Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Hier bitte ausschließlich Themen die sich mit der Berliner Mauer beschäftigen.

Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon Berliner » 13. August 2011, 14:24

ziemlich zynisch, das Lied.

Berliner [hallo]


Nichts auf dieser Welt kann die Beharrlichkeit ersetzen.
Talent kann es nicht - nichts ist verbreiteter als erfolglose Maenner mit Talent.
Genie kann es nicht - unbelohntes Genie ist nahezu ein Sprichwort.
Ausbildung kann es nicht - Die Welt ist voll von ausgebildeten Obdachlosen.


Beharrlichkeit und Ausdauer alleine sind allmaechtig.


-Calvin Coolidge
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 15. August 2011, 12:07

Das Lied ist ein "gutes" Beispiel für die unsägliche AgitProp-Musik der damaligen Zeit.

Die Rundfunkpolitik der DDR war so ausgerichtet, dass die Musik im Hörfunk-Programm seit Ende der 50er Jahre in ebenso großem Maße unter Beobachtung und Reglementierung stand wie die Wortanteile. Die SED setzte den Rundfunk ganz gezielt ein, um eigene politische Ziele zu propagieren. Dazu gehörte, die Westpolitik, den dortigen „Amerikanismus“, „Imperialismus“, „Militarismus“ und „Kulturverfall“ anzuprangern.

Aus dem unmittelbaren zeitlichen Umfeld sowie in der Woche des Mauerbaus sind im Deutschen Rundfunkarchiv fast 20 Lieder überliefert welche eindeutig agitatorisches Liedgut sind, die die offizielle politische Stimmung der damaligen Zeit widerspiegeln. Die Lieder mit tagesaktuellen Inhalten aus dieser Programmwoche waren im DDR-Hörfunk der Rubrik „Musik der revolutionären Arbeiterklasse“ zugordnet.
Wann und wie oft sie in der damaligen Zeit gesendet wurden ist nicht mehr rekonstruierbar.

Rundfunkmusik war in all diesen Fällen ein Mittel zum Zweck: Sie wurde bewußt in den Dienst der Entwicklung gebildeter sozialistischer Persönlichkeiten gestellt. Die Programmgestaltung diente der Herausbildung optimaler Möglichkeiten, um die emotionellen Kräfte der Musik im Sinne des gesellschaftlichen Fortschritts wirken zu lassen, so Max Spielhaus.

Folgendes verdient noch eine Erwähnung: In der gesamten Sendewoche wurde die Nationalhymne der DDR nicht gespielt; sonst wurde mit ihr das tägliche Programm in den frühen Morgenstunden eröffnet.
Besonders die Zeile „Deutschland, einig Vaterland“ führte dazu, dass ab den frühen 1970er Jahren die Hymne bevorzugt textlos aufgeführt wurde.
In der Woche des Mauerbaus schien man auf die Tatsache zu reagieren, dass die Politik der DDR nun endgültig der Möglichkeit einer Vereinigung der beiden Teile Deutschlands den Rücken zugewandt hatte, zum ersten Mal mit Zweifeln an der Nationalhymne:
Sie erklang kein einziges Mal.

Zum Glück verschwanden solche Machwerke sehr schnell wieder aus dem Rundfunkprogramm.
Mir war dieses Lied überhaupt nicht bekannt, bis jetzt jedenfalls.

Ich denke das solche "Machwerke" im zeitlichen Kontex gesehen werden müssen, aus heutiger Sicht klingen sie wirklich zynisch.
Die anderen 19 Lieder nehmen sich da auch nicht viel was Inhalt und politsche Richtung betrifft.

Gesungen wurde das Lied übrigens von Günter Haack welcher ab Mitte der 50er Jahre zu den beliebtesten Mimen beim Film und dem Fernsehen der DDR gehörte.
Im Juni 1965 verstarb er 36jährig bei einem Verkehrsunfall.
Musikalisch begleitet wurde er bei diesem Lied vom Ballhausorchester Kurt Bayer.

Hier mal ein normales Lied mit dem Schauspieler und Sänger


Gruß
Nostalgiker
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon karl143 » 15. August 2011, 12:47

Hallo Duane,
das ist nicht nur zynisch, sondern dumm und naiv. Auch in diesem Beispiel, Untaten mit Musikstücken zu glorifizieren, stellte sich die DDR mit Nazi Deutschland auf eine Stufe. Sie konnten ja aus den 12 Jahren Vergangenheit lernen. Nur hier wurde auf die sonst so beliebte Marsch- und Schrittfolge verzichtet. Ich frage mich nur, ob bei dem Lied eine Lust auf einen Tanz entstand.
karl143
 

Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon Luchs » 15. August 2011, 13:54

Auf dieses Lied kann ich nur genauso zynisch antworten: "Wer zuletzt lacht, ...". [flash]
Micha
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 15. August 2011, 14:31

@karl43,

die Propaganda in der BRD; besonders in den 50er und 60er Jahren; war auch nicht gerade sehr fein, besonders wenn sie sich gegen die DDR richtete.
Ich persönlich empfinde diese unsäglichen Vergleiche, wie dieser: "stellte sich die DDR mit Nazi Deutschland auf eine Stufe" für ziemlich einseitig und diffamierend.

Ich habe mal ein paar allgemeine Plakate (BRD) und Wahlplakate der CDU und FDP, ebenfalls BRD, von Anfang der 50er Jahre herausgesucht.
Im Stil und der Aussage durchaus dem der Zeit Nazi Deutschlands entsprechend. Direkte Vergleiche hier zu Verlinken unterlasse ich.

Bild
"Moskau will das Ruhrgebiet für die sowjetische Rüstung"; Stoßtrupp gegen bolschewistische Zersetzung, Fürth in Bayern (1952)

Bild
"..ohne mich - Frau komm - Das ist das Ende vom Liede wenn man den Pieck, Grotewohl ... und Genossen folgt"; Plakat des VFF (Volksbund für Frieden und Freiheit e.V.) (1952)

Bild
"Niemals werden unsere Kinder Kommunisten"; Volksbund für Frieden und Freiheit e.V. (1951)

Bild
"Nein - Darum CDU"; Wahlplakat der CDU zur ersten Bundestagswahl 1949

Bild
"CDU schützt vor Enteignung" CDU-Wahlplakat zur Bundestagswahl 1953

Bild
"So darf es nicht kommen ..."; Wahlplakat der FDP zur Bundestagswahl 1953

Diese kleine Auswahl sollte reichen um zu zeigen das die Propanda auf beiden Seiten in der Zeit des kalten Krieges mit harten Bandagen kämpfte.

Noch ein kleiner Hinweis.
Lieder aus der Ecke des AgitProp (Agitation und Propaganda) waren nicht zum tanzen gedacht und wurden auch nicht auf Tanzveranstaltungen gespielt.

Gruß
Nostalgiker
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon pentium » 13. August 2024, 07:53

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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon pentium » 13. August 2024, 18:02

Angeheftet
Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin
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9. Aug.
Gleich anmelden! Nächste Woche macht „Mein Kiez“ Station in #Berlin-Mitte. Der Stadthistoriker Tim Köhler geht beim Kiez-Spaziergang am 15., 17. und 20.8. der Geschichte des einstigen Machtzentrums Ost-Berlins auf den Grund. Am 15.8.2024, 18 Uhr, laden wir zum Kiezgespräch..
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon Ari@D187 » 13. August 2024, 20:28

Um es mal mit dem hier im Forum allseits beliebten Marcus Keupp zu sagen: Mit dem Mauerbau am 13.8.1961 wurde die strategische Niederlage des DDR-Systems zementiert.

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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon augenzeuge » 13. August 2024, 20:48

Donnerwetter, Ari. [bravo]

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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon Icke46 » 13. August 2024, 21:10

Ich kenne nun den beliebten Herrn Keupp nicht, möglicherweise ein Anverwandter von demjenigen, der den Sieg der Ukraine für den Oktober 2023 postuliert hat, aber egal, um die Ukraine geht es hier ja nicht.

Meiner Meinung nach sind die Fehler, die letztendlich zum Untergang der DDR führten, zum großen Teil erst nach dem Mauerbau begangen worden. Das sahen auch andere so, zum Beispiel Manfred Krug.
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 13. August 2024, 21:23

Icke46 hat geschrieben:Ich kenne nun den beliebten Herrn Keupp nicht, möglicherweise ein Anverwandter von demjenigen, der den Sieg der Ukraine für den Oktober 2023 postuliert hat, aber egal, um die Ukraine geht es hier ja nicht.
Meiner Meinung nach sind die Fehler, die letztendlich zum Untergang der DDR führten, zum großen Teil erst nach dem Mauerbau begangen worden. Das sahen auch andere so, zum Beispiel Manfred Krug.

Manfred Krug ist im Himmel und kann seine Meinung nicht mehr kundtun.
Die Mauer ist gefallen, die Tore wurden geöffnet, die WELT hat sich gefreut und jetzt kommt diese These, dass die DDR erst danach zum Untergang verurteilt worden ist.
Ist dies die „Geschichte und steht so im Buch“ oder ist dies „Humor“ oder auch „Kabarett“?
Ich verstehe es nicht!
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon Ari@D187 » 13. August 2024, 21:35

Icke46 hat geschrieben:Ich kenne nun den beliebten Herrn Keupp nicht, möglicherweise ein Anverwandter von demjenigen, der den Sieg der Ukraine für den Oktober 2023 postuliert hat, aber egal, um die Ukraine geht es hier ja nicht.

Meiner Meinung nach sind die Fehler, die letztendlich zum Untergang der DDR führten, zum großen Teil erst nach dem Mauerbau begangen worden. Das sahen auch andere so, zum Beispiel Manfred Krug.

Das deckt sich doch mit meiner Aussage. Erst kommt die Strategie und anschliessend ergibt sich daraus etwas...z.B. der Untergang.
Und ich kenne zwar niemanden, der den Sieg der Ukraine für den Oktober 2023 postuliert hat, jedoch kenne ich den M. Keupp. [grins]

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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon Icke46 » 13. August 2024, 21:39

Zu Manfred Krug: Sicher ist er im Himmel (oder vielleicht in der Hölle), trotzdem hat er sich ganz irdisch dazu geäußert, und das ist natürlich dokumentiert.

Ich will das jetzt nicht weiter ausführen, aber ich habe bei der Stadtführung in Bernau beim 100jährigen der S-Bahn festgestellt, dass die Alt-DDR-Bürger manches anders sehen. Ich kam mir schon seltsam vor, als der Stadtführer sagte, dass die meisten Teilnehmer aus dem Barnim oder aus Berlin kommen - da wollte ich mich nicht als Zugereister outen….
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon Icke46 » 13. August 2024, 21:48

Ari@D187 hat geschrieben:
Icke46 hat geschrieben:Ich kenne nun den beliebten Herrn Keupp nicht, möglicherweise ein Anverwandter von demjenigen, der den Sieg der Ukraine für den Oktober 2023 postuliert hat, aber egal, um die Ukraine geht es hier ja nicht.

Meiner Meinung nach sind die Fehler, die letztendlich zum Untergang der DDR führten, zum großen Teil erst nach dem Mauerbau begangen worden. Das sahen auch andere so, zum Beispiel Manfred Krug.

Das deckt sich doch mit meiner Aussage. Erst kommt die Strategie und anschliessend ergibt sich daraus etwas...z.B. der Untergang.
Und ich kenne zwar niemanden, der den Sieg der Ukraine für den Oktober 2023 postuliert hat, jedoch kenne ich den M. Keupp. [grins]

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Geil, Du kennst den Herrn Keupp [laugh]

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Ist das nun eine selektive bekanntschaft [denken] ?
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon Ari@D187 » 14. August 2024, 08:34

Passt schon, da die Russen seit Oktober 2023 ca. 50 Meter weit auf ukrainischem Gebiet gekommen sind, während die Ukrainer 30 Kilometer nach Russland marschiert sind. Passt aber besser in den Ukraine-Thread, wie Pentium bald feststellen wird.

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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 14. August 2024, 10:11

Icke46 hat geschrieben:Zu Manfred Krug: Sicher ist er im Himmel (oder vielleicht in der Hölle), trotzdem hat er sich ganz irdisch dazu geäußert, und das ist natürlich dokumentiert.
Ich will das jetzt nicht weiter ausführen, aber ich habe bei der Stadtführung in Bernau beim 100jährigen der S-Bahn festgestellt, dass die Alt-DDR-Bürger manches anders sehen. Ich kam mir schon seltsam vor, als der Stadtführer sagte, dass die meisten Teilnehmer aus dem Barnim oder aus Berlin kommen - da wollte ich mich nicht als Zugereister outen….

Das, was der Stadtführer über die 100-jährige S-Bahn in Berlin erzählt hat, entspricht einem steinzeitalten DDR-Menschen, der irgendwo in seinem Gedankengut stehen geblieben ist. Das Problem ist nur, dass es die DDR vor 100 Jahren bisher nicht gegeben hat. Er übrigens auch nicht.
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon augenzeuge » 14. August 2024, 18:21

Icke46 hat geschrieben:Ich kenne nun den beliebten Herrn Keupp nicht, möglicherweise ein Anverwandter von demjenigen, der den Sieg der Ukraine für den Oktober 2023 postuliert hat, aber egal, um die Ukraine geht es hier ja nicht.

Meiner Meinung nach sind die Fehler, die letztendlich zum Untergang der DDR führten, zum großen Teil erst nach dem Mauerbau begangen worden. Das sahen auch andere so, zum Beispiel Manfred Krug.


Nein. Wenn keine Fehler vorher gemacht worden wären, wäre die Mauer nicht notwendig gewesen.

Es gehen ja nicht zig Leute weg, wenn keiner einen Fehler gemacht hätte. [laugh]
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon pentium » 14. August 2024, 18:27

augenzeuge hat geschrieben:
Icke46 hat geschrieben:Ich kenne nun den beliebten Herrn Keupp nicht, möglicherweise ein Anverwandter von demjenigen, der den Sieg der Ukraine für den Oktober 2023 postuliert hat, aber egal, um die Ukraine geht es hier ja nicht.

Meiner Meinung nach sind die Fehler, die letztendlich zum Untergang der DDR führten, zum großen Teil erst nach dem Mauerbau begangen worden. Das sahen auch andere so, zum Beispiel Manfred Krug.


Nein. Wenn keine Fehler vorher gemacht worden wären, wäre die Mauer nicht notwendig gewesen.

Es gehen ja nicht zig Leute weg, wenn keiner einen Fehler gemacht hätte. [laugh]
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Die Fehler wurden schon ab 1945 gemacht.....
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 14. August 2024, 20:46

pentium hat geschrieben:Die Fehler wurden schon ab 1945 gemacht.....

Was sind dies wieder für leere Worte, ohne jegliche Hintergrundinformation zu geben?
1945 war man froh, dass der Krieg zu Ende gegangen ist.
Wer hat eigentlich konkret an DDR und BRD gedacht?
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon pentium » 15. August 2024, 06:56

Bahndamm 68 hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:Die Fehler wurden schon ab 1945 gemacht.....

Was sind dies wieder für leere Worte, ohne jegliche Hintergrundinformation zu geben?
1945 war man froh, dass der Krieg zu Ende gegangen ist.
Wer hat eigentlich konkret an DDR und BRD gedacht?


Schau in ein Geschichtsbuch dort findest du deine Hintergründe....kleiner Tipp: SBZ
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 15. August 2024, 10:37

pentium hat geschrieben:
Bahndamm 68 hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:Die Fehler wurden schon ab 1945 gemacht.....

Was sind dies wieder für leere Worte, ohne jegliche Hintergrundinformation zu geben?
1945 war man froh, dass der Krieg zu Ende gegangen ist.
Wer hat eigentlich konkret an DDR und BRD gedacht?


Schau in ein Geschichtsbuch dort findest du deine Hintergründe....kleiner Tipp: SBZ

In meiner Schusseligkeit habe ich bei deiner Angabe der Jahreszahl „ab“ ignoriert.
Somit kann natürlich ab 1945 auch 1949 oder auch der 13. August 1961 bedeuten.
Dennoch, als die autokratischen oder auch antidemokratischen Arbeiter und Bauern an die Macht kamen und sie im Laufe der Zeit gefestigt haben, war an einen Untergang bisher nicht zu denken. Sie nannten sich DEUTSCHE DEMOKRATISCHE REPUBLIK und von dieser Demokratie war dann ab 1953 nichts mehr zu spüren.
Ehrlicher wäre die Bezeichnung DEUTSCHE DIKTATORISCHE REPUBLIK. Ich bitte aber um Nachsicht einiger User, die diese Bezeichnung völlig in Abrede stellen werden.
In dem heutigen Russland fehlt gänzlich die Bezeichnung „DEMOKRATISCHE“. Aus Fehlern hat man gelernt. [blush]
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon pentium » 13. August 2025, 15:34

13. August 1961Gedenken an den Mauerbau

Berlins Regierender Bürgermeister Wegner hat mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft an den Baubeginn der Berliner Mauer am 13. August 1961 erinnert.
An der zentralen Gedenkstätte an der Bernauer Straße gab es eine Andacht in der Kapelle der Versöhnung. Im Anschluss wurden Kränze niedergelegt. Wegner sagte, die Opfer würden nie vergessen.
Zwischen 1961 und 1989 gab es an der Berliner Mauer mindestens 140 Tote. Davon wurden 91 Menschen bei Fluchtversuchen von DDR-Grenzsoldaten erschossen.
Kulturstaatsminister Weimer mahnte, weiter an die Opfer des SED-Regimes zu erinnern. Ihre Schicksale und das Leid ihrer Angehörigen zeigten, dass Freiheit kein Zustand sei, sondern ein immerwährender Auftrag.
Diese Nachricht wurde am 13.08.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon augenzeuge » 13. August 2025, 15:42

Zu diesem Tag auf ich ne außergewöhnliche Audio-Geschichte.

Heiko lebt 1988 als junger Musiker in Ostberlin, will die Welt sehen. Mit einem Vater als Sicherheitsbeamten hadert er mit der Flucht. Doch dann schmuggelt ihn die Italienerin Paola spontan im Kofferraum ihres Golfs. Bis sie plötzlich anhalten muss.


Einfach auf das Wiedergabedreieck klicken:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/sp ... b-100.html

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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon augenzeuge » 13. August 2025, 18:59

Das Gesicht, welches jeder kennt. [angst]

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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon augenzeuge » 16. Mai 2026, 15:32

Die DW veröffentlicht 60 Jahre nach dem Beginn des Mauerbaus erstmals Filmmaterial aus dem Archiv des Filmemachers Ernst Wollenberg, dessen Archiv der RIAS Ende der 80er-Jahre gekauft und das die DW nun digitalisiert hat.

Die Spannbreite des Materials reicht von weltbekannten Szenen wie vom Tode Peter Fechtners bis zu noch nie gesehenen Bildern. (2021)



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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon pentium » 13. August 2026, 09:07

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13. August
65 Jahre Mauerbau: „Der Sozialismus wird schleichend legitimiert“, warnen Opferverbände

Anlässlich des Jahrestages des Mauerbaus hat der Vorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), Dieter Dombrowski, eine „schleichende Legitimierung“ des Sozialismus beklagt. „65 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer wird die Demokratie immer öfter infrage gestellt“, sagte der ehemalige CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Diese Tendenz nehme links wie rechts zu, erklärte Dombrowski. „Dabei wird der Sozialismus schleichend legitimiert – obwohl er den Menschen in Deutschland und überall auf der Welt nur Unglück gebracht hat.“

Beispiele dafür findet der Opferverbands-Chef in der Politik: Die Linke in Berlin fordere eine Vergesellschaftung der Wohnungsgesellschaften. „Dabei bedeutet Vergesellschaftung nichts anderes als Volkseigentum und damit organisierte Verantwortungslosigkeit.“

Die Beauftragte des Bundestages für die Opfer der SED-Diktatur, Evelyn Zupke, kritisierte eine bei manchen betriebene Verklärung der DDR als „gemütlich und gemeinschaftlich“.

„Private nostalgische Erinnerungen sind zutiefst menschlich“, sagte Zupke der Rheinischen Post. Problematisch werde es jedoch, „wenn Diktatur und Überwachung in Vergessenheit geraten“.

Wer nicht konform sein wollte oder konnte, habe kein gutes Leben in der Diktatur führen können, mahnte die Beauftragte.
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon karnak » 13. August 2026, 09:30

pentium hat geschrieben:
Wer nicht konform sein wollte oder konnte, habe kein gutes Leben in der Diktatur führen können, mahnte die Beauftragte.

Hat natürlich auch gewisse Vorteile, wesentlich weniger Durchgeknallte und Spinner können mitbestimmen. [flash]
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 13. August 2026, 09:47

ntv würdigt den heutigen Tag mit einer opulenten Bilderserie - https://www.n-tv.de/mediathek/bilderserien/politik/13-August-1961-Die-DDR-sperrt-ihre-Buerger-ein-article6954231.html,
ansonsten wurde ja über die Entwicklungen vor und nach diesem Tag auch hier in den Foren Einiges geschrieben ...
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon pentium » 13. August 2026, 14:28

DAS THEMA: MAUERBAU IN BERLIN VOR 65 JAHREN

Am 13. August 1961 begann die DDR, die Ost-West-Grenze in Berlin mit einer Mauer abzuriegeln. Das Monstrum ist heute nahezu verschwunden. Aber das stimmt wohl nur äußerlich.

Von Verena Schmitt-Roschmann

Berlin - Als sich Mario Röllig mit 17 Jahren in einen Mann aus Westberlin verliebte, stand zwischen ihnen die Berliner Mauer. Sein Freund konnte ihn zwar in der DDR besuchen. Aber das Ministerium für Staatssicherheit hatte ein Auge auf die beiden. Röllig sollte den Mann bespitzeln, um ihn erpressbar zu machen. Als der Druck zu groß wurde, wagte der junge Ostberliner einen Fluchtversuch über Bulgarien. Er wurde gefasst und kam in Stasihaft. Es war das Jahr 1987.

Röllig erzählt seine Geschichte bei einem Besuch von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) in der Gedenkstätte Hohenschönhausen kurz vor dem 65. Jahrestag des Mauerbaus vom 13. August 1961. Die Berliner Mauer selbst ist ja fast spurlos verschwunden, seit die Friedliche Revolution in der DDR sie 1989 zu Fall brachte. Nur noch Bruchstücke sind in der Stadtmitte zu finden, darunter die bunt bemalte East Side Gallery in Friedrichshain.

Hier aber, im Schatten der Wachtürme dieses einst graubraunen Gefängniskastens, wirkt der untergegangene SED-Staat noch sehr greifbar. „Die Mauer war für die Bürgerinnen und Bürger der DDR ein Gefängnis aus Beton“, sagt Klöckner.

Tatsächlich begann die DDR-Führung unter Walter Ulbricht den Bau der Mauer, um einen Exodus zu stoppen. Zwischen der Staatsgründung 1949 und August 1961 hatten nach Angaben der Stiftung Berliner Mauer bis zu vier Millionen Menschen die DDR verlassen. Die Grenze zur Bundesrepublik wurde schon 1952 abgeriegelt. Doch die Übergänge zwischen den vier Sektoren im geteilten Berlin blieben als Schlupfloch. Allein vom 1. bis 13. August 1961 verließen 47.000 Ostdeutsche auf diese Weise ihr Land, um im Westen Freiheit oder Wohlstand zu suchen. Sie hinterließen Lücken in der DDR.

Dass das nicht lange so weitergehen konnte, war wohl zu ahnen in jenem Sommer. Im Juni 1961 fragte eine Journalistin der „Frankfurter Rundschau“ SED-Chef Ulbricht, ob eine „Staatsgrenze“ am Brandenburger Tor geplant sei. Der wiegelte ab: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Zwei Monate später war es dann doch so weit.

Am frühen Morgen des 13. August begannen Soldaten und Bautrupps auf Befehl der SED-Spitze, die Grenze des Sowjetischen Sektors mit Asphaltstücken, Pflastersteinen und Betonpfeilern zu blockieren. Es war der Anfang der letztlich 155 Kilometer langen Mauer.

„Ostberlin abgeriegelt“, titelte ein Extrablatt der Westberliner „Morgenpost“. Und Willy Brandt, der Regierende Bürgermeister im Westteil, wählte einen drastischen Vergleich für die Grenzanlagen: „Sie bedeuten, dass mitten durch Berlin nicht nur eine Art Staatsgrenze, sondern die Sperrwand eines Konzentrationslagers gezogen wird.“

Die DDR-Einheitspartei SED sprach lieber von einem „Antifaschistischen Schutzwall“. Der mutmaßliche Erfinder des Begriffs, ZK-Mitglied Horst Sindermann, gestand aber 1990 ein, dass es darum ging, die Menschen in der DDR zu halten: „Wir wollten nicht ausbluten, wir wollten die antifaschistisch-demokratische Ordnung, die es in der DDR gab, erhalten.“

Was bedeutet diese Zäsur mehr als sechs Jahrzehnte später, fast 36 Jahre nach dem Ende der DDR? Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser, geboren 1987 in Gera, ruft in Erinnerung, was für viele heute fast unvorstellbar ist: das Leben zu riskieren, um das eigene Land zu verlassen. „Was das wirklich bedeutet hat, das finde ich schon sehr beeindruckend“, sagt die SPD-Politikerin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Stacheldraht, Wachtürme, Hundestaffeln, Schüsse: Allein für Berlin listet die Stiftung Berliner Mauer 140 Todesfälle im Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime auf. Alle Fluchtversuche aus der DDR zusammen sollen 915 Menschen das Leben gekostet haben.

Der andere Aspekt, den Kaiser herausstreicht: Die Teilung wirkt bis heute fort, weil sich beide Teile Deutschlands jahrzehntelang unterschiedlich entwickelten. Einkommen, Tarifbindung, Renten, all das sei bis heute in Ostdeutschland niedriger, die Arbeitslosigkeit höher. Die Zivilgesellschaft mit starker finanzieller Basis fehle ebenso wie die großen Strukturen der Wohlfahrtsverbände, Kirchen oder Unternehmen. „Das sind eben alles Auswirkungen dieser Teilung, die durch die Mauer manifestiert wurde“, sagt die Ostbeauftragte.

Auch der Rückblick auf die DDR fällt bisweilen unterschiedlich aus: Im Osten scheint er vielschichtiger, weniger kategorisch. Das zeigt etwa eine Forsa-Umfrage unter rund 1643 Berlinerinnen und Berlinern von 2025. Von den Befragten, die bis 1990 im Westen wohnten, nannten 52 Prozent die DDR diktatorisch. Bei jenen aus dem Osten waren es nur 38 Prozent. 29 Prozent der befragten Ostberliner sahen die DDR auch als „menschenorientiert“ oder „fürsorglich“ – unter den Westberlinern waren es gerade mal 4 Prozent.

Zuletzt machte sich der Kabarettist Uwe Steimle einen Spaß, als er auf einer AfD-Veranstaltung die DDR-Hymne anstimmte. Aus Chatgruppen der Linksjugend Solid wurden Elogen auf den ehemaligen DDR-Staatschef Erich Honecker bekannt. BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht verweist in ihren Wahlkampfreden gern darauf, dass sie sich in der Gegenwart an die Endzeit der DDR erinnert fühle. Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke regt das auf. „Mit jedem Tag, den die DDR länger zurückliegt, wird sie vermeintlich schöner“, sagt die frühere DDR-Bürgerrechtlerin. „Nostalgie im Privaten kann verständlich sein. Politische Verklärung einer Diktatur ist gefährlich.“ Die Direktorin der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Anna Kaminsky, sieht das ähnlich. Für sie ist der 13. August eine Erinnerung an die „verheerenden Folgen dieser Diktatur für die Wirtschaft, Gesellschaft und politische Kultur, mit denen das vereinte Deutschland bis heute zu kämpfen hat“.

Mario Röllig, der wegen seines Fluchtversuchs 1987 vier Monate im Stasigefängnis Hohenschönhausen in Einzelhaft saß, trägt diese Erinnerung jeden Tag bei sich. Nachts kontrollierten dort damals die Wachleute durch den Schlitz der Zelle, ob die Häftlinge vorschriftsgemäß auf dem Rücken schliefen. Drehen war strengstens verboten. Bis heute wache er manchmal erschrocken auf, wenn er auf der Seite liege, zu Hause, in seinem eigenen Bett, erzählt der 58-Jährige.

„Wenn man dann heute hört, wir haben schon die DDR 2.0, das ist eine Verhöhnung der ehemals Verfolgten, muss man einfach sagen“, sagt Röllig. Diese Relativierung des Unrechts mache ihm Angst. (dpa)

Einen Leitartikel zum Thema lesen Sie auf der Seite 4 .

Zitat:
„Mit jedem Tag, den die DDR länger zurückliegt, wird sie vermeintlich schöner.“ Evelyn Zupke SED-Opferbeauftragte

Freie Presse
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Re: Was war das für 'ne Lust am 13. August 1961

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 13. August 2026, 14:49

@ pentium - die beiden letzten Zitate Deines Beitrages von Heute 15:28 Uhr sind nicht von der Hand zu weisen [wink]
915 Träume von Freiheit getötet, Wie der Mauerbau bis heute nachwirkt - 13.08.2026, 11:45 Uhr
Am 13. August 1961 begann die DDR, die Ost-West-Grenze in Berlin mit einer Mauer abzuriegeln. Das Monstrum ist heute nahezu verschwunden. Aber das stimmt wohl nur äußerlich.

https://www.n-tv.de/panorama/Wie-der-Mauerbau-bis-heute-nachwirkt-id31169370.html,
das historische, sowie aktuelle Ereignisse je nach eigenem Lebenslauf und Weltanschauung unterschiedlich bewertet werden ist doch in Ordnung ...
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