55 Jahre Mauerbau

Hier bitte ausschließlich Themen die sich mit der Berliner Mauer beschäftigen.

Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon augenzeuge » 30. September 2017, 18:55

karnak hat geschrieben:Die Heidrun ist in den Westen geflogen, da ist es schwierig mit dem Foto.


Ok, ich vergaß das man im Osten den Selbstauslöser ja noch nicht kennt..... [laugh]

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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon karnak » 30. September 2017, 19:10

[zunge] Dann hat das Relaxliegen liegen aber nicht die Wirkung auf dem Foto da meine Arme nicht so lang sind. Außerdem fotografiere ich auch mit dem Tablet das zu fotografieren wäre.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon karnak » 1. Oktober 2017, 06:39

Merkur hat geschrieben:
Ich gehe davon aus, dass sie gerade bei Dir gewisse Defizite erkannt haben.

Warst Du eigentlich gestern im Fernsehen?
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Spartacus » 1. Oktober 2017, 13:24

karnak hat geschrieben:
Merkur hat geschrieben:
Ich gehe davon aus, dass sie gerade bei Dir gewisse Defizite erkannt haben.

Warst Du eigentlich gestern im Fernsehen?


Meinst du bei ZDF Info, Mysteriöse Kriminalfälle der DDR?

Ich habe beide Folgen aufgenommen und schaue sie mir erst heute an. [hallo]

LG

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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Interessierter » 7. Oktober 2017, 10:47

Mauer-Bilder - Grenzgänger mit Kamera

Als Soll-Bruch-Stelle hat der Fotograf Karl-Ludwig Lange den Berliner Grenzstreifen porträtiert- zu DDR-Zeiten, 1990 und heute. Die visuelle Zeitreise entlang der Mauer macht deren Irrsinn deutlich - und den Wandel des wiedervereinten Berlin.

Bild
Stillstand: Wo früher der französische Sektor endete, rattert heute die S-Bahn drüber: Der S-Bahnhof Wollankstraße in Wedding 1976...

In den Sechzigerjahren wurden ganze Straßenzüge entlang des Grenzstreifens abgerissen, zum Beispiel an der Bernauer Straße.
Erst 1968 wurde die sogenannte "Mauer der 3. Generation" aus Beton und mit aufgesetztem Rohr gebaut. Die offizielle DDR-Bezeichnung für diese 3,75 Meter hohe Mauer lautete "Vorderes Sperrelement feindwärts". Vor der Mauer standen Beleuchtungsmasten, dann folgte eine Grenzstreifenstraße, der sogenannte "Kolonnenweg". Dieser Weg ist noch heute vielerorts als betonierte Straße auf dem Mauerstreifen zu sehen.

Panzersperren und Beobachtungstürme sind hingegen fast vollständig verschwunden. An einigen Stellen, wie im bereich des Nordbahnhofs, befinden sich noch teile der rückwärtigen Mauer, die den Grenzstreifen ("Handlungsstreifen") "freundwärts" befestigte.

106 Kilometer Beton-Mauer wurden 1990 abgerissen, über 300 Wachtürme und 127 Kilometer Signal- und Sperrzäune. Nur wenige Reste der Mauer blieben erhalten, etwa an der Bernauer Straße oder an der Mühlenstraße in Friedrichshain ("Eastside Gallery")

Aber dennoch ist die Mauer im Stadtbild präsent. Nicht etwa, weil ein "Gesamtkonzept zur Erinnerung an die Berliner Mauer" schon umgesetzt wäre, oder weil an die mindestens 125 Menschen (nach manchen Angabe sogar 260) erinnert werden soll, welche an der Berliner Mauer zwischen 1961 und 1989 ums Leben gekommen sind.

Nein, es handelt sich eher um juristische Probleme: Die Eigentumsverhältnisse der seinerzeit enteigneten Mauergrundstücke sind oft umstritten. So ist vielerorts eine Brachlandschaft entstanden, welche die Stadtstruktur noch immer beeinträchtigt.

Weitere 17 Fotos hier:
http://www.spiegel.de/einestages/mauer- ... 50080.html
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Interessierter » 17. Oktober 2017, 12:27

Honeckers "Gesellenstück": Der Bau der Berliner Mauer

Es wird mehr als ein Treffen in Ulbrichts Sommerfrische am Döllnsee. Erich Honecker, seit 1958 als Sekretär im Zentralkomitee der SED auch für Sicherheitsfragen zuständig, weiß, warum Ulbricht die Spitzen des Staates am 12. August 1961 zu sich bittet: Die "Operation Rose" soll wenige Stunden später starten, die totale Abriegelung der Grenze nach West-Berlin wird Honeckers "Gesellenstück".

Bild


Mehr als ein Treffen in der Sommerfrische


Sonnabend, 12. August 1961: Offiziell hat Walter Ulbricht für diesen Nachmittag zu einem "Beisammensein" geladen. Das Wetter ist prächtig, die Stimmung gut. Solche Zusammenkünfte im Gästehaus des Ministerrates am Döllnsee rund 80 Kilometer von Berlin sind nicht selten.

Ungewöhnlich ist die Liste der Eingeladenen. Die Spitzen des Staates sind versammelt: das Politbüro, viele Minister, Mitglieder des Staatsrates, der Bürgermeister von Ost-Berlin. In aller Eile sind sie zusammengerufen worden. Auch Erich Honecker, damals der für Sicherheitsfragen zuständige Sekretär im Zentralkomitee der SED, ist anwesend. Im Gegensatz zu vielen anderen Gästen weiß er, worum es gehen soll:

Seit Wochen steht die gesamte politische Führung um Walter Ulbricht unter enormem Druck: Immer mehr Flüchtlinge verlassen das Land, die meisten über die noch offene Sektorengrenze von Ost- nach West-Berlin.

Ulbricht weiß, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Er muss eine Lösung finden. Über Monate haben Gespräche mit dem sowjetischen Partei- und Staatschef Nikita Chruschtschow und seinen Militärs stattgefunden. Jetzt ist die Zeit reif, den Plan zum Mauerbau in die Tat umzusetzen.

Seit Tagen schon werden rund um Berlin unauffällig Einheiten von der Volkspolizei und NVA in Stellung gebracht - für den Fall, dass es zu Aufruhr und Widerstand kommen sollte. Es steht viel auf dem Spiel, das Ziel der "Operation Rose" soll bis zuletzt geheim bleiben. Und so ruft Walter Ulbricht seine Gäste erst gegen 22.00 Uhr zu einer "kleinen Sitzung". Nun erfahren die Gäste den wahren Grund der Zusammenkunft: Die massive Abwanderung aus der DDR soll gestoppt werden, die totale Abriegelung der Grenze nach West-Berlin steht unmittelbar bevor. Die Anwesenden sollen zustimmen, vorher dürfen sie den den Ort des Treffens nicht verlassen. Es gibt keine Gegenstimmen.

Zu weit schon fortgeschrittener Stunde hat Walter Ulbricht dann erklärt, was jetzt passieren wird. Und er hat begründet, warum und weshalb. Sein Hauptargument war, der Gegner bereite eine Aggression gegen die Deutsche Demokratische Republik vor, wir müssten uns davor schützen und diesen Maßnahmen zuvorkomme. Er endete mit dem Satz: 'Und jetzt empfehle ich Ihnen, dass Sie wieder schnell nach Berlin fahren, denn sonst kommen Sie in die Truppenkonzentration der Nationalen Volksarmee.'
Hellmut Müller, damals FDJ-Funktionär Geschichte Mitteldeutschlands


Honecker ist zu diesem Zeitpunkt längst im Ost-Berliner Polizeipräsidium, der Einsatzzentrale für diese Nacht. Von hier aus setzt er als Einsatzleiter der Aktion Ulbrichts Befehle für die Kampfgruppen, Polizei, MfS und NVA in Kraft. Eine Woche zuvor hat er im Polizeipräsidium unweit des Alexanderplatzes bereits einen Einsatzstab mit acht Mitarbeitern platziert. In der Nacht zum 13. August, kurz nach 01.00 Uhr beginnt die "Operation Rose": Die Straßenlaternen entlang der Grenze gehen auf östlicher Seite aus, die U- und S-Bahn-Verbindungen zwischen Ost- und West-Berlin werden gekappt, Fenster in Gebäuden zugemauert ... Über 20.000 Bewaffnete sind im Einsatz, um den Übergang in den Westteil der Stadt auf einer Länge von mehr als 160 Kilometern zu versperren.

Für Erich Honecker war dies wohl sein Gesellen- oder Meisterstück im Umgang mit den bewaffneten Kräften und mit den Leitern der technischen Infrastruktur. Er hatte dort das Sagen, und alle Blicke waren auf Erich Honecker ausgerichtet.
Hellmut Müller, damals FDJ-Funktionär Geschichte Mitteldeutschlands


Mit der perfekten Umsetzung der "Operation Rose" beeindruckt Erich Honecker seinen politischen Ziehvater Ulbricht und auch die sowjetische Führung.

Ich denke, das hat ihm insbesondere in Moskau große Lorbeeren verschafft, weil auch Moskau selbstverständlich in Sorge war, ob dieser dreiste Akt der Absperrung Berlins wirklich 'friedlich', also ohne Gegenmaßnahmen des Westens vonstatten ginge.
Joachim Jauer, damals ZDF-Korrespondent in der DDR Geschichte Mitteldeutschlands


Den Bau des "antikapitalistischen Schutzwalls", der 28 Jahre lang eine Stadt und ein ganzes Land teilen sollte, und viele Menschenleben fordert, verteidigt Erich Honecker bis an sein Lebensende als "notwendig".

http://www.mdr.de/zeitreise/ddr/honecke ... au108.html
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2017, 13:13

verteidigt Erich Honecker bis an sein Lebensende als "notwendig".


Für ihn war sie auch notwendig....wie man gesehen hat. [blush]

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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Volker Zottmann » 17. Oktober 2017, 18:14

Mal zum Fachlichen:
Die erste Mauer sieht auch aus, als ob die ein Dachdeckergehilfe baute. Krumm und schief, spiegelten alle geschossenen Fotos aber auch damit den Zustand der gesamten DDR. Genauso krumm, verdreckt, ungepflegt. Armselig eben!
An Honeckers Stelle hätte ich mich geschämt.

Gruß Volker
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Interessierter » 24. Oktober 2017, 16:28

Mauerbau in der "Freiheit" 1961 "Endlich ist die Hintertür zu!"

Bild

Ausgabe der "Freiheit" vom 14. August 1961

"Endlich! Es war höchste Zeit!", "Darauf haben wir schon lange gewartet": Schlagzeilen, die klingen wie nach dem Gewinn einer Fußball-Weltmeisterschaft. Gemeint war allerdings die Schließung der Grenzen zwischen Ost- und Westberlin - wohlgemerkt aus ostdeutscher Sicht. Die SED-Bezirkszeitung "Freiheit", Vorläufer der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung, berichtete am Montag, 14. August 1961 über die Reaktionen auf die Grenzschließung am 13. August. Der Tag, der symbolisch für den Mauerbau steht, erscheint mit Blick auf die Ausgabe der Freiheit in einem sehr einseitigen Licht. Die Perspektive der DDR und der Sowjetunion mag aus heutiger Sicht fast schockieren, aber illustriert die damalige Situation in der gleichgeschalteten Presse sowie der Politik. Was aber das Volk wirklich dachte, lässt sich daraus kaum ablesen.

Ost-Mächte werfen Westen Kriegstreiberei vor

Auf der Titelseite druckte die Zeitung eine Erklärung der Warschauer-Vertrags-Staaten (Warschauer Pakt), der von gescheiterten Friedensbemühungen seitens der Ostblock-Staaten berichtet. Die Sowjetunion hatte als Voraussetzung für einen Friedensvertrag auf Westberlin als entmilitarisierte Zone bestanden.

Laut der gedruckten Erklärung der Warschauer-Vertrags-Staaten hätten die "Westmächte [...] die von Friedensliebe getragenen Vorschläge der sozialistischen Länder mit verstärkten Kriegsvorbereitungen, mit der Entfachung einer Kriegshysterie und mit der Androhung militärischer Gewalt" beantwortet. Damit erklärten die Ostblock-Staaten die Verhandlungen für gescheitert. Ein Beschluss des Ministerrats geht noch einen Schritt weiter: "Die Erhaltung des Friedens erfordert, dem Treiben der westdeutschen Revanchisten und Militaristen einen Riegel vorzuschieben."

Das ist eine Rechtfertigung der Grenzschließung. Die Logik dahinter: Dort drüben die Kriegstreiber und hier die friedliebenden Sozialisten. Hinter den Kulissen allerdings hatte die Regierung unter SED-Chef Walter Ulbricht ganz andere Probleme. Gut ausgebildete DDR-Bürger verließen in Scharen das Land. Ulbricht wollte die Abwanderung der Fachkräfte stoppen. Seine Bitte an die Sowjetunion: Die Berlin-Frage muss geklärt werden. Im August 1961 war es soweit.

https://www.mz-web.de/mitteldeutschland ... ---3030818

[flash]
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon augenzeuge » 24. Oktober 2017, 16:50

Was aber das Volk wirklich dachte, lässt sich daraus kaum ablesen.


Ich habe nie in einer DDR Zeitung gelesen, was man wirklich dachte. Diese Aussagen und psychischen Sprüche sind mir noch gut bekannt. Man wendete sie noch in den 80er Jahren massiv an, um Ausreisewillige zurückzudrängen.

Interessant ist, wenn man weiß, dass man damit die Jugend Jahrzehnte versuchte politisch zu erziehen, am Ende hat es nichts genützt. Überzeugt wurden die wenigsten.

AZ
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Nov65 » 25. Oktober 2017, 16:55

Volker Zottmann hat geschrieben:Mal zum Fachlichen:
Die erste Mauer sieht auch aus, als ob die ein Dachdeckergehilfe baute. Krumm und schief, spiegelten alle geschossenen Fotos aber auch damit den Zustand der gesamten DDR. Genauso krumm, verdreckt, ungepflegt. Armselig eben!
An Honeckers Stelle hätte ich mich geschämt.

Gruß Volker

Bei meinen Besuchen von aufzugebenden Garnisonen der Sowjetarmee habe ich deren Bauten in nächster Nähe gesehen. Ich glaube, da durfte jeder maurern oder alle hatte nicht die geringste Ahnung wozu ein eine Maurerschnur und eine Wasserwaage da sind.
Beim Mauerbau in Berlin waren absolute Amateure am Werk, keine DDR-Facharbeiter.
Honecker und schämen? Das ging gar nicht. Ehre war nicht sein Ding. Das war bürgerlich und nicht proletarisch.
Gruß, Andreas
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Volker Zottmann » 25. Oktober 2017, 21:20

Dein letzter Satz gefällt mir außerordentlich, Andreas. [grins]

Gruß Volker
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Re: 55 Jahre Mauerbau

Beitragvon Werner Thal » 25. Mai 2019, 17:02

DER SPIEGEL ONLINE - EINESTAGES

Mauerbau Die unsichtbare Todeszone

Die Mauer (in Berlin-W.T.) kannte jeder. Doch wo während des Kalten Krieges die eigentliche Grenze
zwischen West- und Ost-Berlin verlief, wussten nur die wenigsten. Vielen Menschen wurde dies zum
Verhängnis - darunter fünf Kindern, die vor den Augen herbeieilender Retter ertrinken mussten.

und hier kann man weiterlesen:

https://www.spiegel.de/einestages/50-ja ... 47297.html
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