Oberst Markus, vom österreichischen Bundesheer (Militärakademie) gibt schon seit Wochen hervorragende Einschätzungen der militärischen Lage und macht das mit Multimedia sehr, sehr anschaulich.
Sein neuester Beitrag ist echt gut.
https://www.youtube.com/watch?v=QJiuc4KWmQoDas Meiste, was der Herr Oberst hier, in verständlicher Form erläutert, haben wir schon vor Wochen vermutet, was die operativen Handlungen der Russen (Angriff aus Norden und Süden) aber auch der Ukrainer (tief gestaffelte, bewegliche Verteidigung) betrifft, die Kräfteverhältnisse und vor allem die Kampfmoral, sprachen wir hier schon vor Wochen an.
Beitragvon Beethoven » 12. April 2022, 10:03
In der Ukraine, vor dem erneuten Angriff der russischen Armee, haben wir eine Situation, die dem Angriff der Wehrmacht im Jahre 1943, im Kursker Bogen recht ähnlich ist.
Ich könnte mir vorstellen, dass Putin einen Angriff aus Norden und aus Süden plant, wie einst die Deutschen und damit große Teile der Ostukraine vom "Mutterland" abschneidet um dann die ukrainischen Streitkräfte innerhalb des Kessels, nach einander, in Teilen zu zerschlagen.
Ob es so kommen wird weiß ich natürlich nicht.
Die heutigen Aufklärungsmöglichkeiten können aber die Bereitstellungs- und Konzentrierungsräume der Russen aufklären und lassen damit Schlussfolgerungen auf die Angriffsrichtungen zu.
Damals, im Jahre 43 des vorigen Jh., hatte die sowjetische Armee eine tief gestaffelte und bewegliche Verteidigung, mit bis zu 10 Verteidigungsstreifen in den besonders gefährdeten Richtungen errichtet.
Ob es die ukrainischen Streitkräfte ähnlich machen könnten oder können, kann ich nicht einschätzen.
Dafür ist die Verteidigung heute viel manövrierfähiger und flexibler als damals.
Es könnte auch sein, dass wir (und das hoffe ich für die Ukrainer), falls die Russen mit nur einer Angriffsrichtung auf die Ukraine los schlagen, um dort eine ungeheure Massierung zu erreichen um den Erfolg zu sichern, sich eine Schlacht wie einst bei Cannae entwickelt ( Schlacht von Cannae – Wikipedia ). Und dafür, um dort siegreich in die Flanken zu schlagen, bedarf es schwere Technik.
Freundlichst
Und genau so, wie wir es hier schon angedacht haben, kam es dann ja auch.
In dieser Analyse, so meine Meinung, haben die Russen eigentlich keine Chance, im Osten der Ukraine, ohne Einsatz der äußersten Mittel (Gefechtsfeldkernwaffen), siegreich zu sein. Ich kann nur hoffen, dass die Russen diese Schwelle nicht überschreiten werden, wünschte mir aber, dass die Ukrainer, punktuell zu massierten Gegenangriffen übergehen, den eroberten Raum stark ausbauen und halten können und so die russischen Streitkräfte auf ukrainischen Boden aufspalten und im Anschluss, nach Teilen zerschlagen.
An Umfassungen (Einkesselung) wage ich nicht zu denken, wäre aber super, weil damit die Russen im Kessel vom Nachschub abgeschnitten werden und bei deren schlechter Moral, vermutlich schnell die Waffen nieder legen und in Gefangenschaft gehen. Damit wären diese ukrainischen Kräfte wieder frei um weitere Handlungen durchzuführen und würden vermutlich viel russisches Gerät erobern, welches sie erneut einsetzen könnten.
Ob sie dazu militärisch in der Lage sein werden weiß ich nicht. Jedoch benötigen sie dazu schwere Waffen, denn nur mit Infanterie und keinem massierten Einsatz von gepanzerten Kräften unterstützt durch Artillerie, wird es ihnen nicht gelingen. Luftstreitkräfte haben die Ukrainer ja leider kaum.
Also - SCHWERE WAFFEN FÜR DIE UKRAINE !!!
Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe
Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.