von Beethoven » 5. Juni 2023, 15:49
Ja, von einer Offensive, von der gerade geredet wird und wie sie durch Militärs verstanden wird, kann auch ich nichts erkennen.
Der Wehrmachtsgeneral H. Guderian brachte es mal, wenn auch der Zusammenhang nicht ganz identisch ist, toll zum Ausdruck.
"Nicht kleckern, sondern klotzen."
Was wir zur Zeit im Osten der Ukraine sehen, würde ich eher als "gewaltsame Aufklärung" bezeichnen. Aufklärung allgemein, das werdet Ihr ja wissen, ist die wichtigste Art der Gefechtssicherstellung.
Und da gibt es unterschiedlichste Arten der Aufklärung.
Von der Truppenaufklärung (darunter fällt vieles, wie z.B. die Aufklärung auf dem Gefechtsfeld durch reine Aufklärungstruppen der Regimenter, Pionieraufklärung, Chemische Aufklärung, Artillerieaufklärung usw.), der Fernaufklärung die schon mit sehr speziellen Zielen durch den K-Division eingesetzt wird über die gewaltsame Aufklärung, die Offiziersaufklärung (in den letzten Jahrzehnten kaum noch gemacht) bis zur Agenturaufklärung.
Die gewaltsame Aufklärung wird nur dann und nur auf Befehl des BH der Armee oder des AK durchgeführt, wenn man sich gegenseitig in der Vereidigung gegenüber liegt und geht allgemein, größeren Angriffshandlungen voran. In einem asymmetrischen Krieg ist diese Art der Aufklärung eigentlich untypisch.
Mit der gewaltsamen Aufklärung wird die Verteidigung des gegenüber liegenden Gegners auf Schwachstellen abgeklopft. Es wird angestrebt, dass der Gegner seine Waffen innerhalb seiner Verteidigung, die bisher noch "schwiegen" einsetzt, diese dadurch aufgeklärt und später bekämpft werden können. Es soll also sein Feuersystem bis in die aufklärbare Tiefe aufgeklärt werden, sein System der Sperren und Hindernisse als auch die Stärken und Schwächen der Verteidigung durch Personal, als auch die Unterstützungsmöglichkeiten durch dessen vorgesetzten Kommandeur, ermittelt werden.
In der Zeit, in welcher die gewaltsame Aufklärung statt findet, haben sämtliche Kommandeure mit ihren Hilfsmitteln, Beobachtungsstellen zu besetzen und alle aufgeklärten Ziele zusammen zu fassen und nach Beendigung der gewaltsamen Aufklärung, wird durch die unzähligen, einzelnen Aufklärungsangaben, entsprechende Schlüsse für den Angriff (das Durchbruchsgefecht) gezogen.
Ich könnte mir vorstellen, das genau das gerade passiert, denn zu einer Offensive gehören im heutigen Gefecht, das Gefecht der verbundenen Waffen, das Zusammenwirken der unterschiedlichsten Waffengattungen und Dienste um einen Durchbruch durch die gegnerische Verteidigung zu erreichen. Das sehen wir hier und heute nicht, möchte ich meinen.
Da bei der gewaltsame Aufklärung die in der Regel von Infanterieeinheiten (ab Bataillon aufwärts) mit Unterstützung der Artillerie und gepanzerten Kräften geführt wird und durchaus Landgewinne erzielt werden können, wird dieses gewonnene Land, bei Möglichkeit besetzt und gehalten.
Gerade wie ich diesen Beitrag schreibe, soll es im TV eine Sondersendung geben, die beweisen soll, dass die Offensive begonnen hat (es ist gerade 15:15 Uhr). Na das höre ich mir an, da in meinem Büro, den ganzen Tag über das TV-Gerät auf N24 läuft.
Trennung
Was die Handlungen auf russischem Territorium an geht denke ich folgendes.
Ja, wenn man als Staat angegriffen worden ist und man sich zur Verteidigung entschlossen hat, so ist jedes Mittel angebracht, dem angreifenden Gegner Schaden zu zu fügen und das eben nicht nur auf dem eigenen -, nun durch den Gegner besetzten Gebiet, sondern eben auch auf dem Territorium des Angreifers.
So lange man da militärische oder ökonomische Ziele (Bahnhöfe oder Flughäfen, Brücken usw.) bekämpft, geht diese Sabotage in meinen Augen in Ordnung. Geht es aber gegen Schulen und Kindergärten ist es auch in meinen Augen Terror.
Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe
Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.