Zeitzeugen berichten 2

Wie waren die politischen Systeme der beiden deutschen Staaten zur Zeit des Kalten Krieges? Wo waren die Unterschiede? Gab es Gemeinsamkeiten?
Wie wurde die Politik auf beiden Seiten vermittelt?

Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon karnak » 31. Juli 2020, 12:20

AkkuGK1 hat geschrieben:@ karnak Wirklich? Deshalb gelang es einigen U Gefangenen Flammenwerfer in die Zelle zu schmuggeln...

[flash] Die Blöd und Unfähigkeit irgendwelcher Vollzugsbeamte ist natürlich nicht völlig auszuschließen.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Dr. 213 » 31. Juli 2020, 12:23

Danke Karnak für die erneute Erleuterung, wie es zumindest in der Theorie abläuft.

In der DDR und hier ganz speziell bei HSH lese ich aus Zeitzeugenberichten immer wieder die gleiche Schikane bei der Einlieferung.
- aus den dunklen Zellen im B1000 in die hell ausgeleuchtete Halle und im Laufschritt zur Tür hoch.
- brüllend zum Entkleiden aufgefordert, hinter Gitter und darum ohne Sichtschutz
- kein Beistand durch einen handlungsfähigen Anwalt, beliebte hämische Antwort falls man einen wünschte "Sie gucken zu viele Filme"

Abgesehen davon ist es ohnehin eine menschenverachtende Dreistigkeit, Leute wegen versuchter Republikflucht oder Kontakt
zu westlichen Instanzen eine derartige Behandlung anzutun, sie in solchen stasieigenen Löchern einfach verschwinden zu lassen.

Man muß es so deutlich sagen, dieses U- Haftnstalt in HSH war nichts anderes wie die Prinz- Albrechtstrasse eine Diktatur zuvor.
Die Bilder von Männern, die in irgendeinem Kellergang mit angstvollen Gesichtern und erhobenen Händen dort an der Wand standen,
müßte eigentlich jeder gelernte DDR- Bürger schon einmal im Schulbuch gesehen haben.

Zu Plötzense gab es auch in der DDR ein entsprechendes Gegenstück, zwar nicht mit den Fleischerhaken aber auch mit Blutrinne.
Wenn ich mir überlege, wann Teske dort ermordet wurde, das war 1981, dann dreht sich mir der Magen um, wie diese SED- Diktatur
bis kurz vor dem Ende noch gewütet hat und wie es immer noch Unrechtsleugner gibt, die diesen rot lackierten Nazis nachtrauern.

Herzlichst
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Zuletzt geändert von Dr. 213 am 31. Juli 2020, 12:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Nostalgiker » 31. Juli 2020, 12:25

Deine Vergleiche sind einfach Widerwärtig.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Dr. 213 » 31. Juli 2020, 12:28

Dann nimm dir doch die Kierstein- Bibel und suche darin nach Trost.
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon karnak » 31. Juli 2020, 12:44

Dr. 213 hat geschrieben:Danke Karnak für die erneute Erleuterung, wie es zumindest in der Theorie abläuft.

In der DDR und hier ganz speziell bei HSH lese ich aus Zeitzeugenberichten immer wieder die gleiche Schikane bei der Einlieferung.
- aus den dunklen Zellen im B1000 in die hell ausgeleuchtete Halle und im Laufschritt zur Tür hoch.
- brüllend zum Entkleiden aufgefordert, hinter Gitter und darum ohne Sichtschutz

Dr. 213

Das vermag ich alles nicht zu beurteilen da ich nie dort war und dort gehandelt habe. Wo ich war, und zwar 13 Jahre lang, und wo man mir das Handeln beigebracht hat fand das Ganze so wie" in der Prinz- Albrecht - Strasse" nicht statt. Das wäre dann mein Zeitzeugenbericht.
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Sperrbrecher » 31. Juli 2020, 12:57

Nostalgiker hat geschrieben:Deine Vergleiche sind einfach Widerwärtig.

....aber auch in ihrer Widerwärtigkeit voll und ganz zutreffend.
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon augenzeuge » 31. Juli 2020, 14:41

Nostalgiker hat geschrieben:die politische Gefangene Wollenberg bekam eine Tischdecke und besondere vegetarische Kost und dann einen Studienaufenthalt in England ........


Diesen besonderen Fall zitierst du gern. Aber die Hintergründe hast du immer noch nicht begriffen.
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Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nichtgebrauch dahinschwindet. Keiner darf für sich den Besitz der Wahrheit beanspruchen, sonst wäre er unfähig zu Kompromiß und überhaupt zu Zusammenleben.
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon augenzeuge » 31. Juli 2020, 14:42

Sperrbrecher hat geschrieben:
Nostalgiker hat geschrieben:Deine Vergleiche sind einfach Widerwärtig.

....aber auch in ihrer Widerwärtigkeit voll und ganz zutreffend.


Wo du recht hast, hast du recht. [denken]

AZ
Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nichtgebrauch dahinschwindet. Keiner darf für sich den Besitz der Wahrheit beanspruchen, sonst wäre er unfähig zu Kompromiß und überhaupt zu Zusammenleben.
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Dr. 213 » 31. Juli 2020, 16:30

karnak hat geschrieben:
Dr. 213 hat geschrieben:Danke Karnak für die erneute Erleuterung, wie es zumindest in der Theorie abläuft.

In der DDR und hier ganz speziell bei HSH lese ich aus Zeitzeugenberichten immer wieder die gleiche Schikane bei der Einlieferung.
- aus den dunklen Zellen im B1000 in die hell ausgeleuchtete Halle und im Laufschritt zur Tür hoch.
- brüllend zum Entkleiden aufgefordert, hinter Gitter und darum ohne Sichtschutz

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Das vermag ich alles nicht zu beurteilen da ich nie dort war und dort gehandelt habe. Wo ich war, und zwar 13 Jahre lang, und wo man mir das Handeln beigebracht hat fand das Ganze so wie" in der Prinz- Albrecht - Strasse" nicht statt. Das wäre dann mein Zeitzeugenbericht.


Naja da gibt es auch häßliche Zeitzeugenberichte aus der Kontrollgarage.
Wenn man zum Beispiel geifernde Köter auf das Autoblech zum Anzeigen geschickt hat, obleich man schon recht genau wußte,
daß im Kofferraum die unkonventionell Reisenden gelegen haben, womöglich sogar noch mit Kind dabei.
Schon klar, das Risiko war denen ja zum goßen Teil bewust.

Aber wie sinnlos die ganze Veranstaltung. Die Ertappten waren doch sowieso für den Staat verloren.
Das man die nicht auch noch laufen lassen konnte, dafür habe ich ja irgendwie sogar Verständnis.
Jedoch kassierte man die in der Regel, im Grunde doch nur für eine Ordnungswidrikeit, für 12 bis 18 Monate ein.

Der Gewinn durch die Zwangsarbeit war im Verhältnis zum Aufwand lächerlich gering.
Abschreckung und Erziehung kann ich darin auch nicht sehen, von solchen Sachen erfuhr man nur aus dem Westfernsehen.

In der DDR- Wochenpost (ich las besonders gerne die letzte Seite) waren solche "Verbrechen" auch kein Thema.
Die Gerichtsverhandlungen waren auch nicht öffentlich, die Urteile wurden dem Täter nicht dauerhaft ausgehändigt.
Wenn überhaupt, wurden die Arbeitskollektive solcher Sünder dazu genötigt, sich zum Affen zu machen und eine
möglichst passende Beurteilung im Sinne des SED- Staates zu verfassen.
Wenigstens an der Stelle haben in Einzelfällen Kollektive mal keine SED- konformen Beurteilungen abgegeben.

Herzlichst
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon AkkuGK1 » 31. Juli 2020, 16:46

Der Buschfunk funktionierte und Unsicherheit, Ängste zu schüren, das waren probate Mittel.
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon karnak » 31. Juli 2020, 16:54

Ich kann Dir versichern, dass zu meiner Zeit in Kontrollgaragen keine Hunde zum Einsatz kamen. Zum Feststellen ob sich Personen im Kofferraum befanden war das nicht notwendig und diese albernen Vorstellungen und Behauptungen man wollte nur mal so aus Jux und Dollerei und Hass auf den Klassenfeind ein bisschen terrorisieren sind schlichtweg billige Propaganda, dazu war man viel zu professionell und pragmatisch aufgestellt.
Hunde kamen maximal bei LKW zum Einsatz weil dort das " Spezifische Mittel " nicht funktionierte. Allerdings wurden die nach Anschlagen zurückgezogen weil sie nur unnützen Stress verursachten und der Delinquent wurde per Manpower ausgegraben. [flash]
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Nostalgiker » 31. Juli 2020, 17:17

Lass doch dem Dottore seine abgefahrene Fantasie, er kann doch nicht dafür das er propagandistischem Populismus und Diffamierung aufgesessen ist.

Er hat sich überhaupt noch nicht zur Aufnahmeprozedur in der JVA Bremen geäußert.
Bestimmt meint er die Vollzugsbeamten von dort schwindeln.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Volker Zottmann » 31. Juli 2020, 18:28

karnak hat geschrieben:Ich kann Dir versichern, dass zu meiner Zeit in Kontrollgaragen keine Hunde zum Einsatz kamen. Zum Feststellen ob sich Personen im Kofferraum befanden war das nicht notwendig und diese albernen Vorstellungen und Behauptungen man wollte nur mal so aus Jux und Dollerei und Hass auf den Klassenfeind ein bisschen terrorisieren sind schlichtweg billige Propaganda, dazu war man viel zu professionell und pragmatisch aufgestellt.
Hunde kamen maximal bei LKW zum Einsatz weil dort das " Spezifische Mittel " nicht funktionierte. Allerdings wurden die nach Anschlagen zurückgezogen weil sie nur unnützen Stress verursachten und der Delinquent wurde per Manpower ausgegraben. [flash]


Wer da nun recht hat, weiß ich nicht. Jeder Fall kann auch anders liegen.
Nur hast Du Kristian, Dich leider nicht selbst in der Garage in Marienborn gesehen. Wir alle beim Forentreffen aber umso deutlicher.
Bei Deiner dortigen Beschreibung (Rekonsruktion einer Kontrolle), leuchteten Deine Augen und ein Dir noch innewohnender Enthusiasmus versetzte Dich in alten Zeiten zurück.
Genauso erschreckend habe ich Dich da erlebt. Wie es die anderen Forenfreunde empfanden, müssten sie schon selbst äußern. Die Chefin dort war jedenfalls ebenso erschrocken wie Reimonde und ich.
Nach dem in Marienborn 2017 Erlebten, kann ich mir keinerlei Sachlichkeit bei der Festsetzung der aus den Verstecken Kriechenden zu DDR-Zeiten vorstellen. Beim besten Willen nicht!

Gruß Volker
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Dr. 213 » 31. Juli 2020, 19:00

Besser es schildert ein Zeitzeuge mit leuchtenden Augen, als wie so eine Trantüte die sich das nur angelesen hat.
Und wenn Karnak anschließen anhand der Reaktionen der Zuhörer auch ein bischen vom Entsetzen gespürt hat,
dann wäre es für mich auch OK so. Auf jeden Fall freue ich mich, wenn er hier beiträgt.

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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Nostalgiker » 31. Juli 2020, 19:05

Hallo du Trantüte; Dottore ......
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Dr. 213 » 31. Juli 2020, 19:20

Nostalgiker hat geschrieben:Hallo du Trantüte; Dottore ......


Sei froh, daß Du dir hier inzwischen so etwas wie Narrenfreiheit erarbeitet hast.
Und dann auch noch, daß ich kein Admin bin. Ich würde Dir dafür glatt eine Auszeit verpassen.
Verbunden mit der Auflage, in der Zwischenzeit Mauerkreuze zu schrubben oder Eintrittskarten in HSH abzureißen. [shocked]

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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Nostalgiker » 31. Juli 2020, 22:15

Hör mal genau zu du Komiker.
Du unterstellt hier Leuten welche sich geschichtliche Dinge angelesen haben weil sie aus den vielfältigsten Gründen eben nicht "Zeitzeugen" sein konnten das sie Trantüten seien ......

Wie viele Dinge hast du dir denn angelesen, aus zweiter Hand gehört etc.? Ergo selber Trantüte ....
Du hast dir damit ein super Eigentor geschossen ......
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon HPA » 1. August 2020, 00:24

Du hast dir damit ein super Eigentor geschossen ......


...schreibt der latente Eigentorschießer. [flash]
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Interessierter » 1. August 2020, 09:04

Für die User, welche behaupten dass DDR - Haftbedingungen mit den heutigen in Deutschland vergleichbar sind, hier nur zwei von unzähligen Zeitzeugen-Videos, die genau das Gegenteil aussagen.
Ein in Gefangenschaft befindlicher Arzt wird ohnmächtig und der Angehörige des Wachpersonals unternimmt nichts und meint wenn der Arzt ist, kann er sich auch selber helfen?!

Wie dreist meint man eigentlich noch lügen zu können und pauschal behaupten, das wäre heute auch noch so?



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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Nostalgiker » 1. August 2020, 09:23

Was so alles in der Bundesrepublik mit ihrer "objektiven" Justiz alles so geht und wie Haftbedingungen auch heute noch sein können kannst du in dem Film "Gefangen" von 2018 betrachten.

Artikel zum Film

Film in voller Länge

Es ist egal ob die HauptFigur vom Gericht in eine geschlossene Anstalt eingewiesen wird oder nicht. Entscheidend sind die Bedingungen der Unterbringung. Vollständige Isolation über zig Monate

Der Film lehnt sich an das Schicksal von Jürgen Mollath an, Information zu J. Mollath und seinem Fall

Nun können Krümelkacker wieder rumtönen das dies doch überhaupt nichts mit der DDR zu tun hat.
Stimmt, aber der Thread heißt "Zeitzeugen berichten ! und nicht Zeitzeugen berichten was ihnen alles Schlechtes in der DDR widerfuhr.
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon karnak » 1. August 2020, 09:53

Volker Zottmann hat geschrieben:Nur hast Du Kristian, Dich leider nicht selbst in der Garage in Marienborn gesehen. Wir alle beim Forentreffen aber umso deutlicher.
Bei Deiner dortigen Beschreibung (Rekonsruktion einer Kontrolle), leuchteten Deine Augen und ein Dir noch innewohnender Enthusiasmus versetzte Dich in alten Zeiten zurück.
Genauso erschreckend habe ich Dich da erlebt. Wie es die anderen Forenfreunde empfanden, müssten sie schon selbst äußern. Die Chefin dort war jedenfalls ebenso erschrocken wie Reimonde und ich.
Nach dem in Marienborn 2017 Erlebten, kann ich mir keinerlei Sachlichkeit bei der Festsetzung der aus den Verstecken Kriechenden zu DDR-Zeiten vorstellen. Beim besten Willen nicht!

Gruß Volker

[flash] Gehe einfach von einer Fehldeutung meiner Gefühlsregungen aus. Ich bin ein emotional ziemlich aufgeladener Typ und stehe, wenn ich nicht gerade schlafe, immer unter Volldampf. Die leisen Töne sind meine Sache nicht. Mit enthusiastischem Verzücken ob dem Gedenken zu der guten alten Zeit hat das nichts zu tun. Wenn ich erklären soll wie so ein komplexer Vorgang ablief tue ich das mit vollen Körpereinsatz. Das Ganze hat mich damals nicht in Begeisterung versetzt, konnte gerne darauf verzichten, da mit elendem Stress und Überstunden verbunden und heute ist es nur noch Vergangenheit für deren Erklärung sich andere interessieren und ich bin bereit ihnen den Gefallen zu tun und es ihnen zu erklären. Mich an irgendwelchen Quatschgeschichten wider besseren Wissens zur Vergangenheitserklärung zu beteiligen kann aber niemand von mir erwarten. Ich muß nicht von der Gegenwart gebauchbinselt werden weil ich Geschichte so erzähle wie gewünscht, dass wäre mir einfach zu blöd. Ich weiß was ich weiß und ich war bei gewissen Abläufen zur Genüge anwesend und das dort erlebte beschreibe ich, nicht mehr und nicht weniger. Das kann man glauben oder es bleiben lassen.
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon augenzeuge » 1. August 2020, 11:32

Nostalgiker hat geschrieben:Der Film lehnt sich an das Schicksal von Jürgen Mollath an


Gustl Mollath, oder?

Nostalgiker, du verwechselst etwas. Oder du machst das absichtlich, um das DDR Unrecht zu legitimieren. Hier geht es um eine mutmaßliche Intrige, um einen Justizirrtum. Der kann überall passieren.

Der Unterschied dabei zur DDR Justiz (dort wäre alles vertuscht worden!):
Ein Wiederaufnahmeverfahren hätte ganr nicht stattgefunden, die Stasi hatte ja das Urteil gesprochen, und es hätte nie zu folgenden Fakten geführt:
Debatte über die Unterbringung in psychiatrischen Kliniken, eine Gesetzesänderung von 2016 wurde teils als Reaktion auf den Fall kommentiert.
670.000 EUR Entschädigung für das Opfer.

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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Dr. 213 » 1. August 2020, 12:03

Brauchst dich nicht entschuldigen Karnak.
Bei der Schilderungen von solchen Ereignissen, noch dazu von einem der wirklich dabei gewesen ist,
ist ein engagierter Vortrag wahrscheinlich angemessen und es macht es ja auch spannender für die Zuhörer.

Auch wenn das unser Nosti in seiner Beißwut absichtlich, oder weil ihm die Fähigkeit des Verstehenden Lesens,
die ihm ja wie schon mehrfach hier bemerkt wurde ganz einfach fehlt, gleich wieder verdrehen und umdeuten mußte.

Das erinnert mich an die Stasi. Bei denen sind auch immer gerne die Sicherungen durchgeknallt und sie haben Republikflüchtlingen
vorgeworfen "mit ihrer Flucht hätten sie den Weltfrieden gefährdet und einen Atomkrieg provoziert"

Den "Komiker" merke ich mir und den kriegt er (Nosti) wann immer es paßt hier im Forum zurück.
Bei der bösen Tr.....e werde ich es mir aus einer gewissen Rücksicht heraus verkneifen, das Wort noch einmal hier zu schreiben.
Ich wußte ja nicht das es den Nosti so sehr trifft.
Und ich möchte ja keine Flashbacks auslösen die dann wieder zu neuen Beleidigungen führen, nein das will ich wirklich nicht.

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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Volker Zottmann » 1. August 2020, 12:13

karnak hat geschrieben: [flash] Gehe einfach von einer Fehldeutung meiner Gefühlsregungen aus. Ich bin ein emotional ziemlich aufgeladener Typ und stehe, wenn ich nicht gerade schlafe, immer unter Volldampf. Die leisen Töne sind meine Sache nicht. Mit enthusiastischem Verzücken ob dem Gedenken zu der guten alten Zeit hat das nichts zu tun. Wenn ich erklären soll wie so ein komplexer Vorgang ablief tue ich das mit vollen Körpereinsatz.


Ich nehme Dor das voll ab. Die Außenwirkung war aber eine andere.
Wir haben uns ja nun schon 3 mal ausgiebig beschnuppert. Da bestätige ich Dir auch gern, das mit dem Körpereinsatz. Man bleibt nun mal Gefangener seiner Haut. Zumindest verbiegst Du Dich nicht, nur um zu gefallen.

Gruß Volker
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Nostalgiker » 1. August 2020, 12:58

Schleimer .....
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Volker Zottmann » 1. August 2020, 13:51

Nostalgiker hat geschrieben:Schleimer .....


Ach ja? Keine Angst, bei Dir passiert das nicht.
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Re: Zeitzeugen berichten 2

Beitragvon Interessierter » 7. August 2020, 09:29

Nachstehend berichtet ein Berliner Taxifahrer über Rassismus:

Der Rassismus ist mein Problem

Bild

Der Street-Art-Künstler Banksy hat sich mit einem neuen Bild zu Wort gemeldet. Darauf zu sehen ist die Silhouette eines Menschen in einem gerahmten Bild, daneben eine Kerze, die gerade die Fahne der USA in Brand setzt.

Und anlässlich der Massenproteste in den USA gegen den Rassismus, schreibt er: “Zuerst dachte ich, ich sollte bei diesem Thema einfach den Mund halten und Schwarzen zuhören. Aber warum sollte ich das tun? Es ist nicht ihr Problem. Es ist meins.”

Richtig. Natürlich leiden Menschen unter dem Rassismus, der nicht nur in den USA von Weißen ausgeht. Aber gerade weil er das tut, sind auch diejenigen dafür verantwortlich, aus deren Reihen die Rassisten kommen. Auch in der Bundesrepublik werden schnell mal große Teile der eigenen Bevölkerung ausgegrenzt. Sei es, weil sie eine dunklere Hautfarbe haben, weil sie die Sprache nicht so gut beherrschen, weil sie der “falschen” Religion angehören.

Oft habe ich im Taxi gehört, dass Türken und Araber (“Kanaken”) keine Deutschen sein können, unabhängig davon, ob sie einen deutschen Pass besitzen. Das “Deutschsein” wird nicht durch die Staatsangehörigkeit definiert, sondern durch… tja, durch was? Viele sagen, durch “die Rasse”. Aber Rassen gibt es bei Menschen nicht. Das macht die Rassisten aus, dass sie Menschen in Rassen aufteilen und sie bewerten. Schon in der NS-Zeit wurde der jüdische Teil der Deutschen aus der “Volksgemeinschaft” ausgeschlossen, ihnen wurde das Recht abgesprochen, deutsch zu sein. Dabei haben viele jüdische Deutsche seit Generationen in dem Land gelebt, haben die Wirtschaft gestützt, große Werke in der Kultur geschaffen und sogar im Ersten Weltkrieg gekämpft.

Die Abwertung der Opfer des Rassismus’ kommt mitten aus der Gesellschaft. Von Leuten, die selber nicht unter dem Rassismus leiden, ihn aber nutzen, um sich selber höher zu stellen. Zum Beispiel, weil ihr Kollege vor ihnen befördert wird, der aus einer türkischen Familie stammt. Weil sie von einem Kontrolleur beim Schwarzfahren erwischt wurden, der einst aus Kroatien nach Deutschland kam. Oder der glaubt, weil jemand aus China stammt, muss er für die Corona-Pandemie verantwortlich sein.

Rassismus ist die Waffe von Würstchen. Von Menschen, die sich anderen gegenüber größer machen wollen, als sie eigentlich sind. Weil sie diese anderen für die eigenen Probleme im Leben verantwortlich machen wollen. Das muss nicht nur Immigrant*innen und Flüchtlinge betreffen oder einfach Leute, die anders aussehen. Es können auch vermeintlich Schwächere sein, die schüchterne Kollegin in der Firma, die arme Nachbarsfamilie, die gemobbt werden. Rassismus ist eine Waffe, die leicht zu bedienen ist. Die meisten Rassisten glauben, man stände auf ihrer Seite, nur weil man auch „deutsch“ ist, kein Immigrant, am besten noch blond und blauäugig. Sie kommen aus unserer Gesellschaft und deshalb sind sie unser Problem. Deshalb müssen WIR gegen den Rassismus vorgehen und protestieren, nicht nur diejenigen, die darunter als Opfer zu leiden haben. Schon allein deshalb, um nicht mit ihnen gleichgesetzt zu werden.

Der erste Schritt ist die offensive Solidarität mit denen, die Ziel von rassistischen Sprüchen und Angriffen sind. Man muss sich auch gegen rassistische Äußerungen wenden, wenn sie von Leuten kommen, die meinen, man wäre ja gerade „unter sich“. Diese Situation kenne ich aus dem Taxi, wenn Fahrgäste über „die Schwarzhaarigen“ lästern, oft auch nur „die“ genannt. Es ist nicht immer leicht, dagegen Position zu beziehen, zu einfach ist es, einfach die Klappe zu halten und nur die Augen zu verdrehen. Aber jeder, der eine rassistische Äußerung ablässt, fühlt sich bestätigt, wenn er keinen Widerspruch bekommt. Im Taxi ist es schon dazu gekommen, dass ein Fahrgast aus Empörung die Fahrt abgebrochen hat, weil ihn meine Entgegnungen auf seine rassistischen Sprüche nicht gepasst haben. Gut so, denn ich fühle mich in der Gegenwart solcher Leute schlecht, auch wenn nicht ich Ziel ihrer Angriffe war.

Rassismus ist ein Gift und es ist notwendig, sich dagegen zu wehren. Egal, ob man selber gemeint ist oder jemand anderes!

https://www.berlinstreet.de/16853
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