Historische Bilder und Dokumente

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Re: Historische Bilder und Dokumente

Neuer Beitragvon pentium » 30. August 2026, 09:20

Gerd Böhmer hat geschrieben:mal einige letzte Ausführungen meinerseits, was mir nicht klar ist, warum sich Menschen an Grenzen oder Demarkationslinien weigern ihr Personaldokument vorzuzeigen. Der frei Zugang, bzw. Reiseverkehr ist doch dadurch nicht gefährdet. Nicht nur die Militärmissionen der Siegermächte haben sich doch regelmässig gegenseitig provoziert.
Ansonsten wurde ja Alles geschrieben.


Die westlichen Alliierten wollten ihre Pässe den DDR-Grenzern nicht zeigen, weil sie die DDR als Staat nicht anerkennen wollten. Sie zeigten sie daher meist nur sowjetischen Offizieren.
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Historische Bilder und Dokumente

Neuer Beitragvon augenzeuge » 30. August 2026, 09:30

Es ging darum, wem sie die Dokumente zeigen.
Sie waren immer bereit, dies gegenüber den Sowjets zu tun. Viermächtestatus.

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Re: Historische Bilder und Dokumente

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 30. August 2026, 09:39

augenzeuge hat geschrieben:Es ging darum, wem sie die Dokumente zeigen.
Sie waren immer bereit, dies gegenüber den Sowjets zu tun. Viermächtestatus.
AZ

Das stimmt so pauschal auch nicht, aber mir ging es um den Grundsatz. Dieser US-Diplomat war in Zivil unterwegs und wollte provozieren ...
Sind eigentlich die Ereignisse vom Bahnhof Marienborn Anfang April 1948 bekannt ? Da haben sich Amis und Engländer der Kontrolle durch die Sowjets verweigert und es kam zu einer handfesten Krise zwischen den Siegermächten. In der Folgezeit kam es immer wieder einmal wegen den Kontrollen an den Transitstrecken und auch dem Gebiet von Westberlin zu Krisen, verantwortlich dafür waren beide Seiten mehr oder weniger.

@ pentium - einverstanden ...
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Re: Historische Bilder und Dokumente

Neuer Beitragvon augenzeuge » 30. August 2026, 10:14

Dieser US-Diplomat war in Zivil unterwegs und wollte provozieren ...


Gibts da Belege für? Ich kenne es anders.

Es war Edwin A. Lightner Jr., der stellvertretende Leiter der US-Mission in Berlin. Er war kein einfacher Soldat, sondern ein US-Diplomat. Am 22. Oktober 1961 fuhr er mit seiner Frau in einem Dienstwagen nach Ost-Berlin, weil sie dort eine Theateraufführung besuchen wollten.

An der Grenze verlangten DDR-Grenzpolizisten, dass Lightner seine Ausweispapiere vorzeigt. Er verweigerte das, weil die USA darauf bestanden, dass US-Vertreter nur gegenüber sowjetischen, nicht gegenüber DDR-Behörden ihre Identität nachweisen mussten. Daraufhin wurde ihm zunächst die Einfahrt verweigert.

Die USA schickten daraufhin bewaffnete Militärpolizisten, die Lightner durch den Checkpoint eskortierten.


Der Mann hat alles korrekt gemacht! Sein Verhalten war nicht anders als vorher. Provozieren wollte hier die DDR.

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Re: Historische Bilder und Dokumente

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 30. August 2026, 10:32

@ augenzeuge - Deine Ausführungen sind nicht zutreffend, der US-Diplomat hat weder korrekt gehandelt, weder wollte die DDR hier provozieren.
Warum hat dieser Diplomat sich geweigert seinen Pass vorzuzeigen ? Standpunkt der USA hin oder her ...
weite heute schon von mir geschrieben "Der freie Zugang, bzw. Reiseverkehr ist doch dadurch nicht gefährdet."

ich habe kein Problem damit, meine Dokumente auf Verlangen vorzuzeigen (!)

Dabei will ich es auch belassen.
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Re: Historische Bilder und Dokumente

Neuer Beitragvon augenzeuge » 30. August 2026, 18:27

Gerd Böhmer hat geschrieben:@ augenzeuge - Deine Ausführungen sind nicht zutreffend, der US-Diplomat hat weder korrekt gehandelt, weder wollte die DDR hier provozieren.
Warum hat dieser Diplomat sich geweigert seinen Pass vorzuzeigen ? Standpunkt der USA hin oder her ...
weite heute schon von mir geschrieben "Der freie Zugang, bzw. Reiseverkehr ist doch dadurch nicht gefährdet."

ich habe kein Problem damit, meine Dokumente auf Verlangen vorzuzeigen (!)

Dabei will ich es auch belassen.


Du vergleichst Äpfel mit Birnen auf verschiedenen Zeitschienen. [flash] Meine Ausführungen entsprechen historischen Angaben.

Niemals zuvor hat ein US Militär sich gegenüber DDR-Militärs in Berlin ausgewiesen. Die waren nicht anerkannt, schon gar nicht in der Stadt mit Viermächtestatus.
Die Provokation war, dass die DDR-hier eine subtile Anerkennung durch die Hintertür umsetzen wollte. Bis zuletzt wurde Ostberlin auch nicht als Hauptstadt der DDR von den USA anerkannt.

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Re: Historische Bilder und Dokumente

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 30. August 2026, 20:19

ich habe gerade noch einmal recherchiert und einen Beitrag der Welt vom 27. Oktober 2021 gefunden - https://www.welt.de/geschichte/article234674810/Nervenkrieg-1961-in-Berlin-Panzer-am-Checkpoint-Charlie.html. Mal ein Zitat aus dem Beitrag, was mir in der Form auch nicht bekannt war:
Die Gegenseite reagierte nicht, jedenfalls nicht erkennbar. Hinter den Kulissen aber rumorte es gewaltig. In Moskau fand gerade der Parteitag der KPdSU statt. Am Rande scharte Generalsekretär Nikita Chruschtschow einige Vertraute um sich, der sich schnell auf das weitere Vorgehen einigte: Als Oberkommandierender der sowjetischen Truppen wurde Iwan Konew nach Berlin geschickt, ein besonnener, sehr erfahrener und intelligenter Marschall der Roten Armee. „Sein Erscheinen wird schon einige Hitzköpfe in der DDR abkühlen“, begründete Chruschtschow seine Wahl.

Und noch einmal zu General Clay, der ja von 1947 bis 1962 in Berlin tätig war:
General Lucius D. Clay wurde im Mai 1962 als persönlicher Sonderbotschafter von US-Präsident John F. Kennedy aus Berlin abberufen, nachdem er die Stadt nach dem Mauerbau im Spätsommer 1961 in einer Krisenphase unterstützt hatte.

die "Wildwestmentalität" von General Clay war wohl mit ein Grund [wink]
Aus heutiger Sicht haben sich beide Seiten zum Glück nicht überreagiert und zur Aussage bezüglich des Viermächtestatus von Berlin, demnach gehörte der Westteil nicht zur Bundesrepublik und der Ostteil eigentlich nicht zur DDR. Immerhin befand sich ja das Ministerium für Verteidigung der DDR in Strausberg bei Berlin. Das Problem war wohl auch, das an den Kontrollstellen zwischen den beiden Teilen Berlins kein sowjetisches Personal für Kontrollen stationiert war, im Gegensatz zum CheckPoint Alpha (Marienborn) und CheckPoint Bravo (Potsdam).
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