Vertuschungen in der DDR

Wie waren die politischen Systeme der beiden deutschen Staaten zur Zeit des Kalten Krieges? Wo waren die Unterschiede? Gab es Gemeinsamkeiten?
Wie wurde die Politik auf beiden Seiten vermittelt?

Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon karnak » 12. April 2018, 19:48

pentium hat geschrieben:Irgendwie drehen wir uns im Kreis. Das RWA 72 war ein ein Messgerät zur Feststellung von Gammadosisleistungen der Restkernstrahlung. Wo ist jetzt das Problem? Ich war mal im NVA Forum beim Kuno und bin etwas ratlos, ja es stimmt, bei keinen der dort im Thema antworteten User gab es irgendwelche Messergebnisse mit dem RWA, aber auch, deshalb meine Verwirrung die Aussage:

Die Strahlung, die in Tschernobyl freigesetzt wurde stammt hauptsächlich von dem im Reaktor befindlichen Kernbrennstoff Uran 235. Uran 235 ist ein Alpha-Strahler mit einer Halbwertszeit von 7·10 hoch 8 Jahren.
Diese Strahlung ist mit dem RWA 72 nicht messbar.


Noch ein wichtiges Zitat:
Die Gefahr in von Tschernobyl "abgelegenen" Gebieten besteht nicht unbedingt in der Höhe der Kernstrahlung, sondern eher in der Gefahr der Inkorporation radioaktiver Zerfallsprodukte wie z. B. Jod, Cäsium und Strontium.


Jetzt muss mir nur noch einfallen wo wir in Marienberg damals das RWA hergeholt haben?

Mir brauchst Du das nicht erzählen, ich weiß dass das Ding nach oder auf Grund von Tschernobyl nicht ausgelöst haben kann. Und wir drehen uns ausschließlich im Kreis um eine unsägliche Form von populistischer Propaganda fernab von irgendeinem wirklichen Wissen und Erleben und nur gegen solches Zeugs wende ich mich wenn ich es genau weiß.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Beethoven » 13. April 2018, 08:49

Meine Herren,

das Gerät RWA 72 K, gab es in jeder Einheit / Truppenteil und war ständig eingeschaltet (auch wenn ein User im NVA-Forum das anders schreibt - bei dem war es vielleicht auch so). Ich war in meinem jüngeren militärischen Leben des Öfteren GOvD und später OVD.

Bei der Dienstübergabe wurde mit einem Blick geprüft, ob das System eingeschaltet war. Für mich als "Fastlaien" (natürlich hatte ich mal eine Ausbildung an dem Gerät aber das war für mich gelber Bereich) war nur entscheidend, ob das Licht der Betriebsbereitschaft auf "angeschaltet" stand. Gleiches galt übrigens auch für das Gerät "Triwoga" (Alarm). Es musste funktionieren, ran gegangen bin ich da von selber nicht. Nur auf Befehl.

Ob das RWA nun in einer Grenzkompanie an der Wand befestigt wurde kann ich nicht einschätzen. In der NVA gab es dieses Gerät in ständiger Einsatzbereitschaft auf Einheits- Truppenteilebene, also ab selbständige Kompanie oder ab selbständiges Bataillon, Regiment oder Vergleichbares bei der Volksmarine und den LSK/LV.

Dieses Gerät hatte mit dem Dosismeter, welches die Soldaten am Mann trugen gar nichts zu tun. Das Dosimeter (anfangs so ein kleines orange/schwarzes Kästchen von vielleicht 3 x 2 x 1 cm mit Bändchen für den Hals, später dann zwei, in Plastik verpackte Röhrchen, die in den Kampfanzug eingenäht wurden) war lediglich ein Aufnahmegerät für die bereits durch den Soldaten aufgenommene Kernstrahlungsdosis. Jeder Hfw der Kompanie / Batterie oder was auch immer, hatte auf seinem Hfw-Wagen dafür ein Auslesegerät um zu ermitteln, wieviel Strahlung der Soldat bereits aufgenommen hatte und ob er aus dem Gefecht herausgenommen werden musste oder nicht.
Das diese Dosimeter nach der Havarie flächendeckend eingezogen wurden, ist nun mal absoluter Unsinn, es ei denn, es lag ein anderer Grund vor.

Das RWA war also ein Warngerät und das Dosimeter ein Gerät der Analyse.

Trennung

Lieber Karnak,
stell Dir mal vor, Leute wie Du, Merkur, Scorn, damals noch Nostalgiker und Andere oder auch ich wären nicht in diesem Forum aktiv. Dann würden sich die Herren hier im eigenen Saft wälzen. Oh je, wie langweilig. [grins] Alle würden sich gegenseitig auf die Schulter klopfen und die eingesetzten Kopien vom sich "Interessierter" Nennenden würden noch weniger beachtet, als gegenwärtig. [grin]

freundlichst
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Nov65 » 13. April 2018, 09:08

Lieber @Beethoven,
wir wissen schon, was wir an euch haben.
Grüße von Andreas
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Interessierter » 13. April 2018, 09:37

Nov65 hat geschrieben:Lieber @Beethoven,
wir wissen schon, was wir an euch haben.
Grüße von Andreas


[grin]
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 13. April 2018, 09:44

@Beethoven, wie kommst Du eigentlich darauf, dass des Interssierten Beiträge unbeachtet blieben?
Nur weil Du nicht liest, oder die Inhalte nicht verstehen willst, bedeutet dass keineswegs, diese abwertend abtun zu müssen.
Ich stell mir vor, unsere "Liga" wäre hier nicht präsent, dann hättet ihr Euch doch vor Glück schon eingenässt. So aber bekommt ihr verdientes Kontra, wenn ihr gestrigen Kommunisten und heutigen Halsabschneider und Lebenskünstler Eure alten Lebenslügen als alleinige Wahrheit verkauft.
Heute erst sieht man, was auch bei der NVA so manche Vorgesetzten für armselige Würstchen waren. Nun um ihre Epauletten beraubt, versinken sie im Strudel des Nichts. [super]

Gruß Volker
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon AkkuGK1 » 13. April 2018, 10:02

ob das Dosimeter einkassiert wurde oder nicht - kann ich gar nicht mehr sagen. Aber an das RWA72 kann ich mich eben so gut erinnern, weil es eben doch für einen technikverliebten wie mich höchst interessant war und ich direkt in der Abschaltung und Übergabe involviert war.

Merkwürdigerweise wird aber gar nichts zur Westtechnik im Signalzaun gesagt, weder von Ost oder West... [ich auch]
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Merkur » 13. April 2018, 10:21

Volker Zottmann hat geschrieben:Ich stell mir vor, unsere "Liga" wäre hier nicht präsent
Gruß Volker


Da bin ich durchaus bei Dir Volker. Das wäre dann doch ziemlich eintönig und man hätte keine Reibungspunkte, die ja schließlich das Salz in der Suppe sind. [super]
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Beethoven » 13. April 2018, 11:56

Volker Zottmann hat geschrieben:@Beethoven, wie kommst Du eigentlich darauf, dass des Interssierten Beiträge unbeachtet blieben?
Nur weil Du nicht liest, oder die Inhalte nicht verstehen willst, bedeutet dass keineswegs, diese abwertend abtun zu müssen.
Ich stell mir vor, unsere "Liga" wäre hier nicht präsent, dann hättet ihr Euch doch vor Glück schon eingenässt. So aber bekommt ihr verdientes Kontra, wenn ihr gestrigen Kommunisten und heutigen Halsabschneider und Lebenskünstler Eure alten Lebenslügen als alleinige Wahrheit verkauft.
Heute erst sieht man, was auch bei der NVA so manche Vorgesetzten für armselige Würstchen waren. Nun um ihre Epauletten beraubt, versinken sie im Strudel des Nichts. [super]

Gruß Volker


Na das ist doch mal ein "geiler" Beitrag.

Ehrlich? Was der sich "Interessierter" Nennende da einkopiert, sind doch keine Beiträge. Da ist nicht ein Gran eigenes Gedankengut dabei außer, er hackt auf der Räschdshraipung rum wobei ihm ja auch solche Fehler unterlaufen und ich persönlich bezweifle sogar, dass er, wenn er kein Rechtschreibprogramm hätte, ihm das auffallen würde. Aber das ist meine Meinung.

Hm, Halsabschneider? Darf ich das als Beleidigung auffassen? Wenn Karnak oder ich das geschrieben hätte, gäbe es vermutlich eine Abmahnung. Dir, als Mainstreamschwimmer, wird da nichts passieren.

Mal davon abgesehen, dasss in der NVA keine Epauletten getragen wurden und ich eventuell sogar in die BW übernommen worden wäre, wenn ich den Antrag gestellt hätte, erkenne ich nicht, dass die ehemaligen Berufssoldaten der NVA, im Strudel des "Nichts" versunken sind. Wobei ich heute den Männern, die einen Antrag auf Dienstzeit in der BW gestellt haben, dies nicht verüble.

Beispiel?
Von den mir einst unterstellten Berufssoldaten, sitzen bis auf einen Mann, alle heute fest im Sattel. Ich glaube ich schrieb es vor vielen Monaten schon einmal. Da gibt es einen Hauptkommisar im BKA (Sicherungsgruppe), da gibt es Chefs und Leiter in den verschiedensten Handelsorganisationen, da gibt es einen der ist Geschäftsführer einer bekannten Hotelkette in Europa, da gibt es Projektleiter bei SAP, da gibt es einen Rechtsanwalt in Brandenburg an der Havel, einer hat heute ein Sportstudio in Berlin (4 Dan) und ist in einschlägigen Kreisen ob seiner sportlichen Leistungen und seinem Ausbildungsstil über die Grenzen Deutschland sehr bekannt, da gibt es einen der makelt und baut Doppel- und Mehrfamilienhäuser, fast jedes Jahr Eines und und und. Von solchen Stellungen, Tun und Erfolgen, lieber Volker, hast Du nicht mal geträumt mit Deiner Firma die da pleite ging.
Die Aussage von Dir ist also völlig irrig. Fass Dir mal an die eigene Nase, wenn Du vom "Versinken im Nichts" faselst.

Aus heutiger Sicht kann ich all meine ehemaligen direkten Mitstreiter eigentlich nur zu ihrem Können, ihrem Fleiß und ihrer Klugheit, nach dem Ausscheiden aus dem militärischen Dienst, beglückwünschen. Sie haben etwas erreicht,
was Dir vermutlich nie gelungen wäre. Aber Du kannst jetzt natürlich gerne schreiben, dass dies nie Deine Intention war, etwas im Leben zu erreichen. [grins] Wers glaubt - bitte sehr. Man kann sich auch in die eigenen Tasche lügen. [flash]

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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 13. April 2018, 12:26

Beethoven hat geschrieben:Von den mir einst unterstellten Berufssoldaten, sitzen bis auf einen Mann, alle heute fest im Sattel.

freundlichst


Besser kann doch ne Wiedervereinigung gar nicht laufen, oder? Hoffe die sind dankbarer als der ängstliche Poolschwimmer aus Chemnitz. [grins]

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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon zoll » 13. April 2018, 13:08

Beethoven, dein Beitrag von 12:56 zeigt doch mal wieder deutlich, dass die Wendehälse, ob sie nun braun oder rot waren, immer die Füße auf den Boden bekommen.
Erst waren deine angeführten Herrschaften für den Sieg des Sozialismus, mit allen Mitteln die ihnen zur Verfügung standen.
Dazu zähle ich mal Unterdrückung, Bespitzelung, Falschinformation, Lügen, Menschenrechtsverletzung, Rechtsbeugung und was es sonst noch an speziellen Methoden einer sozialistischen Diktatur gab.
Diese Leute haben in den speziellen Schulungen des MfS und der Partei gelernt, wie man sich einer jeweiligen Situation anzupassen hat.
Das so etwas bei allen Staatsformen gelehrt wird ist unbestreitbar, ändert aber nicht an der Tatsache, dass die Lametta behängten Wendehälse diese Taktik nach der Wende professionell angewendet haben. Das gelang natürlich deshalb so gut, weil die Bundesrepublik ein freies und weltoffenes Land war und ist.
Bei mehr Misstrauen der Verantwortlichen in Politik und vor allem in der Wirtschaft hätten diese Leute weniger Chancen auf ein auskömmliches und unbeschwertes Leben gehabt.
Du vergisst allerdings, das es trotz der Offenheit unserer Gesellschaft einige Verlierer gab. Das sind Leute die selten oder nie an eurer sozialistischen Spitze gestanden haben. Ich nenne sie einmal "die Mitläufer", die den ganzen Unsinn vom überlegenen Sozialismus geglaubt haben. Und wenn ich hier im Forum so manchen Artikel unter die Lupe nehme kommt mir der Verdacht hoch, der eine oder andere hängt dem Sozialismus immer noch nach und glaubt den Schwachsinn von der Herrschaft des Sozialismus.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Beethoven » 13. April 2018, 16:23

Hm Zoll, etwas widersprüchlich Dein Beitrag. Aber was soll´s?

Bist Du der Meinung, dass z.B. ich ein Wendehals bin? Da kann ich Dir ganz andere in diesem Forum benennen wie z.B. ... (auf Nachfrage per PN benenne ich Dir die Herren, die ich für Wendehälse halte).
Waran machst Du denn den "Wendehals" fest?

Was allerdings stimmt, die Menschen, die schon zu DDR-Zeiten was aus ihrem Leben gemacht haben und sich engagiert haben, gelernt haben und nicht nur an den nächsten Tag dachten, sind in der Regel auch mit den politischen und wirtschaftlichen Veränderungen klar gekommen. Und gerade Berufssoldaten sind es gewohnt auf Änderungen der Lage schnell zu reagieren, dazu zweckmäßige Entschlüsse zu fassen und diese dann umzusetzen.
Wie man sich im Kapitalistischen System bewegen soll, wurde allerdings nicht gelehrt. Vielleicht einige wenige Herrschaften, die von der DDR aus in das damals gegnerische Gebiet gesandt wurden, haben da Erkenntnisse erlangt. Der Berufssoldat ganz sicher nicht.

Es ist doch ganz einfach. Meine Lebensgrundlage war mir entzogen. Es war eine Zäsur für fast alle anderen Berufssoldaten und so auch für mich. Was tun?
Also hingesetzt und nochmal studiert. Hätte jeder andere auch machen können und haben ja viele auch getan. Rechtsanwalt, Kaufmann mit abgeschlossenem BWL-Studium oder Rettungsassistent wird man halt nur, wenn man was dafür tut. So haben das eben viele Berufssoldaten getan, ich auch. Alles andere kam danach. Wenn man gut und fleißig ist, erreicht man auch etwas [hallo]. Wer resigniert hat schon verloren.

Aus Deinem Beitrag erlese ich, dass Du wohl ähnlich denkst wie Kumpel. Alle ehemaligen Staatsdiener der DDR sollten heute in Armut leben, sich schämen und in Sack und Asche gehen. Da kannst Du lange drauf warten, jedenfalls bei denen, die ich kenne und bei mir sowieso.
Sicher habe ich auch erkannt, dass so manches was in der DDR so geschah, heute nicht mehr erklärbar ist. Damals, zu Zeiten des kalten Krieges, hier spreche ich nur für mich als ehemaliger Soldat der NVA, war das in meinen Augen richtig und notwendig. Und dazu stehe ich auch.

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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon karnak » 13. April 2018, 16:43

zoll hat geschrieben:Diese Leute haben in den speziellen Schulungen des MfS und der Partei gelernt, wie man sich einer jeweiligen Situation anzupassen hat.

Es ist wirklich kaum zu glauben was Du Dir da zusammenreimst und woher Du das überhaupt wissen willst.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon karnak » 13. April 2018, 16:54

zoll hat geschrieben:
Bei mehr Misstrauen der Verantwortlichen in Politik und vor allem in der Wirtschaft hätten diese Leute weniger Chancen auf ein auskömmliches und unbeschwertes Leben gehabt.

Das Du Dich zu denen zählst die einer solchen feisten Denke anhängen darauf kannst Du wirklich stolz sein, aber es wird Gründe in Deinem Leben geben die Dich dazu veranlassen. Gehe einfach davon aus, dass Du damit zu einer Minderheit in diesem Land zählst. Und Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft mit auch nur etwas Grips war klar, dass man so die beiden Länder nicht zusammenführen kann, deswegen ist man auch nie diesen Weg gegangen.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon AkkuGK1 » 17. April 2018, 11:29

Karnak, was macht Dich eigentlich zum Experten für Unfälle in KKWs und die technischen Möglichkeiten eines RWA72?!
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon karnak » 17. April 2018, 23:01

Ich habe nur erklärt , dass ich 3 Jahre beim chemischen Dienst des Militärs in der DDR war und was ich dort zu diesem gelernt und erlebt habe und das sich das erheblich mit Deiner Darstellung beißt.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon AkkuGK1 » 17. April 2018, 23:54

Da es nun mal Atomphysik heißt und nicht Atomchemie, macht dich das zum Experten von was? Zu CU64 hast auch nix verlauten lassen. Vieleicht kann das Zählrohr mehr als du weißt?

Nach Recherche und Befragung eines Dipl.Ing aus dem KKW Rheinsberg, war das Zählrohr sehr wohl in der Lage anzusprechen, vor allem in den ersten 7 Tagen nach der Katastrophe.

So cajate vejito y vaya con dios cunjo. Solltest du ja als Che Fan verstehen.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon karnak » 18. April 2018, 06:27

[flash] Dir ist ganz offensichtlich nicht klar was eine militärische Einheit die sich nun mal in der DDR chemischer Dienst nannte im Zusammenspiel der eingesetzten Kräfte zu tun hatte und für was diese Einheiten ausgebildet wurde, die andere Seite nannte es sicher eindeutiger ABC Abwehr. Ich würde mich zu dem Thema nicht äußern wenn ich nicht eine Ausbildung als Unteroffizier auf einer entsprechenden Schule in Eilenburg bekommen hätte und anschließend zu der Thematik weiter qualifiziert worden wäre.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Beethoven » 18. April 2018, 08:16

Da muss ich Karnak recht geben.
Was in der BW "Abc-Abwehr" hieß, war in der NVA der "Chemische Dienst". Etwas irre führend diese Bezeichnung. Das gebe ich zu.

Aber natürlich hat sich der "Chemische Dienst" der NVA auch um die die Kernstrahlungsaufklärung, die Kernstrahlungsauswertung, den Kernstrahlungsschutz und um die Beseitigung von befallenen Menschen, Technik und Geländen (Objekten) und all dem gekümmert, was man da halt so brauchte um zu überleben und die Kampfkraft zu erhalten.

Gerade die Chemiker hatten eine Masse Vorschriften, die ich nicht hätte alle lesen und verstehen wollen.

http://www.chemischer-dienst-nva.de/ges ... riften.php

Aber an Hand der Vorschriften kann man erkennen, was alles so zu den Aufgaben des Chemischen Dienstes der NVA gehörte. Das ging über die Brandmittelbekämpfung, über die Kenrstrahlung bis zur chemisch-bakteriologischen Abwehr.

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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Beethoven » 18. April 2018, 08:47

AkkuGK1 hat geschrieben:n ebenso die R126, welche nie wirklich gut funktionierte und einen empfindlichen Akku hatte.
.


Ha, das kleine Scheißding kenne ich auch noch aus den 70-er, Anfang 80-er Jahren. Wir nannten es "Hasenradio". Es war über viele Jahre das Gerät, welches die Einsatzgruppen im Gefecht mitgeführt haben. Es sollte die Verbidnung zwischen der Spitzensicherung, dem Kern und dem Deckungstrupp der Einsatzgruppe im rückwärtigen Gebiet des Gegners sicher stellen. Viel getaugt hat der kleine Kasten aber nicht. Da gebe ich Dir 100%-ig recht.

Später dann hatten wir so ne flachen, blaugrünen Geräte, wie man sie seinerzeit auch bei der Polizei öfter sah. Die konnten auch mit Ohrstöpsel und und Halsmikrofonen ausgestattet sein. So hatten wir das. Das war eine richtige "Revolution" in Fragen der Kommunikation innerhalb der Einsatzgruppe. Ich komme nicht auf den Namen des Walkie Talkie.

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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon AkkuGK1 » 18. April 2018, 10:50

Mir ist so einiges klar geworden über die Ausbildung als Unteroffizier. Aber Atomphysiker bist du jetzt nicht. Die technischen Spezifikationen eines Zählrohrs kann man heute einfach nachlesen und je nach verwendeten Edelgas kann die entspechende Strahlungsart gemessen werden. Beim RWA72 Gammastrahlung und was strahlt Cäsium beim Zerfall?
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon AkkuGK1 » 18. April 2018, 10:57

Die waren uns ewig angekündigt worden U700 UFT.

In einer GK hat der Nachrichenuffz mit den Silbernitrat Akkus die ladestation abgefackelt und ein anderer sprengte die Aussenwand heraus, weil er die Autobatterie des KC geladen hatte...
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Interessierter » 4. Mai 2018, 09:49

Sexueller Missbrauch in der DDR - Kriminalisierte Opfer

Der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in der DDR wurde oft vertuscht und totgeschwiegen, obwohl sich die DDR gerne als "Staat der Jugend" sah. Bislang war das Thema nicht erforscht. Ein Buch setzt sich nun mit den Hintergründen von sexuellem Missbrauch zu DDR-Zeiten auseinander.

Das Ausmaß sexuellen Missbrauchs in der DDR scheint mit dem in der Bundesrepublik vergleichbar. Wie häufig er auf dem Land und in der Stadt, in intellektuellen und anderen Kreisen stattfand, lässt sich noch nicht sagen.

Christian Sachse stellt aber fest: "...dass der Missbrauch sich durch die gesamte Gesellschaft hindurch zieht, von den höchsten Spitzenfunktionären, Künstlern, Intellektuellen bis hin in die so genannte untere Ebene des Sub-Proletariats ist dieser sexuelle Missbrauch zu finden."

Machtstellung wurde für Missbrauch ausgenutzt


Das Besondere am sexuellen Kindesmissbrauch in der DDR ist, dass die sozialen Schichten hier eine Art Gelegenheitsstruktur boten, wie der promovierte Politikwissenschaftler sagt. In der SED-Diktatur konnten die Vertreter der Macht ihre soziale Stellung in besonderem Maße ausnutzen, weil sie Angst verbreiteten. Christian Sachse fand im Bundesarchiv und den Stasi-Unterlagen mehrere Fälle, in denen Uniformträger Kindern Repressionen androhten, wenn diese ihnen nicht gehorchten:

"Das war ein Stasi-Mann, der hat sich seinen Dienst-Ausweis zunutze gemacht, wo er mit Uniform drauf zu sehen war und hat den an der Tür vorgezeigt und gesagt: Ich bin hier vom Rat des Kreises, ich muss die Wohnung betreten. Und nachdem er die Wohnung betreten hatte, hat er das zu einem Missbrauch genutzt. Und vorher ist er im Haus herumgegangen und hat die Gelegenheit ausspioniert und hat dort ohne Hemmungen und ohne Probleme an anderen Türen geklopft und hat gesagt: Ich brauche Auskünfte über dieses junge Mädchen. Wer ist das eigentlich? Wann ist sie zu Hause, wann ist sie nicht zu Hause? Und diese Auskünfte hat er bekommen."

Über die Opfer liegen keine Zahlen vor. Sie blieben in der öffentlichen und internen Statistik unbeachtet, weil die DDR mehr auf die Täter schaute. Aber auch die Zahl der Anzeigen und eingeleiteten Ermittlungsverfahren erfasste der Staat nur teilweise.

Besonders häufig scheinen Erzieher in den geschlossenen Heimen der DDR-Jugendhilfe das Abhängigkeitsverhältnis zu ihren Zöglingen ausgenutzt zu haben. In diesen "totalen Institutionen", wie Sachse sagt, konnten sich die von der Außenwelt isolierten Betroffenen nicht gegen sie wehren.

Der Staat schützte die Täter

Zwar habe in der DDR einerseits ein hohes Interesse daran bestanden, gegen sexuellen Missbrauch vorzugehen, um die Familie als Kern der sozialistischen Gesellschaft zu schützen. Andererseits aber schienen Probleme mit der Sexualmoral zu sehr mit dem Versagen der sozialistischen Moral verknüpft, was Folgen hatte:

"Unterschiedlich war der Umgang mit diesem sexuellen Missbrauch. Also wenn er im sogenannten Sub-Proletariat stattfand, dann gab es sehr schnell mal eine Verurteilung und dann hat das Jugendamt mitunter davon Wind bekommen und hat dann eingegriffen. Ein ganz normaler Polizist, wenn der solche Sachen gemacht hat, wurde erst mal geschützt, weil er das Ansehen der Polizei geschädigt hätte. Ein Lehrer, ein Parteisekretär selbstverständlich, ein Kulturfunktionär, die alle fielen unter die zu schützenden Bereiche. Das heißt, sie vertraten die Sexualmoral der DDR und hatten sich da keine Verfehlungen zu leisten. Wenn sie es getan haben, wurde zunächst vertuscht. Und wenn vertuschen nicht mehr möglich war, wurde dann zum Teil auch extrem hart bestraft, um deutlich zu machen: Das ist ein Einzelfall hier. Und den prangern wir jetzt ganz groß an."

Häufig seien diese Täter in ihren Kreisen bekannt gewesen. An der Vertuschung waren alle gesellschaftlichen Kräfte von der Polizei über die Staatsanwaltschaft bis hin zur Staatssicherheit und den Parteigremien beteiligt. Ko-Autorin Stefanie Knorr:

"Und von daher hat man auch weitestgehend versucht, diese Täter zu schützen, in Anführungsstrichen, und irgendwie das außerhalb von gerichtlichen Verfahren und Öffentlichkeit zu lösen, indem man auch gezielt mit den Opfern, mit den Opferfamilien gesprochen hat, sie überredet hat, die Anzeige zurückzunehmen, dabei auch äußerst manipulativ vorgegangen ist. Und dadurch weitere Opfer in Kauf genommen hat, die dann daraus entstanden sind, dass dieser Täter dann eben mit einer Aussprache davon gekommen ist."


Weiter geht es hier:
http://www.deutschlandfunk.de/sexueller ... _id=414301
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Interessierter » 28. Juni 2018, 10:42

Kriminalisierte Opfer
Sexuellen Missbrauch gab es in der DDR offiziell nicht

Es sei um Bestrafung, Disziplinierung und Wiedereinpassung des Täters ins Kollektiv gegangen, „nicht um Aufklärung, Lösungsangebote oder gar Hilfen insbesondere für die Betroffenen“, lautet das Fazit. Abweichendes oder kriminelles Verhalten galt demnach in erster Linie als Angriff auf den sozialistischen Staat - und nicht auf das Opfer. „Für Betroffene war es regelrecht unmöglich, über ihre Erfahrungen zu sprechen, da es sexuellen Missbrauch in der DDR offiziell nicht gab“, erklärte Stefanie Knorr von der Beratungsstelle für politisch Traumatisierte der SED-Diktatur „Gegenwind“ und eine der Autoren.

Professionelle Begleitung und Therapien habe es nicht gegeben. „Die sozialistische Persönlichkeit hatte frei von psychischen Auffälligkeiten zu sein“, erklärte Knorr. Dieses „lange Schweigen“ wirke bis heute nach, erklärte die frühere Bundesfamilienministerin Christine Bergmann (SPD), die der Aufarbeitungskommission angehört. Viele Betroffene könnten nicht über den erlebten Missbrauch reden und fühlten sich „noch immer stigmatisiert“.

Stasi schützte ihre Mitarbeiter

In den schriftlichen Berichten und vertraulichen Anhörungen von Opfern fällt demnach auch eine Mehrfachbetroffenheit auf. So kam es zum Beispiel vor, dass Mädchen und Jungen ein auffälliges Verhalten aufgrund sexuellen Missbrauchs in der Familie entwickelten und daraufhin in ein Heim oder einen sogenannten Jugendwerkhof eingewiesen wurden, wo sie erneut sexueller Gewalt ausgesetzt waren. Die Kontaktaufnahme nach draußen war von dort besonders schwierig, so dass Betroffene kaum Hilfe erwarten konnten.

Täter, die für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) arbeiteten, wurden demnach zunächst aus dem Staatsdienst entlassen und bekamen einen zivilen Beruf, ehe sich Gerichte mit ihren Taten befassten. Die Zugehörigkeit zum MfS sollte in den Ermittlungsakten nicht erkennbar sein. Teilweise schuf das MfS den Tätern nach der Haftentlassung neue Legenden und setzte sie dann weiter als Inoffizielle Mitarbeiter ein.

Öffentliche Anhörung in Leipzig

Auf einer öffentlichen Anhörung zu sexuellem Kindesmissbrauch in der DDR sollten am Mittwoch in Leipzig Betroffene und Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis zu Wort kommen.

Corinna Thalheim, Vorstandsvorsitzende der Betroffeneninitiative „Missbrauch in DDR-Heimen“, forderte, die Opfer sexueller Gewalt allen anderen Opfern des DDR-Regimes gleichzustellen. „Die sexuelle Gewalt in den Heimen findet bisher keine beziehungsweise wenig Beachtung.“ Zudem gebe es bis heute zu wenige Fachberatungsstellen für die Betroffenen. Die Kommission hatte im Mai 2016 ihre Arbeit aufgenommen. Sie untersucht sämtliche Formen von sexuellem Kindesmissbrauch in der Bundesrepublik und in der DDR.

https://www.berliner-zeitung.de/politik ... -28566050#
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