von Beethoven » 17. April 2022, 08:57
Ich denke, dass wir uns nichts vormachen müssen.
Die Ukraine vor 2022 war kein so "freies und demokratisches" Land wie z.B. die Bundesrepublik, Österreich, die Republik Frankreich oder Italien.
Aber es war eben auch keine Diktatur. Und wie Wolodymyr an die Macht kam, ist wohl eher (ich weiß jedenfalls nicht anderes) demokratisch geschehen.
Und das Wichtigste, heute einen Krieg gegen einen anderen Staat zu beginnen und ein Land mehr oder weniger zu zerstören um eigene Machtinteressen durchzusetzen, geht gar nicht, ist immer verbrecherisch. Dabei spielen in meinen Augen, alle anderen Erklärungen ob für oder gegen die Ukraine, keine Rolle mehr.
Und das dieser Krieg, der ja als "Sonderoperation" vom Aggressor bezeichnet wird, hauptsächlich gegen das ukrainische Volk geführt wird, ist unbegreiflich und nicht genug zu verurteilen.
Trennung
Nochmal zu den "Kriegsverbrechen". Kriegsverbrechen kann es, so wie das Wort ja schon zeigt, nur in einem Krieg statt finden.
Nun sprechen die Russen von einer "Sonderoperation". Man kann fragen, ob es eine "Sonderoperation" gegen das ukrainische Volk ist?
Na ja, sind es nun Kriegsverbrechen oder sind es "schwere Körperverletzungen" mit Todesfolge?
Ich weiß, diese Frage ist eigentlich nicht mehr, als eine Aneinanderreihung von Worthülsen. Es ist ein Krieg aber sehen das die Russen auch so?
Ein Krieg, so lernte ich es einmal, ist es dann, wenn eine der Kriegsparteien, seine gesamte Volkswirtschaft auf dieses Ereignis umstellt, was wohl für die Ukrainer zustimmen würde. Für die Russen eher nicht.
Auf jeden Fall ist es ein ungerechtfertigter, bewaffneter Überfall auf einen anderen Staat, der mit größter Brutalität, und zwar von beiden Seiten, geführt wird.
Für wen da das Herz der meisten Europäer schlägt, dürfte klar sein.
Und ich kann nicht (mehr) begreifen, warum Deutschland nicht schnellsten schwere Waffen sendet.
Eigentlich habe ich schon heute, am Ostersonntag, damit gerechnet, dass die Russen die Offensive beginnen.
Es bedarf nach dem Beginn des Angriffes mindestens 2 bis drei Wochen, bis die militärischen Ziele der Russen erreicht sein werden, wenn sie denn überhaupt ihre Ziele erreichen. Um diese vermeintlichen Siege bis zum "Tag des Sieges über den Hitlerfaschismus" zu erreichen, müsste in der kommenden Woche der Angriff der Russen beginnen.
Insofern kämen sämtliche schweren Waffen sowieso zu spät.
Ich bin ja nun auch einst Soldat gewesen. Und als Offiziersschüler und Angehöriger der Aufklärungskompanie (hier wurden Aufklärungs- und FJ-Offiziere ausgebildet) an der Offiziershochschule der LaSK der NVA, wurden wir an allen leichten und an allen schweren Kampfwaffen der Landstreitkräfte der NVA (also auch der russischen Armee) ausgebildet. Natürlich nicht an Raketen, die mussten wir nur zerstören können (na, hauptsächlich deren Führungsstellen).
Meine Meinung zu der Ausbildung der ukrainischen Soldaten an schweren Waffen ist, dass ein geschulter ukrainischer Soldat, schwere, unbekannte Technik des Gefechtsfeldes, innerhalb einer Woche bedienen kann. Er muss kein taktisches Verhalten auf dem Gefechtsfeld erlernen, nicht erst ein taktisches Verständnis antrainiert werden weil er das schon kann, sondern er muss lediglich die Waffe beherrschen können. Und das geht für einen vorgebildeten Soldaten recht schnell.
Für mich ist das ganze Gequatsche von 6 Wochen und mehr für die Ausbildung der ukrainischen Soldaten, nur eine Ausrede um keine schweren Waffen liefern zu müssen.
Aber das ist, wie gesagt, meine Meinung.
Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe
Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.