Mit tschekistischen Gruß

Bücher, die nicht in den Bereich politische Systeme oder Grenze gehören.

Mit tschekistischen Gruß

Neuer Beitragvon karnak » 28. November 2015, 11:56

Sicher nicht das Neuste,ist mir vor einiger Zeit in einen Antiquariat in die Hände gefallen. Es beinhaltet nur Berichte der BV Potsdam an GünterJahn,erster Sekretär derSED Bezirksleitung Potsdam,jeweils komplett,ohne Kürzung und "Erklärung" ,für mich sehr interessant und aufschlussreich.Es kann natürlich auch lästig sein,muss man sich ein paar eigene Gedanken machen. [grin]
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Re: Mit tschekistischen Gruß

Neuer Beitragvon augenzeuge » 28. November 2015, 12:03

Bild geputzt! Nach dem Lesen kannst du es ja an Merkur weiterreichen. [wink]

AZ
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Re: Mit tschekistischen Gruß

Neuer Beitragvon karnak » 28. November 2015, 12:10

Habe gleich noch eins,"vorausschauend"gekauft,schenke ich Dir wenn ich es gelesen habe [flash]
Und danke fürs Putzen.
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Re: Mit tschekistischen Gruß

Neuer Beitragvon Interessierter » 28. November 2015, 14:52

Zum " tschekistischem Gruß " und den Lageberichten der Stasi, fand ich auch den sehr langen, aber mMn hochinteressanten Bericht über die Lageberichte der Stasi bezüglich der " Potsdamer Bildungstagungen ". Schrecklich wie Lehrkräfte unter Druck gesetzt wurden und sogar Suizid begingen.

Hier nur ein sehr kleiner Auszug :
Die Potsdamer Bildungstagungen 1988 und 1989 und die Volksbildung der DDR im Spannungsfeld Staat-Kirche

Das Ministerium für Staatssicherheit, Bezirksverwaltung Potsdam, gab regelmäßig Lageeinschätzungen an seinen Auftraggeber, die SED. Am 11.05.1989 bekommt der 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung, Günter Jahn, eine streng vertrauliche Information über Tendenzen im Bereich der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung im Sprengel Pots­dam. Darin wird auch auf eine Aktivität im Bildungswesen verwiesen: "An der GPA existiert eine Gruppe des Ar­beitskreises Solidarische Kirche (AKSK), die sich unter Anleitung des Dozenten WERNICK-OTTO, Frank intensiv mit Problemen der Volksbildung befasst. Es gibt intensive Bemühungen um Kontakte zu Studenten der Pädagogischen Hochschule und der Fachschule für Gesundheits- und Sozialwesen."1

Vor dem Hintergrund einer unsicheren Zukunft und nach dem Anwachsen der Montagsdemonstrationen in Leipzig nach dem 7. Oktober kam es vom 27. bis 29.10. 1989 zur 2. Pädagogischen Herbsttagung in der Evangelischen Ausbildungsstätte für Gemeindepädagogik in Pots­dam. Der diesmal gewählte Titel kann im Nachhinein durchaus als programmatisch angesehen werden: "Wer hat hier eigentlich vor wem Angst?"

Die Tagung fiel in eine Zeit, in der immer spürbarer wurde, wie die Angst nachließ und viele allmählich zum aufrechten Gang fanden. So standen wie­derum Fragen des Menschenbildes im Vordergrund. Mar­tin Lenz (Dozent der Ausbildungsstätte) eröffnete mit dem provokativen Vortrag "Aus Gewissensgründen gegen Erziehung". Jan Hofmann (heute: Direktor des Landesinsti­tuts für Schule und Medien –LISUM– im Land Bran­denburg) erklärte sich spontan zu einem Gegenvortrag bereit war und machte deutlich, warum man sich nicht aus dem Erziehungsauftrag stehlen darf. Die Tagung gab wie­der den Gruppen viel Raum. Die Abschlusserklärung, bei deren Formulierung sich die spätere SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Barbe (heute: CDU) sehr engagierte, wurde zum Aufruf und konnte in der Wochenzeitung "Potsdamer Kirche" veröffentlicht werden. Sie spiegelt ganz gut die Stimmung in dieser Zeit wider: "Aufruf: Das Verlassen des Landes durch 100000 meist junger Menschen hat gezeigt, das die Volksbildung der DDR versagt hat und nicht den Interessen der Kinder und Jugendlichen entspricht. Es ist in den 40 Jahren DDR nicht gelungen, selbständiges demokratisches Handeln einzuüben. Verantwortlich ist dafür die einseitige ideologische Erziehung, die an die SED gebunden ist. Darum fordern wir die Trennung von Schule und Partei. Wir unterstützen die Bildung unabhängiger Kinder- und Jugendorganisationen, sowie von Organisationen zum Schutz der Rechte der Kinder, unabhängiger Lehrergewerkschaften sowie unabhängiger Elternvertretungen. Erst dadurch wird es möglich sein, Direktorinnen und Direktoren bzw. Leiterinnen und Leiter durch Schulparlamente (Schüler, Eltern, Lehrer) zu wählen und die Autonomie der Schule auf der Grundlage von Rahmenplänen zu garantieren. Die Präzisierung der Lerninhalte und –formen muss in der Schule selbst erfolgen. Wir fordern dringlich die volle Informationsfreiheit über alle Ergebnisse der pädagogischen, psychologischen und soziologischen Forschung in der DDR und im Ausland sowie die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches. Lehrer brauchen pädagogischen Freiraum. Eltern und Kinder sollten hospitieren dürfen. Die Integration von Behinderten und so genannten Schwererziehbaren muss begonnen und gefördert werden. Nur in ›tätiger Mitverantwortung für die Gesellschaft können jene Bindungen erzeugt werden‹ (Chris­ta Wolf), die das Bleiben und Umgestalten in der DDR ermöglichen. Wir rufen zu einer öffentlichen Diskussion der ge­nan­nten Probleme auf!"13 Aus heutiger Sicht mag der Text etwas krude wirken. Er ist jedoch ein authentisches Dokument seiner Zeit und zeigt, was als besonders drängend empfunden wurde.

Vor beiden Tagungen gab es Bemühungen der Stasi, sie zu verhindern.


http://www.horch-und-guck.info/hug/arch ... -47/04709/
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Re: Mit tschekistischen Gruß

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 28. November 2015, 23:34

Ich las es gerade erst:
Der Günther (Jubel-) Jahn starb vor einem Monat im Alter von 85 Jahren. (Krenzens FDJ-Vorgänger)

Gruß Volker
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Re: Mit tschekistischen Gruß

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 29. November 2015, 00:06

Was ist eigentlich ein tschekistischer Gruß?
Ist da die Rübe gleich ab? [laugh]
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Re: Mit tschekistischen Gruß

Neuer Beitragvon Beethoven » 29. November 2015, 08:54

Volker Zottmann hat geschrieben:Was ist eigentlich ein tschekistischer Gruß?
Ist da die Rübe gleich ab? [laugh]


[grins] Na ein freundlicher Gruß unter Gleichgesinnten.
So wie die Angler, die Jäger, die Dachdecker ihren speziellen Gruß haben, hatten das einst die Angehörigen des MfS wohl ebenfalls.

In diesem Sinne - besser ein ordentlicher Gruß als ein lauwarmer Händedruck.
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe

Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.
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Re: Mit tschekistischen Gruß

Neuer Beitragvon karnak » 29. November 2015, 09:49

[flash] So was wie ein Sozialistischer,Bester oder Herzlicher, ein Gruß den es nur schriftlich gibt.
Jedenfalls wenn man die ganzen Berichte liest, es ist schon beeindruckend wie so eine ordentliche deutsche Beamtenmaschinerie notfalls bis zum bitteren Ende läuft ohne erkennbare Veränderung der Prioritäten,in dem Fall bis zum 6.11. Und mir ist der Begriff"nach streng internen Erkenntnissen" aufgefallen, den kannte ich noch nicht. Ich gehe mal davon aus auch ein 1,Sekretär einer SED-Bezirksleitung kannte bis dahin den Begriff IM nicht und hätte damit nichts anfangen können. [flash] Würde mich schon interessieren was der so meinte was sich hinter"streng internen Erkenntnissen" eigentlich verbirgt.
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Re: Mit tschekistischen Gruß

Neuer Beitragvon Merkur » 29. November 2015, 10:16

augenzeuge hat geschrieben:Bild geputzt! Nach dem Lesen kannst du es ja an Merkur weiterreichen. [wink]

AZ


Danke, habe ich seit gut 15 Jahren, sogar doppelt.
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Mit tschekistischen Gruß

Neuer Beitragvon karnak » 29. November 2015, 11:09

Sag ich doch,ist nicht das Neuste. Und ich habe mich erst mal 20 Jahre mit anderen Dingen beschäftigt als mit meiner alten Firma. Bin erst wieder darauf gekommen als ich mich über so vieles Geschwatz zu dem Thema zu sehr geärgert habe. [grin]
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