07

augenzeuge hat geschrieben:
Beethoven hat geschrieben:Softpornos und Aktionsfilme schauen sich vermutlich 90 % aller Männer an
Gruß


Damals sahen sich das 90% der DDR Männer ganz sicher nicht an. [wink]
AZ


So meine ich das auch nicht.

Ich meinte, dass wohl 90 % der Männer das auch getan hätten, wenn Sie gekonnt hätten.
Das E.H. das nun konnte, ist eben seiner herausgehobenen Stellung im Staat geschuldet.

1985 war ich Hörer an der Militärakademie. Da gab es im Aufklärungskabinett einen Videorekorder, den durfte nur Oberst Schn... bedienen. So stand es auf einem aufgeklebten Zettel am Gerät. Und das war kein Recorder, wie wir ihn dann kennen gelernt haben sondern ein richtiger Klopper mit riesigen Kassetten, was die Abmaße betrifft.
Das war für mich das Erste mal, dass ich überhaupt mit solch einem Gerät in Berührung gekommen bin.

Man, wenn man so überlegt, was sich in diesen gut 30 Jahren alles so getan hat, ist es wirklich erstaunlich.

Gruß
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon EMW-Mitarbeiter » 12. Dezember 2016, 08:13

1985 waren Videorekorder mit Mono-Ton kein Luxus mehr. Billig waren sie auch nicht, aber durchaus erschwinglich. 1986 sah ich die ersten Geräte auf einem "Fohmarkt" in Friemar bei Gotha. 11 000 M wurde damals aufgerufen.
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Re: Kurioses und Wissenswertes über Erich Honecker

Beitragvon Kumpel » 12. Dezember 2016, 08:23

11 000 Ostmark! Das soll erschwinglich gewesen sein? Naja es gab ja durchaus auch Leute mit Geld in der DDR , aber die Masse hatte eher zu tun , dass sie über die Runden kam
und froh war wenn man sich eventuell ab und an mal ein kleines Extra im Fressex leisten konnte.
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