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Die Potsdamer Bildungstagungen 1988 und 1989 und die Volksbildung der DDR im Spannungsfeld Staat-Kirche
Das Ministerium für Staatssicherheit, Bezirksverwaltung Potsdam, gab regelmäßig Lageeinschätzungen an seinen Auftraggeber, die SED. Am 11.05.1989 bekommt der 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung, Günter Jahn, eine streng vertrauliche Information über Tendenzen im Bereich der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung im Sprengel Potsdam. Darin wird auch auf eine Aktivität im Bildungswesen verwiesen: "An der GPA existiert eine Gruppe des Arbeitskreises Solidarische Kirche (AKSK), die sich unter Anleitung des Dozenten WERNICK-OTTO, Frank intensiv mit Problemen der Volksbildung befasst. Es gibt intensive Bemühungen um Kontakte zu Studenten der Pädagogischen Hochschule und der Fachschule für Gesundheits- und Sozialwesen."1
Vor dem Hintergrund einer unsicheren Zukunft und nach dem Anwachsen der Montagsdemonstrationen in Leipzig nach dem 7. Oktober kam es vom 27. bis 29.10. 1989 zur 2. Pädagogischen Herbsttagung in der Evangelischen Ausbildungsstätte für Gemeindepädagogik in Potsdam. Der diesmal gewählte Titel kann im Nachhinein durchaus als programmatisch angesehen werden: "Wer hat hier eigentlich vor wem Angst?"
Die Tagung fiel in eine Zeit, in der immer spürbarer wurde, wie die Angst nachließ und viele allmählich zum aufrechten Gang fanden. So standen wiederum Fragen des Menschenbildes im Vordergrund. Martin Lenz (Dozent der Ausbildungsstätte) eröffnete mit dem provokativen Vortrag "Aus Gewissensgründen gegen Erziehung". Jan Hofmann (heute: Direktor des Landesinstituts für Schule und Medien –LISUM– im Land Brandenburg) erklärte sich spontan zu einem Gegenvortrag bereit war und machte deutlich, warum man sich nicht aus dem Erziehungsauftrag stehlen darf. Die Tagung gab wieder den Gruppen viel Raum. Die Abschlusserklärung, bei deren Formulierung sich die spätere SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Barbe (heute: CDU) sehr engagierte, wurde zum Aufruf und konnte in der Wochenzeitung "Potsdamer Kirche" veröffentlicht werden. Sie spiegelt ganz gut die Stimmung in dieser Zeit wider: "Aufruf: Das Verlassen des Landes durch 100000 meist junger Menschen hat gezeigt, das die Volksbildung der DDR versagt hat und nicht den Interessen der Kinder und Jugendlichen entspricht. Es ist in den 40 Jahren DDR nicht gelungen, selbständiges demokratisches Handeln einzuüben. Verantwortlich ist dafür die einseitige ideologische Erziehung, die an die SED gebunden ist. Darum fordern wir die Trennung von Schule und Partei. Wir unterstützen die Bildung unabhängiger Kinder- und Jugendorganisationen, sowie von Organisationen zum Schutz der Rechte der Kinder, unabhängiger Lehrergewerkschaften sowie unabhängiger Elternvertretungen. Erst dadurch wird es möglich sein, Direktorinnen und Direktoren bzw. Leiterinnen und Leiter durch Schulparlamente (Schüler, Eltern, Lehrer) zu wählen und die Autonomie der Schule auf der Grundlage von Rahmenplänen zu garantieren. Die Präzisierung der Lerninhalte und –formen muss in der Schule selbst erfolgen. Wir fordern dringlich die volle Informationsfreiheit über alle Ergebnisse der pädagogischen, psychologischen und soziologischen Forschung in der DDR und im Ausland sowie die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches. Lehrer brauchen pädagogischen Freiraum. Eltern und Kinder sollten hospitieren dürfen. Die Integration von Behinderten und so genannten Schwererziehbaren muss begonnen und gefördert werden. Nur in ›tätiger Mitverantwortung für die Gesellschaft können jene Bindungen erzeugt werden‹ (Christa Wolf), die das Bleiben und Umgestalten in der DDR ermöglichen. Wir rufen zu einer öffentlichen Diskussion der genannten Probleme auf!"13 Aus heutiger Sicht mag der Text etwas krude wirken. Er ist jedoch ein authentisches Dokument seiner Zeit und zeigt, was als besonders drängend empfunden wurde.
Vor beiden Tagungen gab es Bemühungen der Stasi, sie zu verhindern.
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Volker Zottmann hat geschrieben:Was ist eigentlich ein tschekistischer Gruß?
Ist da die Rübe gleich ab?
Na ein freundlicher Gruß unter Gleichgesinnten.
So was wie ein Sozialistischer,Bester oder Herzlicher, ein Gruß den es nur schriftlich gibt.
Würde mich schon interessieren was der so meinte was sich hinter"streng internen Erkenntnissen" eigentlich verbirgt.augenzeuge hat geschrieben:Bild geputzt! Nach dem Lesen kannst du es ja an Merkur weiterreichen.![]()
AZ
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