55 Jahre Mauerbau

Hier bitte ausschließlich Themen die sich mit der Berliner Mauer beschäftigen.

Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon augenzeuge » 30. September 2017, 18:55

karnak hat geschrieben:Die Heidrun ist in den Westen geflogen, da ist es schwierig mit dem Foto.


Ok, ich vergaß das man im Osten den Selbstauslöser ja noch nicht kennt..... [laugh]

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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon karnak » 30. September 2017, 19:10

[zunge] Dann hat das Relaxliegen liegen aber nicht die Wirkung auf dem Foto da meine Arme nicht so lang sind. Außerdem fotografiere ich auch mit dem Tablet das zu fotografieren wäre.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon karnak » 1. Oktober 2017, 06:39

Merkur hat geschrieben:
Ich gehe davon aus, dass sie gerade bei Dir gewisse Defizite erkannt haben.

Warst Du eigentlich gestern im Fernsehen?
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Spartacus » 1. Oktober 2017, 13:24

karnak hat geschrieben:
Merkur hat geschrieben:
Ich gehe davon aus, dass sie gerade bei Dir gewisse Defizite erkannt haben.

Warst Du eigentlich gestern im Fernsehen?


Meinst du bei ZDF Info, Mysteriöse Kriminalfälle der DDR?

Ich habe beide Folgen aufgenommen und schaue sie mir erst heute an. [hallo]

LG

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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Interessierter » 7. Oktober 2017, 10:47

Mauer-Bilder - Grenzgänger mit Kamera

Als Soll-Bruch-Stelle hat der Fotograf Karl-Ludwig Lange den Berliner Grenzstreifen porträtiert- zu DDR-Zeiten, 1990 und heute. Die visuelle Zeitreise entlang der Mauer macht deren Irrsinn deutlich - und den Wandel des wiedervereinten Berlin.

Bild
Stillstand: Wo früher der französische Sektor endete, rattert heute die S-Bahn drüber: Der S-Bahnhof Wollankstraße in Wedding 1976...

In den Sechzigerjahren wurden ganze Straßenzüge entlang des Grenzstreifens abgerissen, zum Beispiel an der Bernauer Straße.
Erst 1968 wurde die sogenannte "Mauer der 3. Generation" aus Beton und mit aufgesetztem Rohr gebaut. Die offizielle DDR-Bezeichnung für diese 3,75 Meter hohe Mauer lautete "Vorderes Sperrelement feindwärts". Vor der Mauer standen Beleuchtungsmasten, dann folgte eine Grenzstreifenstraße, der sogenannte "Kolonnenweg". Dieser Weg ist noch heute vielerorts als betonierte Straße auf dem Mauerstreifen zu sehen.

Panzersperren und Beobachtungstürme sind hingegen fast vollständig verschwunden. An einigen Stellen, wie im bereich des Nordbahnhofs, befinden sich noch teile der rückwärtigen Mauer, die den Grenzstreifen ("Handlungsstreifen") "freundwärts" befestigte.

106 Kilometer Beton-Mauer wurden 1990 abgerissen, über 300 Wachtürme und 127 Kilometer Signal- und Sperrzäune. Nur wenige Reste der Mauer blieben erhalten, etwa an der Bernauer Straße oder an der Mühlenstraße in Friedrichshain ("Eastside Gallery")

Aber dennoch ist die Mauer im Stadtbild präsent. Nicht etwa, weil ein "Gesamtkonzept zur Erinnerung an die Berliner Mauer" schon umgesetzt wäre, oder weil an die mindestens 125 Menschen (nach manchen Angabe sogar 260) erinnert werden soll, welche an der Berliner Mauer zwischen 1961 und 1989 ums Leben gekommen sind.

Nein, es handelt sich eher um juristische Probleme: Die Eigentumsverhältnisse der seinerzeit enteigneten Mauergrundstücke sind oft umstritten. So ist vielerorts eine Brachlandschaft entstanden, welche die Stadtstruktur noch immer beeinträchtigt.

Weitere 17 Fotos hier:
http://www.spiegel.de/einestages/mauer- ... 50080.html
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Interessierter » 17. Oktober 2017, 12:27

Honeckers "Gesellenstück": Der Bau der Berliner Mauer

Es wird mehr als ein Treffen in Ulbrichts Sommerfrische am Döllnsee. Erich Honecker, seit 1958 als Sekretär im Zentralkomitee der SED auch für Sicherheitsfragen zuständig, weiß, warum Ulbricht die Spitzen des Staates am 12. August 1961 zu sich bittet: Die "Operation Rose" soll wenige Stunden später starten, die totale Abriegelung der Grenze nach West-Berlin wird Honeckers "Gesellenstück".

Bild


Mehr als ein Treffen in der Sommerfrische


Sonnabend, 12. August 1961: Offiziell hat Walter Ulbricht für diesen Nachmittag zu einem "Beisammensein" geladen. Das Wetter ist prächtig, die Stimmung gut. Solche Zusammenkünfte im Gästehaus des Ministerrates am Döllnsee rund 80 Kilometer von Berlin sind nicht selten.

Ungewöhnlich ist die Liste der Eingeladenen. Die Spitzen des Staates sind versammelt: das Politbüro, viele Minister, Mitglieder des Staatsrates, der Bürgermeister von Ost-Berlin. In aller Eile sind sie zusammengerufen worden. Auch Erich Honecker, damals der für Sicherheitsfragen zuständige Sekretär im Zentralkomitee der SED, ist anwesend. Im Gegensatz zu vielen anderen Gästen weiß er, worum es gehen soll:

Seit Wochen steht die gesamte politische Führung um Walter Ulbricht unter enormem Druck: Immer mehr Flüchtlinge verlassen das Land, die meisten über die noch offene Sektorengrenze von Ost- nach West-Berlin.

Ulbricht weiß, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Er muss eine Lösung finden. Über Monate haben Gespräche mit dem sowjetischen Partei- und Staatschef Nikita Chruschtschow und seinen Militärs stattgefunden. Jetzt ist die Zeit reif, den Plan zum Mauerbau in die Tat umzusetzen.

Seit Tagen schon werden rund um Berlin unauffällig Einheiten von der Volkspolizei und NVA in Stellung gebracht - für den Fall, dass es zu Aufruhr und Widerstand kommen sollte. Es steht viel auf dem Spiel, das Ziel der "Operation Rose" soll bis zuletzt geheim bleiben. Und so ruft Walter Ulbricht seine Gäste erst gegen 22.00 Uhr zu einer "kleinen Sitzung". Nun erfahren die Gäste den wahren Grund der Zusammenkunft: Die massive Abwanderung aus der DDR soll gestoppt werden, die totale Abriegelung der Grenze nach West-Berlin steht unmittelbar bevor. Die Anwesenden sollen zustimmen, vorher dürfen sie den den Ort des Treffens nicht verlassen. Es gibt keine Gegenstimmen.

Zu weit schon fortgeschrittener Stunde hat Walter Ulbricht dann erklärt, was jetzt passieren wird. Und er hat begründet, warum und weshalb. Sein Hauptargument war, der Gegner bereite eine Aggression gegen die Deutsche Demokratische Republik vor, wir müssten uns davor schützen und diesen Maßnahmen zuvorkomme. Er endete mit dem Satz: 'Und jetzt empfehle ich Ihnen, dass Sie wieder schnell nach Berlin fahren, denn sonst kommen Sie in die Truppenkonzentration der Nationalen Volksarmee.'
Hellmut Müller, damals FDJ-Funktionär Geschichte Mitteldeutschlands


Honecker ist zu diesem Zeitpunkt längst im Ost-Berliner Polizeipräsidium, der Einsatzzentrale für diese Nacht. Von hier aus setzt er als Einsatzleiter der Aktion Ulbrichts Befehle für die Kampfgruppen, Polizei, MfS und NVA in Kraft. Eine Woche zuvor hat er im Polizeipräsidium unweit des Alexanderplatzes bereits einen Einsatzstab mit acht Mitarbeitern platziert. In der Nacht zum 13. August, kurz nach 01.00 Uhr beginnt die "Operation Rose": Die Straßenlaternen entlang der Grenze gehen auf östlicher Seite aus, die U- und S-Bahn-Verbindungen zwischen Ost- und West-Berlin werden gekappt, Fenster in Gebäuden zugemauert ... Über 20.000 Bewaffnete sind im Einsatz, um den Übergang in den Westteil der Stadt auf einer Länge von mehr als 160 Kilometern zu versperren.

Für Erich Honecker war dies wohl sein Gesellen- oder Meisterstück im Umgang mit den bewaffneten Kräften und mit den Leitern der technischen Infrastruktur. Er hatte dort das Sagen, und alle Blicke waren auf Erich Honecker ausgerichtet.
Hellmut Müller, damals FDJ-Funktionär Geschichte Mitteldeutschlands


Mit der perfekten Umsetzung der "Operation Rose" beeindruckt Erich Honecker seinen politischen Ziehvater Ulbricht und auch die sowjetische Führung.

Ich denke, das hat ihm insbesondere in Moskau große Lorbeeren verschafft, weil auch Moskau selbstverständlich in Sorge war, ob dieser dreiste Akt der Absperrung Berlins wirklich 'friedlich', also ohne Gegenmaßnahmen des Westens vonstatten ginge.
Joachim Jauer, damals ZDF-Korrespondent in der DDR Geschichte Mitteldeutschlands


Den Bau des "antikapitalistischen Schutzwalls", der 28 Jahre lang eine Stadt und ein ganzes Land teilen sollte, und viele Menschenleben fordert, verteidigt Erich Honecker bis an sein Lebensende als "notwendig".

http://www.mdr.de/zeitreise/ddr/honecke ... au108.html
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2017, 13:13

verteidigt Erich Honecker bis an sein Lebensende als "notwendig".


Für ihn war sie auch notwendig....wie man gesehen hat. [blush]

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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Volker Zottmann » 17. Oktober 2017, 18:14

Mal zum Fachlichen:
Die erste Mauer sieht auch aus, als ob die ein Dachdeckergehilfe baute. Krumm und schief, spiegelten alle geschossenen Fotos aber auch damit den Zustand der gesamten DDR. Genauso krumm, verdreckt, ungepflegt. Armselig eben!
An Honeckers Stelle hätte ich mich geschämt.

Gruß Volker
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Interessierter » 24. Oktober 2017, 16:28

Mauerbau in der "Freiheit" 1961 "Endlich ist die Hintertür zu!"

Bild

Ausgabe der "Freiheit" vom 14. August 1961

"Endlich! Es war höchste Zeit!", "Darauf haben wir schon lange gewartet": Schlagzeilen, die klingen wie nach dem Gewinn einer Fußball-Weltmeisterschaft. Gemeint war allerdings die Schließung der Grenzen zwischen Ost- und Westberlin - wohlgemerkt aus ostdeutscher Sicht. Die SED-Bezirkszeitung "Freiheit", Vorläufer der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung, berichtete am Montag, 14. August 1961 über die Reaktionen auf die Grenzschließung am 13. August. Der Tag, der symbolisch für den Mauerbau steht, erscheint mit Blick auf die Ausgabe der Freiheit in einem sehr einseitigen Licht. Die Perspektive der DDR und der Sowjetunion mag aus heutiger Sicht fast schockieren, aber illustriert die damalige Situation in der gleichgeschalteten Presse sowie der Politik. Was aber das Volk wirklich dachte, lässt sich daraus kaum ablesen.

Ost-Mächte werfen Westen Kriegstreiberei vor

Auf der Titelseite druckte die Zeitung eine Erklärung der Warschauer-Vertrags-Staaten (Warschauer Pakt), der von gescheiterten Friedensbemühungen seitens der Ostblock-Staaten berichtet. Die Sowjetunion hatte als Voraussetzung für einen Friedensvertrag auf Westberlin als entmilitarisierte Zone bestanden.

Laut der gedruckten Erklärung der Warschauer-Vertrags-Staaten hätten die "Westmächte [...] die von Friedensliebe getragenen Vorschläge der sozialistischen Länder mit verstärkten Kriegsvorbereitungen, mit der Entfachung einer Kriegshysterie und mit der Androhung militärischer Gewalt" beantwortet. Damit erklärten die Ostblock-Staaten die Verhandlungen für gescheitert. Ein Beschluss des Ministerrats geht noch einen Schritt weiter: "Die Erhaltung des Friedens erfordert, dem Treiben der westdeutschen Revanchisten und Militaristen einen Riegel vorzuschieben."

Das ist eine Rechtfertigung der Grenzschließung. Die Logik dahinter: Dort drüben die Kriegstreiber und hier die friedliebenden Sozialisten. Hinter den Kulissen allerdings hatte die Regierung unter SED-Chef Walter Ulbricht ganz andere Probleme. Gut ausgebildete DDR-Bürger verließen in Scharen das Land. Ulbricht wollte die Abwanderung der Fachkräfte stoppen. Seine Bitte an die Sowjetunion: Die Berlin-Frage muss geklärt werden. Im August 1961 war es soweit.

https://www.mz-web.de/mitteldeutschland ... ---3030818

[flash]
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon augenzeuge » 24. Oktober 2017, 16:50

Was aber das Volk wirklich dachte, lässt sich daraus kaum ablesen.


Ich habe nie in einer DDR Zeitung gelesen, was man wirklich dachte. Diese Aussagen und psychischen Sprüche sind mir noch gut bekannt. Man wendete sie noch in den 80er Jahren massiv an, um Ausreisewillige zurückzudrängen.

Interessant ist, wenn man weiß, dass man damit die Jugend Jahrzehnte versuchte politisch zu erziehen, am Ende hat es nichts genützt. Überzeugt wurden die wenigsten.

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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Nov65 » 25. Oktober 2017, 16:55

Volker Zottmann hat geschrieben:Mal zum Fachlichen:
Die erste Mauer sieht auch aus, als ob die ein Dachdeckergehilfe baute. Krumm und schief, spiegelten alle geschossenen Fotos aber auch damit den Zustand der gesamten DDR. Genauso krumm, verdreckt, ungepflegt. Armselig eben!
An Honeckers Stelle hätte ich mich geschämt.

Gruß Volker

Bei meinen Besuchen von aufzugebenden Garnisonen der Sowjetarmee habe ich deren Bauten in nächster Nähe gesehen. Ich glaube, da durfte jeder maurern oder alle hatte nicht die geringste Ahnung wozu ein eine Maurerschnur und eine Wasserwaage da sind.
Beim Mauerbau in Berlin waren absolute Amateure am Werk, keine DDR-Facharbeiter.
Honecker und schämen? Das ging gar nicht. Ehre war nicht sein Ding. Das war bürgerlich und nicht proletarisch.
Gruß, Andreas
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Volker Zottmann » 25. Oktober 2017, 21:20

Dein letzter Satz gefällt mir außerordentlich, Andreas. [grins]

Gruß Volker
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Werner Thal » 25. Mai 2019, 17:02

DER SPIEGEL ONLINE - EINESTAGES

Mauerbau Die unsichtbare Todeszone

Die Mauer (in Berlin-W.T.) kannte jeder. Doch wo während des Kalten Krieges die eigentliche Grenze
zwischen West- und Ost-Berlin verlief, wussten nur die wenigsten. Vielen Menschen wurde dies zum
Verhängnis - darunter fünf Kindern, die vor den Augen herbeieilender Retter ertrinken mussten.

und hier kann man weiterlesen:

https://www.spiegel.de/einestages/50-ja ... 47297.html
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Interessierter » 13. August 2019, 08:23

Auch nach jetzt 58 Jahren muss man an dieses unmenschliche Bauwerk der Kommunisten erinnern.

Wir müssen erinnern, was Mauern mit Menschen machen

Der Tag des Mauerfalls rückt näher. Doch erinnern muss man auch an den Mauerbau vor 58 Jahren. Er zerriss eine Stadt und eine Welt in zwei Teile.

Sie teilte Bürgersteige, Familien, Träume. Und sie trennte unsere Stadt, das ganze Land, die halbe Welt. In diesem Herbst feiern wir, dass unsere Welt seit 30 Jahren wieder eine ist – auch wenn sich Deutschland längst nicht einig ist, auch wenn die Welt wieder in neue Teile zerfasert. Einigkeit herrscht in einem: Die Mauer, die Schreckliche, musste weg. Sie kostete allein in Berlin mindestens 140 Menschen das Leben. Schon diesen Menschen, aus unserer Stadtmitte gerissen, sind wir es schuldig, an den Tag des Mauerbaus zu denken.

Heute, am 13. August, jährt sich der schrecklich historische Moment zum 58. Mal. Heimlich herbeigeschaffte Mauersteine wurden in einer sonntäglichen militärischen Nachtaktion zum angeblich „antifaschistischen Schutzwall“ aufgetürmt, der nur eine Funktion hatte: Menschen, die sich nach der großen Freiheit und einem kleinen Wohlstand sehnten, in der DDR einzumörteln. Durchgesetzt mit Schießbefehl. Geplant von der kommunistischen DDR-Führung unter sowjetischer Kuratel. Toleriert auch von den Westalliierten. Die Freiheit West- Berlins, auch sie war nur eine kleine.

Weiter hier:
https://www.tagesspiegel.de/berlin/jahr ... 96460.html
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Nostalgiker » 13. August 2019, 08:49

Was für ein demagogischer Artikel, gespickt mit Halbwahrheiten, Verdrehungen und auch mit kleinen Lügen.

Das "Land" und die "Stadt"waren 1961 bereits seit fast 15 Jahren geteilt und die bösen Kommunisten führten als ersten sichtbaren Schritt der Teilung in der TriZone und den Westsektoren von Berlin eine separate Währung ein ........

Der City Song Berlin war natürlich "zensiert" wie sonst wäre der Schreiberling auf die von ihm zitierte Textzeile gestoßen ......

Und sowas kommt aus der Feder eines; wahrscheinlich selbsternannten " Experten zur deutschen Einheit".
Es macht die Sache nicht besser das er fast 15 Jahre in der DDR aufwuchs .......
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Kumpel » 13. August 2019, 08:58

Geile Mugge der Song. Zensiert war der wohl nicht.
Erstaunlich war der Text aber schon.
Gab ja genug andere Sachen zu zensieren und 87 fühlten sich die Genossen noch sicher im Sattel.
Der hieß aber nicht Berlin.
Ansonsten eher eine Petitesse im Bezug zur Mauer und dem ganzen Drum und Dran.
Der Mauerbau war schon die absolute Zäsur und es gab ab diesem Zeitpunkt ein davor und danach.
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Nostalgiker » 13. August 2019, 09:36

Natürlich war das ein Test für Text- und Titelsicherheit .....

Der Song heißt; "z. B. Susann", stammt vom Album 'Casablanca' von 1987.
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Kumpel » 13. August 2019, 09:46

Nostalgiker hat geschrieben:Natürlich war das ein Test für Text- und Titelsicherheit .....


Ach hieß das damals so?
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Nostalgiker » 13. August 2019, 09:56

Ja, der Song heißt auch Heute noch so.
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Kumpel » 13. August 2019, 09:59

Menno.
Ich meinte den Ausdruck Titel- und Textsicherheit.
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon zonenhasser » 13. August 2019, 10:04



Codierte Kritik. Zu „z.B. Susann“ von City

https://deutschelieder.wordpress.com/20 ... -b-susann/
Die “Rote Fahne” schrieb noch “wir werden siegen”, da hatte ich mein Geld schon in der Schweiz.
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Werner Thal » 9. Oktober 2019, 12:46

Auch solche Auswüchse gab es vor dem 13. August 1961 im Ostsektor von Berlin:
Grenzgänger.jpg


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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Werner Thal » 17. Oktober 2019, 15:30

Durch ein Zaunloch in den Osten und zurück

In der Serie "50 Jahre Mauerbau" berichten Zeitzeugen über ihre Erlebnisse im geteilten
Berlin. Monika Schönickes Vater besaß im Westen in einer Gartenkolonie ein Häuschen. Zehn Mal
musste die damals 13-jährige mit ihrer Schwester durch ein Loch im Zaun zurück in den Osten, um Hausrat zu holen.

Als die Welt den Atem anhält, liegt die 13-jährige Monika Jandek in einer Neukölln Gartenkolonie und schläft. Zwischen Schrebergärten und Holzhütten besitzt ihre Familie im "Helmutstal"
kleines Steinhaus für die Sommermonate. Gerade anderthalb Zimmer groß, niedrige Decken, davor ein kleiner Garten.

Am 13. August 1961 werden die Jandeks um sieben Uhr morgens aus dem Schlaf gerissen. Ein
lautes, durchdringendes Klingeln. Dreimal, viermal. Vor der Tür steht ein Nachbar aus der Kolonie. "Kommt raus, die DDR riegelt die Grenze ab, eure Tochter steht noch im Osten",
ruft er panisch. Die Gartenkolonie liegt direkt an der Kiefholzstraße, entlang der die
Sektorengrenze verläuft. Vom Grundstück der Jandeks sind es knapp 200 Meter bis nach Ost-
Berlin. Monikas Vater greift nach den Kleidern und rennt an die Sektorengrenze. Auf der
Straße patrouillieren die Volkspolizisten, an einigen Stellen ist Stacheldraht verlegt. Der
Blick des Vaters schweift über die skurrile Szene vor ihm. Und da stehen sie: Monikas
18 Jahre alte Schwester, daneben ihr Ehemann. Auf dem Arm hält sie die gemeinsame Tochter.
Als sie hörten, dass die DDR die Grenze schließt, sind sie sofort gekommen. Monikas Vater
entschließt sich: Er muss ihnen helfen. Sofort.

Flucht in den Westen

Aus eigener Erfahrung weiß der Vater, wie das Leben in der DDR organisiert ist. Bis 1958 war
er auch ein Teil der sozialistischen Gesellschaft. Die Familie stammt aus Ost-Berlin. Die
jüngste Tochter Monika wurde im Prenzlauer Berg geboren und verbrachte dort ihre Kindheit.
Ihre Eltern hatten ein Friseur-Geschäft. 1957 zwingt der Staat die Jandeks den Laden aufzugeben. Ein Jahr später flieht der Vater in den Westen und lässt seine Familie zurück.
Er wird als politischer Flüchtling anerkannt. Noch ahnt die Familie nicht, dass einmal ein
"antifaschistischer Schutzwall" Berlin teilen könnte. So oft es geht, besuchen Mutter und
Kinder den Vater im Westen. In der Sonnenallee in Neukölln hat er eine Wohnung gemietet.
Das Friseurgeschäft, das er in Prenzlauer Berg aufgeben musste, baut er im Westen wieder
auf. Im Sommer wohnt die Familie wie selbstverständlich für einige Wochen in der Garten-
kolonie. Ein Stück Idylle im Kalten Krieg. Bis zu jenem Sonntag, dem 13. August 1961.

...und hier gehts mit der Geschichte weiter........

https://www.morgenpost.de/berlin/berlin ... rueck.html

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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Werner Thal » 17. Oktober 2019, 16:39

Das kurze Ende der Sonnenallee

Die Sonnenallee gibt es seit über 130 Jahren. Allerdings hat sie bereits mehrere Namen und richtig bekannt
wurde sie erst 1999 in dem gleichnamigen Film.

Die Sonnenallee verbindet den Hermannplatz in Neukölln mit der Baumschulenstraße. Sie ist rund fünf
Kilometer lang, nur 400 Meter davon liegen in Treptow-Köpenick. Für die Anwohner war die Welt deshalb
bis 1989 schon wenige Schritte nach Beginn der Straße zu Ende.

Bereits kurz nach dem Mauerbau 1961 hatten DDR-Grenzer hier einen der innerstädtischen Übergänge
eingerichtet. Abfertigungsbaracken standen am Straßenrand, Autos mussten zur Erschwerung von Flucht-
versuchen im Salon um Betonblöcke fahren. Mitten in das erst ein Jahr vor dem Mauerbau fertig gewordene
Wohngebiet wurde ein Grenzwachturm gesetzt. Die Anwohner der direkt an der von der Bezirks- zur Sektoren-
grenze gewordenenTrennlinie brauchten Passagierscheine. Direkt vor ihren Wohnzimmern verlief 28 Jahre
lang die Mauer.

Vor Ort findet sich nichts mehr, was an der kleinen Brücke, unter der Heidekampgraben die Sonnenallee unter-
quert, an das DDR-Grenzregime erinnert. Nur die zum zehnten Jahrestag des Mauerfalls eingelassene
Pflasterreihe im Asphalt und eine Metallplakette im Gehweg zeigen den früheren Grenzverlauf. Die einst für
die Mitarbeiter der Gewerkschaftszeitung "Tribüne" gebauten Viergeschosser - heute Wohnungsbaugesellschaft
Treptow Nord - wurden nach der Wende mit neuen Fassaden und frischer Farbe versehen. Zwei Fernrohre an
der früheren Trennlinie gehören zu einer vom Senat 1999 veranstalteten Kunstaktion. Unter dem Titel
"Übergänge" erinnerte die Künstlerin Heike Ponwitz damit an die einstmals sieben innerstädtischen Grenzübergänge.

Als die heutige Sonnenallee ab 1880 von Nixdorf aus in Richtung Baumschulenweg angelegt wurde, hieß sie laut
Bebauungsplan zuerst Straße 84. Erst 1893 wurde sie in Kaiser-Friedrich-Straße benannt. Im April 1920 erhielt der
Stadtteil in Neukölln dann den Namen Sonnenallee, der Teil in Baumschulenweg wurde erst 1928 so benannt.
Die Nationalsozialisten verpassten ihr zehn Jahre später den Namen Brauner Straße, nach dem Geburtsort von
Adolf Hitler. Erst gut zwei Jahre nach Kriegsende, am 31. Juli 1947, wurde daraus wieder die Sonnenallee.

Wer von Baumschulenweg aus in Richtung Neukölln pilgert, der findet gleich am Anfang der Sonnenallee ein
Kuriosum. An einer Fassade findet sich der Schriftzug "Kupferkessel". Dahinter befand sich das gleichnamige, vor
rund fünf Jahren geschlossene Restaurant. Zu DDR-Zeiten geriet es sogar mal in den Gerichtsbericht der
"Wochenpost". Hatte man doch tatsächlich das beliebte Hundefutter "Goldie" zu Ragout fin verarbeitet. Aufgefallen
war das nur, weil sich im Hof die leeren Hundefuttergläser stapelten.

Für den Film "Sonnenallee"wurde übrigens keine einzige Einstellung in der Straße gedreht,
1999 waren alle Grenzanlagen bereits verschwunden. Grenzanlagen und Wohnhäuser wurden damals in die
Kulisse Berliner Straße in Babelsberg eingebaut. Die Schulszenen entstanden in Köpenick in der heutigen Müggel-
schlößchen-Grundschule im Allende-Viertel.

https://www.berliner-woche.de/baumschul ... ee_a140166

W. T.
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