Christine & Bodo Müller: Über die Ostsee in die Freiheit - Fluchtgeschichten

Bücher, deren Inhalt sich mit der innerdeutschen Grenze bschäftigt

Christine & Bodo Müller: Über die Ostsee in die Freiheit - Fluchtgeschichten

Beitragvon OaZ » 2. September 2020, 11:26

In den Tiefen dieses Forums konnte ich nichts zu diesem Buch (Titel & Autoren in der Betreff-Zeile), das 1996 im Delius Klasing Verlag erschienen ist, finden.

Es beschreibt eindrucksvoll ungewöhnliche und äußerst dramatische Fluchtgeschichten über die Ostsee. Ich habe es an 2 Abenden gelesen und werde es sicher demnächst noch einmal in Angriff nehmen.

228 Seiten voller spannender Einzelschicksale in 20 in sich abgeschlossenen Kapiteln (Teil 1: Die nasse Grenze, Teil 2: Die Schicksale), teilweise mit Fotos, Kartenausschnitten und Protokollen des MfS - LESEEMPFEHLUNG!
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Re: Christine & Bodo Müller: Über die Ostsee in die Freiheit - Fluchtgeschichten

Beitragvon Dr. 213 » 2. September 2020, 12:29

Spannend !
Mit Bodo Müller wäre ich beinahe mal gemeinsam im Stasigefängnis Rostock zusammen eingesessen, wenn mir nicht die Flucht
nach Dänemark gelungen wäre. Wir wären uns als Häftlinge dabei allerdings nie begegnet.
Die Isolierung der Gefangenen wurde streng gehandhabt.


Hier noch als Ergänzung zu dem Autor mein Tip:
https://m.facebook.com/ndrdas/videos/fo ... 682217450/

Herzlichst
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Re: Christine & Bodo Müller: Über die Ostsee in die Freiheit - Fluchtgeschichten

Beitragvon OaZ » 2. September 2020, 19:48

Dr. 213 hat geschrieben: ...wenn mir nicht die Flucht nach Dänemark gelungen wäre...

Herzlichst
Dr. 213


Gibt es dazu etwas hier im Forum zu lesen? Wenn noch nicht: Ich wäre dein erster Abonnent! [ich auch]
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Re: Christine & Bodo Müller: Über die Ostsee in die Freiheit - Fluchtgeschichten

Beitragvon Dr. 213 » 2. September 2020, 20:04

hier gibt es noch eine Rohversion und die ist auch etwas genauer als die beim Italiener.
viewtopic.php?f=72&t=6815&start=0&hilit=rette+sich+wer+kann

Als ich das aufschrieb, da hatte ich meine Stasiakte noch nicht.
Die Akte hat dann später meine Schilderung der 1. Flucht an diesem Tag bestätigt.
Über die 2. Flucht an diesem Tag, die nach Dänemark, dazu hatten die Stasionkels dann keinerlei Wissen wie und wo.
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Re: Christine & Bodo Müller: Über die Ostsee in die Freiheit - Fluchtgeschichten

Beitragvon Sperrbrecher » 3. September 2020, 08:00

Dr. 213 hat geschrieben:...dazu hatten die Stasionkels dann keinerlei Wissen wie und wo.

Das muss sie mächtig gewurmt haben.

Wie ich später aus meiner Akte ersehen konnte, hat man bis weit in die 70er Jahre
hinein, weiter über meinen Fluchtweg geforscht, ist aber anscheinend nicht zu einem
erhellenden Ergebnis gekommen.

Da ich infolge der Amnestie meiner Flucht (die im August 69 stattgefunden hatte)
bereits 1973 wieder in die DDR einreisen konnte, fanden an der GÜST immer etwas
längere Kontrollgespräche statt. Direkt über meinen Fluchtweg gefragt hat man
mich nicht, aber es war wohl Sinn und Zweck der Unterhaltung.

Diese Gespräche endeten erst, als ich geheiratet hatte und zusammen mit meiner
(ausländischen) Frau die DDR besuchte. Da wollte man wohl vor den Augen meiner
Frau das DDR-Image nicht durch besonders langandauernde Befragungen beschädigen
und verkürzte den Kontrollvorgang erheblich.

Das deckt sich auch mit einer etwa zeitgleichen Notiz in meiner Akte, wo man feststellte,
dass keine weiteren Erkenntnisse über meinen Fluchtweg zu ermitteln seien und die Akte
nunmehr geschlossen werden könne.

Trotzdem unterließ man es nicht, meine Frau und mich bei unseren Aufenthalten in
Dresden umfassend zu beobachten und alle unsere Bewegungen akribisch in Wort und
Bild festzuhalten. Ein ziemlich aufwendiges Unterfangen, welches der MfS-Verwaltung
in Dresden sicher erhebliche Kosten verursacht hat.

Gebracht hat es wohl nichts, außer das alle Freunde und Bekannten die wir besuchten,
dadurch ebenfalls in den Focus der Stasi gerieten und nun auch ihrerseits gründlich und
intensiv durchleuchtet wurden.
In der DDR wussten 90% der Bevölkerung, dass sie verarscht werden.
In der Bundesrepublik haben es 90% der Wähler immer noch nicht gemerkt.
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Re: Christine & Bodo Müller: Über die Ostsee in die Freiheit - Fluchtgeschichten

Beitragvon OaZ » 3. September 2020, 16:44

Dr. 213 hat geschrieben:hier gibt es noch eine Rohversion und die ist auch etwas genauer als die beim Italiener.
viewtopic.php?f=72&t=6815&start=0&hilit=rette+sich+wer+kann

...


Deine Flucht war wirklich abenteuerlich. Ich habe alles seit vorgestern gelesen und fand es sehr, sehr spannend.
Leider war nicht alles gut zu verstehen, das lag möglicherweise auch an denen, die (mal wieder) kaum etwas Substanzielles beitragen konnten und nur "gedöst" und alles Mögliche in Zweifel gezogen haben und in diesem wirklich interessanten Thread damit Schaden angerichtet haben. Wenn etwas verschoben wird, führt die Folgeerklärung ja nicht immer für Aufklärung bzw. Erhellung, was allerdings nicht dem Schreibenden angekreidet werden kann.

Mich würde interessieren, wie alt du bei der Flucht warst? Auf mich wirkte das ziemlich abgekocht. Vieles hätte ich mich nicht getraut. Und wenn ich in Dänemark angekommen wäre, wäre ich wohl auf allerschnellstem Weg in die Botschaft gefahren.

Warum wurde der Thread geschlossen?
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Re: Christine & Bodo Müller: Über die Ostsee in die Freiheit - Fluchtgeschichten

Beitragvon augenzeuge » 3. September 2020, 20:23

Nun ja OaZ, in den Tiefen des Forums findest du noch mehr. [wink]

Ich hab den Thread von damals geöffnet.

Leider war nicht alles gut zu verstehen

Dann frage erneut dort!!

AZ
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Re: Christine & Bodo Müller: Über die Ostsee in die Freiheit - Fluchtgeschichten

Beitragvon OaZ » 3. September 2020, 20:29

Du bist ein guter Mensch, Augenzeuge! [hallo] ... jetzt muss ich nochmals nachlesen ... könnte etwas dauern.
Danke dafür! (Warum gibt es keinen Smily, der den Daumen nach oben reckt?)
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Re: Christine & Bodo Müller: Über die Ostsee in die Freiheit - Fluchtgeschichten

Beitragvon augenzeuge » 3. September 2020, 20:33

[super]
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